Al Jazeera hat das play by play über Magyar online

13. April 2026

https://www.aljazeera.com/news/2026/4/13/who-is-peter-magyar-hungarys-new-leader-who-trounced-viktor-orban

Euob­ser­ver auch: https://euobserver.com/210846/who-is-peter-magyar-the-ex-regime-insider-who-crushed-orban/”

Und die Moti­va­tio­nen lesen sich wie eine ein­zi­ge Politkampagne…

Ich hab heut ver­sucht irgend­wel­che West­li­chen in depth Video Repor­ta­gen zu fin­den - null gefun­den. Arte allei­ne hat zwei-einhalb über den Orb­an­wahl­kampf (AI Vide­os im Wahl­kampf, Angst Kam­pa­gne) aber kei­ne über Magyar.

Der Stan­dard sagt mir, Magyar ist toll, denn alle sei­ne Minis­ter Kan­di­da­ten sind west­lich ori­en­tiert, und tol­le Leu­te. Ich schau mir auch das noch an -- aber in depth Polit-Reportagen - Fehlanzeige.

Also kommt da die von Al Jaze­e­ra wie gerufen.

Why did Magyar beco­me Orban’s opponent?

Sin­ce his ent­ry into poli­tics, Magyar ser­ved as a loy­al Fidesz offi­cial. But a scan­dal in 2024 sou­red his rela­ti­ons­hip with the party.

In Febru­a­ry 2024, it beca­me known that almost a year ear­lier, Hungary’s for­mer Pre­si­dent Kata­lin Novak had par­do­ned a man con­vic­ted of hel­ping cover up a sex abu­se case in a children’s home. Also impli­ca­ted in the par­don was Var­ga, who had signed the par­don as jus­ti­ce minister.

[…]

Pro­tests bro­ke out after the reve­la­ti­ons sur­roun­ding the children’s home scan­dal. Novak resi­gned as pre­si­dent, and Var­ga step­ped down from her seat in the Hun­ga­ri­an parliament.

Magyar, mean­while, emer­ged as a face of the public outra­ge over the scandal.

src: click

Gut, etwas über­ras­schend, aber sehr emo­tio­nal anspre­chend, was waren denn da so die wich­tigs­ten media­len Momente?

1. Magyar der Investigativjournalist

In March that year, in a Face­book post, he accu­sed Orban’s government of cor­rup­ti­on and also publis­hed a record­ing of a Janu­a­ry 2023 con­ver­sa­ti­on with his ex-wife in which she detail­ed an attempt by aides of Orban’s cabi­net chief to inter­fe­re in the pro­se­cu­ti­on files of a cor­rup­ti­on case.

2. Magyar der empör­te Mann, der komi­scher­wei­se nicht mehr weiß, wie Polit Cover ups funk­tio­nie­ren - nicht nur in Ungarn.

He also told Hun­ga­ri­an media out­let Par­tizan that Orban and his allies were “hiding behind women’s skirts” in the scandal.

And his allies” -- ist eh nicht fal­se attri­bu­ti­on (blan­ket style) und mit Dreck wer­fen, das wirkt nur so… Gut, viel­leicht wars ein emo­tio­na­ler Aus­bruch - geben wir ihm den bene­fit of doubt…

3. Direk­te ver­bin­dung des Kin­der­schän­der­co­ver­up Ska­nals mit dem Kor­rup­ti­ons­to­pos durch einen sei­ner Mit­strei­ter (“Ive seen him, he is so enga­ged and driven”)

Peter had told local media that he had beco­me dis­il­lu­sio­ned for some time and incre­a­singly frus­tra­ted with all the pro­blems, the cor­rup­ti­on, wit­hin Fidesz,” Gyo­ri said.

Back­ground

The Face­book post and inter­views with local media hel­ped incre­a­se Magyar’s domestic popu­la­ri­ty. Ear­lier that mon­th, he had told repor­ters in Hun­ga­ry that he plan­ned to estab­lish a new, pro-European Uni­on poli­ti­cal party.

Haupt­sa­che pro Euro­pä­isch, weil Kor­rup­ti­on is ja schlimm…

Die Grün­det er dann natür­lich nicht, son­dern über­nimmt eine klei­ne die kei­ne Trak­ti­on ABER EIN PRIMA NETZWERK hat­te, und führt sie zum Sieg ges­tern, aber grei­fen wir nicht vor…

5. Der Freund hat vor den Medi­en dann auch Jesus gefunden:

The main rea­son Magyar beca­me popu­lar with peop­le in Hun­ga­ry in 2024 was becau­se, till then, the­re was this kind of hopel­ess­ness in the oppo­si­ti­on. Peop­le felt that no oppo­si­ti­on par­ty would be capa­ble of chal­len­ging Fidesz suc­cess­ful­ly. But when Peter came along amid the scan­dal, the­re was sud­den hope,” Gyo­ri said.

6. Die US sagen - sie sei­en ja erst zwei Jah­re spä­ter auf ihn Auf­merk­sam gewor­den, als es ihnen wie Schup­pen von den Augen fiel, was für ein tol­ler Per­for­mer Typ Magyar sein kön­ne -- das Poten­ti­al du!

But it was only in April 2024 that Magyar deci­ded to join the centre-right Tis­za as a can­di­da­te in the 2024 Euro­pean Par­lia­ment elec­tions and Hungary’s natio­nal elec­tions in 2026.

He won a seat in the Euro­pean Par­lia­ment, repre­sen­ting Tis­za. On Sunday, his par­ty won the Hun­ga­ri­an elec­tions by a lands­li­de, and he is pro­jec­ted to beco­me the country’s next prime minister.

Zsuz­san­na Vegh, a poli­ti­cal ana­lyst at the Ger­man Mar­shall Fund of the United Sta­tes, told Al Jaze­e­ra that Magyar’s vic­to­ry in the natio­nal elec­tions has dis­pel­led the belief that Orban could not be defeated.

Vor allem habe ja sei­ne “Bot­tom up”-ness den Mar­shall Fund inspi­riert, sagt der Mar­shall Fund:

Magyar built some­thing new from the bot­tom up and, through his own com­mit­ment, gave voters not only a rea­son to hope but also to belie­ve. He mana­ged to unite an ideo­lo­gi­cal­ly diver­se coali­ti­on – not of par­ties, but of voters,” she said.

In einem der frü­hen Medi­en­in­ter­views gibt er vers betum zu Pro­to­koll, dass er das Fidez Sys­tem an loka­len Sup­port Groups und die Kon­troll­me­cha­nis­men (also die PR) von der Pie­ke auf ken­ne und es daher “für ihn” ein leich­tes sei das Sys­tem der Syri­za zu “hacken”.

Das Video wird drei Mil­lio­nen mal gesha­red und laun­ched ihn auf dem natio­na­len Level in die Posi­ti­on als Haupt­kon­kur­rent von Orban.

rele­van­ter Part bei 14:20 in:

7. Der Inves­ti­ga­ti­v­jour­na­list, Ret­ter der Kin­der, poli­ti­sche Grün­der­na­tur, PR Topos Exper­te, per­fek­ter Hacker der Fidez Pro­gram­ma­tik, Slim fit suit Trä­ger und over­all nice guy, war dann natür­lich auch noch das per­fek­tes poli­ti­sches Par­tei­o­be­haupt und die Füh­rungs­per­sön­lich­keit - die Ungarns Oppo­si­ti­on so lan­ge gesucht hatte.

Das hat in etwa die natu­ra­lis­ti­sche Anmu­tung einer Medi­en­ope­ra­ti­on eines gro­ßen Geheim­diens­tes, mit voll­stän­di­ger Public Rela­ti­ons Con­sul­tancy Anbin­dung ala BLK oder Moni­tor Group.

Wobei - es muss nicht unbe­dingt ein Dienst gewe­sen sein, kommt drauf an ab wann er pro­fes­sio­nel­le con­sul­ting Unter­stüt­zung bekom­men hat…

So “natu­ral­ly flowing” wie Zucker­si­rup aus ner Sun­kist Packung.

Mal sehen, woher er sein Media Trai­ning hat, … 

EU Obser­ver:

https://euobserver.com/210846/who-is-peter-magyar-the-ex-regime-insider-who-crushed-orban/

Ah - ich sehe der Mar­shall Fund war nicht untätig…

In his favour, too, is the fact that over the past two years he has mana­ged to sur­round hims­elf with respec­ted experts (such as for­mer Shell vice-president Ist­ván Kapi­tá­ny and Ani­ta Orbán, for­mer depu­ty CEO of Voda­fone), who may beco­me important figu­res in the par­ty in future.

src: click

Medi­enst­ra­te­gie Gestal­ter im spä­te­re Wahl­kampf war angeb­lich ein gewis­ser Márk Rad­nai (no rese­arch done on him yet)

Haupt­ak­ti­ons­be­rei­che: Face­book und Tik­tok, da Orban online kei­ne Prä­senz hatte…

Moment, was weiß der Stan­dard noch mal über den?

Ach ja.…!

Thor­brietz: Ich den­ke schon, dass das ein Unsi­cher­heits­fak­tor sein kann. Aber die Per­so­nen, die Magyar für Minis­ter­äm­ter vor­ge­schla­gen hat, sind alle inter­es­sant. Das sind sehr erfah­re­ne Leu­te, vie­le spre­chen meh­re­re Spra­chen, sind west­lich ori­en­tiert. Sie machen einen sehr pro­fes­sio­nel­len Ein­druck. Es gab da ein rich­ti­ges Aus­wahl­ver­fah­ren. Magyar hat also ver­sucht, mit die­ser Unsi­cher­heit umzu­ge­hen, und hat das auch trans­pa­rent gemacht.

src: click

Supi.

Der Stan­dard ist schon wie­der ver­liebt in sein public image.

edit: Ja fuck me, jetzt hätt ich fast die Wahl­fahr­ten vergessen!

Bildschirmfoto 2026 04 13 um 21 51 50
src: click

Names sur­fa­ced as minis­ter can­di­da­tes via AI so far: Zsolt Hege­dűs, Ist­ván Kapi­tá­ny (Shell - bra­ha­ha), Ani­ta Orbán (Voda­fone Hun­ga­ry), Romu­lusz Ruszin-Szendi, Krisz­ta Bódis, Andrea Rost, ..

Fer­ner lie­fen: Zol­tán Tanács, Márk Rad­nai just some AI picks for me to do some rese­arch on later, plea­se igno­re for now.

edit: To be fol­lo­wed up as well:

One of the often-repeated and sur­pri­sing claims by Magyar and his team is that they will sus­pend the news pro­gram­mes of pro­pa­gan­distic public-service media until the public media have been trans­for­med. They are pre­pa­ring to adopt a new media law.

src: click

Der Standard hat heute einen Versuch in critical thinking gestarted

13. April 2026

Mein Forum von Anonyme:r User:in

Wie kann Euro­pa vorankommen?

Mein Forum: Dis­ku­tie­ren Sie die­ses The­ma mit der STANDARD-Community

src: click

Und der ist natür­lich prompt geschei­tert, und das so gran­di­os, dass mir der Mund offen geblie­ben ist.

Also - ich fas­se zusammen.

Euro­pa kann vor­an­kom­men indem --

WAS ERLAUBEN SIE SICH EIGENTLICH, es ster­ben eh kei­ne Euro­pä­er, uns gehts eh gut.

INDEM WIR ALLE MITGLIEDER ZWINGEN EINHEITLICH AUFZUTRETEN.

INDEM WIR DIE RECHTEN BESIEGEN, DIE UNS DIE GREEN FUTURE GESTOHLEN HABEN!

IN DEM WIR DIE NEGATIVE BERICHTERSTATTUNG ÜBER EUROPA EINSTELLEN!

INDEM DIE EU ALS WIRTSCHAFTSUNION ZUKAUFT, WO NÖTIG.

INDEM WIR ALLE INVESTITIONEN IN ASIEN NACH OSTEUROPA LEGEN.

Cir­cu­lar Eco­no­my und wie­der alles selbst produzieren.

Das Ein­stim­mig­keits­prin­zip abschaf­fen und dann kla­re­re Ent­schei­dungs­struk­tu­ren, einen EU Außen­mi­nis­ter, einen EU Prä­si­den­ten, und …

Irgend­was mit alter­na­ti­ven Ener­gien, oder Medizinforschung.

EINHEITLICHE STEUERN! (Ich japs eh schon, stopp.)

DIE NEUTRALITÄT ÖSTERREICHS ABGEBEN.

Aussen- und Ver­tei­di­gungs­po­li­tik bei der EU ver­or­ten. (EIN EUROPÄISCHES HEER!)

Veto­rech­te abschaffen.

Ich glaub Alp­bach kann zusperren.

Oder sie machens ein­fach wie immer, und schnap­pen sich zwei davon und pressen, … 😉

Falls ich dar­in unse­ren nächs­ten Zivi­li­sa­ti­ons­sprung über­se­hen habe Ver­zei­hung. Ich konn­te zwi­schen­zeit­lich kaum mehr atmen.

Gehen wir zum Bei­spiel ein­mal davon aus, dass Frank­reich demo­gra­phisch ganz gut liegt, und und in zehn Jah­ren mehr Einfluss, …

Ich glaub die wer­den ihr Mili­tär abge­ben, und sich mit Deutsch­land auf ein­heit­li­che Steu­ern eini­gen, nach­dem sie ihre de fac­to Pro­tek­to­ra­te an Brüs­sel über­schrie­ben haben, und VW gezwun­gen haben wie­der in Wolfs­burg zu inves­tie­ren. Nein, Ver­zei­hung - Fiat gezwun­gen haben wie­der in Ita­li­en zu produzieren.

Ich packs nicht…

Aber gut zu wis­sen, dass Felix Baum­gart­ners Ideen post­hum so sehr gewür­digt werden.

Aber ich glaub schon min­des­tens 347 likes auf social media, und tol­les Engagement.

Dem Phil­ip­pe Nar­vall juckts schon in den fin­gern Social Media Ver­bot für Jugend­li­che zu for­dern, wie schon 2022 in Alp­bach in sei­ner Ein­stim­mungs­re­de zu My Euro­pe, my Sto­ry. Einem Alp­bach Pro­jekt indem das virals­te Pos­ting pre­miert wer­den sollte.

edit: Moment, ich hab noch den so wich­ti­gen Qua­li­fier ver­ges­sen - wegen dem Russen.

Komisch, kei­ner dafür Mon­te­ne­gro Mol­da­vi­en und Geor­gi­en schneller…

Aber das kommt eh erst nach der Abschaf­fung des Vetos…

Übri­gens -

Bildschirmfoto 2026 04 13 um 14 16 31
src: click

Gut die US und Chi­na bat­teln sich das bis 2030 zu errei­chen, und Euro­pa hat kei­ne Rake­ten die Test­starts über­ste­hen, aber dafür haben wir Ambition!

Kommt das jetzt daher, dass im Stab der UvdL jemand euro­päi­sche Moonshot pro­jects ver­be­tum inter­pre­tiert hat, oder…

Ist da per Anhal­ter eine Option?

edit: Jetzt hab ich schon wie­der den wich­tigs­ten Qua­li­fier vergessen!

Das Gan­ze M1 und M2 ist bei Rheinmetall!

Die Euro­päi­sche Uni­on: Geges­sen wird auf den Tisch kommt, und sie wer­den sich noch wun­dern, was alles mög­lich ist. Scheint so das Kon­zept der Stan­dard User zu sein, die einen Nar­ren an den aktu­el­len PR Nar­ra­ti­ven gefres­sen zu haben scheinen.

Moment, dem Standard wär wieder was aufgefallen, …

13. April 2026

Unkla­re Hoffnungen

Wäh­rend am Buda­pes­ter Donau­ufer bei der Tisza-Wahlparty die Sekt­kor­ken knal­len, darf man schon die Fra­ge stel­len, was nun von Magyar zu erwar­ten ist. All­zu reich­hal­tig an The­men war der Wahl­kampf näm­lich nicht. Wäh­rend Orbán sein Pro­gramm her­un­ter­spul­te, das im Wesent­li­chen dar­in bestand, Brüs­sel und Kyjiw Kriegs­trei­be­rei vor­zu­wer­fen, setz­te Magyar in ers­ter Linie auf den Kampf gegen die gras­sie­ren­de Korruption.

In man­chen Punk­ten, etwa bei der restrik­ti­ven Migra­ti­ons­po­li­tik, wird sich Magyars Linie ver­mut­lich nicht all­zu sehr von jener Orbáns unter­schei­den. Den­noch kann man auch hier zumin­dest rhe­to­ri­sche Mäßi­gung erwar­ten: Im Wahl­kampf hat sich der 45-Jährige als guter Red­ner erwie­sen, der die Mas­sen begeis­tern kann – aller­dings als Red­ner, der zur Sach­lich­keit neigt und auf auf­peit­schen­de Emo­tio­na­li­sie­rung ger­ne verzichtet.

Signal nach Brüssel
Was sich aber Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­ker quer durch Euro­pa vor allem fra­gen, ist: Wie wird Magyar in der EU auf­tre­ten? Der Wahl­sie­ger kennt Brüs­sel, er hat dort bereits in diplo­ma­ti­scher Mis­si­on sein Land ver­tre­ten – damals noch als Mit­glied von Orbáns Fidesz. Und er ist für Tis­za aktu­ell Mit­glied des Euro­päi­schen Par­la­ments. Orbán ist in der EU häu­fig als Spalt­pilz auf­ge­tre­ten, hat sei­ne Part­ner brüs­kiert und pro­vo­ziert. Auch Magyar wird – und soll – nicht in allem mit allen einer Mei­nung sein. Aber einen neu­en Stil Ungarns im Kreis der EU-27 darf man sich in jedem Fall erwarten.

Magyar selbst hat das noch am Wahl­abend ange­deu­tet, als er auf einen zufäl­li­gen Jah­res­tag hin­wies: Am 12. April 2003, also genau vor 23 Jah­ren, hat­ten die Unga­rin­nen und Ungarn sich in einem Refe­ren­dum für den Bei­tritt zur Euro­päi­schen Uni­on ent­schie­den. Es ist eine Koin­zi­denz, die Magyar auch uner­wähnt hät­te las­sen kön­nen. Dass er sie trotz­dem erwähn­te, war ein freund­li­cher Gruß an sei­ne künf­ti­gen Part­ner im Euro­päi­schen Rat.

src: click

Ehm, eeehm,…

Wie sag mas ihnen…

Behut­sam, oder?

Hier:

Bea­ting (Aut­ho­ri­ta­ri­an) Popu­lism with (Demo­cra­tic) Populism

Orbán’s Anti­ci­pa­ted Defeat and the Dan­ger of Unli­mi­ted Sin­gle Party-Rule

src: click (verfassungsblog.de)

In line with the medi­an voter theo­rem, Tis­za has adop­ted ideo­lo­gi­cal­ly cen­tral­ly loca­ted posi­ti­ons across a ran­ge of sen­si­ti­ve poli­cy issu­es. The­se inclu­ded a neu­tral stance on last year’s ban­ned Buda­pest Pri­de march, in which Tis­za did not par­ti­ci­pa­te; its rejec­tion of the EU-financed 90 billion-euro loan to Ukrai­ne that they oppo­sed in the Euro­pean Par­lia­ment; as well as its pledge not to adopt the Euro­pean pact on migra­ti­on and asyl­um if a Tis­za government were for­med, on a sov­er­eig­n­tist anti-migration basis.

Tis­za did not only adopt the poli­ti­cal cen­tral ground ideo­lo­gi­cal­ly, distancing its­elf from par­ties of the “old oppo­si­ti­on”, but it also refu­sed to coope­ra­te with any of them or, in fact, with any per­so­na­li­ty with an inde­pen­dent poli­ti­cal stan­ding. Neit­her par­ties of the old oppo­si­ti­on, nor inde­pen­dent mem­bers of par­lia­ment and lea­ders of muni­ci­pa­li­ties have been con­si­de­red as poten­ti­al allies by Tis­za. This is a poli­ti­cal­ly ratio­nal stra­te­gy by Tis­za due to the logic of the majo­ri­ta­ri­an elec­to­ral sys­tem, which can trans­form rela­ti­ve majo­ri­ties into abso­lu­te ones, small abso­lu­te majo­ri­ties into lar­ge ones, whe­re­as at the mar­gin it can gene­ra­te two-thirds (in par­lia­ment: con­sti­tu­tio­nal, in muni­ci­pa­li­ties: qua­li­fied) majo­ri­ties. Moreo­ver, Tis­za has also jus­ti­fied this posi­ti­on moral­ly, clai­ming that the “old oppo­si­ti­on” had all the way col­la­bo­ra­ted with the regime, and whoever does not vote for Tis­za ulti­mate­ly sup­ports the main­ten­an­ce of Orbán’s rule. Through this, Tis­za has been urging a com­ple­te dis­mis­sal of incum­bent poli­ti­cal eli­tes regard­less of the actu­al poli­ti­cal role one has play­ed so far, in a tru­ly popu­list fashion.

By the vir­tue of its poli­ti­cal suc­cess – attai­ned through hard work amidst incre­a­singly bene­fi­cial poli­ti­cal con­di­ti­ons – Tis­za is get­ting clo­se to a decisi­ve elec­to­ral vic­to­ry, and even a two-thirds con­sti­tu­tio­nal majo­ri­ty in par­lia­ment might not be out of its reach. On the one hand, this may pro­vi­de ide­al con­di­ti­ons for re-establishing demo­cra­tic insti­tu­ti­ons. On the other hand, being equip­ped with a two-thirds majo­ri­ty would imply that Tis­za is effec­tively not cons­trai­ned by any demo­cra­tic con­trols. Next to the pro­li­fe­ra­ti­on of popu­list atti­tu­des, genera­ting a “popu­list voter trap” descri­bed in the pre­vious sec­tion, this is the other trap Hun­ga­ry may fall into. The trap of auto­cra­tic insti­tu­ti­ons that can only be alte­red by a lar­ge enough man­da­te that, if exists, can make its pos­ses­sors exempt from obey­ing the rules they wan­ted to intro­du­ce in the first place.

16 years ago, upon taking over government with his first two-thirds con­sti­tu­tio­nal majo­ri­ty, Vik­tor Orbán con­so­li­da­ted his power through auto­cra­tiz­a­ti­on, effec­tively eli­mi­na­ting the set of depo­li­ti­ci­zed insti­tu­tio­nal cons­traints on which Hun­ga­ri­an libe­ral demo­cra­cy in 1990-2010 res­ted. We do not know how Péter Magyar will approach the same task if he is given a simi­lar chan­ce on 12 April 2026. Inde­pendent­ly of the size of his gover­ning majo­ri­ty, though, he can­not adopt the same auto­cra­tic prac­ti­ces Fidesz cho­se to fol­low in the past 16 years if he is to keep his most important elec­to­ral pro­mi­se: the re-democratization of Hungary.

Ja aber! Die Wahlversprechen!

Genau!

Wir wol­len die EU Gel­der wie­der lukrie­ren, in dem wir checks and ball­an­ces wie­der her­stel­len, und?

Was bedeu­tet das?

Nun, die eige­nen Leu­te in die Insti­tu­tio­nen setzten!

Wegen checks and balances!

Das wird Magyar sicher schwer fallen…

Magyar and his par­ty have not only been suc­cess­ful poli­ti­cal­ly, but also high­ly inte­res­ting from an ana­ly­ti­cal stand­point. Aut­hors have exami­ned the collec­ti­ve psy­cho­lo­gi­cal needs Magyar respon­ded to and ana­ly­sed him as a cha­ris­ma­tic actor equip­ped with sophisti­ca­ted social media skills. Qua­li­ta­ti­ve rese­arch clai­med that Tis­za enga­ged in “trans­for­ma­ti­ve repo­la­riz­a­ti­on” of the poli­ti­cal space ins­tead of “reci­pro­cal pola­riz­a­ti­on” and “dis­rup­ti­ve esca­la­ti­on” that the “old oppo­si­ti­on” had pur­sued sin­ce the ear­ly 2010s.

Most recent­ly, Andrea Szabó and her co-authors show­ed how Tis­za has recon­fi­gu­red the dis­tri­bu­ti­on of popu­list atti­tu­des across government and oppo­si­ti­on elec­to­ra­tes. They repor­ted the pro­li­fe­ra­ti­on of “leader-centred repre­sen­ta­ti­on,” imply­ing that “[b]y 2025, pre­fe­ren­ces for strong, per­so­na­li­sed lea­ders­hip are broad­ly shared across par­ti­san publics, inclu­ding among voters who dis­agree fun­da­ment­al­ly over which lea­der should govern.” Today’s Hun­ga­ry, they claim, is cha­rac­te­ri­zed by a “hybrid popu­list elec­to­ra­te” in which “popu­list demand is not con­fi­ned to regime sup­por­ters but extends across par­ti­san blocs once oppo­si­ti­on rea­lign­ment crea­tes a credi­ble anti-incumbent pole.” In other words – I add – the rise of Tis­za mobi­li­zes popu­list atti­tu­des on the oppo­si­ti­on side, no lon­ger lea­ving them the pre­ro­ga­ti­ve of tho­se in power for 16 years. On the one hand, this is very good news as it makes the oppo­si­ti­on elec­to­ral­ly more com­pe­ti­ti­ve than it has ever been sin­ce 2010. On the other hand, Szabó and her co-authors exp­lain, this con­sti­tu­tes a “popu­list voter trap” that pre­vents the pro­spec­ted regime chan­ge from ending the peri­od of populism-driven politics.

Gut, ganz so schlimm ist es nicht es gibt ja auch die ande­ren Wahlversprechen, …

das Gesund­heits­sys­tem aus­zu­bau­en -- wäh­rend Ugarn in eine Pha­se fis­ka­len Spa­rens ein­tritt, und …

sich zu LGBT The­men ambi­va­lent zu verhalten.

Und natür­lich den wich­ti­gen Tweet, mei­ne Regie­rung wird pro EU und pro NATO!

Das Dau­men­drü­cken kann beginnen.

Etwas noch - wenn wir an die kürz­li­che Ana­ly­se den­ken, dass das GDP in Ungarn über bei­na­he 15 Jah­re exakt gleich gewach­sen ist wie das Polens (in per­cent growth), bis auf eine 0.2% Del­le aus der Pan­de­mie raus, in der Russ­land weni­ger schnell sub­ven­tio­niert hat als die EU, … nun, das liest sich beim Ver­fas­sungs­blog so:

Throughout most of the 2010s, eco­no­mic growth was robust, employ­ment and real wages grew, and huge amounts of EU funds were flowing into Hun­ga­ry. As a con­se­quence, a broad ran­ge of acti­vist government poli­ci­es could be pur­sued along­side con­ser­va­ti­ve fis­cal poli­ci­es while kee­ping exter­nal eco­no­mic vul­nera­bi­li­ty low.

This chan­ged in the 2020s, when Covid, alie­na­ti­on from the EU main­stream, a fun­da­men­tal dete­rio­ra­ti­on in the glo­bal busi­ness envi­ron­ment, and a loo­se­ning fis­cal stance befo­re the 2022 elec­tions alte­red the situa­ti­on dra­ma­ti­cal­ly. Just like in 2006-10, pre-election fis­cal expan­si­on was fol­lo­wed by post-election sta­bi­liz­a­ti­on needs, occur­ring amidst decre­a­sing EU finan­cing as the EU Com­mis­si­on sus­pen­ded most Hun­ga­ri­an deve­lo­p­ment fun­ding as part of its rene­wed rule of law pro­ce­du­re. The eco­no­my fell into reces­si­on, infla­ti­on acce­le­ra­ted, and real wages drop­ped in 2023. This was fol­lo­wed by two more years of near eco­no­mic sta­gna­ti­on, during which finan­cing exten­si­ve government cli­en­te­les without EU money – its pri­ma­ry source in the pre­vious deca­de – beca­me incre­a­singly dif­fi­cult for the regime. As the resul­ting poli­ti­cal vacu­um could not be fil­led by the dis­credi­ted “old oppo­si­ti­on”, a new poli­ti­cal alter­na­ti­ve was needed.

Aber wie­so der Magyar die­ses poli­ti­sche Signal an die EU und die Nato gesen­det hat, … das hätt er laut dem Stan­dard auch las­sen können.

Gell?

Genau.….….

Man könnt auch sagen, jetzt wo Russ­land nicht mehr so flüs­sig ist, …

Die NZZ hats ordent­lich formuliert:

Ein natio­na­les Trau­ma, das sich heu­te an Grossungarn-Stickern auf Auto­hecks mani­fes­tiert. Lin­ke Poli­ti­ker leh­nen vie­le ab, die Erin­ne­rung an die kor­rup­ten Kom­mu­nis­ten sitzt zu tief.

Fidesz bedien­te die­se Sehn­süch­te geschickt. Sie ver­sprach Sta­bi­li­tät, natio­na­len Stolz und eine Abkehr von der libe­ra­len West­po­li­tik, die vie­le als Bedro­hung der unga­ri­schen Iden­ti­tät emp­fan­den. Auch die Wirt­schaft brumm­te: Aus­län­di­sche Kon­zer­ne wur­den mit Sub­ven­tio­nen und bil­li­ger rus­si­scher Ener­gie ins Land gelockt, die Mit­tel­schicht mit gross­zü­gi­ger Fami­li­en­för­de­rung gebun­den. Löh­ne und Wohl­stand stiegen.

Doch das Modell hat einen Haken: Es wird haupt­säch­lich mit EU-Subventionen finan­ziert. Seit der letz­ten Wahl hält die EU jedoch Mil­li­ar­den wegen Beden­ken über mög­li­che Kor­rup­ti­on zurück. 

src: click

Nicht ver­ges­sen Ungarn war bei wei­tem nicht das ärms­te Land der EU nach purcha­se power pari­ty (bil­li­ges Gas, Öl und bil­li­ger Wohn­raum, da Orb­ans Mehr­kind Poli­tik gekra­tert ist).

Pro­blem? Die Abhän­gig­keit vom Rus­si­schen Öl besteht wei­ter, die (Pipeline-)Infrastrukur beding­ts wei­ter, die Lang­zeit­ver­trä­ge sind in Place.

Aber die 28 Mil­li­ar­den, die wegen Bestra­fung des auto­kra­ti­schen Regimes bei der EU par­ken, … sind die Zukunft der jun­gen Ungarn, die Magyar mit Wachs­tums­ver­spre­chen mobi­li­sie­ren konn­te. Tolls­te Wahl­be­tei­li­gung evar!

Nichts des­to trotz, dass Magyar gleich einen Staats­be­such in Polen ange­kün­digt hat, hat alle ver­söhn­lich gestimmt - und ja - die­se Rei­se, wird interessant.

Ein Pro­blem haben wir noch, … Der Stan­dard Leser hat schon wie­der nicht ver­stan­den was eine zwei Drit­tel Mehr­heit ist.

Ach ja, der leben­di­ge Par­la­men­ta­ris­mus Ungarns unter zwei Drit­tel Mehrheit.

Bildschirmfoto 2026 04 13 um 07 20 51

Bei dem Fidez sich an die Insti­tu­tio­nen krallt, weil die nächs­ten Wah­len sicher kom­men, und Magyar in einer Peri­ode fis­ka­li­schen Spa­rens übernimmt, …

Der Standard feiert gerade das Wahlsystem Ungarns

12. April 2026

Und dass viel­leicht die drit­te Par­tei aus dem Par­la­ment fliegt!

Super, dar­auf ein Prösterchen.

Die Iro­nie…

Fällt ihnen bei die­ser Bericht­erstat­tung viel­leicht irgend­was auf?

Bildschirmfoto 2026 04 12 um 22 02 45
src: click

Nein?

Dann ver­rat ichs ihnen…

Bildschirmfoto 2026 04 12 um 21 41 07

Das hier sind die aktu­el­len Stimmverhältnisse:

Bildschirmfoto 2026 04 12 um 21 51 54
src: click

Bildschirmfoto 2026 04 12 um 21 56 49
src: click

Ganz klar zwei Drittel-Mehrheits ver­däch­tig in Ungarn. Der Stan­dard freut sich. 🙂

Da hat aber wer aufs Wahl­sys­tem opti­miert, du… 70% der Man­da­te, bei 54% der Stimmen.

Mei­ne Poli­tik­wis­sen­schaft Pro­fes­so­ren wären stolz auf den Standard.

Das ist eben noch die­se jour­na­lis­ti­sche Inte­gri­tät, die wir so brauchen.

Dass der die öster­rei­chi­sche Bevöl­ke­rung so gut informiert.

Der Stan­dard hat auch exakt so lan­ge dar­auf foku­siert, ob die drit­te Par­tei denn jetzt raus­fliegt, bis der Redak­teur gecheckt hat - dass es bei dem Wahl­sys­tem dies­mal eh kei­nen Unter­schied macht. 🙂

Ich gra­tu­lie­re.

Ungarn natür­lich.

Also, ich gra­tu­lie­re Ungarn natürlich.

edit: Moment, etwas wär dem Stan­dard kurz vor Mit­ter­nacht noch aufgefallen:

Redak­teur:
Bildschirmfoto 2026 04 12 um 22 40 04
src: click

Nach einer Stunde:
Bildschirmfoto 2026 04 12 um 23 18 43

Sowie­so!

Das Ver­hält­nis­wahl­recht soll­te die Ukrai­ne schnell umkrämpeln…

Nicht dass in 106 Wahl­be­zir­ken der Sitz durch ein­fa­ches Mehr­heits­wahl­recht ver­ge­ben wird.

(Zusätz­lich zu die­sen 106 Direkt­man­da­ten wer­den wei­te­re 93 Abge­ord­ne­te über Lan­des­lis­ten gewählt.)

Der hat sicher in Wien Poli­tik­wis­sen­schaf­ten stu­diert, der Redakteur.

Wobei, die ers­te Erwäh­nung des pro­zen­tua­len Aus­zäh­lungs­er­geb­nis nach 5 Stun­den Wahl­be­richt­erstat­tung, um 22 Uhr 30, … Man muss ja froh sein, dass es der Stan­dard am Ende des Tages doch noch geschafft hat.

Der Öster­rei­cher ist wie­der so kurz davor das Pro­blem zu verstehen, …

Bildschirmfoto 2026 04 12 um 22 47 09

Hät­ten wir doch nur einen Jour­na­lis­mus der ihm dabei hilft, …

edit: Fuck, einer (!) hats verstanden!

Bildschirmfoto 2026 04 12 um 22 48 45
src: click

Sofort per­ma­ban­nen, beim Stan­dard - das geht ja nicht, wo kom­men wir denn da hin! Die Wie­ner Poli­tik­wis­sen­schaft flippt auch schon aus.

edit: Eine Stun­de spä­ter: Zwei habens ver­stan­den - und wir haben schon acht likes! Es geht berg­auf in Österreich!

Bildschirmfoto 2026 04 12 um 23 17 41

Learning winning from winners

12. April 2026

Bildschirmfoto 2026 04 12 um 15 57 30
src: click

Und wenn die Ira­ner nicht ein­len­ken, ver­senkt die US jetzt Tan­ker in der Stras­se von Hormus!

Pro­tip für den Iran: Dir jetzt einen Hol­ly­wood Copy­right Lawy­er suchen.

Ers­te Reak­tio­nen von Al Jaze­e­ra sind verfügbar!

Bildschirmfoto 2026 04 12 um 16 20 56
src: click

Dazu der öster­rei­chi­sche Qua­li­täts­jour­na­lis­mus vor zwei Minuten:

Bildschirmfoto 2026 04 12 um 16 16 07
src: click