Wie kann man die Bevölkerung noch verarschen?

26. Dezember 2022

Der Stan­dard berich­tet nicht was die “Frie­dens­for­mel” ist, berich­tet aber drüber. 🙂

1A lupen­rei­ne Propaganda.

Selen­skyj bit­tet Indi­en um Hil­fe bei “Frie­dens­for­mel”
Der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Wolo­dym­yr Selen­skyj hat am Mon­tag in einem Tele­fo­nat mit dem indi­schen Pre­mier­mi­nis­ter Naren­dra Modi um Indi­ens Hil­fe bei der Umset­zung einer “Frie­dens­for­mel” gebeten.

Ich hat­te ein Tele­fon­ge­spräch mit Pre­mier­mi­nis­ter Naren­dra Modi und wünsch­te ihm eine erfolg­rei­che G20-Präsidentschaft”, schrieb Selen­skyj auf Twit­ter. “Es war auf die­ser Platt­form, dass ich die Frie­dens­for­mel ange­kün­digt habe und nun zäh­le ich auf Indi­ens Betei­li­gung an ihrer Umsetzung.”

Indi­en hat sich bis­lang neu­tral zum Krieg in der Ukrai­ne posi­tio­niert, da das Land enge Bezie­hun­gen zum Wes­ten wie zu Russ­land hat. Indi­en trägt west­li­che Sank­tio­nen nicht mit und wirbt zugleich für eine Kon­flikt­lö­sung durch Dialog.

src: click

Die­se Gesell­schaft ist das Letz­te sterbt ihr Schweine.

Kom­men­ta­re unter dem Artikel:

Wie sieht die­se For­mel aus? Hat bit­te ggf. jemand Infor­ma­ti­on dazu? Danke!

Kei­ne Antwort.

edit: Es wird noch bes­ser, eine Stun­de spä­ter ant­wor­tet jemand, und die Ant­wort linkt auf ein geschön­tes State­ment vom 15. Novem­ber. Kom­plett ande­re Punk­te, kom­plett ande­rer PR Fokus. Das ist nicht das Ori­gi­nal. Das Ori­gi­nal ist vom 22. Sep­tem­ber. (Mir­ror) Nie­mand korrigiert.

Selen­skyj ist ein­fach unübertroffen.
Er ist der rich­ti­ge Mann für das rich­ti­ge Land zur rich­ti­gen Zeit.
Ich wün­sche ihm, dass er nach dem Krieg auch so viel zusam­men bringt. bzw., dass er recht­zei­tig zurück tritt, wenn er den Wie­der­auf­bau nicht mehr beglei­ten will

[…]

Die­se Gesell­schaft ist ein­fach das abso­lut abgrund­tief Letzte.

Wie kann man die­se Gesell­schaft noch verarschen?

edit: Der Stan­dard hat ges­tern am 29. Dezem­ber erst­ma­lig den Inhalt von Selen­sky­js Frie­dens­for­mel näher beleuch­tet. Er kann kei­ne Detail­ana­ly­se brin­gen, da das Ding so gro­tesk ist dass ihm dabei die Leser weg­lau­fen wür­den, also hat er sich auf einen Satz beschränkt. Das liest sich dann so:

Law­row nann­te die Füh­rung in Kiew “ver­hand­lungs­un­fä­hig”. Zuvor hat­te der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Wolo­dym­yr Selen­skyj sei­ne “Frie­dens­for­mel” vor­ge­stellt, die aus zehn Punk­ten besteht. Die wich­tigs­ten dar­un­ter sind der voll­stän­di­ge Abzug der rus­si­schen Trup­pen von ukrai­ni­schem Gebiet und Repa­ra­ti­ons­zah­lun­gen für die vom rus­si­schen Mili­tär ange­rich­te­ten Zer­stö­run­gen in der Ukraine.

src: click

Komisch, der ers­te Punkt der Frie­dens­for­mel ist Bestra­fung. War­um das nicht der Wich­tigs­te ist? Naja, da gibt der Stan­dard dem ver­ant­wort­li­chen Redak­teur ein­fach die Künst­le­ri­sche Lizenz das umzudeuten.

Jetzt dreht sich aber der gesam­te Arti­kel dar­um, dass Mos­kau Kiew unter­stellt hat nicht ver­hand­lungs­fä­hig zu sein und Selen­sky­js “Vor­be­dinun­gen” für Frie­dens­ver­hand­lun­gen (die Frie­dens­for­mel) abge­lehnt hat, also bringt man für sei­ne Leser, als ordent­li­cher Stan­dard Redak­teur zwei der zehn mehr­schich­ti­gen Punk­te in einem Satz und macht dann Feierabend.

Übri­gens, wuss­ten sie schon, dass Selen­sky­js Frie­dens­for­mel bald die UN Char­ta ersetzt? Selen­skyj weiß das.

Medientechnische Aufbereitung

22. Dezember 2022

der Lie­fe­rung einer (in Zah­len 1) Patri­ot Missile-Battery an die Ukraine.

Bildschirmfoto 2022 12 22 um 21 54 38src: click

Die drei­tei­li­ge Illus­tra­ti­ons­se­rie hat mir wirk­lich sehr gut ver­deut­licht, wie viel eins ist. Sie war dafür sehr hilfreich.

Vie­len Dank an die tech­ni­sche Redak­ti­on der APA.

Ich hab die Illus­tra­ti­on mal durch eine rever­se Image Suche gejagt - der Stan­dard hat die bei der APA exklu­siv in Auf­rag gege­ben. Kei­ne ande­re Quel­le hat sie aktu­ell veröffentlicht.

Aber die APA hat die Assets schon mal 2015 der DPA lizen­siert. 😉 Und der Pres­se für einen Syri­en Arti­kel aus 2012.

Syrien nato stationiert patriotraketen

Ich stell mir das unge­fähr so vor: 

Hearst Wil­li, der Stan­dard will wie­der visu­al Can­dy fürs Gschichtl mit der einen Patri­ot Bat­te­rie, crop und desa­tu­ri­er eam mal die Syri­en­gra­phik von 2012 damit sie net so nach Wüstn ausschaut- und ver­rechn eam an hundata!”




Man beach­te auch fol­gen­de Ände­run­gen im Bildtext:

Bei 1 und 4 weni­ger Text, da der Stan­dard ja Qua­li­täts­zei­tung ist. Bei 2 ergän­zen, dass die Patri­ot sehr ein­drucks­voll ist, da sie bis zu 50 (!) Zie­le gleich­zei­tig kon­trol­liert! Bei 3 ergän­zen dass ja eine Patri­ot auch enor­me Reich­wei­te hat und bis zu 5 Zie­le gleich­zei­tig bekämp­fen kann!

Komisch, dass das 2012 in Syri­en noch nicht so rele­vant war.

Das dama­li­ge Arti­kel­bild hat der Stan­dard übri­gens nicht zur Illus­tra­ti­on verwendet -
Patriot
in der Fach­spra­che sagt man bei sowas “zuviel Luft im Bild”.

Pro­pa­gan­da hat aber noch immer nie­mand entdeckt.

Im Bild übri­gens ein Mann, den noch mal 90 zur Bedie­nung eines drei­tei­li­gen Patri­ot Systems, …

Der Standard weiß kaum was, spekuliert aber schlecht

22. Dezember 2022

Angst vor Star­link: Wie Russ­land und Chi­na das Satel­li­ten­in­ter­net aus­schal­ten wollen

[…]

Dass Russ­land über die Mög­lich­kei­ten ver­fügt, hat Putins Reich im Novem­ber des Vor­jah­res bewie­sen. Die rus­si­schen Streit­kräf­te lenk­ten eine Rake­te in einen still­ge­leg­ten rus­si­schen Satel­li­ten – und zer­stör­te damit den künst­li­chen Him­mels­kör­per völ­lig. Die Besat­zung der ISS muss­te auf­grund der umher­flie­gen­den Trüm­mer in ihren Lan­de­kap­seln in Deckung gehen.

Dass Russ­land aber sämt­li­che Starlink-Satelliten mit Rake­ten aus dem Orbit schießt, scheint ein aus­sichts­lo­ses Unter­fan­gen zu sein: Aktu­ell sind 3.275 Satel­li­ten der Mut­ter­fir­ma Space X im Erdor­bit. Laut rus­si­schen Medi­en­be­rich­ten wären min­des­tens 4.000 Rake­ten erfor­der­lich, und selbst die­se Zahl wird in Mili­tär­krei­sen ange­zwei­felt – es gilt als unwahr­schein­lich, das Russ­land tat­säch­lich über der­ar­ti­ge Kapa­zi­tä­ten verfügt.

Auch in Chi­na wächst die Sor­ge, dass Star­link einen erheb­li­chen Vor­teil für west­li­che Streit­kräf­te dar­stel­len könn­te. Tat­säch­lich wird Star­link mitt­ler­wei­le als Gefahr für die natio­na­le Sicher­heit Chi­nas ein­ge­stuft. Des­halb arbei­tet die chi­ne­si­sche Volks­be­frei­ungs­ar­mee eben­falls an Anti­sa­tel­li­ten­waf­fen. Erst Ende Okto­ber simu­lier­te ein For­schungs­in­sti­tut der chi­ne­si­schen Streit­kräf­te einen ato­ma­ren Angriff auf das Satel­li­ten­netz­werk. In der Com­pu­ter­si­mu­la­ti­on wur­de eine Zehn-Megatonnen-Bombe in einer Höhe von 80 Kilo­me­tern gezün­det. Die dadurch ent­ste­hen­de radio­ak­ti­ve Trüm­mer­wol­ke soll sich über eine Flä­che von über 140.000 Qua­drat­ki­lo­me­ter aus­brei­ten und Satel­li­ten und Raum­fahr­zeu­ge lahm­le­gen, wie die “South Chi­na Morning Post” berichtet.

src: click

Was ist ein geo­sta­tio­nä­rer Orbit? Was ist ein Low Earth Orbit? Was ist der Kos­ten­vor­teil von Starlink?

Ist ja egal muss man ja nicht wissen…

Russ­land hat nicht die Tech­no­lo­gie eine Atom­ra­ke­te in den low Earth Orbit zu schie­ßen. Ist ja allerhand…

Radio­ak­ti­ve Trüm­mer­wol­ke zer­stört dann hun­der­te Sat­teli­ten! Nein, aber die Gas­teil­chen in der obe­ren Atmo­sphä­re wer­den durch die Explo­si­on beschleu­nigt - ist ja fast das sel­be wie eine radio­ak­ti­ve Trümmerwolke.

Kei­ne Ahnung davon haben was man schreibt - auf publis­hen cli­cken und dann raus zu den Leuten.

Halt wie immer auch alles nur kei­ne Pri­mär­quel­len lin­ken, damit man spä­ter nicht wie ein Trot­tel dasteht.

War­um zün­det nie­mand eine Atom-Rakete im low Earth Orbit? Weil der Debris der durch defek­te Satel­li­ten ent­steht ein Kess­ler Syn­drom los­tre­ten wür­de und da auch ande­re Staa­ten was dage­gen haben dürften.

Nicht weil Russ­land es nicht - aber Chi­na es schon kann.

Russ­land hat bereits in der Ver­gan­gen­heit “Ver­gel­tung” wegen des Ein­sat­zes von “Welt­raum­tech­no­lo­gien” in der Ukrai­ne ange­kün­digt, gemeint dürf­te Star­link gewe­sen sein.

Wie­so soll­te man als Redak­teur auch wis­sen, dass Russ­land Star­link über eine kür­ze­re Peri­ode bis zu einem Soft­ware Update erfolg­reich gestört haben dürf­te - wie­so soll­te das in einem sol­chen Arti­kel erwähnt wer­den, braucht ja kein Stan­dard Leser zu wissen…

In Bezug auf das Inter­net haben wir vie­le Star­links, aber der ent­schei­den­de Punkt ist, dass wir eine Zusa­ge für eine wei­te­re Sen­dung erhal­ten haben, die zur Sta­bi­li­sie­rung der Ver­bin­dung in kri­ti­schen Situa­tio­nen ver­wen­det wird”, sag­te er. Und: “Musk hat uns ver­si­chert, dass er die Ukrai­ne wei­ter­hin unter­stüt­zen wird.”

Aso - Musk hat das gesagt! Wie­so soll­te man an der Stel­le auch wei­ter recher­chie­ren? Und dann ver­ste­hen dass mit Star­s­hield eine eige­ne Ange­bots­schie­ne von Space X nur für das US Mili­tär besteht, oder dass die US Air For­ce Star­link Test­pro­gram­me bezahlt hat?

Das brauch der Stan­dard­le­ser doch alles nicht zu wissen.

Der Gag dabei ist, dass ich mir nicht mal die Mühe machen muss Quel­len zu ver­lin­ken, weil alles davon in einem ordent­lich recher­chier­ten Arti­kel von Rie­ger, der samt vom Stan­dard aus­ge­las­se­nen Pri­mär­quel­len bereits seit drei Tagen online ist.

Der satel­li­ten­ge­stütz­te Inter­net­zu­gang aus dem Hau­se Space X ist zum wesent­li­chen Fak­tor auf den Schlacht­fel­dern der Ukrai­ne gewor­den. Die Ver­tei­di­ger diri­gie­ren dank des Breit­band­zu­gangs Droh­nen, hal­ten wäh­rend des Gefechts die Kom­mu­ni­ka­ti­on auf­recht und kön­nen selbst rasch und effi­zi­ent Ziel­da­ten etwa für die Artil­le­rie aus­tau­schen. So soll Star­link vie­le Sie­ge der Ukrai­ne über die rus­si­schen Angrei­fer erst mög­lich gemacht haben: Wer den Daten­stream auf sei­ner Sei­te hat, gewinnt Schlachten.

Gut, der Stan­dard Redak­teur muss auch nicht wis­sen, dass es auch zur Luft­ver­tei­di­gung ein­ge­setzt wird (auch beim Zvook Pro­jekt), oder dass es ‚im Okto­ber durch Geo­fen­cing zu einem Aus­fall gekom­men sein dürf­te der bei der Rück­erobe­rung von Gebie­ten Pro­ble­me berei­tet hat…

All das muss der Stan­dard Leser nicht erfah­ren. Star­link mäch­tig, Star­link gut, Rus­se tech­nisch im Hin­ter­tref­fen, Rus­se Angst! Selbst Elon hilft!

Ich fühl mich schon wie­der ein­fach per­fekt informiert.

Beim Leser ent­steht auch sofort der gewünsch­te Ein­druck: (Kom­men­tar:)

Schon unfair
Welt­raum­tech­no­lo­gie gegen Bären­un­kraut und umge­bau­te Kühlschränke.

Wie­so soll­te man den als Redak­teur auch ver­mei­den wollen.

Wer­te­wes­ten. Wir berich­ten in der gesam­ten Qua­li­täts­pres­se nur die Pro­pa­gan­da einer Sei­te. Das dafür aber so gut, …

The future of work

21. Dezember 2022

Die­ses Inter­view ist zuerst im Han­dels­blatt erschienen.

Herr Too­ze, fast nir­gends ist die Indus­trie so wich­tig wie in Deutsch­land. Wird das trotz Energie- und Kli­ma­kri­se so blei­ben können?

Das weiß ich nicht. Ich weiß nur: Deutsch­land hat einen Industrie-Fetisch. Es klam­mert sich an ein Wirt­schafts­mo­dell, des­sen Zukunft infra­ge steht. Natür­lich brau­chen wir für die Ener­gie­wen­de Lösun­gen aus der Indus­trie, aber dar­auf ein gan­zes Gesell­schafts­bild auf­zu­bau­en ist übertrieben.

Die Indus­trie ist Wohl­stands­ga­rant in die­sem Land.

Ja, aber doch nur des­halb, weil vie­le Leu­te dafür sor­gen, dass sich an die­ser Struk­tur nichts ändern kann. In Deutsch­land gibt es eine ideo­lo­gi­sche Über­hö­hung die­ses Sek­tors, die an den Rea­li­tä­ten vor­bei­geht. Es gibt ande­re Sek­to­ren, in denen die deut­sche Wirt­schaft ihre Res­sour­cen bes­ser ver­wen­den könn­te: Dienst­leis­tun­gen, For­schung, die Suche nach neu­en Technologien.

Sie kön­nen mir doch nicht erzäh­len, dass das Zusam­men­schrau­ben von Autos und Kochen von Stahl zum deut­schen Selbst­ver­ständ­nis passt, an der Spit­ze der welt­wirt­schaft­li­chen Errun­gen­schaf­ten zu stehen.

Aber es muss doch bei­des zusam­men­kom­men: Ohne die neu­en Tech­no­lo­gien hat die Indus­trie kei­ne Zukunft; die Wert­schöp­fung in der Indus­trie braucht es aber, um die neu­en Tech­no­lo­gien zu ermöglichen.

Das ist die Geschich­te, die Indus­trie­ver­tre­ter erzäh­len. Und es ist das deut­sche Pro­blem, dass die Bevöl­ke­rung es ihnen seit Jahr­zehn­ten glaubt. Nur die Indus­trie ist rich­ti­ge Wirt­schaft, da kom­men am Ende Pro­duk­te raus, die man sieht, die man anfas­sen kann. Wie soll eine Wirt­schaft funk­tio­nie­ren, in der nichts her­ge­stellt wird, was man sieht?

Eben, gar nicht. Ganz ohne Gewer­be kann kei­ne Wirt­schaft laufen.

Ich will ja auch nicht sagen, dass Deutsch­land gar kei­ne Indus­trie bräuch­te. Aber vie­le ande­re Volks­wirt­schaf­ten in Euro­pa kom­men gut mit deut­lich klei­ne­ren Indus­trie­sek­to­ren aus. Und eine Indus­trie ist doch vor allem dann gut, wenn sie sich durch ihren eige­nen Erfolg verdrängt.

Wie die Landwirtschaft?

Ganz genau. […]

src: click

You’ll own not­hing - and you’ll love it.

Mehr­wert kre­iert durch Servicegesellschaft.

For­schung für die Pro­duk­ti­on in den US.

Kei­ne bil­li­gen Konsumgüter.

Ich sage mir heut­zu­ta­ge ver­mehrt was für ein enor­mer Zufall es doch ist, dass die Alp­bach Laxen­burg Group seit 2013 besteht, die Under2 Coali­ti­on seit 2017, die IIASA seit 2015 begon­nen hat Bevöl­ke­run­gen über Emo­tio­nen für “trans­for­ma­ti­on to sus­taina­bi­li­ty zu inter­es­sie­ren” und das in einem Aus­maß, dass Glo­ria Bene­dikt in Alp­bach in einem Panel von sich gege­ben hat, dass es bei der IIASA zuerst gro­ße Beden­ken gab, da “Über­zeu­gen durch Emo­ti­on” zu sehr an Natio­nal­so­zia­lis­mus erin­ner­te, sich die Vor­be­hal­te aber auf­ge­löst haben, als die Ver­ant­wort­li­chen bei der IIASA gese­hen haben “was damit mög­lich ist”. Dass Fri­days for Future Öster­reich von Johan­nes Stangl, dem ehe­ma­li­gen Lei­ter der Initia­tiv­grup­pe Alp­bach Wien gegrün­det wur­de “weil wir sowas hier auch brau­chen”. (Sie­he auch: click)

Und erin­ne­re mich an Zei­ten zurück in denen ich mich tat­säch­lich gefragt habe, war­um die erwach­se­nen NGO Mit­ar­bei­ter bei den ers­ten Kli­ma­pro­tes­ten in Deutsch­land so gewirkt haben, als wären sie pro­fes­sio­nel­le Jugend­ani­ma­teu­re, als sie von der Büh­ne aus “wer nicht hüpft der ist für Koh­le” ange­stimmt haben. Das Bild ging mir damals nicht aus dem Kopf.

Für eine Bevöl­ke­rung die die Poli­tik emo­tio­nal über­zeu­gen soll­te sich für etwas ein­zu­set­zen was sie selbst zwar ver­steht, aber nicht im Detail. Bei einem The­ma das seit min­des­tens einer Genera­ti­on fest auf dem poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Ent­schei­dungs­le­vel sehr weit oben ange­legt ist. Für eine Opti­on auf eine schnel­le­re Reduk­ti­on des CO2 Aus­stos­ses und damit einen nied­ri­ge­ren Anstieg der glo­ba­len Tem­pe­ra­tur. Zum Teil über eine UN Initia­ti­ve die über Akti­vis­mus den Bei­tritt von mehr Län­dern zur Net zero 2050 Coali­ti­on for­cie­ren woll­te. Eine Bewe­gung die in Deutsch­land als neu­es wirt­schaft­li­ches Erfolgs­mo­dell ver­kauft wur­de. Das um erfolg­reich zu sein, welt­weit Leu­te moti­vie­ren muss­te, sich emo­tio­nal für etwas ein­zu­set­zen, was sie zwar ver­ste­hen, aber nicht im Detail. Damit ein IPCC Tar­get Model noch theo­re­tisch erreicht wer­den kann. Wenn die Bewe­gung welt­weit Trak­ti­on zieht.

Und als Resul­tat kommst du dann zu Qua­li­täts­me­di­en, die als die IEA die­ses Jahr erst­ma­lig einen glo­bal emis­si­ons peak in 2025 pro­gnos­ti­zie­ren kann kom­men­tie­ren - aber das ist nicht genug, wir bewe­gen uns immer noch im Bereich des IPCC 3,5 Grad Modells - es ist also kein Grund zu feiern.

Und alles wor­an ich den­ken kann ist, hier geht es mehr um die Sen­si­bi­li­sie­rung der Leu­te als um die Sen­si­bi­li­sie­rung der Politik.

An die ers­ten Mit­ar­bei­ter der Oppen­hei­mer Funds die in Alp­bach 2018 vor Gre­ta “wir haben noch viel Arbeit vor uns, die meis­ten Inves­to­ren glau­ben immer noch sus­tainab­le invest­ments sei­en Phil­an­thro­pie” for­mu­liert haben, wonach der klei­ne Raum des Fire­si­de Talks in tosen­den Applaus aus­ge­bro­chen ist.

An die Ver­tre­ter der DB die im April des Vor­jah­res kei­nen nen­nens­wer­ten Anstieg im Inter­es­se an sus­tainab­le Invest­ments beob­ach­ten konn­ten.

An die Transitions-Szenarien der ING 2018, bei denen “frei­wil­li­ge Reduk­ti­on” men­gen­mä­ßig immer nur ein Puf­fer und nie modell­re­le­vant war.

Kam bei mei­ner Psy­cho­the­ra­peu­tin auch nicht gut an.

Die­se Gesell­schaft ist was sie ist. Demo­gra­phie nehm ich an.

edit: Kon­text:

Hans Wer­ner Sinn hadert mit dem Ver­fas­sungs­ge­richts­ur­teil, und was aus ihm wer­den wird.

Kon­text zu der Infla­ti­on Reduc­tion Act ist nur “Ger­man Angst”: click

Ein sehr spezieller Fokus auf Demokratie

21. Dezember 2022

Was ist “Wenn Selen­skyj in sei­nem ers­ten Aus­lands­be­such seit Kriegs­be­ginn zu Biden reist und eine Rede im US Con­gress ange­kün­digt wird” für 400, Jim!

Selen­skyj laut Medi­en­be­rich­ten noch heu­te in Washing­ton erwartet

Wir begin­nen mit einer Mel­dung auf diplo­ma­ti­scher Ebe­ne: Der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Wolo­dym­yr Selen­skyj will US-Medienberichten zufol­ge heu­te bei sei­ner ers­ten Aus­lands­rei­se seit Beginn des rus­si­schen Angriffs auf sein Land Washing­ton besuchen.

Der Nach­rich­ten­sen­der CNN berich­tet, geplant sei ein Tref­fen mit US-Präsident Joe Biden im Wei­ßen Haus. Laut dem Nach­rich­ten­sen­der Fox News und der Web­site “Punch­bowl News” ist auch eine Rede vor dem Kon­gress vorgesehen.

Die schei­den­de Vor­sit­zen­de des US-Repräsentantenhauses, Nan­cy Pelo­si, hat Par­la­men­ta­ri­er ges­tern noch via Brief auf­ge­for­dert, sich für heu­te Abend nichts vor­zu­neh­men. Es wer­de “einen sehr spe­zi­el­len Fokus auf Demo­kra­tie” geben, erklär­te sie, ohne Details zu nennen.

src: click

Wie spe­zi­ell is der Fokus auf Demokratie?

Bei dem Besuch soll laut Medi­en­be­rich­ten unter Beru­fung auf nicht nament­lich genann­te Quel­len ver­kün­det wer­den, dass die USA der Ukrai­ne das Patriot-Flugabwehrsystem lie­fern. Die­ses kann Flug­zeu­ge, Marsch­flug­kör­per, Droh­nen oder Rake­ten auch in grö­ße­rer Ent­fer­nung abweh­ren. Damit kann die Infra­struk­tur und Bevöl­ke­rungs­zen­tren deut­lich bes­ser geschützt wer­den, wäh­rend sich die Bewe­gungs­frei­heit der ukrai­ni­schen Streit­kräf­te am Boden ver­grö­ßert. Es könn­te - abhän­gig vom Stand­ort - bis über rus­si­sches Gebiet reichen.

Kon­text: So funk­tio­niert die ukrai­ni­sche Flug­ab­wehr zur Zeit:

Falls wer zusätz­lich dazu noch Pro­pa­gan­da von der James­town Foun­da­ti­on braucht, oder eine Ant­wort auf eine Publi­kums­fra­ge zu “wies denn um die ukrai­ni­sche Luft­ver­tei­di­gung bestellt ist”, Hod­ges kann liefern.

Gut, irgend­wann wird es selbst dem Panel­host zu viel dass Hod­ges immer wie­der offen­sicht­li­ches weg­lässt und anstatt des­sen sei­ne Twit­ter­pic Samm­lung zum rus­si­schen Rake­ten­vor­rat als “News die wir alle gese­hen haben” ver­kauft -- aber für zwei Stun­den Exklu­siv­be­richt­erstat­tung auf ZDF heu­te ohne Kon­tex­tua­li­sie­rung und für ein Exklu­siv­in­ter­view im Pro­fil mit anschlie­ßen­dem Leit­ar­ti­kel ist Hod­ges noch alle­mal gut.

Sie­he auch: click

edit: Moment - wird noch bes­ser. Der Stan­dard hat gera­de eine Ana­ly­se nach­ge­scho­ben und weiß was Selen­skyj mit sei­nem Besuch bezweckt!

Was Selen­skyj mit sei­nem Über­ra­schungs­be­such bei Biden bezweckt

Die Visi­te sen­det ein Signal der west­li­chen Geschlos­sen­heit an Putin, doch rich­tet sich der Auf­tritt auch an die US-Öffentlichkeit, vor allem an die Republikaner

ANALYSE

src: click

Ach­so, ja - dan­ke für die Ana­ly­se. Was der Stan­dard da wohl ana­ly­siert hat?

edit: Es gibt aber auch wie­der gute Nach­rich­ten. Die Pres­se hat Pro­pa­gan­da entdeckt!

Kein Staat, tota­li­tär oder nicht, kommt ohne Ein­grif­fe in die Spra­che aus. Wer die Spra­che beherrscht, bestimmt über das Den­ken, um es in die erwünsch­te Rich­tung zu len­ken oder ganz aus­zu­schal­ten. In Geor­ge Orwells „1984“ wird Old­speak (Alt­sprech) durch New­speak (Neu­sprech) ersetzt, um die Unter­ta­nen in Goodt­hin­ker (Gut­den­ker) zu ver­wan­deln. Dou­blethink (Dop­pel­denk) hilft ihnen dabei, ein­an­der wider­spre­chen­de Denk­wei­sen als glei­cher­ma­ßen wahr zu betrach­ten. Die­se Metho­de erzeugt Slo­gans wie „Krieg ist Frie­den“, „Frei­heit ist Skla­ve­rei“ und „Unwis­sen­heit ist Stärke“.

Wer dabei an die rus­si­sche Sprach­re­ge­lung bezüg­lich des Krie­ges in der Ukrai­ne denkt, der als „Spe­zi­al­ope­ra­ti­on“ aus­ge­schil­dert ist,liegt nicht falsch. In klas­sisch tota­li­tä­rer Tra­di­ti­on hat Putin sei­ne Sprach­re­ge­lung nicht den gegän­gel­ten Medi­en über­las­sen, son­dern er hat sie unter der Andro­hung dra­ko­ni­scher Stra­fen allen Bür­gern oktroy­iert. Im Wes­ten hin­ge­gen ver­ber­gen sich mani­pu­la­ti­ve Sprach­ein­grif­fe gern hin­ter den ver­meint­lich aller­bes­ten Inten­tio­nen, etwa wenn Frie­dens­freun­de sofor­ti­ge Ver­hand­lun­gen über einen „Kompromiss“fordern, der natür­lich erzwun­ge­ne Gebiets­ab­tre­tun­gen an Russ­land nicht aus­schlie­ßen dür­fe. Was da „Kom­pro­miss“ genannt wird, meint in Wirk­lich­keit „Kapi­tu­la­ti­on“.

src: click

Non zero sum Logik (Spiel­theo­rie) ist “Kapi­tu­la­ti­on” (zero sum Logik).

(The Evo­lu­ti­on of Trust von Nicky Case ver­an­schau­licht es.)

Pro­pa­gan­da hat noch immer nie­mand entdeckt.