Gut, das kann der Standard natürlich auch nicht berichten…

14. April 2026

Der ist ja an der Party-Industrie betei­ligt… (Click me Bit­ches!, sel­bes Par­ty­mi­glied auch bei Phoe­nix)

Bildschirmfoto 2026 04 14 um 12 52 27
src: click

Hier der FT Arti­kel im Ori­gi­nal: click

Money­quo­tes:

Noch bevor Péter Magyar sei­nen Amts­eid able­gen kann, hat Brüs­sel die Rech­nung auf den Tisch gelegt. 27 Bedin­gun­gen, um rund 35 Mil­li­ar­den Euro an ein­ge­fro­re­nen EU-Geldern freizugeben.

- Anti­kor­rup­ti­ons­maß­nah­men.
- Die Rück­nah­me von Orbán-Entscheidungen, die nach Ansicht der EU-Kommission gegen euro­päi­sches Recht verstoßen.
- Die Auf­he­bung der Blo­cka­de eines 90-Milliarden-Euro-Kredits für die Ukraine.
- Die Zustim­mung zur nächs­ten Run­de der Russland-Sanktionen.
- Reform des Jus­tiz­sys­tems, der Sicher­heits­diens­te, der Füh­rung öffent­li­cher Insti­tu­tio­nen und staats­na­her Unternehmen.
- Dazu die Bei­le­gung eines Streits über Ungarns Asyl­ge­setz­ge­bung, der das Land bereits fast 900 Mil­lio­nen Euro an Straf­zah­lun­gen gekos­tet hat – eine Mil­li­on pro Tag, die Brüs­sel direkt vom unga­ri­schen Anteil am EU-Haushalt abzieht.

Er hat ein voll­wer­ti­ges Man­dat, Din­ge zu ver­än­dern – und wir arbei­ten vom ers­ten Tag an mit ihm zusam­men“, sag­te ein hoher EU-Beamter der Finan­cial Times. „Die Devi­se lau­tet: Wenn sie lie­fern, lie­fern wir.“ Ursu­la von der Ley­en ver­glich die Dimen­si­on des Wahl­sonn­tags mit dem Ungarn­auf­stand von 1956 und dem Fall des Eiser­nen Vor­hangs 1989 – und schob sofort nach: „Es gibt viel zu tun, wenn Ungarn auf den euro­päi­schen Weg zurückkehrt.“

Span­nend ist auch eine Zahl, die in den Jubel­be­rich­ten über Buda­pests gro­ße Nacht kaum vor­kommt: null. Null Sit­ze für die Sozi­al­de­mo­kra­ten. Null für die Grü­nen. Null für die Libe­ra­len. Die lin­ken Par­tei­en Ungarns kamen zusam­men auf weni­ger als fünf Prozent.

In der ers­ten Ana­ly­se die­ses Macht­wech­sels haben wir gezeigt, wie Péter Magyar in der Sache – bei Waf­fen­lie­fe­run­gen, Migra­ti­on, EU-Beitritt der Ukrai­ne – die Linie sei­nes Vor­gän­gers fort­schreibt. Seit­dem hat der neue Regie­rungs­chef auf sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz die Fort­füh­rung bestä­tigt. In jedem ein­zel­nen Punkt.

Beim 90 Mil­li­ar­den Kre­dit für die Ukrai­ne, macht er kol­por­tiert natür­lich EINE GROSSE AUSNAHME - hat er schon einer Jour­na­lis­tin gesi­gnalt - hört man. Also nach­dem er im EU Par­la­ment gegen ihn gestimmt hat - weil da war ja noch Wahlkampf.

Wil­liam Nat­trass bringt es auf den Punkt: Magyar pla­ne „kei­ne signi­fi­kan­ten Ände­run­gen an Ungarns Hal­tung zu den Schlüs­sel­the­men, für die Orbán im Aus­land kri­ti­siert wur­de“. Und John O’Sul­li­van, Lei­ter des Buda­pes­ter Danu­be Insti­tu­te, lie­fert den Slo­gan, der über die­ser gesam­ten Ana­ly­se ste­hen könn­te: Das inof­fi­zi­el­le Mot­to der Tisza-Partei lau­te: „Orba­nis­mus ohne Orbán“.

Gut, sagen sie jetzt, aber wie­so Erpres­sung, alle mein Poli­tik­wis­sen­schafts­pro­fes­so­ren in Wien waren doch voll für den - und wenns die nicht wis­sen, wer dann?

Nun - Magyar ist enorm unter Druck vor allem die jün­ge­re Wäh­ler­schaft zufrie­den­zu­stel­len, denn wenn der jetzt nicht sein Regie­rungs­wun­der in der Rezes­si­on wirkt, sind die wie­der von der Poli­tik ent­täuscht und ver­ab­schie­den sich direkt von der Par­ty­mei­le wie­der in einen Nichtwählerhaushalt.

Magyar braucht also sei­ne 28-35 Mil­li­ar­den von der EU intravenös.

Und das dürf­te auch die EU wis­sen - bei einem For­de­rungs­ka­ta­log von eh nur 27 Bedingungen.

Auf der ande­ren Sei­te, das ist das Har­nisch, dass sich Magyar nicht so ver­hält wie ALLES aus sei­ner Wahl­kampf­füh­rung einem nahe­legt, dass es sich jetzt ver­hal­ten könnte.

Aber die UvdL hat ja so sön getweetet…

There’s a lot of leverage on our side,” said the EU offi­cial. “The pres­su­re is on him and I think he wants to deli­ver quickly.”

Die Uhr tickt“, warn­te Pau­la Pin­ho, die Chef­spre­che­rin von EU-Kommissionspräsidentin Ursu­la von der Ley­en, am Diens­tag in Brüs­sel. „Der Ball liegt auf dem unga­ri­schen Spiel­feld“, beton­te sie. Magyar müs­se bewei­sen, dass er es mit dem ange­kün­dig­ten Sys­tem­wech­sel in Ungarn ernst meint und von Brüs­sel gefor­der­te Refor­men umsetzt.

src: click

Der ita­lie­ni­sche Rechts­pro­fes­sor Alber­to Ale­man­no for­mu­liert den schärfs­ten Ein­wand: „Magyar ist kein Außen­sei­ter. Er ist ein Fidesz-Insider, geformt von der­sel­ben poli­ti­schen Kul­tur, den­sel­ben Netz­wer­ken und dem­sel­ben Sys­tem, das Orbán her­vor­ge­bracht hat.“ Sein Kern­satz ver­dient es, lang­sam gele­sen zu wer­den: „Er ist nicht gegen den Orba­nis­mus ange­tre­ten. Er ist gegen Orbán ange­tre­ten. Das ist ein ent­schei­den­der Unter­schied, den die meis­ten Beob­ach­ter in ihrer Erleich­te­rung übersehen.“

Prös­ter­chen.

Dazu der Ultsch:

Kla­re Kampf­an­sa­ge an Orbáns Eli­ten: Péter Magyar will nach sei­nem Wahl­tri­umph auf­räu­men in Ungarn

Ungarns künf­ti­ger Pre­mier, Peter Magyar, defi­niert den Umgang mit der EU neu, bleibt aber prag­ma­ti­sche gegen­über Russ­land und skep­tisch gegen­über der Ukrai­ne. Zugleich for­dert er eine Abrech­nung mit kor­rup­ten Machenschaften.

src: click

Na nein, du Idi­ot, wenn die in den Insti­tu­tio­nen sit­zen in die die TISZA rein will. Fuck me - der öster­rei­chi­sche Qualitätsjournalismus.

Btw: Das zwei­te Magyar Inter­view­vi­deo ist so gut wie unwat­cha­ble - ich bin bei 01:07 in und hab eine Stun­de kom­plett sinn­lo­se Polit­rhe­to­rik hin­ter mir, ohne das eine ein­zi­ge Aus­sa­ge gefal­len wäre außer, wir brin­gen unse­re Leu­te im Appa­rat unter.

Magyar hat zu dem Zeit­punkt offi­zi­ell ja nur 20-50 Leu­te und ca 5000 bis 1000 Frei­wil­li­ge. War da aber eh bereits voll im Wahl­kampf, hat noch kei­ne Ministerpräsident- oder Minis­ter­kan­di­da­ten auf­ge­stellt - und der Mode­ra­ter fragt ihn etwa seit 40 Minu­ten, was er denn über­haupt mache - und bekommt jedes mal die Ant­wort “wir sind weni­ger kor­rupt als Fidez” zurück.

Tal­king to a sack of rice in Per­fek­ti­on! Das Ein­zi­ge was pas­siert ist das der Mode­ra­tor immer ange­zipf­ter wird, und der Magyar immer tes­to­ste­ron male-iger…

Gut und ein­mal hat der Magyar den Mode­ra­tor dabei erwischt nen kom­plet­ten Blöd­sinn gefragt zu haben, da war er aber Bud­dy, Buddy.

Ich könnt wirk­lich genau­so­gut Far­be an der Wand beim Trock­nen zusehen.

Ich finds toll, dass ich das mach.

edit: Moment, nach einer Stun­de 20 hat der Mode­ra­tor die ers­te Fra­ge, die nicht mit “wir sind weni­ger kor­rupt als Fidez” beant­wor­tet wer­den kann:

Die Poli­zei hat in einem Fall ver­sagt, was machen sie gegen Häus­li­che Gewalt?

Dar­auf Magyar. Wir wer­den die Poli­zei ver­bes­sern, wir sind weni­ger kor­rupt als Fidez.

Und Péter wird eine Frau­en­rechts­kon­fe­renz aus­ru­fen und bei der auch per­sön­lich dabei sein. (Also rhe­to­risch war die Ant­wort super.)

edit: 1:25 - “Man” müss­te den Min­dest­lohn erhö­hen! Er will aber auch nicht wirt­schafts­find­lich sein!

edit: Nein!!!! Sowas.









Hinterlasse eine Antwort