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Wie kann man diese Gesellschaft noch verarschen?

26. August 2023

Man kann die Kar­te hori­zon­tal etwas stretchen…

Karte ukraine robotyne 100~1920x1080
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Und die Gefechts­mar­kie­run­gen erst bei Ori­chiw anbringen…

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Dann noch ein wenig dem neu gezeich­ne­ten Front­ver­lauf einen schö­nen Kon­trast geben.

Und schon sieht der Zuse­her nicht mehr, dass das Stra­ßen­netz von Sapo­rischsch­ja aus genutzt wur­de und es nach dem Über­set­zen über das aus­ge­trock­ne­te Staubecken weni­ger als 50 km bis zum ers­ten Gefechts­punkt waren. Per Stra­ßen­netz. 30km Luftline.

Roads
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Auch an der Saporischschja-Front scheint der ukrai­ni­sche Vor­stoss nur lang­sam vor­an­zu­ge­hen. Mel­dun­gen des ISW besa­gen, dass ukrai­ni­sche Trup­pen wei­ter­hin auf das Dorf Robo­ty­ne, rund 30 Kilo­me­ter süd­öst­lich des teil­wei­se aus­ge­trock­ne­ten Kachowka-Staudamms, vorrücken.

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Dazu viel­leicht noch ein Eis?

Übri­gens, das von Russ­land seit März 2022 besetz­te Atom­kraft­werk Sapo­rischsch­ja (das das die Rus­sen immer wie­der angrei­fen obwohl sie selbst drin sit­zen) liegt laut ZDF Kar­te mit­ten in befrei­tem ukrai­ni­schen Gebiet…

Karte saporischschja 100~1920x1080
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(edit: Auf­lö­sung dazu click)

Ich würd sagen - passt. Mehr soll­te man der Bevöl­ke­rung auch wirk­lich nicht zumuten.

Übri­gens die nicht hori­zon­tal gestretch­te Kar­te mit dem ein­ge­zeich­ne­ten Atom­kraft­werk? Eben­falls: Quel­le ZDF.

Wie kann man die Bevölkerung eigentlich noch verarschen?

25. August 2023

https://www.youtube.com/watch?v=sW2TAT-RAiI

Ers­tens ein­mal tol­le Über­schrift, mit einer Auf­lö­sung die sie garan­tiert über­ra­schen wird!

(#144 Was Pri­go­schins mög­li­cher Tod für den Krieg bedeu­tet | Pod­cast Was tun, Herr Gene­ral? | MDR)

Aber unser immer noch lau­fen­der, garan­tiert nicht NATO Pro­pa­gan­da Pod­cast im WDR, bringt heu­te auch etwas ins Tref­fen, was nicht ein­mal mir bis­her ein­ge­fal­len wäre.

Also der Herr Gene­ral dort ist da immer sehr skep­tisch, wenn die WP oder die NYT von “Mili­tär­quel­len spre­chen”, also vor allem, wenn die dort wie im Fal­le der WP ver­mel­den, dass die ukrai­ni­schen Som­mer­initia­ti­ve ihr Haupt­ziel nicht errei­chen wird --

weil die inter­view­en ja alles. So der ehe­ma­li­ge Nato Gene­ral. Also das könn­ten ja auch Hinz und Kunz von der Trot­tel­pa­ra­de sein, die der WP da ein Inter­view gege­ben haben.

Dan­ke Herr General!

Also von der War­te, dass die WP mit his­to­risch sen­sa­tio­nell nahen Kon­tak­ten zu Mili­tär­quel­len im Pla­nungs­stab hier ein­fach Hinz Voll­ver­ar­sche (das ist tat­säch­lich sein Nach­na­me, muss man näm­lich wis­sen) inter­viewt und ohne eine zwei­te Quel­le gehabt zu haben ver­öf­fent­licht haben soll, also auf die Idee wäre ich bis­her tat­säch­lich noch nicht gekommen.

Ist ja enorm! Also erhel­lend. Enorm erhellend.

Pro­pa­gan­da hat im deut­schen Nato Pro­pa­gan­da Pod­cast übri­gens immer noch nie­mand entdeckt.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk, abar­tigst Allerletzte.

edit BITTE WAS!? Da ist ja noch so ein Knül­ler drin­nen, nein - also Deutsch­land muss ent­ge­gen der Mehr­heits­mei­nung der Bevöl­ke­rung natür­lich schon Tau­rus lie­fern, und erzwun­ge­ner Tech­no­lo­gie­trans­fer beim in rus­si­sche Hän­de fal­len der Tech­no­lo­gie ist natür­lich schon ein Grund das nicht zu tun, aber wenn wir genau sind, hät­ten wir bei dem Ziel­kon­flikt ja auch kei­ne Leo­pard 2 A6 lie­fern dür­fen und… Ja also das geht ja nicht, also natür­lich - da muss man Tau­rus liefern.…

Ehm, was haben die US noch­mal mit ihren Abra­hams gemacht die die Ukrai­ne nächs­tes Jahr errei­chen wer­den?! Ah - alles Gerät zur auto­ma­ti­schen Ziel­erfas­sung und elek­tro­ni­schen Kriegs­füh­rung erst mal in den US aus­ge­baut und durch älte­res ersetzt.

US offi­cials said they were see­king to shor­ten deli­very times and they would deli­ver older models by fall. In Janu­a­ry, Poli­ti­co repor­ted that, becau­se of export regu­la­ti­ons, the United Sta­tes inten­ded to strip the Abrams tanks of their clas­si­fied armor packa­ge, which inclu­des deple­ted ura­ni­um, befo­re sen­ding them to Ukraine.

Gus­tav Gres­sel, a seni­or poli­cy fel­low who spe­cia­li­zes in armed con­flict and mili­ta­ry affairs at the Euro­pean Coun­cil on For­eign Rela­ti­ons, told DW that this is not­hing unusu­al. “Ukrai­ne is recei­ving the export vari­ant of the Abrams, the same ones that are used in Egypt, Sau­di Ara­bia, and Iraq,” Gres­sel said. He added that the armor is com­pa­ra­ble to that of the older Ger­man Leo­pard 2A4 tanks that Nor­way and, ear­lier, Poland had deli­ve­r­ed to Ukrai­ne. Gres­sel said the older Abrams was “still a good batt­le tank: It has a good ther­mal ima­ging came­ra and a power­ful can­non, and is supe­ri­or to Rus­si­an tanks in terms of handling.”

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Dar­in sieht der Herr Gene­ral aber auch kei­nen Zielkonflikt…

Moment - aber das ist doch nur die Uran­pan­ze­rung die da abge­nom­men wird, schreibt DW

Ja - aber die haben halt auch die Pri­mär­quel­le bei Poli­ti­co bewusst falsch über­setzt… Wie immer in Deutsch­land halt. Für die Bevölkerung.

The first DOD offi­cial and ano­t­her per­son fami­li­ar with Kyiv’s thin­king said the tanks could even arri­ve in Ukrai­ne as ear­ly as August, but that time­li­ne may be over­ly opti­mistic. The tanks are not new; ins­tead, the older vehi­cles are being strip­ped of their most sen­si­ti­ve tech­no­lo­gy, inclu­ding in some cases secret deple­ted ura­ni­um armor, befo­re they can be sent to Ukraine.

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Ach­so ja, unter ande­rem auch die Uran-Panzerung. Das sind jetzt aber also, also auch noch wei­ter­hin ganz tol­le Pan­zer - auch wenns nicht mehr die neu­es­ten sind und ALLE Sta­te of the art Elek­tro­nik ent­fernt wurde.

Experts have pre­vious­ly sug­gested that the high-tech Abrams, which are com­pli­ca­ted plat­forms com­pa­red to other tanks, would lose some of their most sophisti­ca­ted elec­tro­nics befo­re see­ing com­bat in Ukrai­ne. The tanks are “being strip­ped of their most sen­si­ti­ve tech­no­lo­gy, inclu­ding in some cases secret deple­ted ura­ni­um armor, befo­re they can be sent to Ukrai­ne,” Poli­ti­co reported.

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Na dann, kann ja erst mal ordent­lich wei­ter gelie­fert wer­den. Ob jetzt 250km Reich­wei­te oder 500km wie bei Tau­rus, wen kümmerts.…

Kei­ne wei­te­ren Fra­gen Herr Gene­ral. Passt schon.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk, abar­tigst Allerletzte.

Nein also wirk­lich bit­te, was an dem Pod­cast ist NATO Propaganda?!

Ich mein und das wo in Deutsch­land doch nur so eine klei­ne Mehr­heit gegen die Lie­fe­rung ist.

52 Pro­zent der Wahl­be­rech­tig­ten sind der Mei­nung, dass Deutsch­land die Marsch­flug­kör­per, die gegen Zie­le in grö­ße­rer Ent­fer­nung ein­ge­setzt wer­den kön­nen, nicht an die Ukrai­ne lie­fern soll­te, 36 Pro­zent sind dafür.

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Also nach­dem wir alle Unent­schie­de­nen wie die deutsch­spra­chi­gen Qua­li­täts­me­di­en erst mal alle den Pro Stim­men zuge­ord­net haben, und es dann immer noch zu weni­ge waren!

Wie sagt man in Alp­bach so ger­ne so schon “we have a lot of PR work in front of us!”

Oder bei der Stif­tung Wis­sen­schaft und Poli­tik: “Das ist eine Lernkurve.”

*lern* *lern* *lern*

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut abar­tigst Allerletzte.

Wie kann man die Öffentlichkeit eigentlich noch verarschen?

25. August 2023

Ganz toll, müs­sen sie auch im Reper­toir haben.

Ukrai­ne says spe­cial for­ces made dar­ing amphi­bio­us raid into Crimea

So ein­fach mal eine Grup­pe Spec Ops, ohne schwe­res Gerät, ohne Ver­sor­gung im Rücken aber mit Flag­ge und Video­ka­me­ra auf die Krim schicken.

Wegen der guten Erfolgs­aus­sich­ten und so.

Die berei­ten dort sicher einen Brü­cken­kopf vor (*räus­per*).

edit: Moment, der ZDF hat dazu the­ma­tisch gleich wie­der etwas vorbereitet.….….…

Wie kann man diese Gesellschaft eigentlich noch verarschen?

25. August 2023

Wagner-Chef Pri­go­schin soll tot sein: Wie geschwächt ist Russland?

Ohne Wor­te.

Oder jetzt ganz neu bei Lanz:
“Man muss den Leu­ten erklä­ren, dass wir die­sen Krieg wegen den Mas­sen­ver­ge­wal­ti­gun­gen der Rus­sen füh­ren, bei denen sogar Kin­der ver­ge­wal­tigt wur­den, und den Mas­sen­kas­tra­tio­nen. Und den 20.000 nach Russ­land ver­schlepp­ten Kin­dern. Und den Pri­vat­häu­sern und Lei­chen die die Rus­sen verminen.”

Denn jeder der das weiß, und trotz­dem für eine Been­di­gung des Krie­ges ist, dem ist nicht mehr zu helfen.”

O-Ton.

Was weiß? Dass es Kas­tra­tio­nen von Kriegs­ge­fan­ge­nen nicht mas­sen­haft, aber dafür auf bei­den Sei­ten gege­ben hat (Häu­fi­ger doku­men­tiert an ukrai­ni­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen.). Dass die ver­min­ten Pri­vat­häu­ser und Lei­chen ein Mit­tel bei einem erzwun­ge­nen Rück­zugs von rus­si­schen Kräf­ten waren. Nicht der Regie­rungs­all­tag in einer von Russ­land besetz­ten Regi­on? Dass die Gesamt­zahl der geflüch­te­ten ukrai­ni­schen Kin­der 210.000 aus­macht, das durch einen län­ge­ren Krieg nicht bes­ser wird, und man für die ent­führ­ten Kin­der auf diplo­ma­ti­schem Weg bereits etwas getan hat (zumin­dest eini­ge zurück­ge­holt) (Kunst­stück, denn wenn man eine sol­che Mut­ter ins deut­sche Fern­se­hen setzt, ist das für Russ­land irgend­wie schlech­te PR, ich glaub fast die geben da eher die Kin­der zurück…), und es für den Rest schwie­rig wird etwas zu tun, solan­ge ein Krieg läuft?

Dass der Kon­text zu Ver­ge­wal­ti­gun­gen fol­gen­der ist:
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Kaum Bewei­se, nur in eini­gen Fäl­len von Kom­man­dan­ten ange­ord­net, und als unab­hän­gi­ge Quel­le akzep­tie­ren wir selbst­re­dend “Medu­sa”, die “eine Rei­he von Arti­keln über sexu­el­le Gewalt durch das rus­si­sche Mili­tär” ver­öf­fent­licht haben.

Und über wie vie­le Opfer reden wir?

Vie­le Opfer schweigen

Schon jetzt zeich­net sich ein schreck­li­ches Bild ab: Seit Beginn der vol­len Inva­si­on vor einem Jahr hat die für Straf­ta­ten im Zusam­men­hang mit sexu­el­ler Gewalt zustän­di­ge ukrai­ni­sche Gene­ral­staats­an­walt­schaft 156 Fäl­le regis­triert. “Hier ermit­teln wir”, erklärt Iry­na Diden­ko, Lei­te­rin der Abtei­lung. Es sei aber sehr wich­tig, zu ver­ste­hen: “156 ist nur die Zahl der Opfer, die sich auf das Straf­ver­fah­ren einlassen.” 

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So vie­le, dass die Tages­schau den Para­gra­phen mit “vie­le Opfer schwei­gen” ein­lei­ten muss.

Quel­le? Iry­na Diden­ko, Lei­te­rin der ukrai­ni­schen Gene­ral­staats­an­walt­schaft. (!!! *hust*)

Ok, wie vie­le Ver­ge­wal­ti­gun­gen und sexu­el­le Nöti­gun­gen gibt es in Deutsch­land im Jahr? 12.000. src: click

Sagen wir 6000 in der Ukrai­ne im Jahr. Russ­land hält 20% der Ukrai­ne besetzt.

Popu­la­ti­on in den von Russ­land besetz­ten Gebie­ten laut sedac Popu­la­ti­on Esti­ma­ti­on Ser­vice von columbia.edu:

10 Mil­lio­nen (2020)

Popu­la­ti­on der Ukraine
44 Mil­lio­nen (2020)

Dh. 6000/4= 1500 Ver­ge­wal­ti­gun­gen pro Jahr im rus­sisch besetz­ten Gebiet wären der Durchschnitt.

Russ­land hat 400.000 Sol­da­ten im Ein­satz.

Sind ein 25stel der 10 Mil­lio­nen Ein­woh­ner im Gebiet.

1500/25 = 60

Von der Lei­te­rin der ukrai­ni­schen Gene­ral­staats­an­walt­schaft doku­men­tier­te Ver­ge­wal­ti­gun­gen seit Kriegs­be­ginn: 156 (Stand 24.02.2023, dh exakt ein Jahr nach Kriegsbeginn.)

Dh. der ter­ro­ri­sie­ren­de rus­si­sche Sol­dat ist 2.6 mal häu­fi­ger Ver­ge­wal­ti­ger als der durch­schnitt­li­che Ukrai­ner vor Kriegsbeginn.

Und das noch freund­lich gerech­net, denn wenn die Hälf­te der 10 Mil­lio­nen in der Ukrai­ne geflo­hen sein soll­te erhöht das den Anteil der rus­si­schen Sol­da­ten an der Gesamt­be­völ­ke­rung antei­lig überproportional.

Ok, aber jetzt wird ja kei­ne der Ver­ge­wal­ti­gun­gen in den 20% der Ukrai­ne gezählt wor­den sein, die Russ­land noch besetzt! Ok, Russ­land hat bereits die Hälf­te sei­nes beset­zen Ter­ri­to­ri­ums ver­lo­ren nicht? Laut krea­ti­ver ukrai­ni­scher Berechnung.

Neh­men wir die 10 Mil­lio­nen Ein­woh­ner in der Rech­nung weg, der Rest bleibt gleich.

Also Schwan­kungs­brei­te 2.6+30%? Sind 3.4.

Der ter­ro­ri­sie­ren­de rus­si­sche Sol­dat ist 3.4 mal häu­fi­ger Ver­ge­wal­ti­ger und sexu­el­ler Nöti­ger als der Durch­schnitts­bür­ger der Ukrai­ne in Frie­dens­zei­ten? Sagt die Lei­te­rin der ukrai­ni­schen Gene­ral­staats­an­walt­schaft? (!!! *hust*)

Gut dass der Durch­schnitt­s­eu­ro­pä­er so gut in Sta­tis­tik ist!

Dafür lohnt es sich ja den Krieg noch um zwei Jah­re zu ver­län­gern… Laut den deut­schen öffent­lich Rechtlichen.

Wobei die Mehr­heit der Opfer sagt ja nichts. Was, bei Ver­ge­wal­ti­gun­gen gibt es eine Dun­kel­zif­fer? Und die ist die Mehr­heit? Nein! Exklu­siv rus­si­sches Phä­no­men wür­de ich mal sagen. Und toll dass man in der Ukrai­ne jetzt auch bereits den Umfang der Dun­kel­zif­fer kennt!

Naja, komm - jetzt ist es noch strit­tig ob bei der aktu­el­len ukrai­ni­schen Offen­si­ve laut US Quel­len 40.000 oder 45.000 ukrai­ni­sche Sola­da­ten ums Leben gekom­men sind, von den Kriegs­in­va­li­den erst gar­nicht zu spre­chen, da kann der Krieg ja end­lich wei­ter gehen…

Weil unser west­li­cher rechts­nor­mier­ter Krieg natür­lich ohne sexu­el­le Gewalt über die Büh­ne zu gehen hat - oder der Geg­ner wird bis zum kom­plet­ten Abzug ver­nich­tet, auch wenn das einen Auf­rei­bungs­krieg über Jah­re bedeutet.

Wir sehen also “Mas­sen­ver­ge­wal­ti­gun­gen” sind als Argu­ment etwas zu for­dern, ein­fach ideal.

Du brauchst kei­ne Bewei­se, die die du brauchst holst du dir von der ukrai­ni­schen Aus­lands­pres­se (Medu­sa). Die Ver­bre­chen einer Sei­te wer­den ver­ges­sen. Ver­bre­chen die bei Gebiets­ver­lus­ten aus­ge­übt wer­den, wer­den ein­fach mit allem ande­ren in einen Topf gewor­fen. Und am Ende ists die gene­ti­sche Dis­po­si­ti­on und der nicht beleg­ba­re sys­te­ma­ti­sche Ein­satz die­ser Ver­bre­chen die das wie­der zu einer Eigen­heit des Rus­sen macht.

Man kennt das ja, im Wes­ten vor Kriegs­ge­rich­ten wer­den Leu­te dafür ja, also oft­mals - mit Aus­schluss vom Mili­tär belangt. In Friedenszeiten.

Nein, also jeder der das weiß, kann gar nicht für ein Ende des Krie­ges sein… 

Pro­pa­gan­da hat immer noch nie­mand entdeckt.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk abar­tigst Allerletzte.

edit: Es gibt aber natür­lich auch wie­der gute Nachrichten!

US-Botschafter in Japan isst Fukushima-Fisch vor Reportern.

I cant believe its not b̶u̶t̶t̶e̶r̶ Propaganda!

22. August 2023

Also zuerst mal den You­tube Kanal und das Nach­rich­ten­for­mat “United 24” nen­nen. United für - ehm kei­ne Ahnung, mit broad­cas­ting hat das nichts zu tun, mit Dif­fe­ren­zie­rung oder Ziel­grup­pen Adres­sie­rung auch nicht. Mit messaging schon. Dann noch 24 dahin­ter, weil man ist ja ein Nach­rich­ten­ka­nal (JA GENAU.…)

Ok was müs­sen wir aktu­ell trans­por­tie­ren? Es ist total voll super ok, wenn die Ukrai­ni­sche Som­mer­of­fen­si­ve geschei­tert ist, solan­ge sich alles quo­te “in einem sus­tainab­le pace nach vor­ne bewegt”.

Dazu neh­men wir Mus­kel Kar­le und Mus­kel Ede, aber die mit dem guten Bart­wachs im Bart - und las­sen die einen Anekdoten- und per­sön­li­che Mei­nungs Pflau­men­ku­chen der Son­der­klas­se erzählen.

Dann set­zen wir noch eine Mode­ra­to­rin mit ein­stu­dier­ter Gelas­sen­heit und ein­stu­dier­tem Gesichts­aus­druck davor, die das alles ganz super findet.

Ok, so weit so youtube…

Aber - das Gan­ze mit einem wenn ich mich nicht ver­zählt hab 7 Kame­ra Set­up, Beleuch­tung auf dem Qua­li­täts­le­vel, dass bei uns der öffent­lich recht­li­che Rund­funk nei­disch wird. (Das Set sieht so nach Accent ligh­t­ing aus, aber die Gesich­ter nicht, die sind weich, um das so hin­zu­be­kom­men, und die spots nicht in der Kame­ra zu haben, BEI EINEM SET MIT SPIEGELNDEM BODEN!?! brauchst du - sagen wir mal, pro­fes­sio­nell ist da gar kein Aus­druck mehr der das noch fasst… Sen­sa­tio­nell und ein­drucks­voll schon eher.)

Dann pro­du­zie­ren wir Inserts mit Effekt­sounds, die so gut sind, dass ich sie am liebs­ten gleich lokal kopiert hät­te, pro­du­zie­ren für drei ver­ti­kal screens im back­ground the­ma­ti­sche (!) loo­pen­de attract Ani­ma­tio­nen vor, davon zwei mit Mili­tär­aus­rüs­tun­gen auf Drehbühnen.

Dann schal­tet die Kame­r­a­re­gie 7 Kame­ras mit jump­cuts um (Das ist post pro­duc­tion! Bei einem Nach­rich­ten Interviewformat!).

In den “Bei­trä­gen”, also abge­se­hen davon, dass sie alle­samt glos­sy shots von Front­ein­sät­zen beinhal­ten, hast du shacky cam zooms auf Gesich­ter drin, ohne dass der focus pul­ler ein­mal dane­ben liegt.

Dann wird die neue Geheim­waf­fe der Ukrai­ner prä­sen­tiert, das Kanu mit 40mm Granatenwerfer.

Dann teast die “Mode­ra­to­rin” zu beginn der Show zwecks Span­nungs­bo­gen ein “exclu­si­ve” an.

Auf jede Aus­sa­ge git es emo­tio­na­le reac­tion shots (gut, kein Wun­der bei nem 7 Kame­ra Setup).

Dann inter­viewst du US Sol­da­ten, auf eng­lisch, weil ’s muss ja viral gehen.

Gut inhalt­lich ist nichts ver­wert­ba­res dabei, alles gequirl­te Schei­ße mit per­sön­li­cher Meinungsspatina.

Aber was die fuck­ing Pro­duk­ti­on ver­schlin­gen muss…

Also 7 Kame­ras, Beleuch­tungs­de­sign aus dem Olymp der Film­pro­duk­ti­on, Effekt Desi­gner für Signa­tu­re inserts, Effect desi­gner samt Team (Dreh­büh­ne) für loo­pen­de Back­ground inserts. Post­pro­duk­ti­on um Jump­cuts hin­zu­be­kom­men. Repor­ta­ge an der Front Bericht­erstat­tungs­rei­hen (dh. mehr als eine pro Sen­dung !), über das neu­es­te ukrai­ni­sche Mili­tär­ge­rät, und davon gleich zwei, jeweils in 3 Minu­ten Zuspie­lern ver­heizt. Mode­ra­to­rin die für das 35 Minu­ten inter­view dann noch wei­te­re “Exclu­si­ves” anteasert (Da ist schei­ße alles exklu­si­ve… Die pro­du­zie­ren sel­ber, das Qua­li­täts­ni­veau kriegst du nicht mit Frei­en. (Mode­ra­to­rin spricht von unse­ren Repor­tern.) 🙂 Und das an der Front - mit Gerät mit dem du shacky cam zooms auf Gesich­ter zusam­men­bringst, ohne dass der focus pul­ler auch nur ein­mal unscharf wird (Das Gerät ist nicht älter als drei Jahre…)).

Set­de­sign ist auch top, under­sta­ted mini­ma­lism inkl. Roady­kof­fer unscharf als Hintergrundelemente.…

Also ich würd mal sagen das sind bei einem regel­mä­ßi­gen Nach­rich­ten For­mat mal hüb­sche 20 Mil­lio­nen Pro­duk­ti­ons­kos­ten im Jahr für --ehm, also…

der Haupt­link des “News­out­lets” auf you­tube geht zu Insta­gram *hust*.

Die Web­sei­te der Orga­ni­sa­ti­on wur­de am 2022-07-09 regis­triert und die domain für ein Jahr gekauft und daher am 2023-07-12 geup­datet. Die name­ser­ver sind hin­ter cloud­fla­re. Der Regis­tra­ti­ons­ort die Ukrai­ne. Die Pro­duk­ti­ons­spra­che Englisch.

Und der you­tube video­text ruft zum Spen­den für die Ukrai­ne auf. Auf der u24 sub­do­main von gov.ua.

🖖 If you want to help us crea­te out­stan­ding con­tent, come join us on http://u24.media
💪 When figh­t­ing for free­dom, every pen­ny counts. Dona­te to sup­port Ukrai­ne now on https://u24.gov.ua/uk

✉️ For col­la­bo­ra­ti­ons, ide­as & ques­ti­ons: welcome@u24.media

Ich glau­be ich habe noch nie in mei­nem Leben so ein ein­deu­tig eigen­stän­di­ges Nach­rich­ten­for­mat wie das hier gesehen!

Pro­pa­gan­da hat immer noch nie­mand entdeckt.

Und die arme Putz­frau… Das Set hat die Grö­ße einer Lager­hal­le, und der “spie­geln­de end­less mir­ror Boden” muss nach jeder Sen­dung frisch auf Hoch­glanz poliert werden!

Das ist doch noch mal ein Nach­rich­ten­for­mat Kon­zept mit Stil! Scheiss auf Kos­ten im lau­fen­den Betrieb oder Prak­ti­ka­bi­li­tät im täg­li­chen Pro­duk­ti­ons­ab­lauf… Schei­ße fly aus­se­hen muss es! Da kann man sich schon mal ein Post­pro­duc­tion Team für ein Nach­rich­ten­for­mat das pri­mär auf Insta­gram ver­öf­fent­licht leis­ten. Also für die Sen­dung in der die Mode­ra­to­rin gera­de ein Inter­view pro­du­ziert. Für den per­fek­ten Jumpcut.

I want my MTV!

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk abar­tigst Allerletzte.

edit: Sor­ry, hab noch den Haupt­bild­schirm ver­ges­sen. Sind das 105 Zoll oder 125? Das sind doch 120+, oder?

edit: Ah, sehr schön das Spen­den­front­end bei https://u24.gov.ua/uk gleich noch mit UNITED24 gebran­det, und Mark Hamill als “Defence” Ambassa­dor, fürs den per­fek­ten Clickimpuls.

Im Fach­jar­gon sagt man dazu gefühlsecht.

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Gut, aber was ist jetzt wenn das auf die micro­ge­tar­ge­te Ziel­grup­pe nicht passt? Kei­ne Angst mit unse­ren Ambassa­dors sind wir flexibel.

Wie viele Menschenleben haben die gelieferten Waffen eigentlich schon gerettet?!

20. August 2023

Redak­teur der Ber­li­ner Zei­tung ist sofort zur Stelle.

Also, wenn Russ­land die Ukrai­ne über­rannt hätte.

[Was mit 250.000 Sol­da­ten nicht mög­lich war.]

Und wir dann sol­che Mas­sa­ker wie in Irpin oder Butscha in der gesam­ten Ukrai­ne gese­hen hätten.

[Wo die rus­si­sche Armee laut Reis­ner durch­ge­dreht ist, weil die Ukra­ner dort mit Himars 1000 rus­si­sche Sol­da­ten bin­nen zwei Wochen weg­ge­schos­sen haben.]

Jaha, also, aber dann!

Gut, der mili­tä­ri­sche Plan Russ­lands war laut Reis­ner Schock and Awe, dh, mit mög­lichst klei­nen Ein­satz­trup­pen und abge­wor­fe­nen Flug­blät­tern, und der Auschal­tung von Regie­rungs­mit­glie­dern über Spe­zi­al­ein­hei­ten, poli­ti­sche Insta­bi­li­tät aus­zu­lö­sen und die­se dann durch durch poli­tisch wohl­ge­sinn­te Akteu­re im eige­nen Sin­ne zu festigen…

… aber also, wenn Russ­land die Ukrai­ne über­rannt hät­te, und dann 4 Mil­lio­nen Sol­da­ten für die Beset­zung gebraucht hät­te (nach ein­fa­chem stra­te­gi­schen Kal­kül, von Leu­ten die das zu rech­nen gelernt haben), was es Russ­land dann nicht mehr ermög­licht hät­te ihr Land in Grenz­kon­flik­ten zu ver­tei­di­gen (“Over­ex­ten­si­on”) also und dann erst mal alle rus­si­schen Sol­da­ten in allen Städ­ten so reagiert hät­ten wie die kom­plett von ihrer Ver­sor­gung und Kom­mu­ni­ka­ti­on abge­schnit­te­nen Ein­hei­ten in Butscha und Irpin - von denen die Ukrai­ne allei­ne in Butscha 1000 bin­nen zwei Wochen weg­ge­schos­sen hat, jaha! Also da haben die deut­schen Waf­fen­lie­fe­run­gen ja aber - also min­des­tens 1 Mil­li­on Leben haben die deut­schen Waf­fen dann schon gerettet!

Die Ber­li­ner Zei­tung, und die per­fekt infor­mier­te deut­sche Öffent­lich­keit ist da was gaaa­anz Hei­ßem auf der Spur.

Sowas hei­ßem, dass Cathryn Clü­ver Ash­brook dem frei­schwim­men­den Jour­na­lis­ten bei der Ant­wort gleich zu Hil­fe eilen und ein unver­fäng­li­che­res gene­rel­le­res Nar­ra­tiv her­bei­spin­nen muss. Und das auch sofort tut. (Ukrai­ni­sche Demokratie!)

Egal ---

Seh­emp­feh­lung wegen etwas ganz Ande­rem. Der Jour­na­lis­mus freut sich wie­der und springt nickend und lächelnd im Kreis, weil er end­lich wie­der Cathryn Clü­ver Ash­brook befra­gen kann, wies denn jetzt weitergeht.

Er war seit zwei Wochen jetzt bereits so gespannt drauf.

Clü­ver Ash­brook erklärt dem deut­schen Qua­li­täts­jour­na­lis­mus heu­te - ja also so 10 Jah­re Krieg wür­de ich für Deutsch­land schon ein­pla­nen, aber dafür gibts auch span­nen­de The­men für den deut­schen Qua­li­täts­jour­na­lis­mus, wie bei­spiels­wei­se Trump oder Giu­lia­ni vor Gericht wäh­rend dem Krieg - und, und hier zitie­re ich wört­lich, nur eine recht klei­ne, aber sehr voka­le Grup­pe rund um Mar­jo­rie Tay­lor Gree­ne (dumm und ver­rückt), die in den US auch eine schnel­le­re Been­di­gung des Ukrai­ne Krie­ges fordert.

Jetzt sei das in den US aber vor allem des­halb von Belang, weil und hier wie­der wört­lich - die Öffent­lich­keit zu blöd ist den Ifra­st­ruct­re Invest­ment and Jobs Act bereits wir­ken zu sehen (nied­ri­ge­rer Infla­ti­ons­druck in den US) und weil es je nach­dem ob es Trump noch vor die Fern­seh­ka­me­ras schafft, oder nicht - zu einem “hot topic in der Wahl­kampf Debat­te wer­den könn­te”, also den Krieg doch noch eher als in 10 Jah­ren zu beenden.

Wor­auf der Stan­dard natür­lich wie­der titeln kann - “Dass Trump Prä­si­dent wird” - was er unter Betrach­tung des aktu­el­len pol­lings des Wahl­ver­hal­tens der Evan­ge­li­ka­len nicht mehr schafft, “ist ent­schei­dend für die Ukrai­ne und Euro­pas Freiheit”.

Wir sehen also wieder --

die­se Gesell­schaft ist per­fekt infor­miert, und wird auch fast gar­nicht kom­plett durchverarscht.

Pro­pa­gan­da hat übri­gens immer noch nie­mand entdeckt.

Auf die nächs­ten 10 Jah­re Krieg!

Und was für ein Unglück, dass Deutsch­land ein­fach die Pan­zer zu spät gelie­fert hat… Denn das hat den Krieg ja wie­der unnö­tig verlängert…

Gut, die US haben ihre noch gar­nicht gelie­fert - aber das hat ja nichts zu bedeuten.

Denn wir hat­ten ja die Pan­zer, die hät­ten wir bereits in die ukrai­ni­sche Schlamm­sai­son hin­ein­lie­fern sollen!

Dann hät­ten die Ukrai­ner auch weni­ger Zeit gehabt ihre Sol­da­ten auf dem Gerät auszubilden!

Manch­mal ists ein­fach beru­hi­gend, wenn sich der deutsch­spra­chi­ge Jour­na­lis­mus wie­der sei­ne gesam­ten Tal­king­points des kom­men­den Jah­res ein­fach von Ash­brook ver­mit­teln las­sen kann. Es ist ja auch ein­fach zu kom­pli­ziert das alles noch zu recher­chie­ren. Oder im Kopf zu behalten.

Die­se Gesell­schaft ist das kom­plett abar­tigst, gro­tesk Allerletzte.

edit: Oh und btw. Ash­brook bezüg­lich der US Poli­tik im Indo­pa­zi­fik - inhalt­lich auch ein tota­ler Brze­zinski Fan, nur heißt das jetzt anders irgend­was mit Patch­work and Defen­si­ve Net und so… Muss da mal die neu­en Voka­bel ler­nen… Weil das hat ja auch nicht mehr Brze­zinski ent­wor­fen, son­dern der Pro­fes­sor der die neu­en Begrif­fe geco­int hat halt. Muss ich mir bei Gele­gen­heit auch noch schnell drauf schaffen.

Heute greif ich mal eine rechte Semantik auf

20. August 2023

Wie bezeich­net man bei der SPD die Katho­li­ken die die Posi­ti­on des aktu­el­len Paps­tes vertreten?

An die Adres­se der Kriegs­geg­ner sag­te Scholz, dass es nichts mit Frie­dens­lie­be zu tun habe, den Ukrai­nern zu sagen, dass sie ihr Land ein­fach erobern las­sen soll­ten. Demons­tran­ten, die als Frie­dens­tau­be auf dem Platz umher­lau­fen, sei­en „gefal­le­nen Engel, die aus der Höl­le kom­men, weil sie letzt­end­lich einem Kriegs­trei­ber das Wort reden“, erklär­te Scholz.

src: click

Das sind ganz klar - „gefal­le­nen Engel, die aus der Höl­le kom­men, weil sie letzt­end­lich einem Kriegs­trei­ber das Wort reden“.

Ich glaub jetzt haben wirs aber mit den Sach­ar­gu­men­ten, oder?

Gut, dann kann ja ab heu­te end­lich wie­der flei­ßig wei­ter gestor­ben werden.

Pro­pa­gan­da hat aber immer noch nie­mand entdeckt.

edit: Stellt sich noch die Fra­ge, woher kommt eigent­lich das hier ver­wen­de­te Motiv?

Wer­den alle gefal­le­nen Engel eben­falls in der Höl­le gequält?

Laut der Bibel sol­len die­se in einen feu­ri­gen Pfuhl gewor­fen wer­den und dort gequält wer­den, von Ewig­keit zu Ewigkeit.

src: click

Man sieht also, der Reden­schrei­ber der SPD hat recherchiert.. 😉

Wie kann man die Gesellschaft noch verarschen?

19. August 2023

Ich hab heu­te mal den Brze­zinski Text von 1997 aus­ge­gra­ben den Jef­frey D. Sachs immer referenziert:

A Geo­stra­te­gy for Eura­sia, Zbi­gniew Brze­zinski, For­eign Affairs, Vol. 76, No. 5 (Sep. - Oct., 1997), pp. 50-64 (15 pages)

Hier im Voll­text: click

Er liest sich in der Tat so als wür­den in der US Admi­nis­tra­ti­on Leu­te sit­zen, die sich auf des­sen Basis die zukünf­ti­ge Geo­stra­te­gie zurecht­zim­mern woll­ten. Das High­light ist der Schluss, aber bevor wir dazu kommen:

*HUST*

Vor 18 Stun­den via al Jazeera:

Lea­ders of US, South Korea and Japan hail sum­mit as ‘tur­ning point’

Coun­tries pledge to deepen part­ners­hip at his­to­ric Camp David talks, while con­dem­ning actions of Chi­na and North Korea.

src: click

Hier der ange­teas­te Schluss des über 25 Jah­re alten Brze­zinski Texts:

In the long term, Eurasia’s sta­bi­li­ty would be enhan­ced by the emer­gence, perhaps ear­ly in the next cen­tu­ry, of a trans-Eurasian secu­ri­ty sys­tem. Such a trans­con­ti­nen­tal secu­ri­ty arran­ge­ment might invol­ve an expan­ded nato, lin­ked by coope­ra­ti­ve secu­ri­ty agree­ments with Rus­sia, Chi­na, and Japan. But to get the­re, Ame­ri­cans and Japa­ne­se must first set in moti­on a tri­an­gu­lar political-security dia­lo­gue that enga­ges Chi­na. Such three-way American-Japanese-Chinese secu­ri­ty talks could even­tual­ly invol­ve more Asi­an par­ti­ci­pants, and later lead to a dia­lo­gue with the Orga­niz­a­ti­on for Coope­ra­ti­on and Secu­ri­ty in Euro­pe. That, in turn, could even­tual­ly pave the way for a seri­es of con­fe­ren­ces by Euro­pean and Asi­an sta­tes on secu­ri­ty issu­es. A trans­con­ti­nen­tal secu­ri­ty sys­tem would thus begin to take shape.

Defi­ning the sub­s­tance and insti­tu­tio­na­li­zing the form of a trans-Eurasian secu­ri­ty sys­tem could beco­me the major archi­tec­tu­ral initia­ti­ve of the next cen­tu­ry. The core of the new trans­con­ti­nen­tal secu­ri­ty frame­work could be a stan­ding com­mit­tee com­po­sed of the major Eura­si­an powers, with Ame­ri­ca, Euro­pe, Chi­na, Japan, a con­fe­de­r­a­ted Rus­sia, and India collec­tively addres­sing cri­ti­cal issu­es for Eurasia’s sta­bi­li­ty. The emer­gence of such a trans­con­ti­nen­tal sys­tem could gra­du­al­ly relie­ve Ame­ri­ca of some of its bur­dens, while per­pe­tua­ting bey­ond a genera­ti­on its decisi­ve role as Eurasia’s arbi­tra­tor. Geo­stra­te­gic suc­cess in that ven­ture would be a fit­ting lega­cy to America’s role as the first and only glo­bal superpower.

*pfeif*

*hust*

Japan should not be America’s unsin­ka­ble air­craft car­ri­er in the Far East, nor should it be America’s princi­pal Asi­an mili­ta­ry part­ner. Efforts to pro­mo­te the­se Japa­ne­se roles would cut Ame­ri­ca off from the Asi­an main­land, vitia­te the pro­spects for reaching a stra­te­gic con­sen­sus with Chi­na, and frus­tra­te America’s abi­li­ty to con­so­li­da­te sta­bi­li­ty in Eurasia.

Japan does not have a major poli­ti­cal role to play in Asia, given the regio­nal aver­si­on it con­ti­nues to evo­ke becau­se of its beha­vi­or befo­re and during World War II. Japan has not sought the kind of recon­ci­lia­ti­on with Chi­na and Korea that Ger­ma­ny sought with Fran­ce and is see­king with Poland. Like insu­lar Bri­tain in the case of Euro­pe, Japan is poli­ti­cal­ly irrele­vant to the Asi­an main­land. Howe­ver, Tokyo can car­ve out a glo­bal­ly influ­en­ti­al role by coope­ra­ting clo­se­ly with the United Sta­tes on the new agen­da of glo­bal con­cerns per­tai­ning to deve­lo­p­ment and peace­kee­ping while avoiding any coun­ter­pro­duc­ti­ve efforts to beco­me an Asi­an regio­nal power. Ame­ri­can sta­tes­manship should steer Japan in that direction.

*HUSTENANFALL*

Alt­hough cur­r­ent­ly a pas­si­ve play­er, India has an important role in the Eura­si­an sce­ne. Without the poli­ti­cal sup­port it recei­ved from the Soviet Uni­on, India is con­tai­ned geo­po­li­ti­cal­ly by Chinese-Pakistani coope­ra­ti­on. The sur­vi­val of Indian demo­cra­cy is in its­elf important, in that it refu­tes bet­ter than volu­mes of aca­de­mic deba­te the noti­on that human rights and demo­cra­cy are exclu­si­ve­ly Wes­tern. India pro­ves that anti­de­mo­cra­tic “Asi­an values,” pro­pa­ga­ted by spo­kes­men from Sin­g­a­po­re to Chi­na, are sim­ply anti­de­mo­cra­tic and not necessa­ri­ly Asi­an. India’s fail­u­re would be a blow to democracy’s pro­spects in Asia and would remo­ve a power that con­tri­bu­tes to Asia’s balan­ce, espe­cial­ly given China’s rise. India should be enga­ged in dis­cus­sions per­tai­ning to regio­nal sta­bi­li­ty, not to men­ti­on the pro­mo­ti­on of more bila­te­ral con­nec­tions bet­ween the Ame­ri­can and Indian defen­se communities.

Erneu­ter *Hus­ten­an­fall*

Auch Russ­land hat in dem Paper eine tol­le Posi­ti­on, die Anne App­le­baum bereits vor einem Jahr der rus­si­schen Exi­le­li­te in Pod­cast­form verkauft:

We should be decen­te­ring all of this

Aber das eben bereits seit 1997, …

In the­se cir­cum­s­tan­ces, Russia’s first prio­ri­ty should be to moder­ni­ze its­elf rather than to enga­ge in a futi­le effort to regain its sta­tus as a glo­bal power. Given the country’s size and diver­si­ty, a decen­tra­li­zed poli­ti­cal sys­tem and free-market eco­no­mics would be most likely to unleash the crea­ti­ve poten­ti­al of the Rus­si­an peop­le and Russia’s vast natu­ral resour­ces. A loo­se­ly con­fe­de­r­a­ted Russia—composed of a Euro­pean Rus­sia, a Sibe­ri­an Repu­blic, and a Far Eas­tern Republic—would also find it easier to cul­ti­va­te clo­ser eco­no­mic rela­ti­ons with its neigh­bors. Each of the con­fe­de­r­a­ted enti­ties would be able to tap its local crea­ti­ve poten­ti­al, stif­led for cen­tu­ries by Moscow’s hea­vy bureau­cra­tic hand. In turn, a decen­tra­li­zed Rus­sia would be less sus­cep­ti­ble to impe­ri­al mobilization.

Was erlau­be Putin, dass er sein Land eigent­lich nicht wie von den US vor­ge­se­hen in drei “con­fe­de­r­a­ted enti­ties” split­tet, die dann ihr “local crea­ti­ve poten­ti­al” ent­fal­ten kön­nen und damit somit kom­pa­ti­bler zu unse­ren geo­po­li­ti­schen Vor­stel­lun­gen wären.

Ich suche noch den pas­sen­de O-Ton her­aus, aber die Ent­wick­lung in ein kul­tu­rell defi­nier­tes, regio­na­le­res Russ­land wird von ihr hier angepitched:

edit: Not in this inter­view as I remem­be­red, I’m re-screening more I’ve seen with Applebaum.

The only rela­ted sec­tion in this inter­view is this one:

I don’t want any cha­os I don’t want some kind of dis­as­ter, you know I - I just want rus­sia to cea­se to to think of its­elf as an empi­re, you know i want rus­sia to be in that sen­se a post-imperial um coun­try whe­re the main goals of the rus­si­an lea­ders­hip are the pro­spe­ri­ty and hap­pi­ness of rus­si­ans you know I want the, I want I don’t want it to be the accu­mu­la­ti­on of money for a small eli­te or the abi­li­ty to pro­ject mili­ta­ry power into ukrai­ne, or the Bal­tic sta­tes or Kazakh­stan or any­bo­dy else -um I want, Iwant rus­si­an lea­ders to think about how do they deve­lop their own coun­try how do they make rus­sia safer hap­pier, richer, clea­ner um how do they make it a bet­ter place I want them to think dif­fer­ent­ly about what it means to be the lea­der of - becau­se i feel that rus­si­ans have been um have been, you know have real­ly been bad­ly trea­ted by their lea­ders­hip um and you know they they deser­ve some­thing bet­ter, they deser­ve a they deser­ve lea­ders who want them to be pro­spe­rous and who aren’t you know ste­aling and inva­ding other coun­tries and so that’s what i would like to see whe­ther you know ever­ything else is secon­da­ry to that, you know, whe­ther rus­sia you know hazard does­n’t have some kind of wea­pon or whe­ther it has or does­n’t have um some kind of you know one lea­der, ano­t­her lea­der, I care less about that um, I would but I would i would sim­ply like it to beco­me the I would like the pur­po­se of lea­ders­hip insi­de rus­sia to be dif­fe­rent, um - what i don’t know is how you get the­re um yeah it is true it is true that in rus­si­an histo­ry all of the most important major chan­ges have come after the loss of a mili­ta­ry con­flict or after some kind of mili­ta­ry defeat so whe­ther it’s 1905, 1917 you know 1989 after afgha­ni­stan um - it’s often mili­ta­ry defeat that leads rus­si­an lea­ders­hip to chan­ge or at least it cau­ses some kind of chan­ge and I can only hope that that will be the case here and I hope it’s that kind of chan­ge I hope that it leads the rus­si­an eli­te to ask them­sel­ves is this the kind of coun­try that we want to be, or do we want to be a dif­fe­rent kind of country.

Schon sehr - ehm - schön aber noch nicht der gesuch­te “Russ­land muss sich wie­der mehr regio­nal aus­rich­ten” Aspekt den ich gesucht habe… 🙂

edit2: Ah, schau mal einer an, es war nicht App­le­baum die im brze­zinski­schen Sin­ne, bei der rus­si­schen Expat Eli­te, ein regio­na­li­sier­tes, weni­ger zen­tra­li­sier­tes, und daher sehr viel krea­ti­ve­res Russ­land gean­kert hat, es war der ver­fick­te Timo­thy Snyder.

( Sie­he auch:

https://harlekin.me/allgemein/diese-verfickte-verlogene-scheiss-hurengesellschaft/ )

Und ich habs damals bereits auf­ge­ar­bei­tet, dh. ich hät­te gar nicht wie­der res­cree­nen müssen:

We should be decen­te­ring all of this

Sny­der ver­kauft dabei fol­gen­de Konzepte:

Russ­land benö­ti­ge eine neue Aus­rich­tung, eine vor allem anti­im­pe­ria­lis­ti­sche Aus­rich­tung, bei der sie uns in Afri­ka nicht mehr in die Que­re kom­men, das zu “ent­wer­fen” wird die Auf­ga­be der rus­si­schen Exi­le­li­te sein, an die wir uns (App­le­baum und Sny­der) bereits heu­te wenden.

Sny­der ankert vor elf Mona­ten auch bereits wie die­ses neu­es Russ­land aus­zu­se­hen hat -- näm­lich sich nicht mehr als geein­te Welt­macht ver­ste­hend, son­dern mit viel mehr “regio­na­len Zen­tren”, die alle eine “regio­na­le Geschich­te als die Bevöl­ke­rung einen­des Kon­zept benö­ti­gen” -- west­li­che His­to­ri­ker wür­den gera­de dar­an arbei­ten, das sei gera­de ein span­nen­des und inter­es­san­tes Feld. [His­to­ri­scher Revisionismus?] 

Wer kann aber denn jetzt bele­gen, dass der ver­fi­cke Sny­der Brze­zinski auch gele­sen hat und ihn bei­spiels­wei­se auf der Yes Con­fe­rence wider­holt selbst referenziert?

Hmm.… Click.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut abgrund­tief gro­tesk Allerletzte.

Wie kann man die Bevölkerung eigentlich noch verarschen?

19. August 2023

Ich habe bereits seit Län­ge­rem einen Weg gesucht die recht schlech­te Wirt­schafts­pro­gno­se des IMF Reports von 2021 bezüg­lich der Ukrai­ne irgend­wie anschau­li­cher wer­den zu lassen. 

Enter datacommons.org (Daten­ba­sis auf bei­den Sei­ten ist datacatalog.worldbank.org)

Auch wenn sies nicht gleich erken­nen, sie sehen hier das Power­house Euro­pas, vor deren ent­ei­len­den Wirt­schafts­ent­wick­lung die rus­si­sche Regie­rung eine sol­che Angst hat­te, dass sie voll­kom­men unpro­vo­ziert (*hust*) einen Krieg begon­nen hat.

BIP Entwicklung

Erwerbsquote

Marktkapitalisierung

Gesamtbevölkerung

BWRate

Und hier die ein­zi­ge Chart unter allen die ich gefun­den habe, die das Nar­ra­tiv des geein­ten Wer­te­wes­tens stützt:

Gini

Hur­ra!

Na aber Moment, da waren ja nach Jah­ren des Inves­ti­ti­ons­staus aber soet­was von Struk­tur­in­ves­ti­tio­nen in der Pipe­line, durch die Ver­zehn­fa­chung des Wei­zen­ex­ports in jün­ge­ren Jah­ren! Nein. Sie­he IWF Report von 2021. Und dabei weiß man doch, die Ver­zehn­fa­chung des Out­puts sei­nes Agrar­sek­tors ist der Wachs­tums­in­di­ka­tor für ent­wi­ckel­te Öko­no­mien schlechthin!

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut, abgrund­tief, gro­tesk und aba­tigst Allerletzte.

edit: Es gibt aber auch wie­der gute Nach­rich­ten, via APA OTS (Novem­ber 2022):

Das Wie­ner Insti­tut für Inter­na­tio­na­le Wirt­schafts­ver­glei­che (wiiw) hat sich daher in einer neu­en Stu­die gemein­sam mit dem GROWFORD Insti­tut in Kiew ange­se­hen, wie der im Juli prä­sen­tier­te Wie­der­auf­bau­plan der ukrai­ni­schen Regie­rung (Natio­nal Reco­very Plan) zu bewer­ten ist.

Fazit: Der Plan lässt enor­me Anstren­gun­gen erken­nen, weist aber auch eine Rei­he von Defi­zi­ten auf. Zu den Stär­ken zählt das Bestre­ben, insti­tu­tio­nel­le Refor­men in Angriff zu neh­men, die Macht der bis­her all­ge­gen­wär­ti­gen Olig­ar­chen zu beschnei­den und die Ukrai­ne an EU-Standards her­an­zu­füh­ren. Auch die kurz­fris­tig not­wen­di­gen Maß­nah­men zur Sta­bi­li­sie­rung der ukrai­ni­schen Wirt­schaft wer­den rich­tig iden­ti­fi­ziert und herausgearbeitet.

Die Schwä­chen lie­gen aller­dings eben­falls klar auf der Hand“, sagt Tetia­na Bog­dan, wis­sen­schaft­li­che Direk­to­rin des GROWFORD Insti­tuts in Kiew und Gast­for­sche­rin am wiiw. „Das beginnt damit, dass das Wachs­tums­po­ten­zi­al der ukrai­ni­schen Wirt­schaft nach dem Krieg über­schätzt wird. Auch bei der Ver­tei­lung der Mit­tel auf die ein­zel­nen Sek­to­ren sowie bei den Plä­nen für die Indus­trie­po­li­tik und den Finanz­sek­tor sind Anpas­sun­gen not­wen­dig“, so Bogdan.

Die im Plan for­mu­lier­te Absicht, die Steu­ern mas­siv zu sen­ken, ist unver­ein­bar mit den hun­der­ten Mil­li­ar­den US-Dollar, die der Wie­der­auf­bau ver­schlin­gen wird. Der vor­ge­schla­ge­ne dezen­tra­le Ansatz dürf­te kon­tra­pro­duk­tiv wir­ken: „In den meis­ten Fäl­len soll­te der Wie­der­auf­bau auf natio­na­ler Ebe­ne koor­di­niert wer­den“, gibt Micha­el Lan­des­mann, ehe­ma­li­ger wis­sen­schaft­li­cher Direk­tor des wiiw und Co-Autor der Stu­die, zu beden­ken. Bemän­gelt wer­den in der Stu­die außer­dem inhalt­li­che Unge­reimt­hei­ten und Über­schnei­dun­gen sowie eine teil­wei­se fal­sche Prioritätensetzung.

Über­schätz­te Wachstumsaussichten
Die Gesamt­kos­ten des Wie­der­auf­baus sind noch nicht klar, da der Krieg wei­ter­geht und die rus­si­schen Trup­pen der­zeit enor­me Zer­stö­run­gen anrich­ten. Die ukrai­ni­sche Regie­rung schätz­te die Gesamt­kos­ten für den Wie­der­auf­bau über zehn Jah­re im Juli auf 750 Mil­li­ar­den US-Dollar. Dar­in ent­hal­ten sind auch die Mili­tär­aus­ga­ben. Zwei Drit­tel davon, also 500 Mil­li­ar­den US-Dollar, sol­len von aus­län­di­schen Gebern kom­men, der Rest von pri­va­ten Inves­to­ren. Ohne die Mili­tär­aus­ga­ben rech­net die ukrai­ni­sche Regie­rung mit 450 Mil­li­ar­den US-Dollar an not­wen­di­gen Aus­lands­hil­fen. Unter der Annah­me, dass die inten­sivs­te Pha­se des Krie­ges bis Mit­te 2023 andau­ern wird, geht die Stu­die davon aus, dass die inter­na­tio­na­len Geber etwas weni­ger, näm­lich rund 410 Mil­li­ar­den US-Dollar, zum Wie­der­auf­bau bei­steu­ern müs­sen. Die­ser Betrag steht im Ein­klang mit ande­ren ein­schlä­gi­gen Schät­zun­gen. „Natür­lich ist das immer noch eine rie­si­ge Sum­me. Die EU, die ein star­kes Eigen­in­ter­es­se an einer demo­kra­ti­schen und pro­spe­rie­ren­den Ukrai­ne hat und das Land ja auch zum Bei­tritts­kan­di­da­ten gemacht hat, wird daher ihre Anstren­gun­gen in die­sem Bereich mas­siv ver­stär­ken müs­sen“, betont Co-Autor Richard Grie­ve­son, stell­ver­tre­ten­der Direk­tor des wiiw.

Unrea­lis­tisch erscheint das im Wie­der­auf­bau­plan for­mu­lier­te Ziel einer Ver­fünf­fa­chung der Wirt­schafts­leis­tung von etwas über 100 Mil­li­ar­den US-Dollar im heu­ri­gen Jahr auf 500 Mil­li­ar­den US-Dollar im Jahr 2032. Das legt auch der Ver­gleich mit ande­ren ehe­ma­li­gen Kriegs­ge­bie­ten nahe. Bosnien-Herzegowina schaff­te gera­de ein­mal eine Ver­drei­fa­chung des BIP zwi­schen 1996 und 2005, Kroa­ti­en eine Ver­dop­pe­lung von 1994 bis 2003.

Frag­wür­di­ge Prio­ri­sie­rung bestimm­ter Indus­trien und Ver­tei­lung der Mittel
Die Ver­tei­lung der Gel­der auf die ein­zel­nen Sek­to­ren wird im Wie­der­auf­bau­plan nicht gut begrün­det. So wird bei­spiels­wei­se der Finan­zie­rungs­be­darf für Ver­tei­di­gung und Sicher­heit bis 2032 mit ledig­lich 50 Mil­li­ar­den US-Dollar ver­an­schlagt. In die­sen Betrag mit­ein­ge­rech­net sind bereits die Mili­tär­hil­fen der Ver­bün­de­ten für das heu­ri­ge Jahr. Ange­sichts der gro­ßen Inten­si­tät des Krie­ges und der immensen Her­aus­for­de­run­gen bei der Reform der Rüs­tungs­in­dus­trie und der Moder­ni­sie­rung der ukrai­ni­schen Streit­kräf­te nach dem Krieg erscheint die­ser Betrag zu niedrig.

Zwei­fel­haft ist auch die Ein­stu­fung der Schwer­indus­trie und der Agrar­pro­duk­ti­on als Sek­to­ren mit hoher Wert­schöp­fung, die beim Wie­der­auf­bau Prio­ri­tät haben und mit Mil­li­ar­den US-Dollar geför­dert wer­den sol­len. „Aus unse­rer Sicht stellt das eine rück­wärts­ge­wand­te Indus­trie­po­li­tik dar, die eine Kon­ser­vie­rung bestehen­der Struk­tu­ren bedeu­tet, anstatt den not­wen­di­gen Struk­tur­wan­del hin zu einer nach­hal­ti­gen und grü­nen Wirt­schaft zu for­cie­ren“, moniert Micha­el Lan­des­mann. Dabei hät­te die Ukrai­ne gera­de im IT-Bereich oder bei Umwelt­tech­no­lo­gien gro­ßes Potenzial.

Zudem blei­ben die Instru­men­te zur Errei­chung der gesteck­ten Zie­le, die admi­nis­tra­ti­ve Umset­zung und die Finan­zie­rung weit­ge­hend im Dun­keln. Eben­so frag­wür­dig erscheint die geplan­te Sti­mu­lie­rung der Ver­ga­be von Hypo­the­kar­kre­di­ten mit nicht weni­ger als 40 Mil­li­ar­den US-Dollar oder die Reka­pi­ta­li­sie­rung der ukrai­ni­schen Ban­ken mit 15 bis 20 Mil­li­ar­den US-Dollar.

Dezen­tra­ler Ansatz statt gesamt­staat­li­cher Steuerung
Einen gro­ßen Schwach­punkt orten die Autor:innen der Stu­die im dezen­tra­len Ansatz des Wie­der­auf­bau­plans. Er sieht vor, die Wie­der­auf­bau­pro­jek­te in bestimm­ten Regio­nen unter Füh­rung eines inter­na­tio­na­len Part­ners zu kon­zen­trie­ren. Groß­bri­tan­ni­en hat sich etwa bereit erklärt, den Wie­der­auf­bau in der Regi­on Kiew zu über­neh­men, Däne­mark will sich auf Miko­la­jew kon­zen­trie­ren, Schwe­den auf Odes­sa. Wie ein der­ar­ti­ges dezen­tra­les Sys­tem funk­tio­nie­ren soll, bleibt schlei­er­haft. „Die zen­tra­len Wie­der­auf­bau­pro­gram­me müs­sen auf gesamt­staat­li­cher Ebe­ne aus­ge­ar­bei­tet und ver­wal­tet wer­den, um eine lan­des­wei­te Wir­kung zu erzie­len. Den­ken Sie nur an den Bau über­re­gio­na­ler Ver­kehrs­ver­bin­dun­gen oder die Anglei­chung der Wie­der­auf­bau­be­mü­hun­gen an die EU-Standards“, erklärt Tetia­na Bogdan.

Pro­ble­ma­ti­sche Steu­er­sen­kungs­plä­ne und Hin­der­nis­se für EU-Beitritt
Der Wie­der­auf­bau­plan sieht auch Maß­nah­men vor, die ein­deu­tig im Wider­spruch zu EU-Recht ste­hen, wie das Ver­bot der Erstat­tung der Mehr­wert­steu­er auf Roh­stoff­ex­por­te oder die mas­si­ve staat­li­che För­de­rung der Schwer­indus­trie. Wenig durch­dacht prä­sen­tie­ren sich auch die Plä­ne, die Steuern- und Abga­ben­quo­te auf 30 Pro­zent des BIP zu drü­cken, wäh­rend gleich­zei­tig hun­der­te Mil­li­ar­den US-Dollar für den Wie­der­auf­bau benö­tigt wer­den und außer­dem auch noch die Staats­schul­den­quo­te sin­ken soll.

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Das irgendwo in deutschsprachigen Medien gehört oder gelesen?

18. August 2023

Nein?

Tja, was will man machen…

U.S. intel­li­gence says Ukrai­ne will fail to meet offensive’s key goal

Thwar­ted by mine­fiel­ds, Ukrai­ni­an for­ces won’t reach the sou­the­as­tern city of Meli­to­pol, a vital Rus­si­an tran­sit hub, accord­ing to a U.S. intel­li­gence assessment

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Wel­ches unfass­ba­re rech­te Hetz­blatt das wie­der schreibt?

Die Washing­ton Post. Gestern.

edit: Der Stan­dard hat nur eine Stun­de nach dem Blog­ein­trag hier (nicht nach der WP Ver­öf­fent­li­chung) wie­der selek­ti­ve Aus­set­zer beim Ver­ständ­nis der eng­li­schen Sprache…

Eben­je­ne ist nach Ein­schät­zung der Washing­ton Post vom Frei­tag zuletzt ins Sto­cken geraten.

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Jo genau, das ist es was die WP am Frei­tag ver­öf­fent­licht hat. Also ja eigent­lich ist es das nicht, aber so ja eh so ähn­lich *schweiß­von­der­stirn­wisch*, WERTEWESTEN!

Also wei­ter zum nächs­ten Punkt auf der Tages­ord­nung, wie­der Frie­den schaf­fen mit mehr Waffen!

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut abgrund­tief abar­tigst, gro­tesk Allerletzte.

edit2: Moment, nein sor­ry, die Pres­se hat gera­de noch eine gut Idee! Stellt sich her­aus, nach dem groß­ar­ti­gen ukrai­ni­schen Erfolg an der Front wird es jetzt aber end­lich Zeit, dass die Ukrai­ne das bekommt, was sie sich schon so lan­ge gewünscht hat!

Eine von der Nato umge­setz­te Flugs­ver­bots­zo­ne rund um stra­te­gi­sche Objek­te in der Ukraine!

Dr. Andre­as Umland (*1967 in Jena) ist Ana­ly­ti­ker am Stock­hol­mer Zen­trum für Ost­eu­ro­pa­stu­di­en (SCEEUS) des Schwe­di­schen Insti­tuts für Inter­na­tio­na­le Ange­le­gen­hei­ten (UI).

West­li­che Regie­run­gen soll­ten Flug­ver­bots­zo­nen über ukrai­ni­schen Objek­ten von stra­te­gi­schem Inter­es­se durchsetzen.

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Klar. Ich mei­ne wie konn­te man das seit jeher anders sehen?

Wir erin­nern uns noch an die wun­der­bar pro­du­zier­ten Pro­pa­gan­da Vide­os mit Bil­der der Lei­chen von Butscha im Clo­se up vorm UN-Security Coun­cil, mit der frisch­ge­dich­te­ten Musik­un­ter­ma­lung “Clo­se the Sky - Dont make Mama cry?” im Refrain?

Attract Image Arte Reportage

Man muss halt nur wis­sen, wie man auch in kniff­li­gen Situa­tio­nen mit mehr Waf­fen Frie­den schafft. Dazu braucht es eben das Stock­hol­mer Zen­trum für Ost­eu­ro­pa Stu­di­en des schwe­di­schen Insti­tuts für inter­na­tio­na­le Angelegenheiten.

Sonst wüss­te unser Medi­en­sys­tem ja gar­nicht vor­an es sich ori­en­tie­ren muss.

Die Begrün­dung ist ja auch wie­der ein­schnei­dend ein­fach und klar. Also neben dem rapi­den Hoch­schnel­len des direk­ten Kon­flikt­po­ten­ti­als Russland/Nato, machen wir das natür­lich wegen eh - *papier­ra­schel* eh, also ehm, der AfD.

West­li­che Versäumnisse

Die Mehr­zahl der rus­si­schen Luft­an­grif­fe im Hin­ter­land der Ukrai­ne hat kei­ne rein mili­tä­ri­schen Zie­le. Vie­le Angrif­fe zie­len auf die zivi­le Infra­struk­tur, um die Bevöl­ke­rung zu ter­ro­ri­sie­ren oder demo­ra­li­sie­ren. Russ­lands Angrif­fe auf ukrai­ni­sche Lebens­mit­tel­ex­por­te haben zudem den Zweck, die Ent­schlos­sen­heit des Wes­tens auf­zu­wei­chen. Mos­kau ist sich dar­über im Kla­ren, dass neue Wel­len von Hun­ger­mi­gran­ten aus Afri­ka vor allem in Rich­tung EU zie­hen wer­den. Dort wird ihre Ankunft häu­fig pro­rus­si­schen rechts­ra­di­ka­len Par­tei­en wie der AfD elek­to­ral zugutekommen.

Nächs­te Eska­la­ti­ons­stu­fe sind dann Droh­nen­an­grif­fe auf Nato­flug­zeu­ge in der Ukrai­ne, ohne Attri­bu­ti­ons­mög­lich­keit - weil sind ja Droh­nen, wer die jetzt kon­kret gebaut hat ist immer so arg blöd schwer zu ermit­teln, also Pi mal Dau­men warens dann schon die Rus­sen, weil wir haben ja chi­ne­si­che Chips gefun­den und - Dop­pel­wumms, hast dus nicht gese­hen, schon ist die Nato im direk­ten Krieg gegen Russland..

Also das kann ja kei­ner wol­len. Am Aller­we­nigs­ten die erfolg­rei­che Ukrai­ne. Der der Stan­dard zuletzt so eine leicht sto­cken­de Ermat­tung attes­tiert hat…