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Wie kann man die Öffentlichkeit eigentlich noch verarschen?
13. Juli 2023Mit counterfactuals.
Mit diesen US-Spezialgranaten will die Ukraine die russische Front aufbrechen
[…]
„Die Streumunition hat bewusst eine Fehlerquote von 30 Prozent Sprengkörpern, die nicht explodierten. Denn so haben die Russen das betroffene Gebiet nicht nur beschossen, sondern gleichzeitig auch in ein Minenfeld verwandelt.“ [Das geht soweit in Ordnung.]
Eine „effektive Waffe“ für Kiew
Bei der Streumunition aus den USA, die die Ukraine jetzt geliefert bekommt, sei das jedoch anders. Die Fehlerquote soll sich nur auf etwa zwei bis drei Prozent belaufen. „Die Ukraine braucht Streumunition für ihre Gegenoffensive und nicht, um ihre eigenen Städte zu bombardieren. Diese Waffe ist die beste und effektivste, um den Gegner massenweise auszuschalten“, meint Theiner. „Die Ukraine kann damit ganze russische Bataillone auf einmal ausschalten, sogar gepanzerte Fahrzeuge zerstören und Lastkraftwagen sowieso.“
src: click
Die Presse fischt mal wieder bei Experten die ins aktuelle Narrativ passen - also Thomas C. Theiner:
The Ukraine-russia war is over. putin has lost and he knows it. There are no more paths to victory for russia. The russian army is past culmination, its forces are exhausted, decimated, and demoralized. Ukrainians, with growing confidence, capabilities, and morale have begun offensives to cut of the russian spearheads. These offensives will continue and grow, and if russia does not retreat in the next two weeks it will lose most of its army to death and destruction.
src: Thomas C. Theiner vor etwas mehr als einem Jahr.
Dass der zitierfähig ist, erkennt man daran, dass er ein Profilfoto mit einem Berg im Hintergrund hat, bzw daran, dass er auch Opinion pieces auf euromaidanpress.com publizieren darf. Siehe auch: click
Klar - nur die beste Berichterstattung für unsere Leser. Hat nur einen kleinen Haken.
Stimmt nämlich nicht.
Hier bei 39min in:
https://www.youtube.com/watch?v=ICYg4ajuC9c
Diese Munition ist nicht geeignet, dass man [damit] praktisch ein Minenfeld in die Luft sprengt, durch den Einsatz von Streumunition. Und sie ist auch nur ganz am Rande einsetzbar gegen befestigte Stellungen. Wenn sie sich vorstellen, das ist eine Flächenwaffe, die einen ganzen Fußballplatz abdecken kann, mit kleinen Bomblets, nennen wir das - und sich vorstellen, durch diesen Fußballplatz geht ein Schützengraben, dann ist es ja mehr oder weniger Zufall, wenn solche Bomblets in diesem Graben landen und dort ihre Wirkung erzeugen, der Rest der Wirkung verpufft praktisch, weil das rechts und links des Grabens dort die Einschläge gibt - also deshalb sage ich, nicht sehr effizient, und deshalb nur begrenzt einsetzbar gegen Stellungen.
[…]
Naja, es ist schon eine Verstärkung, wie ich gerade gesagt habe, es ist der Ausgleich des Mangels an Artilleriemunition, aber sie haben auch Recht - es ist kein Gamechanger.
Zitat: Erhard Bühler, Ex Nato General beim MDR
Das ist immer so arg blöd, da hat man gerade wieder die perfekte Erzählung für seine seit Monaten sorgsam komplett verblödete, Verzeihung, bespielte Leserschaft, und dann gibts einfach Experten die verlautbaren glatt wies wirklich ist.
Dabei stützt man sich wirklich bereits seit Monaten nur auf die feinsten Propagandaoutlets der Ukraine und interviewt nur die Militärexperten die auf ukrainischen Propagandakanälen Meinungsjournalismus betreiben dürfen… Also es ist wirklich zum verrückt werden, nie kann man es als Presse-Redakteur wem recht machen.
Jetzt müsste Russland nur noch außerhalb von Schützengräben angreifen und in einen ukrainischen Hinterhalt laufen, so mehrere Fußballfelder und Bataillone breit, dann - jaha, aber dann! Wäre die Presse Berichterstattung zumindest annähernd nahe an der Realität dran.
Diese Gesellschaft ist das absolut abartigst, grotesk Allerletzte.
Wie kann man die Öffentlichkeit eigentlich noch belügen?
12. Juli 2023Wenn man von nichts eine Ahnung hat - und immer falsch liegt, wird man zum einen jahrelanger Moskau-Korrespondent für die Zeit (Michael Thumann) und gründet dann ein außenpolitisches Magazin, oder kennt besser die Gründer eines solchen, oder so… Weil die Kineden haben genausowenig drauf. Hofierende Fragen soweit das Auge reicht.
Also worum gehts hier?
Ich habe selten in meinem Leben ein Interview gesehen, das bereits zwölf Tage nach seinem Erscheinen so gealtert ist, dass man eigentlich nur noch zusammenfassen kann - vollkommen daneben.
Und dabei fings doch so gut an…
Michael Thumann, seinerseits mittelprominenter Selbstdarsteller auf PR Tour hat gerade ein Buch veröffentlicht in dem er deutlich prominenter den Schlagwortkomplex “Revanchismus” im Zusammenhang mit Putins Handeln beleuchtet hat.
Problem: Revanchismus darf heute keiner mehr sagen (also Mangott schon noch, als einziger (!) Experte im deutschsprachigen Raum, gerade eben so - weil man seine Analysen sonst sehr schätzt), da die US sich ja durch Snyder nach Kriegsbeginn das Neoimperialismus als Russlands primärer Kriegsgrund Narrativ erfinden haben lassen. Snyder - das ist der hier: click
In dem Moment in dem das Narrativ aufkam, musste sowohl das deutsche Auswärtige Amt, als auch der Deutsche Verteidigungsausschuss in deren Pressestatements, binnen drei Monaten, von “Revanchismus” über Neokolonialismus zu Neoimperialismus wechseln, in der Skizzierung der offiziell geglaubten Kriegsbegründung/des offiziell geglaubten Kriegsgrunds.
Sukzessive mit der Medienberichterstattung (in der das Imperialismusnarrativ stetig wichtiger wurde).
Was machst du jetzt also als jemand der das nicht kommen gesehen hat, aber der trotzdem in seinem Berufsumfeld als Selbstdarsteller relevant bleiben will?
Verschärfend: Du hast nebenbei ein Buch draußen, das voll mit Revanchismus als “ich kann lesen wie Putin denkt” Begründungen für staatliches Handeln ist, während aber die Begründung heute eben keiner mehr öffentlich verwenden darf.
Keine Sorge, dafür gibt es eine Lösung:
Schritt 1: Behaupte Revanchismus sei doch das selbe wie Neoimperialismus und du habest es doch schon immer kommen gesehen - schließlich hast du ja gerade erst ein Buch herausgegeben, das sich noch verkaufen soll, nicht wahr Herr Michael Thumann? (Wertung: Aus dem Argumentationsleitfaden eines Volltrottels.)
Schritt 2: Hetze gegen Klaus von Dohnanyi (und Sarah Wagenknecht, aber ok, die ist ja bereits ein free for all) um deine ideologische Zugehörigkeit zu untermauern, auch wenn du in deinem Buch leider den aus PR-Sicht falschen Begriff als intrinsisches Leitmotiv für “Putins Handeln” verwendet hast.
Schritt 3: Such dir ein aktuelles Thema bei dem noch keiner eine abschließende Wertung auf Lager hat (Warum hat Prigoschin geputscht?), dann erweitere deine Theorie, und behaupte das sei durch eine Erweiterung von Revanchismus als Leitmotiv am ehesten erklärbar, und du würdest es jetzt hier, ad hoc, gegenüber dem Podcaster der die Frage eigentlich initial aufgeworfen hat, für alle Zuhörer einwandfrei begründen.
Schritt 4: Lad dir eine noch viel größere Vollnulpe ein die von “ich habe mit Studenten Putins Rede vor der Nato 2008 über mehrere Jahre als Lehrender (Professor?!) analysieren lassen - und immer gesagt, das wäre für Europa eine große vertane Chance gewesen” zurückrudern muss, als quasi vom Mittelpunkt des Bodensees, während du nur aus dem Uferbereich zurückrudern musst. Ich mein dumm gelaufen, die US haben einfach ein anderes Narrativ öffentlich zum einzig richtigen “Putin verstehen” Duktus erklärt, und das auf das du in deinem Buch gesetzt hast, mittels eines noch viel talentierteren Selbstdarstellers, ins Abseits geschossen.
Was du danach aber auf garkeinen Fall tun solltest, ist das erst beste Narrativ auf das du bezüglich deines Reframings setzt SO klar und detailiert mit Schlussfolgerungen (warum das Revanchismus war) belegen, dass bereits zwölf Tage danach (!) komplett und unwiderbringlich klar ist, dass du von nichts eine Ahnung hast, dass du nicht mal die Farbe deines Milchcafes am Morgen bestimmen könntest und dass du dir den ganzen Scheiß tagtäglich in Form von Glaubenssätzen aus der Nase ziehst.
Also gehen wirs durch, es ist sehr, sehr unterhaltsam.
Hauptthese: Der Prigoschin Putsch ist eine Fortführung von Revanchismus, da der Revanchismus letztlich durch eine Sorge um den Machterhalt begründet gewesen sei, und der Putschversuch daher exakt das ist, was du als Führung Russlands kommen sehen hast aber verhindern wolltest.
Daher hast du einen Krieg ausgerufen, im Zuge dessen die Profilierung eines deiner Kriegsherren erst möglich wurde, der danach eine Stärkung seiner Machtposition angestrebt hat?
Und dass du dir das geleistet hast, was deine Machtposition delegitimiert hat, war dein Plan dem eigentlich entgegenzuwirken, daher hast du doch den Krieg begonnen?
Wait what?
Alles klar?
Folgethesen:
1. Das alles sei ein Zeichen von Schwäche, Putin wird es zukünftig sehr schwer haben die Legitimation seiner Führungsstruktur nach außen hin weiter zu begründen, es wird jetzt immer weitere Revolten geben, das wird ein sehr schwer zu meisterndes Problem für Russlands PR.
2. Wagner durch Staatseinheiten zu ersetzen wird nicht leicht möglich sein. Das verschafft dir weitere machtpolitische Probleme im Rahmen deiner Außenpolitik in den Staaten in denen Wagner tätig ist. Das wird Russland noch über Monate nachhängen und seine Position schwächen.
3. Die Bürger in Russland werden nicht aufhören können darüber zu reden! Das bedeutet letztlich Legitimitätsverlust und mehr Leute die das Regime in Frage stellen.
Und wenn das nicht zutrifft, ist die komplette Karriere des Michael Thuman im Eimer, vom Verkaufserfolg des Buchs mit Revanchismus als handlungsleitende “ich kann erkennen was Putin denkt” Motivation ganz zu Schweigen.
Darauf die Kreml-Propaganda so - hold my beer.
Und 12 Tage später:
Prigoschin festgesetzt, aber hat mit Putin bereits direkt gesprochen, ist auch schon wieder in Moskau, dafür aber Schoigu komplett abgesetzt, den nächsten Hopeful nachbesetzt und intern gegen seine offiziellen Gegner gepitcht.
Wagner NICHT eingestellt sondern klargestellt, dass sie vor allem im Ausland als Wagner weiter agieren werden.
Oder ums anders zu sagen, sowohl Schoigu, als auch Prigoschin aus dem Spiel genommen, eine neue Generation des internen Machtkampfs aufstrebender Gruppierungen unter der eigenen Ägide installiert - Wagner zwecks “kennt man” PR Konsistenz beibehalten.
Shit. Worüber unterhält sich jetzt das russische Volk?
Putin zu schwach, der Putsch hat ganze 23 Stunden gedauert? Putin zu schwach er hat nur Schoigu UND Prigoschin entmachtet?
Wer war auf Prigoschins und nicht auf Putins Seite während des Putsches?
Aber Prigoschin hat doch jetzt erst wieder mit Putin gesprochen - und Schoigu ist ganz raus… Scheiße gegen welche Seite intrigier ich denn jetzt?
Und gleich noch ein neuer Machtkampf mit neuen Köpfen in Hintergrund auf den ich meine Aufstrebungsbemühungen doch viel besser fokusiere.
Und das alles binnen einer Woche.
Auf was fokusiere ich denn jetzt meine disruptiven Bemühungen, wenn ich ein Auslandsgeheimdienst bin?
Auf das einzig verbleibende Element von “eingesessener Macht” das symbolisch noch vorhanden ist - die Wagner Gruppe?
Die ist ja so schwach? Viel schwächer als man denkt? Soll sies sein - niemand weiß wo genau welche Teile von ihr weiter zum Einsatz kommen werden und wer sie anführt, und das stärkt ihr Mysterium, was zwar für den Krieg irrelevant ist, aber nicht für den Einsatz als Sicherungsmacht. Und meine Güte, in etwa zwei Jahren hat die dann einen neuen Anführer…
Ich sprechs ja nicht gerne aus - aber Tchakarowa (siehe: click), hatte vom Ausgang betrachtet, mehr recht als die gesamte Deutsche Gesellschaft für auswärtige Politik zusammen…
Zwölf Tage lang haben ihre Betrachtungen gehalten.
Zwölf fucking Tage.
Tja - schon scheiße - Hauptsache Heucheln und viel Schwachsinn erzählen ist eben doch keine so attraktive Perspektive, wenn man als ehemaliger Moskau-Korrespondent der Zeit, mit einem Buch mit der leider falschen Theorie irgendwo am See sitzt und versucht wieder zurückzurudern. Kann viel schiefgehen bei sowas…
edit: Die Presse und der Standard schreiben heute noch einen imho ziemlich offensichtlichen Schrott zusammen - unter dem Stichwort “jetzt schert noch ein General aus, Popow”. Hintergrund - der Ausscherer war scheinbar nicht machtpolitisch begründet, und General ist der auch nicht mehr. Der war scheinbar tatsächlich intrinsisch motiviert die Missstände an der südlichen russischen Front in der Ukraine aufzuzeigen. Mitten während einer ukrainischen Offensive. Also ein ganz schlauer Idealist. Einer der es bis zum russischen General geschafft hat, und dem dann aufgefallen ist, dass Russland im Zweifelsfall Menschenleben auch einfach verheizt. Einer der mehr Feindaufklärung gegen Artillerie wollte, also genau das was das russische Militär mit Ersatzteilknappheit nicht flächendeckend leisten wird. Aber der wird jetzt für Putins Regime zum Problem, weil ihn die russischen Militärblogger mögen? Jetzt wo er nicht mehr beim Militär ist, und seine Strafe stoisch erwartet?
Hm…
edit2: Die Presse hat heute die Auflösung, hier ist der Propaganda Angle. Des Westens natürlich, also das was herausschaut, wenn du wieder embedded Journalism machst, und dir hübsch notierst, was du denn laut deinen ukrainischen Handlern berichten sollst:
Auf Frontbesuch in der Ukraine: „Die Leichen liegen im Straßengraben“
Kriegsreporter Alfred Hackensberger spricht nach seinem Besuch an der Front über die verheerende Lage in der Ostukraine. Warum die ukrainische Gegenoffensive erst langsam in Schwung kommt und immer mehr russische Soldaten überlaufen.
src: click
Wegen Popow, nicht?
Oder doch weil die Ukraine aktuell Russland aktuell eine Verlustrate von 1:1,4 zufügt? Das spüren die was - 1:6 Soldaten im russischen Schützengraben? 1:4? 1:2?
Hier der Standard der der Öffentlichkeit versucht Verwunderung zu verkaufen, warum sich in der russischen Öffentlichkeit immer noch nichts regt: click Popow hat es mit seiner Aussage bis zu einem Duma Abgeordneten geschafft! Der Kreml hat mit “Keine “Show” machen” kommentiert. Es geht drunter und drüber! Ja, und erst die ganzen russischen Soldaten die jetzt vermehrt überlaufen!
Wir sind schon wieder fast am gewinnen! Es dauert nur noch zwei Jahre! Der Gegner ist schon wieder unfähig! Und der Bevölkerung ist das schon beinahe klar! Und Propaganda hat immer noch niemand entdeckt!
The Future of Blackrock, I mean Ukraine
12. Juli 2023You know, they are in closed doors right now, in Vilnius, trying to hammer out what that means - what Biden said [Ukraine being on the way to Nato, but no membership plan yet, being made interoperable with Nato], I think there is such pressure, to find a way to include Ukraine, but not fully include Ukraine. What I think you know, there was a conference at the beginning of June in London about reconstruction of Ukraine. One would hope that at this gathering, there would be some attention payed to what may mean a trillion dollars for the world community [rebuilding costs of Ukraine] and what was ponied up in London was something like 15 billion [largely part of the EU reconstruction fund, to be payed out in tranches, btw.]. There are reports now, that Zelenskyy has set up an office in Kiev for economic development which Blackrock has played a major role in, so I fear that as we witnessed the militarization and the war proceeding, the future of Ukraine is being negotiated in other places […]
Ahhh… so gut das zu hören! Wo doch Selenskyj noch am ersten Tag der Geberkonferenz in London verlautbaren lassen hat er müsse sich selbst (!) noch einen ökonomischen Plan für die Ukraine ausdenken!
Ja, ja. Denk. Denk.
Seine erste Idee war ja eigentlich Rock Red. Das war ihm dann aber zu wenig patriotisch.
Dann ist er vermutlich bei Blue, yellow Rock als Namen für den Aufbauplan gelandet, weil er sich gedacht hat - fangt er halt einmal mit dem Namen an, der ist ja auch nicht unwichtig.
Dann haben Selenskyj aber gottseidank seine Berater doch noch davon überzeugen können, dass er doch besser Blackrock nimmt, dann muss er sich auch nicht so schwer noch weiter was überlegen, und kann sofort ins Kinderzimmer zurück um mit dem grauen Panzer zu spielen, den er erst im März vom Großvati geschenkt bekommen hat.
*hustkeuch*
Kommt zurück in die Ukraine, geflüchtete Ukrainer! In ein Land das aufgrund der aktiven US Militärstrategie noch mehrere Jahre im Krieg verbleiben wird - das aber bereits jetzt mit Infrastrukturinvestments beginnen muss, damit ihm nicht noch mehr Einwohner wegrennen - auch wenn diese dann zerbombt werden dürften. Das aktuell “wir bauen Kindergärten” Spots im Staatsfernsehen senden muss, weil es demographisch bereits Richtung terminal decline unterwegs ist (Hälfte der Bevölkerung weg, und zwar die jüngere, besser ausgebildete) -- und dessen ökonomische und institutionelle Zukunft nunmehr seit drei Wochen von Blackrock gestaltet wird!
Wo kann ich mich für die Staatsbürgerschaft anmelden? Ich meine, damit ich dann automatisch EU Bürger werde natürlich, also wenn ich nicht schon einer wäre.
Eigentlich 1A dieses “die Ukraine muss alles selbst entscheiden” Konzept - dieser so bestimmende Wahlspruch europäischer, was wars noch gleich…? Sorry hab das Wort vergessen, kann nicht jemand bei McKinsey anrufen, damit die ab jetzt meine Blogeinträge schreiben?
Macron darf ja seit dem Monat nicht noch mehr externe Berater einstellen… Da können die da doch sicher einen abstellen.
Macron govt must limit use of private consultancy firms, watchdog says
France’s government must further rein in sometimes “inappropriate” hiring of consultancies, the country’s Court of Auditors said Monday, responding to public outcry over an issue that hobbled President Emmanuel Macron’s reelection campaign last year.
src: click
Naja wenigstens McKinsey und nicht Blackrock… Sorry Ukraine, die Ukraine meine ich.
Der gehts ja aktuell nur mehr nur so, so…
Hab ich gehört.
Wobei sich aber auch Blackrock die attraktivsten Investitionsobjekte als erstes heraussuchen darf. Als Vermittlungsprovision.
edit: Sorry, ich Dummerle, McKinsey ist natürlich ebenfalls eingebunden… Ich mein, wie konnt ich nur…
“So many of today’s long-term challenges are best addressed through blended finance and this is one. You need these vehicles to mobilise capital at scale,” said BlackRock vice-chair Philipp Hildebrand, who will be discussing the work on Wednesday.
The World Bank estimated in March that Ukraine would need $411bn to rebuild after the war, and recent Russian attacks have driven that figure higher.
The Kyiv government engaged BlackRock’s consulting arm in November to determine how best to attract that kind of capital, and then added JPMorgan in February. [Sicher eine Europäische Bank, diese JPMorgan, nicht? Wo wir doch die Mehrheit des finanziellen Investments stellen. Oder? Nein? Schade eigentlich.] Ukraine president Volodymyr Zelenskyy announced last month that the country was working with the two financial groups and consultants at McKinsey.
[…]
BlackRock and JPMorgan are donating their services, although the work will give them an early look at possible investments in the country. The assignment also deepens JPMorgan’s relationship with a longstanding client. The bank has helped Ukraine raise more than $25bn in sovereign debt since 2010 and led the country’s $20bn debt restructuring last year.
The financiers consulted with private and public sector investors and found they wanted to help Ukraine but were leery not just about war losses but also the country’s governance, lack of transparency and shallow capital markets.
What Ukraine needed, BlackRock advised, was a development finance bank to find investment opportunities in sectors such as infrastructure, climate and agriculture and make them attractive to pension funds and other long-term investors and lenders. JPMorgan was brought in partly for its debt expertise.
“The fund is being set up to also give public and private sector investors the opportunity to invest into specific projects and sectors,” said Stefan Weiler, JPMorgan’s head of debt capital markets for central Europe, Middle East and Africa. “There will be different sectoral funds that the fund identified as priorities for Ukraine. The aim is maximise capital participation.”
The structure calls for the fund to use the lower-cost public money, known as concessional capital, to make initial investments and absorb the first losses.
“The notion is that this initial seed capital would be a de-risking mechanism, and it would create the potential for private sector capital to come in at scale,” said Brandon Hall, co-head of BlackRock’s Financial Markets Advisory arm. “Ukraine will have its own organisation to source and syndicate these local investment opportunities.”
To overcome investor concerns about governance, the fund is expected to stock its board with representatives of international financial institutions and governments and hire investment professionals to execute its strategy.
“Our view is that if you have a strong governance structure and an internationally credible set of stakeholders who are in the leadership position in this fund, then that will go a long way,” Hall said.
BlackRock’s advice has drawn on its work for the Saudi National Development Fund and the Climate Finance Partnership, a blended finance vehicle that directs investment into sustainability projects in emerging markets. McKinsey did not respond to a request for comment.
At present, the Ukraine work is focused on setting up the structure, governance and practical procedures because most investors want to wait for the end of hostilities. “The important part is that Ukraine is already thinking ahead,” Weiler said. “When the war is over, they’re going to want to be ready and start the rebuilding process immediately.”
src: click
Wait what?
11. Juli 2023Germany shouldn’t ‘block’ US from sending cluster munitions to Ukraine, says president
German President Frank-Walter Steinmeier on Sunday said the country should not “block” the United States from sending cluster bombs to Ukraine, while defending its opposition to the use of the controversial weapon. Ukrainian President Volodymyr Zelensky on Sunday voiced hope for the “best possible result” from an upcoming NATO summit where Kyiv is looking for a greenlight regarding its bid to join the alliance.
src: click
6:25pm: Germany shouldn’t ‘block’ US from sending cluster munitions to Ukraine, says president
Germany’s president on Sunday said the country should not “block” the United States from sending cluster bombs to Ukraine, while defending its opposition to the use of the controversial weapon.
“Germany’s position against the use of cluster munitions is as justified as ever. But we cannot, in the current situation, block the United States,” said President Frank-Walter Steinmeier in an interview with German broadcaster ZDF.
If Ukraine no longer has the means to defend itself or if those supporting the war-stricken country back down, “it would be the end of Ukraine”, said the president, whose powers are largely ceremonial.
The United States announced Friday new military aid to support the Ukrainian army to counter the Russian invasion, which include cluster munitions, crossing a new threshold in the type of weaponry supplied to Kyiv.
Stimmt, wie könnte sich die Ukraine auch ohne Clustergranaten vorwärtsverteidigen?
Let me get this straight.
Es ist wichtig, dass der Westen geschlossen agiert.
Es ist wichtig, dass wir in diesem Punkt nicht geschlossen agieren und auch unsere Wertepositionen vertreten die sich von denen der US maßgeblich (also nach internationalem Vertragsrecht) unterscheiden.
Es ist wichtig, dass wir die Stimmen nicht abdrehen, die sich gegen den Einsatz von geächteten Mitteln der Kriegsführung wenden.
Und es is vor allem wichtig, dass wir aber die US nicht davon abhalten die nach Europa zu liefern.
Wegen. Ehm. *papierraschel* der ehm Verteidigungsfähigkeit der Ukraine.
Mitten in eine ukrainische Offensive hinein, für die die Munition noch rechtzeitig ankommen soll.
Ich glaub jetzt hab ichs aber!
Diese Gesellschaft ist das absolut abgrundtief, grotesk Allerletzte.
edit: Es gibt aber natürlich auch wieder gute Nachrichten, diesmal von Oxford Economics (einer economic forecasting Klitsche):
Despite a large fall in wholesale energy prices in 2023, Germany’s energy-intensive industries have not recovered (data up to May). Seems like the crisis has left permanent scarring. pic.twitter.com/ndbrnnr0ci
— Daniel Kral (@DanielKral1) July 7, 2023
Die Reduktion in der Elektrizitätsproduktion ist übrigens demand driven. Dh. das sind Industriebereiche die still stehen. Und natürlich die ganzen tollen Effizienzgewinne die Reuters hier listet: click
Lang, lang ists her…
10. Juli 2023Einen Monat quasi -
Britische Militärgeheimdienst-Extperten gehen davon aus, dass die russischen Truppen nun in Bachmut gebunden und daher weniger flexibel auf neue Lagen reagieren können.
Gianluca Wallisch 3.6.2023, 10:59
London: Russische Streitkräfte wegen Lage in Bachmut nun weniger flexibel
Die russischen Streitkräfte in der Ukraine haben nach Ansicht britischer Militärexperten durch den Abzug der Söldnertruppe Wagner aus Bachmut an Flexibilität eingebüßt. So seien Einheiten der einst als Elitetruppen bekannten Luftlandetruppen VDV inzwischen an der Front in Bachmut im Einsatz, hieß es im Geheimdienstbericht des britischen Verteidigungsministeriums zum Krieg in der Ukraine am Samstag.
“Die VDV haben seit der Invasion viel von ihrem ‚Elite‘-Status verloren”, so die Briten. Russische Kommandanten hätten zwar wohl versucht, einen Teil dieser Truppen als Reserve aufzusparen. Durch deren Einsatz an der Front in Bachmut seien aber nun die gesamten russischen Streitkräfte weniger in der Lage, flexibel auf Herausforderungen zu reagieren.
Das Verteidigungsministerium in London veröffentlicht seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Moskau wirft London eine Desinformationskampagne vor.
src: click
da war Bachmut noch eine Finte.
Heute:
Die grössten militärischen Erfolge erzielen die Ukrainer derzeit an einem unerwarteten Ort – in der Region Bachmut
Noch im Mai feierte Russlands Militär nach zehnmonatiger Schlacht die Einnahme der Stadt, doch seither hat es viel Terrain im Umland verloren. Nehmen die Ukrainer nun Revanche und umzingeln Bachmut? Schon aus Prestigegründen kann Moskau dies nicht zulassen.
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Der größte Erfolg der Ukraine seit eh… einem Monat quasi!
Jetzt aber erst mal ordentlich auf die geächtete Streumunition warten, und derweil den Opfern in Wolhynien vor 80 Jahren gedenken:

Der polnische Präsident Andrzej Duda (links) besucht gemeinsam mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodimir Selenski einen Gedenkgottesdienst in der Peter-Paul-Kathedrale von Luzk.
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Dann sieht die Welt gleich ganz anders aus.
Propaganda hat aber noch immer niemand entdeckt. Am allerwenigsten der Standard. Danke Gianluca Wallisch! Der nächste Liegestuhl beim European Forum Alpbach ist schon wieder reserviert und Oxford hat auch schon gerufen… Es gibt in Österreich ja nicht so viele Journalisten mit einem guten Kontaktenetzwerk zur Erste Stiftung und in die UK.
Jetzt dürfen wir hier aber nicht enden, es ist eben auch essenziell zu wissen, woran es gelegen hat. Damit das zukünftig nicht mehr passieren kann. Damit wir vorbauen können.
Und als guter deutscher und österreichischer Medienkonsument haben wirs ja alle gelernt es hat daran gelegen, dass Deutschland nicht schnell genug schwere Waffen geliefert hat. Panzer nämlich. Mitten in die ukrainische Schlammsaison (Bezdorizhzhia) hinein.
Deshalb spielt die Ukraine BIS DATO, also nachdem alles geliefert wurde - ja auch - Zitat:
Die ukrainische Armee spielt mit den Russen an Front Katz und Maus
Die Gegenoffensive hat noch gar nicht richtig begonnen. Die Ukrainer loten die Schwachpunkte der russischen Armee aus und binden deren Kräfte mit Nadelstichen. Besuch an der ostukrainischen Front.
src: click
- ja ehm, Katz und Maus spielen die aktuell. Scheint ein sehr populäres Spiel zu sein. Auf was warten sie denn noch? Also auf F-16 erstmal nicht, denn die wurden für diese Gegenoffensive von den US bereits abgesagt. Auf die Streumunition? Auf Sprengschläuche? Oder doch bis das Flussbett bei Kachowka endlich trocknet? Gott behüte, man darfs ja eigentlich nicht mal andenken, bei all den Umweltschäden die das verursacht hat. Aber die Ukrainer testen ja aktuell noch fleißig wo denn die Verteidigung der Russen am durchlässigsten ist.
Trotzdem wissen wir natürlich weiterhin - also wenn Deutschland nur schneller geliefert hätte, dann hätten die Ukrainer aber wirklich alle ihre Panzer in den Schlamm gefahren und die Russen hätten dann weniger Zeit gehabt sich einzugraben.
Was wäre das schön gewesen.
Das hätten wir dann aber auch erst mal testen müssen.
Aber während wir hier auf die Ergebnisse warten - könnten wir vielleicht noch mal den Opfern in Wolhynien vor 80 Jahren gedenken?
Klar, machen wir doch - ist ja kein Ding:

Der polnische Präsident Andrzej Duda (links) besucht gemeinsam mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodimir Selenski einen Gedenkgottesdienst in der Peter-Paul-Kathedrale von Luzk.
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Darauf dann aber mal erst noch eine weitere Runde Katz und Maus, um der russischen Armee noch etwas Zeit zu geben.
Propaganda hat hier aber immer noch niemand entdeckt.
Jetzt gibt es aber natürlich auch wieder gute Nachrichten, der Standard widmet sich einstweilen erst mal wieder den richtig schweren Themen im Qualitätsjournalismus.
Der Presseclub Concordia hats ja gesagt, die Performance des Journalismus wird evaluiert, aber erst später, wenn dann alles vorbei ist.
Wobei wir aber seit letzter Woche wissen, dass - Zitat Freunde der Erste Stiftung in der Diplomatischen Akademie Wien:
“Because this all ends, as soon as we in the west invest, and Putin starts to realize, that we will integrate the Ukraine into the EU no matter what it takes, and that Russia has already lost!”
Quelle:
Diese Gesellschaft ist das absolut grotesk abartigst Allerletzte.
Die nächste Offensive kann kommen.
Und ich empfehle der Propaganda für diese Episode ein 80s style Breakfast Club ending. Mit “was wurde eigentlich aus…” Vignetten im Abspann.
Wie kann man die Bevölkerung noch belügen?
09. Juli 2023Man kann ihr nur ein Fünftel der Geschichte erzählen.
MEDIEN-MONITORING
Österreichs Medientransparenz im europäischen Spitzenfeld
Pilotprojekt “Euromedia Ownership Monitor” versammelt Eigentumsverhältnisse und Medienrecht in 27 EU-Ländern
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- rühmt sich heute der Standard über die Bande.
Was man anstatt dessen lieber nicht erzählt ist, wie es dazu kommt, dass in Österreich lieber ALLE Qualitätsmedien, vorausschauend den Standpunkt “Die Ukraine muss gewinnen, weil verlieren keine Option ist” eingenommen haben. Entgegen der Meinung von mehr als der Hälfte der österreichischen Bevölkerung. Wenn man gewinnen wie die Ukraine definiert.
Was wir ja weiterhin alle tun müssen.
Die NZZ am Sonntag beleuchtet heute die diesbezüglichen Hintergründe in der Schweiz.
Der Bund hadert mit Selenski und dem Krieg
Der Geheimdienst kritisiert die Regierung in Kiew scharf. Und der Bundesrat sorgt sich ums eigene Image. Aus dem Innenleben der diffusen Schweizer Neutralitätspolitik.
Simon Marti
08.07.2023, 21.45 Uhr 5 min
[Artikelbild]
Hat laut Nachrichtendienst «autoritäre Züge»: Wolodimir Selenski spricht zu Unterstützern auf dem Berner Bundesplatz (19. März 2022)
Fabrice Coffrini / AFPSelten trat ein Bundespräsident so emotional auf. «Mr. President, dear Wolodimir, do you hear me?», rief Aussenminister Ignazio Cassis dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski zu. «Take care, my friend», schob der Bundesrat via Twitter nach. Im März des vergangenen Jahres war das, kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs, als sich Selenski auf den Berner Bundesplatz zuschaltete.
Auf der Bühne mit Selenski, in Kiew bei Selenski: Viele Politiker aus ganz Europa haben seither den öffentlichen Auftritt an der Seite des Staatschefs gesucht, der längst zum Freiheitskämpfer avanciert ist.
Mittlerweile ist der Ukraine-Krieg für Berns PR-Strategen aber ein Grund zur Besorgnis, wie aus internen Dokumenten hervorgeht.
Am Morgen des 9. März 2023 kommt eine Reihe von Spitzenbeamten in der «Sala Francesca Pometta» im Aussendepartement (EDA) zusammen. Sie bilden eine «interdepartementale Koordinationsgruppe», in der die Fäden der Schweizer Ukraine-Politik zusammenlaufen. Hier werden die schwierigen Fragen vorbesprochen, bevor sie ins Bundesratszimmer weitergereicht werden.
In diesem Moment beschäftigt die Experten der Ruf des Landes, ein heikles Thema. Darum haben sie Vertreter von «Präsenz Schweiz», die Marketingspezialisten des Bundes, eingeladen.
Die bundeseigenen PR-Profis machen deutlich: Weltweit geniesse die Schweiz zwar eine hohe Reputation. Doch: «In Europa sieht es anders aus. Die Werte sinken», sagen sie. Man müsse entscheiden, ob es verstärkte Massnahmen zur Stützung des Images der Schweiz brauche. Tatsächlich hatten in den Tagen davor europäische Diplomaten dem Bundesrat klargemacht, was sie von der restriktiven Haltung Berns bei der Weitergabe von Waffen ins Kriegsgebiet halten: gar nichts.
Das Aussendepartement kläre ab, wie die «Ukraine-Missionen» des Bundes besser vermittelt werden könnten, vermerkt das Sitzungsprotokoll, welches die «NZZ am Sonntag» gestützt auf das Bundesgesetz über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (BGÖ) einsehen konnte.
Ob die in Aussicht gestellten PR-Massnahmen inzwischen angelaufen sind, lässt das Aussendepartement auf Anfrage offen. «Die Arbeit im Bereich Public Diplomacy ist eine ständige Aufgabe», richtet ein Sprecher aus. Sie passe sich dem jeweiligen Kontext an.
Doch selbst die raffinierteste PR-Kampagne kann nicht über die konfuse Ukraine-Politik hinwegtäuschen. Die offizielle Schweiz ringt auch 16 Monate nach Kriegsausbruch um ihre Haltung. So ist es dem Bundesrat bis heute nicht gelungen, die Schweizer Neutralitätspolitik den neuen Realitäten anzupassen oder seine Position zumindest schlüssig zu erklären. Bern ist weit davon entfernt, seinen Freund Selenski vorbehaltlos zu unterstützen.
Wie sich nun zeigt, ist nicht nur der Bundesrat in diesen Fragen gespalten. Auch in der Verwaltung gehen die Positionen auseinander. Während vordergründig Selenski gerühmt wird, werden im Hintergrund Stimmen laut, die den ukrainischen Präsidenten um einiges kritischer sehen, als die offiziellen Verlautbarungen vermuten lassen. Das macht die Lage umso verzwickter.
Deutlich wurde dies vor einer Woche. Im Nachgang des Putschversuches der Wagner-Söldner verfasste der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) eine vertrauliche Lagebeurteilung. Sie liegt dieser Zeitung vor. Das Papier widmet sich nicht nur dem Zustand des russischen Regimes und den möglichen Folgen der Rebellion. Im Bericht zeigt sich der NDB auch besorgt über die innenpolitische Entwicklung in der Ukraine.
NDB warnt vor autoritären Tendenzen
Dort stehen 2024 Präsidentschaftswahlen an. Der Nachrichtendienst blickt dem Urnengang pessimistisch entgegen, sieht das Land gar an einem «kritischen Punkt» hinsichtlich freier Wahlen. «Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski versucht für die Präsidentschaftswahl 2024 seinen grössten Rivalen, den Bürgermeister Kiews Witali Klitschko, auszuschalten», heisst es im Bericht, der auf «glaubwürdigen nachrichtendienstlichen Hinweisen» fusst.
Und weiter: «Mit seinem Versuch, Klitschko politisch auszuschalten, zeigt Selenski autoritäre Züge.» Das dürfte die Beziehungen zu seinen Unterstützern belasten. «Sehr wahrscheinlich werden die westlichen Staaten diesbezüglich Druck auf den Präsidenten und sein Umfeld ausüben», folgert der NDB.
Nicht nur die Wortwahl des NDB ist deutlich, auch der Zeitpunkt, an dem der vertrauliche Lagebericht entstand, ist alles andere als unproblematisch. Einen Tag nachdem das Papier durch die Verwaltung zirkuliert war, beriet der Bundesrat über den Verkauf von Leopard-1-Panzern, die via Deutschland in die Ukraine geschickt werden sollten. Die Regierung lehnte ab, dem Vernehmen nach gegen den Willen von Verteidigungsministerin Viola Amherd. Der Selenski-kritische NDB aber ist ausgerechnet in ihrem Departement angesiedelt.
Nicht alle Experten teilen die dezidiert kritische Haltung des Nachrichtendienstes vollumfänglich. Ulrich Schmid, Professor für Osteuropastudien an der Universität St. Gallen, sagt, dass sich Selenski um seine Wiederwahl eigentlich keine Sorgen machen müsse. «Seit seinem mutigen Entscheid, Kiew angesichts des russischen Angriffs nicht zu verlassen, geniesst er viel Kredit in der Bevölkerung. Und er erfüllt seine Funktion als oberster Repräsentant seines Landes, der im Ausland um Unterstützung wirbt, sehr gut.»
Dennoch sieht Schmid die Probleme in der Ukraine durchaus. «Welches sind die Voraussetzungen einer funktionierenden Demokratie?», fragt er. «Unabhängige Parteien und eine freie Presse. Beides ist in der Ukraine zurzeit nicht gegeben.» Nach dem russischen Angriff hätten sich die Parteien in einer Art Burgfrieden zusammengeschlossen und das staatliche Einheitsfernsehen sei in Kriegszeiten nicht die Plattform für eine unabhängige Meinungsbildung. Aber: «Diese Entwicklung erstaunt nicht, Kriege stärken die Exekutive», so Schmid.
Welche Schlüsse der Bundesrat aus den Erkenntnissen des NDB zieht, bleibt offen. Unklar ist auch, ob die Schweiz die Kritik in irgendeiner Form äussert. Weder das Aussen- noch das Verteidigungsdepartement will sich zum vertraulichen Bericht äussern.
Anders das Parlament. Drei Wochen ist es her, da wandte sich Selenski direkt an die eidgenössischen Räte und hinterliess bei vielen einen tiefen Eindruck. Was nicht heisst, dass sie keine Bedenken hätten.
«Es gibt gute Gründe für Kritik an Selenskis Innenpolitik, gerade aus linker Sicht», sagt SP-Co-Präsident Cédric Wermuth, einer der vehementesten Unterstützer Kiews. «Unsere Solidarität gilt aber auch nicht ihm als Person oder einer politischen Partei, sondern sie gilt dem ukrainischen Volk, das angegriffen wird.»
Bloss löse der Bund die Solidarität, die er der Ukraine zusichere, höchstens teilweise ein, kritisiert Wermuth. «Wir müssen endlich mehr machen: die Oligarchenvermögen einfrieren, die Weitergabe von Waffen nicht länger blockieren und uns beim Wiederaufbau stärker engagieren.»
Lukas Reimann, Nationalrat der SVP, bereiste die Ukraine vor Kriegsausbruch und hat den letzten Wahlkampf vor Ort erlebt. «Man darf Selenski nicht von der Kritik ausnehmen», sagt der St. Galler. Auch für die SVP sei unbestritten, dass sich die Ukraine verteidigen müsse. Die Frage sei, welche Rolle der Schweiz dabei zukomme. «Eine wirkliche Strategie des Bundesrats ist da aus meiner Sicht nicht zu erkennen.»
Deutliche Worte findet der freisinnige Fraktionschef Damien Cottier. Der Neuenburger kennt die Lage im kriegsversehrten Land. 2022 leitete er eine Delegation des Europarates, die russische Kriegsverbrechen dokumentierte.
«Es gibt Tendenzen in der Ukraine, die problematisch sind», betont Cottier. «Es ist wichtig, dass der Regierung in Kiew deutlich gemacht wird, dass, sobald der Krieg vorbei ist, sofort freie und faire Wahlen durchgeführt werden müssen.» Diese Diskussion habe im Europarat bereits angefangen.
Unterstützung und Kritik schlössen sich nicht aus, sagt der Parlamentarier. «Ich bin der Überzeugung, dass man diese Punkte ansprechen muss, und bin mir sicher, dass die Schweizer Diplomatie dies auch tut.»
Unter Freunden müsste dies eigentlich möglich sein.
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NEIN! Aber soetwas kann man dem seine Neutralität schätzenden österreichischen Bürger natürlich nicht zumuten.
Wie wäre es anstattdessen mit einem “es ist wichtig und gut, dass der Westen in der Frage Streumunition nicht mehr einer Meinung ist, weil die eh die US liefern, also ists ja wurscht - weil wir sind eh immer noch einer Meinung” - also so mehr als Vasalle nehm ich an? Natürlich, vom Deutschlandfunk jederzeit gerne.
Die Geschlossenheit des Westens ist so wichtig! Bis zu dem Punkt wo es so wichtig ist, nicht geschlossen zu sein, und anstattdessen besser die Augen zu zu machen…
Wo steht eigentlich die Schweiz mit diesen Message control und PR Praktiken, im Vergleich zu Österreich im aktuellen Reporters without borders Press Freedom Index ranking?
OH! Schweiz Platz 12, Österreich Platz 29.
Ich hoffe der Standard lässt sich heute noch eine Torte mit Sprühkerzen kommen. Wieder wo ein Spitzenplatz! Bei der Transparenz nämlich. Nicht beim Reporting. Aber, naja - immerhin!
Die NZZ bringt dann halt einfach am selben Tag Journalismus wie sie ihn in Österreich niemals lesen werden.
Aber, naja - immerhin.
Diese Gesellschaft ist das absolut abgrundtief, grotesk Allerletzte.
Die gute Nachricht des Tages
08. Juli 2023USA liefern der Ukraine Streumunition
Details zur Streubombenlieferung
Die US-Regierung will der Ukraine umstrittene Streumunition liefern und verteidigt sich gegen Kritik an diesem Schritt. “Es ist eine schwierige Entscheidung. Es ist eine Entscheidung, die wir aufgeschoben haben. Es ist eine Entscheidung, die einen wirklich harten Blick auf den potenziellen Schaden für die Zivilbevölkerung erforderte”, sagte der nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, am Freitag im Weißen Haus.
Die Streumunition ist Teil eines neuen Militärhilfe-Pakets in Höhe von 800 Millionen US-Dollar (rund 729 Millionen Euro). Das Pentagon betonte, man werde der Ukraine nur Streumunition mit niedriger Blindgängerrate liefern. Kiew habe außerdem zugesichert, die Geschosse nicht in dicht besiedelten städtischen Gebieten einzusetzen und festzuhalten, wo die Munition zum Einsatz komme. Weitere Details zum Zeitplan und der exakten Menge der Lieferung wollte das Pentagon nicht preisgeben.
Die Bereitstellung solle aber so erfolgen, dass sie für die bereits angelaufene ukrainische Gegenoffensive relevant sei. Die USA haben nach eigenen Angaben Hunderttausende der Geschosse auf Lager.
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Vielleicht auch noch mehr Anti-Personen Minen, ja?
Human Rights Watch reports new evidence of Ukrainian use of banned landmines. WASHINGTON, June 30 (Reuters) - Human Rights Watch (HRW) said on Friday that it uncovered new evidence of the indiscriminate use by Ukrainian forces of banned anti-personnel landmines against Russian troops who invaded Ukraine in 2022.
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Damit setzen jetzt beide Seiten im konventionellen Bereich alles ein was geht.
Jetzt kann endlich wieder schön weiter gestorben werden.
Die angebliche geringe Blindgänger Rate bezieht sich übrigens auf Granaten die beim Aufprall nicht explodieren und später zum Sicherheitsrisiko werden. Was ist denn da so eine “geringe Blindgänger Rate” wie angesprochen? Der MDR weiß mehr: click Och - eh nur 1 Prozent oder so. Dh pro abgesetzer Ladung eine oder zwei… Gut aber, dass die US noch 100.000e davon auf Lager haben.
Trotzdem aber keine Angst, Baerbock hilft.
Propaganda hat aber immer noch niemand entdeckt.
Wie sagt nochmal die Stiftung Wissenschaft und Politik dazu?
Achja, Lernkurve…
edit: Wiegold sagt 2.35% vs. 14% bei russischer. Na dann.
Thomas Mayer hat heute eine so hübsche Idee
05. Juli 2023Wie kann man die Öffentlichkeit eigentlich noch verarschen?
Von der Leyen muss bleiben, weil es wegen des Ukrainekrieges Kontinuität braucht
So wie der verlängerte Nato-Generalsekretär Stoltenberg hat die EU-Kommissionspräsidentin einen guten Job gemacht
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Was meint eigentlich Yanis Varoufakis dazu? Also nicht unbedingt weil wir den so toll finden, sondern weil in Griechenland ein anderes öffentliches Narrativ unterwegs ist, das öffentliche Kritik an irgendeinem Aspekt des Krieges gerade noch (oder überhaupt erst) erlaubt.
Räusper:
Varoufakis: The one thing that you can actually point out as simultaneously significant and pathetic - is that he [Macron] chose to bring Ursula von der Leyen with him to Beijing to tell two different stories:
One by Ursula,
One by Emmanuel,to the Chinese and to the world media.
That was a catastrophe.
If you bring the president of the EU Commission with you the idea is to have a common position.
But it is impossible to have a common position, because Ursula von der Leyen is a stand-in, a representative of, a clone of Stoltenberg, the General Secretary of NATO.
They say the same thing.
It’s the same script.
It’s like one mind, one mouth.
Now, Macron doesn’t have this view. Macron challenges the idea that Russia must be defeated and Moscow must be taken [lets hope he is just referring to regimechange…], and that will be the only just end to the war in Ukraine.
He doesn’t believe that.
He’s not allowed to say it anymore but he doesn’t believe it.
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Soetwas fällt einem Thomas Mayer natürlich nicht auf - was einem Thomas Mayer aber anstattdessen auffällt ist, dass wenn jetzt Stoltenberg verlängert wird, ja auch von der Leyen verlängert werden muss - WEGEN DER ANHALTENDEN KONTINUITÄT.
Shit, fuck. Eh nicht ideologisch verbrämt lieber Herr Journalist? Journalismus, also schreiben was Sache ist, nicht wahr, Herr Mayer?
Diese Gesellschaft ist das absolut abartigst, grotesk Allerletzte.
Der Öffentlichkeit ist ja auch viel mehr geholfen, wenn sie exakt die selben Statements sowohl von von der Leyen, als auch von Stoltenberg hört.
Propaganda hat aber immer noch niemand entdeckt.
edit: Wie gut war eigentlich der Job von von der Leyen im Ukraine Krieg?!
Von der Leyen hat nur 50 Tage gebraucht um die Selenskyj Positionen erstmals wortwörtlich zu übernehmen. Nach dem ersten Mal gings dann aber GOTT SEI DANK auch viel schneller.
So ein guter Job von von der Leyen.
Wie kann man die Gesellschaft eigentlich noch verarschen?
04. Juli 2023Mit Professoren, die einer Öffentlichkeit erklären wollen, dass das Ost-/West-Gefälle der Ukraine eigentlich eine Erfindung ist, da es ja bei der Abstimmung zum EU Assoziierungsabkommen auch eine Mehrheit dafür im Osten gab.
Seht ihr, alles in Ordnung! Leute die Ost-/West- Gefälle sagen sind ganz böse Putin-Versteher.
Da sollten wir bei uns im Sprachgebrauch besser proaktiv maßregeln! Also mindestens auf social media!
Sagt die Professorin! Und Phoenix featured das in einem freundlichen Interview ohne Widerspruch, ich mein warum auch nicht?
Was sagt eigentlich die OECD dazu?
Oh…
The previous OECD Territorial Review of Ukraine (OECD, 2014b), completed just before the Euromaidan events and the eruption of a separatist conflict in the east of the country, concluded that Ukraine was both administratively and fiscally over-centralised. It argued that a more decentralised form of territorial governance was essential to making strength of the country’s size and diversity and to overcoming the much-discussed east-west divide, which was reflected not only in its politics but also in the structure and performance of regional economies. This report updates and extends that analysis. It argues that the geopolitical and economic shocks of recent years have had asymmetric impacts, both sectorally and geographically. To a great extent, they seem to have accelerated a number of trends that emerged in the years following the global financial crisis of 2009. The structural shifts that began after the financial crisis present new opportunities for some regions, especially in the west of the country, but daunting new challenges for others, particularly in the east, where the consequences of armed conflict have exacerbated an already difficult structural adjustment. The asymmetric nature of these shocks across Ukraine’s regions points to the need for a differentiated policy response and thus reinforces the case for more decentralised governance. However, it also underscores the importance – and difficulty – of getting decentralisation right, given the problematic institutional, political and economic environment in which it is being implemented.
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Shit, Fuck.
Diese Gesellschaft ist und bleibt das absolut abartigst, grotesk Allerletzte.
Zusatz: Der “Bürgerkrieg im Osten der Ukraine”, war ein, aber nicht der bestimmende Faktor, der für den Investmentstau verantwortlich war - der Hauptfaktor sei, zu viel Zentralisierung von Entscheidungsmacht in Kiew. Sagt die OECD. Achja, und die Weltbank.
Aber die Professorin weiß das natürlich, das war ganz anders, weil eigentlich existierte ja die homogene Ukraine, die wir heute natürlich nur alle falsch und noch zu sehr in der Rückansicht betrachten. Den East-West devide in der Ukraine den gabs ja garnicht.
Wird wieder mal Zeit für einen Karlspreis würde ich sagen. Professoren können den eh problemlos entgegennehmen, oder? Und für einen Journalismus Preis fürs rein garnicht Nachhaken und fürs tolle booking!
Wenn ich an Lücken und Leerstellen in der Ukraineberichterstattung denke lande ich ja auch sofort bei “es wird zu unrecht so getan, als sei der Osten der Ukraine pro russisch”.
Erwähnt das Thema nicht Selenskyj jede Woche, weil er ja noch kurz den Osten befreien muss? Ja, schon, aber zu wenig, und nicht schnell genug! Wo die Professorin wohl die Idee mit der Lücke in der Debatte herhat…
Im Elfenbeinturm auf dem Weg ins Bad den Kopf gestoßen?
Und da klingelte zufälliger Weise auch schon das Telefon, und Phoenix war mit einer Interviewanfrage zur Stelle?
Diese Gesellschaft ist das absolut grotesk, abartigst Allerletzte.
Die Verpflichtung auf Lebenszeit hat die Frau Professor aber schon, oder? Oder arbeitet sie bei Phoenix grad fleißig dran? Tenure Party!
Weil wozu was wissen, wenn einfach die Ideologie passt?!
Fragt der Moderator: Sehr geehrte Frau Professor, hat sich vielleicht in unserer westlichen Wahrnehmung etwas verändert, also seit Janukowitsch.
“Ja, aber vielleicht nicht genug, was ich damit sagen wollte ist…”
Ja, dass du hast ein moralisierendes Stanzerl drauf hast vermutlich, von dem du nicht abweichen kannst und willst, und deshalb deflektest du jetzt jede Frage mit “ihr habt aber gesellschaftlich nicht genug getan, und wart außerdem zu langsam!”, also selbst die Fragen, die du eigentlich beantworten können solltest. Also inhaltlich.
Jetzt ist die Dame aber nur Professorin, also Politikwissenschaftlerin (Prof. Gwendolyn Sasse) und ein neues Buch über die Ukraine unter dem Titel “Der Krieg gegen die Ukraine” hat sie auch draußen. Was wir da wohl Interessantes drin lesen werden…
Oh, dass wir alle noch immer den spiegelnden kolonialen Blick drauf hätten, als Gesellschaften.
Na wenn das erst die OECD hört.…
Danke Frau Professor!
Propaganda hat aber immer noch niemand entdeckt, in dieser verfickten, drecks, scheiss, Hurengesellschaft.

