Oh yeah… the hotel room phone…

14. März 2024

yeah… about that…

Für France24 bit­te nur die bes­ten Experten!

Ja, wer weiß das nicht - das Gespräch das bereits auf­ge­zeich­net wur­de, bevor der Teil­neh­mer auf dem Hotel­te­le­fon zuge­schal­tet wur­de wur­de ja viel wahr­schein­li­cher als von Cis­cos Web­ex von einem abge­hör­ten Hotel Tele­fon aus auf­ge­zeich­net… Sind sie nicht auch der Mei­nung Herr Experte.

Ja, der Exper­te ist auch der Meinung.

Jour­na­lis­mus, mei­ne Damen und Her­ren. Jour­na­lis­mus und Expertenwissen.

Ben­ja­min TALLIS, Seni­or Rese­arch Fel­low, Ger­man Coun­cil on For­eign Rela­ti­ons (DGAP), Grü­ße an Alp­bach bitte.

Wie­viel der Exper­te in die­sem Fall wohl gezahlt bekommt… Ich frag mich das im ech­ten Leben immer häufiger.

Oh, depths of youtube…

14. März 2024

Oder war­um Quel­len­ana­ly­se wich­tig ist.

Soet­was lan­det auch von Zeit zu Zeit mal in mei­nem You­tube feed. 🙂 War mir im ers­ten Moment dann eine Spur zu pla­ka­tiv, also hab ich mal ein wenig gegra­ben und HOLY…, THAT ESCALATED QUICKLY… ! 🙂

Also, das Video selbst kommt recht unschein­bar und noch eher tro­cken daher “TAURUS Leaks - “Nach deut­schem Recht straf­bar!”, sagt ein ehe­ma­li­ger deut­scher Verfassungsschutz-Chef”.

Ja Moment, wer sagts denn nun? In der Videobe­schrei­bung kei­ne Namens­re­fe­renz. Im Video kei­ne Einblendungen.

Dafür ein Link auf eine exter­ne Web­site für “das kom­plet­te Gespräch”.

Erst mal Kanal­in­fo gecheckt, Name des Kanals - Nuows. 17.800 Abon­nen­ten, noch nie etwas davon gehört, hat sich da wer etwas von der Rei­chelt Pos­til­le (Nius) abgeschaut?

Kanal exis­tiert erst seit einem Monat… Möglich.

Drit­tes Video des Kanals fea­tured Danie­le Gan­ser, vier­tes und fünf­tes Video fea­turen Hans-Georg Maaßen. (*Wow­sers*) Video vor 12 Tagen: Die­se Per­so­nen haben vor dem Krieg gewarnt, aber kei­ner hat auf sie gehört -- zwei­te Per­son im Video Thumb­nail Ken Jeb­sen, the plot thickens…

Link zum vol­len Gespräch gefolgt, lei­tet auf eine Web­sei­te wei­ter in der nur Pod­cast Vide­os ein­ge­blen­det wer­den, auf einen Pod­cast Num­mer 421, mit You­tube embeds, und ein­zig und allei­ne einer sepa­ra­ten Kom­men­tar­funk­ti­on die auf der Web­sei­te als Zusatz­nut­zen gebo­ten wird (ergo, die Comments müs­sen nicht über die You­tube Comments lau­fen), ansons­ten You­tube embeds. Also dem You­tube Link des vol­len Pod­casts gefolgt, Kanal hat 21.000 Abon­nen­ten, und exis­tiert seit -- huch, einem Monat… 

Der Kanal star­tet also qua­si mit Pod­cast Num­mer 406 auf You­tube… Auch nicht schlecht.

Im vol­len Video gibts dann das ers­te Mal den Namen des ehe­ma­li­gen Ver­fas­sungs­schutz­chefs der inter­viewt wur­de: Hel­mut Roewer

Goog­le ange­wor­fen, Wiki gefun­den - une­he­ren­haft ent­las­sen wor­den, Refe­renz auf:

Berliner-Zeitung.de (Buch­re­zes­si­on)

Roewer, der sechs Jah­re lang das Thü­rin­ger Lan­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz gelei­tet hat­te, wur­de im Jahr 2000 aus dem Dienst ent­fernt. Raus­ge­schmis­sen, weil das Erfur­ter Lan­des­amt in sei­ner Amts­zeit diver­se Affä­ren und Skan­da­le pro­du­zier­te. Dane­ben gab es noch den Vor­wurf, Roewer habe rund 120 000 Euro im Dienst unter­schla­gen. Ein 2005 eröff­ne­ter Untreue-Prozess gegen ihn ist Anfang die­ses Jah­res geplatzt - wegen fort­dau­ern­der Ver­hand­lungs­un­fä­hig­keit des 58-Jährigen. Roewer hat also seit dem Jahr 2000 sehr viel freie Zeit, die er nach eige­nen Anga­ben als frei­be­ruf­li­cher Schrift­stel­ler verbringt.

[…]

Das gan­ze Buch belegt letzt­lich den Hang des Autors zur Sim­pli­fi­zie­rung von Geschich­te und poli­ti­schen Vorgängen.Da ist Roewer dann eben wie­der ganz der Geheim­dienst­mann - Aspek­te, die nicht ins ein­mal geschaf­fe­ne Bild pas­sen, wer­den ein­fach ausgeblendet.

src: click

Ver­hand­lungs­un­fä­hig­keit…

Zurück zum vol­len Ursprungs­vi­deo. Die­ses ist im You­tube Kanal selbst nicht gelis­tet (dh als nicht gelis­tet geschal­ten), aber in der eige­nen Web­sei­te des Kanals als embed­ded Video eben online, die aber dann eben wie­der ver­linkt von dem zwei­ten Nuows You­tube Kanal von dem kein Mensch je gehört hat, der den “harm­lo­sen Clip” als Aus­schnitt mit der Mei­nung auf You­tube brei­ter spielt…

Video­text des vol­len Vide­os wirbt für einen “Kon­gress”, Kon­gres­s­ti­ckets bit­te unter dem Link kaufen.

Click auf den Link und…

Rät­sel­py­ra­mi­den im Atlan­tik - 5. Abo­ra & Nuo­F­lix 15. & 16. März 2024 Kongress

Mys­te­ry Tour “Völ­ker­schlacht­denk­mal - ein Frei­mau­rer Tem­pel?” mit Charles Fleisch­hau­er am 05. & 28. April und 5. Mai

Wow, that esca­la­ted quickly… 😉

Net­tes Fir­men­netz­werk, btw.. 😉

Wie deutsche Propaganda funktioniert - Teil 2

13. März 2024

Direk­te Ver­hand­lun­gen mit Mos­kau gibt es tat­säch­lich nicht. Ob es ein­mal zu einem Gip­fel­tref­fen von Putin und Selen­skyj kommt, das der tür­ki­sche Staats­chef Recep Tayy­ip Erdo­gan am Frei­tag aus­zu­rich­ten anbot, steht in den Sternen.

src: click (Tages­spie­gel)

Ja, sehr in den Ster­nen steht das. Wol­len wir uns die Pres­se­kon­fe­renz von Selen­skyj mit Erdo­gan mal anse­hen, ja?

AFP (1min:26sec lang):

Wer die Ukrai­ni­sche “Frie­dens­for­mel” noch immer nicht kennt:

Hier (click) schüt­telt zb der Ver­tre­ter der Rosa Luxen­burg Stif­tung bei Phoe­nix gegen­über dem “10 Punk­te Frie­dens­plan von Selen­skyj” den Kopf…

Und hier das PR Reel auf der Yes Con­fe­rence zum ukrai­ni­schen “Frie­dens­for­mel Gipfel”:

(“We have a movie that we are begin­ning with!”)

Der ukrai­ni­sche „Friedensformel-Summit“ ist ein Gip­fel bei dem Selen­skyj EXPLIZIT unter Aus­schluss Russ­lands Wel­ten­füh­rer dazu ein­läd sein neu­es Grund­satz­werk (10 Punk­te Plan, Frie­dens­for­mel) zur Befrie­dung jeden Lan­des auf der Welt zu diskutieren.

Wie deutsche Propaganda funktioniert

12. März 2024

Vor­sicht - hat­te grö­ße­re ver­ba­le Aus­zu­cker, inkl. spas­ti­schen Ver­ren­kun­gen beim Schrei­ben, liest sich nicht wie ein ange­nehm flau­schig, lau­er Frühlingsabend.

Die “ich frag den Büh­ler ob ich das ers­te Mal Pro­pa­gan­da ent­deckt hab, aber der Büh­ler sagt mir heu­te im Pod­cast das war sicher nur ein Ver­se­hen” Wort­akro­ba­ten von “Frag den Gene­ral” sind mal wie­der aktiv.

Gott, wie ich die­ses For­mat hasse…

Es geht dies­mal um den vom WSJ in Aus­zü­gen ver­öf­fent­lich­ten 17 sei­ti­gen Vor­ent­wurf eines Frie­dens­ver­tra­ges, der im April mit oder ohne gro­ße Betei­li­gung von BoJo, von der Ukrai­ne sabo­tiert wur­de, indem sie Russ­land geg­hos­tet hat. Was vom ukrai­ni­schen Chef­ver­hand­ler selbst ein­ge­stan­den wur­de. Die Ukrai­ne hat dann ein­fach nicht mehr reagiert, aber noch wei­ter sechs Mona­te im Messaging raus­ge­haun, dass man ja über Ver­hand­lun­gen jeder­zeit reden kön­ne… Was alle deutsch­spra­chi­gen Medi­en auch noch wei­ter brav für sechs Mona­te so publi­ziert haben.

https://www.youtube.com/watch?v=WZwQVBtayTQ

Um heu­te Jour­na­list zu sein musst du so voll­kom­men auf Propaganda-Messaging sein -

1. Dass dir auf­fällt, dass über die Ver­öf­fent­li­chung die gan­zen “Russ­land freund­li­chen Por­ta­le in Deutsch­land ja kaum berich­tet hät­ten” - es muss dir gleich­zei­tig aber VOLLKOMMEN BIS ZUM IGNORIEREN EGAL sein, dass deut­sche Medi­en eben­falls Zugang zu dem Ver­trag bekom­men haben - aber bis­her noch nicht ein fuck­ing Wort publi­ziert hätten…

2. Dass du dir nicht die Anschluss­fra­ge stellst “war­um denn wohl”.…

3. Du musst bei einem Ver­trag bei dem BEIDE SEITEN über Zitat WSJ 

The docu­ment, dated April 15, 2022, sket­ches out how nego­tia­tors on both sides sought to end the figh­t­ing by agre­eing to turn Ukrai­ne into a “per­ma­nent­ly neu­tral sta­te that doesn’t par­ti­ci­pa­te in mili­ta­ry blocs,” bar the coun­try from rebuil­ding its mili­ta­ry with Wes­tern sup­port and lea­ve Cri­mea under de fac­to Rus­si­an control.

die Neu­tra­li­tät der Ukrai­ne ver­han­delt haben - als deut­scher Jour­na­list bekräf­ti­gen, dass die Ukrai­ne da ja nur 800 Pan­zer for­dern haben hät­te kön­nen, was ja viel zu wenig ist, und einer erzwun­ge­nen Neu­tra­li­tät gleichkäme!

Hier zum Ver­gleich Polen:

Wie vie­le Pan­zer haben die Polen?

Polen ver­fügt der­zeit über glei­cher­ma­ßen west­li­che wie sowje­ti­sche Aus­rüs­tung, dar­un­ter 569 Pan­zer, geschätz­te 800 Artil­le­rie­ge­schüt­ze, rund 100 Kampf­jets und rund 30 Kampf­hub­schrau­ber. Für die Jah­re 2023 bis 2026 wur­den Rüs­tungs­käu­fe für umge­rech­net 37 Mil­li­ar­den Euro eingeplant.

src: click

Aber das weiß der Jour­na­list ja auch nicht. Viel zu wenig. 800 sind viel zu wenig!

Ich hab dann noch mal nach­re­cher­chiert wie vie­le Pan­zer denn die Ukrai­ne vor dem rus­si­schen Angriff, im Jän­ner 2022 hat­te. Das wird sie jetzt sicher genau­so über­ra­schen wie mich: 800

Wäh­rend bei­de Sei­ten über einen Sta­tus von “per­ma­nent­ly neu­tral sta­te that doesn’t par­ti­ci­pa­te in mili­ta­ry blocs” ver­han­delt haben. Lan­ge. Detail­reich. Konkret.

Squa­re that circle…

The draft trea­ty sta­tes that Ukrai­ne, while being allo­wed to pur­sue Euro­pean Uni­on mem­bers­hip, wouldn’t be allo­wed to join mili­ta­ry alli­an­ces such as the North Atlan­tic Trea­ty Orga­niz­a­ti­on. No for­eign wea­pons would be allo­wed on Ukrai­ni­an soil. Ukraine’s mili­ta­ry would be pared down to a spe­ci­fic size. Rus­sia sought to limit ever­ything from the num­ber of tro­ops and tanks to the maxi­mum firing ran­ge of Ukrai­ni­an missiles.

The Cri­me­an Pen­in­su­la, alrea­dy occu­p­ied by Rus­sia, would remain under Moscow’s influ­ence and not be con­si­de­red neu­tral. Moscow also pushed for the Rus­si­an lan­guage to ope­ra­te on an equal basis with Ukrai­ni­an in government and courts, a clau­se Kyiv hadn’t signed off on, accord­ing to the draft document.

Kor­rekt, das war immer die For­de­rung Russ­lands. Über die gesam­te Zeit hin­durch. Und auch das was sich Selenk­syj für eine knap­pe Woche hät­te vor­stel­len können.

Als Resul­tat eines Kom­pro­mis­ses den Nafta­li Ben­net behaup­tet aus­ge­han­delt zu haben (Sicher­heits­ga­ran­tien und Auf­rüs­tung in einem bestimm­ten Rah­men, für den Fall dass die Sicher­heits­ga­ran­tien von den Part­nern “gebro­chen werden”.)

4. Du musst als “pod­cas­ten­der Jour­na­list” die Falsch­be­haup­tung auf­stel­len im WSJ Arti­kel sei fest­ge­hal­ten wor­den, dass sich aller “Garan­tie­mäch­te einig sein hät­ten müs­sen, damit die Ukrai­ne ver­tei­digt wer­den hät­te kön­nen, was nie der Fall gewe­sen wäre, da da ja auch Russ­land dabei gewe­sen wäre, und das dem ja nie zuge­stimmt hät­te”, ob das denn auch der Gene­ral so sehen wür­de, wenn das so gewe­sen sein täte, dass das erzwun­gen gewe­sen wäre…? Ja der Gene­ral sieht das genausO!!!!!111!

Mit dem klei­nen Schön­heits­feh­ler, dass das NIRGENDWO IM WSJ ARTIKEL SO STEHT.

Zu die­sem Schluss, kommst du nur, wenn dein Spat­zen­ge­hirn, die­sen Absatz falsch übersetzt:

Other issu­es remai­ned out­stan­ding, nota­b­ly what would hap­pen if Ukrai­ne was atta­cked. Rus­sia wan­ted all gua­ran­tor sta­tes to agree on a respon­se, mea­ning a uni­fied respon­se was unli­kely if Rus­sia its­elf was the aggres­sor. In case of an attack on Ukrai­ne, Ukrai­ni­an nego­tia­tors wan­ted its air­space to then be clo­sed, which would requi­re gua­ran­tor sta­tes to enfor­ce a no-fly zone, and the pro­vi­si­on of wea­pons by the gua­ran­tors, a clau­se not appro­ved by Russia. 

Rus­sia wan­ted to add Bela­rus as a gua­ran­tor; Ukrai­ne wan­ted to add Tur­key. Ukrai­ni­an nego­tia­tors ita­li­ci­zed text indi­ca­ting they refu­sed to dis­cuss a Rus­si­an clau­se reques­ting Kyiv with­draw claims for it to come under the juris­dic­tion of the Inter­na­tio­nal Cri­mi­nal Court, which pro­se­cu­tes war cri­mes, accord­ing to the docu­ment. They also wouldn’t rati­fy a clau­se to can­cel all mutu­al sanctions. 

Nego­tia­ti­ons continued—even over Zoom—but they even­tual­ly stop­ped altog­e­ther in June 2022.

Ups! Ist dem Jour­na­lis­ten da ein Feh­ler unter­lau­fen (das stand nicht als erzwun­ge­ne Bedin­gung im Ver­trags­ent­wurf, das waren die dama­li­gen Ver­hand­lungs­po­si­tio­nen, dazu gedacht von der Gegen­sei­te Kon­zes­sio­nen ein­zu­for­dern), und das “mea­ning a uni­form respon­se was unli­kely” (nicht “mea­ning a respon­se was unli­kely”) hat man auch über­le­sen. Naja macht ja nichts, is ja ein Pod­cast - da kor­ri­giert mans eh nie… Also, nichts nie auch nichts in der Ver­gan­gen­heit. Außer irgend­wel­che mini­mals­te selek­ti­ve mea cul­pas, die man hie und dar zur Glaub­wür­dig­keits­stei­ge­rung ein­streut, wenn sie gera­de ganz pas­send schei­nen. Aber der Herr Gene­ral tät das immer noch auch so glau­ben, wenns so sein wür­de wol­len täte, scheis­se - der Jour­na­list hats erfunden… 

5. Du musst als voll­kom­me­ner Schwach­mat, mit “Jour­na­list” in der Berufs­be­zeich­nung noch ein Sze­na­rio erfin­den in dem Boris John­son dazu­ge­stos­sen sein soll und der Ukrai­ne ver­spro­chen habe “wir unter­stüt­zen euch ganz super duper toll gut”, und dass das der Ukrai­ne den emo­tio­na­len Auf­trieb gege­ben haben könn­te, doch nicht ein­zu­kni­cken und wei­ter­zu­kämp­fen, wie wärs den damit?!! Ja, sagt der Gene­ral, das kön­ne er sich auch gut vor­stel­len, sagt der General.

Ja tol­le Pro­pa­gan­da­scheis­se du Erfin­der von poten­ti­el­len Sze­na­ri­en mit Jour­na­list in der Berufs­be­zeich­nung du - denn das Atlan­tic Coun­cil hat am 31. März mehr schwe­re Waf­fen von allen west­li­che Bün­dis­part­nern für die Ukrai­ne gefor­dert, damit die­se sich *HUST* aktiv vor­wärts­ver­tei­di­gen kann. (click) Und ein Ukrai­ni­scher Regie­rungs­ver­tre­ter, hat die auf einem Gip­fel in der Tür­kei bereits zwei Tage davor gefor­dert (click).

Aber was täte wari hät­ti, sein - wenns die Boris John­son über­ra­schend als Geschenk und neue Opti­on ange­bo­ten hät­te, als er am 09. April als ers­ter west­li­cher Ver­tre­ter in der Ukrai­ne vor­bei­ge­schneit ist?!!!

Ich kann gar nicht so viel reflex­haft in Rich­tung des pod­cas­ten­den in die Luft Malers von Nar­ra­ti­ven tre­ten wie ich kot­zen möchte.

6. Du musst als “I cant belie­ve I’m not acting as a Pro­pa­gan­dist in this Pod­cast” Jour­na­lis­ten Type natür­lich geflis­sent­lich über­se­hen, dass wei­ters kol­por­tiert ist, dass GB die “Garan­tie­funk­ti­on” die im Ver­trag vor­be­rei­tet wur­de nicht über­neh­men woll­te. Wie kei­ner der ande­ren Euro­päi­schen Staa­ten, so wirk­lich… Denn dann wäre man ja mit Mili­tär vor Ort, und bei einer Kon­flikt­si­tua­ti­on direkt in einer krie­ge­ri­schen Aus­ei­ne­n­a­der­set­zung mit einer Atom­macht. Für Schnapps­dich­aus Bux­te­hu­de­land - das wie­der mal erfolg­reich, eigent­lich eh nie in sei­nem Leben einen Kon­flikt pro­vo­ziert hät­te, auch wenn es die Rus­si­sche Flot­te in Sevas­to­pol zwi­schen­zeit­lich mal geschenkt haben woll­te. Per gül­ti­gem Gesetz. Das kurz vorm Krieg von Selen­skyj wie­der zurück­ge­zo­gen wur­de. Hur­ra its Präsidialdemokratie!

Wie kann man die­se Gesell­schaft noch verarschen?

Super, hat ja alles pri­ma geklappt! Die Gesell­schaft weiß jetzt dank dem Pod­cast, dass das Ver­han­deln damals ja die Kapi­tu­la­ti­on der Ukrai­ne gewe­sen wäre, und wir das nie­mals nicht zulas­sen dürfen!

Gut - die Ukrai­ne hat­te damals, also zum Ver­hand­lungs­zeit­punkt, nicht die Waf­fen um über was ande­res zu ver­han­deln, aber zum Glück hat Boris die ja mit­ge­bracht, nach dem die Ukrai­ne UND die US zuvor alle Ver­bun­de­ten dazu auf­ge­ru­fen haben sie zu lie­fern! Zur Vor­wärts­ver­tei­di­gung der Ukraine!

VOR BUTSCHA!

So und das Wich­tigs­te haben wir auch gezielt über­tüncht. Sowohl im “Frag den Gene­ral, erhal­te Pro­pa­gan­da­mel­dun­gen” Pod­cast, als auch im WSJ Arti­kel! Hurra!

Und zwar durch rich­ti­ges Framing.

Denn die Sicher­heits­ga­ran­tien sind und waren ein ech­tes Pro­blem. Die möch­te der Ukrai­ne so recht kei­ner geben. Ben­nett hat dann ver­sucht das in einen Kom­pro­miss hin­sicht­lich der Bewaff­nung zu dre­hen der der Ukrai­ne als neu­tra­ler Staat mehr als von den Rus­sen ange­dacht gewe­sen wäre erlaubt hät­te - um sich ver­tei­di­gen zu kön­nen (bis even­tu­ell ein Garan­teur sich erbarmt), Russ­land hat laut Ben­nett dem sogar zuge­stimmt - und dann hat man über die Stationierungsgrößen/Mengen geredet -

Ben­nett Ori­gi­nal­in­ter­view: click

und die Ukrai­ne hat - laut WSJ schein­bar die 800 Pan­zer gefor­dert, und die waren für Russ­land laut Ben­nett schein­bar sogar akzeptabel.

Auch der zwei­te Hin­ter­grund wird vom “Ich frag mal mein’ Gene­ral” Pod­cast erfolg­reich ver­schlei­ert, näm­lich dass der ukrai­ni­sche Ver­hand­lungs­füh­rer ange­ge­ben hat die Ver­hand­lun­gen nur pro for­ma geführt zu haben um Zeit zu schin­den, bis die schwe­ren West­li­chen Waf­fen end­lich ein­ge­trof­fen sind.

Also zuerst mal ein Zoom mee­ting aus­fal­len las­sen, dann wie­der an einem teil­neh­men und ganz ande­re For­de­run­gen Stel­len… Bis zum voll­stän­di­gen Abbruch im Juni (Wegen Butscha! Anfang April. Eins Elf!!). Die Sei­te der Bericht­erstat­tung die bereits seit FUCKING APRIL 2022 den Ver­trag im Auge hat­te, hat mit den ver­fick­ten Ver­hand­lungs­be­glei­tern der Tür­kei gespro­chen. Die Details sind bekannt.

7. Du musst als voll­kom­men ver­trot­tel­ter Jour­na­list eben­falls über­se­hen was framing im Ori­gi­nal­ar­ti­kel des WSJ ist:

Samu­el Cha­rap, a Rus­sia ana­lyst at RAND, said Moscow’s impul­se to nego­tia­te might wane as it sees Wes­tern aid held up and not­ches more advan­ces on the battlefield.

Any such peace agree­ment by Ukrai­ne “lea­ves it at the mer­cy of Rus­sia for any future repeat of the inva­si­on,” says Keir Giles, a direc­tor at the Con­flict Stu­dies Rese­arch Cent­re, a U.K. think tank.

Sin­ce its initi­al inva­si­on of eas­tern Ukrai­ne and annex­a­ti­on of Cri­mea in 2014, Rus­sia has vio­la­ted more than 400 inter­na­tio­nal trea­ties and con­ven­ti­ons, accord­ing to the think tank Chat­ham House. Past cease-fires or peace trea­ties invol­ving Rus­sia in Geor­gia, Syria and Ukrai­ne have all been sub­se­quent­ly explo­i­ted by the Krem­lin for its own gain, Giles says.

Hmm, ich weiss ja nicht, ist das viel­leicht etwa Framing vom Wall Street Jour­nal? Neeeein als Jour­na­list vom “ja fruck mir nen Gene­ral ist das geil” Pod­cast must du selbst­re­dend der Auf­fas­sung sein, das ist sicher, wie du die Sach­be­richt­erstat­tung im sel­ben Arti­kel aus­le­gen soll­test. Das ist doch sicher rich­tig Herr Gene­ral? Ja, der Gene­ral meint auch schon wie­der, sie haben sicher Recht Herr Jour­na­list Büh­ler. So ist das auszulegen.

Idio­ten, gekauf­te Voll­trot­tel und Journalismus.

Framing hat aber noch immer nie­mand ent­deckt was will man machen.

Und dass der deutsch­j­spra­chi­ge Qua­li­täts­jour­na­lis­mus nicht ein Wort dar­über ver­lo­ren hat ist sicher Zufall…

Denn… Naja viel­leicht kommt das noch.

Aber sehr schlimm von den eher pro rus­sisch ver­däch­ti­gen Quel­len, dass sie sich zum WSJ Arti­kel noch nicht geäu­ßert haben!

Ja was sol­len sie denn sagen?

Dan­ke für die Lügen, dass eine Ukrai­ne die “auf schwe­re­re Waf­fen gewar­tet” und nur “vor­ge­ge­ben hat zu ver­han­den” (sagt der Ukrai­ni­sche Ver­hand­lungs­füh­rer), ja sicher von Russ­land gezwun­gen wur­de über eine auf­ge­zwun­ge­ne Neu­tra­li­tät zu ver­han­deln, weil sie ja noch nicht die Waf­fen gehabt hat um mehr zu for­dern - und dass das sicher die Schuld vom Putin war, der eine ent­mi­li­ta­ri­sier­te neu­tra­le Ukrai­ne gefor­dert hat, und dann sogar vom “ent­mi­li­ta­ri­siert” zurück­ge­tre­ten ist. Wäh­rend die Ukrai­ne gar nie mehr als 800 Pan­zer gefor­dert hat, was aber für unse­re bei­den PODCASTTROTTEL viel, viel zu wenig war. Kapi­tu­la­ti­on! Wäh­rend die Ukrai­ne eh nur pro for­ma ver­han­delt hat um Zeit zu schin­den. Was der ukrai­ni­sche Ver­hand­lungs­füh­rer bereits ein­ge­stan­den hat.

IT HURTS.

Wie­so seid ihr so kom­plett inkompetent?

Für eine Pod­cas­ter­mei­nung muss man ja nicht ein­mal irgend­was gele­sen haben..

Ein Doku­ment, das fast zeit­gleich mit dem abge­hör­ten Taurus-Gespräch der vier Bun­des­wehr­of­fi­zie­re das Licht der Öffent­lich­keit erblick­te, hat bis­her weni­ger Beach­tung gefun­den. Der 17-seitige Ent­wurf eines Frie­dens­ver­trags zwi­schen Russ­land und der Ukrai­ne aus dem Früh­jahr 2022 wird nun von inter­es­sier­ter Sei­te eben­falls dazu genutzt, Mos­kaus Sicht­wei­se zu stär­ken: Der Wes­ten will Krieg, kei­nen Frie­den und boy­kot­tiert daher jede Diplomatie.

src: click (Tages­spie­gel)

Pro­pa­gan­da hat aber noch immer nie­mand entdeckt.

edit: Wobei… Der Pres­se fällt heu­te einen Tag nach dem Bei­na­he Sieg der Kom­mu­nis­ten in Salz­burg spon­tan ein eine Arti­kel­rei­he über “wie Russ­land und Chi­na uns auf social Media beein­flus­sen” zu publi­zie­ren… Wär sicher span­nend zu lesen, wenns nicht hin­ter einer Pay­wall wäre und daher nie­man­den erreicht…

Bildschirmfoto 2024 03 13 um 07 51 16

src: (1|2|3)

edit: Ver­se­hent­lich das fal­sche You­tube Video ver­linkt, korrigiert.

Wieso man mit Putin nicht verhandeln kann

12. März 2024

Eine Exege­se der Begrün­dung des Wer­te­wes­tens anhand eines Vortrags 

von Pro­fes­sor Paul Dibb, gehal­ten im August 2022, und gera­de eben vor zwei Wochen auf dem ANU you­tube Kanal neu ein­ge­stellt und gefea­tured um “mit Russ­land kann man nicht ver­han­deln” für alle Stu­die­ren­den und Inter­es­sier­ten im März 2024 erneut zu begründen. 

Aus dem Videotext:

As Rus­sia enters its third year of war against Ukrai­ne, we need to ask: how will this war end? Let us first­ly revi­sit Eme­ri­tus Pro­fes­sor Paul Dibb’s ANU Public Lec­tu­re in August 2022 when he set out the rea­sons why he thought Putin went to war.

[…]

Der Vor­trag besteht vor­wie­gend aus west­li­chen Pro­pa­gan­da Nar­ra­ti­ven und drei Lügen in den ers­ten 30 Minuten.

Was ande­res erwar­ten wir uns ja nicht wirk­lich mehr von einem dis­tin­guis­hed spea­ker (a good old boy…) bei der Aus­tra­li­an Natio­nal Uni­ver­si­ty, oder?

Mich inter­es­sie­ren an die­ser Stel­le vor allem die Lügen.

Lüge 1:

What are Putins excuses/explainations to got to war? His rea­sons are as fol­lows. First - the col­laps of the sov­jet uni­on in 1991 was the most geo­po­li­ti­cal cata­stro­phy in modern histo­ry - he says.

Gre­at quo­te… Want to tell the who­le story?

Niko­lai Petrov, a poli­ti­cal ana­lyst at the Car­ne­gie Cen­ter in Moscow, said Putin’s com­ment indi­ca­tes some per­so­nal nost­al­gia for the Soviet Uni­on, sin­ce its col­lap­se mar­ked the end of his care­er as a KGB officer.

Putin’s decla­ra­ti­on, he said, was main­ly inten­ded as an oli­ve branch to Russia’s elder­ly and vete­rans ahead of the 9 May cele­bra­ti­ons in Moscow to mark the 60th anni­ver­s­a­ry of the end of World War II.

The reform in Janu­a­ry of Soviet-era social bene­fits had riled pen­sio­ners, thousands of whom had sta­ged pro­tests for weeks across the country.

Petrov said Putin’s Soviet nost­al­gia would have found a recep­ti­ve audi­ence in older Rus­si­ans who have seen their living stan­dards steadi­ly decli­ne sin­ce 1991.

[Putin’s decla­ra­ti­on] has to be unders­tood in the broa­der con­text of the president’s address, which was pro­noun­ced in such a tone as to be plea­sant to all cate­go­ries of citi­zens,” Petrov said. “Such thoughts are par­ti­cu­lar­ly popu­lar among the elder­ly and the vete­rans, in who­se eyes Putin’s image was great­ly tar­nis­hed by the mone­tiz­a­ti­on of bene­fits at the begin­ning of the year.”

[…]

Petrov said Putin is obvious­ly con­cer­ned by the recent pro­tests that topp­led governments in for­mer Soviet repu­blics Geor­gia, Ukrai­ne, and Kyr­gyzstan. Rus­sia had been very cri­ti­cal of the pro­tests, but had fai­led to curb them.

I think that [Putin’s decla­ra­ti­on] is defi­ni­te­ly lin­ked to the events that are taking place on post-Soviet ter­ri­to­ry,” Petrov said. “It is in part a reac­tion to glo­bal tec­to­nic pro­ces­ses, chan­ges -- to the tran­si­ti­on from a post-Soviet exis­tence to a fun­da­ment­al­ly new life on this territory.”

Putin also used his state-of-the-nation address to make clear he would not tole­ra­te simi­lar events on Rus­si­an ter­ri­to­ry. He said aut­ho­ri­ties would react to any unrest with what he cal­led “legal but tough means.”

src: click (Radio Free Euro­pe - Radio Liber­ty, im April 2005)

Hmm… Wirft ein leicht ande­res Licht auf das State­ment damals, nicht?

Lüge 2:

He does not accept, that the­re is a sepa­ra­te coun­try cal­led Ukrai­ne, even though the then government under Jel­zin in the then famous mee­ting in the Bela­ru­si­an woods, the lea­ders of rus­sia and Bela­rus met and they deci­ded that the­re would be sepe­ra­te coun­tries. One of Jel­zins advi­sers hold him back and said, you havent dis­cus­sed with Ukrai­ne the situa­ti­on of Cri­mea. He said: “That would be hand­led later in inter­na­tio­nal legal dis­cus­sions”. Well it hasnt been hand­led with inter­na­tio­nal legal con­di­ti­ons. Second and asso­cia­te­ly Putin belie­ves, the­re is no such coun­try as Ukrai­ne. […] In a pie­ce he wro­te, a year and a half ago, weit­her he wro­te it, or it was ghos­ted i dont know, he says - we are one coun­try, one peop­le, one lan­guage, one rus­si­an ortho­dox faith.

Der hier von Paul Dibb vor der Aus­tra­li­an Natio­nal Uni­ver­si­ty refe­ren­zier­te Text ist das “geschichts­re­vi­sio­nis­ti­sches Geschreib­sel” vom Sep­tem­ber 2021. Und dort heisst es, in den abschlie­ßen­den Paragraphen:

Last­ly, as ear­ly as May of this year, the cur­rent pre­si­dent intro­du­ced a bill on ”indi­ge­nous peo­p­les“ to the Rada. Only tho­se who con­sti­tu­te an eth­nic mino­ri­ty and do not have their own sta­te enti­ty out­side Ukrai­ne are reco­gni­zed as indi­ge­nous. The law has been pas­sed. New seeds of dis­cord have been sown. And this is hap­pe­ning in a coun­try, as I have alrea­dy noted, that is very com­plex in terms of its ter­ri­to­ri­al, natio­nal and lin­gu­is­tic com­po­si­ti­on, and its histo­ry of formation.

The­re may be an argu­ment: if you are tal­king about a sin­gle lar­ge nati­on, a tri­u­ne nati­on, then what dif­fe­rence does it make who peop­le con­si­der them­sel­ves to be – Rus­si­ans, Ukrai­ni­ans, or Bela­ru­si­ans. I com­ple­te­ly agree with this. Espe­cial­ly sin­ce the deter­mi­na­ti­on of natio­na­li­ty, par­ti­cu­lar­ly in mixed fami­lies, is the right of every indi­vi­du­al, free to make his or her own choice.

But the fact is that the situa­ti­on in Ukrai­ne today is com­ple­te­ly dif­fe­rent becau­se it invol­ves a for­ced chan­ge of iden­ti­ty. And the most des­pi­ca­ble thing is that the Rus­si­ans in Ukrai­ne are being for­ced not only to deny their roots, genera­ti­ons of their ances­tors but also to belie­ve that Rus­sia is their enemy. It would not be an exa­g­ge­ra­ti­on to say that the path of for­ced assi­mi­la­ti­on, the for­ma­ti­on of an eth­ni­cal­ly pure Ukrai­ni­an sta­te, aggres­si­ve towards Rus­sia, is com­pa­ra­ble in its con­se­quen­ces to the use of wea­pons of mass dest­ruc­tion against us. As a result of such a har­sh and arti­fi­cial divi­si­on of Rus­si­ans and Ukrai­ni­ans, the Rus­si­an peop­le in all may decre­a­se by hund­reds of thousands or even millions.

Our spi­ri­tu­al unity has also been atta­cked. As in the days of the Grand Duchy of Lit­hua­nia, a new eccle­si­asti­cal has been initia­ted. The secu­lar aut­ho­ri­ties, making no secret of their poli­ti­cal aims, have bla­tant­ly inter­fe­red in church life and brought things to a split, to the sei­zu­re of church­es, the bea­ting of priests and mon­ks. Even exten­si­ve auto­no­my of the Ukrai­ni­an Ortho­dox Church while main­tai­ning spi­ri­tu­al unity with the Moscow Patri­ar­cha­te stron­gly dis­plea­ses them. They have to des­troy this pro­mi­nent and centuries-old sym­bol of our kin­ship at all costs.

[…]

Rus­sia is open to dia­lo­gue with Ukrai­ne and rea­dy to dis­cuss the most com­plex issu­es. But it is important for us to under­stand that our part­ner is defen­ding its natio­nal inte­rests but not ser­ving someo­ne else’s, and is not a tool in someo­ne else’s hands to fight against us.

archive.org Link

Davor halt noch mas­sig geschichts­wis­sen­schaft­li­ches und reli­gi­ös argu­men­ta­ti­ves Geplänkel.

Aber nie­mals:

He does not accept, that the­re is a sepa­ra­te coun­try cal­led Ukraine

geschwei­ge denn -

Second and asso­cia­te­ly Putin belie­ves, the­re is no such coun­try as Ukraine.

Erst dann fol­gen Punk­te drei und vier von Pro­fes­sor Paul Dibb’s Begründung:

3. Putin’s view that NATO’s expan­si­on to the bor­ders of the Soviet Uni­on is an act of aggression.

4. Ukraine’s ambi­ti­on to be a mem­ber of NATO is seen by Putin as a first-order stra­te­gic chal­len­ge to Russia.

Die im deut­schen media­len Nar­ra­tiv immer noch als nicht zitier­fä­hig gel­ten, auch wenn Stol­ten­berg mitt­ler­wei­le zum drit­ten Mal bestä­tigt hat, dass Russ­land sei­ner Mei­nung den Krieg begon­nen habe, um eine NATO-Mitgliedschaft der Ukrai­ne zu verhindern. 

Russ­land hat näm­lich vor dem Krieg bei den US und bei der Nato ent­spre­chen­de schrift­li­che For­de­run­gen ein­ge­reicht, die sich nur schwer aus dem Archiv til­gen lassen --

dann kommt Paul Dibb zur fünf­ten und let­zen Begründung,

5. Putin has now pro­c­lai­med a new stra­te­gic thre­at: the West is see­king to des­troy Rus­sia and Rus­sia is now figh­t­ing for its “very survival.”

Einem genui­ne rus­si­schen Pro­pa­gan­da Nar­ra­tiv, das genau nichts ver­hin­dert, da Russ­land es jeder­zeit ver­än­dern kann. Dass man sie selbst unter Kon­trol­le hat ist immer noch irgend­wie Sinn und Zweck von Staats-Propaganda…

Die natür­lich wie­der nie­mand gese­hen hat.

Die drit­te und hin­ter­häl­tigs­te Lüge von Paul Dibb fällt dann erst etwas spä­ter im Vortrag -

bevor wir dazu kom­men, noch ein Bonus, bei etwa 19 min in fängt Paul Dibb dann noch an das von Fio­na Hill (Broo­kings Insti­tu­ti­on) popu­la­ri­sier­te “Putin denkt wie Kathe­ri­na die Gro­ße und vier ande­re Zaren” Nar­ra­tiv wie­der­zu­ge­ben, also expli­zit den Katha­ri­na die Gro­ße Teil davon - Fio­na hat­te da ja eine Büs­te im Büro Putins gese­hen, bei einem Val­dai Dis­cus­sion Club Mee­ting in 2011, eine davon Kathy die Gro­ße und daher hat­te sie dann fol­ge­rich­tig 2024 die men­ta­le Ein­ga­be, dass sie auf­grund des­sen genau wis­se wie Putin denkt, und hat das dann gefea­tured im US for­eign poli­cy Tal­king Cir­cle zu knapp 80 Gele­gen­hei­ten rumer­zählt - bis sie in die Num­me­ro­lo­gie abge­glit­ten ist und seit dem nicht mehr breit gefea­tured wird…

egal, also - zur drit­ten und letz­ten, aber ver­schla­gens­ten Lüge von Pro­fes­sor Paul Dibb (am wenigs­ten ein­fach zu debunken):

On the 22nd of Janu­a­ry this year [2022] rus­si­an for­eign minis­ter Ser­gej Law­row sta­ted, that - “rus­sia has always been rea­dy for nego­tia­ti­ons” but he went on to make it per­fect­ly clear that “rus­sia is only inte­res­ted in nego­tia­ti­ons that result in the remo­val of the ukrai­ni­an government in power”. Putin hims­elf con­sist­ent­ly refu­sed to reco­gni­ze the­re is any such coun­try [Lüge], and he refu­ses to reco­gni­ze that he will be in nego­tia­ti­ons with Selen­skyj [Lüge], Selen­skyj doesnt exist.

Hier der Beleg für die Lüge:

For­mer Israe­li Prime Minis­ter Nafta­li Ben­nett says he recei­ved a pro­mi­se from Rus­si­an Pre­si­dent Vla­di­mir Putin that he will not kill his Ukrai­ni­an counterpart.

[…]

Ex-official’s claims on ‘media­ti­on’ that Putin alle­ged­ly gave ‘gua­ran­tees not to kill’ and ‘the West inter­rup­ted pro­mi­sing nego­tia­ti­ons’ are fic­tion,” Mykhailo Pod­olyak said on Twitter.

src: click

Ben­net Ori­gi­nal­in­ter­view: click

Das klingt jetzt erst mal etwas rus­ti­kal, hat aber exakt die­sen Hin­ter­grund. Ben­net muss­te damals abklä­ren dass Putin Selen­sky als legi­ti­men Füh­rer sei­nes Lan­des akzep­tiert, bevor die geschei­ter­ten Ver­hand­lun­gen in Bela­rus und spä­ter in Istan­bul statt­fin­den konn­ten. Ein Teil davon war das Ver­spre­chen auf einen poli­ti­schen Mord zu verzichten.

Ben­net wei­ter, para­phra­siert, nach der Zusa­ge ist Selen­skyj das ers­te Mal seit dem Kriegs­be­ginn wie­der “out of hiding” gekom­men, und hat zum ers­ten Mal sei­ne “Ich habe kei­ne Angst, ich bin mit euch” Tele­gramm Posting-Palooza ange­wor­fen. Aus nahe­lie­gen­den Gründen.

Um in Bela­rus und in Anka­ra mit der Ukrai­ni­schen Dele­ga­ti­on Ver­hand­lun­gen zu füh­ren hat Putin bereits sehr früh (zweites/drittes Kriegs-Monat) die Kon­zes­si­on gemacht, dass er die Selen­skyj Regie­rung als Repräsentánten der Ukrai­ne aner­kennt. (Sie­he auch WSJ vor 11 Tagen: click)

Das war erst nach dem abseh­ba­ren Schei­tern des Angriffs auf Kiew der die Inten­ti­on einen schnel­len Regi­me­chan­ge ein­zu­lei­ten hat­te, hat sich aber seit dem nicht mehr geän­dert. Also - zu dem Zeit­punkt an dem der Pro­fes­sor den Vor­trag hält (August 2022) ist das bereits eine Lüge.

Die Medi­en des Wer­te­wes­tens waren damals mit dem Repor­ting hin­ten nach, da Selen­sky, ja nach dem “Cant trust Putin, cant trust Putin” Signa­ling im März 2022 Rich­tung den US, die am Sel­ben Tag der Ukrai­ne (via NYT und noch einem Blatt) gesi­gnalt hat­te, dass sie ihre Posi­ti­on nicht mehr ver­stün­de, noch sat­te 6 Mona­te alle Medi­en des Wer­te­wes­tens mit stra­te­gi­scher Ambi­gui­tät ver­ascht hat. (Über einen Waf­fen­still­stand kön­nen wir schon ver­han­deln, aber Frie­dens­ver­hand­lun­gen erst, wenn der let­ze Rus­se die Ukrai­ne ver­las­sen hat), um medi­al “ver­han­deln­der Frie­dens­prä­si­dent” zu bleiben.

Sie­he Kule­ba in Davos im Mai 2022:

Excu­ses are get­ting dum­ber by the day

Genug des klein-kleins ---

Das hier ist die kom­plett erlo­ge­ne Begrün­dung des Wer­te­wes­tens, war­um er nicht mit Putin ver­han­deln kann.

(Obwohl Ver­hand­lun­gen Russ­lands mit der Selen­skyj Regie­rung im April statt­ge­fun­den haben und von der Ukrai­ne aus stra­te­gi­schen Grün­den abge­bro­chen wur­den. (Ver­linkt: Das State­ment des dama­li­gen ukrai­ni­schen Ver­hand­lungs­füh­rers im ukrai­ni­schen Fernsehen.))

Jetzt könn­ten wir an der Stel­le noch ver­su­chen zu bele­gen, dass der gesam­te außen­po­li­ti­sche Wer­te­wes­ten weiss, dass die drit­te Lüge in dem Uni­ver­si­täts­vor­trag hier eine Lüge ist -- aber dafür müss­ten wir auf das Tucker Carl­son Inter­view zurück­grei­fen, das ja “kom­plett gelo­gen ist”.

Tucker Carl­son: Do you think you have stop­ped it now? I mean have you achie­ved your aims?

Vla­di­mir Putin: No, we haven’t achie­ved our aims yet, becau­se one of them is den­azi­fi­ca­ti­on. This means the pro­hi­bi­ti­on of all kinds of neo-Nazi move­ments. This is one of the pro­blems that we dis­cus­sed during the nego­tia­ti­on pro­cess, which ended in Istan­bul ear­ly last year, and it was not our initia­ti­ve, becau­se we were told, by the Euro­peans, in par­ti­cu­lar, that ”it was necessa­ry to crea­te con­di­ti­ons for the final signing of the docu­ments“. My coun­ter­parts in Fran­ce and Ger­ma­ny said, ”How can you ima­gi­ne them signing a trea­ty with a gun to their heads? The tro­ops should be pul­led back from Kiev. ‘I said, ‘All right.’ We with­drew the tro­ops from Kiev.

As soon as we pul­led back our tro­ops from Kiev, our Ukrai­ni­an nego­tia­tors immedia­te­ly threw all our agree­ments reached in Istan­bul into the bin and got pre­pa­red for a long­stan­ding armed con­fron­ta­ti­on with the help of the United Sta­tes and its satel­li­tes in Euro­pe. That is how the situa­ti­on has deve­lo­ped. And that is how it loo­ks now.

src: click (Tran­skript)

Der Wer­te­wes­ten kann ja kaum glau­ben dass Putin nicht mit der Selen­kyj Regie­rung ver­han­deln wür­de, wenn der Wer­te­wes­ten Putin gleich­zei­tig zu expli­zi­ten Kon­di­tio­nen drängt, damit die­ser mit der Selen­sky Regie­rung ver­han­deln kann. Oder?

Die­ser Rus­se schon wie­der - lügt was das Zeug hält…

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut abgrund­tief gro­tesk und abar­tigst Allerletzte.

Für unse­re Geschichts­stu­den­ten bit­te nur die bes­ten Lügen.