Der Standard will und will heute seinen Ukraine Ticker nicht updaten

10. Juni 2024

Es ist jetzt schon 7:45 Uhr - nichts.

Sol­len die Öster­rei­cher die sich über die Wahl infor­mie­ren doch noch die Über­schrift des Tickers von ges­tern sehen…

Moment! Gera­de eben rutscht der Ticker noch zwei Spal­ten tie­fer auf der Haupt­sei­te - und eröff­net heu­te mit - einem Bericht über die Selen­skyj Anspra­che ges­tern Abend!

Wei­te­res Unter­stüt­zungs­ab­kom­men mit Deutsch­land geplant

Bei der Ver­tei­di­gung gegen Russ­land rech­net die Ukrai­ne eige­nen Anga­ben zufol­ge mit dem Abschluss eines wei­te­ren Unter­stüt­zungs­ab­kom­mens mit Deutsch­land. “Wir berei­ten neue Abkom­men für die Ukrai­ne mit euro­päi­schen Part­nern über zusätz­li­che Unter­stüt­zungs­maß­nah­men vor, ins­be­son­de­re mit Deutsch­land”, sag­te Selen­skyj in sei­ner abend­li­chen Video­an­spra­che am Sonntag.

Um wel­che Art von Hil­fe es sich dabei han­deln soll, führ­te er jedoch nicht aus. Statt­des­sen ver­wies er noch auf lau­fen­de Vor­be­rei­tun­gen für ein Sicher­heits­ab­kom­men, das die Ukrai­ne mit den USA schlie­ßen will. Die­ses war in der Ver­gan­gen­heit bereits ange­kün­digt worden.

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Mitt­ler­wei­le fällt schon den ers­ten Stan­dard Lesern auf, dass etwas nicht stimmt…

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Ticker Ges­tern 22:30 (nach der abend­li­chen Selen­skyj Anspra­che die heu­te als ers­te Mel­dung zitiert wird -- ist ja auch nichts Wich­ti­ges passiert…):

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Ges­tern 17:25 (br.de): (nicht mehr im Stan­dard Ticker)

17.25 Uhr: Biden-Berater - Rus­si­sche Offen­si­ve in Regi­on Char­kiw stockt

Die rus­si­sche Mili­tär­of­fen­si­ve in der nord­ost­ukrai­ni­schen Regi­on Char­kiw ins Sto­cken gera­ten, so die Ein­schät­zung des Natio­na­len Sicher­heits­be­ra­ters von US-Präsident Joe Biden, Jake Sul­li­van. Am Sonn­tag sag­te er dem US-Sender CBS: “Char­kiw ist wei­ter­hin bedroht, aber die Rus­sen sind nicht in der Lage gewe­sen, in den ver­gan­ge­nen Tagen in die­ser Gegend sub­stan­zi­el­le Fort­schrit­te vor Ort zu machen.”

Heu­te um 04:22 (br.de):

04.22 Uhr: Kady­row - Rus­si­sche Trup­pen erobern mit tsche­tsche­ni­scher Hil­fe ukrai­ni­sches Dorf

Rus­si­sche Trup­pen haben nach Anga­ben des tsche­tsche­ni­schen Macht­ha­bers Ram­san Kady­row unter Füh­rung sei­ner Spe­zi­al­ein­heit ein ukrai­ni­sches Grenz­dorf ein­ge­nom­men. Der “groß ange­leg­te geplan­te Vor­stoß” zur Ein­nah­me des ukrai­ni­schen Dor­fes Ryschiw­ka in der Regi­on Sumy habe “der ukrai­ni­schen Sei­te, die zum Rück­zug gezwun­gen war, erheb­li­che Ver­lus­te zuge­fügt”, teil­te Kady­row, der sei­ne Regi­on im Süd­kau­ka­sus seit 2007 als Kremltreu­er regiert, über den Kurz­nach­rich­ten­dienst Tele­gram mit. Stel­lung­nah­men des rus­si­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums und der ukrai­ni­schen Mili­tär­be­hör­den lie­gen zunächst nicht vor.

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Na, Öster­reich bekommt das auch nach dem Früh­stück nicht als Meldung…

Kar­te:

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Aber auch sonst schlägt sich der Stan­dard heu­te sehr souverän…

Die FPÖ, ursprüng­lich Sam­mel­be­cken für das drit­te Lager, gegrün­det von einem SS-Brigadeführer, ist erneut ein Sam­mel­be­cken geworden:

- für jene, die Vor­be­hal­te gegen die Migra­ti­ons­po­li­tik haben;
- für jene, die Putin eh nicht so schlimm finden;
- für jene, die sich durch Imp­fung, Coro­na und sowie­so gede­mü­tigt fühlen;
- für jene, die Kli­ma­schutz für über­flüs­sig erachten;
- und für jene, die ein­fach mal einen Denk­zet­tel aus­stel­len wollen.

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Unglaub­lich, dass es sol­che Leu­te in die­ser Gesell­schaft auch gibt, nicht?

--- Jetzt ist es 7:55 Uhr und der Ticker ist - noch immer ohne ent­spre­chen­de Mel­dung, in die fünf­te Zei­le der Haupt­sei­te gerutscht - mit dem Resul­tat dass sich im gesam­ten Ticker von heu­te seit einer hal­ben Stun­de nur 4 Kom­men­ta­re befinden…

Ich frag mich wann der PR Bera­ter in Kiew ran geht…

--- 7:56! Die Redak­teu­rin hat es geschafft! 🙂

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Sogar Sumy steht mit dabei.. 🙂

(Ich gebs zu, ich hab mir die Dau­men gedrückt, dass die Mel­dung auch nach 8:00 nicht auf der Sei­te zu fin­den ist. 🙂 Naja, die Kar­te die ich gebas­telt habe bringt zumin­dest einen klei­nen Mehrwert… 🙂 )

edit: Hier - viel­leicht auch nicht uninteressant:

As of the 2001 Ukrai­ni­an cen­sus, the sett­le­ment had 854 inha­bi­tants. Their nati­ve lan­guages were 82.38% Ukrai­ni­an and 17.27% Russian.[1]

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Übri­gens: Der Ticker Titel wur­de nicht zur wahr­schein­lich wich­tigs­ten Mel­dung des Tages geup­dated. Sonst clickt noch ein Öster­rei­cher. (Bevor es vom ISW bestä­tigt ist.)

edit: Die Ukrai­ne bestrei­tet nicht, dass dort jemand gewe­sen wäre - aber der sei ja gar­nicht erfolg­reich gewesen.

Ukrai­ni­sche Behör­den wie­sen die Anga­ben Kady­rows zurück. Es gebe dort kei­ne rus­si­schen Trup­pen, erklär­te Jurij Sar­ko, ein Ver­tre­ter der Behör­de in Sumy, gegen­über dem ukrai­ni­schen Medi­en­un­ter­neh­men Sus­pil­ne. Andrij Kow­a­len­ko, der Lei­ter des Zen­trums zur Bekämp­fung von Des­in­for­ma­ti­on der ukrai­ni­schen Regie­rung, sag­te, dass rus­si­sche Streit­kräf­te zwar ver­sucht hät­ten, die Ver­tei­di­gung der Ukrai­ne an der Ryschiwka-Front zu durch­bre­chen. Die ukrai­ni­schen Streit­kräf­te hät­ten die Situa­ti­on aber unter Kon­trol­le. Aller­dings blei­be die Gefahr rus­si­scher Aktio­nen im Grenz­ge­biet bestehen.

src: click (der­stan­dard)

Was toll ist. Denn um 08:15 hat apostrophe.ua noch berich­tet, dass da nie­mand dort gewe­sen wäre:

Repre­sen­ta­ti­ves of the Bilo­pil com­mu­ni­ty of Sumy Regi­on denied reports that the occu­p­iers have sei­zed the vil­la­ge of Ryzhiv­ka, say­ing that the­re are no enemy tro­ops in the village.

This was repor­ted by the Head of the Bilo­pil com­mu­ni­ty, Yuriy Zar­ko, in a com­men­ta­ry for Suspilne.

It is worth recal­ling that recent­ly, the Tele­gram chan­nel of the Head of the Che­chen Repu­blic Ram­zan Kady­rov wro­te that the enemy alle­ged­ly mana­ged to cap­tu­re the bor­der vil­la­ge of Ryzhiv­ka in the Bilo­pil urban com­mu­ni­ty of the Sumy Region.

Howe­ver, on June 10, the Head of the Bilo­pil com­mu­ni­ty, Yuriy Zar­ko, denied the occup­a­ti­on of the vil­la­ge, say­ing that the­re were no Rus­si­an tro­ops in Ryzhivka.

Ear­lier, the Depu­ty Mayor of Bilo­pil­lia Volo­dym­yr Viduev indi­ca­ted that as of May 22, 2024, about 7 peop­le remai­ned in Ryzhivka.

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Das ist übri­gens der vom Stan­dard selbst genann­te Jurij Sar­ko den der Stan­dard nennt, aber nicht in vol­lem Umfang zitiert, damit er den Wider­spruch nicht brin­gen muss.

Also -

Dort im Dorf wars ganz ruhig, und da ist auch niemand.

Auch wenn die Rus­sen ver­sucht hät­ten die Front dort zu durchbrechen.

Besetzt war das Dorf aber zu kei­ner Zeit, denn man habe die Lage unter Kontrolle…

Also, von der Gren­ze, bis zum Dorf sind es 120 Meter

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- an der Gren­ze waren die Rus­sen schon, aber IM Dorf waren sie zu kei­ner Zeit, dort wars es ja auch immer ganz ruhig, dort sieht man nicht mal irgend­wel­che Russen.

Und jetzt ist die Lage unter Kontrolle.

Der Stan­dard ent­fernt dann noch extra den Teil mit der wider­sprüch­li­chen Aus­sa­ge - nennt aber noch bei­de Quellen.

Und prü­fen wer­den es wohl die laut Yuriy Zar­ko noch ver­blei­ben­den 7 Ein­woh­ner des Dor­fes

Herr­lich, so das Leben als Stan­dard Jour­na­list, wo ein Wider­spruch bei­na­he offen­sicht­lich wird, kürzt man ein­fach die zitier­te Meldung…

Estimates after the italian results

09. Juni 2024

edit: Updated
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So, do we look at the trend, or the libe­ral cen­ter thats still holding?

Die Pres­se (öster­rei­chi­sche Tages­zei­tung) bringt heu­te Früh den Öster­rei­chern lie­ber die Daten von 0:20, da war das Ergeb­nis noch schöner…

Ser­vice am bür­ger­li­chen Leser.

So schmeckt der Morgen-Kaffee gleich besser.

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Wer braucht am nächs­ten Tag schon Gra­fi­ken die up to date sind…

Nur Leser der Finan­cial Times. Doch nicht der Durchschnittsösterreicher…

edit: Die Pres­se hat so um etwa 09:00 die älte­re Gra­fik durch die aktu­el­le ersetzt.

No sh*t sherlock

09. Juni 2024


Bolo­gna Insti­tu­te for Poli­cy Rese­arch (BIPR), Johns Hop­kins Uni­ver­si­ty SAIS Europe

I espe­cial­ly lik­ed the “I wan­ted so much to be the­re with you - what I had to say is I dont know, bye!” guy.

Next time, champ.

Made my day

09. Juni 2024

Im Bru­no Krei­sky Forum, das ver­sucht mit den sel­ben ver­al­te­ten For­meln von vor zehn Jah­ren jetzt noch Zukunft zu chan­neln - wobei zwei Leu­te ver­su­chens, der Rest macht Name­drop­ping und Plat­ti­tü­den hop­ping -- im Übri­gen auch eine Kar­rie­re, die in der in der öster­rei­chisch­sen Intel­li­gen­zia sehr erfül­lend sein kann, ich mein, die brau­chen zwei von der Sor­te für das Panel -- aber egal, also im Bru­no Krei­sky Forum kommt ges­tern grad die Che­fin von Infi­ni­on (!) drauf, dass der Green New Deal zwar “ambi­tio­niert und gut gemeint, aber nicht gut gemacht” sei - denn -

*TROMMELWIRBEL*

Wie schaut ein green deal heu­te aus? Ich habs letzt­hin auch in einem Inter­view gesagt - er ist gut gemeint, aber nicht gut gemacht. Weil wo sind denn für Euro­päi­sche Unter­neh­men jetzt die Vor­tei­le? Dadurch das wir die­se grü­ne Trans­for­ma­ti­on machen. Wo haben wir bei einem glo­ba­len Wett­be­werb dar­aus Vor­tei­le, dass wir uns in Euro­pa die­se höchst ambi­tio­nier­ten und rich­ti­gen Zie­le setzen?

Wir haben mehr Auf­la­gen, wir haben höhe­re Ener­gie­kos­ten, wir haben höhe­re Infla­ti­on, wir haben ein Lie­fer­ket­ten­ge­setz, wir haben - wir habens letzt­hin auch wie­der recher­chiert, 850 zusätz­li­cher regu­la­ti­ve Akte, 5000 Sei­ten für jedes Unter­neh­men - wo lei­ten sie Wett­be­webs­fä­hig­keit dar­aus ab?

Und ich möchts noch­mal ganz deut­lich sagen, mir gehts nicht um die­ses schwarz weiß dis­ku­tie­ren, ist ein green deal gut oder schlecht, ist ein Lie­fer­ket­ten­ge­setz gut oder schlecht? Die Din­ge sind zu ambi­tio­niert dass man sie so ver­kürzt dis­ku­tiert. Es geht dar­um sich ambi­tio­nier­te Zie­le zu set­zen und sich dann gut zu über­le­gen, wie man sie dann imple­men­tiert. Näm­lich so, dass am Schluss dann das Ziel herauskommt…”

Hey, ich mein - gut, das kannst du von den Trans­at­lan­ti­kern in Alp­bach nicht ver­lan­gen - da hat der Johan­nes Stangl Fri­days for Future Öster­reich als einer von zwei Mit­grün­dern mit­ge­grün­det “weil wir sowas in Öster­reich auch brau­chen” - dann ham sie zwei Som­mer der der Frei­heit und Lie­be gefei­ert - und der Stan­dard hat die Ideo­lo­gie kopiert, und Lachs­bröt­chen gefres­sen, und dann wars das --

wie “das muss auch wirt­schaft­lich und gesell­schaft­lich trag­fä­hig sein?”.

Wir impor­tie­ren jetzt Flüs­sigas mit einem Methan­aus­stoß von jen­seits von gut und Böse, aus den US und den ara­bi­schen Staa­ten, ver­bren­nen neben­her Koh­le - und dann machen wir eine Regle­men­tie­run­gen, dass die den Emis­si­ons­aus­stoß durch moder­ne­re Tan­ker mit Glas­kup­peln ein­däm­men müs­sen, und dann leben wir wei­ter im Haus der Eltern und unse­ren Ver­sor­gungs­pos­ten, nicht?

Komm, unse­re Ver­mö­gens­wer­te haben wir als Boo­mer doch eh schon in den USA inves­tiert. Mehrheitlich.

Komisch - jetzt steh ma im oder neben dem Krieg, und haben schon bei­na­he öffent­li­che Revol­ten, und haun als Ver­an­stal­ter die sel­be Scheis­se wie vor 20 Jah­ren raus, nur mit ein bis­serl mehr Aus­län­der­het­ze wegen der Revol­ten - aber mit “brau­chen auch Inno­va­ti­on” in jedem zwei­ten Satz… und…

Naja, reflek­ti­ern wir lie­ber nicht zu viel. Der Stan­dard konn­te wenigs­tens noch sei­ne Lachs­bröt­chen fressen.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk und abar­tigst Allerletzte.

Komm, jetzt aber noch bit­te ein Rot­te Drei­jäh­ri­ger mit süßem Blick für mei­ne Boo­mer. Die die ihre Invest­ments nicht umschich­ten wollten…

Aber hey, lag nicht dar­an - wir haben über­haupt ver­ges­sen uns davor noch eine Stra­te­gie aus­zu­den­ken (macht das nicht das LNG Gas aus den US?!). Viel­leicht mag Einer von denen die nie rea­li­siert haben, dass in Kali­for­ni­en ande­re kli­ma­ti­sche und daher Ertrags­be­din­gun­gen herr­schen, noch mal beim Arnie anru­fen - oder…?

Guuuuuut dass wir jetzt Krieg haben, da müs­sen wird das auch gar­nicht aufarbeiten.

Da haben wir im übri­gen auch ver­ges­sen uns eine Stra­te­gie aus­zu­den­ken, das macht ja jetzt die Ukrai­ne für uns… Oder viel­leicht das US LNG gas, who knows…

Übri­gens wider­spre­chen will ihr im Panel kei­ner. Wo ist der Stangl - wenn man ihn auf der Büh­ne haben müsste…

Aus­weg da raus? “Wett­be­werbs­fä­hig­keit stär­ken”, sie glau­ben doch nicht das die Infi­ni­on Vor­stands­vor­sit­zen­de was ande­re fordert…

Dann klat­schen noch so ein paar. Im Bru­no Krei­sky Forum.

Weil wenns den Jun­gen schlech­ter dafür geht, dass sie mei­ne Pen­si­on zahln, …

Habe die Bra­vo rufe ver­misst. Publi­kum wahr­schein­lich schon zu alt.

edit: Hier zur Fei­er des Tages ihr fuck­ing Wichser:

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Ein Hoch auf die umla­gen­fi­nan­zier­te Alters­ver­sor­gung, damit sie auch mor­gen noch im Bru­no Krei­sky Forum klat­schen können.

Monkey no see, monkey no tell, monkey no do!

09. Juni 2024

Ein super Frie­dens­pro­jekt” – Wie Erst­wäh­ler die EU sehen

Neun Jugend­li­che erzäh­len dem STANDARD, was die EU für sie bedeu­tet und war­um sie am Sonn­tag zum ers­ten Mal ihre Stim­me bei einer bun­des­wei­ten Wahl abgeben

src: click (der­stan­dard)

Ver­tei­di­gungs­stra­te­gie

Wie die Kom­mis­si­on die EU auf Kriegs­wirt­schaft umstel­len will

Die Kom­mis­si­on will Euro­pas Rüs­tungs­in­dus­trie mas­siv stär­ken – und den Staa­ten nach SPIEGEL-Informationen ver­ord­nen, mehr bei EU-Firmen ein­zu­kau­fen. In den Mit­glieds­län­dern ist man irritiert.
Von Mar­kus Becker, Brüssel
04.03.2024, 20.34 Uhr

[…]

»Wech­sel von der Frie­dens­di­vi­den­de zur Kriegswirtschaft«
Das Paket besteht aus zwei Tei­len, der »Euro­pean Defen­se Indus­try Stra­te­gy« (Edis), die Zie­le und Grün­de der Initia­ti­ve dar­legt, und dem »Euro­pean Defen­se Indus­try Pro­gram­me« (Edip), dem eigent­li­chen Geset­zes­vor­schlag. Er ist, vor­sich­tig aus­ge­drückt, ambi­tio­niert. »Edip ist das Pro­gramm für den Wech­sel von der Frie­dens­di­vi­den­de zur Kriegs­wirt­schaft«, sagt ein EU-Beamter.

[…]

Doch wäh­rend die Zie­le der Stra­te­gie in der EU weit­ge­hend kon­sens­fä­hig sind, sor­gen die Metho­den, die die Kom­mis­si­on im Sinn hat, schon jetzt für Irri­ta­tio­nen. »Über­grif­fig« sei es, was die Behör­de von Ursu­la von der Ley­en pla­ne, sagen meh­re­re Diplo­ma­ten. Ver­tei­di­gung sei Sache der EU-Staaten, die Kom­mis­si­on habe ihnen nicht hineinzureden.

Tat­säch­lich gibt die Kom­mis­si­on in ihrer Rüstungsindustrie-Strategie sich selbst eine zen­tra­le Rol­le. So will sie eine Art Ober­auf­sicht über die Rüs­tungs­in­dus­trien in den Mit­glieds­län­dern füh­ren, indem sie ein »Map­ping« der Rüs­tungs­lie­fer­ket­ten in den Staa­ten durch­führt. Sie will Typen und tech­ni­sche Daten von Pro­duk­ten sowie ihre Posi­tio­nen in den natio­na­len Lie­fer­ket­ten sowie Her­stel­lungs­ka­pa­zi­tä­ten abfra­gen und ein regel­mä­ßi­ges Moni­to­ring durch­füh­ren. Das Ziel sei es, »nahe­zu in Echt­zeit die Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tät in der EU, Ein­flüs­se auf die Ver­sor­gung mit wich­ti­gen Rüs­tungs­gü­tern und die Lager­be­stän­de zu analysieren«.

Zwar will die Kom­mis­si­on mit den EU-Staaten in einem Aus­schuss zusam­men­kom­men und des­sen »Rat und Mei­nung« ein­ho­len. Aller­dings bean­sprucht sie dort selbst den Vor­sitz – gemein­sam mit dem EU-Staat, der gera­de die halb­jähr­lich rotie­ren­de Rats­prä­si­dent­schaft inne­hat. In Ber­lin etwa lehnt man die »Mapping«-Idee der Kom­mis­si­on strikt ab.

Doch deren Vor­schlä­ge rei­chen noch wei­ter. Das Ver­mei­den von Eng­päs­sen bei wich­ti­gen Rüs­tungs­gü­tern »recht­fer­tigt ver­hält­nis­mä­ßi­ge Ein­grif­fe in Grund­rech­te«, heißt es im Edip-Entwurf – »etwa in die unter­neh­me­ri­sche Frei­heit und das Eigen­tums­recht«. Mit ande­ren Wor­ten: Not­falls sol­len EU-Firmen gezwun­gen wer­den kön­nen, ihre Pro­duk­ti­on umzu­stel­len. Selbst die Beschlag­nah­me von Rüs­tungs­gü­tern erscheint unter die­sen Umstän­den nicht ausgeschlossen.

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Haben sie heu­te eh schon gewählt?!

Ich bin ja dafür das Wahl­al­ter bald­mög­lichst auf drei Jah­re abzu­sen­ken, dann gibts da in der Zei­tung noch viel süs­se­re Kinderaugalan.

Die Öffent­lich­keit so der­ar­tig am Wahl­tag zu ver­ar­schen schafft auch nur der Standard…

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut abgrund­tief gro­tesk Allerletzte.