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Nein, nicht Streumunition, Smartmunition!

13. Juli 2023

Wie kann man die Öffentlichkeit eigentlich noch verarschen?

13. Juli 2023

Mit coun­ter­fac­tu­als.

Mit die­sen US-Spezialgranaten will die Ukrai­ne die rus­si­sche Front aufbrechen

[…]

Die Streu­mu­ni­ti­on hat bewusst eine Feh­ler­quo­te von 30 Pro­zent Spreng­kör­pern, die nicht explo­dier­ten. Denn so haben die Rus­sen das betrof­fe­ne Gebiet nicht nur beschos­sen, son­dern gleich­zei­tig auch in ein Minen­feld ver­wan­delt.“ [Das geht soweit in Ordnung.]

Eine „effek­ti­ve Waf­fe“ für Kiew

Bei der Streu­mu­ni­ti­on aus den USA, die die Ukrai­ne jetzt gelie­fert bekommt, sei das jedoch anders. Die Feh­ler­quo­te soll sich nur auf etwa zwei bis drei Pro­zent belau­fen. „Die Ukrai­ne braucht Streu­mu­ni­ti­on für ihre Gegen­of­fen­si­ve und nicht, um ihre eige­nen Städ­te zu bom­bar­die­ren. Die­se Waf­fe ist die bes­te und effek­tivs­te, um den Geg­ner mas­sen­wei­se aus­zu­schal­ten“, meint Thei­ner. „Die Ukrai­ne kann damit gan­ze rus­si­sche Batail­lo­ne auf ein­mal aus­schal­ten, sogar gepan­zer­te Fahr­zeu­ge zer­stö­ren und Last­kraft­wa­gen sowieso.“ 

src: click

Die Pres­se fischt mal wie­der bei Exper­ten die ins aktu­el­le Nar­ra­tiv pas­sen - also Tho­mas C. Theiner:

The Ukraine-russia war is over. putin has lost and he knows it. The­re are no more paths to vic­to­ry for rus­sia. The rus­si­an army is past cul­mi­na­ti­on, its for­ces are exhaus­ted, deci­ma­ted, and demo­ra­li­zed. Ukrai­ni­ans, with gro­wing con­fi­dence, capa­bi­li­ties, and mora­le have begun offen­si­ves to cut of the rus­si­an spear­heads. The­se offen­si­ves will con­ti­nue and grow, and if rus­sia does not retre­at in the next two weeks it will lose most of its army to death and destruction.

src: Tho­mas C. Thei­ner vor etwas mehr als einem Jahr.

Dass der zitier­fä­hig ist, erkennt man dar­an, dass er ein Pro­fil­fo­to mit einem Berg im Hin­ter­grund hat, bzw dar­an, dass er auch Opi­ni­on pie­ces auf euromaidanpress.com publi­zie­ren darf. Sie­he auch: click

Klar - nur die bes­te Bericht­erstat­tung für unse­re Leser. Hat nur einen klei­nen Haken.

Stimmt näm­lich nicht.

Hier bei 39min in:

https://www.youtube.com/watch?v=ICYg4ajuC9c

Die­se Muni­ti­on ist nicht geeig­net, dass man [damit] prak­tisch ein Minen­feld in die Luft sprengt, durch den Ein­satz von Streu­mu­ni­ti­on. Und sie ist auch nur ganz am Ran­de ein­setz­bar gegen befes­tig­te Stel­lun­gen. Wenn sie sich vor­stel­len, das ist eine Flä­chen­waf­fe, die einen gan­zen Fuß­ball­platz abde­cken kann, mit klei­nen Bom­blets, nen­nen wir das - und sich vor­stel­len, durch die­sen Fuß­ball­platz geht ein Schüt­zen­gra­ben, dann ist es ja mehr oder weni­ger Zufall, wenn sol­che Bom­blets in die­sem Gra­ben lan­den und dort ihre Wir­kung erzeu­gen, der Rest der Wir­kung ver­pufft prak­tisch, weil das rechts und links des Gra­bens dort die Ein­schlä­ge gibt - also des­halb sage ich, nicht sehr effi­zi­ent, und des­halb nur begrenzt ein­setz­bar gegen Stellungen.

[…]

Naja, es ist schon eine Ver­stär­kung, wie ich gera­de gesagt habe, es ist der Aus­gleich des Man­gels an Artil­le­rie­mu­ni­ti­on, aber sie haben auch Recht - es ist kein Gamechanger.

Zitat: Erhard Büh­ler, Ex Nato Gene­ral beim MDR

Das ist immer so arg blöd, da hat man gera­de wie­der die per­fek­te Erzäh­lung für sei­ne seit Mona­ten sorg­sam kom­plett ver­blö­de­te, Ver­zei­hung, bespiel­te Leser­schaft, und dann gibts ein­fach Exper­ten die ver­laut­ba­ren glatt wies wirk­lich ist.

Dabei stützt man sich wirk­lich bereits seit Mona­ten nur auf die feins­ten Pro­pa­gan­daout­lets der Ukrai­ne und inter­viewt nur die Mili­tär­ex­per­ten die auf ukrai­ni­schen Pro­pa­gan­da­ka­nä­len Mei­nungs­jour­na­lis­mus betrei­ben dür­fen… Also es ist wirk­lich zum ver­rückt wer­den, nie kann man es als Presse-Redakteur wem recht machen.

Jetzt müss­te Russ­land nur noch außer­halb von Schüt­zen­grä­ben angrei­fen und in einen ukrai­ni­schen Hin­ter­halt lau­fen, so meh­re­re Fuß­ball­fel­der und Batail­lo­ne breit, dann - jaha, aber dann! Wäre die Pres­se Bericht­erstat­tung zumin­dest annä­hernd nahe an der Rea­li­tät dran.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut abar­tigst, gro­tesk Allerletzte.

Wie kann man die Öffentlichkeit eigentlich noch belügen?

12. Juli 2023

Wenn man von nichts eine Ahnung hat - und immer falsch liegt, wird man zum einen jah­re­lan­ger Moskau-Korrespondent für die Zeit (Micha­el Thu­mann) und grün­det dann ein außen­po­li­ti­sches Maga­zin, oder kennt bes­ser die Grün­der eines sol­chen, oder so… Weil die Kine­den haben genau­so­we­nig drauf. Hofie­ren­de Fra­gen soweit das Auge reicht.

Also wor­um gehts hier?

Ich habe sel­ten in mei­nem Leben ein Inter­view gese­hen, das bereits zwölf Tage nach sei­nem Erschei­nen so geal­tert ist, dass man eigent­lich nur noch zusam­men­fas­sen kann - voll­kom­men daneben.

Und dabei fings doch so gut an…

Micha­el Thu­mann, sei­ner­seits mit­tel­pro­mi­nen­ter Selbst­dar­stel­ler auf PR Tour hat gera­de ein Buch ver­öf­fent­licht in dem er deut­lich pro­mi­nen­ter den Schlag­wort­kom­plex “Revan­chis­mus” im Zusam­men­hang mit Putins Han­deln beleuch­tet hat.

Pro­blem: Revan­chis­mus darf heu­te kei­ner mehr sagen (also Man­gott schon noch, als ein­zi­ger (!) Exper­te im deutsch­spra­chi­gen Raum, gera­de eben so - weil man sei­ne Ana­ly­sen sonst sehr schätzt), da die US sich ja durch Sny­der nach Kriegs­be­ginn das Neo­im­pe­ria­lis­mus als Russ­lands pri­mä­rer Kriegs­grund Nar­ra­tiv erfin­den haben las­sen. Sny­der - das ist der hier: click

In dem Moment in dem das Nar­ra­tiv auf­kam, muss­te sowohl das deut­sche Aus­wär­ti­ge Amt, als auch der Deut­sche Ver­tei­di­gungs­aus­schuss in deren Pres­se­state­ments, bin­nen drei Mona­ten, von “Revan­chis­mus” über Neo­ko­lo­nia­lis­mus zu Neo­im­pe­ria­lis­mus wech­seln, in der Skiz­zie­rung der offi­zi­ell geglaub­ten Kriegsbegründung/des offi­zi­ell geglaub­ten Kriegsgrunds.

Suk­zes­si­ve mit der Medi­en­be­richt­erstat­tung (in der das Impe­ria­lis­mus­nar­ra­tiv ste­tig wich­ti­ger wurde).

Was machst du jetzt also als jemand der das nicht kom­men gese­hen hat, aber der trotz­dem in sei­nem Berufs­um­feld als Selbst­dar­stel­ler rele­vant blei­ben will?

Ver­schär­fend: Du hast neben­bei ein Buch drau­ßen, das voll mit Revan­chis­mus als “ich kann lesen wie Putin denkt” Begrün­dun­gen für staat­li­ches Han­deln ist, wäh­rend aber die Begrün­dung heu­te eben kei­ner mehr öffent­lich ver­wen­den darf.

Kei­ne Sor­ge, dafür gibt es eine Lösung:

Schritt 1: Behaup­te Revan­chis­mus sei doch das sel­be wie Neo­im­pe­ria­lis­mus und du habest es doch schon immer kom­men gese­hen - schließ­lich hast du ja gera­de erst ein Buch her­aus­ge­ge­ben, das sich noch ver­kau­fen soll, nicht wahr Herr Micha­el Thu­mann? (Wer­tung: Aus dem Argu­men­ta­ti­ons­leit­fa­den eines Volltrottels.)

Schritt 2: Het­ze gegen Klaus von Dohn­anyi (und Sarah Wagen­knecht, aber ok, die ist ja bereits ein free for all) um dei­ne ideo­lo­gi­sche Zuge­hö­rig­keit zu unter­mau­ern, auch wenn du in dei­nem Buch lei­der den aus PR-Sicht fal­schen Begriff als intrinsi­sches Leit­mo­tiv für “Putins Han­deln” ver­wen­det hast.

Schritt 3: Such dir ein aktu­el­les The­ma bei dem noch kei­ner eine abschlie­ßen­de Wer­tung auf Lager hat (War­um hat Pri­go­schin geputscht?), dann erwei­te­re dei­ne Theo­rie, und behaup­te das sei durch eine Erwei­te­rung von Revan­chis­mus als Leit­mo­tiv am ehes­ten erklär­bar, und du wür­dest es jetzt hier, ad hoc, gegen­über dem Pod­cas­ter der die Fra­ge eigent­lich initi­al auf­ge­wor­fen hat, für alle Zuhö­rer ein­wand­frei begründen.

Schritt 4: Lad dir eine noch viel grö­ße­re Voll­nul­pe ein die von “ich habe mit Stu­den­ten Putins Rede vor der Nato 2008 über meh­re­re Jah­re als Leh­ren­der (Pro­fes­sor?!) ana­ly­sie­ren las­sen - und immer gesagt, das wäre für Euro­pa eine gro­ße ver­ta­ne Chan­ce gewe­sen” zurück­ru­dern muss, als qua­si vom Mit­tel­punkt des Boden­sees, wäh­rend du nur aus dem Ufer­be­reich zurück­ru­dern musst. Ich mein dumm gelau­fen, die US haben ein­fach ein ande­res Nar­ra­tiv öffent­lich zum ein­zig rich­ti­gen “Putin ver­ste­hen” Duk­tus erklärt, und das auf das du in dei­nem Buch gesetzt hast, mit­tels eines noch viel talen­tier­te­ren Selbst­dar­stel­lers, ins Abseits geschossen.

Was du danach aber auf gark­ei­nen Fall tun soll­test, ist das erst bes­te Nar­ra­tiv auf das du bezüg­lich dei­nes Reframings setzt SO klar und detail­iert mit Schluss­fol­ge­run­gen (war­um das Revan­chis­mus war) bele­gen, dass bereits zwölf Tage danach (!) kom­plett und unwi­der­bring­lich klar ist, dass du von nichts eine Ahnung hast, dass du nicht mal die Far­be dei­nes Milch­ca­fes am Mor­gen bestim­men könn­test und dass du dir den gan­zen Scheiß tag­täg­lich in Form von Glau­bens­sät­zen aus der Nase ziehst.

Also gehen wirs durch, es ist sehr, sehr unterhaltsam.

Haupt­the­se: Der Pri­go­schin Putsch ist eine Fort­füh­rung von Revan­chis­mus, da der Revan­chis­mus letzt­lich durch eine Sor­ge um den Macht­er­halt begrün­det gewe­sen sei, und der Putsch­ver­such daher exakt das ist, was du als Füh­rung Russ­lands kom­men sehen hast aber ver­hin­dern wolltest.

Daher hast du einen Krieg aus­ge­ru­fen, im Zuge des­sen die Pro­fi­lie­rung eines dei­ner Kriegs­her­ren erst mög­lich wur­de, der danach eine Stär­kung sei­ner Macht­po­si­ti­on ange­strebt hat?

Und dass du dir das geleis­tet hast, was dei­ne Macht­po­si­ti­on dele­gi­ti­miert hat, war dein Plan dem eigent­lich ent­ge­gen­zu­wir­ken, daher hast du doch den Krieg begonnen?

Wait what?

Alles klar?

Fol­ge­the­sen:

1. Das alles sei ein Zei­chen von Schwä­che, Putin wird es zukünf­tig sehr schwer haben die Legi­ti­ma­ti­on sei­ner Füh­rungs­struk­tur nach außen hin wei­ter zu begrün­den, es wird jetzt immer wei­te­re Revol­ten geben, das wird ein sehr schwer zu meis­tern­des Pro­blem für Russ­lands PR.

2. Wag­ner durch Staats­ein­hei­ten zu erset­zen wird nicht leicht mög­lich sein. Das ver­schafft dir wei­te­re macht­po­li­ti­sche Pro­ble­me im Rah­men dei­ner Außen­po­li­tik in den Staa­ten in denen Wag­ner tätig ist. Das wird Russ­land noch über Mona­te nach­hän­gen und sei­ne Posi­ti­on schwächen.

3. Die Bür­ger in Russ­land wer­den nicht auf­hö­ren kön­nen dar­über zu reden! Das bedeu­tet letzt­lich Legi­ti­mi­täts­ver­lust und mehr Leu­te die das Regime in Fra­ge stellen.

Und wenn das nicht zutrifft, ist die kom­plet­te Kar­rie­re des Micha­el Thu­man im Eimer, vom Ver­kaufs­er­folg des Buchs mit Revan­chis­mus als hand­lungs­lei­ten­de “ich kann erken­nen was Putin denkt” Moti­va­ti­on ganz zu Schweigen.

Dar­auf die Kreml-Propaganda so - hold my beer.

Und 12 Tage später:

Pri­go­schin fest­ge­setzt, aber hat mit Putin bereits direkt gespro­chen, ist auch schon wie­der in Mos­kau, dafür aber Schoi­gu kom­plett abge­setzt, den nächs­ten Hope­ful nach­be­setzt und intern gegen sei­ne offi­zi­el­len Geg­ner gepitcht.

Wag­ner NICHT ein­ge­stellt son­dern klar­ge­stellt, dass sie vor allem im Aus­land als Wag­ner wei­ter agie­ren werden.

Oder ums anders zu sagen, sowohl Schoi­gu, als auch Pri­go­schin aus dem Spiel genom­men, eine neue Genera­ti­on des inter­nen Macht­kampfs auf­stre­ben­der Grup­pie­run­gen unter der eige­nen Ägi­de instal­liert - Wag­ner zwecks “kennt man” PR Kon­sis­tenz beibehalten.

Shit. Wor­über unter­hält sich jetzt das rus­si­sche Volk?

Putin zu schwach, der Putsch hat gan­ze 23 Stun­den gedau­ert? Putin zu schwach er hat nur Schoi­gu UND Pri­go­schin entmachtet?

Wer war auf Pri­go­schins und nicht auf Putins Sei­te wäh­rend des Putsches?

Aber Pri­go­schin hat doch jetzt erst wie­der mit Putin gespro­chen - und Schoi­gu ist ganz raus… Schei­ße gegen wel­che Sei­te intri­gier ich denn jetzt?

Und gleich noch ein neu­er Macht­kampf mit neu­en Köp­fen in Hin­ter­grund auf den ich mei­ne Auf­stre­bungs­be­mü­hun­gen doch viel bes­ser fokusiere.

Und das alles bin­nen einer Woche.

Auf was foku­sie­re ich denn jetzt mei­ne dis­rup­ti­ven Bemü­hun­gen, wenn ich ein Aus­lands­ge­heim­dienst bin? 

Auf das ein­zig ver­blei­ben­de Ele­ment von “ein­ge­ses­se­ner Macht” das sym­bo­lisch noch vor­han­den ist - die Wag­ner Gruppe?

Die ist ja so schwach? Viel schwä­cher als man denkt? Soll sies sein - nie­mand weiß wo genau wel­che Tei­le von ihr wei­ter zum Ein­satz kom­men wer­den und wer sie anführt, und das stärkt ihr Mys­te­ri­um, was zwar für den Krieg irrele­vant ist, aber nicht für den Ein­satz als Siche­rungs­macht. Und mei­ne Güte, in etwa zwei Jah­ren hat die dann einen neu­en Anführer…

Ich sprechs ja nicht ger­ne aus - aber Tcha­ka­rowa (sie­he: click), hat­te vom Aus­gang betrach­tet, mehr recht als die gesam­te Deut­sche Gesell­schaft für aus­wär­ti­ge Poli­tik zusammen…

Zwölf Tage lang haben ihre Betrach­tun­gen gehalten.

Zwölf fuck­ing Tage.

Tja - schon schei­ße - Haupt­sa­che Heu­cheln und viel Schwach­sinn erzäh­len ist eben doch kei­ne so attrak­ti­ve Per­spek­ti­ve, wenn man als ehe­ma­li­ger Moskau-Korrespondent der Zeit, mit einem Buch mit der lei­der fal­schen Theo­rie irgend­wo am See sitzt und ver­sucht wie­der zurück­zu­ru­dern. Kann viel schief­ge­hen bei sowas…

edit: Die Pres­se und der Stan­dard schrei­ben heu­te noch einen imho ziem­lich offen­sicht­li­chen Schrott zusam­men - unter dem Stich­wort “jetzt schert noch ein Gene­ral aus, Popow”. Hin­ter­grund - der Aus­sche­rer war schein­bar nicht macht­po­li­tisch begrün­det, und Gene­ral ist der auch nicht mehr. Der war schein­bar tat­säch­lich intrinsisch moti­viert die Miss­stän­de an der süd­li­chen rus­si­schen Front in der Ukrai­ne auf­zu­zei­gen. Mit­ten wäh­rend einer ukrai­ni­schen Offen­si­ve. Also ein ganz schlau­er Idea­list. Einer der es bis zum rus­si­schen Gene­ral geschafft hat, und dem dann auf­ge­fal­len ist, dass Russ­land im Zwei­fels­fall Men­schen­le­ben auch ein­fach ver­heizt. Einer der mehr Feind­auf­klä­rung gegen Artil­le­rie woll­te, also genau das was das rus­si­sche Mili­tär mit Ersatz­teil­knapp­heit nicht flä­chen­de­ckend leis­ten wird. Aber der wird jetzt für Putins Regime zum Pro­blem, weil ihn die rus­si­schen Mili­tär­blog­ger mögen? Jetzt wo er nicht mehr beim Mili­tär ist, und sei­ne Stra­fe sto­isch erwartet?

Hm…

edit2: Die Pres­se hat heu­te die Auf­lö­sung, hier ist der Pro­pa­gan­da Ang­le. Des Wes­tens natür­lich, also das was her­aus­schaut, wenn du wie­der embed­ded Jour­na­lism machst, und dir hübsch notierst, was du denn laut dei­nen ukrai­ni­schen Hand­lern berich­ten sollst:

Auf Front­be­such in der Ukrai­ne: „Die Lei­chen lie­gen im Straßengraben“

Kriegs­re­por­ter Alfred Hackens­ber­ger spricht nach sei­nem Besuch an der Front über die ver­hee­ren­de Lage in der Ost­ukrai­ne. War­um die ukrai­ni­sche Gegen­of­fen­si­ve erst lang­sam in Schwung kommt und immer mehr rus­si­sche Sol­da­ten überlaufen.

src: click

Wegen Popow, nicht?

Oder doch weil die Ukrai­ne aktu­ell Russ­land aktu­ell eine Ver­lustra­te von 1:1,4 zufügt? Das spü­ren die was - 1:6 Sol­da­ten im rus­si­schen Schüt­zen­gra­ben? 1:4? 1:2?

Hier der Stan­dard der der Öffent­lich­keit ver­sucht Ver­wun­de­rung zu ver­kau­fen, war­um sich in der rus­si­schen Öffent­lich­keit immer noch nichts regt: click Popow hat es mit sei­ner Aus­sa­ge bis zu einem Duma Abge­ord­ne­ten geschafft! Der Kreml hat mit “Kei­ne “Show” machen” kom­men­tiert. Es geht drun­ter und drü­ber! Ja, und erst die gan­zen rus­si­schen Sol­da­ten die jetzt ver­mehrt überlaufen!

Wir sind schon wie­der fast am gewin­nen! Es dau­ert nur noch zwei Jah­re! Der Geg­ner ist schon wie­der unfä­hig! Und der Bevöl­ke­rung ist das schon bei­na­he klar! Und Pro­pa­gan­da hat immer noch nie­mand entdeckt!

The Future of Blackrock, I mean Ukraine

12. Juli 2023

You know, they are in clo­sed doors right now, in Vil­ni­us, try­ing to ham­mer out what that means - what Biden said [Ukrai­ne being on the way to Nato, but no mem­bers­hip plan yet, being made inter­ope­ra­ble with Nato], I think the­re is such pres­su­re, to find a way to inclu­de Ukrai­ne, but not ful­ly inclu­de Ukrai­ne. What I think you know, the­re was a con­fe­rence at the begin­ning of June in Lon­don about recon­struc­tion of Ukrai­ne. One would hope that at this gathe­ring, the­re would be some atten­ti­on payed to what may mean a tril­li­on dol­lars for the world com­mu­ni­ty [rebuil­ding cos­ts of Ukrai­ne] and what was ponied up in Lon­don was some­thing like 15 bil­li­on [lar­ge­ly part of the EU recon­struc­tion fund, to be payed out in tran­ches, btw.]. The­re are reports now, that Zelen­skyy has set up an office in Kiev for eco­no­mic deve­lo­p­ment which Black­rock has play­ed a major role in, so I fear that as we wit­nessed the mili­ta­riz­a­ti­on and the war pro­cee­ding, the future of Ukrai­ne is being nego­tia­ted in other places […]

Ahhh… so gut das zu hören! Wo doch Selen­skyj noch am ers­ten Tag der Geber­kon­fe­renz in Lon­don ver­laut­ba­ren las­sen hat er müs­se sich selbst (!) noch einen öko­no­mi­schen Plan für die Ukrai­ne ausdenken!

Ja, ja. Denk. Denk.

Sei­ne ers­te Idee war ja eigent­lich Rock Red. Das war ihm dann aber zu wenig patriotisch.

Dann ist er ver­mut­lich bei Blue, yel­low Rock als Namen für den Auf­bau­plan gelan­det, weil er sich gedacht hat - fangt er halt ein­mal mit dem Namen an, der ist ja auch nicht unwichtig.

Dann haben Selen­skyj aber gott­sei­dank sei­ne Bera­ter doch noch davon über­zeu­gen kön­nen, dass er doch bes­ser Black­rock nimmt, dann muss er sich auch nicht so schwer noch wei­ter was über­le­gen, und kann sofort ins Kin­der­zim­mer zurück um mit dem grau­en Pan­zer zu spie­len, den er erst im März vom Groß­va­ti geschenkt bekom­men hat.

*hust­keuch*

Kommt zurück in die Ukrai­ne, geflüch­te­te Ukrai­ner! In ein Land das auf­grund der akti­ven US Mili­tär­stra­te­gie noch meh­re­re Jah­re im Krieg ver­blei­ben wird - das aber bereits jetzt mit Infra­struk­tur­in­vest­ments begin­nen muss, damit ihm nicht noch mehr Ein­woh­ner weg­ren­nen - auch wenn die­se dann zer­bombt wer­den dürf­ten. Das aktu­ell “wir bau­en Kin­der­gär­ten” Spots im Staats­fern­se­hen sen­den muss, weil es demo­gra­phisch bereits Rich­tung ter­mi­nal decli­ne unter­wegs ist (Hälf­te der Bevöl­ke­rung weg, und zwar die jün­ge­re, bes­ser aus­ge­bil­de­te) -- und des­sen öko­no­mi­sche und insti­tu­tio­nel­le Zukunft nun­mehr seit drei Wochen von Black­rock gestal­tet wird!

Wo kann ich mich für die Staats­bür­ger­schaft anmel­den? Ich mei­ne, damit ich dann auto­ma­tisch EU Bür­ger wer­de natür­lich, also wenn ich nicht schon einer wäre.

Eigent­lich 1A die­ses “die Ukrai­ne muss alles selbst ent­schei­den” Kon­zept - die­ser so bestim­men­de Wahl­spruch euro­päi­scher, was wars noch gleich…? Sor­ry hab das Wort ver­ges­sen, kann nicht jemand bei McK­in­sey anru­fen, damit die ab jetzt mei­ne Blog­ein­trä­ge schreiben?

Macron darf ja seit dem Monat nicht noch mehr exter­ne Bera­ter ein­stel­len… Da kön­nen die da doch sicher einen abstellen.

Macron govt must limit use of pri­va­te con­sul­tancy firms, watch­dog says

France’s government must fur­ther rein in some­ti­mes “inap­pro­pria­te” hiring of con­sul­tanci­es, the country’s Court of Audi­tors said Mon­day, respon­ding to public out­cry over an issue that hob­bled Pre­si­dent Emma­nu­el Macron’s reelec­tion cam­pai­gn last year.

src: click

Naja wenigs­tens McK­in­sey und nicht Black­rock… Sor­ry Ukrai­ne, die Ukrai­ne mei­ne ich. 

Der gehts ja aktu­ell nur mehr nur so, so…

Hab ich gehört.

Wobei sich aber auch Black­rock die attrak­tivs­ten Inves­ti­ti­ons­ob­jek­te als ers­tes her­aus­su­chen darf. Als Vermittlungsprovision.

edit: Sor­ry, ich Dum­mer­le, McK­in­sey ist natür­lich eben­falls ein­ge­bun­den… Ich mein, wie konnt ich nur…

So many of today’s long-term chal­len­ges are best addres­sed through blen­ded finan­ce and this is one. You need the­se vehi­cles to mobi­li­se capi­tal at sca­le,” said Black­Rock vice-chair Phil­ipp Hil­de­brand, who will be dis­cus­sing the work on Wednesday.

The World Bank esti­ma­ted in March that Ukrai­ne would need $411bn to rebuild after the war, and recent Rus­si­an attacks have dri­ven that figu­re higher.

The Kyiv government enga­ged BlackRock’s con­sul­ting arm in Novem­ber to deter­mi­ne how best to attract that kind of capi­tal, and then added JPMor­gan in Febru­a­ry. [Sicher eine Euro­päi­sche Bank, die­se JPMor­gan, nicht? Wo wir doch die Mehr­heit des finan­zi­el­len Invest­ments stel­len. Oder? Nein? Scha­de eigent­lich.] Ukrai­ne pre­si­dent Volo­dym­yr Zelen­skyy announ­ced last mon­th that the coun­try was working with the two finan­cial groups and con­sul­tants at McKinsey.

[…]

Black­Rock and JPMor­gan are dona­ting their ser­vices, alt­hough the work will give them an ear­ly look at pos­si­ble invest­ments in the coun­try. The assign­ment also deepens JPMorgan’s rela­ti­ons­hip with a long­stan­ding cli­ent. The bank has hel­ped Ukrai­ne rai­se more than $25bn in sov­er­eign debt sin­ce 2010 and led the country’s $20bn debt rest­ruc­tu­ring last year.

The finan­ciers con­sul­ted with pri­va­te and public sec­tor inves­tors and found they wan­ted to help Ukrai­ne but were lee­ry not just about war los­ses but also the country’s gover­nan­ce, lack of trans­pa­ren­cy and shal­low capi­tal markets.

What Ukrai­ne nee­ded, Black­Rock advi­sed, was a deve­lo­p­ment finan­ce bank to find invest­ment oppor­tu­nities in sec­tors such as infra­st­ruc­tu­re, cli­ma­te and agri­cul­tu­re and make them attrac­ti­ve to pen­si­on funds and other long-term inves­tors and len­ders. JPMor­gan was brought in part­ly for its debt expertise.

The fund is being set up to also give public and pri­va­te sec­tor inves­tors the oppor­tu­ni­ty to invest into spe­ci­fic pro­jects and sec­tors,” said Ste­fan Wei­ler, JPMorgan’s head of debt capi­tal mar­kets for cen­tral Euro­pe, Midd­le East and Afri­ca. “The­re will be dif­fe­rent sec­to­ral funds that the fund iden­ti­fied as prio­ri­ties for Ukrai­ne. The aim is maxi­mi­se capi­tal participation.”

The struc­tu­re calls for the fund to use the lower-cost public money, known as con­ces­sio­nal capi­tal, to make initi­al invest­ments and absorb the first losses.

The noti­on is that this initi­al seed capi­tal would be a de-risking mecha­nism, and it would crea­te the poten­ti­al for pri­va­te sec­tor capi­tal to come in at sca­le,” said Bran­don Hall, co-head of BlackRock’s Finan­cial Mar­kets Advi­so­ry arm. “Ukrai­ne will have its own orga­ni­sa­ti­on to source and syn­di­ca­te the­se local invest­ment opportunities.”

To over­co­me inves­tor con­cerns about gover­nan­ce, the fund is expec­ted to stock its board with repre­sen­ta­ti­ves of inter­na­tio­nal finan­cial insti­tu­ti­ons and governments and hire invest­ment pro­fes­sio­nals to exe­cu­te its strategy.

Our view is that if you have a strong gover­nan­ce struc­tu­re and an inter­na­tio­nal­ly credi­ble set of sta­ke­hol­ders who are in the lea­ders­hip posi­ti­on in this fund, then that will go a long way,” Hall said.

BlackRock’s advice has drawn on its work for the Sau­di Natio­nal Deve­lo­p­ment Fund and the Cli­ma­te Finan­ce Part­ners­hip, a blen­ded finan­ce vehi­cle that directs invest­ment into sus­taina­bi­li­ty pro­jects in emer­ging mar­kets. McK­in­sey did not respond to a request for comment.

At pre­sent, the Ukrai­ne work is focu­sed on set­ting up the struc­tu­re, gover­nan­ce and prac­ti­cal pro­ce­du­res becau­se most inves­tors want to wait for the end of hos­ti­li­ties. “The important part is that Ukrai­ne is alrea­dy thin­king ahead,” Wei­ler said. “When the war is over, they’re going to want to be rea­dy and start the rebuil­ding pro­cess immediately.”

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Wait what?

11. Juli 2023

Ger­ma­ny should­n’t ‘block’ US from sen­ding clus­ter muni­ti­ons to Ukrai­ne, says president

Ger­man Pre­si­dent Frank-Walter Stein­mei­er on Sunday said the coun­try should not “block” the United Sta­tes from sen­ding clus­ter bombs to Ukrai­ne, while defen­ding its oppo­si­ti­on to the use of the con­tro­ver­si­al wea­pon. Ukrai­ni­an Pre­si­dent Volo­dym­yr Zelen­sky on Sunday voi­ced hope for the “best pos­si­ble result” from an upco­m­ing NATO sum­mit whe­re Kyiv is loo­king for a green­light regar­ding its bid to join the alliance.

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6:25pm: Ger­ma­ny should­n’t ‘block’ US from sen­ding clus­ter muni­ti­ons to Ukrai­ne, says president

Germany’s pre­si­dent on Sunday said the coun­try should not “block” the United Sta­tes from sen­ding clus­ter bombs to Ukrai­ne, while defen­ding its oppo­si­ti­on to the use of the con­tro­ver­si­al weapon. 

Germany’s posi­ti­on against the use of clus­ter muni­ti­ons is as jus­ti­fied as ever. But we can­not, in the cur­rent situa­ti­on, block the United Sta­tes,” said Pre­si­dent Frank-Walter Stein­mei­er in an inter­view with Ger­man broad­cas­ter ZDF

If Ukrai­ne no lon­ger has the means to defend its­elf or if tho­se sup­por­ting the war-stricken coun­try back down, “it would be the end of Ukrai­ne”, said the pre­si­dent, who­se powers are lar­ge­ly ceremonial. 

The United Sta­tes announ­ced Fri­day new mili­ta­ry aid to sup­port the Ukrai­ni­an army to coun­ter the Rus­si­an inva­si­on, which inclu­de clus­ter muni­ti­ons, cros­sing a new thres­hold in the type of wea­pon­ry sup­plied to Kyiv. 

Stimmt, wie könn­te sich die Ukrai­ne auch ohne Clus­ter­gra­na­ten vorwärtsverteidigen?

Let me get this straight.

Es ist wich­tig, dass der Wes­ten geschlos­sen agiert.
Es ist wich­tig, dass wir in die­sem Punkt nicht geschlos­sen agie­ren und auch unse­re Wer­te­po­si­tio­nen ver­tre­ten die sich von denen der US maß­geb­lich (also nach inter­na­tio­na­lem Ver­trags­recht) unterscheiden.
Es ist wich­tig, dass wir die Stim­men nicht abdre­hen, die sich gegen den Ein­satz von geäch­te­ten Mit­teln der Kriegs­füh­rung wenden.
Und es is vor allem wich­tig, dass wir aber die US nicht davon abhal­ten die nach Euro­pa zu liefern.

Wegen. Ehm. *papier­ra­schel* der ehm Ver­tei­di­gungs­fä­hig­keit der Ukraine.

Mit­ten in eine ukrai­ni­sche Offen­si­ve hin­ein, für die die Muni­ti­on noch recht­zei­tig ankom­men soll.

Ich glaub jetzt hab ichs aber!

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut abgrund­tief, gro­tesk Allerletzte.

edit: Es gibt aber natür­lich auch wie­der gute Nach­rich­ten, dies­mal von Oxford Eco­no­mics (einer eco­no­mic fore­cas­ting Klitsche):

Die Reduk­ti­on in der Elek­tri­zi­täts­pro­duk­ti­on ist übri­gens demand dri­ven. Dh. das sind Indus­trie­be­rei­che die still ste­hen. Und natür­lich die gan­zen tol­len Effi­zi­enz­ge­win­ne die Reu­ters hier lis­tet: click

Lang, lang ists her…

10. Juli 2023

Einen Monat quasi -

Bri­ti­sche Militärgeheimdienst-Extperten gehen davon aus, dass die rus­si­schen Trup­pen nun in Bach­mut gebun­den und daher weni­ger fle­xi­bel auf neue Lagen reagie­ren können.

Gian­lu­ca Wal­lisch 3.6.2023, 10:59

Lon­don: Rus­si­sche Streit­kräf­te wegen Lage in Bach­mut nun weni­ger flexibel

Die rus­si­schen Streit­kräf­te in der Ukrai­ne haben nach Ansicht bri­ti­scher Mili­tär­ex­per­ten durch den Abzug der Söld­ner­trup­pe Wag­ner aus Bach­mut an Fle­xi­bi­li­tät ein­ge­büßt. So sei­en Ein­hei­ten der einst als Eli­te­trup­pen bekann­ten Luft­lan­de­trup­pen VDV inzwi­schen an der Front in Bach­mut im Ein­satz, hieß es im Geheim­dienst­be­richt des bri­ti­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums zum Krieg in der Ukrai­ne am Samstag.
“Die VDV haben seit der Inva­si­on viel von ihrem ‚Elite‘-Status ver­lo­ren”, so die Bri­ten. Rus­si­sche Kom­man­dan­ten hät­ten zwar wohl ver­sucht, einen Teil die­ser Trup­pen als Reser­ve auf­zu­spa­ren. Durch deren Ein­satz an der Front in Bach­mut sei­en aber nun die gesam­ten rus­si­schen Streit­kräf­te weni­ger in der Lage, fle­xi­bel auf Her­aus­for­de­run­gen zu reagieren.
Das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um in Lon­don ver­öf­fent­licht seit Beginn des rus­si­schen Angriffs­kriegs gegen die Ukrai­ne unter Beru­fung auf Geheim­dienst­in­for­ma­tio­nen täg­lich Infor­ma­tio­nen zum Kriegs­ver­lauf. Mos­kau wirft Lon­don eine Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gne vor.

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da war Bach­mut noch eine Finte.

Heu­te:

Die gröss­ten mili­tä­ri­schen Erfol­ge erzie­len die Ukrai­ner der­zeit an einem uner­war­te­ten Ort – in der Regi­on Bachmut

Noch im Mai fei­er­te Russ­lands Mili­tär nach zehn­mo­na­ti­ger Schlacht die Ein­nah­me der Stadt, doch seit­her hat es viel Ter­rain im Umland ver­lo­ren. Neh­men die Ukrai­ner nun Revan­che und umzin­geln Bach­mut? Schon aus Pres­ti­ge­grün­den kann Mos­kau dies nicht zulassen.

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Der größ­te Erfolg der Ukrai­ne seit eh… einem Monat quasi!

Jetzt aber erst mal ordent­lich auf die geäch­te­te Streu­mu­ni­ti­on war­ten, und der­weil den Opfern in Wol­hy­ni­en vor 80 Jah­ren gedenken:

Gedenken

Der pol­ni­sche Prä­si­dent Andrzej Duda (links) besucht gemein­sam mit sei­nem ukrai­ni­schen Amts­kol­le­gen Wolo­di­mir Selen­ski einen Gedenk­got­tes­dienst in der Peter-Paul-Kathedrale von Luzk.

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Dann sieht die Welt gleich ganz anders aus.

Pro­pa­gan­da hat aber noch immer nie­mand ent­deckt. Am aller­we­nigs­ten der Stan­dard. Dan­ke Gian­lu­ca Wal­lisch! Der nächs­te Lie­ge­stuhl beim Euro­pean Forum Alp­bach ist schon wie­der reser­viert und Oxford hat auch schon geru­fen… Es gibt in Öster­reich ja nicht so vie­le Jour­na­lis­ten mit einem guten Kon­tak­tenetz­werk zur Ers­te Stif­tung und in die UK.

Jetzt dür­fen wir hier aber nicht enden, es ist eben auch essen­zi­ell zu wis­sen, wor­an es gele­gen hat. Damit das zukünf­tig nicht mehr pas­sie­ren kann. Damit wir vor­bau­en können.

Und als guter deut­scher und öster­rei­chi­scher Medi­en­kon­su­ment haben wirs ja alle gelernt es hat dar­an gele­gen, dass Deutsch­land nicht schnell genug schwe­re Waf­fen gelie­fert hat. Pan­zer näm­lich. Mit­ten in die ukrai­ni­sche Schlamm­sai­son (Bez­do­rizhzhia) hinein.

Wie kann man die Öffent­lich­keit noch verarschen?

Des­halb spielt die Ukrai­ne BIS DATO, also nach­dem alles gelie­fert wur­de - ja auch - Zitat:

Die ukrai­ni­sche Armee spielt mit den Rus­sen an Front Katz und Maus

Die Gegen­of­fen­si­ve hat noch gar nicht rich­tig begon­nen. Die Ukrai­ner loten die Schwach­punk­te der rus­si­schen Armee aus und bin­den deren Kräf­te mit Nadel­sti­chen. Besuch an der ost­ukrai­ni­schen Front.

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- ja ehm, Katz und Maus spie­len die aktu­ell. Scheint ein sehr popu­lä­res Spiel zu sein. Auf was war­ten sie denn noch? Also auf F-16 erst­mal nicht, denn die wur­den für die­se Gegen­of­fen­si­ve von den US bereits abge­sagt. Auf die Streu­mu­ni­ti­on? Auf Spreng­schläu­che? Oder doch bis das Fluss­bett bei Kachow­ka end­lich trock­net? Gott behü­te, man darfs ja eigent­lich nicht mal andenken, bei all den Umwelt­schä­den die das ver­ur­sacht hat. Aber die Ukrai­ner tes­ten ja aktu­ell noch flei­ßig wo denn die Ver­tei­di­gung der Rus­sen am durch­läs­sigs­ten ist. 

Trotz­dem wis­sen wir natür­lich wei­ter­hin - also wenn Deutsch­land nur schnel­ler gelie­fert hät­te, dann hät­ten die Ukrai­ner aber wirk­lich alle ihre Pan­zer in den Schlamm gefah­ren und die Rus­sen hät­ten dann weni­ger Zeit gehabt sich einzugraben.

Was wäre das schön gewesen.

Das hät­ten wir dann aber auch erst mal tes­ten müssen.

Aber wäh­rend wir hier auf die Ergeb­nis­se war­ten - könn­ten wir viel­leicht noch mal den Opfern in Wol­hy­ni­en vor 80 Jah­ren gedenken?

Klar, machen wir doch - ist ja kein Ding:

Gedenken

Der pol­ni­sche Prä­si­dent Andrzej Duda (links) besucht gemein­sam mit sei­nem ukrai­ni­schen Amts­kol­le­gen Wolo­di­mir Selen­ski einen Gedenk­got­tes­dienst in der Peter-Paul-Kathedrale von Luzk.

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Dar­auf dann aber mal erst noch eine wei­te­re Run­de Katz und Maus, um der rus­si­schen Armee noch etwas Zeit zu geben.

Pro­pa­gan­da hat hier aber immer noch nie­mand entdeckt.

Bildschirmfoto 2023 07 10 um 07 51 25Jetzt gibt es aber natür­lich auch wie­der gute Nach­rich­ten, der Stan­dard wid­met sich einst­wei­len erst mal wie­der den rich­tig schwe­ren The­men im Qualitätsjournalismus.

Der Pres­se­club Con­cordia hats ja gesagt, die Per­for­mance des Jour­na­lis­mus wird eva­lu­iert, aber erst spä­ter, wenn dann alles vor­bei ist.

Wobei wir aber seit letz­ter Woche wis­sen, dass - Zitat Freun­de der Ers­te Stif­tung in der Diplo­ma­ti­schen Aka­de­mie Wien:

Becau­se this all ends, as soon as we in the west invest, and Putin starts to rea­li­ze, that we will inte­gra­te the Ukrai­ne into the EU no mat­ter what it takes, and that Rus­sia has alrea­dy lost!”

Quel­le:

Get­ting fed ukrai­ni­an Propaganda

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk abar­tigst Allerletzte.

Die nächs­te Offen­si­ve kann kommen.

Und ich emp­feh­le der Pro­pa­gan­da für die­se Epi­so­de ein 80s style Bre­ak­fast Club ending. Mit “was wur­de eigent­lich aus…” Vignet­ten im Abspann.

Wie kann man die Bevölkerung noch belügen?

09. Juli 2023

Man kann ihr nur ein Fünf­tel der Geschich­te erzählen.

MEDIEN-MONITORING

Öster­reichs Medi­en­trans­pa­renz im euro­päi­schen Spitzenfeld

Pilot­pro­jekt “Euro­me­dia Owners­hip Moni­tor” ver­sam­melt Eigen­tums­ver­hält­nis­se und Medi­en­recht in 27 EU-Ländern

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- rühmt sich heu­te der Stan­dard über die Bande.

Was man anstatt des­sen lie­ber nicht erzählt ist, wie es dazu kommt, dass in Öster­reich lie­ber ALLE Qua­li­täts­me­di­en, vor­aus­schau­end den Stand­punkt “Die Ukrai­ne muss gewin­nen, weil ver­lie­ren kei­ne Opti­on ist” ein­ge­nom­men haben. Ent­ge­gen der Mei­nung von mehr als der Hälf­te der öster­rei­chi­schen Bevöl­ke­rung. Wenn man gewin­nen wie die Ukrai­ne definiert.

Was wir ja wei­ter­hin alle tun müssen.

Die NZZ am Sonn­tag beleuch­tet heu­te die dies­be­züg­li­chen Hin­ter­grün­de in der Schweiz.

Der Bund hadert mit Selen­ski und dem Krieg

Der Geheim­dienst kri­ti­siert die Regie­rung in Kiew scharf. Und der Bun­des­rat sorgt sich ums eige­ne Image. Aus dem Innen­le­ben der dif­fu­sen Schwei­zer Neutralitätspolitik.

Simon Mar­ti

08.07.2023, 21.45 Uhr 5 min

[Arti­kel­bild]
Hat laut Nach­rich­ten­dienst «auto­ri­tä­re Züge»: Wolo­di­mir Selen­ski spricht zu Unter­stüt­zern auf dem Ber­ner Bun­des­platz (19. März 2022)
Fab­ri­ce Cof­f­ri­ni / AFP

Sel­ten trat ein Bun­des­prä­si­dent so emo­tio­nal auf. «Mr. Pre­si­dent, dear Wolo­di­mir, do you hear me?», rief Aus­sen­mi­nis­ter Igna­zio Cas­sis dem ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten Wolo­di­mir Selen­ski zu. «Take care, my friend», schob der Bun­des­rat via Twit­ter nach. Im März des ver­gan­ge­nen Jah­res war das, kurz nach Beginn des rus­si­schen Angriffs­kriegs, als sich Selen­ski auf den Ber­ner Bun­des­platz zuschaltete.
Auf der Büh­ne mit Selen­ski, in Kiew bei Selen­ski: Vie­le Poli­ti­ker aus ganz Euro­pa haben seit­her den öffent­li­chen Auf­tritt an der Sei­te des Staats­chefs gesucht, der längst zum Frei­heits­kämp­fer avan­ciert ist.
Mitt­ler­wei­le ist der Ukraine-Krieg für Berns PR-Strategen aber ein Grund zur Besorg­nis, wie aus inter­nen Doku­men­ten hervorgeht.
Am Mor­gen des 9. März 2023 kommt eine Rei­he von Spit­zen­be­am­ten in der «Sala Fran­ce­s­ca Pomet­ta» im Aus­sen­de­par­te­ment (EDA) zusam­men. Sie bil­den eine «inter­de­par­te­men­ta­le Koor­di­na­ti­ons­grup­pe», in der die Fäden der Schwei­zer Ukraine-Politik zusam­men­lau­fen. Hier wer­den die schwie­ri­gen Fra­gen vor­be­spro­chen, bevor sie ins Bun­des­rats­zim­mer wei­ter­ge­reicht werden.
In die­sem Moment beschäf­tigt die Exper­ten der Ruf des Lan­des, ein heik­les The­ma. Dar­um haben sie Ver­tre­ter von «Prä­senz Schweiz», die Mar­ke­ting­spe­zia­lis­ten des Bun­des, eingeladen.
Die bun­des­ei­ge­nen PR-Profis machen deut­lich: Welt­weit genies­se die Schweiz zwar eine hohe Repu­ta­ti­on. Doch: «In Euro­pa sieht es anders aus. Die Wer­te sin­ken», sagen sie. Man müs­se ent­schei­den, ob es ver­stärk­te Mass­nah­men zur Stüt­zung des Images der Schweiz brau­che. Tat­säch­lich hat­ten in den Tagen davor euro­päi­sche Diplo­ma­ten dem Bun­des­rat klar­ge­macht, was sie von der restrik­ti­ven Hal­tung Berns bei der Wei­ter­ga­be von Waf­fen ins Kriegs­ge­biet hal­ten: gar nichts.
Das Aus­sen­de­par­te­ment klä­re ab, wie die «Ukraine-Missionen» des Bun­des bes­ser ver­mit­telt wer­den könn­ten, ver­merkt das Sit­zungs­pro­to­koll, wel­ches die «NZZ am Sonn­tag» gestützt auf das Bun­des­ge­setz über das Öffent­lich­keits­prin­zip der Ver­wal­tung (BGÖ) ein­se­hen konnte.
Ob die in Aus­sicht gestell­ten PR-Massnahmen inzwi­schen ange­lau­fen sind, lässt das Aus­sen­de­par­te­ment auf Anfra­ge offen. «Die Arbeit im Bereich Public Diplo­ma­cy ist eine stän­di­ge Auf­ga­be», rich­tet ein Spre­cher aus. Sie pas­se sich dem jewei­li­gen Kon­text an.
Doch selbst die raf­fi­nier­tes­te PR-Kampagne kann nicht über die kon­fu­se Ukraine-Politik hin­weg­täu­schen. Die offi­zi­el­le Schweiz ringt auch 16 Mona­te nach Kriegs­aus­bruch um ihre Hal­tung. So ist es dem Bun­des­rat bis heu­te nicht gelun­gen, die Schwei­zer Neu­tra­li­täts­po­li­tik den neu­en Rea­li­tä­ten anzu­pas­sen oder sei­ne Posi­ti­on zumin­dest schlüs­sig zu erklä­ren. Bern ist weit davon ent­fernt, sei­nen Freund Selen­ski vor­be­halt­los zu unterstützen.
Wie sich nun zeigt, ist nicht nur der Bun­des­rat in die­sen Fra­gen gespal­ten. Auch in der Ver­wal­tung gehen die Posi­tio­nen aus­ein­an­der. Wäh­rend vor­der­grün­dig Selen­ski gerühmt wird, wer­den im Hin­ter­grund Stim­men laut, die den ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten um eini­ges kri­ti­scher sehen, als die offi­zi­el­len Ver­laut­ba­run­gen ver­mu­ten las­sen. Das macht die Lage umso verzwickter.
Deut­lich wur­de dies vor einer Woche. Im Nach­gang des Putsch­ver­su­ches der Wagner-Söldner ver­fass­te der Nach­rich­ten­dienst des Bun­des (NDB) eine ver­trau­li­che Lage­be­ur­tei­lung. Sie liegt die­ser Zei­tung vor. Das Papier wid­met sich nicht nur dem Zustand des rus­si­schen Regimes und den mög­li­chen Fol­gen der Rebel­li­on. Im Bericht zeigt sich der NDB auch besorgt über die innen­po­li­ti­sche Ent­wick­lung in der Ukraine.
NDB warnt vor auto­ri­tä­ren Tendenzen
Dort ste­hen 2024 Prä­si­dent­schafts­wah­len an. Der Nach­rich­ten­dienst blickt dem Urnen­gang pes­si­mis­tisch ent­ge­gen, sieht das Land gar an einem «kri­ti­schen Punkt» hin­sicht­lich frei­er Wah­len. «Der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Wolo­di­mir Selen­ski ver­sucht für die Prä­si­dent­schafts­wahl 2024 sei­nen gröss­ten Riva­len, den Bür­ger­meis­ter Kiews Wita­li Klitsch­ko, aus­zu­schal­ten», heisst es im Bericht, der auf «glaub­wür­di­gen nach­rich­ten­dienst­li­chen Hin­wei­sen» fusst.
Und wei­ter: «Mit sei­nem Ver­such, Klitsch­ko poli­tisch aus­zu­schal­ten, zeigt Selen­ski auto­ri­tä­re Züge.» Das dürf­te die Bezie­hun­gen zu sei­nen Unter­stüt­zern belas­ten. «Sehr wahr­schein­lich wer­den die west­li­chen Staa­ten dies­be­züg­lich Druck auf den Prä­si­den­ten und sein Umfeld aus­üben», fol­gert der NDB.
Nicht nur die Wort­wahl des NDB ist deut­lich, auch der Zeit­punkt, an dem der ver­trau­li­che Lage­be­richt ent­stand, ist alles ande­re als unpro­ble­ma­tisch. Einen Tag nach­dem das Papier durch die Ver­wal­tung zir­ku­liert war, beriet der Bun­des­rat über den Ver­kauf von Leopard-1-Panzern, die via Deutsch­land in die Ukrai­ne geschickt wer­den soll­ten. Die Regie­rung lehn­te ab, dem Ver­neh­men nach gegen den Wil­len von Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Vio­la Amherd. Der Selenski-kritische NDB aber ist aus­ge­rech­net in ihrem Depar­te­ment angesiedelt.
Nicht alle Exper­ten tei­len die dezi­diert kri­ti­sche Hal­tung des Nach­rich­ten­diens­tes voll­um­fäng­lich. Ulrich Schmid, Pro­fes­sor für Ost­eu­ro­pa­stu­di­en an der Uni­ver­si­tät St. Gal­len, sagt, dass sich Selen­ski um sei­ne Wie­der­wahl eigent­lich kei­ne Sor­gen machen müs­se. «Seit sei­nem muti­gen Ent­scheid, Kiew ange­sichts des rus­si­schen Angriffs nicht zu ver­las­sen, geniesst er viel Kre­dit in der Bevöl­ke­rung. Und er erfüllt sei­ne Funk­ti­on als obers­ter Reprä­sen­tant sei­nes Lan­des, der im Aus­land um Unter­stüt­zung wirbt, sehr gut.»
Den­noch sieht Schmid die Pro­ble­me in der Ukrai­ne durch­aus. «Wel­ches sind die Vor­aus­set­zun­gen einer funk­tio­nie­ren­den Demo­kra­tie?», fragt er. «Unab­hän­gi­ge Par­tei­en und eine freie Pres­se. Bei­des ist in der Ukrai­ne zur­zeit nicht gege­ben.» Nach dem rus­si­schen Angriff hät­ten sich die Par­tei­en in einer Art Burg­frie­den zusam­men­ge­schlos­sen und das staat­li­che Ein­heits­fern­se­hen sei in Kriegs­zei­ten nicht die Platt­form für eine unab­hän­gi­ge Mei­nungs­bil­dung. Aber: «Die­se Ent­wick­lung erstaunt nicht, Krie­ge stär­ken die Exe­ku­ti­ve», so Schmid.
Wel­che Schlüs­se der Bun­des­rat aus den Erkennt­nis­sen des NDB zieht, bleibt offen. Unklar ist auch, ob die Schweiz die Kri­tik in irgend­ei­ner Form äus­sert. Weder das Aussen- noch das Ver­tei­di­gungs­de­par­te­ment will sich zum ver­trau­li­chen Bericht äussern.
Anders das Par­la­ment. Drei Wochen ist es her, da wand­te sich Selen­ski direkt an die eid­ge­nös­si­schen Räte und hin­ter­liess bei vie­len einen tie­fen Ein­druck. Was nicht heisst, dass sie kei­ne Beden­ken hätten.
«Es gibt gute Grün­de für Kri­tik an Selenskis Innen­po­li­tik, gera­de aus lin­ker Sicht», sagt SP-Co-Präsident Céd­ric Wer­muth, einer der vehe­men­tes­ten Unter­stüt­zer Kiews. «Unse­re Soli­da­ri­tät gilt aber auch nicht ihm als Per­son oder einer poli­ti­schen Par­tei, son­dern sie gilt dem ukrai­ni­schen Volk, das ange­grif­fen wird.»
Bloss löse der Bund die Soli­da­ri­tät, die er der Ukrai­ne zusi­che­re, höchs­tens teil­wei­se ein, kri­ti­siert Wer­muth. «Wir müs­sen end­lich mehr machen: die Olig­ar­chen­ver­mö­gen ein­frie­ren, die Wei­ter­ga­be von Waf­fen nicht län­ger blo­ckie­ren und uns beim Wie­der­auf­bau stär­ker engagieren.»
Lukas Rei­mann, Natio­nal­rat der SVP, bereis­te die Ukrai­ne vor Kriegs­aus­bruch und hat den letz­ten Wahl­kampf vor Ort erlebt. «Man darf Selen­ski nicht von der Kri­tik aus­neh­men», sagt der St. Gal­ler. Auch für die SVP sei unbe­strit­ten, dass sich die Ukrai­ne ver­tei­di­gen müs­se. Die Fra­ge sei, wel­che Rol­le der Schweiz dabei zukom­me. «Eine wirk­li­che Stra­te­gie des Bun­des­rats ist da aus mei­ner Sicht nicht zu erkennen.»
Deut­li­che Wor­te fin­det der frei­sin­ni­ge Frak­ti­ons­chef Dami­en Cot­tier. Der Neu­en­bur­ger kennt die Lage im kriegs­ver­sehr­ten Land. 2022 lei­te­te er eine Dele­ga­ti­on des Euro­pa­ra­tes, die rus­si­sche Kriegs­ver­bre­chen dokumentierte.
«Es gibt Ten­den­zen in der Ukrai­ne, die pro­ble­ma­tisch sind», betont Cot­tier. «Es ist wich­tig, dass der Regie­rung in Kiew deut­lich gemacht wird, dass, sobald der Krieg vor­bei ist, sofort freie und fai­re Wah­len durch­ge­führt wer­den müs­sen.» Die­se Dis­kus­si­on habe im Euro­pa­rat bereits angefangen.
Unter­stüt­zung und Kri­tik schlös­sen sich nicht aus, sagt der Par­la­men­ta­ri­er. «Ich bin der Über­zeu­gung, dass man die­se Punk­te anspre­chen muss, und bin mir sicher, dass die Schwei­zer Diplo­ma­tie dies auch tut.»
Unter Freun­den müss­te dies eigent­lich mög­lich sein.

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NEIN! Aber soet­was kann man dem sei­ne Neu­tra­li­tät schät­zen­den öster­rei­chi­schen Bür­ger natür­lich nicht zumuten.

Wie wäre es anstatt­des­sen mit einem “es ist wich­tig und gut, dass der Wes­ten in der Fra­ge Streu­mu­ni­ti­on nicht mehr einer Mei­nung ist, weil die eh die US lie­fern, also ists ja wurscht - weil wir sind eh immer noch einer Mei­nung” - also so mehr als Vasalle nehm ich an? Natür­lich, vom Deutsch­land­funk jeder­zeit ger­ne.

Die Geschlos­sen­heit des Wes­tens ist so wich­tig! Bis zu dem Punkt wo es so wich­tig ist, nicht geschlos­sen zu sein, und anstatt­des­sen bes­ser die Augen zu zu machen…

Wo steht eigent­lich die Schweiz mit die­sen Mes­sa­ge con­trol und PR Prak­ti­ken, im Ver­gleich zu Öster­reich im aktu­el­len Repor­ters without bor­ders Press Free­dom Index ranking?

OH! Schweiz Platz 12, Öster­reich Platz 29. 

Ich hof­fe der Stan­dard lässt sich heu­te noch eine Tor­te mit Sprüh­ker­zen kom­men. Wie­der wo ein Spit­zen­platz! Bei der Trans­pa­renz näm­lich. Nicht beim Repor­ting. Aber, naja - immerhin!

Die NZZ bringt dann halt ein­fach am sel­ben Tag Jour­na­lis­mus wie sie ihn in Öster­reich nie­mals lesen werden.
Aber, naja - immerhin.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut abgrund­tief, gro­tesk Allerletzte.

Die gute Nachricht des Tages

08. Juli 2023

USA lie­fern der Ukrai­ne Streumunition

Details zur Streubombenlieferung

Die US-Regierung will der Ukrai­ne umstrit­te­ne Streu­mu­ni­ti­on lie­fern und ver­tei­digt sich gegen Kri­tik an die­sem Schritt. “Es ist eine schwie­ri­ge Ent­schei­dung. Es ist eine Ent­schei­dung, die wir auf­ge­scho­ben haben. Es ist eine Ent­schei­dung, die einen wirk­lich har­ten Blick auf den poten­zi­el­len Scha­den für die Zivil­be­völ­ke­rung erfor­der­te”, sag­te der natio­na­le Sicher­heits­be­ra­ter von US-Präsident Joe Biden, Jake Sul­li­van, am Frei­tag im Wei­ßen Haus.

Die Streu­mu­ni­ti­on ist Teil eines neu­en Militärhilfe-Pakets in Höhe von 800 Mil­lio­nen US-Dollar (rund 729 Mil­lio­nen Euro). Das Pen­ta­gon beton­te, man wer­de der Ukrai­ne nur Streu­mu­ni­ti­on mit nied­ri­ger Blind­gän­ger­ra­te lie­fern. Kiew habe außer­dem zuge­si­chert, die Geschos­se nicht in dicht besie­del­ten städ­ti­schen Gebie­ten ein­zu­set­zen und fest­zu­hal­ten, wo die Muni­ti­on zum Ein­satz kom­me. Wei­te­re Details zum Zeit­plan und der exak­ten Men­ge der Lie­fe­rung woll­te das Pen­ta­gon nicht preisgeben.

Die Bereit­stel­lung sol­le aber so erfol­gen, dass sie für die bereits ange­lau­fe­ne ukrai­ni­sche Gegen­of­fen­si­ve rele­vant sei. Die USA haben nach eige­nen Anga­ben Hun­dert­tau­sen­de der Geschos­se auf Lager.

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Viel­leicht auch noch mehr Anti-Personen Minen, ja?

Human Rights Watch reports new evi­dence of Ukrai­ni­an use of ban­ned land­mi­nes. WASHINGTON, June 30 (Reu­ters) - Human Rights Watch (HRW) said on Fri­day that it unco­ve­r­ed new evi­dence of the indiscri­mi­na­te use by Ukrai­ni­an for­ces of ban­ned anti-personnel land­mi­nes against Rus­si­an tro­ops who inva­ded Ukrai­ne in 2022.

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Damit set­zen jetzt bei­de Sei­ten im kon­ven­tio­nel­len Bereich alles ein was geht.

Jetzt kann end­lich wie­der schön wei­ter gestor­ben werden.

Die angeb­li­che gerin­ge Blind­gän­ger Rate bezieht sich übri­gens auf Gra­na­ten die beim Auf­prall nicht explo­die­ren und spä­ter zum Sicher­heits­ri­si­ko wer­den. Was ist denn da so eine “gerin­ge Blind­gän­ger Rate” wie ange­spro­chen? Der MDR weiß mehr: click Och - eh nur 1 Pro­zent oder so. Dh pro abge­set­zer Ladung eine oder zwei… Gut aber, dass die US noch 100.000e davon auf Lager haben.

Trotz­dem aber kei­ne Angst, Baer­bock hilft.

Pro­pa­gan­da hat aber immer noch nie­mand entdeckt.

Wie sagt noch­mal die Stif­tung Wis­sen­schaft und Poli­tik dazu?

Ach­ja, Lernkurve…

Im Wes­ten nichts Neues

edit: Wie­gold sagt 2.35% vs. 14% bei rus­si­scher. Na dann.

Thomas Mayer hat heute eine so hübsche Idee

05. Juli 2023

Wie kann man die Öffent­lich­keit eigent­lich noch verarschen?

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Von der Ley­en muss blei­ben, weil es wegen des Ukrai­ne­krie­ges Kon­ti­nui­tät braucht

So wie der ver­län­ger­te Nato-Generalsekretär Stol­ten­berg hat die EU-Kommissionspräsidentin einen guten Job gemacht

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Was meint eigent­lich Yanis Varou­fa­kis dazu? Also nicht unbe­dingt weil wir den so toll fin­den, son­dern weil in Grie­chen­land ein ande­res öffent­li­ches Nar­ra­tiv unter­wegs ist, das öffent­li­che Kri­tik an irgend­ei­nem Aspekt des Krie­ges gera­de noch (oder über­haupt erst) erlaubt.

Räus­per:

Varou­fa­kis: The one thing that you can actual­ly point out as simul­ta­ne­ous­ly signi­fi­cant and pathe­tic - is that he [Macron] cho­se to bring Ursu­la von der Ley­en with him to Bei­jing to tell two dif­fe­rent stories:

One by Ursula,
One by Emmanuel,

to the Chi­ne­se and to the world media.

That was a catastrophe.

If you bring the pre­si­dent of the EU Com­mis­si­on with you the idea is to have a com­mon position.

But it is impos­si­ble to have a com­mon posi­ti­on, becau­se Ursu­la von der Ley­en is a stand-in, a repre­sen­ta­ti­ve of, a clo­ne of Stol­ten­berg, the Gene­ral Secreta­ry of NATO.

They say the same thing.

It’s the same script.

It’s like one mind, one mouth.

Now, Macron does­n’t have this view. Macron chal­len­ges the idea that Rus­sia must be defea­ted and Moscow must be taken [lets hope he is just refer­ring to regi­me­chan­ge…], and that will be the only just end to the war in Ukraine.

He does­n’t belie­ve that.

He’s not allo­wed to say it any­mo­re but he does­n’t belie­ve it.

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Soet­was fällt einem Tho­mas May­er natür­lich nicht auf - was einem Tho­mas May­er aber anstatt­des­sen auf­fällt ist, dass wenn jetzt Stol­ten­berg ver­län­gert wird, ja auch von der Ley­en ver­län­gert wer­den muss - WEGEN DER ANHALTENDEN KONTINUITÄT.

Shit, fuck. Eh nicht ideo­lo­gisch ver­brämt lie­ber Herr Jour­na­list? Jour­na­lis­mus, also schrei­ben was Sache ist, nicht wahr, Herr Mayer?

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut abar­tigst, gro­tesk Allerletzte.

Der Öffent­lich­keit ist ja auch viel mehr gehol­fen, wenn sie exakt die sel­ben State­ments sowohl von von der Ley­en, als auch von Stol­ten­berg hört.

Pro­pa­gan­da hat aber immer noch nie­mand entdeckt.

edit: Wie gut war eigent­lich der Job von von der Ley­en im Ukrai­ne Krieg?!

Von der Ley­en hat nur 50 Tage gebraucht um die Selen­skyj Posi­tio­nen erst­mals wort­wört­lich zu über­neh­men. Nach dem ers­ten Mal gings dann aber GOTT SEI DANK auch viel schneller.

Von Bor­rell zu Selen­skyj in 50 Tagen

So ein guter Job von von der Leyen.

Wie kann man die Gesellschaft eigentlich noch verarschen?

04. Juli 2023

Mit Pro­fes­so­ren, die einer Öffent­lich­keit erklä­ren wol­len, dass das Ost-/West-Gefälle der Ukrai­ne eigent­lich eine Erfin­dung ist, da es ja bei der Abstim­mung zum EU Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men auch eine Mehr­heit dafür im Osten gab.


Seht ihr, alles in Ord­nung! Leu­te die Ost-/West- Gefäl­le sagen sind ganz böse Putin-Versteher.

Da soll­ten wir bei uns im Sprach­ge­brauch bes­ser pro­ak­tiv maß­re­geln! Also min­des­tens auf social media!

Sagt die Pro­fes­so­rin! Und Phoe­nix fea­tured das in einem freund­li­chen Inter­view ohne Wider­spruch, ich mein war­um auch nicht?

Was sagt eigent­lich die OECD dazu?

Oh…

The pre­vious OECD Ter­ri­to­ri­al Review of Ukrai­ne (OECD, 2014b), com­ple­ted just befo­re the Euro­mai­dan events and the erup­ti­on of a sepa­ra­tist con­flict in the east of the coun­try, con­clu­ded that Ukrai­ne was both admi­nis­tra­tively and fis­cal­ly over-centralised. It argued that a more decen­tra­li­sed form of ter­ri­to­ri­al gover­nan­ce was essen­ti­al to making strength of the country’s size and diver­si­ty and to over­co­m­ing the much-discussed east-west divi­de, which was reflec­ted not only in its poli­tics but also in the struc­tu­re and per­for­mance of regio­nal eco­no­mies. This report updates and extends that ana­ly­sis. It argues that the geo­po­li­ti­cal and eco­no­mic shocks of recent years have had asym­metric impacts, both sec­to­ral­ly and geo­gra­phi­cal­ly. To a gre­at extent, they seem to have acce­le­ra­ted a num­ber of trends that emer­ged in the years fol­lowing the glo­bal finan­cial cri­sis of 2009. The struc­tu­ral shifts that began after the finan­cial cri­sis pre­sent new oppor­tu­nities for some regi­ons, espe­cial­ly in the west of the coun­try, but daun­ting new chal­len­ges for others, par­ti­cu­lar­ly in the east, whe­re the con­se­quen­ces of armed con­flict have exa­cer­ba­ted an alrea­dy dif­fi­cult struc­tu­ral adjus­t­ment. The asym­metric natu­re of the­se shocks across Ukraine’s regi­ons points to the need for a dif­fe­ren­tia­ted poli­cy respon­se and thus rein­for­ces the case for more decen­tra­li­sed gover­nan­ce. Howe­ver, it also unders­cores the impor­t­ance – and dif­fi­cul­ty – of get­ting decen­tra­li­sa­ti­on right, given the pro­ble­ma­tic insti­tu­tio­nal, poli­ti­cal and eco­no­mic envi­ron­ment in which it is being implemented.

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Shit, Fuck.

Die­se Gesell­schaft ist und bleibt das abso­lut abar­tigst, gro­tesk Allerletzte.

Zusatz: Der “Bür­ger­krieg im Osten der Ukrai­ne”, war ein, aber nicht der bestim­men­de Fak­tor, der für den Invest­ment­stau ver­ant­wort­lich war - der Haupt­fak­tor sei, zu viel Zen­tra­li­sie­rung von Ent­schei­dungs­macht in Kiew. Sagt die OECD. Ach­ja, und die Welt­bank.

Aber die Pro­fes­so­rin weiß das natür­lich, das war ganz anders, weil eigent­lich exis­tier­te ja die homo­ge­ne Ukrai­ne, die wir heu­te natür­lich nur alle falsch und noch zu sehr in der Rück­an­sicht betrach­ten. Den East-West devi­de in der Ukrai­ne den gabs ja garnicht.

Wird wie­der mal Zeit für einen Karls­preis wür­de ich sagen. Pro­fes­so­ren kön­nen den eh pro­blem­los ent­ge­gen­neh­men, oder? Und für einen Jour­na­lis­mus Preis fürs rein gar­nicht Nach­ha­ken und fürs tol­le booking!

Wenn ich an Lücken und Leer­stel­len in der Ukraine­be­richt­erstat­tung den­ke lan­de ich ja auch sofort bei “es wird zu unrecht so getan, als sei der Osten der Ukrai­ne pro russisch”.

Erwähnt das The­ma nicht Selen­skyj jede Woche, weil er ja noch kurz den Osten befrei­en muss? Ja, schon, aber zu wenig, und nicht schnell genug! Wo die Pro­fes­so­rin wohl die Idee mit der Lücke in der Debat­te herhat…

Im Elfen­bein­turm auf dem Weg ins Bad den Kopf gestoßen?

Und da klin­gel­te zufäl­li­ger Wei­se auch schon das Tele­fon, und Phoe­nix war mit einer Inter­view­an­fra­ge zur Stelle?

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk, abar­tigst Allerletzte.

Die Ver­pflich­tung auf Lebens­zeit hat die Frau Pro­fes­sor aber schon, oder? Oder arbei­tet sie bei Phoe­nix grad flei­ßig dran? Ten­u­re Party!

Weil wozu was wis­sen, wenn ein­fach die Ideo­lo­gie passt?!

Fragt der Mode­ra­tor: Sehr geehr­te Frau Pro­fes­sor, hat sich viel­leicht in unse­rer west­li­chen Wahr­neh­mung etwas ver­än­dert, also seit Janukowitsch.

Ja, aber viel­leicht nicht genug, was ich damit sagen woll­te ist…”

Ja, dass du hast ein mora­li­sie­ren­des Stan­zerl drauf hast ver­mut­lich, von dem du nicht abwei­chen kannst und willst, und des­halb deflek­test du jetzt jede Fra­ge mit “ihr habt aber gesell­schaft­lich nicht genug getan, und wart außer­dem zu lang­sam!”, also selbst die Fra­gen, die du eigent­lich beant­wor­ten kön­nen soll­test. Also inhaltlich.

Jetzt ist die Dame aber nur Pro­fes­so­rin, also Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rin (Prof. Gwen­d­o­lyn Sas­se) und ein neu­es Buch über die Ukrai­ne unter dem Titel “Der Krieg gegen die Ukrai­ne” hat sie auch drau­ßen. Was wir da wohl Inter­es­san­tes drin lesen werden…

Oh, dass wir alle noch immer den spie­geln­den kolo­nia­len Blick drauf hät­ten, als Gesellschaften. 

Na wenn das erst die OECD hört.…

Dan­ke Frau Professor!

Pro­pa­gan­da hat aber immer noch nie­mand ent­deckt, in die­ser ver­fick­ten, drecks, scheiss, Hurengesellschaft.