Globsec Panel zum Thema Regime Change in Russia: Really. Really?
Moderator: Also eigentlich hab ich ja immer gelacht, wenns darum ging, dass jemand gesagt hat Europa wolle Regime Change in Russland einleiten, aber jetzt hat sich das gedreht.
Mr. Khodorkovsky wie bringt man Regime Change in Russland zusammen?
Khodorkovsky: In Russland ist Macht sehr stark personenzentriert. Man muss Putin töten.
Moderator: Ah, das ist ja toll, wer wird Putin töten? Die Elite, die Zivilgesellschaft, das Militär?
Khodorkovsky beginnt Namen aufzuzählen. (!)
Moderator: Das ist ja toll, Rosa Balfour, Director - Carnegie Europe, was denken sie?
Rosa Balfour: Nun diese Gespräche finden bereits hinter verschlossenen Türen statt, und es ist gut, dass man sie jetzt in die Öffentlichkeit trägt, Europa hat kein Interesse an einem Zerfall Russlands, aber wir können viel machen. Über NGOs, über Expats, vor allem aber über die Jugend, denn die Jugend ist die Zukunft. Ich habe gehört das 10% der russischen IT-ler das Land verlassen haben, da können wir ansetzen.
Und wenn das nicht funktioniert, könnten an Russlands Grenzen neue Konfliktherde entstehen, die Russland durch overextension nicht mehr gemanaged bekommt. (siehe auch: Rand: Overextending and Unbalancing Russia)
Moderator: Nicolas Tenzer, Chairman, Center for Study and Research on Political Decision, wie sehen sie das so?
Nicolas Tenzer: Also ich möchte sagen, dass die Ukrainer im Grunde für die Zukunft Russlands kämpfen. Die Ukrainer sterben für die Zukunft Russlands. Die Bevölkerung Russlands wird eines Tages den ukrainischen Kämpfern Tribut zollen müssen, denn ich denke, dass die einzige Chance für Russland - eines Tages, wenn überhaupt - frei zu sein, der vollkommene Sieg der Ukrainer ist. Und mehr noch, die vollkommene Niederlage Russlands.
80% des Rationals unter den Leserzuschriften ist, Russland muss den Krieg jetzt irgendwie überstehen, denn sonst werden wir vom Westen über Jahrzehnte zu Reparationszahlungen verpflichtet und dann geht es uns noch schlechter.
Ich würde sagen da sollte vielleicht noch mal eine Public Relations Agency drüberschauen? Nur so ein Gedanke.
edit: Nett ist auch der Teil indem die Vertreterin von Carnegie Europe anmerkt, es gäbe zwar Momentum gegen Imperialismus weltweit, Frankreich und Großbritannien inkludiert, aber man müsse das gegen eine Tradition stabiler Machtwechsel in den Regionen abwägen. Nicht falsch - nett. Wertewesten halt.
In Russland wächst die öffentliche Kritik an der eigenen Kriegsführung, weil die Truppen Moskaus keine militärischen Erfolge gegen den Widerstand der ukrainischen Streitkräfte vorweisen können. Der prominente Parlamentsabgeordnete Konstantin Satulin von der Regierungspartei Geeintes Russland beklagte bei einer Konferenz zum Thema “Welche Ukraine brauchen wir?” ein Versagen und Fehler Moskaus.
Die “militärische Spezialoperation” hätte gleich von Anfang als “Krieg” bezeichnet werden müssen, meinte Satulin. Es sei nicht nur eine Fehleinschätzung gewesen, den Krieg innerhalb weniger Tage gewinnen zu können; es sei auch nicht ein einziges vom Kreml ausgegebenes Kriegsziel erreicht worden. Es sei weder eine Entmilitarisierung noch die Neutralität noch ein besserer Schutz der Menschen im Donbass erreicht worden. “In welchem der Punkte haben wir ein Ergebnis erreicht? Nicht in einem”, sagte Satulin.
Solche Aussagen von Abgeordneten sind ungewöhnlich. Allerdings ist Satulin insofern auf Kreml-Linie, als dass er den Krieg unterstützt. Der Abgeordnete bejahte auch Frage, ob die Ukraine als Staat überleben werde. “Weil unsere Kräfte nicht ausreichen, um das zu verhindern - bei solch einer Unterstützung, die sie erhält”, meinte er mit Blick auf die westliche Hilfe für die Ukraine.
Satulin stellte sich selbst die Frage, ob die Ukraine als Staat ausgelöscht werden könne: “Sie wird fortbestehen, das kann ich Ihnen sagen. Sie wird bleiben. Weil wir nicht genug Kraft haben, das angesichts der Unterstützung, die sie [aus dem Westen] erhält, zu ändern. Sie wird fortbestehen.
“Statulin stellte sich selbst die Frage ob die Ukraine als Staat ausgelöscht werden könne” wäre in dieser Form von einem Mitglied der Staatsduma sensationell, da es darauf hindeuten würde dass das ein Primärziel Russland gewesen wäre. Die entsprechenden Assoziations-Nudges finden sich sowohl im Standard als auch im BR Online Artikel.
Also weiter zur Originalquelle.
(Sie ist im BR Online Artikel verlinkt, dann noch mal weiter zum Youtubevideo der Rede, und automatically generated subtitle translation eingeschaltet um eine zweite Übersetzung cross-referenzieren zu können.)
Bei 1:10 in:
We do not have enough grounds to be complacent and consider everything accomplished; well, for example, to assume that we will definitely win. Well, for example, that the statehood of Ukraine and Ukraine in general as such, and some say that Ukrainians as such, do not exist.
I do not want to say that I heard it here, but I heard it in other audiences, also quite representative. Here, recently at the Council on Foreign Defense Policy, a respected person, a diplomat, I will not name his last name. The rule of the Council is off the records, that is, we cannot quote directly, they said that Ukraine does not exist at all, that Ukrainians do not exist and that Ukraine in general is not a problem, we do not have such a problem. Our problem is the war with the West, […]
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In der google translate Übersetzung vom in BR Online verlinkten Transkript. src: click
Deutsche Übersetzung:
Wir haben nicht genügend Gründe/Anlass selbstgefällig zu sein und alles als erreicht zu betrachten, nun zum Beispiel - einfach anzunehmen, dass wir definitiv gewinnen werden. Nun, zum Beispiel, dass die Staatlichkeit der Ukraine und die Ukraine als solche generell, und einige sagen die Ukrainer als solche nicht existieren.
Ich will nicht behaupten ich hätte es hier jemanden sagen hören, aber ich habe von einem anderen, auch recht repräsentativen, Publikum beim Foreign Defence Council gehört - eine integre Person, ein Diplomat dessen Nachnahmen ich nicht erwähnen werde, da die Regeln des Councils Verschwiegenheit zusichern und nicht erlauben dass ich direkt zitiere, erwähnte dass die Ukraine überhaupt nicht existieren würde und dass die Ukrainer nicht existieren und dass die Ukraine generell kein Problem sei, dass wir kein solches Problem hätten. Unser Problem sei der Krieg mit dem Westen […]
Bei 8:28 in
When the conversation turns to the logic of this special military operation. You understand that it consisted in the fact - if I understand correctly, I did not read these plans - it consisted in the fact that rather quickly, after our forceful action, the Ukrainian state is falling apart, and without special sacrifices it is possible to achieve what is not managed to achieve for eight years, while trying to implement the Minsk agreements. Unfortunately, this plan fell through. It was just unreal at its core. I don’t want to settle scores now with the people who formulated it in this way, but in any case it is obvious to everyone that it did not take place.
“Wenn es um die generelle Logik dieser “Spezialoperation” geht, versteht man, dass sie soweit ich das verstehe, Ich habe diese Pläne nicht gelesen, darin bestand dass sie dazu ausgerichtet war recht schnell, nach unseren Militärschlägen (forceful action), den Ukrainischen Staat zu destabilisieren, und ohne große Opferzahlen das zu erreichen was wir in den acht Jahren nicht erreicht haben, in denen wir versucht haben die Minsk Vereinbarungen zu implementieren. Unglücklicherweise ist dieser Plan gescheitert. Er war einfach im Kern nicht realistisch. Ich möchte hier nicht mit den Leuten die ihn in dieser Art und Weise formuliert haben eine Rechnung begleichen, aber wie dem auch sei, es ist offensichtlich, dass es nicht so gekommen ist.”
On which of these items have we achieved results to date? None. Moreover, some of them have ceased to have any meaning. For example, “neutrality of Ukraine”. What is the meaning of this requirement? None at the moment. It will no longer be neutral if it continues to exist. And now the question - since it has already been said here that “the statehood of Ukraine no longer exists” - will Ukraine under the leadership of Zelensky or his successors exist as a result of everything or not? KEVORKYAN : That’s what was discussed in the two previous sections. ZATULIN : Yes, that’s what was discussed. Stay, I can tell you. Will remain. Because there is not enough strength to overcome this, with the support that they receive. Will remain.
Bei welchem dieser Punkte (Ziele der “Spezialoperation”) haben wir bis heute Resultate erreicht. Bei keinem. Mehr noch, einige von ihnen haben jede Bedeutung verloren. Zum Beispiel “Neutralität der Ukraine”. Was ist die Bedeutung dieser Bedingung? Im Moment keine. Die Ukraine wird nicht länger neutral bleiben, wenn sie weiterhin existiert. Und jetzt die Frage - da es hier bereits ausgesprochen wurde “dass die Staatlichkeit der Ukraine nicht mehr existiert” - wird die Ukraine unter der Führung von Selenskyj oder seinem Nachfolger weiter existieren, als ein Resultat von all dem oder nicht?
Panelhost: Das wurde in den letzten zwei Sessions diskutiert.
Duma Abgeordnerer: Ja, das war, was diskutiert wurde. Bleibt, ich kann es euch sagen. Sie wird weiter existieren. Es existiert nicht genügend militärische Stärke um das zu ändern, mit der Unterstützung die sie erhalten. Sie wird weiter existieren.
Ok, Problem - der Abgeordnete stellt sich nicht selbst die Frage, sondern referenziert auf die beiden Sessions davor - auf der selben Konferenz.
Ok, Problem, niemand beklagt sich über Versagen und Fehler in Moskau. Es ist ein öffentlicher Appell das Offensichtliche offen auszusprechen.
Es wird sogar explizit herausgestellt, dass es hier nicht darum ginge mit ehemaligen Entscheidern eine Rechnung zu begleichen.
Mehr noch, die eigentliche Sensation findet sich im Nebensatz bei “ich sage nicht, dass ich das hier gehört hätte”, was nahelegt, dass es eine in diesen Kreisen “durchaus normale” Position sei, dass die Ukraine weiterhin existieren könne.
Und da sich der Abgeordnete auf eine “honorige Diplomatenquelle” bezieht die die gegenteilige Meinung vertreten habe, und er morgen wohl noch leben und seinen Job genießen möchte -- ist es beinahe ausgeschlossen, dass im internen russischen Entscheidernarrativ das (die Ukraine müsse aufhören zu existieren) “die Position von Putin” ist. Zumal sie nur einem “sehr honorigen Diplomaten” unterstellt wird.
edit2: Es muss nicht einmal hergeleitet werden, der Abgeordnete spricht es im Folgesatz konkret aus:
Ukrainian statehood will remain. And, by the way, in my opinion, the leadership of our country - it did not speak out on this topic and did the right thing - in fact, makes it clear that it understands this.
Die Ukraine wird ein Staat bleiben. Und übrigens, meiner Meinung nach, hat sich die Führung unseres Landes nicht zu diesem Thema geäußert und damit richtig agiert - und macht damit klar, dass sie das versteht.
Weiters ist es SENSATIONELL, dass dieser Punkt in russischen Entscheider Zirkeln überhaupt offen debattiert wird (wie “in den zwei Sessions davor”).
Also klarer kann man glaub ich nicht mehr belegen, dass das die Position eines Autokraten ist, der sich für den nächsten Hitler hält und bis Berlin durchmarschiert wäre. Oder? Oder nicht?
Was uns zum nächsten Punkt bringt -- dass zumindest auf russischen Inteligenzia Konferenzen, scheinbar die Meinung verbreitet, und damit auch die Meinung des Abgeordneten ist, der die Pläne selbst nicht gelesen hat -- dass es Russland um eine schnelle “Disruption” der Regierungsstrukturen in Kiew gegangen sei, um dann “die Ziele zu erreichen die man in 8 Jahren Minsk nicht erreicht habe”.
Tut mir leid, aber wo ist da der Marsch nach Berlin?
Und die vorhergehende Übernahme Polens?
Die vollständige Übernahme der Ukraine?
Gut dass die deutschsprachigen Medien nicht über die Sensationen hier stolpern, und stattdessen lieber behaupten die Sensation wäre ein Beklagen der Fehler Moskaus.
Auch wenn der Vortragende explizit herausstreicht, dass es ihm nicht darum gehe.
QUALITÄTSJOURNALIMUS.
Wir sind leider wieder ausgerutscht, und konnten den Inhalt wieder nicht sinngemäß wiedergeben.
Trotzdem bleibt es eine Sensation, dass diese Bedenken in Russland öffentlich geäußert werden können und werden. Das ist eine Verschiebung in einer aktuellen Frage der öffentlichen Debatte, die vor einem Monat noch nicht in der Form möglich gewesen wäre.
Wenn die Themen in Russland debattierbar werden suggeriert das den Wunsch zur Annäherung an eine Verhandlungslösung. Noch von einem versprengten Mitglied der Regierungspartei, aber immerhin.
Was es jedoch nicht insinuiert ist eine stattfindende interne Revolte aufgrund von größer werdender öffentlicher Kritik.
Wie war das noch? Ich sollte aufhören mich mit dem Thema zu beschäftigen, es würde mir nicht gut tun? Oder zumindest mich weniger mit dem Thema beschäftigen?
Danke lieber Herr Psychologe.
Das nächste Mal hätte ich wohl lieber keine Primärquellen lesen sollen, oder?
edit: Auch der letzte Aspekt ist nicht sauber wiedergegeben - wobei, in dem Fall ists nur Semantik:
But the situation is what it is today. It consists of the following. On February 24, 2022, we launched what we called a “special military operation”, although it would be correct to call it a war from the very beginning, because it is a war. In my opinion, this is obvious to everyone today, maybe even not so much with Ukraine as, yes, right, with a consolidated anti-Russian front, led by the Americans and the countries of the West.
Aber die Situation ist, wie sie heute eben ist. Sie stellt sie wie folgt dar. Am 24. Februar 2022 haben wir, was wir eine militärische Spezialoperation genannt haben begonnen, auch wenn es richtig gewesen wäre sie von Beginn an als Krieg zu bezeichnen, da es ein Krieg ist. Meiner Meinung nach ist das heute für jeden offensichtlich - vielleicht nicht so sehr mit der Ukraine, als ja - korrekt mit einer konsolidierten anti-Russland Front, geleitet von den Amerikanern und den Ländern des Westens.
Gut, dass der Qualifikationsteil der Aussage gleich komplett weggelassen wurde… Aber Ok, Verkürzung, das ist was Journalismus im Allgemeinen macht, das geht noch in Ordnung.
Wobei erneut der Aufhänger “interne Revolte” nirgends zu sehen ist.
edit: Inhaltliche Übereinstimmung hier:
(bei 43:50 in)
Hanno Pevkur, Minister of Defence of the Republic of Estonia:
“What Russia wants to achieve, the political goals, let’s be honest - and they, these political goals of Russia have never changed, they want to have a grey-zone between Russia and NATO, they want to have a control over this grey-zone and this is what they want to achieve. And they want to have some “security guarantees” for themselves, sorry this is not the Free World and this is what Ukraine is fighting for at the moment, that they are fighting for - the Free World and rule-based world and this is why we support Ukraine so this is obvious and then this is why we can never accept this approach of Russia, looking at international law.”
Eigentlich toll, wenn man so offen die politischen Positionen aussprechen kann - nur wer erzählts der breiteren Öffentlichkeit?
edit: Der Standard hat Satulin am 10. Juni entdeckt! Offene Kritik an Putin in Russland!11!1
Claudia Major: Perspektivänderung, zu viel würde ich mir von der Offensive nicht erwarten. Zur Erinnerung, das war der Thinktank der bisher immer auf US Linie war, als einer der ersten in Deutschland schwere Waffenlieferungen gefordert hat, und alles bis zu F-16 Lieferungen von einer Eskalationsspirale in eine Lernkurve umgedeutet hat. Coining des Begriffs, Claudia Major.
Zuviel würde ich mir von der Positionsänderung jedoch nicht erwarten, denn sie wird zum Appeasement der Restgesellschaft Wolfgang Merkel gegenübergesetzt der erstmalig nicht vier zu eins niedergeschrien wird, und sagen darf, dass er noch einen langen Krieg erwartet.
Der Spiegel Moderator fokusiert auf das Gemeinsame der beiden Positionen, damit fängt man so schön die Ränder einer Gesellschaft wieder ein.
Und weil Selenskyj das mit dem langen Aufreibungskrieg nicht einfach so als Position unwidersprochen im Raum stehen lassen kann, kündigt er heute gleich mal vorsorglich den nächsten Friedensgipfel an. (Oder ists wieder nur ein Friedensformelgipfel wie im Dezember? Man weiß es nicht.) Und zwar nach dem großen Erfolg des Friedensgipfels kommenden Dezember, noch einen zweiten im Juli. Auch wenn der Erste noch nicht mal stattgefunden hat. (edit: Oh, fast hätte ich es übersehen, Friedensgipfel das erste Mal beim Standard unter Anführungszeichen.)
Weil Selenskyj ist ja ein Friedenspräsident, da ist das nur konsequent.
Moment, nur Hodges ist in den deutschen Breitenmedien weit und breit nicht mehr zu sehen. Der ist mittlerweile verschlissen und darf nur noch in den Medien mit Medienpartnerschaft mit der Österreichisch Amerikanischen Gesellschaft auftreten, die keine Reichweite haben. click Im Moment. Vertritt dafür aber den Angle “die Ukraine muss schnell in die Nato, wir können so viel von ihr lernen”.
edit: Hold the presses, this just in: Counter offensive - but you should really say offensive - should start within several days:
Der Standard hat sich da leider beim Titel verschrieben, das sollte ukrainische Transit-Gaslieferungen heißen.
Zum Glück haben uns diverse singende Canaries der US Regierung eh schon seit einem Jahr vorgewarnt. Zusatz: Zeihan sieht das seit einem Jahr als überfällig.
“Singende Canaries” - ja scheibe. Gut informierte Kreise auf US Linie die seit über einem Jahr darauf ihre Wirtschaftsprognosen aufbauen. Öffentlich. Fuck Kreativität.
Aber gut dass die Ukraine hier nicht auf ein höheres Preisniveau in Europa gegenüber dem in den US setzt.
Weil, in der Ukraine da läuft ja derzeit kein proxy Krieg.
Vielleicht sollte man den Masala nochmal bei allen CDU/CSU Landesvereinen rumschicken, damit ers noch einmal betonen kann. Einmal quer durch alle durch könnte sich da bald als zu wenig erweisen.
Schon blöd, wenn Deutschland jetzt keine Panzer - und damit auch keine Verhandlungsmasse mehr hat um für Kiew noch irgendwie interessant zu sein, nicht wahr…
Naja, dann halt keine Hochindustrie mehr in Mitteleuropa, der Habeck wirds schon richten.
Wie viel russisches Gas kam denn vergangenen Winter eigentlich noch nach Europa?
Zwischen Januar und November 2022 kamen weniger als ein Viertel der Gaseinfuhren der EU aus Russland (Pipeline-Gas + LNG).
Sorry übrigens dass ich das von der europäischen Warte aus sehe - der Standard arbeitet sich aktuell gerade an der österreichischen Lokalpolitik ab.
edit: Aus gegebenem Anlass hier noch mal der aktuelle Finanzierungsschlüssel des Kriegs in der Ukraine:
Im Monat Mai so viele Raketen, Marschflugkörper und Drohnen auf Kiew abgefeuert wie noch nie seit Kriegsbeginn
Russland, das seit mehr als 15 Monaten einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, beschießt Kiew derzeit besonders heftig. Im Mai etwa waren innerhalb eines Monats so viele Raketen, Marschflugkörper und Drohnen auf Kiew abgefeuert wie noch nie seit Kriegsbeginn.
“I have the statistic here, only in these several days of may they fired almost 20% of missiles and drones, which were fired starting from october of last year.”
Ex-OMV-Chef Roiss sagte, Österreich werde bald kein russisches Gas mehr bekommen. Bei der E-Control hält man dies für unwahrscheinlich, im Energieministerium sucht man Alternativen
Bei der Regulierungsbehörde E-Control sieht man die Möglichkeit einer Verlängerung aber intakt. “Pipelinekapazitäten können ab 2025 auch kurzfristig gebucht werden”, sagt Carola Millgramm, Gasexpertin der E-Control, zum STANDARD. “Dass es nach dem Jahr 2024 gar keinen Gasfluss mehr gibt, halten wir für unwahrscheinlich.” Auch die Ukraine habe ein Interesse an dem Transit, weil sie “Erlöse aus der Durchleitung” bekomme.
Lanz: “Seine Eltern sind fassungslos. Ich glaube seine Mutter ist Ärztin, sein Vater Polizist - total pazifistischer Haushalt, wie gesagt - und ich meine, also nichts ist weiter weg von denen als Krieg, aber er hat dann auch sehr ehrlich, wie ich fand - beschrieben eine gewisse Faszination fürs militärische, und hat dann beschrieben wie er sich dann einfach in - sich in dieses Auto setzt und losfährt [Lanz in anhimmelndem Tonfall] in die Ukraine und sich dann dort meldet in der Ukraine und dann…”
Precht: “Ja wo meldet man sich dann?”
Lanz: “Ja genau man man man man geht - er hat sich da irgendwie bei so einer Behörde gemeldet und hat dann alle möglichen Dokumente mitgebracht hat - oder sowas… [schön im anhimmelnden Erzählfluss bleibend]”
Precht: “Also du gehst da zum Kreiswehrersatzamt oder sowas? - Das heißt da wahrscheinlich anders, ja? Also irgendwie so ein Kriegsrekrutierungs Büro oder so?”
Lanz: “Genau.”
Precht: “Und da meldest du dich und sagst, ich bin der und der und ich will, ja ich will da… Wird der nicht sofort erstmal für einen Spion gehalten?”
Lanz: “Eh nein, weil es tatsächlich, weil das habe ich ihn auch gefragt, woher die Leute alle kommen und der hat da in einer in einer mit einer Gruppe gekämpft von Leuten die kamen wirklich aus der ganzen Welt, viele Israelis, Kanadier, Australier, Amerikaner, …” [Schade eigentlich, der frühere Kongo Müller hat erst mal alle Deutschen um sich geschart, Heimatgefühl pur…]
Precht: “Aber war der vorher schon vernetzt?”
Lanz: “Nein, nein.”
Precht: “Und die hat er da kennengelernt? Der hat gesagt, ja, ja für Leute wie sie, da haben wir hier so eine Art Fremdenlegionen oder wie ist das, wie die spanischen internationalen Brigaden?”
Lanz: “Ja richtig, und ähm dann habe ich ihn gefragt wie das läuft - und er sagte, ja und da - man unterschreibtschreibt dann einfach irgendwo und ja Pass, Ausweis genügt und dann gibts dann 500 €, versprochen zumindest, die dann aber selten wirklich fließen, weil es offensichtlich ist es, das beschreibt er auch sehr ehrlich, dass es in der ukrainischen Armee in diesen Strukturen nach wie vor sehr viel Korruption gibt und wenn du und wenn du dann sozusagen wirklich zum Fronteinsatz kommst, dann kriegst du noch mal 3000 oben drauf und auch die haben, aber dann viele von denen nicht wirklich gesehen. Sind Belarussen viele die da dabei sind, für die das sehr, sehr viel Geld ist - ”
Precht: “Die da wirklich zum Geld verdienen, da hingehen?”
Lanz: “Ja, ja dann gibt es also wirklich Menschen von überall her, Aserbaidschan, es gibt auch Russen, Russen die teils in der Ukraine Leben teils aber auch aus Russland rübergekommen sind um jetzt in der Ukraine an der Seite der Ukraine zu kämpfen, es gibt also sozusagen auch die die anderen Russen die sehr wohl erkennen was da gerade passiert und was das für einen für einen ungerechter grauenvoller Krieg ist [?!] und was für eine miese Nummer und die dann zum Teil auch so so Partisanen Dinge dann machen [!!] was ja - das hast du vielleicht mitgekriegt, man geht dann einfach da rein in die in die Dörfer und hat man dort sich dann über russisches Territorium…”
Precht: “Über extrem schlecht bewachte Grenzen offensichtlich.”
Lanz: “Ja, genau genau, der hat mir berichtet die haben dann haben dann diese Gruppe zurückgeschlagen zwei von denen sind gestorben, 10 von denen wurden verletzt und die dies geschafft haben, diese Partisanen [ah, jetzt SINDS Partisanen, praktisch. Israelische, kanadische, australische, amerikanische Partisanen sozusagen, ganz praktisch.] haben dann von den Russen so einen Schützenpanzer geklaut und sind mit dem wieder zurück über die Grenze - das ist der totale Wahnsinn!”
Precht: “Das klingt so, völlig unrealistisch, oder?”
Lanz: “Es klingt unrealistisch, aber was mich bewegt hat [tell me more Mr. Lanz] - tatsächlich ist das klingt jetzt so nach, das sind so ein paar heißblütige Jungs, zu viel Testosteron und zu viel Videospiele gespielt in der Kindheit, und jetzt wollen wir es mal in echt machen so, so könnte man das so einfach abtun aber so ist es nicht - sondern da ist schon eine große Ernsthaftigkeit dahinter und ich glaube ihm das auch, dass - wie hat gesagt, ich bin Soldat ja - Berufssoldat, Panzergrenadier und so wie ein Pilot fliegen will und ein ein Arzt irgendwann operieren will, so wollen wir halt irgendwann auch unserem Beruf nachgehen.”
Precht: “Aber das ist neu, ja also ich meine ja so das Ethos der Bundeswehr, früher, war ja so - hoffentlich kommt auch kein Krieg -”
Lanz: “Richtig.”
Precht: “- und und wenn dann, sich sofort ergeben, also diese Witze die man über die Bundeswehr ja früher gemacht hat, das ist ja einfach nur darum ging irgendwie drei Tage Widerstand zu leisten bis die Amerikaner da sind, also dieses - diese Haltung zu sagen, ich habe das gelernt jetzt will ich das auch mal zeigen, was ich kann, das hat es früher überhaupt nicht gegeben.”
Lanz: “Ja es ist ja ohnehin also…”
Precht: “Also dann ging man wirklich zur Fremdenlegion, also wer den Zweiten Weltkrieg großartig gefunden hat und das Soldatentum geschätzt hat, vorsichtig ausgedrückt, der konnte zur Fremdenlegion gehen und da gab es ja reichhaltige Einsatzmöglichkeiten in China, Algerien, [DEMKONGO], und so, …”
Lanz: “Genau ja er hat auch sehr sehr klar darüber reflektiert er sagte ich habe noch nie so viel Unehrlichkeit erlebt [übers MORDEN?] und Lüge wie in diesem Krieg. Und ich ich nehme an das hat aber damit zu tun dass es in jedem Krieg schlicht und ergreifend so ist [ah, und ich dachte schon…] Ich erinnere mich, am Flughafen in Chisinau haben wir eine Kollegin, französische Reporterin im Flugzeug getroffen, die gerade vom von der Front kamen - Bachmut - und die immer wieder dort in der Ostukraine war in den letzten Jahren und auch jetzt in diesem Krieg und die auch sagt, da wird auf allen Seiten gelogen dass ich die Balken biegen, man kann sich das sich das nicht vorstellen und Jonas [der Kongo Müller?] berichtete dann auch, also von - der, der war einer der ersten der in Butscha war [ich ich erinner mich BEIDENREISENDIEDIEUKRAINISCHEPATROLPOLIZEIARRANGIERTHAT?NEINSOEINZUFALL!] der hat das gesehen, da kriege ich jetzt noch Gänsehaut -
Precht: “Also er hat die Leichen auf der Straße gesehen, hm.”
Lanz: “Ja, und er sagt und das war, es war so brutal, da wurden einfach Menschen auf dem Weg zum Einkaufen - die wurden einfach, einfach mit Kopfschuss einfach hingerichtet.”
Darüber ob auch er getötet hat wollte er mit Lanz aber nicht sprechen, darüber spricht er nur mit Kameraden.
Spätestens bei “Der Russe ist ein sehr aggressiver Mensch, der hat ein Wort für Böse, bei dem Böse Gut ist, und Gewalt hat in der russischen Gesellschaft einen viel höheren Stellenwert als bei uns” - waren die Parallelen dann zu viel.
Später hält Lanz dann noch eine Abhandlung über Bruder (1997) und Bruder 2 (2001) und erklärt sie zur neuen anthroposophischen, ne - phrenologischen Wahrheit.
Zusatz: Einfach reinhören - Lanz deutet die gesamte russische Gesellschaft einfach als primär gewaltfixiert um, und das als Gesellschaftsprinzip. Das Putin aktiv heraufbeschwöre. Das war das letzte Mal populär in den Medien als gegen den großen innerrussischen Erfolg von Bruder (1997) gehetzt wurde (die Motive des Films sind ähnlich).
Lanz sieht darin eine tiefere Bedeutung für die russische “Art von Mensch”. Mir wird schlecht. Aber Lanz glaubt da was ganz heißem wissenschaftlichem auf der Spur zu sein. Während er seine esoterischen Phantasien runterradelt. Fuck Bildung gepaart mit Kreativität.
Was man eben so macht im deutschen Mitten-Kriegsfernsehen.
Jonas der Kongo Müller - wieso nicht? So zur Aufheiterung am Hauptabend? Vielleicht verschafft Lanz dem Kongo Müller Jonas, der jetzt leider aufgrund von Granatensplittern im Kopf nicht mehr kämpfen kann, endlich den Hollywood Kinofilm, den sich der erste Kongo Müller so sehnlichst gewünscht hat. Und wenn nicht Hollywood, dann aber zumindest Babelsberg!
Was für ein Held!
Was wohl die HURE von meiner ehemaligen Psychotherapeutin dazu sagt? Die mich bei der ersten Gelegenheit aus der Betreuung getreten hat. Stirb du Schwein.
edit: Es gibt aber natürlich auch wieder gute Nachrichten. Lanz hat jetzt endlich auch Bloodlands vom Snyder gelesen, fast so wie die Frau vom Selenskyj und der Selenskyj. Das ist ja ein unglaublich gutes Buch, das erklärt fast alles.
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