Warum überhaupt noch Journalismus betreiben?

24. Februar 2023

Die Wie­ner Zei­tung bringt nach meh­re­ren embed­ded Jour­na­lism Arti­keln aus dem Kriegs­ge­biet (“Schie­ßen ist, wie eine SMS zu sen­den”) heu­te ein Inter­view mit einem ehe­ma­li­gen Fel­low des Ger­man Mar­shall Fund of the United States.

Der darf heu­te Agen­da set­ting betrei­ben, zur Fei­er des Jahrestags:

Ja, so ist es. Die west­li­che libe­ra­le Ord­nung ist eine Bedro­hung für alle Des­po­ten. Denn sie basiert auf Men­schen­rech­ten, Demo­kra­tie, Wah­len, Rechts­staat und indi­vi­du­el­len Frei­hei­ten. Nicht umsonst stützt sich Putin bei der Unter­stüt­zung mit Waf­fen und ande­ren Gütern vor allem auf Chi­na, Iran und Nord­ko­rea. Das ist in der Logik die­ser Ach­se der Auto­kra­tien durch­aus nachvollziehbar.

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Chi­na Böse.

Ach­se der Autokraten.

Ach­se des Bösen.

Ste­phan Bier­ling ist Pro­fes­sor für inter­na­tio­na­le Poli­tik und trans­at­lan­ti­sche Bezie­hun­gen an der Uni­ver­si­tät Regens­burg - für die dies genau wis­sen wollen.

Der ver­steht wie die Welt funktioniert,

Ja, so ist es. Die west­li­che libe­ra­le Ord­nung ist eine Bedro­hung für alle Des­po­ten. Denn sie basiert auf Men­schen­rech­ten, Demo­kra­tie, Wah­len, Rechts­staat und indi­vi­du­el­len Freiheiten.

- und bringt es mor­gen ihren Kin­dern bei.

Als Stu­dent und Dok­to­rand war er Sti­pen­di­at der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS).
1996 Ludwig-Erhard-Förderpreis für Wirt­schafts­pu­bli­zis­tik, 2001 Ger­man Mar­shall Fund Fel­low des Paci­fic Coun­cil on Inter­na­tio­nal Poli­cy an der Uni­ver­si­ty of Sou­thern California/Los Ange­les, 2003 Preis für gute Leh­re des Frei­staats Bay­ern. 2008 und 2010 jeweils 2. Platz, 2013 1. Platz bei der deutsch­land­wei­ten Wahl zum “Pro­fes­sor des Jah­res” der Zeit­schrift UNICUM BERUF in der Kate­go­rie Geistes-, Kultur- und Sozi­al­wis­sen­schaf­ten. Seit 2009 ist Bier­ling Ver­trau­ens­do­zent der KAS für Uni und OTH Regens­burg. Gele­gent­lich berät er Poli­ti­ker in außen­po­li­ti­schen Fra­gen, 2015 ver­fass­te er ein Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten für den NSA-Untersuchungsausschuss des Deut­schen Bun­des­tags. Seit 2018 ist er in der Lei­tung des Pro­mo­ti­ons­kol­legs “Sicher­heit und Ent­wick­lung” der KAS. 2007/8 war Bier­ling Dekan der Phi­lo­so­phi­schen Fakul­tät III, von 2008 bis 2010 Vize­prä­si­dent der Uni­ver­si­tät, von 2013 bis 2019 Inter­na­tio­na­li­sie­rungs­be­auf­trag­ter der Fakultät.

Bier­ling ver­öf­fent­lich­te zwölf Mono­gra­phien und mehr als 50 Auf­sät­ze. Zuletzt erschien von ihm der Spiegel-Bestseller “Ame­ri­ca First. Donald Trump im Wei­ßen Haus. Eine Bilanz” (C.H.Beck 2020). Regel­mä­ßig ana­ly­siert er die US-Innen-, Wirtschafts- und Außen­po­li­tik sowie die deut­sche Außen­po­li­tik in deut­schen und inter­na­tio­na­len Zei­tun­gen (u.a. Neue Zür­cher Zei­tung, FAZ, Cice­ro, SZ, Welt, Wirt­schafts­wo­che, Han­dels­blatt) sowie in Radio und Fern­se­hen, u.a. war er Live-Kommentator für die Münch­ner Sicher­heits­kon­fe­renz für Phoe­nix und den BR (2015) und für die US-Präsidentschaftswahl für die zehn­stün­di­ge Son­der­sen­dung der ARD (2020).

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Live Kom­men­ta­tor FÜR die Münch­ner Sicher­heits­kon­fe­renz! Der ist sicher textsicher.

Neues Narrativ

24. Februar 2023

Aktu­ell wer­den “Exper­ten” gera­de gebrieft, dass die Land­brü­cke für die Exis­tenz der Ukrai­ne wesent­lich wäre, da sich in dem Teil ein Groß­teil der Getrei­de­an­bau­flä­che befinde.

Wel­che Land­brü­cke? Kei­ne Ahnung. Nun so vie­le wird es nicht geben. Die zur Krim neh­me ich an.

Ich weiß ja nicht wie viel Good­will ich bei Aus­sa­gen wie die­sen nach einem VERFICKTEN Jahr an Sala­mi Tak­tik, 360 Grad Wen­dun­gen in der ver­meint­li­chen Posi­tio­nie­rung, täg­li­chen Lügen und Hyperemo­tio­na­li­sie­rung zur PROLONGIERUNG eines Auf­rei­bungs­kriegs, den die US durch 25 Mil­li­ar­den erst ermög­licht haben - noch an den Tag legen soll -

aber bei der Vor­ge­schich­te, dass die Ukrai­ne vor dem Krieg ver­sucht hat die Bau­ge­sell­schaft der Kertsch­brü­cke durch inter­na­tio­na­le Abkom­men zu iso­lie­ren, und in den Bank­rott zu schi­cken, damit die War­tung der Infra­struk­tur zum Pro­blem für Russ­land wird -- und in dem Bewusst­sein, dass die gesam­te land­wirt­schaft­li­che Indus­trie in der Ukrai­ne einen Jah­res­um­satz von zehn Mil­li­ar­den erwirt­schaf­tet, darf ich davon aus­ge­hen, dass das die nächs­te Lüge auf einem lang­jäh­ri­gen Weg ist, die Krim wie­der zu befreien?

Ein Ziel dem die US bereits zuge­stimmt haben. Klar, war­um nicht wei­ter die Öffent­lich­keit ver­ar­schen, so dass sie immer nur auf schein­ba­re Teil­zie­le schaut, und nicht auf bei­spiels­wei­se die geo­stra­te­gi­sche Bedeu­tung der Krim für Russland?

Nein, nein die Ukrai­ne braucht die Land­brü­cke unbe­dingt zurück um über­le­bens­fä­hig zu sein…

Quel­len muss ja kei­ner nen­nen. Du ziehst dir ein­fach neue Behaup­tun­gen aus dem ARSCH von denen vor nem Monat noch nie­mand gespro­chen hat, die aber plötz­lich das essen­zi­ells­te short term Ziel über­haupt sind…

Vor drei Mona­ten wars noch Cher­son ohne dass die Ukrai­ne nicht über­le­bens­fä­hig gewe­sen sei - denn das war ja der rus­si­sche Brü­cken­kopf nach Odes­sa ohne das die Ukrai­ne nicht über­le­bens­fä­hig gewe­sen sei. (In dem Fall nicht falsch.)

Heu­te neu, in der maslow­schen Pyra­mi­de der ukrai­ni­schen Über­le­bens­fä­hig­keit? Die Land­brü­cke zur Krim (?) zurück­zu­er­obern. Angeblich.

edit: Nach­trag:
Laut dem Avoiding a Long War - RAND Cor­po­ra­ti­on Bericht der Rand Cor­po­ra­ti­on ist die “beson­de­re öko­no­mi­sche Bedeu­tung der Land­brü­cke” tat­säch­lich erfunden.

Refe­ren­zen:
Table 3
rech­te Seite:

Bene­fits of grea­ter Ukrai­ni­an ter­ri­to­ri­al con­trol are moder­ate­ly or less signi­fi­cant (see Table 1).

Bildschirmfoto 2023 03 09 um 00 51 13
sowie:

Table 1
Rech­te Seite:

Are­as under Rus­si­an con­trol as of Decem­ber 2022 are unli­kely to pro­ve huge­ly eco­no­mi­c­al­ly significant.

Bildschirmfoto 2023 03 09 um 00 51 00

Contingency planning 3

23. Februar 2023

Con­tin­gen­cy plan­ning 1, Con­tin­gen­cy plan­ning 2

Neu­es Narrativ!

Sny­der dreht gera­de das Nar­ra­tiv “wovor sich Putin in der Ukrai­ne gefürch­tet habe” in eine leicht anders nuan­cier­te Richtung.

Es ist jetzt nicht mehr die wirt­schaft­lich erfolg­rei­che Ukrai­ne auf­grund des Anschlus­ses an die Euro­päi­sche Uni­on - die Putin Sor­gen berei­tet habe,

es ist das “Kon­zept von Frei­heit und Demokratie”.

Ich schrei gera­de drei Minu­ten durch und möch­te ein­fach nur noch ster­ben. Die­se Gesell­schaft ist das abgrund­tief Allerletzte.

Also kon­kret, laut Sny­der: Putin fürch­te­te eine Ukrai­ne in der die Men­schen, freie Wah­len abhal­ten kön­nen, bei denen die Rus­sen sehen konn­ten, dass auch ande­re Frak­tio­nen an die Macht kom­men kön­nen. Putin fürch­te­te eine Ukrai­ne, in der die Leu­te auch nach Euro­pa rei­sen kön­nen, wegen der bal­din­gen Rei­se­frei­heit in die EU.

Und es endet nicht an der Ukrai­ne, Putin fürch­te­te auch die Demo­kra­tie in den US, denn er habe sei­nem Volk immer erzählt, dass die Wah­len in allen Euro­päi­schen Län­dern und den US auch mani­pu­liert sei­en, und wenn die Rus­sen erkannt hät­ten, dass das nicht der Fall ist, dann wäre das eine exis­ten­ti­el­le Gefahr für Putin, der des­halb auch lau­fend ver­sucht hat im US Wahl­kampf zu intervenieren!

Die­ser ver­fick­te, ver­hur­te, scheiss FUCKING SOPHIST.

Was Sny­der sich da gera­de so zusam­men gedacht hat ist ein Russ­land in dem nie­mand ein Smart­pho­ne besitzt, regiert von einer Frak­ti­on die so UNGLAUBLICH IDIOTISCH ist, dass sie sich selbst eine unlös­ba­re Sisy­phus­auf­ga­be gestellt hat, nur um als Auto­kra­tie zu überleben.

Also von allen Mög­lich­kei­ten dei­ne Bevöl­ke­rung als Auto­kra­tie bei der Stan­ge zu hal­ten, wählst du die auf die du am wenigs­ten Ein­fluss hast, die am Schwers­ten umzu­set­zen ist, und den höchs­ten Grad an Unbe­re­chen­bar­keit auf­weist. Und das gleich­zei­tig nicht nur gegen die Demo­kra­tie in der Ukrai­ne, son­dern auch gegen alle ande­ren Demo­kra­tien der Welt (unklar) zumin­dest aber die US (dezi­diert).

Russ­land grenzt an Nor­we­gen, Finn­land, Est­land, Lett­land, aber als die US gera­de die größ­te demo­kra­tie­po­li­ti­sche Kri­se seit 30 Jah­ren durch­le­ben (pri­mär einem Wahl­sys­tem mit Regionen-Vertretern geschul­det), denkt sich Putin - also nein, jetzt kann ich das Wahl­sys­tem in den US nicht mehr aus­rei­chend mani­pu­lie­ren, und die Ukrai­ner kön­nen bald durch die EU rei­sen - da greif ich doch bes­ser jetzt die Ukrai­ne an um mei­ne Bevöl­ke­rung bei der Stan­ge zu halten!

Sny­der löst damit das Pro­blem, dass ein wirt­schaft­li­cher Auf­schwung der Ukrai­ne, der eine innen­po­li­ti­sches Pro­blem in Russ­land aus­lö­sen hät­te kön­nen ein­fach nicht pro­gnos­ti­ziert war (sie­he IMF Report zur Wirt­schafts­pro­gno­se in der Ukrai­ne, April 2021)).

Also Putin hat noch maxi­mal 10 Jah­re im Amt, und denkt sich jetzt - hm, also wenn mei­ne Bevöl­ke­rung die Ukrai­ner Rei­sen und frei wäh­len sieht, dann gibts jetzt ein aku­tes Problem!

Da ist wirk­lich JEDE, jede ande­re Begrün­dung glaub­haf­ter. Selbst der kom­plett durch­ge­knall­te Zar, der glaubt Groß­russ­land wie­der her­stel­len zu müssen.

Selbst Mear­s­hei­mers three Prong Stra­te­gie, wonach die EU Erwei­te­rung immer auch mit einer nicht mehr abwehr­ba­ren Opti­on einer Nato Erwei­te­rung ein­her­geht (umfas­sen­de mili­tä­ri­sche Inte­gra­ti­on bereits als Teil des Asso­zi­ie­rungs­ver­tra­ges) ist eine bes­se­re Begründung.

Selbst Russ­land woll­te Kauf­kraft, Lebens­stan­dard und GDP im Land durch einen Krieg sen­ken, um eine Wachs­tums­per­spek­ti­ve in der Anglie­de­rung an Chi­na zu haben ist eine bes­se­re Begründung.

Selbst Kras­t­evs, Russ­land hat den Krieg begon­nen um sich demo­gra­phisch zu ver­jün­gen ist eine bes­se­re Begründung.

Sor­ry, nein, ich muss jetzt ja das neue Haupt-Narrativ beher­zi­gen, ab heu­te ist es die Rei­se­frei­heit, die Frei­heit gene­rell und freie Wah­len vor denen sich Putin so sehr gefürch­tet hat, dass er einen Krieg begin­nen musste!

Weils auch in den US für Russ­land mit dem Mani­pu­lie­ren der Wah­len nicht mehr so gut lief, und die Bevöl­ke­rung in Russ­land daher lang­sam dahin­ter­kam, dass die Wah­len in Demo­kra­tien ja eigent­lich frei sind!

Was war noch mal das Nar­ra­tiv, das wir als Begrün­dung zu hören beka­men, nach­dem Rai­mund Löw in 30 Punk­ten falsch gele­gen hat, und der Regi­me­chan­ge noch etwas auf sich war­ten lies? Ach­ja, die Rus­sen sei­en fak­tisch gar­nicht politikinteressiert.

Und was war das Nar­ra­tiv das wir vor zwei Wochen zu hören beka­men, als Putin plötz­lich kei­ne “Exit Ramp” mehr brauch­te, weil Kiew ja jetzt auch noch kurz die Krim zurück­er­obern muss? Ach­ja, dass Putin ja (s)einen gesam­ten Medi­en­ap­pa­rat beherr­sche und daher jeder Zeit ohne Gesichts­ver­lust aus dem Krieg aus­stei­gen könne.

Und was war das Nar­ra­tiv war­um laut Sny­der Putin die Ukrai­ne ange­grif­fen hat? Weil er sich vor der Rei­se­frei­heit der Ukrai­ner in die EU und den frei­en Wah­len in der Ukrai­ne gefürch­tet hat. Und vor einer US die wie­der zu einer Vor­zei­ge­de­mo­kra­tie wird (Shi­ning City on a Hill), wodurch er sein insze­nier­tes Feind­bild (“auch dort sind die Wah­len gescho­ben”) innen­po­li­tisch nicht mehr auf­recht­hal­ten kann.

Jetzt kommt das aber von Front­li­ne PBS, das sind die die die “20 Days in Mariuo­pol” Doku­men­ta­ti­on finan­ziert und aufs Sundance Fes­ti­val gebracht haben. Also wirds jetzt Teil der kon­ven­tio­nel­len Geschichtsschreibung.

Toll eigent­lich. Dass die Ukrai­ne gar kei­nen wirt­schaft­li­chen Auf­schwung gebraucht hat, damit sich Putin vor ihr fürchtet…

Aber das mit einem Weg­fall der Krim in 30 Jah­ren Russ­lands Mili­tär­prä­senz und Han­dels­strö­me ent­lang der gesam­ten Nord Süd Aus­deh­nung sei­nes Ein­fluss­be­reichs als Regio­nal­macht been­det ist, und Putin aktu­ell noch die Demo­gra­phie hat­te das mili­tä­risch dre­hen zu wol­len, nein also… die Nato Aus­deh­nung, die kanns ja nicht gewe­sen sein.

Ok - in allen Gesprä­chen über eine neue sicher­heits­po­li­ti­sche Ord­nung hat man Russ­land von US Sei­te immer gesi­gnalt kei­ne Ver­trä­ge die über die Zeit nach Putins Tot hin­aus­ge­hen, aber dass da Russ­land unpro­vo­ziert angrei­fen würde, …

Eigent­lich unglaublich.

Und das Bes­te? Geschichts­phi­lo­soph! Er muss nichts begründen!

Nächs­tes Direkt­zi­tat? (Bei 18min in:)

Und was Putins sagen wür­de? Putin wür­de an der Stel­le sagen, den US gin­ge es ja gar­nicht um Demo­kra­tie, der gehe es um Geo­po­li­tik! Das ist was Putin sagen wür­de, und das wäre sehr kom­for­ta­bel für ihn”.

VERFICKTES HURENSCHWEIN.

edit: Mehr Con­tin­gen­cy pla­ning dies­mal von CSIS.

The war in this con­text is not exact­ly an impe­ri­al pro­ject.” (Bei 5 min in.)


(Fal­sches Video, now fixed.)

YOU DONT SAY!

Wich­ser.

Paradejournalismus die Zweite

23. Februar 2023

Frank hat bei fefe durchgeklingelt.

[l] Wisst ihr, wer sich schon län­ger nicht mehr so rich­tig voll­stän­dig lächer­lich gemacht hat? Der ARD Fak­ten­fin­der! Aber kei­ne Sor­ge, auf die Spe­zi­al­ex­per­ten ist Ver­lass.
Dies­mal geht es um Sey­mour Hersh und Nord Stream. Sie haben da Exper­ten gefragt, ob Hershs Theo­rie stim­men kön­ne, dass sie da als Pflan­zen getarn­ten Spreng­stoff ver­wen­det haben können.

Äh … Pflan­zen? Wat? Hersh schreibt:

That would be well wit­hin the ran­ge of the divers, who, ope­ra­ting from a Nor­we­gi­an Alta class mine hun­ter, would dive with a mix­tu­re of oxy­gen, nitro­gen and heli­um strea­ming from their tanks, and plant shaped C4 char­ges on the four pipe­lines with con­cre­te pro­tec­ti­ve covers.

Die Super­pro­fis beim Fak­ten­fin­der hat­ten hier offen­sicht­lich Text­ver­ständ­nis­pro­ble­me. shaped char­ge (auf Deutsch: Hohl­la­dung) ist ein fes­ter Begriff für eine Anord­nung von Spreng­stoff, damit sich die kine­ti­sche Wir­kung nicht in alle Rich­tun­gen ver­teilt wie bei einer nor­ma­len Bom­be, son­dern mög­lichst nur in einen klei­nen Kanal gelei­tet wird, damit man pro Spreng­stoff­men­ge mehr Wir­kung erzie­len kann. “plant shaped char­ge” heißt nicht, dass hier jemand einen Spreng­stoff in Pflan­zen­form gegos­sen hat, son­dern dass jemand einen shaped char­ge gepflanzt, also ange­bracht hat.
Wer ist eigent­lich auf die Idee gekom­men, dass sich die­se Leu­te über The­men der Welt­po­li­tik äußern soll­ten? Haben die das Anse­hen der ARD nicht schon genug beschä­digt? (Dan­ke, Frank)

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(Para­de­jour­na­lis­mus die Ers­te)

Snyder macht aktuell gerade das Abartigste -

22. Februar 2023

was du in die­ser Gesell­schaft machen kannst. Er baut fal­sche Dicho­to­mien und läd sie emo­tio­nal auf.
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Nur wenn die Ukrai­ne wei­ter­kämpft und wei­ter mit kon­ven­tio­nel­len Waf­fen belie­fert wird, redu­zie­ren wir die Gefahr eines Atomwaffeneinsatzes!

Sny­der hat gera­de, dem ers­ten Jahr sei­ner Yale Pro­fes­sur fol­gend, sei­nen Abschluss in theo­re­ti­scher Atom­waf­fen Ein­satz­dok­trin gemacht wie ich sehe, und kei­ner darf ihm wider­spre­chen, denn alle dies tun ver­brei­ten nur rus­si­sche Propaganda.

Laut Stan­dard. Und Snyder.

Ist das nicht schön?

Wahn­sinn und Wahn­sinn liegt oft­mals sehr nahe beieinander.

Das ist ein Grund, war­um wir uns für unse­re Dis­kus­si­on über einen mög­li­chen Atom­krieg schä­men soll­ten, aber nicht der Haupt­grund. Unser Nuklear-Gerede ist eine Mög­lich­keit, die Opfer­rol­le zu bean­spru­chen und dann den tat­säch­li­chen Opfern die Schuld zu geben. Sobald wir unse­re Auf­merk­sam­keit auf einen hypo­the­ti­schen Aus­tausch von Rake­ten len­ken, kön­nen wir uns ein­bil­den, dass wir die Opfer sind. Plötz­lich scheint der tat­säch­li­che Krieg kei­ne Rol­le mehr zu spie­len, da unse­re Leben (in unse­rer Vor­stel­lung) in Gefahr sind. Und die Ukrai­ner schei­nen dar­an schuld zu sein. Wenn sie nur auf­hö­ren wür­den zu kämp­fen, dann wären wir alle in Sicher­heit. Das ist genau das, was uns die rus­si­schen Pro­pa­gan­dis­ten weis­ma­chen wol­len. Und das ist falsch.

Ech­te Ukrai­ner kämp­fen und ster­ben in einem Krieg, der unse­rer Sicher­heit in vie­ler­lei Hin­sicht dient – ein­schließ­lich der Ver­rin­ge­rung des Risi­kos eines Atom­kriegs. Und wir ver­brin­gen unse­re Zeit damit, uns in unse­re eige­ne Opfer­rol­le hineinzudenken?

Ein Ein­kni­cken vor dem rus­si­schen Atom­ge­re­de ist auch aus stra­te­gi­scher Sicht falsch. Es ist ein Bei­spiel für eine nar­ziss­ti­sche Fan­ta­sie, die die Dis­kus­sio­nen über die US-amerikanische Außen­po­li­tik beherrscht.

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Der Stan­dard kurz vor der Ein­lie­fe­rung durch die Män­ner in weiß.

Ich möch­te dass Waf­fen­still­stands­ver­hand­lun­gen par­al­lel zum Kriegs­ge­sche­hen nicht tabui­siert wer­den wird mit - du gibst dich einem “fal­schen Pazi­fis­mus hin” beantwortet.

Ich fürch­te mich vor dem “wahn­sin­ni­gen Putin” den die euro­päi­schen Medi­en in den ers­ten drei Mona­ten erfun­den und durchs Dorf getrie­ben haben wird mit “du gibst dich einer Opfer­rol­le hin für die du dich schä­men soll­test” beantwortet -

denn jeder weiß, nur wenn die Eska­la­ti­ons­spi­ra­le von Waf­fen­lie­fe­run­gen in der Ukrai­ne wei­ter­lau­fen darf, redu­ziert das das Risi­ko eines Atom­waf­fen­ein­satz, denn Russ­land wür­de es so und so nie wagen das zu tun.

Dass wir uns schä­men soll­ten, ist ein Grund schnel­ler wei­te­re Waf­fen zu lie­fern, rus­si­sche Pro­pa­gan­dis­ten die das nicht wol­len der nächs­te, dass ECHTE Ukrai­ner noch kämp­fen und ster­ben um unse­re Sicher­heit zu garan­tie­ren die­ne uns in vie­ler­lei Hin­sicht - und wir soll­ten uns jetzt nicht in die Opfer­rol­le bege­ben indem wir uns vorm Atom­krieg (einer Eska­la­ti­on) fürchten.

Die Stan­dard Kommentar-Meute singt bereits im Deli­ri­um, so sehr freut sie sich, dass sie end­lich ihren neu­en Hei­land gefun­den hat der ihr sagt was sie den­ken darf.

PS: Stra­te­gi­sche Atom­waf­fen sind Ver­tei­di­gungs­waf­fen, kei­ne Angriffs­waf­fen (Mutu­al ensu­red dest­ruc­tion), und Russ­land gehen demo­gra­phisch immer noch die Sol­da­ten für einen Euro­pa­feld­zug aus. Das wer­den in den nächs­ten 20 Jah­ren nicht mehr, die sind ein­fach nicht gebo­ren. Davon dass sie dann noch mal kurz die Nato besie­gen müss­ten ganz zu schweigen.

Wenn wir das Argu­ment von Sny­der ernst mei­nen, dann rüs­ten wir doch die Ukrai­ne mit Atom­waf­fen aus, das (Gleich­ge­wicht des Schre­ckens, nicht unbe­dingt mit Atom­waf­fen) war ein Vor­schlag von Ben­nett. The US was not amu­sed. Die gesteht ihren bes­ten Freun­den nicht mal Lang­stre­cken­waf­fen zu.

War­um wohl.

Sny­der weiß es, das ist eine nar­ziss­ti­sche Fan­ta­sie, die die Dis­kus­sio­nen über die US-amerikanische Außen­po­li­tik beherrscht!

Er baut dar­auf, dass Russ­land zu sehr um sei­nen Ruf besorgt ist, also gäbe es kei­ne roten Linien.

Eine Opfer­rol­le btw. liegt auch in der Vor­stel­lung begrün­det, wir könn­ten nichts tun außer der Ver­nich­tung von wei­te­ren 200.000 Men­schen­le­ben zuzu­schau­en. So sehr fürch­tet sich die Mas­se, dass wenn die Ukrai­ne es nicht für uns leis­tet, sich die­ser Krieg aus­wei­te­ten könn­te. Das ist die Grund­stim­mung auf die Sny­der bau­en kann und die der Stan­dard Tag für Tag bedient.

edit: Ah, der Stan­dard hat das wahn­sin­ni­ge Gebrab­bel von Syn­der gera­de als “Vor­ga­be für wei­te­re Pres­se­ar­beit” auf­ge­fasst (den Men­schen die Angst vor einer Eska­la­ti­on durch Wett­rüs­ten neh­men) und macht nun fol­ge­rich­tig Wer­bung für einen nuklea­ren Gegenschlag.

Men­schen im Wes­ten wis­sen wenig über mög­li­che Fol­gen eines Atomkriegs

Eine Umfra­ge in den USA und GB zeig­te, dass vie­le Vor­stel­lun­gen aus der Zeit des Kal­ten Kriegs stam­men. Das Wis­sen beein­flusst auch die Ableh­nung eines nuklea­ren Gegenschlags 

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Was das hier als Bild­un­ter­schrift soll 

Der US-Historiker Timo­thy Sny­der argu­men­tiert, war­um die nuklea­re Dro­hun­gen Putins als Bluff zu wer­ten sind. Den­noch wür­de es ver­mut­lich nicht scha­den, mehr über die Fol­gen eines Atom­kriegs zu wissen.”

weiß auch nur der Stan­dard. Ist der Sny­der schon ein­ge­lie­fert worden?

Dazu ist doch die Arti­kel­un­ter­übers­schrift kon­trär zum Inhalt des Arti­kels - in dem “nuklea­rer Win­ter” erklärt wird.

Das Stan­dard Fazit “Wis­sen macht vor­sich­ti­ger (nuklea­rer Win­ter)” aber “Eine Umfra­ge in den USA und GB zeig­te, dass vie­le Vor­stel­lun­gen aus der Zeit des Kal­ten Kriegs stam­men. Das Wis­sen beein­flusst auch die Ableh­nung eines nuklea­ren Gegenschlags”. 

WAS?

Dazu aber bit­te noch end­lo­se Eska­la­ti­on und den Leu­te die sich fürch­ten sagen, dass sie es sind die sich einer Opfer­rol­le hin­ge­ben, anstatt die ECHTEN Ukrai­ner mit Waf­fen zu versorgen?

Sor­ry, Mas­sen­psy­cho­se beim Standard?

edit: Wohl doch nur Pro­pa­gan­da. Der unab­hän­gi­ge Masa­la ist mit nur einem Monat Ver­spä­tung auf der Posi­ti­on des Seni­or Fel­lows der Münch­ner Sicher­heits­kon­fe­renz den sie zu Phoe­nix schi­cken.

Sicher­heits­ex­per­te Masa­la: “Die Muni­ti­ons­pro­duk­ti­on muss extrem hoch­ge­fah­ren werden”

Laut dem Poli­to­lo­gen ist die ukrai­ni­sche Gesell­schaft die stärks­te Waf­fe im Abwehr­kampf. Soll­te die Krim wackeln, könn­te auch Putin wackeln, glaubt der Sicherheitsexperte

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Was Unter­über­schrift und Über­schrift mit­ein­an­der zu tun haben? Nun, aktu­ell ists in der Ukrai­ne schlam­mig - bedeu­tet die Ukrai­ne kann ihre bevor­zug­te “hit&run” Stra­te­gie mit moder­nem west­li­chen Gerät nicht umset­zen, bedeu­tet vie­le Ver­lus­te bis etwa Mai bis der Schlamm aus­trock­net, wäh­rend Russ­land die Zeit dafür nutzt mehr Sol­da­ten an die Front zu brin­gen (src: click).

Also ist jetzt plötz­lich wie­der die ukrai­ni­sche Gesell­schaft die stärks­te Waf­fe im Abwehrkampf.

Pro­pa­gan­da hat noch immer nie­mand entdeckt.

edit: Eric Frey setzt dem Gan­zen heu­te das Sah­ne­häub­chen auf:

Und so ver­hasst die Nato-Erweiterung in Mos­kau auch ist, so auf­fal­lend ist, dass sie seit dem 24. Febru­ar 2022 in Putins eige­nen Begrün­dun­gen für den Krieg immer weni­ger vor­kommt und von sei­ner großrussisch-nationalistischen Rhe­to­rik ver­drängt wird.

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Klei­ner Tipp für Blitz­gnei­ser - “wir sind in der Defen­si­ve gegen einen über­mäch­ti­gen mili­tä­ri­schen Kon­tra­hen­ten, der uns stra­te­gisch den Regio­nal­machts­sta­tus abklem­men will, der aber nicht mit sei­ner gan­zen Macht in der Ukrai­ne kämp­fen kann” -- schlecht für eine Kriegs­er­klä­rungs­re­de, die voll mit Pro­pa­gan­da ans eige­ne Volk ist.

Bes­ser für eine Anspra­che ein Jahr spä­ter zur Lage der Nati­on, wie die ges­tern, die dann voll mit der Art von Rhe­to­rik ist.

Aber was will man machen, der Redak­teur heißt Eric Frey - da ist selek­ti­ve Wahr­neh­mung (die Rede ges­tern hat er nicht gese­hen?) und “never think out­side the box” - Lebensaufgabe.