Oh neat!

24. September 2022

Die Ener­gie­preis­kri­se (sie­he:
https://www.youtube.com/watch?v=7E1xGQTHTZQ )
for­dert ihr ers­tes (*sar­kas­mus*) Opfer:

Uni­ver­si­tä­ten und Fachhochschulen

Hei­zung run­ter und Licht aus

Eini­ge Uni­ver­si­tä­ten und Fach­hoch­schu­len den­ken wie­der über Distance-Learning nach - wegen zu hoher Energiepreise.

Nach zwei Corona-Wintern freu­en sich Öster­reichs Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten wie­der auf woh­lig war­me Hör­sä­le und bun­tes Uni-Leben. Doch dar­aus könn­te auch heu­er nichts wer­den. Schuld dar­an sind die stark gestie­ge­nen Ener­gie­prei­se. Eini­ge Uni­ver­si­tä­ten und Fach­hoch­schu­len pla­nen, die Stu­die­ren­den unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen wie­der ins Distance-Learning zu schicken.

So sind an der Uni­ver­si­tät Inns­bruck bereits Maß­nah­men in meh­re­ren Stu­fen fest­ge­legt wor­den, wie bei einer Ener­gie­ver­knap­pung oder auch anhal­tend hohen Ener­gie­kos­ten vor­ge­gan­gen wer­den soll. Aktu­ell sind die Spar­maß­nah­men - etwa Fens­ter nicht gekippt las­sen oder Raum­tem­pe­ra­tur redu­zie­ren - frei­wil­lig. “Wir hof­fen, dass wir damit 5 bis 10 Pro­zent Ener­gie ein­spa­ren kön­nen”, sagt der Vize­rek­tor für Infra­struk­tur, Wolf­gang Strei­cher zur “Wie­ner Zeitung”.

5 Grad Raum­tem­pe­ra­tur im Worst Case

Wenn sich die Lage aber zuspitzt, wer­den zuerst Maß­nah­men wie Tem­pe­ra­tur­ab­sen­kung auf 19 Grad umge­setzt, in wei­te­rer Fol­ge könn­ten aber auch ein­zel­ne Gebäu­de auf 5 Grad Raum­tem­pe­ra­tur - frost­frei - her­un­ter­ge­re­gelt sowie Mit­ar­bei­ten­de und Stu­die­ren­de ins Home­of­fice geschickt wer­den. “Das wären wirk­lich das Worst-Case-Szenario”, hält Strei­cher fest, “aber wir müs­sen gewapp­net sein.” Die Uni hat­te bis 2021 jähr­li­che Ener­gie­kos­ten von etwa 5 Mil­lio­nen Euro. Heu­er dürf­ten die­se mas­siv anstei­gen. “Ers­te Über­le­gun­gen waren, dass es etwa 15 bis 17 Mil­lio­nen Euro sein wer­den”, so Streicher.

Ein Insi­der der Uni Inns­bruck sieht die geplan­ten Maß­nah­men kri­tisch. Es sei zwar gut, dass sich die Uni Gedan­ken mache, aber “die ein­zel­nen Maß­nah­men sind wenig ziel­füh­rend”, befin­det er. Erst ab Stu­fe zwei sol­len Bewe­gungs­mel­der für die Beleuch­tung im Gebäu­de instal­liert werden.

Die Uni­ver­si­tät Wien schließt sich den Ener­gie­spar­maß­nah­men an: “Wir den­ken auch einen Stu­fen­plan an”, so Cor­ne­lia Blum von der Pres­se­stel­le der Uni­ver­si­tät. Im Okto­ber star­ten die Vor­le­sun­gen ganz nor­mal in Prä­senz, da sol­len auch wei­te­re Infos zum Stu­fen­plan fol­gen, aber das Kon­zept sei ähn­lich wie das der Uni­ver­si­tät Innsbruck.

Öffent­li­che Uni­ver­si­tä­ten wer­den vom Bund, genau­er dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung, Wis­sen­schaft und For­schung (BMBWF), finan­ziert. Das Bud­get für Infra­struk­tur und stra­te­gi­sche Ent­wick­lung, wozu etwa Mie­ten und Strom­zah­lun­gen gehö­ren, wird an die Uni­ver­si­tä­ten nach dem “sach­lich gerecht­fer­tig­ten Bedarf” ver­ge­ben. Ins­ge­samt wur­den für die Peri­ode 2022 bis 2024 12,3 Mil­li­ar­den Euro an die Uni­ver­si­tä­ten ausgezahlt.

Da das Bud­get aber auf drei Jah­re fest­ge­legt ist, sind aktu­ell die Teue­run­gen nicht ein­be­rech­net, und den öffent­li­chen Uni­ver­si­tä­ten feh­len 1,2 Mil­li­ar­den Euro. “Ein enor­mer Betrag, den wir selbst durch die größ­ten Anstren­gun­gen nicht kom­pen­sie­ren kön­nen”, so Sabi­ne Seid­ler, Prä­si­den­tin der Öster­rei­chi­schen Uni­ver­si­tä­ten­kon­fe­renz (uni­ko). Immer­hin müs­sen die Unis von ihrem Gesamt­bud­get im Durch­schnitt rund 25 Pro­zent für Ener­gie­kos­ten und die Hälf­te für Per­so­nal­kos­ten rechnen.

Spa­ren, wo es nur geht an den Universitäten

Des­halb ist es nicht ver­wun­der­lich, dass Uni­ver­si­tä­ten spa­ren, wo es nur geht. Vor­erst trotz­dem nicht von Schlie­ßun­gen reden möch­te die Uni Kla­gen­furt, sie hat aber am Don­ners­tag die ers­te “Wel­le an Ein­spa­rungs­maß­nah­men” umge­setzt, das sei “kurz­fris­tig vor allem ein finan­zi­el­ler Aspekt”, sagt Uni-Sprecherin Anna Mar­ga­re­te Lan­des. Dazu gehö­ren eine Tem­pe­ra­tur­ab­sen­kung auf 19 Grad in allen Räu­men und Check­lis­ten mit Ener­gie­spar­tipps für die Belegschaft.

Am 1. Okto­ber fol­gen die nächs­ten Maß­nah­men, da wer­den die Öff­nungs­zei­ten der 24-Stunden-Bibliothek ein­ge­schränkt, in der Nacht bleibt sie künf­tig geschlos­sen. Damit geht auch die Redu­zie­rung der Beleuch­tung ein­her. “Natür­lich kön­nen wir, soll­te es Ver­schär­fun­gen der Situa­ti­on geben, noch wei­te­re Maß­nah­men set­zen”, so Lan­des. Man habe Plä­ne für den Fall einer aku­ten Ener­gie­kri­se aus­ge­ar­bei­tet, die auch Maß­nah­men wie Online-Unterricht und Home­of­fice beinhalten.

Mit stei­gen­den Kos­ten kämpft auch die Uni­ver­si­tät Salz­burg. Rek­tor Hen­drik Leh­nert lehn­te gegen­über ORF Salz­burg einen Distanz-Unterricht aber ab. An der Uni sei­en eher die Per­so­nal­kos­ten ein Pro­blem, die 80 Pro­zent des Bud­gets aus­ma­chen - jähr­lich sind das 110 Mil­lio­nen Euro. Auch aus dem Büro von uniko-Chefin Seid­ler wird die vor­über­ge­hen­de Schlie­ßung von Uni­ver­si­täts­räum­lich­kei­ten kri­tisch gese­hen: “Nach mehr als zwei Jah­ren Corona-bedingter Ein­schrän­kun­gen und sozia­ler Iso­la­ti­on wäre es unzu­mut­bar, die Last der Heiz­kos­ten auf die Stu­die­ren­den abzuwälzen.”

Die Fach­hoch­schu­len, die anders als öffent­li­che Uni­ver­si­tä­ten pro ver­ge­be­nen Stu­di­en­platz geför­dert wer­den, befin­den sich eben­falls in einer finan­zi­el­len Not­la­ge. Die Öster­rei­chi­sche Fachhochschul-Konferenz (FHK) for­dert daher eine Anhe­bung der För­der­sät­ze pro Stu­di­en­platz um min­des­tens 20 Pro­zent ab Beginn des kom­men­den Jah­res. Ansons­ten sei die hohe Qua­li­tät der Leh­re nicht auf­recht­zu­er­hal­ten, wie es in einer Pres­se­aus­sen­dung heißt.

Noch kei­ne Zusa­gen für Teue­rungs­aus­gleich an FHs

Kurt Kolez­nik, Gene­ral­se­kre­tär der FHK, befürch­tet in Hin­blick auf die aktu­el­len Teue­run­gen, dass die Fach­hoch­schu­len damit rech­nen müs­sen, Gehäl­ter nicht ent­spre­chend anpas­sen zu kön­nen. Und auch vor­über­ge­hen­des Distance-Learning schließt er nicht aus. FH-intern heißt es, es gebe noch kei­ne Zusa­gen für einen Teue­rungs­aus­gleich, es wer­de aber inten­siv ver­han­delt, und in Neben­ge­sprä­chen sei durch­aus von ähn­li­chen Maß­nah­men wie an der Uni­ver­si­tät Inns­bruck die Rede. Die Schrit­te vor Ort dürf­ten unter­schied­lich aus­se­hen, aus der­zei­ti­ger Sicht sei ein “Fle­ckerl­tep­pich” zu erwar­ten, was den Wech­sel der Fach­hoch­schu­len ins Distance-Learning betreffe.

An der FH Joan­ne­um in Graz etwa ist die wei­te­re Vor­ge­hens­wei­se noch offen. “Im Moment gibt es noch kei­nen kon­kre­ten Plan”, sagt Medi­en­ko­or­di­na­to­rin Mari­on Velik. Man sei mit der Stei­ri­schen Hoch­schul­kon­fe­renz, dem BMBWF und den öster­rei­chi­schen Hoch­schu­len in Kon­takt und kön­ne umge­hend und situa­ti­ons­be­dingt ent­spre­chen­de Maß­nah­men set­zen. Die FH Joan­ne­um hat, einem Insi­der zufol­ge, für das Finanz­jahr 2022 bis 2023 Ener­gie­mehr­kos­ten von etwa 1 Mil­li­on Euro, die das Bud­get deut­lich sprengen.

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Sie­he auch: “Lage an den Unis laut Rek­to­ren “dra­ma­tisch”

Der Stan­dard wür­de schrei­ben “Es gibt kei­ne ver­lo­re­ne Genera­ti­on” und ein Zoom Mee­ting mit Schul­spre­chern ver­an­stal­ten. Um den Video Con­tent zu farmen.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut Letzte.

Fickt euch ihr Schwei­ne, hängt euch auf ihr Arschlöcher.

Numbers matter

23. September 2022

From Bidens “I’m the friend of the world” speech at the UN gene­ral assembly:

Rus­sia bad, peop­le die from hun­ger! No grain!

And to take on the lar­ger chal­len­ge of food inse­cu­ri­ty, the United Sta­tes intro­du­ced a Call to Action: a road­map eli­mi­na­ting glo­bal food inse­cu­ri­ty — to eli­mi­na­ting glo­bal food inse­cu­ri­ty that more than 100 nati­on mem­ber sta­tes have alrea­dy supported.

In June, the G7 announ­ced more than $4.5 bil­li­on to streng­t­hen food secu­ri­ty around the world.

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$4.5 bil­li­on, good!

From the day I came to office, we’ve led with a bold cli­ma­te agen­da. We rejoi­ned the Paris Agree­ment, con­ve­ned major cli­ma­te sum­mits, hel­ped deli­ver cri­ti­cal agree­ments on COP26. And we hel­ped get two thirds of the world GDP on track to limit war­ming to 1.5 degrees Celsius. 

And now I’ve signed a his­to­ric pie­ce of legis­la­ti­on here in the United Sta­tes that inclu­des the big­gest, most important cli­ma­te com­mit­ment we have ever made in the histo­ry of our coun­try: $369 bil­li­on toward cli­ma­te change.

$369 bil­li­on? How much of this for inter­na­tio­nal projects?

So, as I announ­ced last year, to meet our glo­bal respon­si­bi­li­ty, my admi­nis­tra­ti­on is working with our Con­gress to deli­ver more than $11 bil­li­on a year to inter­na­tio­nal cli­ma­te finan­ce to help lower-income coun­tries imple­ment their cli­ma­te goals and ensu­re a just ener­gy transition.

Wait what?

And as Russia’s war rolls [sic] — riles the glo­bal eco­no­my, we’re also cal­ling on major glo­bal credi­tors, inclu­ding the non-Paris Club coun­tries, to trans­par­ent­ly nego­tia­te debt for­gi­ve­ness for lower-income coun­tries to fore­stall broa­der eco­no­mic and poli­ti­cal cri­ses around the world. 

Ins­tead of infra­st­ruc­tu­re pro­jects that gene­ra­te huge and lar­ge debt without deli­vering on the pro­mi­sed advan­ta­ges, let’s meet the enor­mous infra­st­ruc­tu­re needs around the world with trans­pa­rent invest­ments — high-standard pro­jects that pro­tect the rights of workers and the envi­ron­ment — key­ed to the needs of the com­mu­nities they ser­ve, not to the contributor.

That’s why the United Sta­tes, tog­e­ther with fel­low G7 part­ners, laun­ched a Part­ners­hip for Glo­bal Infra­st­ruc­tu­re and Invest­ment. We intend to collec­tively mobi­li­ze $600 bil­li­on in invest­ment through this part­ners­hip by 2027.

$600 bil­li­on for inter­na­tio­nal infra­st­ruc­tu­re invest­ment? To copy chi­nas mode of action, after the eco­no­mic hit­man dis­as­ter. But, but, cli­ma­te change?!

But, at least step­ping up for glo­bal infra­st­ruc­tu­re and eco­no­mic growth!

Mit ihrer drit­ten unge­wöhn­lich kräf­ti­gen Zins­an­he­bung nach­ein­an­der setzt die US-Notenbank ihren aggres­si­ven Kampf gegen die Infla­ti­on fort. Die stren­ge Geld­po­li­tik soll die Teue­rungs­ra­te in den USA end­lich spür­bar sen­ken. Die Fed erhöh­te am Mitt­woch ihren Leit­zins erneut um 0,75 Pro­zent­punk­te - und Fed-Chef Jero­me Powell mach­te deut­lich, dass mit den gro­ßen Zins­schrit­ten noch lan­ge nicht Schluss ist. “Ohne Preis­sta­bi­li­tät funk­tio­niert die Wirt­schaft für nie­man­den”, sag­te er.

Doch die Ent­schei­dung der Zen­tral­ban­ker hat nicht nur Aus­wir­kun­gen auf die größ­te Volks­wirt­schaft der Welt, son­dern auch auf wirt­schafts­schwä­che­re Staa­ten. Und auch Deutsch­land bekommt die Fol­gen der US-Zinspolitik zu spüren.

Die Che­fin des Inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds (IWF), Kris­ta­li­na Geor­gi­e­wa, warnt seit Mona­ten vor einer Schul­den­kri­se für Län­der mit mitt­le­rem und nied­ri­gem Ein­kom­men. “Wir müs­sen erken­nen, dass es eine tek­to­ni­sche Ver­schie­bung gibt”, sag­te sie etwa im Juli. Die Welt sei schock­an­fäl­li­ger gewor­den. Aktu­ell führ­ten die Aus­wir­kun­gen der Lie­fer­ket­ten­un­ter­bre­chun­gen wegen der Corona-Pandemie und des “Schre­ckens eines erneu­ten Krie­ges in Euro­pa” zu einer galop­pie­ren­den Infla­ti­on. Die Zen­tral­ban­ken kon­zen­trier­ten sich zwar zu Recht dar­auf, die­se mit Zins­er­hö­hun­gen zu bekämp­fen, beton­te die IWF-Chefin. Doch mit den Zins­er­hö­hun­gen der Zen­tral­ban­ken ver­schärf­ten sich die glo­ba­len Finanz­be­din­gun­gen stär­ker als bis­her angenommen.

Das Haupt­pro­blem

Die hohen Zins­sät­ze trei­ben den US-Dollar in die Höhe - zum Nach­teil ande­rer Län­der. Denn nicht nur Impor­te wer­den teu­rer, son­dern auch die Bedie­nung von Kre­di­ten. Die straf­fe Geld­po­li­tik der US-Notenbank bekom­men daher vor allem ein­kom­mens­schwä­che­re Län­der zu spü­ren, die sich wäh­rend der Pan­de­mie hoch ver­schul­det haben und ihre Kre­di­te in US-Dollar auf­ge­nom­men haben - selbst aber kei­ne Dol­lars ver­die­nen. Die höhe­ren Zin­sen ver­teu­ern die­se Kredite.

Das pas­siert zu einem Zeit­punkt, an dem die Infla­ti­on vie­le Län­der in Zen­tral­asi­en, Latein­ame­ri­ka und süd­lich der Saha­ra in Afri­ka ohne­hin schon in Nöte bringt. Die stei­gen­den Zins­sät­ze ver­schlim­mern die Lage. Hin­zu kommt, dass bei hohen Zin­sen in den USA Kapi­tal aus Entwicklungs- und Schwel­len­län­dern abflie­ßen kann. Denn stei­gen die Zins­sät­ze in den USA, wer­den Anla­gen dort attrak­ti­ver. Anle­ger, die aktu­ell in ein­kom­mens­schwä­che­ren Län­dern inves­tie­ren, könn­ten sich dazu ent­schei­den, statt­des­sen auf den nun attrak­ti­ve­ren US-Markt aus­zu­wei­chen. Für die betrof­fe­nen Län­der hat das schwer­wie­gen­de Fol­gen, denn sie dürf­ten sich noch schwe­rer von den kata­stro­pha­len Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie erholen.

Erns­te Krise

Die US-Zinspolitik kann in ein­kom­mens­schwa­chen Län­dern eine ernst­haf­te Wirt­schafts­kri­se aus­lö­sen - wie auch die Geschich­te zeigt. Die Fol­gen des soge­nann­ten Volcker-Schocks sind dabei beson­ders in Erin­ne­rung geblie­ben. Der legen­dä­re Fed-Chef Paul Volcker erhöh­te in den 1980er-Jahren im Kampf gegen die Infla­ti­on dras­tisch die Zin­sen. Das Wirt­schafts­wachs­tum in den USA wur­de gebremst. Das riss aber auch ande­re Volks­wirt­schaf­ten mit nach unten.

Län­der wie Mexi­ko und Chi­le schlit­ter­ten in eine schwe­re Schul­den­kri­se, von der sie sich jah­re­lang nicht erhol­ten. In Latein­ame­ri­ka sprach man gar von einem ver­lo­re­nen Jahr­zehnt. Auch in spä­te­ren Jah­ren hat­ten Zins­an­he­bun­gen der Fed immer wie­der auch wirt­schaft­li­che Fol­gen für Entwicklungs- und Schwellenländer.

Öko­nom­in­nen und Öko­no­men war­nen nun davor, dass sich die­se Sze­na­ri­en wie­der­ho­len könn­ten - mit ver­hee­ren­den Kon­se­quen­zen für die Men­schen in die­sen Staa­ten. “Hohe Infla­ti­on, stei­gen­de Zins­sät­ze und ein sich ver­lang­sa­men­des Wachs­tum haben die Vor­aus­set­zun­gen für Finanz­kri­sen geschaf­fen, wie sie Anfang der 1980er-Jahre eine Rei­he von Ent­wick­lungs­län­dern heim­ge­sucht haben”, schrie­ben Sebas­ti­an Essl und Mar­cel­lo Estevao von der Welt­bank bereits im Juni.

Auch Deutsch­land als Export­na­ti­on dürf­te die Aus­wir­kun­gen einer sol­chen Schul­den­kri­se zu spü­ren bekom­men. Denn die deut­schen Expor­te könn­ten gefähr­det wer­den, wenn sich in ande­ren Län­dern die wirt­schaft­li­che Lage dras­tisch verschlechtert.

Die Zins­po­li­tik der Fed setzt auch den Euro mas­siv unter Druck. Die Gemein­schafts­wäh­rung fiel im spä­ten US-Währungshandel am Mitt­woch wie­der unter den US-Dollar und sogar auf den nied­rigs­ten Stand seit Ende 2002. Im Som­mer war ein Euro erst­mals seit rund zwei Jahr­zehn­ten weni­ger wert als ein Dol­lar. Die Euro­päi­sche Zen­tral­bank hat viel spä­ter als die Fed ange­fan­gen, die Zin­sen zu erhöhen.

Auf die Fra­ge, ob die Fed auch die Ent­wick­lun­gen im Rest der Welt im Blick habe und damit auch eine mög­li­che glo­ba­le Rezes­si­on, sag­te Fed-Chef Powell: “Wir sind uns sehr bewusst, was in ande­ren Volks­wirt­schaf­ten auf der gan­zen Welt vor sich geht und was das für uns bedeu­tet - und umge­kehrt.” Man ver­su­che sich natür­lich abzu­stim­men, aber das sei bei den unter­schied­li­chen Zins­ni­veaus schon auch schwie­rig. Sein Resü­mee: “Wir befin­den uns alle in sehr unter­schied­li­chen Situa­tio­nen.” (apa, dpa)

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Wait what!?

Ja, wenn man so einen Russ­land Krieg am Lau­fen hat, kann man exakt zu dem Zeit­punkt auch toll einen neu­en Paul Volcker Moment (“Fick die rest­li­chen Staa­ten und ihre Schul­den­struk­tur, Leit­zins rauf!” > Ärme­re Staa­ten auf Jah­re nicht mehr inves­ti­ti­ons­fä­hig) neben­bei unter­brin­gen… Fällt eh kei­nem auf.

Wenn man 600 Mil­li­ar­den an Infra­struk­tur­in­vest­ments über fünf Jah­re verspricht.

Und das Geils­te, Jour­na­lis­ten müs­sen das heu­te so hin schrei­ben, dass die US wie­der pri­ma aus­stei­gen. Was für ein gei­ler Dad­dy der Biden doch ist. Wäh­rend er nicht mal selbst ver­steht, was er da vom Tele­promp­ter liest. Der hat gefäl­ligst in den “wir geben euch Almo­sen” Emo­tio­nen auf­zu­ge­hen, als US Präsident.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut Letzte.

Fickt euch ihr Schwei­ne, hängt euch auf ihr Arschlöcher.

Läuft…

21. September 2022

Über die gan­zen guten Nach­rich­ten, dass Putin jetzt eine Teil­mo­bi­li­sie­rung des rus­si­schen Hee­res ange­ord­net hat, wol­len wir aber auch die rest­li­chen guten Nach­rich­ten zur Wirt­schafts­ent­wick­lung nicht vergessen -

Hohe Ener­gie­prei­se: Unter­neh­men ori­en­tie­ren sich Rich­tung USA

Das China-Geschäft wackelt, die Ener­gie­kos­ten in der Hei­mat explo­die­ren. 75 Pro­zent der deut­schen Maschi­nen­bau­er wol­len jen­seits des Atlan­tiks expandieren

[…]

Mit dem Krieg in der Ukrai­ne und den explo­die­ren­den Ener­gie­kos­ten in Deutsch­land ist ein wei­te­res Argu­ment hin­zu­ge­kom­men: Der hie­si­ge Strom­preis ist inzwi­schen um ein Viel­fa­ches höher als der in den USA.

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Komisch, kein Medi­um kann heu­te mehr acht­fach schrei­ben. Da hat­test dus als Redak­teur noch im Kopf, und schwupps ists raus aus dem Wortschatz…

(In den Spit­zen, lang­fris­tig vierfach.)

Hans-Werner Sinn ist auch schon ganz hin und weg…

Und sehnt sich zu alten Zei­ten zurück…

Nun kann man sagen das ist der Trend der Zeit, das muss man so hin­neh­men, die Märk­te haben sich gewan­delt, und VW ist dann doch noch nicht gut genug für die neu­en Märk­te und die ande­ren - aber das sind ja nicht die Märk­te. Das sind ja poli­ti­sche Vor­ga­ben. Hat mit Märk­ten nichts zu tun. Weder die Her­stel­ler woll­ten ursprüng­lich in die­sen Elek­tro Kurs gehen, noch woll­ten es die Ver­brau­cher - nicht? Son­dern das waren alles oktroy­ier­te Ent­wick­lun­gen - in Brüs­sel fest­ge­legt, durch das EU Par­la­ment, und ich sag ihnen, da sit­zen nicht nur Freun­de von Deutsch­land, da sit­zen eben vie­le Leu­te die ihre eige­ne Agen­da haben und manch einer, Abge­ord­ne­ter, denkt - die Deut­schen mit ihren Export­über­schüs­sen […] das spielt alles so eine biss­chen mit, und des­halb glau­be ich sind das nicht nur sach­li­che Erwä­gun­gen. Die indus­trie­po­li­ti­schen Inter­es­sen, die har­ten Inter­es­sen, die dort ver­tre­ten waren, in den Gre­mi­en der EU, von Her­stel­lern ande­rer Län­der, die glaub­ten bei E-Autos da eine Nasen­län­ge Vor­sprung zu haben, die haben sich ver­bün­delt, mit den Grü­nen Gesin­den, ganz Euro­pas - und das ist immer das bes­te Geschäft - wenn man also den har­ten Pro­fit ver­bin­den kann mit ner schö­nen Moral, wenn man das öffent­lich ver­kauft, dann kann man auch die poli­ti­schen Wei­chen so stel­len, dass man Vor­tei­le hat.”

Alp­bach 2018 *hust*

edit: Sich mit Aus­gleichs­zah­lun­gen aus der Ver­ant­wor­tung raus­kau­fen? Läuft. Nur nicht mehr lan­ge… Der Euro ist jetzt auf einem 20 Jahres-Tief zum US-Dollar (Ein­füh­rung 1999.) Dan­ke ihr Schweine.

Ist das jetzt eine Wende im Krieg?1!11?

21. September 2022

Putin kün­digt in Anspra­che Teil­mo­bil­ma­chung des Mili­tärs an

Ein ent­spre­chen­des Papier sei bereits unter­zeich­net wor­den. Es hand­le sich um eine teil­wei­se Mobi­li­sie­rung, kei­ne Gene­ral­mo­bil­ma­chung. Betrof­fen sei­en vor allem Reser­vis­ten, die bereits über Erfah­rung ver­fü­gen wür­den. Die Mobi­li­sie­rung wer­de noch heu­te, am 21. Sep­tem­ber, beginnen.

Unver­ant­wort­li­che Poli­ti­ker aus dem Wes­ten wür­den Dro­hun­gen gegen Russ­land aus­spre­chen. Angrif­fe auf rus­si­sches Gebiet - hier nennt er die besetz­te Krim - sei­en Ter­ror­an­grif­fe. Lon­don, Brüs­sel und Washing­ton wür­den Kiew vor sich her­trei­ben - Russ­land sol­le ver­nich­tet wer­den, das sei ihr Ziel. “Wir wer­den alle Mit­tel ver­wen­den, die wir zur Ver­fü­gung haben”, sagt Putin. Wer ver­su­che, Russ­land mit Waf­fen­lie­fe­run­gen zu erpres­sen, dem sei gesagt, dass der Wind sich jeder­zeit dre­hen kön­ne. Er ver­traue auf die Unter­stüt­zung Euro­pas. Damit ist die Rede beendet.

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Das Kla­vier im Arsch von Scholz hat­te sich davor erneut zu Wort gemeldet.

Scholz wirft Putin “blan­ken Impe­ria­lis­mus” vor

Deutsch­lands Kanz­ler Olaf Scholz hat Russ­land vor den Ver­ein­ten Natio­nen “blan­ken Impe­ria­lis­mus” vor­ge­wor­fen und der Ukrai­ne wei­te­re Unter­stüt­zung auch mit Waf­fen­lie­fe­run­gen zuge­si­chert. “Putin wird sei­nen Krieg und sei­ne impe­ria­len Ambi­tio­nen nur auf­ge­ben, wenn er erkennt: Er kann die­sen Krieg nicht gewin­nen”, sag­te Scholz Diens­tag­abend vor der UNO-Vollversammlung in New York. “Er zer­stört dadurch nicht nur die Ukrai­ne, er rui­niert auch sein eige­nes Land.”

Des­halb wer­de man kei­nen rus­si­schen “Dik­tat­frie­den” akzep­tie­ren - und auch kei­ne Schein­re­fe­ren­den, beton­te Scholz. Damit spiel­te er auf die von kremltreu­en Sepa­ra­tis­ten geplan­ten Abstim­mun­gen in meh­re­ren ukrai­ni­schen Regio­nen an, die am Diens­tag ange­kün­digt wor­den waren.

Die Ukrai­ne müs­se in der Lage sein, Russ­lands Über­fall abweh­ren zu kön­nen, beton­te Scholz. “Wir unter­stüt­zen die Ukrai­ne dabei mit aller Kraft: finan­zi­ell, wirt­schaft­lich, huma­ni­tär und auch mit Waf­fen.” Kurz vor der Abrei­se des Kanz­lers nach New York hat­te die deut­sche Bun­des­re­gie­rung wei­te­re Waf­fen aus Bun­des­wehr­be­stän­den zuge­sagt, dar­un­ter vier schwe­re Artil­le­rie­ge­schüt­ze vom Typ Pan­zer­hau­bit­ze 2000.

Für das Agie­ren Russ­lands gebe es nur ein Wort, sag­te der Kanz­ler: “Das ist blan­ker Impe­ria­lis­mus.” Die­se Rück­kehr des Impe­ria­lis­mus sei nicht nur ein Desas­ter für Euro­pa, son­dern auch für die glo­ba­le Frie­dens­ord­nung. “Des­halb war es so wich­tig, dass 141 Staa­ten den rus­si­schen Erobe­rungs­krieg hier in die­sem Saal ein­deu­tig ver­ur­teilt haben.” Im März hat­ten 141 der 193 UN-Mitgliedstaaten für eine ent­spre­chen­de Reso­lu­ti­on gestimmt. Die bei­den bevöl­ke­rungs­reichs­ten Län­der der Welt - Chi­na und Indi­en - ent­hiel­ten sich allerdings.

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Das ist so der­ma­ßen erstaun­lich wie kon­se­quent die SPD hier wie­der auf Ansa­ge umfällt.

Die ers­ten zwei Mona­te war die deut­sche Regie­rungs­po­si­ti­on “Revan­chis­mus”. Die vier Mona­te danach “Revan­chis­mus und Neo­ko­lo­nia­lis­mus”, nach sechs Mona­ten dann “Impe­ria­lis­mus”.

Da kann die Geschichts­wis­sen­schaft (HAHAHAHAHAHA) aber wie­der aus dem Vol­len schöp­fen, wenn sie einem ihrer Mit­glie­der Geschichts­re­vi­sio­nis­mus vorf­wirft. Hui, da wer­den aber wie­der eini­ge Insti­tuts­leit­fä­den neu geschrie­ben wer­den müs­sen. Ganz zu schwei­gen von den Arbei­ten die an der Stel­le in die Ton­ne gekloppt und neu ver­fasst wer­den müssen.

Und nicht ver­ges­sen, dem liegt Fio­na Hills vier Stein­sta­tu­en Theo­rie “Wie Putin wirk­lich denkt” zu Grun­de! Offi­zi­el­le Äuße­run­gen dass er impe­ria­lis­ti­sche Ambi­tio­nen hät­te, gibt es nicht. (Chom­sky in die­sem Inter­view (Wort wört­lich)) - und Chom­sky über­sieht kei­ne offi­zi­el­len Regierungsstatements.)

PING! Das Kla­vier im Arsch von Scholz hat schon wie­der ’ne Pres­se­mel­dung verfasst.

Der Wehr­schütz ver­sucht der­weil noch allei­ne auf ein­sa­mer Front, Front­jour­na­lis­mus unter Leu­te zu brin­gen, der Stan­dard gei­fert schon mit “hat der ORF sie fal­len­ge­las­sen” (“Lässt der ORF sie im Stich?”) News nach, die nicht existieren.

Exit Sze­na­ri­en hat Putin ja defi­nitv kei­ne gebraucht. Wozu auch, bei so einer klei­nen Teilmobilisierung…

Das Volk ist auch noch nicht gegen ihn, aber die Diens­te arbei­ten ja schon flei­ßig für in zwei Jah­ren dann.

Und bis dahin wird schön weitergestorben.

Die­se Gesell­schaft ist das abgrund­tief Letz­te.

Fickt euch ihr Schwei­ne, hängt euch auf ihr Arsch­lö­cher, deto ihr Wichser.

edit:

Putin beruft 300.000 Reser­vis­ten in den Krieg gegen die Ukraine

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Och, sind doch nur 300.000 Reservisten…

The amazing retroactive success of the Ukraine

21. September 2022

- espe­cial­ly in the Kher­son region.

Mir ist da unlängst mal auf­ge­fal­len, dass sich seit dem 07. August die zurück­er­ober­ten Gebie­te der Ukrai­ne in allen TV Kar­ten (CNN, BBC, DW, Wie­ner Zei­tung, APA, …) auf über von Russ­land zuletzt besetz­tes Gebiet aus­ge­wei­tet haben.

Auch die Erfol­ge in Kher­son sind bemerkenswert.

Ich würd sagen, die News­desks haben wie­der exzel­lent recher­chiert. Genau­so wie die Pri­mär­quel­le in allen Fäl­len, das ISW. “The Insi­tu­te for the Stu­dy of War (ISW) is a United States-based think­tank foun­ded in 2007 […]”.

Ach­ja, und die Kar­te vom 7. August muss­te ich aus dem vor­he­ri­gen Ver­gleich von mir klet­zeln, die BBC hat die ein­fach von der Web­sei­te gelöscht, und die aktu­el­len Kar­ten dort ver­öf­fent­licht. Bei archive.org tau­chen sie auch nicht mehr auf. Erstklassig.

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