Der Standard verbreitet derweil wieder Kauderwelsch - als Headline Artikel. Position 1 auf der Seite.
Ukrainischer Beamter zu Dammbruch: “Anrainer haben keine Explosion gehört, sondern ein Erdbeben gespürt”
Der vertriebene stellvertretende Verwaltungschef einer besetzten Gemeinde vermutet, dass Russland den Dammbruch unabsichtlich verursacht hat. Mit einer Teilsprengung hätte lediglich der Wasserstand reguliert werden sollen
Man kennt das ja - davon, wenn man mal wieder unabsichtlich ein Erdbeben auslöst.
Our team at NORSAR detected the seismic signature of the event that occured around 23:54UTC leading to the collapse of the #KakhovkaDam. The signal is faint so it is still unclear what type of source generated the seismic signature. https://t.co/pXvrdZVPwepic.twitter.com/0i4Q716lCb
— Quentin Brissaud (@QuentinBrissaud) June 8, 2023
Also entweder ist das bei phoenix gezeigte Video legit, oder nicht…
Dass sich Russland zwei Sekunden in Folge VERSEHENTLICH sowohl den Damm, als auch das Steuerhäuschen weggesprengt hat, ist dann wohl doch eher unwahrscheinlich oder?
QUALITÄTSJOURNALISMUS
Zur öffentlichen Beruhigung.
edit: Für die “Teilsprengung” gibt es übrigens ein sonderlich doofes Telegramm Narrativ von gestern, das so - ehm, speziell - war, dass ich es nicht mal gepostet habe.
Viel Spass mit freudig, einbeinig herumhüpfenden Russen. Klar ist das der Angle des Standard.
Der ukrainische Journalist der das produziert hat, hat, wurde zuvor übrigens von Blick, und hier vom Council of Europe gefeatured.
Propaganda hat immer noch niemand entdeckt.
edit: Der Standard mal wieder - außerdem trägt die Sprengung des Damms zur schierigeren Stromversorgung der Ukraine bei, da ja da Kachowka Wasserkraftwerk nicht mehr versorgt wird. src: click
DASKRAFTWERKDASAMERSTENTAGDESKRIEGESVONRUSSLANDBESETZTWURDE? Ist ja allerhand. src: click
Was ist heute noch Journalismus - Trends folgen, keinen Ahnung haben, dumm daher reden. Danke, supertoll.
Ich habe in allen meinen Vorträgen immer gesagt, dass russischer Revisionismus und Revanchismus die wichtigsten Erklärungsfaktoren für die Invasion in der Ukraine waren/sind. Ich sage nur gegen den vorherrschenden Diskurs, dass es eine multikausale Entscheidung der russischen…
— Gerhard Mangott (@gerhard_mangott) June 5, 2023
Hintergrund: Das deutsche auswärtige Amt und der deutsche Verteidigungsausschuss, sind über die ersten sieben Kriegsmonate von “Revanchismus” als wahrscheinlichster Kriegsgrund über “Neokolonialismus” als wahrscheinlichster Kriegsgrund auf “Neoimperialismus” als wahrscheinlichster Kriegsgrund gewechselt. Sukzessive, mit der Medienberichterstattung (Snyder).
Mit dem kleinen Problem, dass vor acht Tagen, in vertrauter Runde -
Hanno Pevkur, Minister of Defence of the Republic of Estonia:
“What Russia wants to achieve, the political goals, let’s be honest - and they, these political goals of Russia have never changed, they want to have a grey-zone between Russia and NATO, they want to have a control over this grey-zone and this is what they want to achieve. And they want to have some “security guarantees” for themselves, sorry this is not the Free World and this is what Ukraine is fighting for at the moment, that they are fighting for - the Free World and rule-based world and this is why we support Ukraine so this is obvious and then this is why we can never accept this approach of Russia, looking at international law.”
dann halt auch mal soetwas erzählt - und der ganze Saal nichts dagegen einzuwenden hat, man ist ja unter sich.
Quelle:
(bei 43:50 in)
Das Argument “multikausal”, bedeutet in diesem Zusammenhang meist “und dann gabs noch den Faktor Putin, von dem wir nicht genau wissen welche Rolle er gespielt hat, aber vermutlich keine unbedeutende”. Gegen das Argument gibt es grundsätzlich nichts einzuwenden, in keiner außenpolitischen Theorie kann und wird der Faktor Mensch vollkommen zur unbedeutenden Größe - er wird nur gerne über die Zeit rausgemittelt. Der schönen Theorie wegen.
Jetzt gibts da aber leider ein Problem und das ist, dass die Hoover Institution (siehe auch Robert Kagan), in der zweiten Kriegswoche begonnen hat eigene neue Gesprächsformate aus dem Boden zu stampfen, bei denen sieben Historiker gegen niemanden auf der anderen Seite - begonnen haben Mearsheimer (realist school of IR theory) zu diskreditieren (siehe click) - mit dem Hauptargument, die Realist School of International Theory, sei ja nur eine Abstraktion, und in der Realität wäre ein Krieg ja immer multikausal zu erklären, und daher solle man Mearsheimer nicht zuhören. Mit vollkommen neuen Gästen, die ein Buch zu präsentieren hatten und sich sehr darüber gefreut haben das erste Mal in ein so prestigeträchtiges Format geladen worden zu sein.
Mearsheimer, der später als erster öffentlich in die Debatte eingebracht hat, dass Russlands Angriffsarmee zu klein war um die gesamte Ukraine zu nehmen (Shock and Awe auf Kiew war die Taktik beim Angriff auf Kiew, siehe auch Reisner (hier übrigens Tchakarova im selben Format mit Zeihan, falls den wer diskreditieren möchte)) und der Erste der wiederholt darauf hingewiesen hat, dass keine schriftlichen Belege dafür existieren (auch keine Reden), dass Russland die Staatlichkeit der Ukraine nicht anerkenne.
In die Texte und Reden die für dieses Argument herangezogen werden ließe sich das, mit dem heutigen Wissenstand, leicht hineininterpretieren, aber es ist nicht inherent aus diesen ableitbar. Und so wurde das leider nicht mehr breiter öffentlich debattiert, denn Mearsheimer war ja bereits Persona non Grata. Zumindest für die ersten sechs Monate - aber im Grunde bis heute. Er bekommt dann Spots auf CGTN und bleibt im Westen Teil des alternativen Kanons.
Zusatz: Das war der Folgetweet von Mangott.
Und nichts was eine Erklärung ist, ist auch eine Rechtfertigung. Russlands Invasion ist in jeder Hinsicht illegal.
— Gerhard Mangott (@gerhard_mangott) June 5, 2023
2.
Was für eine ukrainische Täterschaft spricht, sind die Konsequenzen für die Wasserversorgung der Krim und der Umstand, dass eine Dnipro-Überquerung durch die ukrainische Armee (in den nächsten Wochen unmöglich), in einigen Monaten leichter sein wird, als mit dem Damm.
— Gerhard Mangott (@gerhard_mangott) June 6, 2023
Ich halte diese Erklärungsversion aber für unwahrscheinlicher.
— Gerhard Mangott (@gerhard_mangott) June 6, 2023
Wir fassen zusammen: Was für eine ukrainische Urheberschaft spricht sind:
- die Konsequenzen für die Wasserversorgung der Krim
- der Umstand, dass die Dnipro Überquerung nur für wenige Wochen verhindert wird
und
- der Umstand, dass die Dniproüberquerung in einigen Monaten leichter sein wird als mit dem Damm
Er, Mangott, “halte diese Erklärungsversion aber für unwahrscheinlicher”.
Als was? Begründung? Keine. Mangott ist heute bei Phoenix eingeladen, da kann er das dann auch noch begründen- ich werde es mir gerne anschauen,
aber in seiner gesamten Twittertimeline - keine Begründung.
Dann begründen wir es eben einmal für ihn. So gut wir es können.
Mangott halte die zweite Version, dass ein sich überhastet zurückziehendes russisches Battalion den Damm der die Wasserversorgung der Krim in wesentlichen Teilen bedingt und der für die langfristige Verteidigungsfähigkeit der Region für Russland nicht unwesentlich war “in Panik” selbst gesprengt hat, für wahrscheinlicher - da wir wissen, dass die Überquerung des Damms für das ukrainische Militär schwieriger gewesen wäre als die Situation in einigen Monaten und die aktuelle ukrainische Angriffs-Logik darauf abzielt keine einzelnen schnellen Durchbruchsoperationen zu fahren, sondern den Widerstand der russischen Verteidigungsanlagen abzutesten um sie später an geeigneten Stellen (wohl nicht unbedingt der Damm, wo es schwierig gewesen wäre) über 72 Stunden unter Dauerbeschuss zu zermürben, dann die erste Welle der ukrainischen Batallione zurückzuziehen, und direkt nach den 72 Stunden, ohne Unterbrechung, die besser ausgebildeten und besser ausgerüsteten Batallione nachzuschicken, die im Moment noch nicht einmal im Kampfeinsatz sind. Stichwort Leopard 2.
Oder eben wegen dem Terrorpotential. Was das sich in Panik zurückziehende russische Battalion sicher initial dazu bewegt haben wird, den Damm zu sprengen.
Das hält Mangott womöglich für “die wahrscheinlichere Variante”, da sie anekdotisch von US Geheimdiensten bestätigt wurde - die am selben Tag zur Unterstützung ihrer Glaubwürdigkeit auch noch folgendes nachschieben:
EXCLUSIVE: U.S. had intelligence of detailed Ukrainian plan to attack Nord Stream pipeline, months before the bombing. https://t.co/WojFokfga9 By me and @smekhennet
Gottseidank hilft das ja der deutschen Außenpolitik so viel - die, ab einem bestimmten Punkt (Greenpeace Schiff mit Deutschen vor Ort bei der größten Explosion) kein besonderes Interesse mehr daran gezeigt hat (also kein politisches - das danach noch wahrnehmbar gewesen wäre), den Vorfall aufzuklären.
Und damit hätten wirs dann. Der Krieg am Beispiel Mangott.
Und dass Personen wie Mangott existieren ist mir am Ende trotzdem noch lieber als wenn es sie nicht geben würde.
edit: Drei von drei Psychologen werden ihnen raten, beschäftigen sie sich nicht mehr mit diesem Thema.
Es macht sie nur selbst kaputt.
edit2: Es gibt aber natürlich auch wieder gute Nachrichten.
Oder wie würde meine erste Psychologin so schön sagen? Friedensforschung, wäre das nichts für sie? Ich hab da eine Freundin.…
Und der dritte dann? Naja, also konkrete Jobvorschläge in der Psychotherapie zu vergeben ist abseits der Standardmethode - sie brauchen aktuell aber keine Psychotherapie, auf wiedersehen.
DANKE! Das hilft mir wirklich außerordentlich weiter!
Zuerst mal zum annähernd Faktischen. In dem Video sieht man zwei Explosionen, wobei Russland im öffentlichen Narrativ zuerst von Artillerie auf später multiple Raketenwerfer umgestellt hat. Ob das eine erzwungene Reaktion (Reframing) war, kann ich nicht sagen. Ich weiß mit den Bildern nicht genügend anzufangen. (edit: Zeihan hat dazu vor 50 Minuten Kontext veröffentlicht - auf den Bildern sei eine “Explosion von innen” zu sehen, ergo - es waren wahrscheinlich die Russen.)
Der zweite schon beinahe faktische Punkt ist, dass Ashbrook über die gesamte Sendung hinweg zu drei verschiedenen Gelegenheiten das hier pusht: click
Der dritte wohl am ehesten faktische Punkt ist, dass auf den Bildern weit und breit keine ukrainische Offensive zu sehen ist, von der russische Einheiten in Panik davonlaufen.
Zum Glück hilft hier Mangott aus und erweitert sein Argument.
Indem er das von Selenskyj, etwas weniger umgangssprachlich, nachzeichnet..
Am Westufer des Dnipro habe die Ukraine bereits einen Tag zuvor - eine auf Telegram bekanntgegebene amphibische Operation vorbereitet - vor der die Russen eine solche Angst hatten, dass sie gleich mal den Staudamm gesprengt hätten um diese zu verzögern.
Da die amphibische Operation dann aufgrund von “zu viel Wasser” scheitere. Mangott begründet das damit, dass aktuell das schwere Gerät dort nicht mehr eingesetzt werden könne. Damit habe sich Russland mehrere Wochen wenn nicht gar ein bis zwei Monate gekauft - und könne die nun in der Region frei werdenden Truppen flexibler einsetzen, oder die Zeit nutzen um die Befestigungen vor Ort noch weiter auszubauen - so ganz klar wird das nicht.
Dabei vergisst Mangott an einer Stelle afair in der Begründung ein “nicht”, was es schwieriger macht dem Argument zu folgen, aber mein Gott - TV Studio und ein verdammt komplexes Argument.
Das sich dann aber immer noch in zwei Monaten ins Gegenteil verkehrt, wenn wir diese Ansicht mit Mangotts anderen Ansichten zusammenfallen lassen.
Ergo - dann wird es für die Ukrainer einfacher in dem Bereich überzusetzen.
Außerdem - warum kündigt man eine solche Operation per Instagram an? Um den Erfolg zu maximieren?
Schwierig.
Finales Kommentar. Die Stiftung Wissenschaft und Politik zeigt außerdem wieder mal, welche Kapazunda sie da in ihren Reihen hat.
Dass China den Krieg so schnell wie möglich beenden wollte, … Nun - dagegen spricht deutlich Markus Reisner - hier (Mitschnitt einer Äußerung von Xi Jinping gegenüber Putin): click Was aber natürlich auch auf die Öffentlichkeitswirksamkeit abzielen hätte können.
Und am Ende sind wir wieder bei Nuancen bis zum Abwinken.
Wobei, Deutschland hat sich in einem Fall deutlicher positioniert. Indien ist uns Demokratie genug.
edit: Sorry - einmal muss ich noch.
Es gibt dann ein weiteres Problem auf das sowohl Zeihan als auch Ashbrook abstellen, und das ist, dass mit dem kompletten Fehlen des Reservois bei Nova Kachowka ein Viertel der Ukrainischen Anbaufläche für Getreide nicht mehr bewässert werden kann.
Ashbrook zielt sofort Richtung “Hungersnot in der Ukraine” ab - Zeihan bestätigt “potential net food importer”, und wiederholt “at the verge of a regional famine”. Mehr Daten wären nett, zumal die Ukraine vor dem Einmarsch Russlands die Produktion in ihrem Agrarsektor verzehnfacht hatte -- und vor der ukrainischen Gegenoffensive niemand (!) das Argument herangezogen hat, dass die Ukraine jetzt in die Offensive gehe “da sie ansonsten mit Ernährungsproblemen ihrer Bevölkerung zu kämpfen habe”. Also nicht einmal annähernd.
edit: Wobei, einer doch: Der hier.
Daten wären trotzdem nett.
edit (einen Tag später): WOW.
Mangotts Quelle für die ukrainische Amphibionoperation wegen der Russland den Damm bei Nowa Kachowka gesprengt hat?
“Viele Kommentare es würde eine solche Operation bevorstehen - INRUSSISCHEN Telegram groups.”
Hier beim Deutschlandfunk im Interview geäußert:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/zerstoerung-des-staudamms-bei-cherson-neue-dimension-des-ukraine-kriegs-dlf-kultur-1766d2b5-100.html
Wir fassen also zusammen. In Russlands eigenen Telegrammkanälen gibts Gerüchte über eine bevorstehende Amphibische Operation. Desshalb geht Russland her und sprengt - während es laut Selenskyj angegriffen wurde und sich die Soldaten bereits in Panik zurückgezogen hatten, was auf dem veröffentlichten Video nicht zu sehen ist - selbst den Staudamm bei Nowa Kachowka. Und sprengt dann das Schleußenhäuschen gleich noch mit. Wegen Gerüchten in russischen Telegrammchannels, eine amphibische ukrainische Operation könne bevorstehen…
Naja, es ist eine Theorie.
Weiters, so Mangott - die von Selenskyj angesprochene Verminung des Staudamms, seierzeit hätte von der Sprengwirkung nicht ausgereicht um den Staudam zu sprengen.
edit: Reisner bindet die Amphibische Operation in seine Gesamtbetrachtung mit ein:
Was wieder einmal außerordentlich vorteilhaft ist, da - letzter Absatz im Standard:
Die Nachrichtenagentur Reuters und der Guardian haben die Bedeutung des Dammes für die Region sowie mögliche Auswirkungen kurz zusammengefasst:
Der Damm durchquert den riesigen ukrainischen Fluss Dnipro und hält ein enormes Wasserreservoir zurück. Der Damm selbst ist 30 Meter hoch und Hunderte von Metern breit. Er wurde 1956 als Teil des Wasserkraftwerks Kachowka gebaut.
Der riesige Stausee fasst laut der britischen Tageszeitung etwa so viel Wasser wie der Große Salzsee in Utah. Würde der Damm brechen, könnte eine Wasserwand die darunter liegenden Siedlungen überfluten, darunter auch Cherson.
Das Wasser aus dem Stausee versorgt die Halbinsel Krim im Süden - die 2014 von Russland annektiert wurde - sowie das Kernkraftwerk Saporischschja - das größte Europas - im Norden.
Er trägt auch zur Stromversorgung des Wasserkraftwerks Kachowka bei. Die Zerstörung des Staudamms würde zum einen die anhaltenden Energieprobleme der Ukraine weiter verschärfen, zum Anderen auch das Kanalsystem zerstören, das große Teile der Südukraine, einschließlich der Krim, bewässert.
Durch eine nicht mehr funktionierende Wasserversorgung der Krim für diese bei einem Ausfall der von Kachowka ausgehenden Bewässerungskanäle ist kein Ernteanbau mehr möglich, was für die Versorgung der der Krim (1,967 Millionen Einwohner) im nächsten Jahr verheerend ist.
Hier eine population density map der Ukraine:
Nur um zu verstehen was gemeint ist, wenn der Standard von der Versorgung der Südukraine spricht.
Zeihan war wieder mal einer der Ersten der eine solche Attacke vorausgesagt hat. click
Sollte der Schaden gering ausfallen, könnte es Russland gewesen sein. Wenn die Schleusentore jetzt nicht mehr funktionieren und es auf der Krim demnächst zu Stromausfällen kommt und sich eine Hungersnot anbahnt, respektive die Kertschbrücke nur noch eingeschränkt für die (vor allem Munitions-)Versorgung eingesetzt werden kann, da Russland jetzt mal eben 2 Millionen Einwohner mehr im Kampfgebiet alleine mit dem Nötigsten versorgen muss, Propaganda Probleme inklusive (die Zivilbevölkerung auf der Krim war bisher vom Krieg “relativ unberührt”) - eher nicht.
Zeihan:
While an assault on Nova Kakhovka might not be in the cards for the Ukrainians, targeting the sluice gate regulating the canal’s flow might still be their priority. That’s because there’s more than just food production on the line. The Zaporizhzia Nuclear Power Plant draws its coolant water from the Kakhova reservoir, and without that, some nuclear…issues could be on the agenda.
With the potential for a Zaporizhzia offensive, the strategic rationale behind targeting this canal is solid. Only time will tell if the Ukrainians capitalize on the opportunity to cut off the Russians and Crimea.
Nur der Standard weiß wieder mal genau, die Russen warens.
edit: Der Schaden ist wohl doch umfangreicher. Selenskyj beruft eine Krisensitzung ein. Evakuierung hat begonnen. Der Gouvaneur von Cherson wird mit “innerhalb von fünf Stunden wird das Wasser ein kritisches Niveau erreicht haben” zitiert.
src: click
Wir erinnern uns bitte ebenfalls daran, dass eine Sprengung des Damms bereits einmal in den Medien war und zwar zur “Verlangsamung” der ukrainischen Offensive in Kherson.
Aber heute wissen wir natürlich alle, dass der Damm gesprengt wurde, da Russland damit die Bevölkerung in Kherson terrorisieren will.
Russian terrorists. The destruction of the Kakhovka hydroelectric power plant dam only confirms for the whole world that they must be expelled from every corner of Ukrainian land. Not a single meter should be left to them, because they use every meter for terror. It’s only… pic.twitter.com/ErBog1gRhH
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) June 6, 2023
Ukraine and Russia have previously accused each other of targeting the dam with attacks, and last October Zelenskyy predicted that Russia would destroy the dam in order to cause a flood.
src: click
… to slow down the ukrainian offensive at Kherson by two weeks. That was the rational back then.
Laut dem writeup des Guardian ist der ukrainische Militärgeheimdienst vor allem besorgt um die Auswirkungen eines nun folgenden ökologischen Desasters.
Ukraine military intelligence said “the scale of the ecological disaster [would] go far beyond the borders of Ukraine and affect the entire Black Sea region”.
Was CNN im Titel dann auch prompt übernommen hat.
Propaganda hat immer noch niemand entdeckt.
Send pictures of dead seagulls. XOXO (Ups, not seagulls, a deer.)
edit: Aktuell wird auch noch ein weiteres Narrativ verbreitet. Aufgrund dieses youtube videos - Only Russia would benefit from blowing up Nova Kakhovka dam - expert (von Forces News, Zeihan ist zumindest ein ehemaliger Stratfor Analyst…) - die Sprengung des Damms würde es der Ukraine nicht mehr ermöglichen den Dniepr zu überqueren, Russland könne jetzt seine Kräfte dort an anderen Orten einsetzen. Ja - für zwei Wochen.
Außerdem sind rund um die Krim die bestausgegbildeten russischen Kräfte stationiert. Fast so als hätten die Befestigungen dort eine strategische Bedeutung…
edit2: Russland verlautbart, der Staudamm lasse sich nicht mehr reparieren - via diepresse.
edit3: Der Spiegel hat seinerzeit (im Oktober) eine Analyse über mögliche Auswirkungen veröffentlicht: click Kleines Detail am Rande:
Und ohne das Wasser aus dem Stausee kann das Atomkraftwerk Saporischschja, das weiter oben am Fluss liegt, nicht gekühlt werden. Der Betrieb ist aber seit September komplett eingestellt, daher braucht es kein Wasser. Eine Atomkatastrophe durch mangelnde Kühlung lässt sich somit zumindest ausschließen, eine Wiederinbetriebnahme ist ohne den Stausee jedoch nicht möglich.
Weiters:
Aus dem Kachowka-Stausee kommt das Wasser, das durch den Nordkrim-Kanal die Krim versorgt. Wird der Staudamm zerstört, sinkt der Wasserpegel im Stausee und damit auch im Kanal. Das würde zum Problem für die annektierte Halbinsel, die seit der Eroberung des Staudamms im Frühling dieses Wasser für die Landwirtschaft benutzt. Allerdings hat die Krim acht Jahre ohne dieses Wasser überstanden, nachdem die Ukraine 2014 die Wasserzufuhr abgeschnitten hatte, auch wenn dadurch etwa die Anpflanzung von Reis nicht mehr möglich war. Durch andere Kanäle werden von dem Stausee auch die südukrainischen Regionen Dnipro, Cherson und Saporischschja versorgt. Die Gefahr des Wassermangels im Falle einer Zerstörung existiert auch dort, weil die Geräte für die Wasseraufnahme dann oberhalb des Wasserspiegels lägen
(könnte man ja mit einer Karte der Bevölkerungsdichte korrelieren).
Nun, zumindest wissen wir jetzt, warum hier Ökozid ins Treffen geführt wurde. Strom kanns ja nicht sein. Zukünftiger Strom? Vielleicht.
edit4: Via NYT, falls die Daten richtig sind (French earth data provider) deutet das hier eher auf Russland als Verursacher hin: Altimetry data of the Kachowka dam
Dass die Russen ihn leerlaufen haben lassen ist weniger verwunderlich - sie haben laut Zeihan in den letzten Monaten schneller Wasser entnommen um alle Wasserspeicher in der Krim-Region zu füllen.
Danach wurden die Schleusen weniger häufig geöffnet was in schneller Folge zu einem historisch hohen Füllstand geführt hat (zwei Meter höher als der langjährige Durchschnitt) - nur, wenn tatsächlich langfristig die Krim darunter leidet, könnte das auch Abschreckung gewesen sein. Oder eben tatsächlich Russland das eine “Variable” lieber bereits früh selbst egalisieren und maximale Verwüstung verursachen wollte.
edit: Zeihan ist mit seinem Reframing update raus - das erste war, er ging nur von einer Schleusensprengung aus. Das zweite war, er ging von einer Schleusensprengung und Übernahme des Dammes aus - um den Russen in dem Gebiet eine riesige Niederlage zuzufügen. Drittes Reframing, ukrainisches Farmland viel wert und plötzlich offline (4 Milliarden Tonnen bei im letzten Jahr 30 Milliarden exportierten - regionaler impact?).
Bezüglich der Sprengung aber einige interesante neue Tidbids.
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