Woran man den wertebasierten Westen erkennt

03. September 2022

Wenn die IAEA mehr­fa­chen Impact­scha­den in Reak­tor­blö­cken von Sapo­rischsch­ja fest­stellt und die Ukrai­ne davor “Flood the zone with shit” gespielt hat, lau­tet die Über­schrift am nächs­ten Tag - (Ent­war­nung), Atom­ener­gie­be­hör­de will dau­er­haft in AKW Sapo­rischsch­ja blei­ben.

Wenn die Epis­te­me die acht Tage nach Kriegs­be­ginn bei der Hoo­ver Insti­tu­ti­on erfun­den wur­den als Erklä­rung nicht mehr aus­rei­chen - wer­den Sank­tio­nen “alter­na­tiv­los” erklärt. Klei­nes Pro­blem dabei, Sank­tio­nen sind per Defi­ni­ti­on nie alter­na­tiv­los. (Begrün­dung brau­chen wir aber auch kei­ne mehr, nur Volks­tri­bu­nen, die noch dekla­rie­ren was man glau­ben und nach­sa­gen darf.)

Zusatz:

Es sei aber “auch alter­na­tiv­los”, den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern die Not­wen­dig­keit der Sank­tio­nen zu ver­mit­teln.”, sag­te Edt­stad­ler am Ran­de des Forums Alp­bach zur APA. 

src: click

Ver­brei­te Pro­pa­gan­da, wenn du mor­gen noch einen Job haben willst. (Eine Erklä­rung fin­dest du nir­gend­wo im Arti­kel, war­um auch? Es geht nur dar­um ein Epis­tem zu deklarieren.)

West­li­che Wer­te sind auf­ge­zwun­ge­ne Epis­te­me. Ohne Begrün­dung, ohne Erklä­rung, ohne sie auch nur zu nen­nen. Das muss man füh­len, oder es funk­tio­niert nicht.

Wenn die Öffent­lich­keit mal etwas kri­tisch hin­ter­fragt, ist sie selbst­re­dend ruhig zu stel­len - in dem man die Fra­ge zurückspiegelt. 

“Es sei auch wich­tig zu hin­ter­fra­gen, was sich wirk­lich auf die Sank­tio­nen zurück­füh­ren las­se und was Din­ge sei­en, “die mög­li­cher­wei­se auch sonst pas­siert wären, die auf­grund ande­rer Umstän­de ein­ge­tre­ten sind”

Macht wie­der kom­plett kei­nen Sinn, es sei den man hat eine Uschi die gleich­zei­tig mit “Putin mani­pu­liert den Strom­preis­markt” auf Bau­ern­fän­ger­tour unter­wegs ist. (Wirk­lich? Er ganz allei­ne?) Man habe so und so ver­sucht dem etwas ent­ge­gen­zu­set­zen, in dem man höhe­re Gas­füll­stän­de von Gas­spei­chern ange­ord­net hat.

Das Argu­ment ist wider­sin­nig (wenn höhe­re Füll­stän­de ver­ord­net wer­den, treibt das Spe­ku­la­ti­on bei der Preis­ent­wick­lung, da ja jetzt jeder weiß, dass der Markt­preis um 1000% stei­gen kann und man trotz­dem einen Abneh­mer findet.)

Aber Auto­ri­tät wird im wer­te­ba­sier­ten Wes­ten von Medi­en nicht mehr hin­ter­fragt, vor allem wenn die Uschi sagt, das war auch der Putin (das Böse), und mit den Sank­ti­on hät­te das nichts zu tun (obwohl die direk­te Gegen­re­ak­ti­on auf die Sank­tio­nen Lie­ferein­schrän­kun­gen von rus­si­schem Gas waren, das von den Sank­tio­nen aus­ge­nom­men ist). Dan­ke Frau von der Ley­en. Mär­chen­stun­de bei Illner.

Man muss es der Bevöl­ke­rung erklä­ren, dass es alter­na­tiv­los sei (Edt­stad­ler), geht auf den ECFR zurück, deren Direk­tor Mark Leo­nard das über Pro­jekt Syn­di­ca­te am 24. März als Dok­trin aus­ge­ge­ben hat.

Heu­te ist Geo­po­li­tik in Eura­si­en wie­der ein Kampf ums Über­le­ben. Die ulti­ma­ti­ve Fra­ge lau­tet dar­um, wie wir die Wer­te von Kants ewi­gem Frie­den inner­halb der EU bewah­ren und uns gleich­zei­tig gegen Gefah­ren aus dem umlie­gen­den Dschun­gel ver­tei­di­gen können.

src: click

Das ist die Defi­ni­ti­on war­um es alter­na­tiv­los ist. Sie ist kon­stru­iert. Erkennt man dar­an, dass sie mit drei auf­ge­la­de­nen Meta­phern arbei­tet, wäh­rend sie wie­der das unglaub­lich heroi­sche Opfer der Ukrai­ne als Motiv hochstilisiert.

KAMPF UMS ÜBERLEBEN! Alter­na­tiv­los, nur nicht nachdenken.
EWIGEN FRIEDEN BEWAHREN! Alter­na­tiv­los, nur nicht nachdenken!
VOR DEM UMLIEGENDEN DSCHUNGEL VERTEIDIGEN! Alter­na­tiv­los, nur nicht nachdenken!

Phi­lo­so­phie­ren allei­ne reicht aber nicht, wenn man Direk­tor des ECFR ist, da braucht es auch Hand­lungs­an­sät­ze. Also stellt man vier Fra­gen, die die Poli­tik lösen muss.

Die euro­päi­schen Staats- und Regie­rungs­chefs müs­sen die Welt, in der sie leben wol­len, mit der Welt, die Putin ihnen auf­ge­zwun­gen hat, in Ein­klang bringen.

src: click

Kon­kret?

Eins:

Ers­tens: Wohin gehö­ren die Gren­zen Euro­pas und die Gren­zen der Nato? Über vie­le Jah­re haben sich die Euro­päe­rin­nen und Euro­pä­er nur dann mit Gren­zen beschäf­tigt, wenn es dar­um ging, sie im Inne­ren zu besei­ti­gen – oder zu sen­ken, um einen unab­hän­gi­gen Koso­vo anzu­er­ken­nen. Die genau­en Umris­se der Euro­päi­schen Uni­on und der Nato waren eher vage. Jetzt muss dar­über dis­ku­tiert wer­den, wer rein­ge­hört und wer drau­ßen bleibt.

Direk­te, mög­lichst lan­ge Land­gren­ze der Nato mit Russ­land durch die Auf­nah­me der Ukrai­ne in die EU wonach ihr eine Nato­mit­glied­schaft nicht mehr ver­wei­gert wer­den kann.

Zwei:

Die zwei­te Fra­ge lau­tet, ob Euro­pa für eine regio­na­le Ord­nung bereit ist, die nicht auf Regeln und Insti­tu­tio­nen, son­dern auf einem Gleich­ge­wicht der Kräf­te basiert. Der alte Traum einer Ord­nung mit Russ­land ist geplatzt und wur­de durch eine Ord­nung gegen Russ­land ohne gemein­sa­me Insti­tu­tio­nen oder Ver­trau­en ersetzt. Dies wird zu einem gewal­ti­gen Schub der Wie­der­auf­rüs­tung füh­ren, der in Deutsch­land und Däne­mark bereits begon­nen hat. Außer­dem steht eine neue Debat­te über Mili­tär­ba­sen und Atom­waf­fen an, die Euro­pas Auf­merk­sam­keit (und ver­mut­lich Res­sour­cen) von ihrem glo­ba­len mul­ti­la­te­ra­len Enga­ge­ment abzie­hen wird.

Da muss er nicht lan­ge schwa­feln, die US hat­ten da bereits ange­kün­digt in Ost­eu­ro­pa neue Nato­ba­sen zu bau­en. Stol­ten­berg hat danach selbst auf Jour­na­lis­ten­nach­fra­gen in Pres­se­kon­fe­ren­zen ver­wei­gert zu defi­nie­ren woher denn die Auf­sto­ckung der schnel­len Ein­griffs­trup­pe für Euro­pa auf 300.000 Mann stamme.

Drei:

Drit­tens: Hat Euro­pa eine poli­ti­sche Basis für den Auf­bau wirt­schaft­li­cher und gesell­schaft­li­cher Resi­li­enz? In Connectivity-Kriegen, das sind Kon­flik­te zwi­schen von­ein­an­der abhän­gi­gen Mäch­ten, sind Geduld und Lei­dens­fä­hig­keit die Schlüs­sel zum Erfolg. Die Sank­tio­nen gegen Russ­land fin­den zur­zeit brei­te Unter­stüt­zung, die aber womög­lich nach­lässt, wenn die Öl- und Gas­prei­se wei­ter stark stei­gen und eine Rezes­si­on auslösen.

Wir brau­chen mehr Pro­pa­gan­da für das Volk. Hier und jetzt und heu­te noch. Und mehr. (Soet­was wie “es ist Alter­na­tiv­los” ohne jeg­li­che Begründung.)

Vier:

Die letz­te gro­ße Fra­ge lau­tet, ob Euro­pa Teil einer regio­na­len Ord­nung ist oder einer glo­ba­len. Noch vor ein paar Wochen galt Euro­pa als geo­po­li­ti­scher Zuschau­er des wich­tigs­ten Kamp­fes im 21. Jahr­hun­dert: der Schlacht um die Kon­trol­le im Indo­pa­zi­fik. Der neue euro­päi­sche Krieg und die immer enge­re Part­ner­schaft zwi­schen Chi­na und Russ­land hat Euro­pa und “Eura­si­en” wie­der ins Zen­trum der Welt­büh­ne gerückt. Wie Jere­my Shapi­ro vom Euro­pean Coun­cil on For­eign Rela­ti­ons schreibt, muss die Nato sich jetzt mit den Demo­kra­tien in Asi­en ver­net­zen, ihre Poli­tik abstim­men und sogar ihre Res­sour­cen auf die euro­päi­sche und die pazi­fi­sche Büh­ne aufteilen.

Die Han­dels­be­zie­hun­gen und damit wech­sel­sei­ti­gen Abhän­gig­kei­ten mit Five Eyes und Japan zu ver­stär­ken um den US die auf die lang anhal­ten­de Wech­sel­kurs­ent­wer­tung von einem Drit­tel pochen noch mehr Zucker in den Arsch zu bla­sen. Zusatz, der Anknüp­fungs­punkt ist hier eine Welt mit mehr Kon­flik­ten und höhe­ren Risi­ko­kos­ten in glo­ba­len Lie­fer­ket­ten (durch den Kli­ma­wan­del und durch eine US die sich als Schutz­macht per­spek­ti­visch, nicht nur für die Han­dels­flüs­se Chi­nas zurück­zieht). Also was tun? Wir fra­gen den Think­tank Euro­pean Coun­cil on For­eign Rela­ti­ons, der rät uns zu ALLEN Kon­di­tio­nen auf eine Ver­stär­kung in der Inte­gra­ti­on mit dem “wer­te­ba­sier­ten Wes­ten” hin­zu­ar­bei­ten. Als letz­ter Block, der mit­ten in einem Krieg, dies­be­züg­lich neue bila­te­ra­le Han­dels­ver­trä­ge mit den US, den Five Eyes und am bes­ten noch Japan abschlie­ßen soll. (Kor­rek­tur: Euro­pa ver­spricht vor sechs Mona­ten - kei­ne TTP style Ver­hand­lun­gen, aber bila­te­ra­le Han­dels­ver­trä­ge mit Län­dern im Indo­pa­zi­fik. Ob das noch Bestand hat?)

Und weils von Pro­ject Syn­di­ca­te kommt, darfst du es im Stan­dard nicht hin­ter­fra­gen - copy/paste des Arti­kels, oder schleich dich.

Pro­blem - das ist mit dem jour­na­lis­ti­schen Ethos nicht ver­ein­bar. Das darfst du nicht machen, ohne es zu kon­tex­tua­li­sie­ren. Ohne es zu kommentieren. 

Aber was willst du machen, es ist Pro­ject Syn­di­ca­te, also machst dus. Du repu­blisht. Und hältst die Fresse.

Noch­mal: Eins: Ukrai­ne als neu­tra­les Land ist jetzt per Defi­ni­ti­on undenk­bar. Zwei: Wir soll­ten über die Rol­le der Nato in der EU und über mehr Nato­ba­sen nach­den­ken, deren Bau bereits ange­kün­digt ist. Drei: Das Volk sei mit Pro­pa­gan­da zu ver­ar­schen. Vier: Euro­pa ist glo­bal neu am uni­po­la­ren Hege­mon aus­zu­rich­ten (für mul­ti­po­la­re Han­dels­be­zie­hun­gen “blie­be jetzt ja weni­ger Zeit” (Gott sei Dank, jemand denkt auch an die Kar­rie­re­di­plo­ma­ten)), vor allem bei Han­dels­be­zie­hun­gen. Wenn wir unse­re Kin­der als Sol­da­ten in den Süd­pa­zi­fik schi­cken wol­len, dür­fen wir das aber natür­lich auch veranlassen.

Ein­schub: Johan­nes Kopf hat fünf Tage nach­dem er bei einer von der Wie­ner Zei­tung mode­rier­ten Gesprächs­run­de zur Zukunft der Arbeit in der öster­rei­chisch ame­ri­ka­ni­schen Gesell­schaft gela­den war (Niveau: Ein US indus­tri­el­ler ver­arscht das Panel, dass 10x gerin­ge­re Bezin­prei­se schon sehr schwer für sein Unter­neh­men zu schul­tern sein, da die Mit­ar­bei­ter ja so viel Auto fah­ren, Kopf sagt ein Steh­greif Sat­zerl auf, dem Chef­re­dak­teu­er der Wie­ner Zei­tung der als Mode­ra­tor der illus­tren Run­de bezahlt wird, fällts nicht auf, alle klat­schen), das “Bür­ger­volks­be­geh­ren” (Umfra­gen nach 10% dafür) für ein “bünd­nis­frei­es Öster­reich” unter­zeich­net und sich zum Mit­or­ga­ni­sa­tor erklä­ren las­sen. Das ist doch schon mal ein guter Anfang.

Das Video haben 64 Leu­te auf you­tube gese­hen, da kaufst du dir doch den Chef­re­dak­teur der Wie­ner Zei­tung als Mode­ra­tor dafür. Der Aus­tausch der Mei­nun­gen stand hier ja im Vor­der­grund. *würg*

Wie­der zurück zur ECFR Ver­öf­fent­li­chung bei Pro­ject Syn­di­ca­te: Dane­ben noch dekla­ra­ti­ve Schman­kerln wie:

Bei der Kri­se, in die Putin Euro­pa gestürzt hat, geht es aber nicht nur um Sicher­heit. Es geht um Philosophie.

[…]

Die­ser Kon­flikt spielt sich aber nicht hin­ter einem eiser­nen Vor­hang ab. Sei­ne Par­tei­en sind zutiefst mit­ein­an­der ver­wo­ben und er wird nicht nur mit Flug­zeu­gen und Pan­zern geführt, son­dern auch mit Sank­tio­nen, Lie­fer­ket­ten, Finanz­strö­men, Infor­ma­tio­nen und digi­ta­len Bits.

Die­se Super­ver­flech­tung macht einen sta­bi­len Frie­den unmöglich.

Es geht um rei­ne Propaganda.

Und wenn das der ECFR als Think­tank for­dert, dann muss die Edt­stad­ler das in Alp­bach liefern.

Lus­ti­ger Zufall - wie­der mal - Jef­frey Sachs (Direk­tor des UN Sus­tainab­le Deve­lo­p­ment Solu­ti­ons Net­work, der als ers­te fach­lich legi­ti­mier­te Per­son über­haupt, den Tal­king­points wider­spro­chen hat, dass es mit der “Green Tran­si­ti­on” in Euro­pa ja jetzt schnel­ler gehen wür­de, mit denen die Bevöl­ke­rung immer noch ver­arscht wird. (Gas ist das Tran­si­ti­on Fuel, das kos­tet jetzt das vier­fa­che (und kommt mir mich jetzt nicht mit die Was­ser­stoff Lie­fer­ket­ten mit Umwand­lungs­ver­lus­ten von jen­seits von Gut und Böse “fan­gen das auf”) Lässt man die spku­la­ti­ons­ge­trie­be­nen Preis­stei­ge­run­gen außen vor haben sowohl die US, als auch Japan bes­se­re Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen, bei uns lan­det durch jetzt teu­re­re Tran­si­ti­ons­kos­ten noch weni­ger Wert­schöp­fung, und unse­re Bevöl­ke­rungs­zahl nimmt (im Gegen­satz zu den US mit Mexi­co an der Gren­ze (sie­he VW-Werk Mexi­ko…)) ab, wäh­rend die Boo­mer kein Geld mehr fürs Risi­ko­in­vest­ment haben, um den Nach­barn im Alter jetzt doch noch kurz­fris­tig in Punk­to Lebens­qua­li­tät durch return of invest­ment aus­zu­ste­chen, son­dern das Kapi­tal in der Pen­si aus der Gesel­schaft zie­hen, bedeu­tet Inves­ti­ti­ons­kli­ma wird schlech­ter), also der Jef­frey Sachs war ja die­ses Jahr ja auch wie­der in Alp­bach - aber des­sen Posi­ti­on hältst du gefäl­ligst aus den Medi­en raus, denn --

Wie Jef­frey Sachs hier im Fol­gen­den selbst erklärt wur­de er bin­nen eines Monats vom auf Pro­ject Syn­di­ca­te MEISTVERÖFFENTLICHTEN Autor, zur Per­son deren Arti­kel auf deren Platt­form nicht mehr ver­öf­fent­licht wurden.

Durch­ge­dreht? Ver­rückt? Nein - er war ein­fach nur als ehe­ma­li­ger US Finanz­ex­per­te in die Aus­ge­stal­tung des Wie­der­auf­bau­plans “neu­es demo­kra­ti­sches Russ­land” invol­viert, und hat die “nicht ein Schritt wei­ter öst­lich” Aus­sa­gen selbst auf dem diplo­ma­ti­schen Level gehört. Und hat noch die Ent­wick­lungs­län­der per­spek­ti­visch am Radar, und was der Ukrai­ne­krieg mit denen macht -- also pas­ta, per­so­na non Gra­ta, schleich dich du Wich­ser, du kommst in der media­len Bericht­erstat­tung nicht mehr vor.

10 Jah­re lang in Alp­bach. Gesicht der Alpbach-Laxenburg Group, die seit 2013 Natio­nal­ban­ken und Regie­run­gen (durch bera­ten­de Tätig­kei­ten) das bei­bringt, was “Fri­days for the Future” ja angeb­lich der Poli­tik und nicht der Bevöl­ke­rung (*hust*) bei­brin­gen hät­te sol­len - dies ja dann 2019 “end­lich auch nach Alp­bach geschafft haben” (Alp­bach Face­book PR), aber lei­der, was willst du machen, vom meist­ver­öf­fent­lich­ten Autor auf Pro­ject Syn­di­ca­te, zur Per­so­na non Gra­ta gewor­den, die jetzt noch vor ita­lie­ni­schen Ein­fluss­grup­pen statt­fin­den kann, da kein US Hege­mo­nie Fan.

Im Gegen­satzt zur Edt­stad­ler, die ja weiß, dass Sank­tio­nen alter­na­tiv­los sei­en (der Gag ist, Sachs argu­men­tiert das dia­me­tra­le Gegen­teil), dass man das der Bevöl­ke­rung aber “bei­brin­gen muss”, und dass die Ener­gie­preis­spe­ku­la­ti­on bis zum Markt­ver­sa­gen an Putin liegt, aber kei­nes­falls an den EU Sank­tio­nen, denn die EU - so UvdL hät­te ja ver­ord­net, dass alle Län­der ihre Gas­spei­cher­füll­stän­de auf Niveau brin­gen müssen.

Die das öffent­lich in Alp­bach zu Pro­to­koll geben muss.

Ein Hof­knicks ist ein SCHEISS dage­gen (kein Fan, aber bit­te die­se Unter­wür­fig­keit und Prä­va­lenz im Ver­mit­teln von Pro­pa­gan­da nur für einen Moment mal im Ver­gleich zu sehen).

Und weils grad so schön ist - hat Chom­sky gleich noch ein paar Kon­zep­te bei der Hand, die man heu­te in die­ser Gesell­schaft nicht mehr aus­spre­chen darf, da für sie noch nicht mal eine emo­tio­nal auf­ge­la­de­ne Pro­pa­gan­da Recht­fer­ti­gung gefun­den wer­den konnte.

When Joe Biden came in he effec­tively expan­ded the pro­gram of what US mili­ta­ry jour­nals cal­led defac­to inte­gra­ti­on of Ukrai­ne wit­hin Nato, in Sep­tem­ber 2021 pro­po­sed an enhan­ced pro­gram of pre­pa­ra­ti­on of Nato, that mis­si­on was exten­ded with a for­mal state­ment in Novem­ber we are now prac­ti­cal­ly up to the inva­si­on, Putins posi­ti­on har­den­ed, Fran­ce, main­ly Fran­ce, to an extent Ger­ma­ny, did make some move towards pos­si­ble nego­tia­ti­ons, Putin dis­mis­sed them, moved on to the direct inva­si­on - to the effect of your ques­ti­on, what moti­va­tes him, I sup­po­se what he has said all along. Estab­li­shing his lega­cy as a lea­der who over­ca­me the exten­si­ve dest­ruc­tion of rus­sia and mas­si­ve wea­ke­n­ing and res­to­re its posi­ti­on as a world power, pre­ven­ted Ukrai­ne from ent­e­ring Nato, that may have fur­ther ambi­ti­ons as to domi­na­ting and con­trol­ling Ukrai­ne, very likely -- the­re is a theo­ry in the west, that he sud­den­ly beca­me a total mad­man, who wants to res­to­re the gre­at rus­si­an empi­re, this is com­bi­ned with the gloa­ting over the fact, that rus­si­as mili­ta­ry is a paper tiger, that cant even con­quer cities, a cou­p­le of kilo­me­ters from the bor­der, defen­ded not even by a regu­lar army. As somehow along with this he is pla­ning to attack Nato powers, con­quer Euro­pe as well -- it is impos­si­ble to put all the­se con­cepts tog­e­ther, they are total­ly intern­al­ly con­tra­dic­to­ry. So - whats my jud­ge­ment? I think what moti­va­tes him is what he is demons­tra­ting in his actions. Res­to­re, rus­sia as a gre­at power, res­to­re its eco­no­my, con­trol it as a total dic­ta­tor­s­hip, enrich hims­elf and his cro­nies, estab­lish a lega­cy as a major figu­re in rus­si­an histo­ry, make sure Ukrai­ne doesnt join Nato and pro­bab­ly by now he has har­den­ed the posi­ti­on [to] main­tain Cri­meas sou­the­as­tern cor­ri­dor to rus­sia - and some ambi­guous agree­ments about the Don­bas regi­on - that loo­ks like his moti­va­ti­on. The­re is spe­cu­la­ti­on on this, but very hard to recon­ci­le with the assess­ment of the real world, by the same peop­le who are making the­se gran­dio­se speculations.

Das Gespräch hat noch einen bes­se­ren Teil, der kommt danach, aber ich lass es mal dabei bewenden.

DIESE GESELLSCHAFT IST DAS LETZTE. IHR SCHWEINE, IHR SÄUE, IHR ARSCHLÖCHER, IHR WICHSER, IHR DRECK.

Nach­trag:

Bonus:

“You know - in all tho­se years, Putin real­ly didnt talk much about not wan­ting to lose the only year­long ice free har­bor in the ent­i­re Rus­si­an Fede­ra­ti­on, that also ser­ved as a mili­ta­ry base and under­pin­ned rus­si­as unrestric­ted access to the black sea, and the­re­fo­re much of its inter­na­tio­nal tra­de - much… We three for­mer U.S. natio­nal secu­ri­ty advi­sors think, that that couldnt have been much of a real moti­va­ti­on, when we did not­hing as the Ukrai­ne took our jave­lins and stin­gers and ‘libe­ra­ted’ the Don­bas, which we sanc­tion­ed their use for in decem­ber - after the fact. We also sub­scri­be to the mad­man theo­ry and main­tain, that we did not­hing wrong. On the con­tra­ry, we were too ben­evo­lent, bumb­ling and inac­ti­ve…” You should know the spiel, by now.

edit: Gegen Ende des Panels wird Tom Leh­rer wie­der aktu­ell. Ah - alte wei­ße Män­ner, in der Nixon Admi­nis­tra­ti­on sozia­li­siert, und ihr Blick auf die Welt… Dafür haben sie sich aber eine Gehalts­er­hö­hung ver­dient! Gleich selbst aus­zah­len, solan­ge die Mehr­hei­ten dafür im Kon­gress noch vor­han­den sind.

Follow the Pr to get more Pr

31. August 2022

aber dies­mal unge­fil­tert, da war wohl der Zen­sor pinkeln.

Stand zuletzt, die­se Gesell­schaft ist das abso­lut abgrund­tief Aller­letz­te, Fio­na Hill wird durch den Tal­king Cir­cuit gejagt, seit dem sie begon­nen hat auf die Fra­ge “was denkt Putin eigent­lich”, kon­kret zu ant­wor­ten und dabei ein Logik Gerüst auf­zu­bau­en, das selbst an der LSE für hoch­ge­zo­ge­ne Augen­brau­en sorgt. Um die Fra­ge selbst kommt sie mit einem ein­stün­di­gen non-sequitur her­um, auf den Scho­pen­hau­er stolz gewe­sen wäre.

Geschenkt, dass man auch das durch­ge­hen lässt, ich mei­ne wir sind an der LSE, wie­so soll­te man hier Posi­tio­nen hin­ter­fra­gen, oder noch­mal nach­ha­ken, wenn der Inter­view Gast sei­ne Aus­le­gun­gen nicht begrün­den kann…

Dran blei­ben hat sich gelohnt.

Aspen Secu­ri­ty Forum 2022:

Auf der Büh­ne die übli­chen Kan­di­da­ten. Eine Mode­ra­to­rin die par­ti­san as fuck ist, und gleich mal mit einer Geschich­te das Framing fest­setzt, bevor über­haupt jemand zum Reden kommt, ein Ver­tre­ter des US Secu­ri­ty Estab­lish­ments (es ist eine Sicher­heits­kon­fe­renz), der wie­der mal rein zufäl­lig neben­bei fal­len las­sen muss, wie lan­ge man ver­sucht habe mit Russ­land zu ver­han­deln, bis man die neue Rea­li­tät aner­kannt hat­te (“me and my friends, we tried so hard” - facts: talks were not con­ti­nued, US stop­ped them uni­la­te­ral­ly, Euro­pe was not invol­ved;) und dies­mal neu, ein Ver­tre­ter des “Esto­ni­an For­eign Intel­li­gence Ser­vices”, mit dem übli­chen hum­ble brag dem gegen­über der in die­ser Indus­trie die shots cal­led, trotz­dem sehr amü­sant, wenn dann “we are so hap­py that we could pro­vi­de our litt­le part to help the big guys, CIA and NSA” dabei her­aus­schaut -- aber was solls, die sel­be Schei­ße wie auf jedem Indus­trieevent mit öffent­li­chen Panels.

Das Inter­es­san­te ist dass sich die drei Ver­tre­ter in die­ser Zusam­men­set­zung vor einem Publi­kum das ihnen wohl­ge­son­nen ist, das ers­te Mal (!) dazu hin­rei­ßen haben las­sen die Ziel­per­spek­ti­ve des Ukrai­ne Krie­ges für den Wes­ten wie folgt zu skizzieren.

“Je mehr Sol­da­ten Russ­land jetzt ver­liert, denn sie haben schon vie­le ver­lo­ren, des­to wahr­schein­li­cher wird es für Putin ein Pro­blem, bei sei­nen Wie­der­wah­len in 2024.”

Für sich genom­men noch nicht so spek­ta­ku­lär, aber die Details sind der Ham­mer. Der est­län­di­sche Geheim­dienst, hat schon mal eine Lis­te der rus­si­schen Unter­neh­mens­füh­rer aggre­giert, die gegen den Krieg sind, aber dies­be­züg­lich kei­ne öffent­li­chen State­ments abge­ge­ben haben, Ziel ist kon­kret auf Regi­me­chan­ge hin­zu­wir­ken. Der Main Ang­le dafür sind mehr tote rus­si­sche Sol­da­ten, da man bereits genau in den Flow­charts hat, dass Putin wie­der ein­mal in den ent­le­ge­nen Regio­nen, und nicht rund um die gro­ßen Städ­ten rekru­tiert hat um weni­ger sozia­le Unru­hen zu pro­vo­zie­ren (nach den 30.000 toten rus­si­schen Sol­da­ten blie­ben die Sol­da­ten­müt­ter Pro­tes­te dies­mal, aus dem Grund wei­test­ge­hend aus, der Wes­ten war sehr ent­täuscht - sie­he Ang­le der den Medi­en damals ver­kauft wur­de: click), aber nicht nur dass Russ­land in den Regio­nen rekru­tiert hat, son­dern wie viel, von wel­chen Eth­ni­en, wie viel Kin­der die Durch­schnitts­mut­ter in die­sen Regio­nen hat, und dass das mitt­ler­wei­le oft­mals bei einem pro Fami­lie liegt, also sieht man hier “Unru­he­po­ten­ti­al” für die Wah­len von 2024. Wei­ters wür­de man mit den Himars Rake­ten­wer­fern ja nicht nur Mun­ti­ons­de­pots tref­fen, son­dern auch Aus­bil­dungs­stät­ten, das wären dann so in etwa 100 Tote pro Tref­fer, das läp­pert sich. Immer noch Ori­gi­nal­zi­ta­te aus dem Video. Nicht nur das, die ukrai­ni­schen Wah­len lau­fen gleich­zei­tig - dh, bis dahin wird Selenk­syj so und so unter­stützt, denn wie sähe das sonst aus, … Die Wah­len in Euro­pa sei­en spä­ter, dh. das funk­tio­niert schon - ich denks mir nicht aus, alles immer noch Teil des Gesprächs. Der ande­re Ang­le (nicht Main Ang­le), sind “hun­gern­de Mägen”, auf­grund der Unter­neh­mens­plei­ten in rus­si­schen Unter­neh­men unter den aktu­el­len Sanktionen.

Das Sen­sa­tio­nel­le ist hier die Gewichtung.

Es geht uns um einen Shot Regi­me­chan­ge in 2024 her­bei­zu­füh­ren. Wir möch­ten dafür pri­mär die Zahl toter Rus­sen auf dem Schlacht­feld erhö­hen, daher sind Offen­siv­waf­fen­lie­fe­run­gen aktu­ell so wich­tig. Sank­tio­nen sind nur ein Neben­ziel das vor allem dar­auf abzielt rus­si­sche Unter­neh­men zu zer­stö­ren, um damit 2024 die Arbeits­lo­sen­ra­te in Russ­land zu erhö­hen, was mehr Leu­te hung­rig wer­den lässt, was die Chan­ce auf Regi­me­chan­ge erhöht.

Wie war das noch gleich? Die Ukrai­ne braucht mehr Waf­fen um sich zu ver­tei­di­gen? Vor allem mobi­le Mehr­fach­ra­ke­ten­wer­fer­sys­te­me, für einen lang anhal­ten­den Auf­rei­bungs­krieg, hin­ter der rus­si­schen Front? In dem mög­lichst vie­le Leu­te ster­ben? Der aber garan­tiert kein Pro­xy war ist, weil das will nur Putin dass man den so nennt.

Gott die­se Gesel­schaft wird so elen­dig­lich verarscht…

(

A pro­xy war is an armed con­flict bet­ween two sta­tes or non-state actors, one or both of which act at the ins­ti­ga­ti­on or on behalf of other par­ties that are not direct­ly invol­ved in the hostilities.[1] In order for a con­flict to be con­si­de­red a pro­xy war, the­re must be a direct, long-term rela­ti­ons­hip bet­ween exter­nal actors and the bel­li­ger­ents involved.[2] The afo­re­men­tio­ned rela­ti­ons­hip usual­ly takes the form of fun­ding, mili­ta­ry trai­ning, arms, or other forms of mate­ri­al assi­s­tance which assist a bel­li­gerent par­ty in sus­tai­ning its war effort.[2]

src: click)

Direkt aus den Exper­ten­run­den die ein Rau­scher per Schrei-Koller der öster­rei­chi­schen Regie­rung und der Oppo­si­ti­on in Form der SPÖ nahe legt, seit dem er ins IWM­Vi­en­na gela­den und dort von der Büh­ne gen­a­me­droppt wurde.

Die­se Gesell­schaft ist das Aller­letz­te. Ich Wich­ser, ihr Schwei­ne, ihr Säue, ihr Arsch­lö­cher, ihr fuck­ing Dreck.

War­um durf­ten noch mal Pazi­fis­ten und Kom­pro­miss geneig­te Intel­lek­tu­el­le in Deutsch­land nicht statt­fin­den, wäh­rend 40% der Gesell­schaft ihrer Mei­nung ist, indem der Stan­dard Leu­te aus Mer­ca­tor Nähe zum Denun­zie­ren ihrer Posi­tio­nen ins Blatt genom­men hat? Ach­ja, desshalb!

Was steht noch mal hin­ter “irgend­wann wird es eine Ver­hand­lungs­lö­sung geben, aber noch ist es zu früh?” Ach­ja, das hier.

IHR FUCKING SCHWEINE. WICHSER. SÄUE. ARSCHLÖCHER. FICKT EUCH, IHR FUCKING DRECK.

Dazu die Medi­en heute:

Ukrai­ni­sche Gegen­of­fen­si­ve an meh­re­ren Fron­ten: Rus­sen zurückgedrängt

Das bri­ti­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um erklär­te, dass ukrai­ni­sche Pan­zer­ver­bän­de an meh­re­ren Front­ver­läu­fen Angrif­fe gestar­tet hät­ten. Selen­skyi spricht von einer Gegen­of­fen­si­ve im gesam­ten Osten und Süden.

src: click

Aktu­ell noch zu wenig Leu­te für eine wirk­li­che Gegen­of­fen­si­ve um Cher­son zu neh­men, aber dafür Angrif­fe über die gesam­te Front ver­teilt star­ten? Nach dem Hit and run Prin­zip? Na, machts end­lich Sinn?

Die Leu­te die das am Radar haben müss­ten, wir­ken auf NTV gera­de ver­dammt katatonisch.

(“Bit­te kei­nen unend­li­chen War of attri­ti­on, bei einem ein­ge­schla­fe­nen Kon­flikt, bit­te kei­nen unend­li­chen War of attri­ti­on bei einem ein­ge­schla­fe­nen Kon­flikt, bit­te kei­nen unend­li­chen War of attri­ti­on bei einem ein­ge­schla­fe­nen Kon­flikt -- aber an etwas ande­rem zei­gen die US kein Interesse.”)

Komisch war­um wohl?

Was heißt denn nun “die Ukrai­ne muss sich selbst ent­schei­den” kon­kret? DIESE GESELLSCHAFT IST DAS FUCKING ALLERLETZTE.

The benevolent, bumbling, inactive hegemon

24. August 2022

that once did set glo­bal rules at Bret­ton Woods, for the bet­ter­ment of all peop­le, accord­ing to Fio­na Hill:

Nach­trag:

Eine Ana­ly­se zahl­rei­cher gesperr­ter Kon­ten sozia­ler Netz­wer­ke wie Face­book, Twit­ter und Insta­gram hat etli­che Fake-Accounts iden­ti­fi­ziert, die ver­deckt und koor­di­niert ver­sucht haben, vor­wie­gend im Nahen Osten und in Zen­tral­asi­en pro­west­li­che Nar­ra­ti­ve zu ver­brei­ten. Das geht aus einer Stu­die der US-Universität Stan­ford und des Analyse-Unternehmens Gra­phi­ka her­vor, denen die sozia­len Netz­wer­ke ent­spre­chen­de Daten zur Ver­fü­gung gestellt haben.

Im Juli und August 2022 haben Twit­ter sowie der Facebook- und Instagram-Betreiber Meta etli­che, teil­wei­se über­lap­pen­de Kon­ten gesperrt, die gegen die Nut­zungs­be­din­gun­gen ver­sto­ßen haben. Twit­ter warf ihnen “Plattform-Manipulation und Spam” vor, wäh­rend Meta sie des “koor­di­nier­ten, unau­then­ti­schen Ver­hal­tens” bezich­tig­te. Die Daten umfas­sen 146 Twitter-Konten mit fast 200.000 Tweets in 10 Jah­ren, 26 Instagram-Accounts sowie 39 Pro­fi­le, 16 Sei­ten und 2 Grup­pen bei Face­book aus den letz­ten fünf Jahren.

src: click

Nach­trag 2:

Allensbach hat die europäischen Werte gefunden!

23. August 2022

Die Mehr­heit der Deut­schen hat zwar Zwei­fel, ob es die in der Öffent­lich­keit so oft beschwo­re­nen euro­päi­schen Wer­te tat­säch­lich gibt, gleich­zei­tig hat sie aber kla­re Vor­stel­lun­gen über ein euro­päi­sches Wer­te­sys­tem. Grund für die­se merk­wür­di­ge Dis­kre­panz könn­te die wahr­ge­nom­me­ne Zer­strit­ten­heit der EU-Mitgliedsstaaten, aber auch der Wunsch nach einem star­ken und selbst­be­wuss­ten Euro­pa sein, das die Bevöl­ke­rung im Ukraine-Krieg ger­ne deut­li­cher erken­nen wür­de. Dabei wird die EU neben ihrer wirt­schaft­li­chen Bedeu­tung zuneh­mend als poli­ti­sche Gemein­schaft gese­hen. Eine rela­ti­ve Mehr­heit der Bevöl­ke­rung ist zudem über­zeugt, dass Deutsch­land nicht iso­liert, son­dern nur im Rah­men der EU inter­na­tio­nal etwas bewir­ken kann. Anders als noch zu Beginn des Jahr­tau­sends wird heu­te die Ukrai­ne von der Hälf­te der Bevöl­ke­rung als euro­päi­sches Land gese­hen, Russ­land nur noch von einer Minderheit.

Von Tho­mas Peter­sen in FAZ 142 vom 22.06.2022

src: click

Ach­so, DAS sind die euro­päi­schen Wer­te, Moment was dar­an sind noch mal Werte?

Fragt man jedoch kon­kret danach, wel­che Wer­te man als euro­päi­sche Wer­te bezeich­nen kön­ne, erhält man kla­re Ant­wor­ten: 76 Pro­zent sag­ten in der aktu­el­len Umfra­ge, die Demo­kra­tie kön­ne man als euro­päi­schen Wert bezeich­nen, 71 Pro­zent nann­ten die Reli­gi­ons­frei­heit, 67 Pro­zent die Ach­tung der Men­schen­wür­de, eben­so vie­le die Meinungs- und Pres­se­frei­heit, die Gleich­be­rech­ti­gung von Frau­en (66 Pro­zent) und Frei­heit des Ein­zel­nen (65 Pro­zent). Auch Welt­of­fen­heit, Rechts­staat­lich­keit und Tole­ranz wur­den jeweils von einer abso­lu­ten Mehr­heit der Befrag­ten als euro­päi­sche Wer­te bezeichnet.

Dafür, dass die meis­ten Deut­schen nicht glau­ben, dass es gemein­sa­me euro­päi­sche Wer­te gibt, sind ihre Vor­stel­lun­gen von einem sol­chen euro­päi­schen Wer­te­sys­tem bemer­kens­wert deut­lich ausgeprägt.

[…]

Dass vie­le Deut­sche nicht an die Exis­tenz gemein­sa­mer euro­päi­scher Wer­te glau­ben, obwohl sie kla­re Vor­stel­lun­gen haben, wie die­se Wer­te aus­se­hen müss­ten, lässt sich ver­mut­lich dadurch erklä­ren, dass vie­le Bür­ger die Euro­päi­sche Uni­on bei Wei­tem nicht als so geeint wahr­neh­men, wie es in den letz­ten Mona­ten von vie­len poli­ti­schen Ver­tre­tern der EU-Länder beschwo­ren wur­de. Auf die Fra­ge „Sind die EU-Mitgliedsländer in der Ukraine-Krise einig oder zer­strit­ten?“ ant­wor­te­te jeder zwei­te Befrag­te, sie sei­en zer­strit­ten, nur etwas mehr als jeder Vier­te sag­te, die Län­der sei­en einig.

Dar­über hin­aus wird die Gemein­schaft nicht als stark wahr­ge­nom­men. Bei der Fra­ge „Was wür­den Sie mit Blick auf den Krieg in der Ukrai­ne sagen: Hat sich der Wes­ten da bis­lang eher als stark oder eher als schwach erwie­sen?“ zeig­ten sich die Befrag­ten rat­los: 32 Pro­zent mein­ten, der Wes­ten habe sich als stark erwie­sen, 29 Pro­zent sag­ten, er habe sich schwach gezeigt, eine rela­ti­ve Mehr­heit von 39 Pro­zent wich auf die Ant­wort­mög­lich­keit „Unent­schie­den“ aus - ein siche­res Zei­chen für Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit. Frag­te man statt­des­sen, ob die Euro­päi­sche Uni­on sich in der Ukraine-Krise als stark oder schwach erwie­sen habe, fie­len die Ant­wor­ten noch ein­mal zurück­hal­ten­der aus: 28 Pro­zent glaub­ten, die EU habe Stär­ke gezeigt, 38 Pro­zent wider­spra­chen. Auch bei die­ser Fra­ge­va­ri­an­te gab es mit 34 Pro­zent auf­fal­lend vie­le Unentschiedene.

Dabei wür­de sich die Bevöl­ke­rung zumin­dest im Zusam­men­hang mit der Ukraine-Krise einen star­ken, selbst­be­wuss­ten Auf­tritt Euro­pas wün­schen. Dies zei­gen die Ant­wor­ten auf eine Fra­ge, bei der zwei Mei­nun­gen zu die­sem The­ma prä­sen­tiert wur­den. Die ers­te lau­te­te: „Auch wenn es im Moment nur schwer mög­lich erscheint, soll­te die EU sich so rasch wie mög­lich bemü­hen, mit Russ­land ins Gespräch zu kom­men und die Bezie­hun­gen zu Russ­land wie­der zu ver­bes­sern. Ein Frie­den in Euro­pa ist in abseh­ba­rer Zeit nur in der Zusam­men­ar­beit mit Russ­land mög­lich.“ Die Gegen­po­si­ti­on lau­te­te: „Solan­ge Putin an der Macht ist, wird es kei­nen Frie­den mit Russ­land geben. Daher soll­te sich die EU Putin ent­schlos­sen ent­ge­gen­stel­len und ihm kla­re Gren­zen set­zen. Nur so gibt es in abseh­ba­rer Zeit eine Chan­ce auf Frie­den in Euro­pa.“ Bei der Fra­ge, wel­cher die­ser bei­den Mei­nun­gen sie eher zustim­men, ent­schie­den sich 30 Pro­zent der Befrag­ten für die ers­te Posi­ti­on, eine kla­re Mehr­heit von 59 Pro­zent für die zweite.

src: click

Hey, die­se Gesell­schaft ist ja mal doch nicht das Letz­te! Und Allens­bach ist fähig Putin muss weg als die eta­blier­te poli­ti­sche Ziel­de­fi­ni­ti­on zu nen­nen. Komisch. Die Medi­en nicht, die Poli­tik auch nicht.

Und wo waren noch ein­mal die 30% der Medi­en die in Deutsch­land Ende Juni für ein schnel­les Kriegs­en­de ein­ge­stan­den sind? Ach­so, ja die gabs nicht.

In Öster­reich übri­gens deut­lich mehr, wenn man die fol­gen­de Fra­ge als inhalt­lich equi­va­lent zulässt aber selbst in der abge­schwäch­ten Form ob man für oder gegen die Been­di­gung der Sank­tio­nen sei, kei­ner­lei media­le Bericht­erstat­tung in die­ser Richtung.

Die­se Gesell­schaft ist das Letzte.

Ach­ja und noch ein klei­ner Trick - die rele­van­te poli­ti­sche For­mu­lie­rung lau­tet “west­li­che Wer­te” nicht “euro­päi­sche Werte”.

Soll­te den Demo­sko­pen das nächs­te Mal viel­leicht jemand sagen.

edit: Ich werd nicht mehr - der Stan­dard hat soeben die Rea­li­tät aner­kannt… click, da war ich ein wenig frü­her dran.

Die­se Gesell­schaft ist das Letzte.

Sterbt ihr Arschlöcher.

Die Krim wird jetzt wieder ukrainisch.

23. August 2022

Zuerst der PR Teil direkt vom Standard:

Selen­skyj will die Krim zurück­er­obern, mit allen not­wen­di­gen Mit­teln und ohne vor­her ande­re Staa­ten um Erlaub­nis zu bitten

Der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Wolo­dym­yr Selen­skyj hat am Vor­tag des ukrai­ni­schen Unab­hän­gig­keits­ta­ges aber­mals sei­nen Wil­len beteu­ert, die 2014 von Russ­land annek­tier­te Halb­in­sel Krim zurück­er­obern. Man wer­de dafür alle Mit­tel ver­wen­den, die man für nötig hält und man wer­de auch nicht ande­re Staa­ten um Erlaub­nis fra­gen, so Selen­skyj bei einer Pres­se­kon­fe­renz der Krim-Plattform.

src: click

Dann der nicht PR Teil vom Deutschlandfunk:

Deutsch­land lie­fert Waf­fen in Höhe von 500 Mil­lio­nen Euro

Die Bun­des­re­gie­rung will ihre Waf­fen­lie­fe­run­gen an die Ukrai­ne spür­bar aus­wei­ten. Wie ein Regie­rungs­spre­cher mit­teil­te, geht es um neue Lie­fe­run­gen im Wert von mehr als 500 Mil­lio­nen Euro. Geplant sei die Bereit­stel­lung von drei Luft­ab­wehr­sys­te­men, einem Dut­zend Ber­ge­pan­zern und 20 Raketenwerfern.

Dazu kämen Prä­zi­si­ons­mu­ni­ti­on und Gerä­te zur Bekämp­fung von Droh­nen, hieß es. Das Mate­ri­al soll dem­nach in die­sem und im kom­men­den Jahr zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Der Haus­halts­aus­schuss des Bun­des­ta­ges muss noch zustimmen.
In einem Online-Gipfel über die Zukunft der seit 2014 annek­tier­ten Halb­in­sel Krim sicher­te Scholz der Ukrai­ne wei­te­re Unter­stüt­zung Deutsch­lands zu. Die inter­na­tio­na­le Gemein­schaft wer­de die ille­ga­le und impe­ria­lis­ti­sche Anne­xi­on ukrai­ni­schen Ter­ri­to­ri­ums durch Russ­land nie­mals akzep­tie­ren, beton­te der Kanz­ler, der aus Kana­da zuge­schal­tet wur­de. Zu dem Online-Gipfel hat­te die Regie­rung in Kiew mehr als 50 Staa­ten aus Euro­pa, Asi­en, Ame­ri­ka und Afri­ka eingeladen.

src: click

Öffent­li­che Debat­te? Wel­che öffent­li­che Debatte.

Die­se Gesell­schaft ist das Letzte.