The understatement of the week

30. Oktober 2026

Das US-Verteidigungsministerium hat meh­re­re euro­päi­sche Nato-Verbündete offen­bar auf­ge­for­dert, ihre öffent­li­chen War­nun­gen vor Russ­land zu mäßi­gen. Hoch­ran­gi­ge Pentagon-Vertreter argu­men­tier­ten, bestimm­te Äuße­run­gen euro­päi­scher Poli­ti­ker und Regie­rungs­be­am­ter könn­ten die Sicher­heit des Kon­ti­nents gefähr­den. Die unge­wöhn­li­che For­de­rung sorgt bei eini­gen Ver­bün­de­ten für Verwunderung.

Das berich­tet die Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters am Frei­tag unter Beru­fung auf vier mit den Gesprä­chen ver­trau­te Per­so­nen, dar­un­ter drei euro­päi­sche Regie­rungs­ver­tre­ter und ein ame­ri­ka­ni­scher Beam­ter. Die Auf­for­de­run­gen sei­en in den ver­gan­ge­nen Wochen bei ver­trau­li­chen bila­te­ra­len Tref­fen über­mit­telt worden.

Zu den ange­spro­che­nen Staa­ten gehö­ren dem­nach Est­land, Lett­land und Litau­en. Ob Washing­ton auch ande­re euro­päi­sche Regie­run­gen, dar­un­ter Deutsch­land, zu einer gemä­ßig­te­ren Spra­che auf­ge­for­dert hat, konn­te Reu­ters nicht feststellen.

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Ein wei­te­rer euro­päi­scher Regie­rungs­ver­tre­ter beschrieb die ame­ri­ka­ni­sche Bot­schaft gegen­über der Nach­rich­ten­agen­tur sinn­ge­mäß so: Die USA unter­stütz­ten ihre Ver­bün­de­ten wei­ter­hin, erwar­te­ten aber, dass die­se öffent­lich weni­ger Auf­se­hen erregten.

War­um die For­de­rung bei Euro­pas Nato-Partnern für Ver­wun­de­rung sorgt
Die Gesprä­che sei­en höf­lich und nicht kon­fron­ta­tiv ver­lau­fen, berich­te­ten die Infor­man­ten. Den­noch hät­ten die ame­ri­ka­ni­schen Auf­for­de­run­gen bei eini­gen euro­päi­schen Ver­tre­tern Unver­ständ­nis ausgelöst.

Ein Regie­rungs­ver­tre­ter bezeich­ne­te die Hal­tung des Pen­ta­gons gegen­über Reu­ters als beson­ders irri­tie­rend. Schließ­lich hät­ten die Geheim­diens­te der bal­ti­schen Staa­ten die Wahr­schein­lich­keit eines unmit­tel­ba­ren rus­si­schen Angriffs auf Nato-Gebiet zuletzt eher zurück­hal­tend eingeschätzt.

Bei einem wei­te­ren Tref­fen sol­len Pentagon-Vertreter auch eine est­ni­sche Dele­ga­ti­on auf­ge­for­dert haben, sich in öffent­li­chen Stel­lung­nah­men maß­voll aus­zu­drü­cken. Wel­che kon­kre­ten Äuße­run­gen Washing­ton dabei bean­stan­de­te, ist nicht bekannt.

Das ame­ri­ka­ni­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um woll­te die Anga­ben weder bestä­ti­gen noch demen­tie­ren. Ver­trau­li­che Gesprä­che zwi­schen Ver­bün­de­ten blie­ben ver­trau­lich, erklär­te ein Pentagon-Sprecher gegen­über Reu­ters. Auch die Nato äußer­te sich nicht. Die Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­en der drei bal­ti­schen Staa­ten reagier­ten zunächst nicht auf Anfragen.

Inner­halb des Bünd­nis­ses gibt es unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen dar­über, wie die Bedro­hung durch Russ­land öffent­lich dar­ge­stellt wer­den sollte.

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