Verstörend ist das erste Wort das mir einfällt. Aber so gottverdammt pitchperfect… Ich hab die Follow Shots mit Shackycam nicht mögen, und die Kunis ist so sehr antagonistisch angelegt, dass sie irgendwie nicht in den Film passt, nur von der Sensibilität her, es ist ein wenig so als hätte man eine Lolcat im Exorzisten - aber auch ihr Spiel ist perfekt (daaaaaaamn), und es gibt keine Szene in der man ihr das negativ anlastet, es ist nur - eine Sensibilität. Und damn die Portman damn - die Unsicherheit, die Angst, die Scheuheit, die Selbstkasteiung, der Hedonismus im Blick, die Langeweile in der Clubbekanntschaft, die Rebellion, die Furie, .. Wandelbar? Jo, kann man sagen. 🙂 Und dann der Thriller der ohne Vorwarnung für 5, 10 Minuten zum Horror wird, und da dann wieder rauskommt. Die Geschichte selbst war mir egal - hier geht es um Emotion, um Charakter. Irgendwie ein perfekter Film, irgendwie auch nicht - du hast das Gefühl was großes gesehen zu haben, aber es fehlt dieser Kultfaktor.
Der Film liefert aber einfach ab was er verspricht.
8.5/10
Und dass Big Hollywood heutzutage sowas nicht mehr macht (Fox Searchlight, low Budget, was sonst) ist eine verdammte Schande.
Boring - try hard. Nicht schlecht an und für sich, aber weit davon entfernt gut zu sein. Ich hoffe die imdb Wertung erholt sich noch… Zur Permisse. Ich kann sehen wie der Film gepitcht worden ist. Layers. Und dann, am Ende, laufen alle Erzählstränge zusammen, und es gibt fünf gleichzeitige Countdowns, und der Zuseher kann sich vor Spannung kaum noch halten. Nun, leider nicht. Der Film kommt nie dazu zu wirken, die Geschichte will aufgebaut werden, und sie wird aufgebaut, während sie abläuft. Logikelemente werden ohne zuvor angelegt zu sein einfach mitten in die Story gepflanzt, und stehen Seite an Seite mit proaktiver Selbstkritik, um kleine Plotholes zu schließen. Man muss es dem Film zu gute halten, dass er das ganz gut macht, bis zum Ende hin gibt es in der sehr verwobenen Erzählstruktur keine großen Logikbrüche, aber es gibt auch nicht viel zu überlegen. Zwischen Einführung und Reveal eines Elements vergehen selten mehr als ein paar Szenen. Alle Anlagen sind da, aber die Ausführung wirkt nicht elegeant, sondern gezwungen. Ein James Bond Schneegestöber als fast finale Szenerie, ein DiCaprio der von der Premisse ausgehend, dass Inception was ganz schwieriges wäre und man dabei sehr subtil vorgehen müsste, in einem einzigen andauernden Gespräch dem Target offenbart, dass das hier alles nicht real ist, dass er hier ist um dem Target zu helfen, dass das Target ihm folgen soll, dass er die anderen aus Notwehr kalt macht, weil sie hier sind um ihn zu entführen, dass er seinem Kindheitsfreund jetzt nicht mehr vertrauen kann, und eigentlich herausfinden sollte, was diesen motiviert, und dass er dazu, jetzt und in einem Raum mit einem halben dutzend Unbekannten dazu am besten sediert werden sollte, achja - und die Ursprungsmotivation “zu fliehen”, die mal eben vergessen darf. Welcher Vollidiot… Die Figur von DiCaprio denkt hier “on the foot”, was auch in der Inszenierung so angelegt ist. Nur sind die Argumente (Denk daran was man dir beigebracht hat!) repetativ und die Überzeugungsarbeit unglaublich lasch. Die Szene in der Bar funktioniert nur dank dem Intercut zu Joseph Gordon-Levitt und little Juno, die in mitten in die filmkritische Szene schlecht hin eine kleine romantische Szene mit Herz einpflegen, die wirklich und ohne Unterton einfach nur lieb ist.
Marion Cotillard (female Lead) spielt über weite Strecken gut, verfällt aber zu früh und zu sehr in eine Rolle in der der Zuseher sich ihr gegenüber distanziert, sodass der letzte Reveal des Films und das Herz dahinter nicht mehr funktionieren, da die Dame zuvor bereits zu viele “crazy Eyes” Shots hatte. Ergo wirkt die letzte “Überwindung” für den Helden eher wie eine logische Folge, als irgendwas anderes. DiCaprio ist solide, wenn auch nicht unbedingt überzeugend. Viele der Nebendarsteller brillieren (Joseph Gordon-Levitt, Ellen Page (die Rolle (“artsy Studentin”) ist ihr imho so sehr auf den Leib geschrieben, dass ich da gerne einen ganzen Film gehabt hätte), Michael Caine (wie immer), Cillian Murphy (der Sucker braucht endlich mal ne richtige Rolle, superb. Ken Watanabe (wie immer).), aber letztlich - wozu?
Die Harrison Ford Rolle hat leider einen nicht weiter angelegten Motivationswandel mitten im Film, sodass ich sie nicht positiv herausstreichen kann - aber selbst Tom Hardy, einfach als junger Harrison - gut.
Von der ästhetischen Seite aus, gabs hier viel Flickenteppich und wenig “Welt”. Das Highlight und das woraufs hinausläuft ist die Ästhetik des “letzten Levels”. Die war einwandfrei. Auch die Mischung der Stilelemente, gut getroffen - ich hätte gerne mehr davon gesehen. Aber. Escher zu verwursten nur um einen Gotcha-Joke im Film unterzubringen? Mitten im zweiten Akt eine Opiumhöhle reinfriemeln? Dazu ein nicht weiter beleuchtetes Blutdruckmessgerät aus dem vorletzten Jahrhundert, mit ner Plastikhupe in der Mitte, auf das in einem hochmodernen Learjet eine Stewardess drückt? Ne kurze französische Revolution, dann ein Callback indem einfach alles explodiert. Der Lehrsaal und die Bar aus Indiana Jones, die Autoszene aus Das Kartell, das Liebesnest aus In the Mood for love? Im Kontext des Films: Overdesigned.
Das einzige womit sich der Film brüsten darf, ist der Plot - es wäre daher maximal ein guter Thriller, aber dazu fehlt es mir an Anspruch. In dem Film verliert sich keiner - die Erzählstruktur ist einfach zu solide, große Wendepunkte gibt es kaum, und wenn, dann gehen sie nicht auf.
Dort wo der Film in die Charakterentwicklung geht, gibts sehr gute Ansätze, die Motivationen und Backstorys fühlen sich genuine an, und ich hätte gerne mehr davon gesehen, aber dazu fehlt es dem Film an Zeit. Die Action muss das dann wieder wettmachen, was auch nicht immer funktioniert.
Pixar, aber trotzdem unerwartet. Bereits der Vorfilm ist den Preis der Kinokarte wert. 3D wertet für mich alleine keinen Film auf. Dazu habe ich bereits zu viele schlechte Umsetzungen gesehen. Wenn 3D dezent eingesetzt wird, dann raubt das einer Produktion beinahe die Legitimität, da jeder auf „den“ Effekt eine Handbreit vor seinem Gesicht wartet, und er nicht kommt. Toy Story 3 ist ein Beispiel in dieser Kategorie, der Vorfilm ist es nicht. Ich habe selten einen so cleveren Einsatz von 3D Effekten im Zusammenspiel mit Minimalismus, handlungstragenden Soundeffekten, und dem Wechselspiel zwischen Vordergrund und Hintergrund gesehen. Und Toy Story 3 bleibt in seiner Qualität in nichts hinter dem Vorfilm zurück. Am Ende des Films steht wie bei so vielen Pixar Filmen das Herz groß im Vordergrund, der Film nimmt mit und er bewegt. Was ihn besonders werden lässt sind die Charaktere, und an dieser Stelle nicht nur die bereits alternden, aber um nichts schlechter aussehenden Helden der vorhergehenden Teile, sondern auch die neuen Spielzeuge, die allesamt auf einem Klischee aufbauen, das so tief in ihrer Subkultur verflochten ist, dass man hier bereits von Archetypen sprechen kann. Und es ist die Detailverliebtheit in diesen Szenen die jeden Establishing Shot eines Charakters (Riesenbaby, Trommleraffe, trauriger Clown) zu etwas besonderem werden lassen, ohne dass er als künstlich aus der Filmkomposition heraustritt. Storytelling auf mehreren Ebenen. Für die Kleinen ist es ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang, für die etwas größeren eine Geschichte über das Erwachsenwerden. Aber es ist nicht nur dass was am Ende vom Film bei einem bleibt – es ist auch und vor allem die Qualität die der Film in sich trägt und der ihm an einer Stelle beinahe zum Verhängnis wird. Die Szenarien werden so perfekt aufgebaut, dass es fast ein wenig etwas von Identitätskriese bekommt, wenn etwas im Geschichtsverlauf doch nicht so ist, wie es zu Beginn den Anschein hat – alleine der Schein ist derart überzeugend…
Hab mich im Film gut unterhalten. Ich bin gemeinsam mit einem anderen Filmbuff in Reihe 4 gesessen, und wir haben während dem Film frei raus Plotpoints geraten. Mein Schnitt war diesmal wieder ganz gut (drei Plotpoints (inkl. des ersten Twists) voll getroffen, nach dem Tod des Mexikaners alle weiteren Todesfälle in der richtigen Reihenfolge vorhergesagt (auch wie sie angelegt sind)… )
Was soll man zum Film auch großartig sagen. Fanservice ist da, wenn auch ein wenig zu plump um cool zu sein. Plot ist solide, Effekte sind leicht trashig - ein achziger Jahre Film im Jahr 2010. Sowas geht nur mit einem kleineren Budget. Die Schauspieler sind alle recht gut gecastet (auch Hauptdarsteller und Love Interest (bessere Latina als in Avatar)). Adrian Brody ist über weite Strecken des Films wirklich gut. Wenn man sich nicht an den Onelinern stößt. Aber ich fand die eher charmant. Die Predatoren waren vielleicht etwas Cheap - und das Ende.. Ja. Das Finale war grausam schlecht. Mit dem Brody kann man eben nur soweit gehen. Das war kein Fanservice mehr, das war peinlich.
Aber so viele Action Kracher im 80er Jahre Stil bekommt man heute sowieso nicht mehr zu sehen, also wieso sich beschweren?
Das erst Drittel ist kurzweilig (toll auch zu sehen, welch unglaublich kreativer Stellenwert Bogenschützen bei der Erstürmung einer Burg zukommen kann.. 😉 ), abgesehen davon ist die Charakterbesetzung top, also wirklich top -notch, ich habe es den Charakteren mehr als einmal gewünscht, dass der Film besser wäre. Irgendwann lacht man dann einfach mit ihnen über die Groteske die sich da vor einem entfaltet. Denn erst nehmen kann man sie recht bald nicht mehr - spassig ists trotzdem. Zuerst macht der Film viele kleine Fehler, er etabliert die Rolle Robin Hoods als Rächer der Armen mit einem Comic Relief - dem soweit ich mich zurück erinnere ersten im Film, dann rusht er die Charakterentwicklung mit einer arg aufgesetzen Backstory und einem ziemlichen Anteil von “was für ein Zufall - du kanntest meinen Vater”, dann lässt er die exzellent spielende Cate Blanchett in einem Rollenbild verkommen dem sie als Schauspielerin schon dreimal entwachsen ist, sie trägts trotzdem mit Würde. Selbst als sie ein zweites Mal in exakt der selben wiederkehrenden Szene einen Verlust zu betrauern hat (Schon wieder?). Dann unterlegt man den Film mit einem bereits nervenden Herr der Ringe Score, der sich zum Teil nur eine Oktave vom Original wegbewegt und einen am Horizont mehr als einmal nach Elfen suchen lässt, veranstaltet Hobbitfeten und ein “Pfeiferauchen mit Gandalf”, bevors mit dem Frieden den Back runter geht. Es gibt teilweise arge Probleme dabei das Ausmaß der Kämpfe richtig zu setzen. Die Merry Men stolpern von einem gut inszenierten Scharmützel auf britischem TV-Show Niveau - aber durchaus mit Charme (wie gesagt die Charaktere funktionieren), über Tracing Shots und Helikopterkameraflüge in epische Schlachtenformationen die hinter Bergrücken hervorströmen, die definitiv ein Wow-Moment auslösen, aber unter anderem eben auch dadurch, dass man sie an dieser Stelle nicht vermutet hätte. Gegen Ende wirds dann noch peinlich (Für die Demokratie! Ja, der Film ist sich auch für eine plakativ politische Aussage nicht zu teuer… Vor allem funktionierts aber nicht, da der Cut die Entwicklung viel zu übereilt präsentiert) bevors ganz peinlich wird, und es ein tatsächliches Enactment der Anfangsszene von Saving Private Ryan im Robin Hood Stil zu bestaunen gibt. Ähnlichkeiten sind nicht zufällig.
Bei allem wirkt es durchaus amüsant, dass ein kleiner vornehmlich “Buddy”-Film plötzlich Szenen dieses epischen Ausmaßes angeheftet bekommt, aber hey - wer will sich da beschweren…
Als Bösewicht kommt nach Kick Ass zum zweiten mal innerhalb kürzerer zeit Mark Strong zum Einsatz, der in seiner Rolle erneut brilliert. Die Szenen in denen er mit Philippe von Frankreich, oder William Hunt interagiert, heben den Film auf ein anderes Level, dass er bis zum Ende hin leider nicht halten kann. Auch Oscar Isaac als Prinz John kann sich sein Lob abholen und soll neben Strong nicht unerwähnt bleiben. Perfekte Besetzung.
Am Ende bleibt ein Film aus dem im Laufe der Produktion augenscheinlich etwas anderes geworden ist, als zu Beginn konzipiert, begleitet von einem Regisseur der Augenscheinlich Spass daran gehabt hat das Geld des Studios auszugeben um in einzelnen Szenen “seine Version von” zu drehen - oder was ein kreativer Freigeist eben so macht, wenn man ihn zu sehr in die Schranken weist. Dem Film hats nicht gut getan.
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