Wie kann man die Bevölkerung eigentlich noch verarschen?

19. August 2023

Ich habe bereits seit Län­ge­rem einen Weg gesucht die recht schlech­te Wirt­schafts­pro­gno­se des IMF Reports von 2021 bezüg­lich der Ukrai­ne irgend­wie anschau­li­cher wer­den zu lassen. 

Enter datacommons.org (Daten­ba­sis auf bei­den Sei­ten ist datacatalog.worldbank.org)

Auch wenn sies nicht gleich erken­nen, sie sehen hier das Power­house Euro­pas, vor deren ent­ei­len­den Wirt­schafts­ent­wick­lung die rus­si­sche Regie­rung eine sol­che Angst hat­te, dass sie voll­kom­men unpro­vo­ziert (*hust*) einen Krieg begon­nen hat.

BIP Entwicklung

Erwerbsquote

Marktkapitalisierung

Gesamtbevölkerung

BWRate

Und hier die ein­zi­ge Chart unter allen die ich gefun­den habe, die das Nar­ra­tiv des geein­ten Wer­te­wes­tens stützt:

Gini

Hur­ra!

Na aber Moment, da waren ja nach Jah­ren des Inves­ti­ti­ons­staus aber soet­was von Struk­tur­in­ves­ti­tio­nen in der Pipe­line, durch die Ver­zehn­fa­chung des Wei­zen­ex­ports in jün­ge­ren Jah­ren! Nein. Sie­he IWF Report von 2021. Und dabei weiß man doch, die Ver­zehn­fa­chung des Out­puts sei­nes Agrar­sek­tors ist der Wachs­tums­in­di­ka­tor für ent­wi­ckel­te Öko­no­mien schlechthin!

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut, abgrund­tief, gro­tesk und aba­tigst Allerletzte.

edit: Es gibt aber auch wie­der gute Nach­rich­ten, via APA OTS (Novem­ber 2022):

Das Wie­ner Insti­tut für Inter­na­tio­na­le Wirt­schafts­ver­glei­che (wiiw) hat sich daher in einer neu­en Stu­die gemein­sam mit dem GROWFORD Insti­tut in Kiew ange­se­hen, wie der im Juli prä­sen­tier­te Wie­der­auf­bau­plan der ukrai­ni­schen Regie­rung (Natio­nal Reco­very Plan) zu bewer­ten ist.

Fazit: Der Plan lässt enor­me Anstren­gun­gen erken­nen, weist aber auch eine Rei­he von Defi­zi­ten auf. Zu den Stär­ken zählt das Bestre­ben, insti­tu­tio­nel­le Refor­men in Angriff zu neh­men, die Macht der bis­her all­ge­gen­wär­ti­gen Olig­ar­chen zu beschnei­den und die Ukrai­ne an EU-Standards her­an­zu­füh­ren. Auch die kurz­fris­tig not­wen­di­gen Maß­nah­men zur Sta­bi­li­sie­rung der ukrai­ni­schen Wirt­schaft wer­den rich­tig iden­ti­fi­ziert und herausgearbeitet.

Die Schwä­chen lie­gen aller­dings eben­falls klar auf der Hand“, sagt Tetia­na Bog­dan, wis­sen­schaft­li­che Direk­to­rin des GROWFORD Insti­tuts in Kiew und Gast­for­sche­rin am wiiw. „Das beginnt damit, dass das Wachs­tums­po­ten­zi­al der ukrai­ni­schen Wirt­schaft nach dem Krieg über­schätzt wird. Auch bei der Ver­tei­lung der Mit­tel auf die ein­zel­nen Sek­to­ren sowie bei den Plä­nen für die Indus­trie­po­li­tik und den Finanz­sek­tor sind Anpas­sun­gen not­wen­dig“, so Bogdan.

Die im Plan for­mu­lier­te Absicht, die Steu­ern mas­siv zu sen­ken, ist unver­ein­bar mit den hun­der­ten Mil­li­ar­den US-Dollar, die der Wie­der­auf­bau ver­schlin­gen wird. Der vor­ge­schla­ge­ne dezen­tra­le Ansatz dürf­te kon­tra­pro­duk­tiv wir­ken: „In den meis­ten Fäl­len soll­te der Wie­der­auf­bau auf natio­na­ler Ebe­ne koor­di­niert wer­den“, gibt Micha­el Lan­des­mann, ehe­ma­li­ger wis­sen­schaft­li­cher Direk­tor des wiiw und Co-Autor der Stu­die, zu beden­ken. Bemän­gelt wer­den in der Stu­die außer­dem inhalt­li­che Unge­reimt­hei­ten und Über­schnei­dun­gen sowie eine teil­wei­se fal­sche Prioritätensetzung.

Über­schätz­te Wachstumsaussichten
Die Gesamt­kos­ten des Wie­der­auf­baus sind noch nicht klar, da der Krieg wei­ter­geht und die rus­si­schen Trup­pen der­zeit enor­me Zer­stö­run­gen anrich­ten. Die ukrai­ni­sche Regie­rung schätz­te die Gesamt­kos­ten für den Wie­der­auf­bau über zehn Jah­re im Juli auf 750 Mil­li­ar­den US-Dollar. Dar­in ent­hal­ten sind auch die Mili­tär­aus­ga­ben. Zwei Drit­tel davon, also 500 Mil­li­ar­den US-Dollar, sol­len von aus­län­di­schen Gebern kom­men, der Rest von pri­va­ten Inves­to­ren. Ohne die Mili­tär­aus­ga­ben rech­net die ukrai­ni­sche Regie­rung mit 450 Mil­li­ar­den US-Dollar an not­wen­di­gen Aus­lands­hil­fen. Unter der Annah­me, dass die inten­sivs­te Pha­se des Krie­ges bis Mit­te 2023 andau­ern wird, geht die Stu­die davon aus, dass die inter­na­tio­na­len Geber etwas weni­ger, näm­lich rund 410 Mil­li­ar­den US-Dollar, zum Wie­der­auf­bau bei­steu­ern müs­sen. Die­ser Betrag steht im Ein­klang mit ande­ren ein­schlä­gi­gen Schät­zun­gen. „Natür­lich ist das immer noch eine rie­si­ge Sum­me. Die EU, die ein star­kes Eigen­in­ter­es­se an einer demo­kra­ti­schen und pro­spe­rie­ren­den Ukrai­ne hat und das Land ja auch zum Bei­tritts­kan­di­da­ten gemacht hat, wird daher ihre Anstren­gun­gen in die­sem Bereich mas­siv ver­stär­ken müs­sen“, betont Co-Autor Richard Grie­ve­son, stell­ver­tre­ten­der Direk­tor des wiiw.

Unrea­lis­tisch erscheint das im Wie­der­auf­bau­plan for­mu­lier­te Ziel einer Ver­fünf­fa­chung der Wirt­schafts­leis­tung von etwas über 100 Mil­li­ar­den US-Dollar im heu­ri­gen Jahr auf 500 Mil­li­ar­den US-Dollar im Jahr 2032. Das legt auch der Ver­gleich mit ande­ren ehe­ma­li­gen Kriegs­ge­bie­ten nahe. Bosnien-Herzegowina schaff­te gera­de ein­mal eine Ver­drei­fa­chung des BIP zwi­schen 1996 und 2005, Kroa­ti­en eine Ver­dop­pe­lung von 1994 bis 2003.

Frag­wür­di­ge Prio­ri­sie­rung bestimm­ter Indus­trien und Ver­tei­lung der Mittel
Die Ver­tei­lung der Gel­der auf die ein­zel­nen Sek­to­ren wird im Wie­der­auf­bau­plan nicht gut begrün­det. So wird bei­spiels­wei­se der Finan­zie­rungs­be­darf für Ver­tei­di­gung und Sicher­heit bis 2032 mit ledig­lich 50 Mil­li­ar­den US-Dollar ver­an­schlagt. In die­sen Betrag mit­ein­ge­rech­net sind bereits die Mili­tär­hil­fen der Ver­bün­de­ten für das heu­ri­ge Jahr. Ange­sichts der gro­ßen Inten­si­tät des Krie­ges und der immensen Her­aus­for­de­run­gen bei der Reform der Rüs­tungs­in­dus­trie und der Moder­ni­sie­rung der ukrai­ni­schen Streit­kräf­te nach dem Krieg erscheint die­ser Betrag zu niedrig.

Zwei­fel­haft ist auch die Ein­stu­fung der Schwer­indus­trie und der Agrar­pro­duk­ti­on als Sek­to­ren mit hoher Wert­schöp­fung, die beim Wie­der­auf­bau Prio­ri­tät haben und mit Mil­li­ar­den US-Dollar geför­dert wer­den sol­len. „Aus unse­rer Sicht stellt das eine rück­wärts­ge­wand­te Indus­trie­po­li­tik dar, die eine Kon­ser­vie­rung bestehen­der Struk­tu­ren bedeu­tet, anstatt den not­wen­di­gen Struk­tur­wan­del hin zu einer nach­hal­ti­gen und grü­nen Wirt­schaft zu for­cie­ren“, moniert Micha­el Lan­des­mann. Dabei hät­te die Ukrai­ne gera­de im IT-Bereich oder bei Umwelt­tech­no­lo­gien gro­ßes Potenzial.

Zudem blei­ben die Instru­men­te zur Errei­chung der gesteck­ten Zie­le, die admi­nis­tra­ti­ve Umset­zung und die Finan­zie­rung weit­ge­hend im Dun­keln. Eben­so frag­wür­dig erscheint die geplan­te Sti­mu­lie­rung der Ver­ga­be von Hypo­the­kar­kre­di­ten mit nicht weni­ger als 40 Mil­li­ar­den US-Dollar oder die Reka­pi­ta­li­sie­rung der ukrai­ni­schen Ban­ken mit 15 bis 20 Mil­li­ar­den US-Dollar.

Dezen­tra­ler Ansatz statt gesamt­staat­li­cher Steuerung
Einen gro­ßen Schwach­punkt orten die Autor:innen der Stu­die im dezen­tra­len Ansatz des Wie­der­auf­bau­plans. Er sieht vor, die Wie­der­auf­bau­pro­jek­te in bestimm­ten Regio­nen unter Füh­rung eines inter­na­tio­na­len Part­ners zu kon­zen­trie­ren. Groß­bri­tan­ni­en hat sich etwa bereit erklärt, den Wie­der­auf­bau in der Regi­on Kiew zu über­neh­men, Däne­mark will sich auf Miko­la­jew kon­zen­trie­ren, Schwe­den auf Odes­sa. Wie ein der­ar­ti­ges dezen­tra­les Sys­tem funk­tio­nie­ren soll, bleibt schlei­er­haft. „Die zen­tra­len Wie­der­auf­bau­pro­gram­me müs­sen auf gesamt­staat­li­cher Ebe­ne aus­ge­ar­bei­tet und ver­wal­tet wer­den, um eine lan­des­wei­te Wir­kung zu erzie­len. Den­ken Sie nur an den Bau über­re­gio­na­ler Ver­kehrs­ver­bin­dun­gen oder die Anglei­chung der Wie­der­auf­bau­be­mü­hun­gen an die EU-Standards“, erklärt Tetia­na Bogdan.

Pro­ble­ma­ti­sche Steu­er­sen­kungs­plä­ne und Hin­der­nis­se für EU-Beitritt
Der Wie­der­auf­bau­plan sieht auch Maß­nah­men vor, die ein­deu­tig im Wider­spruch zu EU-Recht ste­hen, wie das Ver­bot der Erstat­tung der Mehr­wert­steu­er auf Roh­stoff­ex­por­te oder die mas­si­ve staat­li­che För­de­rung der Schwer­indus­trie. Wenig durch­dacht prä­sen­tie­ren sich auch die Plä­ne, die Steuern- und Abga­ben­quo­te auf 30 Pro­zent des BIP zu drü­cken, wäh­rend gleich­zei­tig hun­der­te Mil­li­ar­den US-Dollar für den Wie­der­auf­bau benö­tigt wer­den und außer­dem auch noch die Staats­schul­den­quo­te sin­ken soll.

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Das irgendwo in deutschsprachigen Medien gehört oder gelesen?

18. August 2023

Nein?

Tja, was will man machen…

U.S. intel­li­gence says Ukrai­ne will fail to meet offensive’s key goal

Thwar­ted by mine­fiel­ds, Ukrai­ni­an for­ces won’t reach the sou­the­as­tern city of Meli­to­pol, a vital Rus­si­an tran­sit hub, accord­ing to a U.S. intel­li­gence assessment

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Wel­ches unfass­ba­re rech­te Hetz­blatt das wie­der schreibt?

Die Washing­ton Post. Gestern.

edit: Der Stan­dard hat nur eine Stun­de nach dem Blog­ein­trag hier (nicht nach der WP Ver­öf­fent­li­chung) wie­der selek­ti­ve Aus­set­zer beim Ver­ständ­nis der eng­li­schen Sprache…

Eben­je­ne ist nach Ein­schät­zung der Washing­ton Post vom Frei­tag zuletzt ins Sto­cken geraten.

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Jo genau, das ist es was die WP am Frei­tag ver­öf­fent­licht hat. Also ja eigent­lich ist es das nicht, aber so ja eh so ähn­lich *schweiß­von­der­stirn­wisch*, WERTEWESTEN!

Also wei­ter zum nächs­ten Punkt auf der Tages­ord­nung, wie­der Frie­den schaf­fen mit mehr Waffen!

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut abgrund­tief abar­tigst, gro­tesk Allerletzte.

edit2: Moment, nein sor­ry, die Pres­se hat gera­de noch eine gut Idee! Stellt sich her­aus, nach dem groß­ar­ti­gen ukrai­ni­schen Erfolg an der Front wird es jetzt aber end­lich Zeit, dass die Ukrai­ne das bekommt, was sie sich schon so lan­ge gewünscht hat!

Eine von der Nato umge­setz­te Flugs­ver­bots­zo­ne rund um stra­te­gi­sche Objek­te in der Ukraine!

Dr. Andre­as Umland (*1967 in Jena) ist Ana­ly­ti­ker am Stock­hol­mer Zen­trum für Ost­eu­ro­pa­stu­di­en (SCEEUS) des Schwe­di­schen Insti­tuts für Inter­na­tio­na­le Ange­le­gen­hei­ten (UI).

West­li­che Regie­run­gen soll­ten Flug­ver­bots­zo­nen über ukrai­ni­schen Objek­ten von stra­te­gi­schem Inter­es­se durchsetzen.

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Klar. Ich mei­ne wie konn­te man das seit jeher anders sehen?

Wir erin­nern uns noch an die wun­der­bar pro­du­zier­ten Pro­pa­gan­da Vide­os mit Bil­der der Lei­chen von Butscha im Clo­se up vorm UN-Security Coun­cil, mit der frisch­ge­dich­te­ten Musik­un­ter­ma­lung “Clo­se the Sky - Dont make Mama cry?” im Refrain?

Attract Image Arte Reportage

Man muss halt nur wis­sen, wie man auch in kniff­li­gen Situa­tio­nen mit mehr Waf­fen Frie­den schafft. Dazu braucht es eben das Stock­hol­mer Zen­trum für Ost­eu­ro­pa Stu­di­en des schwe­di­schen Insti­tuts für inter­na­tio­na­le Angelegenheiten.

Sonst wüss­te unser Medi­en­sys­tem ja gar­nicht vor­an es sich ori­en­tie­ren muss.

Die Begrün­dung ist ja auch wie­der ein­schnei­dend ein­fach und klar. Also neben dem rapi­den Hoch­schnel­len des direk­ten Kon­flikt­po­ten­ti­als Russland/Nato, machen wir das natür­lich wegen eh - *papier­ra­schel* eh, also ehm, der AfD.

West­li­che Versäumnisse

Die Mehr­zahl der rus­si­schen Luft­an­grif­fe im Hin­ter­land der Ukrai­ne hat kei­ne rein mili­tä­ri­schen Zie­le. Vie­le Angrif­fe zie­len auf die zivi­le Infra­struk­tur, um die Bevöl­ke­rung zu ter­ro­ri­sie­ren oder demo­ra­li­sie­ren. Russ­lands Angrif­fe auf ukrai­ni­sche Lebens­mit­tel­ex­por­te haben zudem den Zweck, die Ent­schlos­sen­heit des Wes­tens auf­zu­wei­chen. Mos­kau ist sich dar­über im Kla­ren, dass neue Wel­len von Hun­ger­mi­gran­ten aus Afri­ka vor allem in Rich­tung EU zie­hen wer­den. Dort wird ihre Ankunft häu­fig pro­rus­si­schen rechts­ra­di­ka­len Par­tei­en wie der AfD elek­to­ral zugutekommen.

Nächs­te Eska­la­ti­ons­stu­fe sind dann Droh­nen­an­grif­fe auf Nato­flug­zeu­ge in der Ukrai­ne, ohne Attri­bu­ti­ons­mög­lich­keit - weil sind ja Droh­nen, wer die jetzt kon­kret gebaut hat ist immer so arg blöd schwer zu ermit­teln, also Pi mal Dau­men warens dann schon die Rus­sen, weil wir haben ja chi­ne­si­che Chips gefun­den und - Dop­pel­wumms, hast dus nicht gese­hen, schon ist die Nato im direk­ten Krieg gegen Russland..

Also das kann ja kei­ner wol­len. Am Aller­we­nigs­ten die erfolg­rei­che Ukrai­ne. Der der Stan­dard zuletzt so eine leicht sto­cken­de Ermat­tung attes­tiert hat…

Wie kann man die Öffentlichkeit eigentlich noch verarschen?

18. August 2023

Stellt sich her­aus, der ORF schafft es sich vom Wehr­schütz zwei Vide­os über angeb­li­che “Zwangs­mo­bi­li­sie­run­gen” in der Ukrai­ne andre­hen zu las­sen, die sich im Nach­hin­ein als Fakes herausstellen.

Frag­lich ist nur, wie es dazu kommt, dass der ORF auf Anfra­ge zuerst ver­laut­ba­ren lässt - 

Dem ORF ‘rus­si­sche Pro­pa­gan­da’ zu unter­stel­len ist absurd und rich­tet sich von selbst. Die ange­spro­che­nen Vide­os, die auch von einer Viel­zahl euro­päi­scher TV-Sender gezeigt wur­den, hat der ORF über eine ver­läss­li­che und ver­trau­ens­wür­di­ge Quel­le erhalten.”

- bis dann Mimi­ka­ma als Primär-Quelle einen Tik­tok Account aus Polen zur Ver­brei­tung Pro rus­si­scher Pro­pa­gan­da belegt…

Naja dou­ble down ist immer gut. Es ist ja nicht so, dass man beim ORF Leu­te für Fact­che­cking und Quel­len­ana­ly­se zur Ver­fü­gung gehabt hätte…

Wobei, also die haben dann “wei­ter­ge­hend recher­chiert” nach­dem Mimi­ka­ma recher­chiert und berich­tigt hat­te. *hust*

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut abgrund­tief gro­tesk Allerletzte.

via Stan­dard.

edit: Mimi­ka­ma Artikel

Wie kann man die Öffentlichkeit eigentlich noch verarschen?

16. August 2023

Man kann als Stan­dard als Sei­te 1 Arti­kel ein Inter­view mit Mar­tin Sel­mayr über “das Bar­geld ist sicher!” bringen.

Und dann ein­fach nichts tun, wäh­rend die Bevöl­ke­rung in den Kom­men­ta­ren ver­zwei­felt zwi­schen Obrig­keits­gläu­big­keit, jeder EU Funk­tio­ni­är ist gut - weil ich bin ja kein FPÖ Jün­ger und dem was tat­säch­lich pas­siert ver­sucht zu unter­schei­den. 🙂 Wäh­rend der Durch­schnitts­bür­ger ver­zwei­felt “das löst mein Pro­blem an der Bil­la Kas­sa, wenn die Omi vor mir immer noch nicht mit Kar­te zah­len will” als Argu­ment ein­bringt. Bezie­hungs­wei­se der Durch­schnitts­le­ser den der Stan­dard eben so hat.

Als Stan­dard Redak­teur weiß man natür­lich eben­falls nicht wor­ums tat­säch­lich geht, also ist man wie­der fein raus. 🙂

Also wor­um gehts? Um eine Ober­gren­ze bei Bar­geld­zah­lun­gen (auf 10.000,- bis 15.000,- Euro) die das Euro­päi­sche Par­la­ment ver­ab­schie­den wird (Ver­zei­hung, debat­tie­ren, und dann ver­ab­schie­den), bei gleich­zei­tig ange­dach­ter Ein­füh­rung einer Cen­tral bank digi­tal cur­ren­cy (CBDC).

Also wer ist Mar­tin Selmayer?

Mar­tin Sel­mayr, Ver­tre­ter der EU-Kommission in Österreich.

Der PR Hon­cho der EU Kommission.

Was fin­det Mar­tin Selmayer?

Die Euro­päi­sche Uni­on und der Euro­päi­sche Gerichts­hof – das sind die rich­ti­gen Schau­plät­ze, um die Debat­te über Bar­geld zu führen

Und komm, s’ geht ja nur ums Geld, dh um M0 Bar­geld außer­halb des Bankensystems.

Und wor­um gehts jetzt im Detail?

Um Klas­si­fi­ka­ti­on. Um das nach­voll­zieh­bar machen aller grö­ße­ren Geld­flüs­se für alle Swift­part­ner und die dies noch wer­den wollen.

CBDCs sind dann ein wei­te­rer Teil davon, da man bestimm­te Zah­lun­gen (inspe­son­de­re Sozi­al­leis­tun­gen) dann in Form von CBDCs aus­be­zah­len kann.

Bedeu­tet für jeman­den der vor vier Jah­ren das White­pa­per der ECB zu CDBCs gele­sen hat (also mich), man hat viel mehr Instru­men­te zur “Pla­nung” einer nun­mehr schrump­fen­den Volks­wirt­schaft in den kom­men­den Jahren.

Man kann bei­spiels­wei­se das Sozi­al­geld (CBDCs am Smart­pho­ne) mit der Infla­ti­on wach­sen las­sen, aber bei­spiels­wei­se das Bar­geld­ver­mö­gen der Bevöl­ke­rung nicht.

Man kann M2 (Erspar­nis­se und Geld­ein­la­gen mit mitt­le­rer Ver­füg­bar­keit) anders schrump­fen las­sen als die über CBDCs aus­be­zahl­ten Sozi­al­leis­tun­gen, und man kann M0 von heu­te auf Mor­gen aus dem täg­li­chen Zah­lungs­ver­kehr neh­men. Also nicht durch Zwang, aber durch Nud­ging, denn war­um soll­te sich der nor­ma­le Bür­ger noch für Bar­geld inter­es­sie­ren, wenn er damit sowie­so nicht alle sei­ne Zah­lun­gen abwi­ckeln kann, und es noch dazu unprak­ti­scher ist und an der Super­markt­kas­se so lan­ge dauert?!

Lei­der gibts dafür eine blö­de ein­fa­che Ant­wort - weil es lei­der exakt die Form von Geld ist, die tat­säch­lich ein gesetz­lich fest­ge­schrie­be­nes Zah­lungs­mit­tel ist. Der Rest sind Buchun­gen und Zah­lungs­ver­spre­chen in der Form von Num­mern auf einem Buchungsbeleg.

Wenn ich das (also das ein­zig nicht durch einen Buchungs­vor­gang ver­än­der­ba­re gesetz­lich gül­ti­ge Zah­lungs­mit­tel) jetzt der Bevöl­ke­rung aus der Hand neh­me, also nicht dezi­diert, aber halt als Zah­lungs­mit­tel für alle Trans­ak­tio­nen im täg­li­chen Leben so unat­trak­tiv mache, dass es die Mehr­heit nicht mehr nut­zen will - dann ist das doch eine recht mas­si­ve Ände­rung, die nicht nur Leu­te betrifft - die damit am Fis­kus vor­bei­ar­bei­ten wollen.

Also wen frag ich in einer sol­chen Situa­ti­on, wenn ich ein Öster­rei­chi­sches Qua­li­täts­me­di­um bin - um der Bevöl­ke­rung die Sach­la­ge zu erklären?

Ganz klar - den Public Rela­ti­ons Hon­cho der EU-Kommission, und dann rauf auf Sei­te eins mit ihm.

Und als klei­ner Lern Slo­gan für die Bevöl­ke­rung noch -

Die wohl bedeu­tends­te Aus­nah­me sind aber pri­va­te Ver­ein­ba­run­gen, die von der Ver­trags­frei­heit geschützt sind: Ver­trags­part­ner – zum Bei­spiel ein Restau­rant und sein Kun­de – kön­nen aus­ma­chen, dass sie die Zah­lung digi­tal abwi­ckeln. Das gilt grund­sätz­lich auch bei “Ex-ante-Ausschlüssen”, wie es juris­tisch for­mu­liert in der Ver­ord­nung heißt. Gemeint sind damit Situa­tio­nen, in denen etwa ein Lokal­be­trei­ber sicht­bar ein Schild mit “No Cash” auf­stellt. Der Kun­de kann sich dann ent­schei­den, ob er den Ver­trag abschließt und sich zu einer Kar­ten­zah­lung ver­pflich­tet oder woan­ders ein­kauft. Auch “Ex-ante-Ausschlüsse” sind nur zuläs­sig, wenn sie ver­hält­nis­mä­ßig sind, erklärt Sel­mayr. “Bei einer klei­nen Tra­fik wird das der Fall sein, bei einem gro­ßen Super­markt eher nicht.”

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damit gehts dann zukünf­tig in der Tra­fik schnel­ler!” als posi­tiv gefärb­tes Zuckerl mit­ge­ge­ben. Damits bes­ser rutscht.

Jetzt störts mich per­sön­lich aktu­ell wenig, wenn Bar­geld aktu­ell kom­plett abge­schafft wer­den wür­de, da sich die ver­mu­te­ten Aus­wir­kun­gen aktu­ell (das ist jetzt schon das drit­te mal aktu­ell in die­sem Satz… Komisch…) für mich in Gren­zen hal­ten würden.

Aber wenn der über­wie­gen­de Teil aller Zah­lun­gen im All­tag nicht mehr durch das gesetz­lich defi­nier­te Zah­lungs­mit­tel, son­dern durch digi­ta­le Buchun­gen bei pri­va­ten Dienst­leis­tern, sowie durch digi­ta­le Buchun­gen bei der ECB über Son­der­geld­men­gen lau­fen, und daher mit ande­ren geld­po­li­ti­schen Tools als Geld­men­ge jeder­zeit erhöht und gesenkt wer­den können…

… freut sich gleich mei­ne “demo­kra­ti­sche Dik­ta­tu­ren” lie­ben­de öster­rei­chi­sche See­le im Sin­ne eines berühm­ten Felix Baum­gart­ner Aus­spru­ches, dar­über dass jetzt die ECB das für mich regelt, und ich nicht mehr so viel Sche­rei­en mit die­sen Schei­nen habe - die die ECB eben nicht so prak­tisch nach Belie­ben regu­lie­ren kann, weil sie auf deren Ver­tei­lung inner­halb der Bevöl­ke­rung kei­nen direk­ten Ein­fluss neh­men kann, da ihr der Ein­blick und Tools die­se Geld­men­gen selek­tiv und ziel­ge­rich­tet zu erhö­hen oder zu schrump­fen fehlen.

Aber wie lau­tet der geflü­gel­te Spruch so schön - in einer nicht mehr wach­sen­den Gesell­schaft brau­chen wir star­ke Insti­tu­tio­nen die - ehm, nicht mehr dem Volks­wil­len ver­pflich­tet sind, um die *hust* Über­gän­ge zu managen.

Ein Schelm wer dabei eben­falls selek­ti­ve Vor­teils­nah­me ver­mu­ten würde.

Was mir aber nicht begreif­lich gemacht wer­den kann ist, wie der Qua­li­täts­jour­na­lis­mus in der Fra­ge den Public Rela­ti­ons Ver­tre­ter der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on in Öster­reich als Ers­ten auf der Sei­te 1 fea­turen muss.

Naja - der Qua­li­täts­jour­na­lis­mus wirds schon wissen…

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk abar­tigst Allerletzte.

edit: Jetzt war dem Stan­dard aber noch sein gefea­tur­ter PR Arti­kel der EU Kom­mis­si­on zu objek­tiv, also hat er heu­te schnell noch die Reiß­lei­ne gezo­gen um der Leser­schaft fol­gen­des zu unterbreiten:

Digi­ta­le Alter­na­ti­ven zu Öster­reichs Bargeldromantik

Hei­mi­sche Ban­ken unter­stüt­zen immer öfter Bezahl­diens­te wie Apple Pay und Goog­le Pay auf dem Smart­pho­ne. Eine Bestands­auf­nah­me mit einer erfreu­li­chen Überraschung

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Apple Pay und Goog­le Pay sind - dass weiß man ja ein­fach das bes­se­re M0 Bar­geld. Wobei Gar­min Pay und Swatch Pay halt auch sehr attrak­tiv sind, meint der Standard.

PR hat hier immer noch nie­mand entdeckt.

Medienpolitik

15. August 2023

Die FAZ und die NZZ arbei­ten sich die­se Woche mal am “Framing Manu­al” der ARD ab.

Chro­no­lo­gie: Peter Voß (ehe­ma­li­ger SWR Inten­dant) geht zur FAZ, die erlaubt auch dem “WDR aktu­ell” Chef­re­dak­teur eine Stel­lung­nah­me. Der beschö­nigt. Dar­auf nimmt sich die NZZ dem The­ma an, und dar­auf­hin ist es dann ges­tern auch in der Bild.

edit: Es gibt aber auch wie­der gute Nach­rich­ten. Das ZDF schafft es hier über 40 Minu­ten nicht den Unter­schied zwi­schen sek­to­ra­lem Wachs­tum und dem Wachs­tum des GDP einer Volks­wirt­schaft zu ver­ste­hen, geschwei­ge denn zu erklä­ren. Logi­sche Fol­ge? Auf­ma­cher “Igno­riert Scholz die Kri­se?” Click, click, click, click, click. Nein aber er maneu­vriert sich um die Fra­ge rum, was sowohl der Haupt­stadt­stu­dio­lei­ter des ZDF und der Mode­ra­to­rin lei­der nicht auf­fällt, wes­halb sie lei­der nicht ver­ste­hen was hier pas­siert, und gemein­sam mit der Bevöl­ke­rung lus­tig rät­seln müs­sen. Mehr als sol­che Glanz­leis­tun­gen darf man sich vom ZDF auch nicht mehr erwarten.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk abar­tigst Allerletzte.

Der Gag hier ist, dass wenn der Jour­na­lis­mus sei­nen Zuse­hern oder Lesern erklä­ren müss­te, dass die Ener­gie­wen­de in Deutsch­land kein Wachs­tums­ga­rant ist, son­dern gesamt­wirt­schaft­lich Schocks pro­du­ziert (nicht wenn wir die Über­gangs­en­er­gie Erd­gas güns­tig ver­füg­bar gehabt hät­ten, aber was will man machen, da greift die­ser ver­rück­te Putin doch ein­fach den armen Selen­skyj an, der im Jahr davor bereits das Dekret unter­zeich­net hat­te die Krim und Sevas­to­pol mili­tä­risch zu neh­men (Mit 300 Ton­nen US Waf­fen jähr­lich, und Jave­lins für den Ein­satz im Don­bas.)…) -- wenn nicht gleich­zei­tig welt­wei­te Absatz­märk­te für deut­sche Pro­duk­te (wie zB die Wind­rä­der von Sie­mens *hust*) auf­ge­hen. Und so wie es aus­sieht gehen die Absatz­märk­te auch nur ver­zö­gert auf. (Sie­he Ener­gie­stra­te­gie in den US unter Biden, abseits der För­der­pro­gram­me, sie­he welt­wei­te Energiekrise.)

Und das macht der Jour­na­lis­mus natür­lich nicht.

Denn da müss­te er ja auf­ar­bei­ten was er über die let­zen drei Jah­re in Punk­to “Akti­vis­mus” geleis­tet hat.

Des­halb kann Scholz im Som­mer­ge­spräch ein­fach voll auf “sek­to­ra­les Wachs­tum” set­zen, und der Jour­na­lis­mus bekommt sei­ne fuck­ing Fres­se nicht auf - wenns dar­um geht - “Moment, aber gesamt­wirt­schaft­lich sit­zen wir dann ja immer noch in eine Rezes­si­on” gegenzuhalten.

Ganz blöd…

Und dank die­sem schö­nen Akti­vis­mus­jour­na­lis­mus kön­nen wir jetzt halt auch lei­der nicht sagen, dass Deutsch­land mit dem aktu­el­len Regie­rungs­pro­gramm auch nicht aus der Kri­se kommt.…

Ver­bu­chen wirs halt unter dumm gelaufen…

Die Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk abar­tigst Allerletzte.

edit2: Es ist auch immer vor­teil­haft, wenn man sich die gela­de­ne Exper­tin via Kali­for­ni­en zuschal­ten lässt, und die dann auch noch lügt. Laut der waren die staat­li­chen Sub­ven­tio­nen für TSMC näm­lich eine “Zukunfts­in­ves­ti­ti­on”. Nur wars halt kei­ne. Denn TSMC wird in Deutsch­land die Ramsch­chips pro­du­zie­ren, die die deut­sche Auto­in­dus­trie benö­tigt, aber sonst halt schei­ße kei­ner, wenn der Welt­markt nicht wegen dem nächs­ten Krieg wie­der stillsteht.

In der Fabrik sol­len vor allem Chips für die Automobil- und Indus­trie­bran­che ent­ste­hen, basie­rend auf der 28/22-Nanometer-Planar-CMOS und 16/12-Nanometer-„FinFET“-Technologie von TSMC.

src: click

Aber dass das Tech­no­lo­gie von Q3 2018 ODER ÄLTER ist (Zum Ver­ständ­nis, wenn ich mir heu­te ein 100 Euro Gerät mit ALLEN Smart­pho­ne Kom­po­nen­ten, nur mit bil­li­ge­rem Kunst­stoff­ge­häu­se aus Chi­na hole, hat das heu­te exakt die Genera­ti­on an Chips drin­nen, UND DAS AUS CHINESISCHER PRODUKTION, die dann in nur drei Jah­ren auch von TSMC in Deutsch­land pro­du­ziert wer­den. Was für eine Zukunfts­in­ves­ti­ti­on! SUPER (!) dass der deut­sche Staat hier 5 Mil­li­ar­den zuschießt, fin­det die Exper­tin die sich das ZDF aus Kali­for­ni­en zuschal­ten lässt! Und die Kali­for­nie­rin das dann dem ZDF und sei­nen Zuse­hern auch noch als Zukunfts­in­ves­ti­ti­on ver­kau­fen kann!) - braucht doch den Deut­schen nie­mand zu erklä­ren. Da buch ich mir doch als ZDF ein­fach die Exper­tin aus Kali­for­ni­en zu und die ver­arscht dann ein­mal die deut­sche Bevöl­ke­rung kom­plett. Weil, war­um nicht?

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk abar­tigst Allerletzte.