Folgendes Video ist im Artikel eingebettet - der Artikel is es aber auch separat davon wert gelesen zu werden.
Im Artikel gibt es auch die Bestätigung, dass die Massengräber (oder zumindest eines davon) von den Bewohnern angelegt worden sind.
edit: 17.04. Nehammer:
Putin sei in “bester Verfassung” gewesen – und habe keine Anzeichen von psychischen Krankheiten gezeigt, wie es der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, unterstellte.
zum ‘public lynching’ des ehemaligen militärpolitischen Beraters von Merkel.
Brigadegeneral a.D. Erich Vad, hat sich gegen die Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine ausgesprochen. Solche Lieferungen seien potenziell ein „Weg in den Dritten Weltkrieg“, sagte Vad der dpa. Der Militär hält nach eigenen Angaben eine „gesichtswahrende“ Lösung beider Seiten im Ukraine-Konflikt* für möglich.
„Wir machen im Moment sehr viel Kriegsrhetorik - aus guter gesinnungsethischer Absicht“, sagte Vad. „Aber der Weg in die Hölle ist bekanntlich immer mit guten Vorsätzen gepflastert. Wir müssen den laufenden Krieg zwischen Russland und der Ukraine vom Ende her denken. Wenn wir den Dritten Weltkrieg nicht wollen, müssen wir früher oder später aus dieser militärischen Eskalationslogik raus und Verhandlungen aufnehmen.“
Wie die öffentlichen Reaktionen ausgefallen sind muss ich ja wohl nicht erwähnen. “Sein Nachname sagt schon alles.” - ist noch die harmloseste.
Darüber hinaus ist gestern auch die Wiener Zeitung im Leitartikel eingeknickt, und postuliert jetzt - “Gewinnen müssen, weil Verlieren verboten ist”, dh. ausformuliert -
Anders als man vermuten könnte, steigt dieses Mal mit der Dauer des Kriegs nicht der Protest gegen, sondern die Gewöhnung an denselben. Statt Aufrufen zu Friedens- und Ostermärschen, wie zu den Hochzeiten des Kalten Kriegs, greift jetzt die Überzeugung, dass dieser Krieg von der und für die Ukraine gewonnen werden muss, Russland ihn jedenfalls nicht gewinnen darf, wenn eine Friedenslösung Chancen auf Bestand haben soll.
Damit gibt es jetzt kein österreichisches Medium mehr das sich nicht dafür ausspricht, dass die Ukraine Russland zur Gänze von seinem Staatsgebiet vertreiben können muss (/können soll).
Die einen aus moralischen Überlegungen. Die anderen, weil nur so gewährleistet wäre, dass es in den von Russland besetzten Gebieten nicht zu ideologischen Säuberungen komme.
Wieder mit dem Verweis darauf, dass damit Friedensverhandlungen von Beginn des Krieges an ausgeschlossen waren. Und es, bis zu einer vollständigen Kapitulation Russlands, auch weiterhin sind - falls diese Position Bestand hat.
Die Dritten, da nur ein geschwächtes Russland (ohne Einordnung was das bedeutet) ein Garant dafür wäre, dass Putin nicht auch Natostaaten überfällt. Belege dafür braucht es nicht, weil faktisch unmöglich, der Glaube muss reichen.
Ukraine kritisiert Papst für Pläne zur Kreuzweg-Prozession
Am Karfreitag sollen in Rom eine ukrainische und eine russische Familie gemeinsam das Kreuz tragen. Für die ukrainische Kirche und den Botschafter stellt das eine Provokation dar
“Wir bringen dem Heiligen Stuhl die große Entrüstung aller Ukrainerinnen und Ukrainer in der ganzen Welt zur Kenntnis”, heißt es in einem ungewöhnlich direkten Schreiben, die der Kiewer Erzbischof Swjatoslaw Schewtschuk am Dienstag an den Vatikan geschickt hat. Anlass für den Protest ist das Programm der Karfreitagsprozession im römischen Kolosseum. Auf einem Teil der Wegstrecke soll heuer das schwere Holzkreuz gemeinsam von einer ukrainischen und einer russischen Familie getragen werden. Kritisiert wird der Auftritt der beiden Familien auch vom ukrainischen Botschafter, Andrej Jurasch.
Der Vatikan äußerte sich vorerst nicht dazu; dem Vernehmen nach will Papst Franziskus aber an seiner Idee festhalten. Es ist offensichtlich, dass die Geste des Pontifex von der ukrainischen Seite falsch verstanden wurde: Es handelt sich natürlich nicht um eine Provokation, sondern um den Versuch, einen Beitrag zu Dialog und Versöhnung zu leisten.
Ja, schon blöd. Wenn man 50 Tage lang verschweigt, wer hier eine langjährige Eskalation des Krieges möchte, und einem dann die Reaktion der ukrainischen Regierung gegenüber der katholischen Kirche auf die Füsse fällt.
Da kann man sich dann nur mit “wird ein Míssverständnis gewesen sein” aus der Affaire ziehen.
Aber keine Angst, zum Ausgleich schreibt er dann gleich noch die Entscheidungen der ukrainischen Diplomatie schön. siehe: click Steinmeier steht ja für Minsk 2 und damit für den Prozess bei dem sich die Ukraine mit US Unterstützung zum ersten Mal gegen die Diplomatie Europas gestellt hat (Kurzfassung: click, und weil DW hier verklausuliert, es ging dabei darum wer zum Zeitpunkt der Abstimmung die Regionen sichert. Die Bedenken der Ukraine waren, dass aufgrund russischer Truppen vor Ort freie Wahlen nicht gewährleistet seien. Überspitzt, dass die da Busse mit “Wählern” über die Grenze karren, und Urnen verschwinden lassen. Der Zusatz “Eine dauerhafte Regelung für die Separatistengebiete soll die ukrainische Regierung aber erst gewähren, wenn die internationale Wahlbeobachtungsmission ODIHR bekanntgibt, ob die Abstimmung frei und fair verlaufen ist.” war aber drinnen. Dann halt lieber Krieg. (Argumentation Russlands (Wir sind “Opfer” Rhetorik.))), sojemanden kann man im Land ja nicht gebrauchen. Der erinnert die Leute ja noch an etwas das Russland als Begründung für den Krieg heranzieht.
Statt “Spinmeister” wie Diekmann zu engagieren, könnte sich Nehammer an renommierte Putin- und Ukraine-Experten wenden. Leute wie Timothy Snyder (Yale), Ivan Krastev (Institut für die Wissenschaften vom Menschen, Wien) oder auch der französische Philosoph mit russischen Wurzeln Michel Eltchaninoff haben Putins russische Großreichideologie überaus luzid analysiert. Eltchaninoff (In Putins Kopf) sagte in einem Spiegel-Interview sogar voraus, dass sich Putin aufgrund seiner Prägung “nicht vorstellen kann, den Krieg zu verlieren”. Man müsse sich auf einen Krieg einstellen, “der leider sehr weit gehen kann”.
Oder man könnte Fiona Hill einfliegen, Russland-Expertin unter drei US-Präsidenten, die schon 2008 – vergeblich – vor Putin gewarnt hat. Oder einfach nur das lesen, was diese wirklichen Experten veröffentlichen.
Also Timothy Snyder hatten wir ja schon ein paarmal.
Vor allem aber hat ihn das IWMVienna eingeladen, das ja auch den Rauscher eingeladen hat. Da wurde der dann vom Panel aus genamedropped, da war der dann sehr begeistert. So begeistert, dass er als zweiten Experten gleich Ivan Krastev vom IWMVienna empfiehlt -
Hier vor einem Monat zu sehen -
wie er den Krieg aus Putins Psyche heraus herleitet.
und hier 2015 in ner Debatte mit Dugin
Also mal abgesehen davon, dass er gebucht wird um mit Esoterikern (aber von russischem Weltrang! 😉 ) Philosophie zu debattieren, scheint der ja noch vergleichsweise brauchbar. 😉
Die nächste Empfehlung fällt erneut komplett aus dem Rahmen - Eltchaninoff hat sich unlängst auf SRF Kultur um Kopf und Kragen geredet, indem er tatsächlich ne Mischung aus Profiling für Arme, warm reading, und Mentalismus zum Besten gegeben hat:
Gegen Fiona Hill habe ich auch nicht wirklich etwas einzuwenden, abgesehen davon, dass sie im Fall Putins aus unerfindlichen Gründen ebenfalls der “was denkt er, was fühlt er” Argumentation von wir interpretieren Weltpolitik - persönlich, anhängt. Sie hat ihn ja einmal getroffen, und später ein Buch über ihn geschrieben.
Das wesentliche Charakteristikum ist aber, dass Snyder so mehr der US-Populist unter den verfügbaren Experten ist, nicht sehr schlau, dafür immer mit dem komplett emotionalisierten Argument zur Hand, was ihn aktuell prädestiniert den Europäern Putin zu erklären, Krastev im internationalen Circuit bisher eher nicht sehr präsent war, dafür aber ebenfalls auf die “man kann mit Putin nicht mehr verhandeln” Schiene eingeschwenkt ist, Eltchaninoff irgendwas zwischen Philosoph und Zauberer ist, der dir sagt, was der Mensch neben dir denkt, mit bis ins groteske überzeichneten und trotzdem ausgesprochenen Kontemplationen.
Und dann ist da noch Hill, die Nehammers Anrufe nicht entgegennehmen wird. Oder sagen wir mal als Expertin auf Dauer ausscheidet.
Natürlich haben auch alle tendenziell die selbe Meinung die nahe an der Position der US Regierung angesiedelt ist. Krastev vielleicht noch am ehesten nicht, aber auch nur, da er gerne breit argumentativ ausholt (meandert).
Aber Hauptsache der Rauscher hat wieder was gesagt.
Den kannst du ja zu keiner Podiumsdiskussion mehr einladen, ohne dass der dem Bundeskanzler danach gleich zwei Freunde des Instituts das geladen hat als Experten vorschlägt. Und dann noch mit Namen auffüllt, die er sonst noch kennt. Gut, besser als Diekmann. Aber dann auch nicht wirklich…
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