By the Power of Georg Mascolo!

29. Januar 2026

Das war dann selbst der NZZ zu viel…

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Leu­te grämt euch nicht, der deutsch­spra­chi­ge Qua­li­täts­jour­na­lis­mus, der schafft sowas.

Und mit deutsch­spra­chi­ger Qua­li­täts­jour­nais­mus mein ich dem Mas­co­lo und “Wie ist der Mensch Putin?” Spit­zen­jour­na­lis­tin Kat­ja Kog­ler im Mas­co­lo -- ähm ich mei­ne Spiegel-Interview.

Ein Win­ter­mär­chen. Mit Ischin­ger als Puck.

Ein bis­her nicht bekann­ter Höhe­punkt ist das ab März 2009 auch von der Kanz­le­rin nicht abge­lehn­te, auf rus­si­schen Wunsch betrie­be­ne deutsch-russische wehr­tech­ni­sche Pro­jekt. Der Plan bestand dar­in, acht deut­sche Gefechts­übungs­zen­tren der Bun­des­wehr, «die moderns­ten Aus­bil­dungs­ein­rich­tun­gen in Euro­pa» und nach dem dama­li­gen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter de Mai­ziè­re «das Inners­te vom Inne­ren der Bun­des­wehr», in Russ­land aufzubauen.

Gelösch­te E-Mails
Erst nach der Krim-Annexion 2014 wur­den die schon weit fort­ge­schrit­te­nen Vor­be­rei­tun­gen für das Pro­jekt abge­bro­chen. In Glo­gers und Mas­co­los Dar­stel­lung wird noch ein­mal deut­lich, mit wel­chen Win­kel­zü­gen und lee­ren Ver­spre­chun­gen die Bun­des­re­gie­run­gen das Pro­jekt Nord Stream 2 durch­box­ten: gegen den Wil­len der EU-Kommission, fast aller EU-Staaten und der US-Regierungen unter Trump I und Biden. Bis zur Ukraine-Invasion im Febru­ar 2022 hielt Scholz an dem Pro­jekt fest, bevor Habeck als zustän­di­ger Minis­ter die erfor­der­li­che Zer­ti­fi­zie­rung end­lich nicht erteilte.

Manch­mal wird der Anspruch der Autoren, «Ent­schei­dun­gen nach­zu­voll­zie­hen und ihre Beweg­grün­de zu ver­ste­hen», zu einem Hin­der­nis. Zu oft wer­den Aus­sa­gen von Befrag­ten ohne jede wei­te­re kri­ti­sche Nach­fra­ge oder ein­ord­nen­de Anmer­kung wie­der­ge­ge­ben. Die übli­chen Aus­re­den – ande­re Län­der hät­ten eine ähn­li­che Poli­tik ver­folgt, Putin habe sich wäh­rend sei­ner lan­gen Amts­zeit völ­lig ver­än­dert, und im Nach­hin­ein sei man immer klü­ger – wer­den kom­men­tar­los ste­hen gelassen.

Auf die Fra­ge, ob die Bun­des­re­gie­rung nicht viel frü­her Wider­stand gegen Putins Aggres­si­ons­po­li­tik hät­te signa­li­sie­ren sol­len, ant­wor­tet Stein­mei­ers Ex-Staatssekretär: Ja sicher, «aber wer in Ber­lin, Brüs­sel und Washing­ton war damals schon dazu bereit?». Die­se Aus­sa­ge ist falsch.

Ahnungs­los in Kiew
Dafür stell­te der Ex-Kanzler Scholz Glo­gers und Mas­co­los Buch in Ber­lin dann auch per­sön­lich vor. Es gilt hier der «Deal» zwi­schen Poli­tik und Medi­en: Zurück­hal­tung in der Kri­tik sichert kost­ba­re Gesprächs­ka­nä­le zu wich­ti­gen Ent­schei­dungs­trä­gern auch für die Zukunft. Eine bis­wei­len kri­tik­lo­se Wie­der­ga­be von Gesprä­chen und Doku­men­ten zieht sich durch das gesam­te Buch.

Und sie mün­det in einen ziem­lich unzu­tref­fen­den Gesamt­te­nor: Die Regie­rungs­ap­pa­ra­te und Minis­te­ri­en hät­ten Putins Poli­tik rich­tig gese­hen und zutref­fend ana­ly­siert. Aber es sei die Poli­tik gewe­sen, die die­se Sach­kom­pe­tenz igno­riert und des­we­gen ver­sagt habe. Es wird gerühmt, dass der Bun­des­nach­rich­ten­dienst schon in den 1990er Jah­ren ein genau­es Pro­fil von Putin gehabt habe. Gleich­zei­tig wur­den die Berich­te ame­ri­ka­ni­scher Geheim­diens­te über die Ansamm­lung von Zehn­tau­sen­den von rus­si­schen Sol­da­ten sei­tens des BND nicht sehr ernst genommen.

Die «Kom­pe­tenz» des BND gip­fel­te dar­in, dass sein Chef im Febru­ar 2022 völ­lig ahnungs­los nach Kiew fuhr und in der kom­men­den Nacht, nach der Inva­si­on, nur müh­sam wie­der aus Kiew her­aus­ge­bracht wer­den konn­te. Auch das Aus­wär­ti­ge Amt igno­rier­te man­che Ent­wick­lun­gen von Putins Poli­tik und Herr­schaft. Wer Russ­land nicht durch die Schröder-Steinmeier-Brille sah, mach­te dort kaum Karriere.

Jaja, … Ein Sommernachtstraum.

Der Kampf um die Deu­tungs­ho­heit über das Ver­sa­gen der deut­schen Russ­land­po­li­tik ist in vol­lem Gang. 

Mit Vor­ab­zu­gang zu ver­trau­li­chen Akten für Mas­co­lo, … Ich mein, wenn der die­ses Jahr kein Buch ver­öf­fent­li­chen kann, Armenhaus.

Das war bestimmt das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um. In Zusam­men­ar­beit mit dem Minis­te­ri­um für Soziales.









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