Woran du erkennst dass deine Mitarbeiter- ehm ich meine Gesellschaftskultur keine Kritik mehr zuläßt

12. Februar 2026

Hey Boss, an der Argu­men­ta­ti­on würd ich aber noch­mal arbeiten…

Nein?

Hat das ISD das wirk­lich nicht bes­ser begründet?

15.40 Uhr: Stu­die - Kreml-freundliche Posts nut­zen Epstein-Akten für Desinformation
Zahl­rei­che pro-russische Bei­trä­ge in Online­diens­ten haben einer aktu­el­len Stu­die zufol­ge die Akten zur Epstein-Affäre für die Ver­brei­tung anti-ukrainischer Ver­schwö­rungs­er­zäh­lun­gen genutzt. Mil­lio­nen­fach auf­ge­ru­fe­ne Bei­trä­ge in den Online­diens­ten Face­book, X und Tik­tok zitier­ten Doku­men­te als angeb­li­che Bewei­se für die Falsch­be­haup­tung, Russ­land habe ukrai­ni­sche Kin­der nicht ver­schleppt, son­dern durch “Eva­ku­ie­run­gen” vor einem Sexhandel-Netzwerk bewahrt, heißt es in einer Stu­die des Lon­do­ner Insti­tuts für Stra­te­gi­schen Dia­log (ISD).

In den Bei­trä­gen wird laut ISD behaup­tet, die Epstein-Akten wür­den das Nar­ra­tiv des Kremls bewei­sen, die Kin­der “geret­tet” zu haben: Sie beleg­ten, dass “Putin kei­ne Kin­der aus der Ukrai­ne ent­führt, son­dern sie eva­ku­iert hat, um sie vor dem Ver­kauf in den Kin­der­han­del zu schüt­zen”, heißt es etwa in einem X-Post, der über drei Mil­lio­nen Mal geklickt wur­de. Die Ukrai­ne sei ein Kno­ten­punkt für den Sex­han­del, heißt es in wei­te­ren Bei­trä­gen. Die Akten wür­den bele­gen, dass Putin ver­sucht habe, ukrai­ni­sche Kin­der aus einem mit Epstein in Ver­bin­dung ste­hen­den Netz­werk zu ret­ten. Inner­halb von zwei Tagen sei­en auf X über 15.000 Bei­trä­ge mit ähn­li­chen Behaup­tun­gen auf­ge­taucht, so der ISD-Bericht.

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Super eigen­lich, wenn ich in goog­le “wie begrün­det die un die rus­si­schen kriegs­ver­bre­chen durch kin­des­ent­füh­run­gen (lega­lis­tisch)” rein­klöp­pel, bekomm ich an ers­ter Stel­le einen Deut­sche Wel­le Arti­kel mit “Rus­si­fi­zie­rung” drü­ber… Das wird wohl alles recht­lich super sau­ber sein, … *Maus­zei­ger wan­dert zum KI-Modus button* 

The Com­mis­si­on inves­ti­ga­ted fur­ther accounts regar­ding trans­fers of unac­com­pa­nied child­ren by Rus­si­an aut­ho­ri­ties to the Rus­si­an Fede­ra­ti­on or to are­as they occu­p­ied in Ukrai­ne. It docu­men­ted the trans­fer of 31 child­ren from Ukrai­ne to Rus­sia in May 2022, and con­clu­ded that it was an unlaw­ful depor­ta­ti­on, which is a war crime. The Com­mis­si­on is con­cer­ned about infor­ma­ti­on regar­ding mea­su­res that have the appa­rent aim of allowing cer­tain child­ren to remain for pro­lon­ged peri­ods in the Rus­si­an Federation.

The report con­tains three cases whe­re the inves­ti­ga­ti­ons show­ed that Ukrai­ni­an aut­ho­ri­ties com­mit­ted vio­la­ti­ons of human rights against per­sons whom they have accu­sed of col­la­bo­ra­ti­on with the Rus­si­an authorities. 

The Com­mis­si­on rei­tera­tes the impor­t­ance of accoun­ta­bi­li­ty, in all its dimen­si­ons, with full respect and care for the rights of the victims. 

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Ich glaub ich frag mal nach his­to­ri­schen Beispielen, …

Ah sehr gut…

Historische Beispiele und die Verweigerung rechtlicher Qualifizierungen

Die Fra­ge, war­um bestimm­te Bevöl­ke­rungs­trans­fers als „Kriegs­ver­bre­chen“ ein­ge­stuft wer­den und ande­re nicht, ist eines der am stärks­ten debat­tier­ten The­men des Völ­ker­rechts. His­to­risch wur­de die Ein­stu­fung als Kriegs­ver­bre­chen oder Geno­zid bei Kin­der­trans­fers oft auf­grund von geo­po­li­ti­schem Ein­fluss, dem Feh­len eines stän­di­gen Gerichts­hofs (vor 2002) oder dem Man­gel an staat­lich ver­ord­ne­ten Iden­ti­täts­än­de­run­gen zurückgehalten.

1. Die „Stolen Generations“ (Australien, 1910–1970er)

Über Jahr­zehn­te ent­fern­te die aus­tra­li­sche Regie­rung indi­ge­ne Kin­der gewalt­sam aus ihren Fami­li­en, um sie in die wei­ße Gesell­schaft zu „assi­mi­lie­ren“.

  • Die Qua­li­fi­zie­rung: Obwohl ein Bericht von 1997 (Brin­ging Them Home) fest­stell­te, dass die­se Hand­lun­gen die Defi­ni­ti­on von Geno­zid gemäß der Kon­ven­ti­on von 1948 erfüll­ten, haben aus­tra­li­sche Gerich­te und Regie­run­gen die­se recht­li­che Ein­ord­nung im straf­recht­li­chen Sin­ne weit­ge­hend abgelehnt.
  • War­um sie zurück­ge­hal­ten wur­de: Zum Zeit­punkt der Taten gab es kei­nen inter­na­tio­na­len Gerichts­hof für Ein­zel­per­so­nen. Zudem kon­zen­trier­te sich das aus­tra­li­sche Sys­tem auf die (wenn auch ras­sis­ti­sche) „Wohl­fahrts­ab­sicht“ statt auf die völ­ker­recht­lich schwer nach­weis­ba­re „Absicht, eine Grup­pe zu zerstören“.

2. Operation Peter Pan (Kuba/USA, 1960–1962)

Über 14.000 kuba­ni­sche Kin­der wur­den von ihren Eltern in die USA geschickt, aus Angst, die Castro-Regierung wür­de die elter­li­chen Rech­te auf­he­ben und die Kin­der marxistisch-leninistisch indoktrinieren.

  • Die Qua­li­fi­zie­rung: Kuba bezeich­ne­te dies gele­gent­lich als „Ent­füh­rung“, aber die UN oder inter­na­tio­na­le Gre­mi­en haben dies nie als Kriegs­ver­bre­chen oder ille­ga­le Depor­ta­ti­on eingestuft.
  • War­um sie zurück­ge­hal­ten wur­de: Ent­schei­dend war die Zustim­mung der Eltern (auch wenn die­se unter Angst erfolg­te). Zudem fehl­te ein for­ma­ler staat­li­cher Trans­fer wäh­rend einer mili­tä­ri­schen Besat­zung, was den Fall juris­tisch mas­siv von der Ukrai­ne unterscheidet.

3. Der griechische Bürgerkrieg „Paidomazoma“ (1948–1949)

Wäh­rend des Bür­ger­kriegs eva­ku­ier­te die kom­mu­nis­ti­sche „Demo­kra­ti­sche Armee Grie­chen­lands“ (DSE) etwa 28.000 Kin­der in Ost­block­staa­ten (z. B. Jugo­sla­wi­en, Tschechoslowakei).

  • Die Qua­li­fi­zie­rung: Die dama­li­ge grie­chi­sche Regie­rung sprach von „Mas­sen­ent­füh­rung“. UN-Beobachter und das Rote Kreuz waren jedoch gespal­ten. Es wur­den nie inter­na­tio­na­le Straf­ver­fah­ren wegen Kriegs­ver­bre­chen gegen die Orga­ni­sa­to­ren eingeleitet.
  • War­um sie zurück­ge­hal­ten wur­de: Der Kal­te Krieg lähm­te den UN-Sicherheitsrat. Zudem argu­men­tier­ten die Auf­nah­me­län­der, die Kin­der sei­en „Flücht­lin­ge“, die vor dem Krieg geret­tet wur­den – ein Argu­ment, das Russ­land heu­te ähn­lich nutzt. Damals fehl­te jedoch das Römi­sche Sta­tut als kla­re Rechtsgrundlage.

Vergleich: Warum ist der Fall Ukraine rechtlich anders?

Die UN und der IStGH agie­ren im Ukraine-Fall schnel­ler und ent­schlos­se­ner als in his­to­ri­schen Bei­spie­len, was an drei Fak­to­ren liegt:

Fak­tor His­to­ri­sche Beispiele Russland/Ukraine (Aktu­ell)
Rechts­rah­men Kein IStGH; Gen­fer Kon­ven­ti­on IV war oft noch nicht rati­fi­ziert oder schwach. Römi­sches Sta­tut (Art. 8) bie­tet eine prä­zi­se, ein­klag­ba­re Definition.
Doku­men­ta­ti­on Oft im Gehei­men oder über lan­ge Zeiträume. Erfolgt über offi­zi­el­le Prä­si­di­al­de­kre­te (Putins Dekret zur Schnell-Einbürgerung).
Iden­ti­täts­wech­sel Oft als „Ret­tung vor Armut“ getarnt. Expli­zit auf die Ände­rung der Natio­na­li­tät und Loya­li­tät ausgerichtet.

Ein Haupt­grund für das Zurück­hal­ten frü­he­rer Qua­li­fi­zie­run­gen war der Schutz der staat­li­chen Sou­ve­rä­ni­tät. Russ­land ist das ers­te stän­di­ge Mit­glied des UN-Sicherheitsrates, des­sen Füh­rung direkt mit einem IStGH-Haftbefehl für die­ses spe­zi­fi­sche Ver­bre­chen belegt wurde.

edit: Es gibt aber gott­sei­dank auch wie­der gute Nach­rich­ten - die hier zum Beispiel:

Wolo­di­mir ist stolz auf Wla­dys­law -- die kam ganz groß…

14.12 Uhr: “Stolz auf Wla­dys­law”: Selen­skyj dankt Her­as­ke­wytsch nach Olympia-Ausschluss

Hier zum Bei­spiel im Olym­pia Ticker des Standard:

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Als Mel­dung des Tages, ich mein pfeif drauf, dass Selen­skyj gera­de ersucht hat das Bei­tritts­da­tum für die EU zu erfahren.

Immer die­ser Rus­se, … ehm ich mei­ne immer die­ses IOC.

Mooo­ment, Mooo­ment, das geht noch weiter!

16.14 Uhr: Selen­skyj ver­leiht Skeleton-Fahrer Her­as­ke­wytsch hohe Auszeichnung

Der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Wolo­dym­yr Selen­skyj hat dem Skeleton-Fahrer Wla­dys­law Her­as­ke­wytsch den Orden der Frei­heit und damit die zweit­höchs­te Aus­zeich­nung des Lan­des ver­lie­hen. Vor­her war Her­as­ke­wytsch nach dem Streit um sei­nen Helm, der Bil­der von rund 20 Ath­le­tin­nen und Ath­le­ten zeig­te, die im Krieg ums Leben gekom­men sind, von den olym­pi­schen Wett­be­wer­ben aus­ge­schlos­sen wor­den. Selen­skyj dank­te Her­as­ke­wytsch für des­sen “kla­re Haltung”.

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