Selenskyj der durch deutschsprachige Medien Un-fact-check-bare!

05. Februar 2026

Wenn Selen­skyj die ukrai­ni­sche Posi­ti­on zum Kriegs­en­de aus­spricht ist das plötz­lich eine “düs­te­re Prognose”.

Nun, es deckt sich so gar­nicht mit der Pro­pa­gan­da die die deutsch­spra­chi­gen Medi­en in die Bevöl­ke­rung gefickt haben. Da müs­sen wir die Bevöl­ke­rung natür­lich pri­men, dass das so gar nichts mit dem Dreck zu tun hat, den wir ihr gefüt­tert haben.

Ori­gi­nal­in­ter­view:

Auto­ma­ti­sche Über­set­zung (Deep­seek v3.2) der auto­ma­ti­schen Unter­ti­tel auf Deutsch:

html | srt

Aus­zü­ge:

Inter­view­er

Der ent­schei­den­de Punkt der Ver­hand­lun­gen, wie Sie mehr­fach gesagt haben, sind die Gebie­te, ins­be­son­de­re der Don­bas. Die Rus­sen wol­len, dass Sie sich aus Gebie­ten zurück­zie­hen, die sie noch nicht erobert haben, wie zum Bei­spiel Donezk. Sie haben gesagt, das ist eine rote Linie, das sagen Sie auch heu­te Abend, das ist ein Nein. Wir wer­den uns nicht bewegen…

Wolo­dym­yr Selenskyj

Wir Ukrai­ner sind uns des Prei­ses, den jeder Meter und jeder Kilo­me­ter die­ses Lan­des die rus­si­sche Armee kos­tet, voll­kom­men bewusst. Sie zäh­len die Men­schen nicht, die ster­ben. Wir sind gezwun­gen, das zu tun. Um die Ost­ukrai­ne zu erobern, wür­de es sie 800.000 Lei­chen mehr kos­ten, die Lei­chen ihrer Sol­da­ten. Sie bräuch­ten min­des­tens 2 Jah­re mit einem sehr lang­sa­men Fort­schritt. Mei­ner Mei­nung nach wer­den sie so lan­ge nicht durchhalten.

Inter­view­er

Aber zu wel­chem Zuge­ständ­nis sind Sie bereit? Sie sagen Nein zu Donezk, aber zu wel­chem Zuge­ständ­nis sind Sie bereit? Sind Sie bereit, Gebie­te im Don­bas aufzugeben?

Wolo­dym­yr Selenskyj

Sei­en wir ehr­lich. Wenn wir von einem ein­ge­fro­re­nen Kon­flikt spre­chen, was ich nie woll­te, aber wenn wir die Front­li­nie ein­frie­ren und unse­re jewei­li­gen Posi­tio­nen behal­ten, ist das bereits ein enor­mes Zuge­ständ­nis von unse­rer Seite.

Eini­ge schla­gen heu­te vor, ein biss­chen so zu arbei­ten, wie man ein Gericht im Restau­rant aus­wählt. Das ist es, was man Ihnen anbie­tet. Aber das ist völ­lig falsch. Es geht um Zuge­ständ­nis­se für bei­de Lager. Die Rus­sen brau­chen eine Pau­se. Wenn wir zum Bei­spiel über eine Wirt­schafts­zo­ne spre­chen, müs­sen unse­re Mili­tärs sich zurück­zie­hen. Die Rus­sen müs­sen das auch tun. Wenn wir über eine ent­mi­li­ta­ri­sier­te Zone spre­chen, müs­sen wir die Kon­trol­le über unse­ren Teil haben, müs­sen ihre kon­trol­lie­ren, aber zwi­schen uns muss eine inter­na­tio­na­le Frie­dens­trup­pe stehen.

Posi­ti­on in Stichwörtern:

1. Mit einem lang­sa­men Fort­schritt braucht der Rus­se noch 2 Jah­re für den Donbas

- [das] wür­de […] sie 800.000 Lei­chen mehr kosten

[deckt sich mit CSIS Analysen]

2. Ein­ge­fro­re­ner Kon­flikt sei bereits ein enor­mes Zuge­ständ­nis der Ukrai­ne, bei kom­plet­ter ter­ri­to­ria­ler Inte­gri­tät - die es der Ukrai­ne ermög­licht in 10 Jah­ren Kiew zurück­zu­ver­han­deln, wenn Putin gestor­ben ist - und die Euro­päi­schen Sank­tio­nen Russ­land weit genug in Rich­tung Wirt­schafts­kol­laps manö­vriert haben

3. Es geht um Zuge­ständ­nis­se für bei­de Lager. […] Wenn wir zum Bei­spiel über eine Wirt­schafts­zo­ne spre­chen, müs­sen unse­re Mili­tärs sich zurück­zie­hen. […] Wenn wir über eine ent­mi­li­ta­ri­sier­te Zone spre­chen, müs­sen wir die Kon­trol­le über unse­ren Teil haben, müs­sen ihre kon­trol­lie­ren, aber zwi­schen uns muss eine inter­na­tio­na­le Frie­dens­trup­pe stehen.

4. Die Rus­sen brau­chen eine Pause.

Und jetzt wider­le­gen wir jede ein­zel­ne die­ser “düs­te­ren?!?!” Aussagen:

1.

Mit einem lang­sa­men Fort­schritt braucht der Rus­se noch 2 Jah­re für den Donbas

[deckt sich mit CSIS Analysen]

[das] wür­de […] sie 800.000 Lei­chen mehr kosten

Bei­des kom­plett durch Fak­ten widerlegt.

Noch immer sind 24 Pro­zent der Pro­vinz Donezk in ukrai­ni­scher Hand, und mit ihnen die gut befes­tig­ten Städ­te Kra­ma­tor­sk, Slo­wjansk, Liman, Siwer­sk, Kost­jan­ti­niw­ka und Drusch­kiw­ka. Die­se 6200 Qua­drat­ki­lo­me­ter, die gemäss dem ame­ri­ka­ni­schen Frie­dens­plan kampf­los an Russ­land fal­len sol­len, ent­spre­chen etwa der Flä­che des Kan­tons Bern. Wür­de man mathe­ma­tisch sim­pel extra­po­lie­ren, müss­te Russ­land noch rund andert­halb Jah­re bis zur voll­stän­di­gen Erobe­rung des Don­bass wei­ter­kämp­fen und eige­ne Ver­lus­te von min­des­tens 100 000 Mann in Kauf neh­men. Das sprä­che gegen eine rasche ukrai­ni­sche Kapitulation.

src: click (NZZ)

2.

- Ein­ge­fro­re­ner Kon­flikt sei bereits ein enor­mes Zuge­ständ­nis der Ukrai­ne, bei kom­plet­ter ter­ri­to­ria­ler Inte­gri­tät - die es der Ukrai­ne ermög­licht in 10 Jah­ren Kiew zurück­zu­ver­han­deln, wenn Putin gestor­ben ist - und die Euro­päi­schen Sank­tio­nen Russ­land weit genug in Rich­tung Wirt­schafts­kol­laps manö­vriert haben

Ein­ge­fro­re­ner Kon­flikt an der Kon­flikt­li­nie, und dann die Krim in 10 Jah­ren über wirt­schaft­li­chen Druck auf Russ­land über Diplo­ma­ti­sche Ver­hand­lun­gen zurück - ist die offi­zi­el­le Wunsch­po­si­ti­on der Ukrai­ne seit dem 26. Mai 2022 - darf ich vor­stel­len, der ukrai­ni­sche Mas­ter­plan, wie sie ohne einen Angriff wie­der alles zurück­be­kommt - inklu­si­ve Schwarzmeerhafen:

Excu­ses are get­ting dum­ber by the day

3.

- Es geht um Zuge­ständ­nis­se für bei­de Lager. […] Wenn wir zum Bei­spiel über eine Wirt­schafts­zo­ne spre­chen, müs­sen unse­re Mili­tärs sich zurück­zie­hen. […] Wenn wir über eine ent­mi­li­ta­ri­sier­te Zone spre­chen, müs­sen wir die Kon­trol­le über unse­ren Teil haben, müs­sen ihre kon­trol­lie­ren, aber zwi­schen uns muss eine inter­na­tio­na­le Frie­dens­trup­pe stehen.

Kom­plett durch die deut­sche Gene­ra­li­tät widerlegt.

Der Ex-General [Klaus Witt­mann] gehört zu den streit­bars­ten Ver­fech­tern einer har­ten Linie in der Russ­land­po­li­tik. Frie­dens­in­itia­ti­ven gibt er kei­ne Chan­ce. Ein Gastbeitrag.

[…]

Völ­lig unrea­lis­ti­sche Vorschläge

[…]

Ande­rer­seits ist die For­de­rung nach einer demi­li­ta­ri­sier­ten Zone von 60 Kilo­me­ter Brei­te, aus der jede Sei­te ihre Streit­kräf­te also 30 Kilo­me­ter tief zurück­zie­hen müss­te, völ­lig unrea­lis­tisch. Das ist zu sehen in Ver­bin­dung mit den hier getrof­fe­nen Aus­sa­gen zum ukrai­ni­schen Fes­tungs­gür­tel im Don­bass und der For­de­rung der Autoren, wonach die­se Zone von UN-Friedenstruppen ohne Betei­li­gung von Trup­pen aus Nato-Staaten „über­wacht“ wer­den soll – außer­dem mit dem von den Ver­fas­sern nicht zitier­ten rus­si­schen Anspruch, dass in die­ser Zone die rus­si­sche Natio­nal­gar­de und Poli­zei für Ord­nung sor­gen müss­ten. Das schü­fe eine Situa­ti­on, die rus­si­schen Trup­pen den Ein­marsch in die­se Zone inner­halb von zwei bis drei Tagen erlau­ben wür­de, ohne irgend­ei­ne Aus­sicht, dass man sie wie­der hin­aus­wer­fen könnte.

src: click (BZ.de, gestern)

4.

- Die Rus­sen brau­chen eine Pause.

Durch die Tages­schau widerlegt.

Bildschirmfoto 2026 02 05 um 23 33 05
src: click

Der Rus­se braucht schon wie­der so drin­gend eine Pau­se - dass die Ukrai­ne zuerst einen Waf­fen­still­stand will um über­haupt zu verhandeln.

Aber die­ser komi­sche Trump sagt seit sechs Mona­ten, das wür­de den Krieg nur ver­län­gern, da sich die Ukrai­ne dann wie­der Aus­ru­he - und, Moment - dann was mache lie­ber Herr Staatspräsident?

Wolo­dym­yr Selenskyj

Prä­si­dent Trump weiß, dass er Druck­mit­tel hat, durch die Wirt­schaft, durch Sank­tio­nen, durch Waf­fen, Waf­fen, die er uns über­ge­ben könn­te, wenn er die US-Armee nicht direkt ein­set­zen will. Durch unse­re Armee kann er die­sen Druck auf Putin auf­recht­erhal­ten. All das ist mög­lich. Der ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent will die­sen Krieg mit Kom­pro­mis­sen been­den. Wir haben die­se Vor­schlä­ge unter­stützt, aber es kann kei­ne Kom­pro­mis­se bei der Fra­ge unse­rer eige­nen Sou­ve­rä­ni­tät geben.

Ach­ja, den Krieg been­den, wäh­rend die Ukrai­ne wie­der die Krim zurück will.

Und schon wie­der kön­nen alle deutsch­spra­chi­gen Qua­li­täts­me­di­en kei­nen ein­zi­gen Aspekt der ukrai­ni­schen Pro­pa­gan­da aus dem Mund von Selen­skyj factchecken.

Auch die fran­zö­si­schen nicht.

Also stel­len sie sich vor, sie sind Mode­ra­to­rin bei France2 und sagen ein­fach nichts zu all die­sem Müll.

Stel­len sie sich vor, sie sind Öster­rei­cher - und kei­ne ihrer Zei­tun­gen schreibt auch nur irgend­et­was über die­sen Müll -- und das seit Kriegs­be­ginn nicht.

Stel­len sie sich vor.

Haben sie dass.

Toll.

5.

Wolo­dym­yr Selenskyj

Euro­pa hilft der Ukrai­ne, Euro­pa ist sich der Her­aus­for­de­run­gen bewusst. Aber es ist, als ob die Euro­pä­er nicht glau­ben könn­ten, dass so etwas in ihrem eige­nen Land pas­sie­ren kann. In Euro­pa ist das Leben cool, es ist ange­nehm. Des­halb sage ich, wir alle kämp­fen dar­um, die­se Lebens­wei­se zu verteidigen.

Aber heu­te ist es sehr klar: Wenn die Ukrai­ne Putin nicht auf­hält, wer­den die Nach­bar­län­der die ers­ten Opfer sein. Russ­land wird vor­rü­cken. Ihre Droh­nen kön­nen tief im Hin­ter­land ope­rie­ren. Die Reich­wei­te ihrer Rake­ten ist unbe­grenzt. Die­je­ni­gen in Euro­pa, die das gut ver­stan­den haben, hel­fen der Ukrai­ne sehr effek­tiv. Aber die Län­der, die es nicht erken­nen, sagen: „Unse­re Prio­ri­tä­ten sind innen­po­li­tisch. Mehr für Waf­fen aus­ge­ben? Das ist eine Her­aus­for­de­rung für unse­re Gesellschaft.“

Moment, kön­nen wir das auf einer Kar­te sehen?

Bildschirmfoto 2026 02 06 um 00 27 50

Frank­reich hab ich weg­ge­las­sen, die schi­cken kaum Mili­tär­hil­fe. Dafür aber Intel. Nur, groß inves­tiert sind sie auch nicht.









Hinterlasse eine Antwort