Diese Gesellschaft ist das absolut grotesk und abartigst Allerletzte

07. Januar 2024

Der Stan­dard muss­te wie­der mal Pro­pa­gan­da intra­ve­nös bringen…

Frü­her gabs das nicht unter einem Frie­dens­preis des Deut­schen Buch­han­dels für einen Kriegs­pro­pa­gan­dis­ten in der Pauls­kir­che, aber heutzutage.

Heut­zu­ta­ge gibts nur eine insze­nier­te zehn­tä­gi­ge Pressereise.

Der Schrift­stel­ler Robert Pros­ser ver­brach­te im Novem­ber zehn Tage im Süden der Ukrai­ne, zuwei­len auch in Front­nä­he. Eine Repor­ta­ge über Bom­ben­alarm und eine unbe­irr­te Kulturszene

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Moment, eine unbe­irr­te Kul­tur­sze­ne, könn­te das nicht…?

Aber natür­lich könn­te es…

Scha­dan.

Sein Werk erscheint in Über­set­zung bei Suhr­kamp, die hie­si­ge Rezep­ti­on beschreibt ihn gern als ehe­ma­li­gen Punk­ro­cker, sein musi­ka­li­sches Œuvre wird als Bei­werk ver­nach­läs­sigt. In der Ukrai­ne aber fei­ert und ver­ehrt ihn vor allem das jun­ge Publi­kum als Sän­ger. Zha­dan i Sobaky, Scha­dan und die Hun­de, heißt sei­ne Band; mit Chry­sty­na Solo­wij, einem wei­te­ren Pop­star, ver­öf­fent­lich­te er jüngst die Sin­gle Sert­se (Herz).

Nach weni­gen Wochen hat das dazu­ge­hö­ri­ge Video knapp eine Mil­li­on Klicks auf Youtube.

Gut, aber das wird ja noch kein Kiregs­pro­pa­gan­dist sein, ich meine…

Selbst­si­cher, wie er spä­ter auch neben dem Ver­kaufs­tisch steht, und Buch um Buch signiert, Scha­dan, in fet­ten schwar­zen kyril­li­schen Buch­sta­ben: Er ist eine Mar­ke, und nie­mand, auch Sla­wa nicht, nennt ihn Ser­hij, alle reden ihn mit Scha­dan an, also gut: Scha­dan ist in sym­pa­thi­scher Wei­se abge­klärt, misst der Auf­merk­sam­keit, die er erregt, nicht son­der­lich Bedeu­tung zu, auch tags­über nicht, wenn er beim Essen oder in den Stra­ßen um Fotos und Auto­gram­me gebe­ten wird. In Pro­sa und Lyrik ver­leiht er dem ukrai­ni­schen Osten eine ener­ge­ti­sche, begeis­tern­de Form.

So ein toi­ler Hecht, was küns­tet der denn so, wenn der Tag lang ist?

Im Radio besingt ein Lied die getö­te­ten Rus­sen, deren Lei­chen auf den Äckern einen guten Dün­ger abge­ben. Schad­ans neue Sin­gle wird gespielt, der Skan­dal wei­tet sich aus, die Kir­che in Lwiw wur­de von der reli­giö­sen Obrig­keit neu geweiht. Abends errei­chen wir Odes­sa, fah­ren am Bom­ben­kra­ter neben dem Kunst­mu­se­um vor­bei und an der Kathe­dra­le, die im Juli zer­stört wor­den ist.

Ja, also jetzt kann man das ja nicht so direkt in Zusam­men­hang bringen…

Ah, doch - kann man?

Enter Yes Con­fe­rence 2023:

refe­ren­ziert:

What to best pair hope with

Oh, da isser ja wie­der… Mal schaun wie er da vor­ge­stellt wird…

[…] Someo­ne who’s a fel­low New Yor­ker who has been tireless­ly cham­pio­ning Ukrai­ni­an crea­ti­vi­ty and music in Ame­ri­ca, now in Ukrai­ne and is very much a beacon for Ukraine’s music indus­try and crea­ti­vi­ty and then Ser­hij Scha­dan who is a poet nove­list artist and has a band um Scha­dan and the dogs um an extra­or­di­na­ri­ly multi-talented artist who has

[Applau­se]

who has done some abso­lute­ly remar­kab­le work tireless­ly - both of them tireless­ly - tou­ring throughout Ukrai­ne to speak to ordi­na­ry ukrai­ni­ans to boost their mora­le, to keep them focu­sed, but also going to the west and out reach out­side Ukrai­ne to try and drum up sup­port and main­tain atten­ti­on on Ukrai­ne, so first of all thank you both very much inde­ed for the work you’­ve done.

Yes, thank you very much indeed.

Gut, das muss jetzt nicht unbe­dingt das Selbst­ver­ständ­nis der Künst­ler wie­der­spie­geln, ah - Moment tut es? - Ach­so, ja…

This is the first one it’s cal­led For­ces of the Vic­to­ry [For­ces of Vic­to­ry – Gogol Bor­del­lo (feat. Ser­hiy Zha­dan and Kazka)], we wro­te it right in the begin­ning of the war, was very uh moment, when the­re was a lack of sen­se of direc­tion - and we kind of had to basi­cal­ly get peop­le to the idea of what’s hap­pe­ning fast and this was the result!”

[Music]

src: obri­ges Video

Lyrics:

My dear good friend, let’s not forget
That we can take down Pinochet
Against us any gang of four
Will be on the floor
When I was youn­ger, I thought some­day that we will win
And in ano­t­her coun­try I will find my twin
Spread good music and good poetry
Joi­ning the for­ces of the victory
Down in the hall­ways of unknown
Whe­re we walk alone
Insi­de of hos­pi­tals and morgue
Cli­ni­cal lone­li­ness backs off
If you’ll remem­ber tho­se before
And the ones that are yet to come
Abo­ve the suf­fer of it all
Tri­umphs the uni­on of souls
With only one thing on its mind
I can’t go on, I will go on
With only one thing on it’s mind
I can’t go on, I will go on
When I was youn­ger I thought some­day that we will win
And in ano­t­her coun­try I will find my twin
Spread good music and good poetry
Joi­ning the for­ces of the victory
I can’t go on, I will go on
I can’t go on, I will go on
I can’t go on, I will go on
I can’t go on, I will go on
I can’t go on, I will go on
I can’t go on, I will go on
I can’t go on, I will go on
I can’t go on, I will go on
I can’t go on, I will go on
I can’t go on, I will go on
I can’t go on, I will go on
I can’t go on, I will go on
I can’t go on, I will go on
I must stop wrong and do some wrong

src: click

Das wird jetzt aber doch nicht Pro­pa­gan­da sein, oder? Ach­so, ja, aber über das Selbst­ver­ständ­nis von Scha­dan haben wir nichts kon­kre­tes oder? Oder Scha­dan, Scha­dan, was muss denn Kunst im Krieg sein, was muss die leis­ten Schadan?

Ach­so, das hier muss sie leis­ten, gell Schadan?

denn Kul­tur ist Nor­ma­li­tät des Lebens die uns mit Bil­dung, unse­rem Back­ground und unse­rer Erzie­hung verbindet”.

Und des­halb [*hust*] ist es für die Men­schen, egal ob an der Front, oder abge­schnit­ten im Hin­ter­land wich­tig Musik zu hören und Bücher zu lesen, in denen ich als Pro­pa­gan­dist, natür­lich über­haupt kei­ne Pro­pa­gan­da unter­ge­bracht habe - in die­sem gro­ßen Feld der Kul­tu­rel­len Kom­po­nen­te [DES KRIEGES!? jetzt ver­rat dich aber nicht gleich durch dein Den­ken selbst du…], in die­sem gro­ßen Feld der Kultur.”

refe­ren­ziert:

Wie kann man die Gesell­schaft noch verarschen?

Gut, wie kommt jetzt der Pro­pa­gan­da eja­ku­lie­ren­de Autor, den der Stan­dard hier inter­view­en muss zur “Künst­ler­sze­ne” direkt an der Front.

Na ich würd mal sagen, den wird dem wird die ukrai­ni­sche Patrol-Polizei den Zugang ver­mit­telt haben, sonst kommt er ja auch schwer an die Front, und die Her­stel­lung des Kon­takts hat wie­der das jüdi­sche Muse­um Ber­lin über­nom­men? Wobei, dis­kri­mi­nie­ren wir mal hier nicht schließ­lich bekommt man unter die­sen guten Künst­ler­freun­den auch schon mal die Pauls­kir­che zur Ver­lei­hung des Frie­dens­prei­ses des deut­schen Buch­han­dels für einen Kriegs­pro­pa­gan­dis­ten gebucht, da ste­hen dem die guten Kon­tak­te zur Bischofs­syn­ode in Deutsch­land also um nichts nach.

Unse­re täg­li­che Kriegs­pro­pa­gan­da gib uns heute.

Jetzt bleibt nur doch die Fra­ge - wie zur Höl­le, lan­det das im Stan­dard. Ant­wort: Mit den ers­ten Kriegs­flücht­lin­gen, hat man in den Deutsch­spra­chi­gen Medi­en selbst­re­dend auch “Jour­na­lis­ten” aus der Ukrai­ne auf­ge­nom­men, die dann gleich im Zuge eines media­len Austausch- und Arbeits­pro­gramms, die media­le Bericht­erstat­tung über den Krieg über­neh­men durf­ten (sie hat­ten ja so viel mora­li­sches Fie­v­re, und den Dri­ve) - und im Anschluss ein­fach begon­nen haben, mit guten Kon­tak­ten ins Hei­mat­land, die deutsch­spra­chi­ge Öffent­lich­keit kom­plett durch­zu­ver­ar­schen, und das machen sie auch heu­te noch.

Und wenn ich Hei­mat­land schrei­be, dann mei­ne ich HEIMATland.

Gell Scha­dan! Könn­test du noch­mal! Ach­ja, könn­test du. Dan­ke Schadan.

Vor­tei­le des Besatzungsregimes

Eines Tages wird der Früh­ling zurückkehren.
Aus den süd­li­chen Regio­nen des Heimatlandes
wer­den die Vögel kom­men, und die lauten
Pfei­fen der ein­hei­mi­schen Vögel
wer­den die Bau­ern­hö­fe und Fabrik­mau­ern erklingen,
und der gro­be Schnitt der Soldatenkleidung,
und eine Men­ge ande­rer Dinge.

Doch die Trau­rig­keit fällt auf die Felder.
Die Not der Nack­ten brei­tet ihre Flü­gel aus,
bis der Dich­ter alar­miert spricht:
Ich bin ein Volk, des­sen Wahr­heit stark ist;
Die­se Frau, die ich lie­be, frag­te sie.

Ein trau­ri­ges Land in Zei­ten der Not.
Der Stadt­be­woh­ner wan­dert zwi­schen den Gebäu­den umher,
mit einer natür­li­chen Kunstfertigkeit
spricht und sei­ne ver­ba­le Arbeit
ist voll von unge­sun­der Erotik
und dem all­täg­li­chen Antisemitismus.

Sei­ne nack­ten Füße krat­zen an den Stoppeln,
Der alte Per­eben­dya steht am Zaun
denkt er sich, wenn er auf dem Baum­stumpf sitzt,
die bösen Kin­der in die­ser bösen Stunde
haben ihre Schan­de ver­ges­sen und die Ukrai­ne in den Ruin getrieben,
Sie haben Spi­ri­tua­li­tät und Kampf vergessen,
und all­ge­mein etwas Blöd­sinn gemacht.

Die Stadt ist arm. Nach­dem die Fräs­ma­schi­ne auf­ge­ge­ben wurde,
die Arbei­ter auf der Veran­da der Fabrik
Sie schaf­fen Ver­bin­dun­gen und machen Ärger,
Alko­hol destil­lie­ren, den War­schau­er Kamin anfeuern
und, nach­dem ich mir den Rotz und ein paar Trä­nen abge­wischt hatte,
sie ver­wan­deln sie in Trunkenheit.

Das Dorf wird die­se schwe­re Süh­ne bestehen.
Das Dorf ist die Wur­zel der Nati­on, das Wasser
die das Ufer bewe­gen. Die Jugend auf der Wiese,
Ver­trau­en in den Dorfvorsteher,
schal­tet sich ein und wen­det sich der Natur zu,
schänd­li­che Volkstänze.

Des­halb ver­liert das Leben nie
sei­ne trans­pa­ren­ten geräusch­vol­len Projektionen.
Ein flin­ker jun­ger Mann, ein leicht erreg­ba­res Kind,
und ergriff die Hand eines müden Mädchens,
und da sind sie - kei­nen Tag zu früh -
Noti­zen zu Vor­le­sun­gen machen,
Miss­ach­tung der Anfor­de­run­gen der Empfängnisverhütung.

Und nur der Stern lag über der Stadt,
der jun­ge Mann wischt sich die Trop­fen von der Stirn
und ein jugend­li­ches Lächeln wird erstrahlen.
Denn trotz der Tat­sa­che, dass sie gege­ben oder nicht gege­ben hat,
Das mensch­li­che Glück hat zwei gleich­wer­ti­ge Flügel:
Rosen und Wein­trau­ben - schön und nützlich.

(1998)

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Uh, uh, jetzt aber schnell ein Kon­zert von Ihm bei der Körber-Stiftung veröffentlichen!

Damals war das näm­lich noch Rap. Heu­te Punk. Und mor­gen VOLX-Rock-n-Roll.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk und abar­tigst Allerletzte.

Also wer ist die ver­fick­te Sau die das dies­mal über den Stan­dard unter die Bevöl­ke­rung bringt. Dont fret, just point.

Robert Pros­ser, eine Selbst­in­sze­nie­rung auf zwei Bei­nen. (1|2|3) Na da hat die ukrai­ni­sche Pro­pa­gan­da wie­der den Rich­ti­gen gefun­den. Und der Stan­dard hat ihn publiziert.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk und abar­tigst Aller­letz­te. Fickt euch ihr Schweine.

FICK DICH DU ELENDIGLICHES HURENSCHWEIN von ehe­ma­li­ger Psy­cho­the­ra­peu­tin, die in mir gean­kert hat, das aus mir nur noch irgend­was im Leben wird, wenn ich als Publi­zist die­se Lügen streue.

FICK DICH DU ELENDIGLICHES Schwein von zwei­ten Psy­cho­the­ra­peu­ten, der mir die Fina­zie­rung einer The­ra­pie ver­wei­gert hat, mit dem Ver­weis dar­auf, dass das was die ers­te Psy­cho­the­ra­peu­tin ver­an­stal­tet hat zwar nicht “dem Stan­dard der Psy­cho­the­ra­pie ent­spro­chen habe” - aber sie brau­chen jetzt kei­ne Psy­cho­the­ra­pie mehr, weil sie kei­ne Psy­cho­the­ra­pie mehr brau­chen. Und die Psy­cho­the­ra­pie kön­ne eh nichts machen, bei poli­ti­schen Einstellungen.

FICKT EUCH IHR FUCKING SCHWEINE.

FICKT EUCH STANDARD HUREN.

Die ihr nie in euerm Leben gelernt habt zu recher­chie­ren, und seit zwei Jah­ren, die ver­fick­ten Schoß­hünd­chen der ukrai­ni­schen Pro­pa­gan­da spielt.

Und fick dich, Leben.

Ach­ja, das Stan­dard Publi­kum ist schon wie­der hin und weg, dass das so eine authen­ti­sche Repor­ta­ge vom Krieg ist. Tenor “So stel­le ich mir Leben im Krieg vor”.

Fupa! Nicht nur du.









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