Gut, der militärische Plan Russlands war laut Reisner Schock and Awe, dh, mit möglichst kleinen Einsatztruppen und abgeworfenen Flugblättern, und der Auschaltung von Regierungsmitgliedern über Spezialeinheiten, politische Instabilität auszulösen und diese dann durch durch politisch wohlgesinnte Akteure im eigenen Sinne zu festigen…
… aber also, wenn Russland die Ukraine überrannt hätte, und dann 4 Millionen Soldaten für die Besetzung gebraucht hätte (nach einfachem strategischen Kalkül, von Leuten die das zu rechnen gelernt haben), was es Russland dann nicht mehr ermöglicht hätte ihr Land in Grenzkonflikten zu verteidigen (“Overextension”) also und dann erst mal alle russischen Soldaten in allen Städten so reagiert hätten wie die komplett von ihrer Versorgung und Kommunikation abgeschnittenen Einheiten in Butscha und Irpin - von denen die Ukraine alleine in Butscha 1000 binnen zwei Wochen weggeschossen hat, jaha! Also da haben die deutschen Waffenlieferungen ja aber - also mindestens 1 Million Leben haben die deutschen Waffen dann schon gerettet!
Die Berliner Zeitung, und die perfekt informierte deutsche Öffentlichkeit ist da was gaaaanz Heißem auf der Spur.
Sowas heißem, dass Cathryn Clüver Ashbrook dem freischwimmenden Journalisten bei der Antwort gleich zu Hilfe eilen und ein unverfänglicheres generelleres Narrativ herbeispinnen muss. Und das auch sofort tut. (Ukrainische Demokratie!)
Egal ---
Sehempfehlung wegen etwas ganz Anderem. Der Journalismus freut sich wieder und springt nickend und lächelnd im Kreis, weil er endlich wieder Cathryn Clüver Ashbrook befragen kann, wies denn jetzt weitergeht.
Er war seit zwei Wochen jetzt bereits so gespannt drauf.
Clüver Ashbrook erklärt dem deutschen Qualitätsjournalismus heute - ja also so 10 Jahre Krieg würde ich für Deutschland schon einplanen, aber dafür gibts auch spannende Themen für den deutschen Qualitätsjournalismus, wie beispielsweise Trump oder Giuliani vor Gericht während dem Krieg - und, und hier zitiere ich wörtlich, nur eine recht kleine, aber sehr vokale Gruppe rund um Marjorie Taylor Greene (dumm und verrückt), die in den US auch eine schnellere Beendigung des Ukraine Krieges fordert.
Jetzt sei das in den US aber vor allem deshalb von Belang, weil und hier wieder wörtlich - die Öffentlichkeit zu blöd ist den Ifrastructre Investment and Jobs Act bereits wirken zu sehen (niedrigerer Inflationsdruck in den US) und weil es je nachdem ob es Trump noch vor die Fernsehkameras schafft, oder nicht - zu einem “hot topic in der Wahlkampf Debatte werden könnte”, also den Krieg doch noch eher als in 10 Jahren zu beenden.
Worauf der Standard natürlich wieder titeln kann - “Dass Trump Präsident wird” - was er unter Betrachtung des aktuellen pollings des Wahlverhaltens der Evangelikalen nicht mehr schafft, “ist entscheidend für die Ukraine und Europas Freiheit”.
Wir sehen also wieder --
diese Gesellschaft ist perfekt informiert, und wird auch fast garnicht komplett durchverarscht.
Propaganda hat übrigens immer noch niemand entdeckt.
Auf die nächsten 10 Jahre Krieg!
Und was für ein Unglück, dass Deutschland einfach die Panzer zu spät geliefert hat… Denn das hat den Krieg ja wieder unnötig verlängert…
Gut, die US haben ihre noch garnicht geliefert - aber das hat ja nichts zu bedeuten.
Denn wir hatten ja die Panzer, die hätten wir bereits in die ukrainische Schlammsaison hineinliefern sollen!
Dann hätten die Ukrainer auch weniger Zeit gehabt ihre Soldaten auf dem Gerät auszubilden!
Manchmal ists einfach beruhigend, wenn sich der deutschsprachige Journalismus wieder seine gesamten Talkingpoints des kommenden Jahres einfach von Ashbrook vermitteln lassen kann. Es ist ja auch einfach zu kompliziert das alles noch zu recherchieren. Oder im Kopf zu behalten.
Diese Gesellschaft ist das komplett abartigst, grotesk Allerletzte.
edit: Oh und btw. Ashbrook bezüglich der US Politik im Indopazifik - inhaltlich auch ein totaler Brzezinski Fan, nur heißt das jetzt anders irgendwas mit Patchwork and Defensive Net und so… Muss da mal die neuen Vokabel lernen… Weil das hat ja auch nicht mehr Brzezinski entworfen, sondern der Professor der die neuen Begriffe gecoint hat halt. Muss ich mir bei Gelegenheit auch noch schnell drauf schaffen.
Wie bezeichnet man bei der SPD die Katholiken die die Position des aktuellen Papstes vertreten?
An die Adresse der Kriegsgegner sagte Scholz, dass es nichts mit Friedensliebe zu tun habe, den Ukrainern zu sagen, dass sie ihr Land einfach erobern lassen sollten. Demonstranten, die als Friedenstaube auf dem Platz umherlaufen, seien „gefallenen Engel, die aus der Hölle kommen, weil sie letztendlich einem Kriegstreiber das Wort reden“, erklärte Scholz.
Er liest sich in der Tat so als würden in der US Administration Leute sitzen, die sich auf dessen Basis die zukünftige Geostrategie zurechtzimmern wollten. Das Highlight ist der Schluss, aber bevor wir dazu kommen:
*HUST*
Vor 18 Stunden via al Jazeera:
Leaders of US, South Korea and Japan hail summit as ‘turning point’
Countries pledge to deepen partnership at historic Camp David talks, while condemning actions of China and North Korea.
Hier der angeteaste Schluss des über 25 Jahre alten Brzezinski Texts:
In the long term, Eurasia’s stability would be enhanced by the emergence, perhaps early in the next century, of a trans-Eurasian security system. Such a transcontinental security arrangement might involve an expanded nato, linked by cooperative security agreements with Russia, China, and Japan. But to get there, Americans and Japanese must first set in motion a triangular political-security dialogue that engages China. Such three-way American-Japanese-Chinese security talks could eventually involve more Asian participants, and later lead to a dialogue with the Organization for Cooperation and Security in Europe. That, in turn, could eventually pave the way for a series of conferences by European and Asian states on security issues. A transcontinental security system would thus begin to take shape.
Defining the substance and institutionalizing the form of a trans-Eurasian security system could become the major architectural initiative of the next century. The core of the new transcontinental security framework could be a standing committee composed of the major Eurasian powers, with America, Europe, China, Japan, a confederated Russia, and India collectively addressing critical issues for Eurasia’s stability. The emergence of such a transcontinental system could gradually relieve America of some of its burdens, while perpetuating beyond a generation its decisive role as Eurasia’s arbitrator. Geostrategic success in that venture would be a fitting legacy to America’s role as the first and only global superpower.
*pfeif*
*hust*
Japan should not be America’s unsinkable aircraft carrier in the Far East, nor should it be America’s principal Asian military partner. Efforts to promote these Japanese roles would cut America off from the Asian mainland, vitiate the prospects for reaching a strategic consensus with China, and frustrate America’s ability to consolidate stability in Eurasia.
Japan does not have a major political role to play in Asia, given the regional aversion it continues to evoke because of its behavior before and during World War II. Japan has not sought the kind of reconciliation with China and Korea that Germany sought with France and is seeking with Poland. Like insular Britain in the case of Europe, Japan is politically irrelevant to the Asian mainland. However, Tokyo can carve out a globally influential role by cooperating closely with the United States on the new agenda of global concerns pertaining to development and peacekeeping while avoiding any counterproductive efforts to become an Asian regional power. American statesmanship should steer Japan in that direction.
*HUSTENANFALL*
Although currently a passive player, India has an important role in the Eurasian scene. Without the political support it received from the Soviet Union, India is contained geopolitically by Chinese-Pakistani cooperation. The survival of Indian democracy is in itself important, in that it refutes better than volumes of academic debate the notion that human rights and democracy are exclusively Western. India proves that antidemocratic “Asian values,” propagated by spokesmen from Singapore to China, are simply antidemocratic and not necessarily Asian. India’s failure would be a blow to democracy’s prospects in Asia and would remove a power that contributes to Asia’s balance, especially given China’s rise. India should be engaged in discussions pertaining to regional stability, not to mention the promotion of more bilateral connections between the American and Indian defense communities.
Erneuter *Hustenanfall*
Auch Russland hat in dem Paper eine tolle Position, die Anne Applebaum bereits vor einem Jahr der russischen Exilelite in Podcastform verkauft:
In these circumstances, Russia’s first priority should be to modernize itself rather than to engage in a futile effort to regain its status as a global power. Given the country’s size and diversity, a decentralized political system and free-market economics would be most likely to unleash the creative potential of the Russian people and Russia’s vast natural resources. A loosely confederated Russia—composed of a European Russia, a Siberian Republic, and a Far Eastern Republic—would also find it easier to cultivate closer economic relations with its neighbors. Each of the confederated entities would be able to tap its local creative potential, stifled for centuries by Moscow’s heavy bureaucratic hand. In turn, a decentralized Russia would be less susceptible to imperial mobilization.
Was erlaube Putin, dass er sein Land eigentlich nicht wie von den US vorgesehen in drei “confederated entities” splittet, die dann ihr “local creative potential” entfalten können und damit somit kompatibler zu unseren geopolitischen Vorstellungen wären.
Ich suche noch den passende O-Ton heraus, aber die Entwicklung in ein kulturell definiertes, regionaleres Russland wird von ihr hier angepitched:
edit: Not in this interview as I remembered, I’m re-screening more I’ve seen with Applebaum.
The only related section in this interview is this one:
I don’t want any chaos I don’t want some kind of disaster, you know I - I just want russia to cease to to think of itself as an empire, you know i want russia to be in that sense a post-imperial um country where the main goals of the russian leadership are the prosperity and happiness of russians you know I want the, I want I don’t want it to be the accumulation of money for a small elite or the ability to project military power into ukraine, or the Baltic states or Kazakhstan or anybody else -um I want, Iwant russian leaders to think about how do they develop their own country how do they make russia safer happier, richer, cleaner um how do they make it a better place I want them to think differently about what it means to be the leader of - because i feel that russians have been um have been, you know have really been badly treated by their leadership um and you know they they deserve something better, they deserve a they deserve leaders who want them to be prosperous and who aren’t you know stealing and invading other countries and so that’s what i would like to see whether you know everything else is secondary to that, you know, whether russia you know hazard doesn’t have some kind of weapon or whether it has or doesn’t have um some kind of you know one leader, another leader, I care less about that um, I would but I would i would simply like it to become the I would like the purpose of leadership inside russia to be different, um - what i don’t know is how you get there um yeah it is true it is true that in russian history all of the most important major changes have come after the loss of a military conflict or after some kind of military defeat so whether it’s 1905, 1917 you know 1989 after afghanistan um - it’s often military defeat that leads russian leadership to change or at least it causes some kind of change and I can only hope that that will be the case here and I hope it’s that kind of change I hope that it leads the russian elite to ask themselves is this the kind of country that we want to be, or do we want to be a different kind of country.
Schon sehr - ehm - schön aber noch nicht der gesuchte “Russland muss sich wieder mehr regional ausrichten” Aspekt den ich gesucht habe… 🙂
edit2: Ah, schau mal einer an, es war nicht Applebaum die im brzezinskischen Sinne, bei der russischen Expat Elite, ein regionalisiertes, weniger zentralisiertes, und daher sehr viel kreativeres Russland geankert hat, es war der verfickte Timothy Snyder.
Russland benötige eine neue Ausrichtung, eine vor allem antiimperialistische Ausrichtung, bei der sie uns in Afrika nicht mehr in die Quere kommen, das zu “entwerfen” wird die Aufgabe der russischen Exilelite sein, an die wir uns (Applebaum und Snyder) bereits heute wenden.
Snyder ankert vor elf Monaten auch bereits wie dieses neues Russland auszusehen hat -- nämlich sich nicht mehr als geeinte Weltmacht verstehend, sondern mit viel mehr “regionalen Zentren”, die alle eine “regionale Geschichte als die Bevölkerung einendes Konzept benötigen” -- westliche Historiker würden gerade daran arbeiten, das sei gerade ein spannendes und interessantes Feld. [Historischer Revisionismus?]
Wer kann aber denn jetzt belegen, dass der verficke Snyder Brzezinski auch gelesen hat und ihn beispielsweise auf der Yes Conference widerholt selbst referenziert?
Ich habe bereits seit Längerem einen Weg gesucht die recht schlechte Wirtschaftsprognose des IMF Reports von 2021 bezüglich der Ukraine irgendwie anschaulicher werden zu lassen.
Enter datacommons.org (Datenbasis auf beiden Seiten ist datacatalog.worldbank.org)
Auch wenn sies nicht gleich erkennen, sie sehen hier das Powerhouse Europas, vor deren enteilenden Wirtschaftsentwicklung die russische Regierung eine solche Angst hatte, dass sie vollkommen unprovoziert (*hust*) einen Krieg begonnen hat.
Und hier die einzige Chart unter allen die ich gefunden habe, die das Narrativ des geeinten Wertewestens stützt:
Hurra!
Na aber Moment, da waren ja nach Jahren des Investitionsstaus aber soetwas von Strukturinvestitionen in der Pipeline, durch die Verzehnfachung des Weizenexports in jüngeren Jahren! Nein. Siehe IWF Report von 2021. Und dabei weiß man doch, die Verzehnfachung des Outputs seines Agrarsektors ist der Wachstumsindikator für entwickelte Ökonomien schlechthin!
Diese Gesellschaft ist das absolut, abgrundtief, grotesk und abatigst Allerletzte.
edit: Es gibt aber auch wieder gute Nachrichten, via APAOTS (November 2022):
Das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) hat sich daher in einer neuen Studie gemeinsam mit dem GROWFORD Institut in Kiew angesehen, wie der im Juli präsentierte Wiederaufbauplan der ukrainischen Regierung (National Recovery Plan) zu bewerten ist.
Fazit: Der Plan lässt enorme Anstrengungen erkennen, weist aber auch eine Reihe von Defiziten auf. Zu den Stärken zählt das Bestreben, institutionelle Reformen in Angriff zu nehmen, die Macht der bisher allgegenwärtigen Oligarchen zu beschneiden und die Ukraine an EU-Standards heranzuführen. Auch die kurzfristig notwendigen Maßnahmen zur Stabilisierung der ukrainischen Wirtschaft werden richtig identifiziert und herausgearbeitet.
„Die Schwächen liegen allerdings ebenfalls klar auf der Hand“, sagt Tetiana Bogdan, wissenschaftliche Direktorin des GROWFORD Instituts in Kiew und Gastforscherin am wiiw. „Das beginnt damit, dass das Wachstumspotenzial der ukrainischen Wirtschaft nach dem Krieg überschätzt wird. Auch bei der Verteilung der Mittel auf die einzelnen Sektoren sowie bei den Plänen für die Industriepolitik und den Finanzsektor sind Anpassungen notwendig“, so Bogdan.
Die im Plan formulierte Absicht, die Steuern massiv zu senken, ist unvereinbar mit den hunderten Milliarden US-Dollar, die der Wiederaufbau verschlingen wird. Der vorgeschlagene dezentrale Ansatz dürfte kontraproduktiv wirken: „In den meisten Fällen sollte der Wiederaufbau auf nationaler Ebene koordiniert werden“, gibt Michael Landesmann, ehemaliger wissenschaftlicher Direktor des wiiw und Co-Autor der Studie, zu bedenken. Bemängelt werden in der Studie außerdem inhaltliche Ungereimtheiten und Überschneidungen sowie eine teilweise falsche Prioritätensetzung.
Überschätzte Wachstumsaussichten
Die Gesamtkosten des Wiederaufbaus sind noch nicht klar, da der Krieg weitergeht und die russischen Truppen derzeit enorme Zerstörungen anrichten. Die ukrainische Regierung schätzte die Gesamtkosten für den Wiederaufbau über zehn Jahre im Juli auf 750 Milliarden US-Dollar. Darin enthalten sind auch die Militärausgaben. Zwei Drittel davon, also 500 Milliarden US-Dollar, sollen von ausländischen Gebern kommen, der Rest von privaten Investoren. Ohne die Militärausgaben rechnet die ukrainische Regierung mit 450 Milliarden US-Dollar an notwendigen Auslandshilfen. Unter der Annahme, dass die intensivste Phase des Krieges bis Mitte 2023 andauern wird, geht die Studie davon aus, dass die internationalen Geber etwas weniger, nämlich rund 410 Milliarden US-Dollar, zum Wiederaufbau beisteuern müssen. Dieser Betrag steht im Einklang mit anderen einschlägigen Schätzungen. „Natürlich ist das immer noch eine riesige Summe. Die EU, die ein starkes Eigeninteresse an einer demokratischen und prosperierenden Ukraine hat und das Land ja auch zum Beitrittskandidaten gemacht hat, wird daher ihre Anstrengungen in diesem Bereich massiv verstärken müssen“, betont Co-Autor Richard Grieveson, stellvertretender Direktor des wiiw.
Unrealistisch erscheint das im Wiederaufbauplan formulierte Ziel einer Verfünffachung der Wirtschaftsleistung von etwas über 100 Milliarden US-Dollar im heurigen Jahr auf 500 Milliarden US-Dollar im Jahr 2032. Das legt auch der Vergleich mit anderen ehemaligen Kriegsgebieten nahe. Bosnien-Herzegowina schaffte gerade einmal eine Verdreifachung des BIP zwischen 1996 und 2005, Kroatien eine Verdoppelung von 1994 bis 2003.
Fragwürdige Priorisierung bestimmter Industrien und Verteilung der Mittel
Die Verteilung der Gelder auf die einzelnen Sektoren wird im Wiederaufbauplan nicht gut begründet. So wird beispielsweise der Finanzierungsbedarf für Verteidigung und Sicherheit bis 2032 mit lediglich 50 Milliarden US-Dollar veranschlagt. In diesen Betrag miteingerechnet sind bereits die Militärhilfen der Verbündeten für das heurige Jahr. Angesichts der großen Intensität des Krieges und der immensen Herausforderungen bei der Reform der Rüstungsindustrie und der Modernisierung der ukrainischen Streitkräfte nach dem Krieg erscheint dieser Betrag zu niedrig.
Zweifelhaft ist auch die Einstufung der Schwerindustrie und der Agrarproduktion als Sektoren mit hoher Wertschöpfung, die beim Wiederaufbau Priorität haben und mit Milliarden US-Dollar gefördert werden sollen. „Aus unserer Sicht stellt das eine rückwärtsgewandte Industriepolitik dar, die eine Konservierung bestehender Strukturen bedeutet, anstatt den notwendigen Strukturwandel hin zu einer nachhaltigen und grünen Wirtschaft zu forcieren“, moniert Michael Landesmann. Dabei hätte die Ukraine gerade im IT-Bereich oder bei Umwelttechnologien großes Potenzial.
Zudem bleiben die Instrumente zur Erreichung der gesteckten Ziele, die administrative Umsetzung und die Finanzierung weitgehend im Dunkeln. Ebenso fragwürdig erscheint die geplante Stimulierung der Vergabe von Hypothekarkrediten mit nicht weniger als 40 Milliarden US-Dollar oder die Rekapitalisierung der ukrainischen Banken mit 15 bis 20 Milliarden US-Dollar.
Dezentraler Ansatz statt gesamtstaatlicher Steuerung
Einen großen Schwachpunkt orten die Autor:innen der Studie im dezentralen Ansatz des Wiederaufbauplans. Er sieht vor, die Wiederaufbauprojekte in bestimmten Regionen unter Führung eines internationalen Partners zu konzentrieren. Großbritannien hat sich etwa bereit erklärt, den Wiederaufbau in der Region Kiew zu übernehmen, Dänemark will sich auf Mikolajew konzentrieren, Schweden auf Odessa. Wie ein derartiges dezentrales System funktionieren soll, bleibt schleierhaft. „Die zentralen Wiederaufbauprogramme müssen auf gesamtstaatlicher Ebene ausgearbeitet und verwaltet werden, um eine landesweite Wirkung zu erzielen. Denken Sie nur an den Bau überregionaler Verkehrsverbindungen oder die Angleichung der Wiederaufbaubemühungen an die EU-Standards“, erklärt Tetiana Bogdan.
Problematische Steuersenkungspläne und Hindernisse für EU-Beitritt
Der Wiederaufbauplan sieht auch Maßnahmen vor, die eindeutig im Widerspruch zu EU-Recht stehen, wie das Verbot der Erstattung der Mehrwertsteuer auf Rohstoffexporte oder die massive staatliche Förderung der Schwerindustrie. Wenig durchdacht präsentieren sich auch die Pläne, die Steuern- und Abgabenquote auf 30 Prozent des BIP zu drücken, während gleichzeitig hunderte Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau benötigt werden und außerdem auch noch die Staatsschuldenquote sinken soll.
U.S. intelligence says Ukraine will fail to meet offensive’s key goal
Thwarted by minefields, Ukrainian forces won’t reach the southeastern city of Melitopol, a vital Russian transit hub, according to a U.S. intelligence assessment
Welches unfassbare rechte Hetzblatt das wieder schreibt?
Die Washington Post. Gestern.
edit: Der Standard hat nur eine Stunde nach dem Blogeintrag hier (nicht nach der WP Veröffentlichung) wieder selektive Aussetzer beim Verständnis der englischen Sprache…
Ebenjene ist nach Einschätzung der Washington Post vom Freitag zuletzt ins Stocken geraten.
src: click
Jo genau, das ist es was die WP am Freitag veröffentlicht hat. Also ja eigentlich ist es das nicht, aber so ja eh so ähnlich *schweißvonderstirnwisch*, WERTEWESTEN!
Also weiter zum nächsten Punkt auf der Tagesordnung, wieder Frieden schaffen mit mehr Waffen!
Diese Gesellschaft ist das absolut abgrundtief abartigst, grotesk Allerletzte.
edit2: Moment, nein sorry, die Presse hat gerade noch eine gut Idee! Stellt sich heraus, nach dem großartigen ukrainischen Erfolg an der Front wird es jetzt aber endlich Zeit, dass die Ukraine das bekommt, was sie sich schon so lange gewünscht hat!
Eine von der Nato umgesetzte Flugsverbotszone rund um strategische Objekte in der Ukraine!
Dr. Andreas Umland (*1967 in Jena) ist Analytiker am Stockholmer Zentrum für Osteuropastudien (SCEEUS) des Schwedischen Instituts für Internationale Angelegenheiten (UI).
Westliche Regierungen sollten Flugverbotszonen über ukrainischen Objekten von strategischem Interesse durchsetzen.
Klar. Ich meine wie konnte man das seit jeher anders sehen?
Wir erinnern uns noch an die wunderbar produzierten Propaganda Videos mit Bilder der Leichen von Butscha im Close up vorm UN-Security Council, mit der frischgedichteten Musikuntermalung “Close the Sky - Dont make Mama cry?” im Refrain?
Man muss halt nur wissen, wie man auch in kniffligen Situationen mit mehr Waffen Frieden schafft. Dazu braucht es eben das Stockholmer Zentrum für Osteuropa Studien des schwedischen Instituts für internationale Angelegenheiten.
Sonst wüsste unser Mediensystem ja garnicht voran es sich orientieren muss.
Die Begründung ist ja auch wieder einschneidend einfach und klar. Also neben dem rapiden Hochschnellen des direkten Konfliktpotentials Russland/Nato, machen wir das natürlich wegen eh - *papierraschel* eh, also ehm, der AfD.
Westliche Versäumnisse
Die Mehrzahl der russischen Luftangriffe im Hinterland der Ukraine hat keine rein militärischen Ziele. Viele Angriffe zielen auf die zivile Infrastruktur, um die Bevölkerung zu terrorisieren oder demoralisieren. Russlands Angriffe auf ukrainische Lebensmittelexporte haben zudem den Zweck, die Entschlossenheit des Westens aufzuweichen. Moskau ist sich darüber im Klaren, dass neue Wellen von Hungermigranten aus Afrika vor allem in Richtung EU ziehen werden. Dort wird ihre Ankunft häufig prorussischen rechtsradikalen Parteien wie der AfD elektoral zugutekommen.
Nächste Eskalationsstufe sind dann Drohnenangriffe auf Natoflugzeuge in der Ukraine, ohne Attributionsmöglichkeit - weil sind ja Drohnen, wer die jetzt konkret gebaut hat ist immer so arg blöd schwer zu ermitteln, also Pi mal Daumen warens dann schon die Russen, weil wir haben ja chinesiche Chips gefunden und - Doppelwumms, hast dus nicht gesehen, schon ist die Nato im direkten Krieg gegen Russland..
Also das kann ja keiner wollen. Am Allerwenigsten die erfolgreiche Ukraine. Der der Standard zuletzt so eine leicht stockende Ermattung attestiert hat…
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