Tonio Nilsen ist ein Pseudonym. Der Autor arbeitet für die Regierung eines europäischen Landes und in Projekten mit ukrainischen Flüchtlingen. Aus Gründen der persönlichen Sicherheit möchte er nicht mit seinem richtigen Namen öffentlich auftreten. Der Autor ist unserer Redaktion bekannt.
Da wird aber eine Super Diskussion enstehen, wenn wir hier öffentlich Pseudonym gegen Pseudonym abfeuern.
Widerrede zu Jeffrey Sachs: Einseitige Anklageschrift gegen Deutschland
Unser Autor widerspricht Jeffrey Sachs: Diplomatie mit Russland sei notwendig – doch Nachgiebigkeit gegenüber dem Aggressor wäre ein schwerer Fehler.Tonio Nielsen
09.06.2026, 20:23 UhrJeffrey Sachs: Sein Offener Brief hat eine Debatte ausgelöst.
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Jeffrey Sachs’ offener Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz ist als Appell für den Frieden formuliert. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um eine einseitige Anklageschrift gegen Deutschland, Europa und die Nato, in der Russlands Verantwortung relativiert und zugleich die Eigenständigkeit und Handlungsfähigkeit der Ukraine nahezu ausgelöscht werden.
In einem Punkt hat Sachs recht. Diplomatie ist wichtig. Europa darf sich niemals in einen größeren Krieg mit Russland treiben lassen. Kommunikationskanäle müssen offen bleiben – besonders im Atomzeitalter. Doch Diplomatie kann nicht auf historischen Verzerrungen aufbauen.
Sachs stellt die Nato-Osterweiterung als Hauptursache des Krieges dar. Doch der Bukarester Gipfel von 2008 gab der Ukraine weder einen „Membership Action Plan“ noch einen konkreten Zeitplan für eine Mitgliedschaft oder Sicherheitsgarantien der Nato. Die Erklärung hielt lediglich fest, dass die Ukraine und Georgien „eines Tages Mitglieder werden“. Der Prozess blieb bewusst vage und undefiniert. Das mag strategisch unklug gewesen sein – aber es war keine bevorstehende Nato-Übernahme der Ukraine.
Russland sah sich im Februar 2022 auch keiner unmittelbaren militärischen Bedrohung durch die Ukraine gegenüber. Die Ukraine war kein Nato-Mitglied. Nato-Truppen waren nicht in einer Weise in der Ukraine stationiert, die Moskau bedroht hätte. Artikel 5 galt nicht. Die Entscheidung für eine großangelegte Invasion wurde in Moskau getroffen – nicht in Brüssel, Berlin oder Washington.
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Die Angst dieser Länder war nicht irrational
Sachs stützt sich außerdem stark auf das Argument, der Westen habe Versprechen aus dem Jahr 1990 gebrochen. Tatsächlich gab es im Zusammenhang mit der deutschen Wiedervereinigung mündliche Zusicherungen. Diese verdienen eine ernsthafte historische Debatte. Doch sie wurden niemals in einem Vertrag festgeschrieben, der eine spätere Nato-Erweiterung nach Polen, ins Baltikum oder in die Ukraine verboten hätte. Der Zwei-plus-Vier-Vertrag regelte die deutsche Wiedervereinigung. Er gab Moskau kein dauerhaftes Vetorecht über die souveränen Entscheidungen aller Staaten zwischen Berlin und Russland.Genau hier wird Sachs’ Argumentation grundlegend problematisch. Russische Sicherheitsinteressen behandelt er als entscheidend, während die Sicherheitsinteressen von Polen, Balten, Tschechen, Rumänen, Finnen und Ukrainern als zweitrangig oder illegitim erscheinen. Diese Länder strebten die Nato-Mitgliedschaft nicht an, weil Washington sie „hypnotisiert“ hätte. Sie taten es, weil sie sich an sowjetische Dominanz erinnerten und eine neue russische Imperial-Politik fürchteten.
Diese Angst war nicht irrational. Russland annektierte 2014 die Krim. Russland bewaffnete und unterstützte Separatisten im Donbass. Russland begann 2022 eine großangelegte Invasion. Russland hat seitdem weitere ukrainische Gebiete annektiert, die es nicht einmal vollständig kontrolliert. Das sind keine defensiven Randnotizen. Das sind zentrale Tatsachen.
Sachs bezeichnet den Maidan außerdem als westlich unterstützten Putsch. Das ist einer der schwächsten Teile seiner Argumentation. Westliche Regierungen unterstützten zwar die europäische Orientierung der Ukraine, doch Millionen Ukrainer protestierten nicht, weil die CIA sie dazu aufgefordert hätte. Sie protestierten, weil Präsident Wiktor Janukowytsch den EU-Kurs aufgab, Gewalt gegen Demonstranten einsetzte und ein zutiefst korruptes politisches System repräsentierte. Den Maidan auf eine westliche Operation zu reduzieren bedeutet, den Ukrainern ihre politische Eigenständigkeit abzusprechen.
Sachs erzählt nicht die ganze Wahrheit
Dasselbe Problem zeigt sich in Sachs’ Darstellung des Minsker Abkommens II. Ja, Minsk II enthielt Regelungen zu einem Sonderstatus für Teile des Donbass. Ja, Deutschland und Frankreich spielten eine wichtige diplomatische Rolle. Ja, die Ukraine setzte bestimmte politische Teile des Abkommens nicht um. Aber auch Russland zog seine militärische Unterstützung nicht zurück, stellte die ukrainische Kontrolle über die Grenze nicht wieder her und behandelte den Donbass nie als tatsächlich ukrainisches Territorium. Minsk scheiterte nicht nur, weil Kiew und Berlin unehrlich gewesen wären. Es scheiterte auch daran, dass Moskau dauerhaften Einfluss auf die ukrainische Souveränität behalten wollte.Sachs fordert Merz auf, dem deutschen Volk die Wahrheit zu sagen. Doch er selbst erzählt nicht die ganze Wahrheit. Er geht kaum auf Wladimir Putins eigene ideologische Aussagen über die Ukraine ein. Putin hat wiederholt behauptet, Russen und Ukrainer seien „ein Volk“, die heutige Ukraine sei ein künstliches historisches Projekt und die Trennung der Ukraine von Russland eine geopolitische Tragödie. Dabei geht es nicht nur um die Nato. Es handelt sich um ein imperiales Argument gegen das Recht der Ukraine, als souveräne Nation zu existieren.
Ein ernsthafter Friedensvorschlag muss von der Realität ausgehen. Russland ist nicht nur ein verängstigter Staat, der auf die Nato reagiert. Russland ist auch eine revisionistische Macht, die militärische Gewalt eingesetzt hat, um Grenzen zu verändern, demokratische Entscheidungen zu bestrafen und einem Nachbarstaat ihren Willen aufzuzwingen.
Das bedeutet nicht, dass Diplomatie abgelehnt werden sollte. Im Gegenteil: Diplomatie ist notwendig. Doch eine Diplomatie, die den Überlebenswillen der Ukraine und Europas Unterstützung für die Ukraine verantwortlich macht, wird keinen Frieden schaffen. Sie wird Nachgiebigkeit erzeugen, getarnt als Realismus.
Deutschland hat Verantwortung. Aber diese Verantwortung besteht nicht darin, die Ukraine zur Neutralität zu drängen, während russische Soldaten ukrainisches Territorium besetzen. Deutschlands Verantwortung besteht darin, eine Lösung zu unterstützen, die die ukrainische Souveränität schützt, Eskalationsrisiken reduziert und deutlich macht, dass Grenzen in Europa nicht mit Gewalt verändert werden dürfen.
Dezember 2013: Proteste in Kiew gegen den damaligen Präsidenten Wiktor Janukowytsch. Den Maidan auf eine westliche Operation zu reduzieren, bedeutet, den Ukrainern ihre politische Eigenständigkeit abzusprechen, so der Autor.
Dezember 2013: Proteste in Kiew gegen den damaligen Präsidenten Wiktor Janukowytsch. Den Maidan auf eine westliche Operation zu reduzieren, bedeutet, den Ukrainern ihre politische Eigenständigkeit abzusprechen, so der Autor.© depositphotos/imago
Ein moralisches und politisches Versagen
Jeffrey Sachs hatte einst den Ruf eines intellektuell ernstzunehmenden Denkers. In diesem Brief bietet er stattdessen eine selektive Geschichtserzählung an, in der der Westen immer provoziert, Russland immer reagiert und die Ukraine als eigenständiger Akteur nahezu verschwindet. Das ist keine Friedenspolitik. Das ist kein Realismus. Das ist ein moralisches und analytisches Versagen.Sachs nennt das Diplomatie. Doch was er tatsächlich vorschlägt, ähnelt eher einer verwalteten Kapitulation: Die Ukraine soll ihre strategische Zukunft aufgeben, Europa soll ein russisches Vetorecht über die europäische Sicherheitsordnung akzeptieren, und Moskau soll den durch Aggression gewonnenen Einfluss behalten. Das ist keine Friedensordnung. Das ist eine Einladung, dieselbe Aggression später zu wiederholen.
Jeffrey Sachs’ Kernfehler besteht nicht darin, dass er für Diplomatie argumentiert; sondern darin, dass er Diplomatie auf Grundlage eines Narrativs fordert, das zu viel entschuldigt, zu viel ausblendet und viel zu wenig vom Aggressor verlangt.
Tonio Nilsen ist ein Pseudonym. Der Autor arbeitet für die Regierung eines europäischen Landes und in Projekten mit ukrainischen Flüchtlingen. Aus Gründen der persönlichen Sicherheit möchte er nicht mit seinem richtigen Namen öffentlich auftreten. Der Autor ist unserer Redaktion bekannt.
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Und was für ein Zufall, Pseudonym ist nicht aufrichtig.
1. Die Nato war nie nur ein reines Defensivbündnis, sondern immer auch ein Politisches Mittel.
2. Was uns Pseudonym hier zu verkaufen versucht - ist mit “NATOs open door policy must be upheld” zu umschreiben, was unter politischen Realisten als FUCKING SCHERZ klassifiziert wird - und nur dadurch eine andere Deutungsform annimmt -- das ein gewisser Joe Biden sich eingebildet hat - mit diesem sehr ehm “interesannten” Argument kann man schon Verhandlungen abbrechen.
Kannst du mal KI? Danke…
Der Haupt Russlandexperte im CFR, Thomas Graham war aufrichtig genug das Wochen nach Kriegsbeginn - RICHTIG zu kontextualisieren.
Danke. Gut dafür kann man als Biden Regierung schon mal einen zehn Jährigen Krieg riskieren, net WOAR?
3. Die Ukraine wollte und wir wollten ja weniger, und mann muss ihr wollen verstehen vor dem Hintergrund ihrer historischen Erfahrungen - IST EINE FUCKING SCHMACH.
Selenskyj wurde als Präsident mit einem Wahlprogramm der Deeskalation mit Russland gewählt, wie kams denn zu diesem wunderbaren Gesinnungswandel?

Sowas. Und wann?
AH EH SCHON MIT KIEGSEINTRITT! Supi.

Gut, also Russland wollte seine Machtsphäre erhalten, geht das auch a bisser konkreter vielleicht?

Sowas…



Sehen sie, man muss nur richtig prompten, alles SUPERSAUBER BEI UND IM WERTEWESTEN

Dieser wunderbare Selenskyj schon wieder - der wollt ja nur spielen.

Jetzt fragen wir die AI aber noch nach der Reaktion der Venice Commission der EUropäischen Union in den Tagen vor dem Kriegsbeginn, oder?

Immer dieser Selenskyj, der wollt ja nur spielen.

Gut wär könnte eine Google AI jetzt schon zu diesen Ergebnissen Prompten, das müssen ja richtig heftige Prompts gewesen sein:
| Nr. | Prompt |
|---|---|
| 1 | selenskyj wurde ursprünglich mit einem Wahlprogramm der deeskalation gegenüber russlands gewählt? |
| 2 | änderte sich der kurs nicht schon 2014 order pre 2014? |
| 3 | give me the play by play over controlling krimea and its harbor. especially after the signed memorandum of three former ukrainian heads of state, to not continue russias lease for sevastopol. |
| 4 | lets concentrate on the aftermath -- please find mentions about the three former ukrainian presidents demanding the cancelation of the lease in writing. and zelenskyys subsequent actions. play by play. |
| 5 | What was the reaction of the Venice commission to ukraines “aftermath” reaction shortly before the beginning of the war in february of 2022? Did she recommend deescalatory actions? |
| 6 | give me all my prompts in a basic html table (prompts only) |
Und so schleicht sich jetzt Pseudonym von dannen, ohne dass wir jemals eine öffentliche Debatte gehabt hätten.
Armenien, und Georgien nehmen wir aber trotzdem gerne --
gut Mearsheimer (Realist), nennt dass die Three Pronged Strategy of … ach lesen sies doch im New Yorker selbst nach …
You said that it’s about “turning Ukraine into a pro-American liberal democracy.” I don’t put much trust or much faith in America “turning” places into liberal democracies. What if Ukraine, the people of Ukraine, want to live in a pro-American liberal democracy?
If Ukraine becomes a pro-American liberal democracy, and a member of NATO, and a member of the E.U., the Russians will consider that categorically unacceptable. If there were no NATO expansion and no E.U. expansion, and Ukraine just became a liberal democracy and was friendly with the United States and the West more generally, it could probably get away with that. You want to understand that there is a three-prong strategy at play here: E.U. expansion, NATO expansion, and turning Ukraine into a pro-American liberal democracy.
You keep saying “turning Ukraine into a liberal democracy,” and it seems like that’s an issue for the Ukrainians to decide. NATO can decide whom it admits, but we saw in 2014 that it appeared as if many Ukrainians wanted to be considered part of Europe. It would seem like almost some sort of imperialism to tell them that they can’t be a liberal democracy.
It’s not imperialism; this is great-power politics. When you’re a country like Ukraine and you live next door to a great power like Russia, you have to pay careful attention to what the Russians think, because if you take a stick and you poke them in the eye, they’re going to retaliate. States in the Western hemisphere understand this full well with regard to the United States.
The Monroe Doctrine, essentially.
Of course. There’s no country in the Western hemisphere that we will allow to invite a distant, great power to bring military forces into that country.
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… nur nicht zu gründlich, denn dann fragen sie ne AI auch noch nach der Monroe Doktrin -- und Wertewesten als Narrativ geht den Bach runter.
Sehen sie - und daher läd den Mearsheimer auch niemand ein, weil den niemand Ernst nehmen muss. Am allerwenigsten Karl Bildt, der mit dem Paneldebatten führt - die aus der heutigen Perspektive einfach nur noch bizarr sind.
Ach ja und dem New Yorker -- aber ich bitt sie, die laden ja jeden Abschaum ein.
Achja, und bis auf die Munk Debates 2026, damit sie einen Widerssacher zur Squaredancekönigin von der Columbia, Victoria Nuland haben:
Be it resolved, don’t go hunting monsters.
Wo das Team mit Mearsheimer prompt die Debatte gewinnt.
Also nachdem es die Debatte eh schon gewonnen hatte:
Vor der Debatte (Pre-debate):
Pro (Mearsheimer / Walt): 55 %
Contra (Pompeo / Nuland): 45 %
Nach der Debatte (Post-debate):
Pro (Mearsheimer / Walt): 56 %
Contra (Pompeo / Nuland): 44 %
Die Ukraine muss natürlich, so Merz, selbst bestimmen, wie sie die 90 Milliarden von Deutschland (haben sie nicht mitbekommen, dass sich der CDU-Staatssekretär versprochen hat? Nein?) -- nun, wie sie von den 90 Milliarden US Waffen kauft. Das ist so wichtig.
Für die selbstbestimmte Ukraine.
Also uns ist “Die Ukraine muss das selbst entscheinden” als Impetus, als Handlungsmotiv, so wichtig - wir führen deshalb ja gerne 10 Jahre Krieg --
Und sagen nicht was Selenskyj davor so getan hat. “Natobeitritt in die Verfassung geschrieben” ist noch die freundliche Auslegung.
Aber mit der erhängt man ja derzeit alle Kritiker.
So, und jetzt müssen die USA nur noch in Kuba aufräumen - und dann können die Neocons eigentlich wieder mit der nächsten US Regierung uns Amt gewählt werden können. Ich mein, nachdem die neue Generation in der Columbia von den alten Garden so gut auf ihre verantwortungsvolle Rolle in der Welt vorbereitet wurde…
Sehen sie der Standard freut sich auch schon, dass die US jetzt Kuba angreifen werden…
https://harlekin.me/allgemein/der-standard-will-fuer-das-grad-1-euro-spenden/

