Ich fasse das Argument von Cem Özdemir nochmal zusammen.
Wir müssen mit dem Westen geeint für die westlichen Demokratien gegen den Rest stehen, aber wir müssen auch den Rest der Welt unterstützen, damit der nicht in Strukturabhängigkeiten (Energie, Nahrungsmittel) von Russland, oder anderen autokratischen Regimen gerät. Dazu müssen wir unseren Kontakt zu autokratischen Regimen minimieren, aber auch Entwicklungshilfe aufstocken. Aber auch unsere Wehrhaftigkeit stärken, der Resilienz wegen (der Cem ist ein gebildeter Mann!). Unsere Bauern leisten da einiges. Während die Hälfte des Nahrungsmittelangebots für die Staaten der Dritten Welt wegbricht.
Maischberger ist wieder vollends überzeugt. Hat also schon wieder gewirkt.
Danach kommt aber erst das Highlight.
Cem Özdemir beim Betrachten eines Käsebrötchens. Da wird der Politiker wieder als einfacher Alltagsmensch erfahrbar…
Langfristig ist die Strategie Energieimporte aus Russland einzustellen ja genau richtig!
Langfristig ist die Strategie Energieimport aus Russland einzustellen eine Wettbewerbshürde für die deutsche Wirtschaft. Die Energiepreise verdoppelt (nach der Spekulationsperiode), und Wirtschaftswachstum um 0.5 Prozentpunkte nächstes Jahr senkt.
Ja aber die Wasserstoffpipelines!
Da ist es gut noch einen zweiten dümmsten denkbaren Journalisten im Panel zu haben. “Ja damit (Wasserstoffpipelines) lässt sich die Energiewende schneller auf Bahn bringen.”.
Ich würd ja lachen, wenn ich aus dem Luftschnappen rauskäme…
Den Leuten kannst du aber nicht einfach ins Gesicht sagen wie dumm sie sind. Geht halt einfach nicht.
Dann halt wieder über den Schlenker mit dem liebevollen Wink mit dem Zaunpfahl…
Wenn man von Jeffrey Sachs erklärt bekommt, dass man an Propaganda glaubt, dann sickerts vielleicht ein?
Nein? Immer noch nicht?
Immer noch “aber langfristig ist das genau richtig”?
Weil das destabilisiert Russland so schön? Also langfristig. So über Generationen hinweg. Schließlich reissen wir uns hier von Abhängigkeiten los! Mit nem destabilisierten Russland nebenan! Das aber immer noch Putin regieren darf, weil wir wollen ja nicht unbedingt Regimechange!
Ja, richtig gelesen, Zielperspektive laut dem “dümmsten denkbaren Journalismus” (selbe Dame mit Brille) ist übrigens nicht Regimechange, sondern “erst einmal ein wenig Druck machen!” “Damits die russischen Bevölkerung überhaupt erst mal spürt!” Damit die dann was macht?
Wenn man nichts mehr offen aussprechen darf, und immer eine moralingesäuerte Wächterin öffentlicher Moral vor die Nase gesetzt bekommt (das IST bereits die entschärfte Version, in der nicht entschärften hätte ich ihr ne Brille vor die Brille gewünscht), die einem aber aus ihrem Verständnis heraus gesichert erklärt, was jetzt langfristig genau das Richtige ist, während die versammelte Mannschaft um sie herum versucht ihr die Welt zu erklären, sie aber dann immer noch keinen Schritt weiter kommt - und ihre Position nur noch eindringlicher wiederholt (Deutungshoheit über gelernten Pathos), dann haben wirs aber bald, oder?
Nein, noch nicht ganz.
Es braucht noch die notwendigen Beschwörungen, dass Europa mit seinen Nato Partnern jetzt so geeint wie noch nie agiere. Natürlich wie immer bereits bevor die Proposals verabschiedet sind.
Dümmster denkbarer Journalistmus, der perfekte Zusatz für den kafkaesken Albtraum deiner Träume. Gibts nicht vielleicht noch wo einen Profil Chefredakteur der öffentlich lamentieren kann, dass er in seinen zwei US Tageszeitungs-Quellen die er “für Opinion” liest, keine Antwort darauf findet, was jetzt passiert, wenn der Putin jetzt aber wirklich komplett verrückt ist?
Ah, für Opinion, gutes Stichwort - im Phoenix Video muss sich der NZZ Journalist selbstredend in der Runde selbst denunzieren, und erst mal explizit herausstreichen, dass die NZZ in opinion pieces natürlich dafür sei, dass sich die Schweiz von ihrer neutralen Rolle lossage, da sie sich ja auch in Europa befindet, eine Position die man in der Schweiz aktuell vermehrt in progressiven Kreisen (*hust* *hust*) vorfindet… Das Zweite ist von der NZZ doch ein wenig überraschend, aber ok, darf sie ja gerne tun.
Nur warum zum Teufel fühlt sich der Journalist genötigt das ins Treffen führen zu müssen? Also, dass sie in den opinion pieces eh auf Linie wären?
Ich bin ja kein Putler-Versteher, aber? Damit hat man Debatten, doch eigentlich schon gewonnen, oder? Da lässt sich dann jeder vom Sachargument das darauf folgt überzeugen.
The Non-Independence of Western-Funded “Independent Media” in Ukraine with Alan MacLeod
Many Kyiv Independent journalists come from suspect backgrounds, including individuals who previously worked for NATO think tank The Atlantic Council, the U.S. Embassy in Ukraine, or for the Council on Foreign Relations.
Ah, good to know, I guess I’m f*cked then. What a relief.
On the other news source mentioned in the Democracy Now piece, Paypal reversed its position as a result of “public outpouring”. They must have been tamer then…
If you want the proper position on all things Ukraine, you watch Kuleba on Skynews of course:
Boah, diese Gesellschaft ist so dermaßen das Letzte. Falls ihr an der Stelle Blümchen und Vogelzwitschern lesen hättet wollen, wäre als Alternativbeschreibung noch “die Drei von der Tankstelle” ganz passend. Wegen dem BBC Aufmacher Foto…
Hab die letzten Tage die News nicht mehr gemonitort, aber ich nehme an es gibt noch immer keine einzige österreichische Zeitung die öffentlich gegen die US Position ist… Und nochmal zum nachnotieren, die ist jetzt nach dem großen Erfolg von “die Ukraine muss gewinnen”, was selbstredend den Verlust der Krim für Russland bedeutet, eine Position die nicht mal Navalny vertritt (siehe: NZZ), über den großen Erfolg von “das mit Regimechange war nur eine persönliche Meinung und sollte gar kein Teil der Rede sein” (und dem überaus erfolgreichen Zwischenspiel “Nur die russische Bevölkerung kann diesen Krieg jetzt noch beenden”, das ja auch überhaupt nicht mit den US abgesprochen war), beim zukünftig großen Erfolg von “Russland muss destabilisiert werden” angekommen. Weil wir es ja sonst alle kollektiv nicht verstehen würden, wenns nicht der US Verteidigungsminister selbst ausspricht.
Die US wollen jetzt also keinen Regimechange, aber ein destabilisiertes Russland. Latürnicht. Und das ist das Beste für die Ukrainer. Latürnicht. Und das Beste für Europa. Weils uns so eint. Sowieso. Und das Beste für Russland. Und das Beste für Leute meiner Generation. Und das Beste für Deutschland, und das Beste für…
Bin aktuell auch beim qui bono ein wenig überfragt. Klar die Waffenlobby profitiert, aber der Journalismus wird hier ja kein Geld einstecken.
Also bei der wievielten “Er ist der beste Kommunikator überhaupt” Arte Reportage ist uns allen kollektiv das Hirn rausgefallen?
Ich wart noch immer auf den ersten Medienvertreter der einen Widerspruch erkennt, wenn er “Abnutzungskrieg” dafür dass Russland nicht auch noch die Nato angreift und “die Russen performen so schlecht, nichts geht weiter” - und um das Territorium zu halten brauchen sie Millionen an Leuten in der Region, da sie ihnen ja feindlich gesonnen ist im selben Argument verwendet.
Passiert halt einfach nicht. Das ist das Geile daran wenn du Episteme generierst, und über Thinktanks in die Masse streust, dann Journalisten zu Expertendiskussionen einlädst (deine Experten - bis hin zum emotionalen Volltrottel der nicht wissenschaftlich arbeiten kann (sagen seine Kollegen), aber dann so toll an die Öffentlichkeit andockt), wo sie - also die Journalisten - von der Bühne aus genamedropt werden, und die dann gleich aus Dankbarkeit die Blattlinie des Standard prägen und gegen die eigene Regierung anschreiben (die verwende nämlich die falschen Experten, und die Opposition (SPÖ) auch(!)) Nicht weil sie in der Redaktion so viel zu sagen hätten, sondern weil die eh schon längst die Positionen von Project Syndicate abschreibt.
Ja scheiße, hätte uns doch einer gesagt, dass die US das jetzt auf 2-5 Jahre planen, danach verbrannte Erde hinterlassen, die Aufbauarbeiten der Ukraine zu großen Teilen aus den eingefrorenen russischen Geldern finanzieren wollen (das Doppelte an Schulden kommt dann nochmal oben drauf, sonst kommt das Land noch auf blöde Ideen und glaubt das Wirtschaftswunder Schnellsieder-Marketing in der zweiten Generation nicht mehr - ihr wisst schon, wegen dem destabilisierten Russland an der Seite) - und wenn wir Russland dann erst mal destabilisiert haben, ja dann… Dann wird alles wieder gut, weil wir haben die Moral ja mit Löffeln gefressen.
(Gut, der Papst ist jetzt zumindest nicht dafür, aber das ist eh nur ein linker Spinner, der das Wohl der anderen Hälfte der Erde im Auge hat…)
Diese Gesellschaft ist das absolut Letzte.
edit: Hier noch eine Liste der Fernstraßen in Russland: click Einfach so als Gag.
Boah, wie viele Autobahnkilometer da erst gebaut werden, wenn du nach der Destabilisierung aus Russland dann eine funktionierende Demokratie machst… Jetzt aber nicht gleich blöd kommen und die letzten fünf Demokratisierungsinitiativen der ‘exceptional nation’ googlen. Wie sagte einst ein klügerer Kopf als ich? Alles andere ist mehr so, primär.
Sind jetzt eigentlich schon deutsche Panzer in der Ukraine? Ja, sind sie. Zur Flugabwehr.
Wisst ihr, was eine Text-Bild-Schere ist? Die “Welt” illustriert das hier schön.
Erstmal: Gute Nachrichten! Das Asow-Bataillon ist gar nicht neonazistisch. Hat die “Welt” herausgefunden.
Und das Bild dazu: Schwarze Sonne und Wolfsangel. Und die rechte Faust über dem Herzen als Gruß? Die ist neulich erst aufgefallen, weil das die erste Stufe vor dem Hitlergruß war bei diesem Skandal um den einen russischen Fahrradprofi, der für Italien fuhr. Weiß jemand, ob es da auch einen Namen und eine Geschichte zu gibt? Es ist jedenfalls nicht der “römische Gruß”, was ich erst vermutete. Mir fällt es jedenfalls schwer, mit der Geste etwas anderes als Neonazis zu assoziieren gerade.
Hier noch mal was NBC vor dem 17.02. herausgefunden hat. Und hier ist das Originalmaterial das sie damals für den Beitrag verwendet haben.
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