Das US-Verteidigungsministerium hat mehrere europäische Nato-Verbündete offenbar aufgefordert, ihre öffentlichen Warnungen vor Russland zu mäßigen. Hochrangige Pentagon-Vertreter argumentierten, bestimmte Äußerungen europäischer Politiker und Regierungsbeamter könnten die Sicherheit des Kontinents gefährden. Die ungewöhnliche Forderung sorgt bei einigen Verbündeten für Verwunderung.
Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag unter Berufung auf vier mit den Gesprächen vertraute Personen, darunter drei europäische Regierungsvertreter und ein amerikanischer Beamter. Die Aufforderungen seien in den vergangenen Wochen bei vertraulichen bilateralen Treffen übermittelt worden.
Zu den angesprochenen Staaten gehören demnach Estland, Lettland und Litauen. Ob Washington auch andere europäische Regierungen, darunter Deutschland, zu einer gemäßigteren Sprache aufgefordert hat, konnte Reuters nicht feststellen.
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Ein weiterer europäischer Regierungsvertreter beschrieb die amerikanische Botschaft gegenüber der Nachrichtenagentur sinngemäß so: Die USA unterstützten ihre Verbündeten weiterhin, erwarteten aber, dass diese öffentlich weniger Aufsehen erregten.
Warum die Forderung bei Europas Nato-Partnern für Verwunderung sorgt
Die Gespräche seien höflich und nicht konfrontativ verlaufen, berichteten die Informanten. Dennoch hätten die amerikanischen Aufforderungen bei einigen europäischen Vertretern Unverständnis ausgelöst.Ein Regierungsvertreter bezeichnete die Haltung des Pentagons gegenüber Reuters als besonders irritierend. Schließlich hätten die Geheimdienste der baltischen Staaten die Wahrscheinlichkeit eines unmittelbaren russischen Angriffs auf Nato-Gebiet zuletzt eher zurückhaltend eingeschätzt.
Bei einem weiteren Treffen sollen Pentagon-Vertreter auch eine estnische Delegation aufgefordert haben, sich in öffentlichen Stellungnahmen maßvoll auszudrücken. Welche konkreten Äußerungen Washington dabei beanstandete, ist nicht bekannt.
Das amerikanische Verteidigungsministerium wollte die Angaben weder bestätigen noch dementieren. Vertrauliche Gespräche zwischen Verbündeten blieben vertraulich, erklärte ein Pentagon-Sprecher gegenüber Reuters. Auch die Nato äußerte sich nicht. Die Verteidigungsministerien der drei baltischen Staaten reagierten zunächst nicht auf Anfragen.
Innerhalb des Bündnisses gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die Bedrohung durch Russland öffentlich dargestellt werden sollte.
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