Also halten wir mal fest -

07. Juni 2024

die Nato Vor­feld Orga­ni­sa­ti­on NAFO (Nord Atlan­tic Fel­low Orga­ni­sa­ti­on), finan­ziert eine “Bür­ger­be­we­gung” besorg­ter Bür­ger - die Nato Nar­ra­ti­ve in die Öffent­lich­keit tra­gen, ande­re Mei­nun­gen eben­so enthu­si­as­tisch aus der Öffent­lich­keit ent­fer­nen - aber gut in dem ver­an­kert sind, was aktu­ell der Mei­nungs­kor­ri­dor wäh­rend des Krie­ges ist - weil ihnen ja auch unse­re guten Freun­de von der Ber­tels­mann­stif­tung hel­fend zur Sei­te stehen:

Lie­be Grü­ße vom Zukunf­st­s­fo­rum “Wert der Frei­heit” Dresden

So weit so what the fuck…

Enter die “wis­sen­schaft­li­che Legitimationsebe”:

Dr. Hei­ke Win­kel argu­men­tiert in ihrem Ein­lei­tungs­teil “wie rus­si­sche Pro­pa­gan­da funk­tio­niert” wie­der so gut im Theo­re­ti­schen, dass sie wie­der ganz ohne Bei­spie­le aus­kommt (auch nicht neu, auch schon über ein hal­bes Dut­zend mal in den letz­ten zwei Jah­ren erlebt) - denn wenn man Bei­spie­le nen­nen wür­de, dann könn­te der Zuse­her dar­un­ter nicht wie­der alles ver­ste­hen… Und außer­dem wär das Arbeit - ich glau­be wir argu­men­tie­ren das The­ma lie­ber wie­der theo­re­tisch weg… Funk­tio­niert auch super - Zuschau­er­fra­gen bekommt sie im Anschluss näm­lich kei­ne mehr - ich mein, gab ja auch kei­ne Anknüp­fungs­punk­te zu irgend­et­was in der Lebens­rea­li­tät der anwe­sen­den “Freun­de der gepfleg­ten Poli­ti­schen Bil­dung” -- die aber Scheu haben, ihr Wir­ken mit “dem Durch­füh­ren von Infor­ma­ti­ons­kam­pa­gnen” zu umschreiben --

Ich mein gut, in Schu­len gehen die schon. 

Und sie stel­len auch ganz bil­lig, weil sub­ven­tio­niert, “Infor­ma­ti­ons­ma­te­ria­li­en bereit” (ich hätt ja lie­ber die Stu­di­en gelesen…),

und sie tar­ge­ten gezielt gesell­schaft­li­che Multiplikatoren,

aber mit Infor­ma­ti­ons­kam­pa­gnen wol­len die lie­ber nicht asso­zi­iert wer­den, auch wenn Leu­te im Publi­kum es stark for­dern sich wei­ter in die Rich­tung zu enga­gie­ren, und sich dann nach der For­de­rung wie­der alle einig sind, dass das schon sehr wich­tig ist. (Sel­bes Video.)

Ansons­ten erschöpft sich die von den Freun­den der Nato finan­zier­te Ver­an­stal­tung dar­in, dass man lus­tig über eine Henne/Ei Fra­ge lacht, wäh­rend man gleich­zei­tig behaup­tet, die eige­ne His­to­ri­sche Per­spek­ti­ve gehe ja bis 2008 zurück, da gabs noch kei­ne Hen­ne Ei Pro­ble­ma­tik… (Sicher? Ich mein, hat was für sich. Die rus­si­sche Geschichts­pro­pa­gan­da wur­de in etwa 2012 in deren Geschichts­bü­cher über­frach­tet… Würd das Argu­ment also ger­ne voll aus­ge­führt lesen, klingt erst mal nicht falsch.)

Henne/Ei Pro­blem, denn “Kei­ner konn­te mir noch erklä­ren war­um Russ­land Kin­der ent­führt, wenn es doch “nur Angst vor der Nato” hatte”.

Gut - kann ich ja dann machen. Ein mög­li­ches Erklä­rungs­mus­ter ist die Pazi­fi­zie­rung der rura­len Bevöl­ke­rung aus der her­aus Russ­land in Mas­se rekru­tiert - denn aus irgend­ei­nem Grund fin­den die - pro­pa­gan­da­his­to­risch beleg­bar, einen Aus­gleich mit jun­gen abhän­gi­gen Bemut­te­rungs­sub­jek­ten und spä­ter unfrei­en bil­li­gen Arbeits­kräf­ten ganz geil - wenn sie schon im Gegen­zug dafür ihre zwei von drei Söh­ne abge­ben muss­ten. Die fin­den das im Nor­mal­fall rich­tig toll, dass sie dann eine tie­fe­re sozia­le Schicht bekom­men, dens noch deut­lich schleu­ßi­ger geht als ihren Kin­dern. Dann gehen die auch nicht mehr in die nächs­te Stadt pro­tes­tie­ren -- hat ja jeder was davon, und die Pro­vinz stirbt nicht aus…

Ein ande­res mög­li­ches Erklä­rungs­mus­ter ist die Umvol­kung der beset­zen Regio­nen. Auch das hat initi­al kein geno­zi­dia­les Motiv (mehr Rus­sen in den Don­bas umvol­ken - fra­gen sie mal Isra­el). Mehr so ein “mehr­heits­stif­ten­des”. Aber ja, die Über­gän­ge sind flie­ßend. Ist es jetzt für Russ­land das trei­ben­de Motiv “den Ukrai­nern ihre Iden­ti­tät aus­zu­trei­ben”, (end­lich wie­der umvol­ken!) ja - muss aber nicht “initi­al sein”. 

Dh. wenns dar­um geht Sevas­to­pol zu hal­ten -- wür­de man das die Pro­pa­gan­da die die Vor­tra­gen­den 2008 in Russ­land doku­men­tiert haben (Ukrai­ne ist kein eigen­stän­di­ges Land, wir sind ein Volk, …) als “Soft­power” deu­ten. Nur halt mit völ­ki­schen Moti­ven und nicht mit “wie sehr fühlst du dich als Euro­pä­er” -- was zuge­ge­be­ner­ma­ßen mir eben­falls stark auf­stößt -- und die­se Form der Soft­power wär dann wie­der - wer­te­west­lich gese­hen - voll ok (sie­he Selen­skyj muss sich noch was wegen der Zitat “gehirn­ge­wa­che­nen Leu­te auf der Krim und ihren gehirn­ge­wa­sche­nen Kin­dern über­le­gen”)

dass “völ­ki­sche Iden­ti­tät” den libe­ra­len Lin­ken in Deutsch­land sehr auf­ge­sto­ßen sei, brin­gen sie als Beleg “war­um die Revo­lu­ti­on der Frei­heit, Frie­de, Wür­de” - ah ja Wür­de wars… in Deutsch­land im lin­ken Spek­trum so schlecht ankam.

Ich mein, bei den gan­zen unschul­di­gen Mor­gen­rö­te Frak­tio­nen danach im Par­la­ment -- also in dem Punkt, d’accord.

Der Rest der Ver­an­stal­tung ergeht sich wie­der im fröh­li­chen Denun­zie­ren der aus­sen­po­li­ti­schen Schu­le des Rea­lis­mus, und Mearsheimers --

denn wir wis­sen ja, dass es den Deut­schen von den Fel­lows und Freun­den der Nato - und Ber­tels­mann, so schnell wie mög­lich abtrai­niert wer­den soll­te in Macht­sphä­ren­lo­gik zu denken.

Das sei­en so blö­de “post­ko­lo­nia­le” Refle­xe, die Deutsch­land da noch habe.

Gut, und in Frank­reich reist der Prä­si­dent noch mal kurz nach Neu­ka­le­do­ni­en weil er dort wie­der eine Revol­te aus­ge­löst hat, weil er sei­ne Zun­ge nicht im Griff gehabt hat -- aber die­ses Pro­blem exis­tiert mehr so in Deutsch­land, denn wir wis­sen ja - die NATO hängt in ihrer Außen­po­li­tik mehr so der außen­po­li­ti­schen Schu­le des “Idea­lism” an, der die Welt mehr so ver­steht, dass die US allen Staa­ten nur die Demo­kra­tie brin­gen woll­ten (Mög­lich­keits­form, future), und die­ser Krieg nur zustan­de gekom­men ist, weil ein Böser unse­rem Freund der Ukrai­ne ver­wei­gern woll­te “sein eige­nes Bünd­nis zu wählen”.

Weil “gre­at power poli­tics” ist ja sowas von out und gest­rig, das muss man den Deut­schen auch in der Form näher bringen…

denn in dem Zeit­al­ter, wo die west­li­chen Demo­kra­tien zah­len­mä­ßig in decli­ne sind -- ist es der NAFO natür­lich wich­tig, dass der gute Deut­sche, der - der sich bei Lanz zu infor­mie­ren weiß weiß, dass wir die west­li­che Wer­te­ord­nung brau­chen, damit die NATO - der außen­po­li­ti­schen Theo­rie des “Idea­lism” fol­gend, wie­der der rest­li­chen Welt die Demo­kra­tie brin­gen kann.

Wobei nicht ganz…

[Ursu­la Werther-Pietsch ist Pri­vat­do­zen­tin für Inter­na­tio­na­les Recht und Inter­na­tio­na­le Bezie­hun­gen an der Karl-Franzens-Universität Graz sowie Lehr­be­auf­trag­te an der Bundeswehr-Universität Mün­chen. Sie ist Mit­her­aus­ge­be­rin des “Defence Hori­zon Jour­nal Spe­cial Edi­ti­on” und Mit­glied der Wis­sen­schafts­kom­mis­si­on beim öster­rei­chi­schen Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Lan­des­ver­tei­di­gung. Ihr Buch “Envi­sio­ning Peace. Neue Schu­le des Mul­ti­la­te­ra­lis­mus” wird im Herbst bei Facul­tas erschei­nen. Sie ist Unter­zeich­ne­rin des “Offe­nen Briefs für eine neue Sicher­heits­po­li­tik”. Der vor­lie­gen­de Text stellt ihre per­sön­li­che Mei­nung dar. - © privat]

Um den Kom­ple­xi­tä­ten von heu­te zu begeg­nen, brau­chen wir ein fle­xi­bles, kom­mu­ni­zie­ren­des Sys­tem inter­na­tio­na­ler Rege­lun­gen, das vari­ie­ren­de Alli­an­zen zulässt und Inter­es­sen­kämp­fe ein­dämmt. Auf­bau­end auf einer schar­fen Ana­ly­se der gege­be­nen Situa­ti­on ent­wer­fen im neu­en Buch zehn Autorin­nen und Autoren ein Gegen­stück zur “Welt von heu­te”. Die Grün­dung einer neu­en Schu­le des Mul­ti­la­te­ra­lis­mus, die rea­lis­ti­sche und idea­lis­ti­sche Außen- und Sicher­heits­po­li­tik ver­eint, wird zur Dis­kus­si­on gestellt.

Geo­po­li­tik nicht als Leit­mo­tiv sehen
Ursu­la Werther-Pietsch ist Pri­vat­do­zen­tin für Inter­na­tio­na­les Recht und Inter­na­tio­na­le Bezie­hun­gen an der Karl-Franzens-Universität Graz sowie Lehr­be­auf­trag­te an der Bundeswehr-Universität Mün­chen. Sie ist Mit­her­aus­ge­be­rin des “Defence Hori­zon Jour­nal Spe­cial Edi­ti­on” und Mit­glied der Wis­sen­schafts­kom­mis­si­on beim öster­rei­chi­schen Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Lan­des­ver­tei­di­gung. Ihr Buch “Envi­sio­ning Peace. Neue Schu­le des Mul­ti­la­te­ra­lis­mus” wird im Herbst bei Facul­tas erschei­nen. Sie ist Unter­zeich­ne­rin des “Offe­nen Briefs für eine neue Sicher­heits­po­li­tik”. Der vor­lie­gen­de Text stellt ihre per­sön­li­che Mei­nung Inter­na­tio­na­le Bezie­hun­gen sol­len nichts ande­res als den täg­li­chen Bedürf­nis­sen im poli­ti­schen Leben die­nen; ihr innen­po­li­ti­scher Bezug ist daher evi­dent. Aller­dings nicht aus der übli­chen Per­spek­ti­ve, näm­lich dem “Lip­pen­ab­le­sen”, um “poli­tisch zu punk­ten” unter dem Deck­män­tel­chen des Bür­gers als Sou­ve­rän. Nein, umge­kehrt soll Geo­po­li­tik, also das Spiel von Macht­in­ter­es­sen auf glo­ba­ler Ebe­ne, als inte­gra­ler Teil von mensch­li­cher Sicher­heit gese­hen wer­den, als eine gewich­ti­ge Dimen­si­on, nicht aber als Leit­mo­tiv oder gar über­ge­ord­ne­tes Axiom.

Es bedarf drin­gend einer neu­en Theo­rie­bil­dung für glo­ba­len Frie­den in einem Zeit­ho­ri­zont von zwei bis drei Jah­ren. Die müh­sam erar­bei­te­ten Struk­tu­ren völ­ker­recht­li­chen Gesche­hens, die nach dem Zwei­ten Welt­krieg ent­wor­fen wur­den und gro­ße Dyna­mik auf­ge­zeigt haben, sind nicht völ­lig obso­let. Die Zei­ten­wen­de bringt neue Hür­den, die uns jedoch nicht dazu ver­an­las­sen soll­ten, alle inter­na­tio­na­len Grund­sät­ze und Prin­zi­pi­en wie Ver­trags­treue, Anti­dis­kri­mi­nie­rung oder Effek­ti­vi­tät auf­zu­ge­ben, bis hin zur Neu­tra­li­tät jen­seits ihres his­to­ri­schen Befunds oder der öster­rei­chi­schen Mehrheitsmeinung.

Ob die­se eine Fik­ti­on ist oder mit neu­em Leben erfüllt wer­den kann, ist noch lan­ge nicht aus­dis­ku­tiert. Eben­so wie die Gret­chen­fra­ge “Wie hältst du’s mit der Nato?” nicht in einem Schwarz-Weiß-Zeichnen zwi­schen Ver­wei­ge­rung und Bei­tritt lie­gen kann. In die­ses Dun­kel Licht zu brin­gen, wird - so hof­fe ich als Mit­un­ter­zeich­ne­rin - Auf­ga­be einer enga­gier­ten Grup­pe von Per­sön­lich­kei­ten sein, die in einem offe­nen Brief an den Bun­des­prä­si­den­ten eine offe­ne Dis­kus­si­on der sicher­heits­po­li­ti­schen Optio­nen Öster­reichs gefor­dert haben. Die­ser blieb im Übri­gen noch unbeantwortet.

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*hust**hust*

Sie­he auch: 

https://harlekin.me/?p=6691

Schon a bis­serl dumm, wenn man die Ent­wick­lung die­ser “neu­en außen­po­li­ti­schen Schu­le die wir im Deutsch­spra­chi­gen Raum wegen dem Ukrai­ne Krieg ganz drin­gend brau­chen”, bereits seit August 2022 haut­nah mit­er­le­ben durfte…

Und sonst so?

Naja, - schwört den impe­ria­len Nar­ra­ti­ven ab! Neu­ka­le­do­ni­en den Fran­zo­sen! Face­book con­tent mode­ra­ti­on auf die Phil­ip­pi­nen! (Da müs­sen wir den Leu­ten auch kei­nen Psy­cho­lo­gen für danach bezah­len - und west­li­che Wer­te haben die seit ihrer Chris­tia­ni­sie­rung vor 500 Jah­ren durch die Spa­ni­er ja auch - also wun­der­bar… (Chris­tia­ni­sie­rung der Phil­ip­pi­nen vor 500 Jah­ren Ein Ordens­mann war 100 Sol­da­ten wert)) und noch ein Punkt zu dem ich etwas schrei­ben woll­te - der mir aber aktu­ell wie­der ent­fal­len ist, viel­leicht kommts mir ja etwas spä­ter wieder…

Gut, dass es die­se “wis­sen­schaft­li­chen Legi­ti­ma­ti­ons­eben” auf den Ver­an­stal­tun­gen der NAFO gibt, nicht?

edit: Hab den Punkt wie­der, den ich noch anspre­chen woll­te - “die Ukrai­ner wis­sen, dass unter der Beset­zung noch mal mehr Ukrai­ner umkom­men wer­den, als im Krieg - wie his­to­risch beleg­bar…”. Für den Fall müss­ten die Blau­helm Frie­dens­trup­pen im fro­zen con­flict aber ganz arg weg­schaun… (Wahr­schein­lich auch his­to­risch belegbar…)

Naja, komm - das ist his­to­risch beleg­bar, dass Fro­zen con­flict mehr Leben kos­tet als der Krieg, sagt die NATO Vor­feld Orga­ni­sa­ti­on NAFO, das wird schon sei­ne Rich­tig­keit haben…

Bernays hat zwar erst im November Geburtstag -

06. Juni 2024

Aber ich glau­be ein bes­se­res Geburts­tags­ge­schenk, als ihm zu unter­brei­ten wie wich­tig er heu­te für die Medi­en­öf­fent­lich­keit ist, hät­te man ihm nicht machen können --

In unse­rer klei­nen “Pro­pa­gan­da hat wie­der nie­mand gese­hen” Sam­mel­rei­he hal­ten wir heu­te näm­lich bei -

Der ZDF heu­te Exper­te weiss nicht was von Russ­land mit der Aus­sa­ge “asy­m­e­tri­sche Kriegs­füh­rung durch die Ver­la­ge­rung von Atom­spreng­köp­fen in ande­re Län­der” gemeint ist, und erfin­det sich lie­ber eine alter­na­ti­ve Aus­le­gung on the spot - weil wozu noch Sachen wis­sen, wenn man eh nur die Öffent­lich­keit im ZDF im Haupt­abend “infor­miert”.

Btw - die Aus­sa­ge Putins dies­be­züg­lich lässt sich leicht mit “und von die­sen Län­dern wür­de noch viel weni­ger eines Nato Staa­ten mit Atom­ra­ke­ten angrei­fen” - kon­tern, also dar­an das mans ja der Öffent­lich­keit nicht zumu­ten konn­te lags nicht - der Exper­te war dies­mal nur völ­lig blank.

Aber der Mode­ra­tor weiß ja auch nichts - also so müs­sens bei­de nicht über­spie­len - und blei­ben ein­fach Macht ihrer Berufs­be­zeich­nung “Exper­te” (kei­ne Exper­ti­se) und “Jour­na­list” (kei­ne Recherche).

Aber war­um noch was wis­sen, wenn man als Exper­te die Öffent­lich­keit informiert.

-- und die Nato PK in Finn­land ist der­art gefüllt mit logi­cal fall­a­ci­es, wrong arguing und und fal­len gelas­se­nen Propaganda-Termini - dass einem der Mund offen bleibt.

Also non sequi­turs, ala - eigent­lich hat Putin bereits ver­lo­ren da der Wes­ten geeint ist, des­halb soll­ten wir wei­ter geeint blei­ben - wir sehen ja, er hat schon verloren.

Messaging ala “die­ser Krieg ist ein Krieg für Frei­heit und Demokratie”.

We had a mea­ning­ful dia­log with rus­sia, but thats not pos­si­ble any­mo­re, I will not spe­cu­la­te for how long, but as long as they inva­de, the­re is no place for a mea­ning­ful dia­log anymore, …”

Quick­ly! Someo­ne find us a place! Becau­se “the­re is no place” for dia­log, thats mea­ning­ful, until the inva­si­on stops. Ah - hig­her edu­ca­ti­on at work.

First of all, when the war has ended, it will take rus­sia 5-10 years to hike up its mili­ta­ry capa­ci­ty to whe­re it was when it began the war, the second best case sce­n­a­rio is, that rus­si­an for­eign poli­cy will not chan­ge, it will still be based on a zero sum calculation…”

Euro­pe and Rus­sia will be drawn toward each other again in the long run, when this will hap­pen I dont know, pro­bab­ly in a genera­ti­ons time anything else would be too soon”.

Becau­se rus­si­an for­eign poli­cy will be zero sum, anything ear­lier than in a genera­ti­on from our part will be too soon - and we cant find a place - I mean…

Und das Publi­kum frißt jede Form von fal­se Arguing mit einer Freu­de, dass einem das Stau­nen kommt… Da denn die Pro­po­nen­ten eben ja die guten emo­tio­nal auf­ge­la­de­nen Moti­ve in jedem zwei­ten Satz einstreuen.

Also das Publi­kum auf Nato Pres­se­kon­fe­ren­zen ist so schlau, das lie­fert sich mit dem Pauls­kir­chen Publi­kum (wenn gera­de wie­der Kriegs­pro­pa­gan­dis­ten den Frie­dens­preis des Deut­schen Buch­han­dels ver­lie­hen bekom­men) einen hei­ßen Wett­kampf ums ers­te funk­ti­ons­fä­hi­ge kol­lek­ti­ve Gehirn, dass sie sich tei­len könnten…

Wir sind wohl in der “is eh schon alles egal, das Publi­kum kann eh nur noch in Pro­pa­gan­da Nar­ra­ti­ven den­ken” Pha­se des Krie­ges ange­kom­men, denn - no one out the­re gives a fuck anymore… 🙂

Nur die Bes­ten der Bes­ten als Mana­ger für unse­re wich­tigs­ten Insti­tu­tio­nen, sag ich!

Und ja, das schmerzt bereits kör­per­lich. Jeder der Scho­pen­hau­er gele­sen und ver­stan­den hat, bricht da nach 5 Minu­ten weg - nur die brei­te Öffent­lich­keit geht nach sol­chen Ver­an­stal­tun­gen emo­tio­nal moti­viert ins Morgen.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut Gro­tesk und abar­tigst Allerletzte.

Via Küppersbusch -

04. Juni 2024

der via Taz, in der Kurzkommentarschine:

Bei 0:40 Sekun­den in:

Der Wes­ten wir sieht sich die gan­ze Zeit im Not­hil­fe­mo­dus, unser Kum­pel Ukrai­ne klin­gelt Sturm - sein skru­pel­lo­ser Nach­bar hat ih über­fal­len, ob er wohl mal unse­re Wum­me lei­hen könn­te - na ja klar Ehrn­sa­che. Das ist Not­hil­fe nach­dem das über zwei Jah­re so geht und die Not des Über­fal­le­nen eher ver­zwei­fel­ter wird, droht er uns er könn­te uns auch rich­tig Ärger machen. Mit zwei Angrif­fen auf rus­si­sche Atom­waf­fen Früh­wa­hen­sys­te­me hat die Ukrai­ne Ende Mai gezeigt dass sie den Krieg auch kata­stro­phal aus­wei­ten könn­te. Das ist nicht nett aber man kann es wahr­schein­lich ver­ste­hen. Also gestat­ten Biden und in sei­nem Wind­schat­ten Scholz jetzt dass der geschun­de­ne Kum­pel sich im Klei­nen ein biss­chen mehr weh­ren darf, um im gro­ßen Ruhe zu bewah­ren. Nach über zwei Jah­ren könn­ten wir auch mal sagen okay, das ist uns alles nicht mehr geheu­er, wir müs­sen mal ernst­haft mit dei­nem bescheu­er­ten Nach­barn Tache­les reden, Selen­ski sagt in der New York Times er sehe kein Pro­blem mit einem Ein­stieg der NATO in den Krieg. Die Nato hat kei­ne Idee ent­wi­ckelt für einen Aus­stieg, so rob­ben wir näher an die Gren­ze zum Kontrollverlust.”

Dazu in Öster­reich Die Pres­se am 01. Juni 2024:

Der west­li­che Tabu­bruch wird zum Dauerzustand

US-Präsident Joe Biden trägt bei sei­nem Tref­fen mit dem ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten Wolo­dym­yr Selens­kij eine Ansteck­na­del mit der ukrai­ni­schen und US-amerikanischen Flag­ge. Reu­ters / Eliza­beth Frantz

Die Ukrai­ne darf jetzt auch mit west­li­chen Waf­fen auf Zie­le in Russ­land feu­ern: In die­sem Krieg haben sich die »roten Lini­en« schon öfter ver­scho­ben als die Fron­ten. Man soll­te des­halb mit den Selbst­be­schrän­kun­gen in aller Öffent­lich­keit aufhören.

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Ah, das gute unbe­stimm­te “man”.

Dazu der Stan­dard am 30. Mai:

Kom­men­tar / Flo­ri­an Nie­dern­dor­fer: Gut, dass die roten Lini­en des Wes­tens im Ukrai­ne­krieg verblassen

Paris, Ber­lin und Washing­ton den­ken laut dar­über nach, der Ukrai­ne Angrif­fe selbst auf rus­si­sches Gebiet mit west­li­chen Waf­fen zu erlau­ben. Klar ist: Putins Atom­dro­hun­gen lau­fen immer öfter ins Leere

Soll­te es in Euro­pa nach zwei Jah­ren Ukrai­ne­krieg tat­säch­lich noch Zeit­ge­nos­sen geben, die Wla­di­mir Putin für einen Meis­ter­stra­te­gen hal­ten, der mit sei­nen Atom­dro­hun­gen die USA in Schach hält und Euro­pa erzit­tern lässt, müs­sen die­se jetzt ganz stark sein: Russ­lands Macht­ha­ber, so zeigt sich in der Dis­kus­si­on über den Ein­satz west­li­cher Waf­fen durch die ukrai­ni­sche Armee gegen mili­tä­ri­sche Zie­le in Russ­land, dürf­te sich ver­spe­ku­liert haben.

Seit Kriegs­be­ginn spult Putin das­sel­be Pro­gramm ab: Der Wes­ten sei es, der den Kon­flikt eska­lie­re und Russ­land so dazu zwin­ge, “ernst­haf­te Kon­se­quen­zen” zu zie­hen, not­falls auch mit Atom­waf­fen. Lan­ge hat­te die­se Droh­ku­lis­se etwa bei Deutsch­lands Kanz­ler Olaf Scholz so stark ver­fan­gen, dass für die Ukrai­ne lebens­wich­ti­ge Waf­fen, etwa die Taurus-Marschflugkörper, bis heu­te nicht gelie­fert wurden.

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Ist aber egal, denn nach dem AMS Betreu­er der mein zukünf­ti­ges Leben bestimmt, bin ich nicht mehr befä­higt den Job eines Jour­na­lis­ten aus­zu­üben, da ich bei dem The­ma emo­tio­nal argumentiere.

Fragt sich, wie emo­tio­nal argu­men­tie­ren die Kol­le­gen um soet­was aus der brei­te­ren Öffent­lich­keit her­aus zu hal­ten, nach dem wir uns doch schon so sehr an das “die Roten Lini­en müs­sen über­schrit­ten wer­den!” in den Debat­ten der deutsch­spra­chi­gen Pres­se gewöhnt hat­ten, sol­len die­se ja plötz­lich seit dem 1. Juni weg­fal­len, die euro­päi­schen Regie­run­gen bräuch­ten da recht kurz­fris­tig mehr stra­te­gi­sche Ambiguität…

Kann ich eigent­lich noch rich­tig recher­chie­ren? Mich packen lang­sam Selbstzweifel.

Küp­pers­busch bringt das Kom­men­tar über die TAZ Schie­ne und nicht nur sei­nen You­tube Kanal, dh. die TAZ dürf­te sich bezüg­lich des Gehalts des Kom­men­tars auch recht sicher sein.

Hier der Washing­ton Post Arti­kel dazu: click (Archiv)

Hier die NYT:

On Mon­day, Ukrai­ne struck a radar sta­ti­on near the bor­der with Kazakh­stan that was more than 1,100 miles away, a Ukrai­ni­an intel­li­gence offi­cial said. Ukrai­ni­an experts said the faci­li­ty was used to detect mis­si­le thre­ats from Asia.

[…]

Ukrai­ne has used its own dro­nes and mis­si­les to car­ry out the­se strikes, but they come as offi­cials in Kyiv have made urgent appeals to the United Sta­tes for per­mis­si­on to fire power­ful American-made wea­pons into Rus­sia. The Biden admi­nis­tra­ti­on had for weeks resis­ted tho­se appeals for fear of get­ting drawn into a wider war, but it has now agreed to let Ukrai­ne use its wea­pons to fire into Rus­sia, though only against mili­ta­ry sites being used to attack the Khar­kiv area.

The strikes on the radar sys­tems also have Ame­ri­can offi­cials worried about esca­la­ti­on, accord­ing to a seni­or Biden admi­nis­tra­ti­on offi­cial. The admi­nis­tra­ti­on con­vey­ed its con­cern this week to Ukrai­ne over Kyiv’s recent dro­ne and mis­si­le strikes against at least three nuclear ear­ly warning radar sta­ti­ons insi­de Rus­sia in the past cou­p­le of weeks, the offi­cial said.

By striking deeper into Rus­sia, ana­lysts said, Ukrai­ne is hoping to for­ce Rus­sia to stretch its air defen­se sys­tems deep into the coun­try so that Moscow can’t bunch its defen­si­ve wea­pons near the bor­der. In this sen­se, mili­ta­ry experts say, the strikes ser­ve a mili­ta­ry pur­po­se even if the radar sys­tems aren’t being used in the war.

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edit: Es gibt aber natür­lich auch wie­der gute Nachrichten:

Vor 14 Stunden:

Kiew will grö­ße­re Frei­heit bei Ein­satz west­li­cher Waffen

Die Ukrai­ne will bei ihren Ver­bün­de­ten auf eine grö­ße­re Frei­heit beim Ein­satz west­li­cher Waf­fen gegen Zie­le in Russ­land drän­gen. Die von den USA in die­sem Zusam­men­hang erteil­te Erlaub­nis sei “kei­ne hun­dert­pro­zen­ti­ge Frei­ga­be” für Angrif­fe auf rus­si­sches Ter­ri­to­ri­um, sag­te Außen­mi­nis­ter Dmy­t­ro Kule­ba. “Sie kommt mit eini­gen Regeln, die wir befol­gen müs­sen.” Die Regie­rung in Kiew wol­le bei ihren Alli­ier­ten dar­auf drän­gen, dass “der Umfang ihrer Anwen­dung” aus­ge­baut wird.

Zuvor hat­te Mos­kau wie berich­tet sei­ner Dro­hung Nach­druck ver­lie­hen, dass ein Ein­satz von US-Waffen für Angrif­fe auf sein Ter­ri­to­ri­um schwer­wie­gen­de Kon­se­quen­zen haben könnte.

src: click (Der Standard)

Dar­über soll­ten der Stan­dard, und Die Pres­se aber lie­ber nicht mehr berich­ten, “man” brau­che ja in der Öffent­lich­keit jetzt viel mehr stra­te­gi­sche Ambi­gui­tät. Schrei­ben der Stan­dard und Die Pres­se Anfang des Monats übereinstimmend.

Kurze Durchsage in eigener Sache

03. Juni 2024

Mein AMS Bera­ter will dass ich jetzt einen Beruf­eig­nungs­test mache - um mich dann irgend­wo­hin abschie­ben zu kön­nen -- denn für Jour­na­lis­mus hät­te ich mit mit mei­ner Emo­tio­na­li­tät bei die­sem The­ma disqualifiziert.

Da kann er lei­der nicht mehr bei Ajour anru­fen, wie bereits ver­spro­chen… Bei denen die Zubu­chung eh so schwer ist.

Ich über­le­ge gera­de die rich­ti­ge Abfol­ge von

- Zusi­che­rung, dass ich dort nie mehr hingehe
- Zusi­che­rung, das sich in mei­nem Leben nie mehr mit einem AMS Mit­ar­bei­ter spre­che, und ein­fach immer stumm bleibe
- Zusi­che­rung dass es mir bewusst ist von der MA40 kein Geld mehr zu bekom­men, und das sobald das ein­tritt ich in den Hun­ger­streik gehe um die Woh­nung län­ger hal­ten zu können.

Was ande­res hab ich nicht mehr. Ver­trau­en am Allerwenigsten.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk und abar­tigst Aller­letz­te, nur das AMS ist noch zwei Stu­fen darunter.

Ich glaube was Selenskyj fühlt ist…

03. Juni 2024

Ich glau­be was Selen­skyj fühlt, ist dass jemand einen von Fran­ce 24 zitier­ten “Trick” aktiv anspricht und als vali­de Opti­on öffent­lich negiert.

Hin­ter­grund:

Fran­ce 24’s Gul­li­ver Cragg [Bri­tish Jour­na­list, Cor­re­spon­dent for Fran­ce 24 in Kyiv, Ukrai­ne, also covering Poland, Bela­rus & Hun­ga­ry.] am 29. Mai 2024:

Gul­li­ver Cragg: [It’s abso­lute­ly not clear that Joe Biden will attend that sum­mit I think the latest signals from the United Sta­tes were more um along the lines of repre­sen­ta­ti­on at a lower level than the pre­si­dent -- a lot of heads of sta­te though in Euro­pe in par­ti­cu­lar, heads of government, have said that they will attend.] Let’s be clear, it’s not real­ly a peace Sum­mit the ukrai­ni­ans are cal­ling it a peace sum­mit - and they’­ve got an argu­ment for cal­ling it that becau­se, basi­cal­ly they think the­re will never be real peace unless we get the Rus­si­ans to with­draw from our ter­ri­to­ry and they want to get as many coun­tries as pos­si­ble on board with more or less that line. I think that the­re will be nego­tia­ti­ons at this sum­mit and the final com­mu­ni­que might be some­thing rather dif­fe­rent, but it’s about uh Ukrai­ne showing how many coun­tries in the world sup­port its sum­mit and that’s why it’s cru­cial­ly important - real­ly for its most important ally the United Sta­tes to be repre­sen­ted at a high level but unfor­tu­n­a­te­ly I’m not sure that it loo­ks like happening.

Und etwas spä­ter, sel­be Quelle:

Gul­li­ver Cragg: With Ukrai­ne uh I mean it does­n’t look like in in a way on the sur­face of things it does­n’t look like a gre­at idea for Ukrai­ne to hold this sum­mit and call it a peace sum­mit and then you know - be disap­poin­ted by not having as as many peop­le atten­ded as they kind of - build it as, but …

Mode­ra­tor: That said, Gul­li­ver, if I may Gul­li­ver, Vlo­di­mir Zel­sen­skyy is going to have a chan­ce to make his pitch in per­son next week, he’s been invi­ted to com­me­mo­ra­ti­ons of D-Day that Joe Biden will be attending - 

Gul­li­ver Cragg: Yes and by the way the­re are a lot of rumors in Ukrai­ne at the moment that um some­thing will be announ­ced about um French Ukrai­ni­an uh coope­ra­ti­on mee­ting in Nor­man­dy [Fran­zö­sisch Ukrai­ni­sches Sicher­heits­ab­kom­men inco­m­ing!], but just going back to the sum­mit in Switz­er­land - some peop­le are still arguing that it’s actual­ly a pret­ty cle­ver um you know trick [!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!] on the behalf of the Ukrai­ni­an diplo­ma­cy [!] to basi­cal­ly have a peace plan that’s cur­r­ent­ly being labe­led the Zelin­skyy for­mu­la which he actual­ly out­lined in late 2022 - you know, which is basi­cal­ly “peace can only be achie­ved if the Rus­si­ans pull all their for­ces out of Ukrai­ne” for that sort of plan that Ukraine’s allies have signed up to being no lon­ger the Zelin­skyy for­mu­la - but a for­mu­la that has as many coun­tries as pos­si­ble have signed up to and it’s a way of sort of sho­ring up their alli­an­ces and making their case which is - you know des­pi­te ever­ything uh that uh that Geor­ge [?] has been say­ing you know, is is that it’s hard to ima­gi­ne any kind of peace - if Ukrai­ne does­n’t win this war, des­pi­te the fact that it loo­ks so hard for that to be achie­ved at the cur­rent sta­te of things.

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Das stört den “Trick” die Selen­skyj For­mel aus dem Jahr 2022 nun als “Das was die hal­be Welt will!” dar­zu­stel­len, indem du stän­dig dar­auf ver­wei­sen kannst, “wie vie­le Regie­rungs­ver­tre­ter zu dei­nem Sum­mit gekom­men sei­en” näm­lich erheblich.

Eine Frie­dens­for­mel, die vor­sieht dass Russ­land zum vor­letz­ten Ter­min von 14 Mee­tings vor voll­ende­te Tat­sa­chen gestellt wer­den soll - um dann, geschla­gen und als Pariah, von inter­na­tio­na­len Gre­mi­en bestraft und Straf­zah­lun­gen leis­tend aus der Ukrai­ne abzuziehen.

Sie­he:

Eine Frie­dens­for­mel Selen­sky­js - die nach einem hal­ben Jahr erst mal durch einen PR Ver­ant­wort­li­chen umde­signt wer­den muss­te - weil sie davor zu radi­kal war:

Selen­skyj stellt ukrai­ni­sche Fünf-Punkte-Formel für Frie­den vor

Ver­öf­fent­licht am 21.09.2022

[…]

Selen­skyj stell­te eine „ukrai­ni­sche Frie­dens­for­mel“ vor, die fünf Punk­te beinhal­te: 1. Bestra­fung für Aggres­si­on, 2. Schutz von Leben, 3. Wie­der­her­stel­lung von Sicher­heit und ter­ri­to­ria­ler Inte­gri­tät, 4. Sicher­heits­ga­ran­tien und 5. Ent­schlos­sen­heit zur Selbst­ver­tei­di­gung. Dies sei­en die ukrai­ni­schen Kon­di­tio­nen für Ver­hand­lun­gen mit Russ­land. „Ich schlie­ße aus, dass es ohne die­se fünf Punk­te eine Eini­gung mit Russ­land geben kann“, unter­strich Selen­skyj. „Wir sind bereit für einen fai­ren und ehr­li­chen Frie­den. Des­we­gen ist die Welt auf unse­rer Seite“.

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Die­se For­mel wur­de dann auf 10 Punk­te erwei­tert die dann auch “Nukle­ar­si­cher­heit”, “Export­si­cher­heit (Getrei­de)” und “Rück­ga­be ent­führ­ter Kin­der” beinhal­te­ten - über die in den nächs­ten Wochen exklu­siv in Bür­gen­stock dis­ku­tiert wer­den soll

Die Schweiz orga­ni­siert die Kon­fe­renz auf Wunsch der Ukrai­ne. Das Ziel ist es, einen mög­li­chen Frie­dens­pro­zess anzu­stos­sen. Die ein­ge­la­de­nen Staa­ten sol­len über Schrit­te in die­se Rich­tung dis­ku­tie­ren. Kiew schweb­te zunächst vor, die ukrai­ni­sche Frie­dens­for­mel mög­lichst breit abzu­stüt­zen. Der 10-Punkte-Katalog von Prä­si­dent Wolo­di­mir Selen­ski sieht unter ande­rem den Abzug der rus­si­schen Trup­pen und die Rück­ga­be erober­ter Ter­ri­to­ri­en sowie die Errich­tung eines Son­der­tri­bu­nals vor. Das ist gegen­wär­tig eine Illu­si­on..

Inzwi­schen ist denn auch klar, dass auf dem Bür­gen­stock vor­der­hand bloss ein­zel­ne Punk­te des ukrai­ni­schen Frie­dens­plans ein The­ma sein dürf­ten, etwa der Schutz der Atom­an­la­gen. Für Bun­des­prä­si­den­tin Vio­la Amherd wäre es schon ein Erfolg, wenn in ein­zel­nen Berei­chen [Nuklea­re Sicher­heit, Getrei­de Abkom­men, Hum­na­ni­tä­re Bleh] eine Eini­gung der Kon­fe­renz­teil­neh­mer gelingt.

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Die For­mel ist im Kern jedoch noch immer die Selbe.

Also - sie haben die Schweiz die aktu­ell hervorstreicht:

Die Schweiz orga­ni­siert die Kon­fe­renz auf Wunsch der Ukrai­ne. Das Ziel ist es, einen mög­li­chen Frie­dens­pro­zess anzu­stos­sen. Die ein­ge­la­de­nen Staa­ten sol­len über Schrit­te in die­se Rich­tung dis­ku­tie­ren. Kiew schweb­te zunächst vor, die ukrai­ni­sche Frie­dens­for­mel mög­lichst breit abzu­stüt­zen. Der 10-Punkte-Katalog von Prä­si­dent Wolo­di­mir Selen­ski sieht unter ande­rem den Abzug der rus­si­schen Trup­pen und die Rück­ga­be erober­ter Ter­ri­to­ri­en sowie die Errich­tung eines Son­der­tri­bu­nals vor. Das ist gegen­wär­tig eine Illusion.

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Sie haben Chi­na das wie folgt reagiert:

Chi­na sieht drei Kern­ele­men­te nicht erfüllt

Gemäß den Rück­mel­dun­gen aller Sei­ten und dem ange­kün­dig­ten Auf­bau des Tref­fens, schei­nen die drei von Chi­na vor­ge­schla­ge­nen Kern­ele­men­te schwer zu rea­li­sie­ren zu sein“, erklär­te Mao. Mit den drei Ele­men­ten meint Chi­na die Akzep­tanz der Kon­fe­renz durch sowohl Russ­lands und als auch die Ukrai­ne, eine gleich­be­rech­tig­te Teil­nah­me aller Par­tei­en und eine „fai­re Dis­kus­si­on aller Friedensoptionen“.

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Sie haben Selen­skyj, der dar­auf hin öffent­lich ver­laut­bart Chi­na wür­de sei­ne ECHTE EINZIG WAHRE Frie­dens­kon­fe­renz sabotieren.

Und sie haben dann einen “seni­or Edi­tor” bei Fran­ce 24, der tags dar­auf inter­pre­tiert “wie Selen­skyj das gefühlt habe”.

War­um?

Nun - Head­line Arti­kel in der NZZ heute:

Die Schweiz über­schätzt sich mit der Ukraine-Friedenskonferenz

Der Bun­des­rat hat spät begon­nen, die Erwar­tun­gen an das Tref­fen auf dem Bür­gen­stock zu rela­ti­vie­ren. Die Schweiz tut sich schwer, in einer ver­än­der­ten Welt ihre Rol­le zu finden.

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Sieht auf den ers­ten Blick wie ein “Mea Cul­pa” - es ist kei­ne Frie­dens­kon­fe­renz, wir haben das Wor­d­ing zu spät ange­passt aus -- ist aber das kom­plet­te Gegenteil.

Es ist ein “Mea maxi­ma Cul­pa, wir haben zu lan­ge ange­nom­men, dass die Schweiz die Rol­le eines neu­tra­len Mitt­lers spie­len kann, des­halb haben wir die­se Hoff­nung auf eine “nor­ma­le Frie­dens­kon­fe­renz” auch zu lan­ge kom­mu­ni­ziert - tat­säch­lich müs­se die Schweiz Far­be beken­nen und kann sich nicht auf ihre neu­tra­le Tra­di­ti­on her­aus­re­den, jetzt - wo die Selen­skyj Frie­dens­for­mel so wich­tig gewor­den ist, dass 106 Natio­nen kom­men” spin.

Also wich­tig für die öffent­li­che Wahrnehmung: 

Wer vie­le Staa­ten­füh­rer ver­sam­meln kann, die dann ein Papier unter­zeich­nen das “Nicht­ein­be­zug von Atom­kraft­wer­ken in Agriffs­kriegs­füh­rung for­dert (bereits UN Posi­ti­on), das frei­en Waren­ver­kehr von sei­nen Häfen for­dert - wenn es um Getrei­de für die Welt geht, und das die Rück­füh­rung aller ent­führ­ter Kin­der for­dert” ver­an­stal­tet SELBSTVERSTÄNDLICH einen Frie­densgip­fel - nach der nun inter­na­tio­nal hoch aner­kann­ten Selen­skyj Friedens-Formel, was Fran­ce 24 am Tag zuvor noch einen Trick genannt hat - und die Schweiz ent­schul­digt sich noch kurz, sie habe sich nur ver­tan, als sie da doch noch Russ­land laden woll­te - und even­tu­ell Anfän­ge einer ech­ten Frie­dens­kon­fe­renz einleiten…

Denn - so die NZZ heu­te: Man muss mit der Zeit gehen…

Also noch mal in der Kurzzusammenfassung.

Die “Frie­den nur wenn Russ­land kom­plett abzieht” For­mel­kon­fe­renz spricht dies­mal nur über die drei Punk­te “Ver­zicht auf Angrif­fe auf Atom­kraft­wer­ke (bereits Teil der UN Char­ta), frei­er Waren­ver­kehr in Krie­gen - wenn es um die Welt­ernäh­rung geht, und Rück­füh­rung von ent­führ­ten Kin­dern” - ist aber eine Frie­denskon­fe­renz, die Russ­land laut ihrer for­mel­len For­mel­pla­nung erst zu ihrem Vor­letz­ten Mee­ting ein­la­den möch­te.

Die Ukrai­ne hat dies­mal auch aktiv ver­hin­dert, dass Russ­land gela­den wird: 

Deut­scher Bot­schaf­ter der Ukrai­ne Olek­sij Make­jew am 18. April 2024 bei ZDF heu­te Live:

Bot­schaf­ter der Ukrai­ne in Deutsch­land, Olek­sij Make­jew: wir haben es klar gemacht dass die­se, die­se ers­te Run­de nicht zusam­men mit Russ­land geführt wird damit wir auch eine star­ke Unter­stüt­zung von Part­ner bekom­men. Eigent­lich um die­sen Krieg zu been­den braucht man nur das rus­si­sche Wort und das Han­deln. Russ­land kann die­sen Krieg stop­pen in dem Russ­land ihre Kräf­te von den besitz­ten Gebie­ten zurück­zieht und hört auf uns täg­lich zu beschie­ßen, aber lei­der kommt die­ses das Recht der Ukrai­ne auf Exis­tenz wird von von rus­si­scher Füh­rung und rus­si­sche Bevöl­ke­rung über­haupt nicht aner­kannt. Russ­land will uns als Nati­on ver­nich­ten und da kön­nen wir nur kön­nen wir uns nur wehren.“

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Chi­na “sabo­tiert das”, so fühlt Selen­skyj, so inter­pre­tiert der seni­or Fran­ce 24 Edi­tor heu­te. Indem Chi­na dar­auf besteht, dass eine Frie­dens­kon­fe­renz ergeb­nis­of­fen und unter der Teil­nah­me Russ­lands statt­fin­den müsse.

Und Tobi­as Gafa­fer in der NZZ ent­schul­digt sich noch kurz, dass die Schweiz so lan­ge gedacht hat, sie kön­ne eine klas­si­sche Frie­dens­kon­fe­renz anbah­nen (Russ­land doch noch ein­la­den), denn man muss ja mit der Zeit gehen und eher weni­ger mit der Tra­di­ti­on als neu­tra­ler Vermittler.

ich hof­fe sie ken­nen sich aus.

Was ande­res wäre es, wenn Selen­skyj Bele­ge dafür hät­te, dass Chi­na sei­ne Frie­dens­for­mel­kon­fe­renz sabo­tiert, aber das hat der Fran­ce 24 Redak­teur heu­te lei­der nicht “von Selen­skyj gefühlt”. Und Bele­ge muss der ja nicht bringen.

Da bist du doch froh, dass du die USA als Part­ner hast, oder?

Der Bun­des­rat war über­rum­pelt. Er brauch­te eini­ge Tage, um zu rea­li­sie­ren, dass gera­de eine Epo­che zu Ende gegan­gen ist – und der Schwei­zer Son­der­weg nicht mehr funk­tio­niert. Nach der Anne­xi­on der Krim durch Russ­land 2014 hat­te die Regie­rung die EU-Sanktionen nicht über­nom­men, son­dern nur deren Umge­hung über die Schweiz ver­hin­dert. Nun, nach der Inva­si­on, war die­se Posi­ti­on nicht mehr halt- und ver­mit­tel­bar. Nach in- und aus­län­di­schem Druck über­nahm die Regie­rung die EU-Sanktionen gegen Mos­kau vollumfänglich.

Der erhoff­te Befrei­ungs­schlag blieb aus. West­li­che Staa­ten nah­men die Schweiz bei der Hil­fe und den Sank­tio­nen als zu zöger­lich und pas­siv wahr. Hin­zu kam die unter­sag­te Wei­ter­ga­be von Kriegs­ma­te­ri­al aus Schwei­zer Pro­duk­ti­on an Kiew. Die Dis­kus­si­on gip­fel­te in Aus­sa­gen des ame­ri­ka­ni­schen Bot­schaf­ters in Bern: Scott Mil­ler kri­ti­sier­te die Schweiz so undi­plo­ma­tisch, wie es seit lan­gem kein Diplo­mat getan hatte.

Der Inhalt zählt
Inzwi­schen äus­sern sich west­li­che Diplo­ma­ten aner­ken­nend. Mit der Ukraine-Konferenz tut die Schweiz, was sie in der Aus­sen­po­li­tik sel­ten macht: Sie wagt etwas. Mit dem Tref­fen ist sie ein Risi­ko ein­ge­gan­gen. Zunächst schien es, als wür­den vor­nehm­lich west­li­che Spit­zen­po­li­ti­ker auf den Bür­gen­stock kom­men, mehr­heit­lich aus Euro­pa. Die Idee der Kon­fe­renz ist es jedoch nicht, ledig­lich die Unter­stüt­zer der Ukrai­ne zu ver­sam­meln, son­dern auch Län­der des glo­ba­len Südens. Sie sol­len eine wich­ti­ge Rol­le spie­len, um spä­ter Russ­land einzubeziehen.

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Recht hat, wer vie­le Natio­nen auf ein Gip­fel­tref­fen zie­hen kann - und end­lich wagt die Schweiz wie­der etwas!

Ach­ja, und nach Gres­sel rennt der Krieg noch bis 2028 oder 2030, für den Fall dass Russ­land nicht gewinnt, und kei­ne grö­ße­ren Feh­ler macht.

Da freut man sich doch in die­ser Gesell­schaft zu leben, und in zwei Wochen eine Frie­dens­kon­fe­renz über die Büh­ne gehen zu sehen!

edit: Dazu noch die bei­den Top Kom­men­ta­re im besag­ten “Mea Cul­pa, dass wir noch tat­säch­li­che Diplo­ma­tie ver­su­chen woll­ten” Arti­kel der NZZ heute:

Jürg Sime­on
vor etwa 11 Stunden
51 Empfehlungen
Wenn die Schweiz hef­tig kri­ti­siert wird von einem bru­ta­len, dik­ta­to­ri­schen Unrechts­staat wie es Russ­land ist, hat sie es rich­tig gemacht. Man mag über das Wort Frie­dens­kon­fe­renz strei­ten. Wich­tig ist, dass Russ­land sieht, wie iso­liert es da steht, dann ist es es auch eher bereit über das Ende des Krie­ges nachzudenken.

R. G.
vor etwa 11 Stunden
41 Empfehlungen
Die Schweiz soll­te sich zurück­hal­ten und ihren neu­tra­len Boden für Gesprä­che bei­der Par­tei­en anbie­ten, wenn die­se mit­ein­an­der zu reden bereit sind. Die­se Kon­fe­renz ist sinn­los und Zeit­ver­schwen­dung für alle Beteiligten.

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