CBS verarscht grad die Bevölkerung

10. September 2022

Der Stan­dard auch, aber dem Stan­dard ists zumin­dest auf­ge­fal­len, des­halb bemüht der sich um eine komi­sche, miss­deut­ba­re Formulierung.

Nach­dem die 20 erober­ten Dör­fer in der For­mu­lie­rung Selen­sky­js auf 30 erober­te Sied­lun­gen geup­gradet wur­den (da stand wohl noch die ein oder ande­re Häu­ser­grup­pe neben einem Dorf…), ist Kup­jansk der neue hei­ße Shit. Weil Stadt. Von der Ukrai­ne wie­der erobert, und mit wich­ti­ger Bahntrasse.

So wich­tig, dass CBS gera­de ange­kün­digt hat, damit sei Russ­lands mili­tä­ri­sche Ver­sor­gung über die Schie­ne in den Don­bas abgeschnitten.

Schaut man auf die Wiki Kar­te der Schie­nen­ver­bin­dun­gen der Ukrai­ne - nö, ist sie nicht. (Kup­jansk ist der gel­be Punkt.)

Rail Map Ukraine

Cross­re­fe­ren­ziert man den Stan­dard, lau­tet dort die For­mu­lie­rung wie folgt:

Über Kup­jansk ver­läuft die Eisen­bahn­li­nie zwi­schen Russ­land und der stra­te­gisch wich­ti­gen Stadt Isjum, die offen­bar eben­falls von ukrai­ni­schen Trup­pen ein­ge­kes­selt wer­den konn­ten [sic!]. Isjum war Anfang April von den Rus­sen ein­ge­nom­men wor­den und ist auf­grund ihrer erhöh­ten geo­gra­fi­schen Lage von gro­ßer Bedeu­tung für die Kon­trol­le des gesam­ten Donbass.

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Die gan­ze Eisen­bahn­li­nie bis Isjum! (… bis Isjum.)

Isjum ist der oran­ge Punkt auf der Karte.

Wär doch auch mal inter­es­sant zu sehen wie sich die Tro­phä­e­ner­obe­rung der Ukrai­ne auf der BBC Kar­te vom 07. August macht…

(Habe die leicht anders gezeich­ne­ten Kar­ten mal am Drei­eck Char­kiv, Myko­la­iv und Cher­son ausgerichtet.)

Ver­dammt, naja, bis zum Dnepr ists noch ein Stück.

Aber wenn die Ukrai­ne erst mal Isjum (oran­ge) ein­ge­nom­men hat, die erhöht liegt, dann, ja dann… dann kann der Krieg aber end­lich weitergehen.

Wie gut, dass die Medi­en wei­ter­hin so ein­wand­frei informieren.

Das Ende des Multilateralismus

09. September 2022

Fazit: Deutsch­land hat zwar kei­ne Außen­po­li­tik, aber die Außen­po­li­tik die Deutsch­land vor­gibt zu haben, ist schon fast ein Schildbürgerstreich.

“Wir sind pro regel­ba­sier­te Ord­nung.” > Las­sen ihren Krieg an der Gren­ze von den US füh­ren, zah­len eif­rig dafür, wer­den nicht diplo­ma­tisch aktiv.

“Alles was uns immer gefehlt hat um ernst­ge­nom­men zu wer­den ist mili­tä­ri­sche Kapa­zi­tät unse­re Part­ner zu schüt­zen” > Wir wol­len jetzt für unse­re außen­po­li­ti­schen Part­ner Klein-Nato wer­den - aber unter der Ägi­de der Nato. Aber wir set­zen dar­auf, dass unse­re Part­ner denen wir durch unser Ver­hal­ten bei­gebracht haben wie­der geo­stra­te­gisch in Kriegs­lo­gik zu den­ken lie­ber zum Schmiedl gehen als zum Schmied. Aber ver­las­sen uns halt schon auf die Nato.

“Aber bis­her waren unse­re außen­po­li­ti­schen Part­ner von unse­rer öko­no­mi­schen Bedeu­tung in der Regi­on immer sehr ange­tan” > Ener­gie­kos­ten in Euro­pa stei­gen jetzt um das vier bis acht­fa­che, wir gehen in direk­te Abneh­mer­kon­kur­renz mit dem indo­pa­zi­fi­schen Raum (?!) -

“Green Tran­si­ti­on Part­ners­hip!” > ohne Gas als tran­si­ti­on fuel bei Part­nern, die es spä­ter als struk­tu­rell rele­vant defi­niert haben als Europa…

Steht der japa­ni­sche Kurs­teil­neh­mer auf, und ver­sucht das Publi­kum zu über­zeu­gen, dass Mul­ti­la­te­ra­lis­mus immer noch eine Chan­ce hat -- wäh­rend sich Japan außen­po­li­tisch noch schnel­ler als Euro­pa den US anbiedert.

Und das Trau­ri­ge dar­an? Iner­tia in Punk­to “wir wol­len wei­ter Mul­ti­la­te­ra­lis­mus” ist wahr­schein­lich tat­säch­lich da -- nur Deutsch­land ver­hält sich der­zeit, als obs schon vor­bei wäre.

Deutsch­lands und Japans Posi­ti­on scheint die sel­be zu sein. So tun als ob bei­de Optio­nen (bipo­la­re vs. mul­ti­po­la­re Ord­nung im Indo­pa­zi­fik) noch mög­lich wären, und sich wäh­rend­des­sen frü­her als der ande­re hin­ter der bipo­la­ren Ord­nung positionieren.

Ganz gro­ßes Kino.

Die Ukraine massakriert gerade die schwächsten russischen Einheiten

08. September 2022

… mit US Hightech-Waffen, größ­ten­teils aus 80km Ent­fer­nung. Das woll­te die Bevöl­ke­rung ja, denn die Bevöl­ke­rung woll­te mehr schwe­re Waf­fen­lie­fe­run­gen, damit die Ukrai­ne den Krieg ver­län­gern kann.

Um schön viel tote rus­si­sche Sol­da­ten zu pro­du­zie­ren, wie es der US Plan vor­sieht. (Long las­ting war of attrition.)

LNR und DNR Mili­zen und Ein­hei­ten der Rus­si­schen Natio­nal­gar­de. (sie­he auch: click

Damit sie dann den US, die ihnen die­se Tak­tik zurecht­ge­legt haben, und Euro­pa zei­gen kann wie erfolg­reich sie die schwächs­ten rus­si­schen Ein­hei­ten dezi­mie­ren, was Russ­land in nur zwei Jah­ren ech­te Pro­ble­me berei­ten kann wenn die US Diens­te mit der Regi­me­ch­ang­e­in­itia­ti­ve beginnen.

Und even­tu­ell setzt das Cha­os (Hit and Run) auch rus­si­sche Ein­hei­ten fest, die dadurch lokal gebun­den wer­den kön­nen. (Offen­si­ve schläft ein, da die­se weni­ger gut aus­ge­bil­de­ten Trup­pen­ver­bän­de dort ein­ge­setzt wer­den, wo man Ver­lus­te an Kapa­zi­tät gering­hal­ten und den Geg­ner zer­mür­ben möch­te - um dann mit schwe­re­ren Ein­hei­ten nach­zu­set­zen, wenn man eine Lücke auf­rei­ßen konnte.)

Und wenn sie vie­le kaum aus­ge­bil­de­te Ein­hei­ten mas­sa­krie­ren, bekom­men sie vom Wes­ten bes­se­re Waf­fen. (Es kann sich nur um Sekun­den han­deln, bis das die deut­sche Regie­rungs­li­nie ist.)

Die US fin­den das super folg­sam, und schie­ßen gleich mal wei­te­re zwei Mil­li­ar­den in Form eines neu­en Mili­tär­pa­kets für die Ukrai­ne nach.

Ändert (aktu­ell) nichts an der stra­te­gi­schen Lage, pro­du­ziert aber ver­gleichs­wei­se vie­le Tote die Russ­land gegen­über sei­ner Bevöl­ke­rung recht­fer­ti­gen muss.

Dazu Euro­pa: Nach einem Drit­tel Wech­sel­kurs­ent­wer­tung und den acht­fa­chen Ener­gie­prei­sen im Ver­gleich zu den US, will Habeck durch­hal­ten und locker flo­cking in einen nie dage­we­se­nen Aus­bau von erneu­er­ba­ren Ener­gie­trä­gern inves­tie­ren. Also nach­dem Euro­pa bereits in der Ver­gan­gen­heit in einen nie dage­we­se­nen Aus­bau von erneu­er­ba­ren Ener­gie­trä­gern inves­tiert hat. (Im inter­na­tio­na­len Ver­gleich. Sub­ven­tio­niert durch den deut­schen Staat. Für erneu­te Sub­ven­tio­nen ist lei­der kein Geld mehr da. Also war­um nicht den (Flüssig-)Gaspreis als Chan­ce sehen, und den Wohl­stand in der Bevöl­ke­rung zurückbauen?)

Wäh­rend dir lokal grad die Bäcker wegsterben.

Weil er immer noch nicht ver­stan­den hat woher Kup­fer, Zink, oder Pigi­ron kom­men, und wie Hoch­öfen funk­tio­nie­ren. Aber gut, der Mann ist Phi­lo­soph, den soll man nicht über­for­dern. Oder Polysilizium.

Und da er die Nah­rungs­mit­tel­kri­sen der kom­men­den zwei Jah­re kom­plett aus­blen­det. (Das Pigi­ron kommt dann mit viel Glück aus Vene­zue­la, zum Glück machts auch hier nichts, wenn Lie­fer­ket­ten län­ger wer­den *hust*).

TOI, TOI, TOI!

DIESE GESELLSCHAFT IST DAS ABGRUNDTIEF ALLERLETZTE.

Hier noch mal das Pro­blem im Grundsatz:

(Uschi: “Das ist der Putin!”)

edit: Für die die noch mit­zäh­len, das ist das zwan­zigs­te US Mili­tär­pa­ket für die Ukraine.

(Die US Ober­be­fehls­ha­ber sind gera­de wie­der in Ram­stein vor Ort, dh. im Lau­fe der Woche ent­de­cken die deutsch­spra­chi­gen Medi­en dann wie­der ihre Lie­be zu mehr schwe­ren Waffen/Waffenlieferungen.
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Da gibts auch einen Absatz in der Rede der vom unglaub­lich sou­ve­rä­nen und hel­den­haf­ten Ein­satz von Himars und Lang­stre­cken­ra­ke­ten der Ukrai­ne spricht. Die sie bei­de nicht ohne die US Detail­auf­klä­rung nut­zen könn­ten. So sou­ve­rän muss man erst mal sein… (Also wäh­rend der ukrai­ni­sche Staat bereits um die Stun­dung von Kre­di­ten ange­sucht hat.) Ein­mal so unab­hän­gig, so sou­ve­rän sein wie die hel­den­haf­te Ukraine.)

edit2; Sag­te ich die Medi­en wer­den wie­der ihre Lie­be zur Lie­fe­rung schwe­rer Waf­fen ent­de­cken? Stol­ten­berg hat sie dies­mal ent­deckt, nachem die Medi­en etwas zöger­lich waren…

“Eine unter­be­setz­te Nato sei weni­ger ein Pro­blem als eine Ukrai­ne der schwe­re Angriffs­waf­fen fehlen.”
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edit3: Baer­bock ist schon wie­der auf dem Weg nach Kiew.
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edit4: Und Baer­bock macht schon wie­der Zusagen:

Ange­sichts des rus­si­schen Teil­rück­zugs aus dem Nord­os­ten der Ukrai­ne kün­digt Bun­des­au­ßen­mi­nis­te­rin Anna­le­na Baer­bock wei­te­re deut­sche Mili­tär­hil­fe an. “Wir sehen mit Blick auf den Osten und den Süden der Ukrai­ne, wie wich­tig die Waf­fen­lie­fe­run­gen sind”, so Baer­bock im Inter­view mit RTL/ntv bei ihrem Besuch in Kiew. “Dank gera­de auch unse­ren Waf­fen­lie­fe­run­gen konn­te jetzt erreicht wer­den, dass ein­zel­ne Städ­te befreit wer­den konn­ten.” Bis­lang sei aber nur ein klei­ner Teil der rus­sisch besetz­ten Gebie­te zurück­er­obert, sag­te die Minis­te­rin. “Des­we­gen müs­sen wir in den nächs­ten Mona­ten die Waf­fen­un­ter­stüt­zung aufrechterhalten.”

Bun­des­au­ßen­mi­nis­te­rin Anna­le­na Baer­bock sichert der Ukrai­ne wei­te­re mili­tä­ri­sche Hil­fe zu, mit Blick auf die lau­fen­de Gegen­of­fen­si­ve schließt sie dabei auch die Lie­fe­rung von Kampf­pan­zern west­li­cher Bau­art nicht aus. Gefragt, ob Deutsch­land bereit sei, auch Kampf­pan­zer an die Ukrai­ne zu lie­fern, sagt die Minis­te­rin in Kiew: “So, wie sich die Lage vor Ort ver­än­dert, so schau­en wir auch immer wie­der unse­re Unter­stüt­zung an und wer­den wei­te­re Schrit­te gemein­sam mit unse­ren Part­nern bespre­chen.” Bei einer gemein­sa­men Pres­se­kon­fe­renz mit dem ukrai­ni­schen Außen­mi­nis­ter Dmy­t­ro Kule­ba betont Baer­bock: “Ich weiß, dass die Zeit drängt.” Sie fügt hin­zu: “Die nächs­ten Wochen und Mona­te wer­den entscheidend.”

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edit5: Die Posi­ti­on ist in Ber­lin ange­kom­men: click

Riddle me this

04. September 2022

Wie brin­gen wir das hier zusammen?

Meh­re­re deut­sche Wis­sen­schaf­ter und Mili­tär­ex­per­ten sehen mit Blick auf den Ukraine-Krieg zum jet­zi­gen Zeit­punkt kei­nen Spiel­raum für eine “seriö­se diplo­ma­ti­sche Lösung”. Viel mehr for­dern die 22 Autoren in einem Gast­bei­trag für die “Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung” (FAZ), “das Niveau und die Quan­ti­tät west­li­cher Waf­fen­lie­fe­run­gen” an die Ukrai­ne zu erhö­hen, damit das Land einen “Dik­tat­frie­den” abwen­den könne.

Soll­te die Ukrai­ne dem rus­si­schen Angriff unter­lie­gen, sei damit zu rech­nen, dass Mos­kau wei­te­re Krie­ge pla­ne, “um die euro­päi­sche Sicher­heits­ord­nung zu zer­stö­ren”, warn­ten sie.

(“gez. die Anti-Alice Schwar­zer Frak­ti­on” oder ande­res gesagt, die “Intel­lek­tu­el­len” (22 Autoren) des deut­schen sicher­heits­in­dus­tri­el­len Komplexes)
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“Die Ukrai­ne muss gewin­nen, weil Ver­lie­ren kei­ne Opti­on ist.”

Ich den­ke, bei­de Sei­ten wol­len zei­gen, dass sie Fort­schrit­te machen, bevor der Win­ter kommt. Den Ukrai­nern wird es dabei vor allem dar­um gehen, den eige­nen Leu­ten zu demons­trie­ren, dass die Armee die Rus­sen nicht nur auf­hal­ten kann, son­dern auch in der Lage ist, Ter­ri­to­ri­um zurück­zu­er­obern. Damit wür­de man gleich­zei­tig auch ein deut­li­ches Signal an den Wes­ten schi­cken, dass es sich nach wie vor aus­zahlt, die Ukrai­ne zu unterstützen.

“Der frü­he­re aus­tra­li­sche Gene­ral Mick Ryan gehört zu den gro­ßen Erklä­rern des Ukraine-Krieges im eng­lisch­spra­chi­gen Raum.” (Alp­bach Net­wor­ker)
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“Die Ukrai­ne muss jetzt gewin­nen, sonst bekommt sie zu wenig Unterstützung.”

“We’­ve been lear­ning through CNN repor­ting, that Ukrai­ne and the US war­ga­med this coun­ter offen­si­ve out to some degree in advan­ce of this, and it appears that the US coun­se­led the Ukrai­ne away from a more expan­si­ve coun­ter­of­fen­si­ve - see­med to direct them to focus their fire and resour­ces on Kher­son. Was that the right call in your view?”

“Well, abso­lute­ly, I mean, it, look … […]”

[…] “I do want to ask you, becau­se this week, we have seen the first steps in a signi­fi­cant ukrai­ni­an coun­ter offen­si­ve in the south, focu­sed on Kher­son - do ukrai­ni­an for­ces today have the capa­bi­li­ties and the wea­pons they need to take and hold ter­ri­to­ry cur­r­ent­ly held by rus­si­an forces?”

“Well - cer­tain­ly not. But they do have the capa­bi­li­ty, if they use it cor­rect­ly to move deeply into at least Kher­son, if they suc­cee­ded in cut­ting off rus­si­an rein­for­ce­ments from resup­ply, from across the dnie­per river. Thats a big step. And then - if the rus­si­an com­mand and con­trol is atta­cked, thats ano­t­her big step. And they’­ve got artil­le­ry, they are using it… This is a recon­nais­sance led attack. Its gon­na move slow­ly, its gon­na grind its way through, they are gon­na ser­ve their for­ces, but - to real­ly clean the rus­si­ans out they need armo­red figh­t­ing vehi­cles, more artil­le­ry, they need air - figh­ter bom­bers, and long ran­ge [unin­tel­li­gi­ble] mis­si­les, so - they are a long way from having ever­ything they need, but this is a very, very important attack, stra­te­gi­cal­ly, and poli­ti­cal­ly - for Ukraine.”

(Gen. Wes­ley Clark - For­mer NATO Supre­me Allied Commander)

“Die Ukrai­ne kann nichts gewin­nen, aber vie­le Rus­sen töten und Com­mand and Con­trol dis­rup­ten. Dess­halb will sie aktu­ell auch nicht ver­han­deln, weil sie ja glaubt gewin­nen zu können.”

Ich fas­se also zusammen:

Die Ukrai­ne muss selbst ent­schei­den - ein Dik­tat­frie­den muss abge­wen­det werden.

Aber die Ukrai­ne darf nicht selbst ent­schei­den, denn ohne die Schlacht­feld­si­mu­la­tio­nen der US hät­ten die gera­de ihre mili­tä­ri­sche Kapa­zi­tät in einem Groß­an­griff ver­heizt, den sie nicht gewin­nen konn­ten, außer­dem haben sie noch nicht genü­gend Waf­fen um auch nur Kher­son zu neh­men, außer­dem ist das den­noch das Haupt­ziel der Initiative.

Also wenn wir davon abse­hen, dass das erreich­ba­re, vor­läu­fi­ge Haupt­ziel ein lang­sa­mer, zer­mür­ben­der Vor­stoß einer von Auf­klä­rungs­ein­hei­ten getra­ge­nen Offen­si­ve ist (Hit and run), die wie­der ein­mal Com­mand and Con­trol Struk­tu­ren zer­stö­ren, sowie mög­lichst vie­le rus­si­sche Opfer pro­du­zie­ren soll, ohne etwas (medi­al) Vor­zeig­ba­res zu erreichen.

Aber wenn das (Zurück­drän­gen hin­ter den Dnepr?) erreicht wird - dann kann der Krieg end­lich ver­län­gert wer­den und die Ukrai­ne bekommt viel­leicht die Waf­fen, die Deutsch­land (in Abspra­che mit den US, die sie eben­falls nicht lie­fern) bis heu­te nicht lie­fern will. 

Sagt man der Ukrai­ne. (“Mili­tä­risch und poli­tisch extrem wich­ti­ge Operation.”)

Dann erst könn­ten sie Kher­son befrei­en und halten.

Also wenn sie dann auch Luft­raum­do­mi­nanz hät­ten, und Bom­ber schi­cken könnten.

Das ist aber das Haupt­ziel der aktu­el­len Initiative.

Das Wich­tigs­te ist aber, dass die Ukrai­ne selbst ent­schei­den muss, was sie will.

Ich wür­de sagen die Öffent­lich­keit ist von den Medi­en wie­der ein­mal top informiert.

SCHWEINE, WICHSER, ARSCHLÖCHER, SÄUE, DRECK.

Oh, und die Ukrai­ne auch - “[Der ukrai­ni­sche Minis­ter­prä­si­dent] Schmyhal beton­te auf Twit­ter, der Wie­der­auf­bau in den “befrei­ten Gebie­ten” der Ukrai­ne müs­se “so schnell wie mög­lich losgehen”.”

Was? (Dör­fer, Vor­or­te und die Rele­vanz ihres Wie­der­auf­baus mit­ten im Krieg…)

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut Letzte,

A real broad shift

03. September 2022

Weil die “Zei­ten­wen­de” als selbst­re­fe­ren­zi­el­le Erklä­rung für alles gera­de wie­der Hoch­kon­junk­tur hat. (Hmmm, sweet Pro­pa­gan­da… Hm, so sweet…) Wie kams eigent­lich dazu? Also zur For­mu­lie­rung, zur Idee dahinter, …

[Kon­text zur Zei­ten­wen­de Rede im deut­schen Bundestag]

“Tell us a litt­le bit about the set­ting and the atmo­s­phe­re in the cham­ber. Was this expec­ted at what point did you actual­ly rea­li­ze this was going to be not your ordi­na­ry session?”

“Thank you very much, I think it was, it was clear from the begin­ning when the who­le ple­na­ry aro­se to give stan­ding ova­tions to the ukrai­ni­an ambassa­dor which is real­ly extra­or­di­na­ry, I mean you have to know that the­re is a kind of infor­mal code of con­duct that the government bench and the Län­der bench never rai­se, never give applau­se becau­se, it’s real­ly restric­ted to the mem­bers of par­lia­ment but all the ben­ches stood up and applau­ded of cour­se it was to the bra­ve peop­le of ukrai­ne but it was also to the bra­ve ambassa­dor, I mean who real­ly ral­lied for the cour­se of ukrai­ne for for mon­ths and it was seen at times as a pain in the neck in the chan­cel­le­ry and ano­t­her offi­cial insti­tu­ti­ons but he never gave up and I think we all know he was right to do so. The second moment was of cour­se when chan­cellor Scholz announ­ced the set­up of the defen­se fund of 100 bil­li­on and and with that clear­ly mar­king a fun­da­men­tal return of ger­man poli­tics on that so that that was I would say a revo­lu­ti­on in ger­man poli­tics in in a way it was a very late respon­se to a speech that federal pre­si­dent Gauck gave 2014 at the Munich Secu­ri­ty Con­fe­rence whe­re he cal­led for more ger­man respon­si­bi­li­ty in in and geo­po­li­tics but that’s I think a topic you Tho­mas know much more about, uhm.”

Bei 3:25 in.

Zuerst ein­mal zu den unwich­ti­gen Tei­len. Der tap­fe­re ukrai­ni­sche Bot­schaf­ter, ist nicht mehr im Amt weil er sich als Nazi-Verbrechen Rela­ti­vie­rer ent­puppt hat, klei­nes diplo­ma­ti­sches faux pas, das “nur” eine öffent­li­che Abur­tei­lung zur Fol­ge hat­te und spä­ter die Abbe­ru­fung. Das war der ers­te unwich­ti­ge Neben­aspekt, der zwei­te ist, dass Deutsch­land nicht Füh­rungs­stär­ke zei­gen woll­te, son­dern eigent­lich mit “die Ukrai­ne soll das ent­schei­den” über­aus zufrie­den war. (Schwach­sinn, sie­he Rammstein-Format in dem 40 Län­der das abge­nickt haben, was die US woll­ten (Kunst­stück, die Gesprä­che fan­den in Ramm­stein statt… Go figu­re.), und wenn die Ukrai­ne das Sel­be will, bekommt sie sogar Waf­fen! Lei­der muss die Ukrai­ne einen Auf­rei­bungs­krieg wol­len, bis Russ­land so geschwächt ist, dass dort meh­re­re Diens­te eine ech­te Opti­on für einen Regi­me­chan­ge sehen - toi, toi, toi -- aber das kann man ja für die Bevöl­ke­rung wie­der als “dass Russ­land das nie wie­der machen kann” reframen - geht halt nur dar­um, dass es den Leu­ten so dre­ckig geht, dass sie hun­gern und auf die Stra­ße gehen. Also wird jetzt von Sei­ten der Ukrai­ner erst­mal schön weitergestorben.). 

Die­se bei­den Aspek­te (durch­at­men) waren schon mal kom­plet­ter Bull­shit, der drit­te Aspekt ist aus mei­ner Sicht hier aber heu­te relevanter.

“Es war bereits klar in wel­che Rich­tung es geht, als sich der gesam­te Ple­nar­saal erhob und sich zu Stan­ding Ova­tions hin­rei­ßen hat las­sen.” Die Regie­rungs­bank und die Länder-Vertreter Bank haben sich eben­falls erho­ben und flei­ßig mitgeklatscht.
Das Par­la­ment war zu dem Zeit­punkt voll besetzt (wirkt dann besser).
Das sei “unge­wöhn­lich”, denn einem infor­mel­len Code of Con­duct nach ist es eigent­lich nur den Par­la­ments­mit­glie­dern gestat­tet laut Zustim­mung, oder Miss­fal­len zu zei­gen, dh. zu klat­schen. Was für ein infor­mel­ler Code of Con­duct das ist? 

Das Haus­recht des deut­schen Parlaments.

Was für ein uner­hör­ter Zufall, dass das an dem Tag bei voll­be­setz­tem Haus gebro­chen wur­de, … Kam bes­ser in den Fernsehbildern.

Die Rede selbst wur­de am 27.02. gehal­ten. Damit stellt sich fol­gen­de Fra­ge (sie­he fett her­vor­ge­ho­be­ne Passage):

“With all the comments that were after - wit­hin the last weeks, mon­ths and even years about the com­mu­ni­ca­ti­on skills and tests of Mr Scholz - you know he’s from ham­burg like I am and - I’ve been knowing him for years, I was not so sur­pri­sed that some other mem­bers of the social demo­cra­tic par­ty that he’s in, in deman­ding situa­tions he’s able to do to work this out, but this was tru­ly a super important moment whe­re he mana­ged, uhm, to to put this all into into one act of com­mu­ni­ca­ti­on, obvious­ly it was very well ope­ra­tively worked on wit­hin the coali­ti­on, uhm, it was too detail­ed not to do so, so it was­n’t just a one-man speech without any, uhm, any work bet­ween the par­ties befo­re that, uhm, so the­re ever­y­bo­dy was knowing what he was doing at that time so um and he was right, uh, he was right the world is not, uh, is not the same not only becau­se the attack of uhm, on ukrai­ne but also becau­se the social demo­cra­tic par­ty being the par­ty that is, uh, which, uh, which the the chan­cellor at this point in this very important point is a mem­ber of, would have to accept as well that the world has chan­ged but what does this…”

“You said ever­y­bo­dy knew it - it see­med from fol­lowing it on tele­vi­si­on that many in the ger­man bun­des­tag did­n’t know this was com­ing the sur­pri­se in the cham­ber see­med pal­p­a­ble. Was it a sur­pri­se to many of even the social demo­cra­tic cau­cus becau­se this has been pre­pa­red, but the events unfol­ding sin­ce the inva­si­on have been so fast-paced that I ima­gi­ne the coor­di­na­ti­on is in a small coali­ti­on cir­cle so it’s it see­med to me that this - the­re must have been dyna­mics going on in social demo­cra­cy its­elf.”

“So you’­re tal­king about the 100 bil­li­on euro fund?”

“I’m not just tal­king about that the­re is a cour­se cor­rec­tion of rus­sia poli­cy, there’s a cour­se cor­rec­tion of ener­gy poli­cy vis-a-vis rus­sia and there’s a cour­se cor­rec­tion of defen­se poli­cy with lar­ge impli­ca­ti­ons on nume­rous for­eign poli­cy issu­es as well so take me into the cham­ber and your con­ver­sa­ti­on with your colleagues.”

“Well first of all, uh, the­re is no dif­fe­rence bet­ween the social demo­crats, the greens and the libe­rals at this point, so in details of that speech may­be … don’t take me, don’t quo­te me on this one, but may­be a dozen peop­le in the room knew what was com­ing in detail in that speech, maybe.”

Bei 19:15 in.

Also - für eine Zei­ten­wen­de brauchst du drei Tage, ein voll­be­setz­tes deut­sches Par­la­ment, bei dem die Leu­te für den Tag ein­ge­la­den und gebrieft wur­den zu klat­schen (man hat ihnen gesagt, sie dür­fen das an dem Tag, auch wenn sies nor­ma­ler­wei­se nicht dür­fen), den tat­säch­li­chen Inhalt der Rede kann­ten zu dem Zeit­punkt an dem sie gehal­ten wur­de aber nur ein knap­pes dut­zend Personen.

Dh. ver­knappt - wenn du eine unge­nan­ne­te Schutz­macht Euro­pas bist und einen Rat­schlag von mir hören woll­test, bräuch­te es für eine Zei­ten­wen­de zwölf Ein­la­dun­gen zu Abend­essen. Und einen rus­si­schen Angriffskrieg.

Da willst du doch “Zei­ten­wen­de” heu­te als Begrün­dung für eh alles hören, oder?

DIESE GESELLSCHAFT IST DAS LETZTE. FICKT EUCH IHR WICHSER, SCHWEINE, ARSCHLÖCHER, SÄUE, DRECK.

Und viel­leicht noch als klei­ner PR Tipp:

Das Exper­ten­pa­nel das das für unse­re trans­at­lan­ti­sche Freun­de inner­halb des Ger­man Mar­shall Fund of the United Sta­tes reflek­tiert und auf­be­rei­tet, soll­te natür­lich auch die Exe­cu­ti­ve Direc­tor (fema­le) for Euro­pe and Eura­sia, der Open Socie­ty foun­da­ti­on beinhal­ten. Das hilft enorm dabei, dass die Panel­teil­neh­mer ein unge­fäh­res geis­ti­ges Frame haben, was sie sagen dür­fen und was nicht. Sie­he Jef­frey Sachs, der nicht mehr bei Pro­ject Syn­di­ca­te ver­öf­fent­li­chen kann. (Wer hier nach Gemein­sam­kei­ten sucht, und bei bei­den den sel­ben Inhaber/Sponsor fin­det, darf ihn behal­ten. Ich bin ja nicht ver­rückt das hier zu kri­ti­sie­ren, ich sag nur wies gelau­fen ist.)