Wie kann man die Öffentlichkeit noch verarschen?

29. August 2023

Nor­ma­ler Bür­ger vs. Psy­cho­lo­ge vs. Stan­dard Journalist

Nor­ma­ler Bürger:

Ok, der Krieg in der Ukrai­ne ist aus­ge­bro­chen, Ich ori­en­tier mich mal an der Haus und Hof Neo­con Quas­sel­bu­de des Manns von Vic­to­ria Nuland (Robert Kagan), mal schaun was die so sagen.…

Oh die las­sen acht Tage nach Kriegs­be­ginn Kot­kin ein Nar­ra­tiv zim­mern.

Oh, die las­sen zwei Wochen nach Kriegs­be­ginn Mear­s­hei­mer sie­ben gegen nie­man­den öffent­lich dis­kre­di­tie­ren.

Ein Monat spä­ter: Komisch jetzt ist schon ein Monat ver­gan­gen, und ganz Euro­pa hat eins zu eins das Kot­kin Nar­ra­tiv über­nom­men und nichts hin­zu­ge­fügt oder verändert.

Zwei Mona­te spä­ter: SCHEISSE jetzt sind schon zwei Mona­te ver­gan­gen, und ganz Euro­pa hat eins zu eins das Kot­kin Nar­ra­tiv über­nom­men und nichts hin­zu­ge­fügt oder verändert!

Psy­cho­lo­ge: Jetzt hör ich mir den Scheiß schon zwei Wochen an ver­schwin­den sie aus mei­ner Betreuung

Stan­dard Redakteur/Experte:

Am Tag 551 des Krie­ges: Scheis­se, jetzt hab ich ges­tern zum ers­tem mal den Lesern ver­ra­ten müs­sen, dass Selen­skyj vor hat eine 2 Mil­lio­nen Ein­woh­ner Stadt mit den gelie­fer­ten Waf­fen zu ter­ro­ri­sie­ren “bis Russ­land voll­stän­dig aus der Ukrai­ne abzieht”, jetzt fra­gen mich alle Leu­te wie das denn wei­ter gehen soll, nach dem ich die Öffent­lich­keit bis­her mit Sieges- und Tap­fer­keits­pa­ro­len zuge­schis­sen habe, was mach ich denn da jetzt!?

Ich weiß es ist grad Alp­bach, ich schreib ein­fach was mir die von der Open Socie­ty Foun­da­ti­on finan­zier­ten Leu­te und ECFR Exper­te Carl Bildt (Grü­ße an Wal­len­bergs bit­te.) dazu sagen!

Also zuerst Euro­pa steht immer noch ein­heit­lich hin­ter die Ukrai­ne muss selbst ent­schei­den und gewin­nen, weil ver­lie­ren kei­ne Opti­on ist. Das ja sowie­so, und was dann noch?

Die Aggres­si­on gegen die Ukrai­ne ist die Wil­lens­pro­be eines Man­nes – Wla­di­mir Putin mit sei­nem impe­ria­lis­ti­schen Traum – gegen den Wil­len des ukrai­ni­schen Vol­kes, sich nicht unter­jo­chen zu las­sen. Butscha und zahl­rei­che ande­re Kriegs­ver­bre­chen haben gezeigt, was dann zu erwar­ten wäre.

Putin ist kein Stra­te­ge, der sei­nem Traum gerecht wird. Ste­phen Kot­kin zum Bei­spiel sieht kei­ne Bewei­se dafür, “dass irgend­et­was, was man Putins tak­ti­scher Gewandt­heit zuschreibt, einen posi­ti­ven Bei­trag zu Russ­lands lang­fris­ti­ger Macht” – Wohl­stand, Human­ka­pi­tal, Infra­struk­tur, Regie­rungs­kunst – leistet.

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Ah, ich soll mich an Kot­kin ori­en­tie­ren! Na dann mach ich das doch!

Außer­dem weiß ich ja was Putin denkt, weil mir das die Broo­kings Insti­tu­ti­on ver­ra­ten hat!

Moment - ein SWR2 Redak­teur muckt da auf und sagt, das darf man als Jour­na­list nicht so ste­hen­las­sen (Wir berich­ten stän­dig, dass wir Exper­ten haben, die wis­sen, was Putin denkt.)?
Feu­ern. Deplat­for­men. Dis­kre­di­tie­ren. Irgend­was halt.

Und dann sag ich gleich auch allen ande­ren Öster­rei­chern dass sie das auch machen sollen.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk abar­tigst Allerletzte.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk abar­tigst Allerletzte.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk abar­tigst Allerletzte.

Hey, der neue deutsche Botschafter in den US beim Antrittsgespräch!

29. August 2023

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk, abar­tigst Allerletzte.

Eine Inszenierung in drei Akten

28. August 2023

Akt 1 - Underperformance:

Wie kann man die Gesell­schaft noch verarschen?

Akt 2 - Bold:

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Akt 3 - Das gemein­sa­me Feind­bild hilft dem neu­en Europa:

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So Bildt: click

Und ver­ges­sen wir nicht den Klimaschutz:

Alpbach-Laxenburg Group (seit August 2013)

- Mit Jef­frey Sachs!

Der Stan­dard hetzt mal wieder

Und die ESGs die noch 2018 in jedem zwei­ten Vor­trag mit dem Vor­schlag­ham­mer unter­ge­bracht wer­den mussten:

(Juni 2023) Lar­ry Fink “asha­med” to be part of ESG poli­ti­cal debate

Und wei­ter gehts.

Die­se Gesell­schaft ist das abar­tigst gro­tesk Allerletze.

Das ist das let­ze Ver­mächt­nis der Boomer:

Wir freu­en uns, mit­tel­fris­tig in der EU-Familie begrü­ßen zu dürfen:

Alba­ni­en, Bos­ni­en und Her­ze­go­wi­na, Maze­do­ni­en, Mol­da­wi­en, Mon­te­ne­gro, Ukrai­ne, Türkei.

Wachs­tum und Wohl­stand, aber mehr so auf loka­le­rer Ebe­ne, auf ein bis­serl einem nied­ri­ge­ren Niveau. In 40 Jah­ren, wenn sich die Inves­ti­tio­nen in die Erneu­er­ba­ren amor­ti­siert haben (Gut, nicht in Polen…). Mit einem schö­nen neu­en Feind­bild in den poli­ti­schen Reden (das Car­ne­gie Endow­ment for Inter­na­tio­nal Peace, das sich beim IWM­Vi­en­na noch geziert hat, hat “wir gemein­sam gegen Russ­land” end­lich als das neue Euro­panar­ra­tiv abge­seg­net), und mit einem ech­ten Freund an der Sei­te. Dem Erfin­der der offe­nen Gesell­schaft schlecht hin.

Die­se Gesell­schaft ist was sie ist. Das abso­lut gro­tesk abar­tigst Allerletzte.

Aber bold.

edit: Ups, ich hab noch ver­ges­sen poli­tisch unter­zu­brin­gen, dass es sehr gut ist dass BASF den ener­gie­in­ten­si­ven Teil ihrer Pro­duk­ti­on ins Aus­land ver­la­gern. 🙂

Weil das erhöht ja die Wett­be­werbs­fä­hig­keit eines deut­schen Unternehmens!

edit: Es gibt aber natür­lich auch wie­der gute Nach­rich­ten. Der Alp­bach kann zum Bei­spiel auch schon ganz gut schrei­ben! Oder gene­ra­ti­ve AI benutzen.

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Hey, der Standard sprichts offen aus.

28. August 2023

Kiew wird ver­su­chen, die Rus­sen auf der Krim, denen Putin Sicher­heit ver­sprach, zu ver­un­si­chern und zu ter­ro­ri­sie­ren, bis sie in gro­ßer Zahl von der Halb­in­sel flie­hen und dadurch Putins Pro­jekt ent­zau­bern. Es wäre dies wohl eine der weni­gen Mög­lich­kei­ten, den Druck auf Putin Kreml-intern der­art zu erhö­hen, dass er zu wackeln begin­nen könn­te. (Fabi­an Som­ma­vil­la, 28.8.2023)

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Und bleibt damit sei­ner Devi­se treu, die wich­tigs­te Infor­ma­ti­on eines ukrai­ne­freund­li­chen Arti­kels wie immer erst im letz­ten Absatz zu bringen.

Dann kön­nen wir ja auch offen den nächs­ten Teil aus­spre­chen. Die gelie­fer­ten Storm Shadow und SCALP haben nur eine recht klei­ne run­de impact Zone, Tau­rus eine deut­lich größere.

Also falls Kiew dem­nächst aus dem Lie­ge­stuhl und grö­ßer 500km Ent­fer­nung die Kertsch Brü­cke kom­plett spren­gen möch­te um dann die 2 Mio Bevöl­ke­rung der Krim zu ver­un­si­chern und zu ter­ro­ri­sie­ren (Zitat Stan­dard), soll­te Deutsch­land mög­lichst schnell liefern.

Ich neh­me an das wuss­te auch Reis­ner, als er in die­sem Inter­view dar­auf abstell­te “er kön­ne und wer­de Deutsch­land in die­sem Zusam­men­hang [Tau­rus Lie­fe­run­gen], als Öster­rei­cher, kei­ne Emp­feh­lun­gen geben”.

Aber der Stan­dard will nicht so lan­ge Trüb­sal bla­sen, und fin­det es erstaun­lich, dass Selen­skyj im Zusam­men­hang mit der ver­sor­gungs­tech­ni­schen Iso­la­ti­on der Krim das Wort “Deok­ku­pa­ti­on” nennt. Und eine “polit­sche Lösung in Aus­sicht stellt”.

Gut, der Stan­dard hat weder das Dekret 117/2021 von März 2021 gele­sen das eine mili­tä­ri­sche Deok­ku­pa­ti­ons­stra­te­gie der Krim in Gang gesetzt hat, noch die Aus­sa­gen von Selen­sky bezüg­lich sei­ner “Frien­dens­for­mel”. Da kann er das Wor­d­ing ja noch nicht kennen.

Im Moment rät­selt der Stan­dard noch ob der Aus­spruch “poli­ti­sche Lösung” von Selen­skyj als Zuge­ständ­nis, oder als Dro­hung zu wer­ten sei. Also rund um die Ein­nah­me von Robotyne.

Am Mon­tag wur­de jeden­falls die Erobe­rung des stra­te­gisch bedeut­sa­men Dor­fes Robo­ty­ne im Süd­os­ten der Ukrai­ne ver­mel­det, wel­ches sich auf dem Weg in Rich­tung Meli­to­pol und Asow’sches Meer befin­det – ein wei­te­rer Zwi­schen­schritt zur ange­streb­ten Iso­la­ti­on der Krim durch ein Spren­gen der Kertsch­brü­cke im Osten der Halb­in­sel und ein Abschnei­den der Ver­sor­gungs­we­ge nördlich.

Selen­skyj bringt eine poli­ti­sche Lösung der Krim-Frage mög­li­cher­wei­se auch des­halb zur Spra­che, weil er um die dro­hen­den ukrai­ni­schen Ver­lus­te bei einer Rück­erobe­rung der Halb­in­sel weiß. Die Rus­sen sind ein­ge­gra­ben und vor­be­rei­tet, die Abnüt­zung bei solch einem Angriff ist poten­zi­ell hoch.

Nichts­des­to­trotz wirkt die Ansa­ge einer “Demi­li­ta­ri­sie­rung” der rus­si­schen Besat­zer der Krim selbst­be­wusst. Vor der groß­flä­chi­gen Inva­si­on der Ukrai­ne durch Russ­land war die Krim de jure glas­klar zur Ukrai­ne zu zäh­len. De fac­to und in den Köp­fen vie­ler – auch west­li­cher – Poli­ti­ker galt sie aber bereits an Russ­land ver­lo­ren. Dass mitt­ler­wei­le zum wie­der­hol­ten Male über die Zukunft der Halb­in­sel debat­tiert – und eines Tages viel­leicht gar ver­han­delt – wird, kann dem Macht­ha­ber im Kreml nicht schmecken.

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Da kann man dem Stan­dard ger­ne und leicht wei­ter hel­fen. Die Ent­fer­nung zwi­schen Robo­ty­ne und der Kertsch­brü­cke beträgt 234km und die­se ist damit in Reich­wei­te der ukrai­ni­schen SCALP und Storm Shadow.

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Aber man kann das als Stan­dard Redak­teur natür­lich nicht wissen.

Man solls der Bevöl­ke­rung auch nicht zu früh sagen, dass ab jetzt zwei Mil­lio­nen “Gehirn­ge­wa­sche­ne Leu­te und ihre Gehirn­ge­wa­sche­nen Kin­der” auf der Krim ter­ro­ri­siert wer­den sol­len, weil der Herr Selen­skyj sich jetzt end­lich “über­legt hat was mit ihnen pas­sie­ren soll”.

Refe­ren­ziert hierauf:

Selen­skyj erklärt noch mal was er unter Frie­dens­ver­hand­lun­gen versteht

Heu­te im letz­ten Absatz eines Arti­kels im Stan­dard wärs viel­leicht ein guter Zeit­punkt “Kiew wird ver­su­chen, die Rus­sen auf der Krim, denen Putin Sicher­heit ver­sprach, zu ver­un­si­chern und zu ter­ro­ri­sie­ren” auszusprechen…

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk, abar­tigst Allerletzte.

edit: Dazu viel­leicht noch ein Eis?

Aber gut dass der Stan­dard noch vor zwei Mona­ten gegen jeg­li­che Frie­dens­in­itia­ti­ven inter­ve­niert und gan­ze Gip­fel öffent­lich dis­kre­di­tiert hat. (1|2|3)

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk, abar­tigst Allerletzte.

Und damit geht die Lern­kur­ve der Stif­tung Wis­sen­schaft und Poli­tik so ein­fach weiter.

Wie kann man diese Gesellschaft noch verarschen?

27. August 2023

Rever­se fal­se equi­va­len­cy, bia­sed NGOs as media out­lets, and let­ting future jour­na­lists belie­ve in moral­ly good and bad sides in war reporting.

Und das bei Reu­ters. Oder - zu was Bel­ling­cat eigent­lich gut ist.

Das “pro­blem with fal­se equi­va­len­cy repor­ting” das der “Lead rus­si­an inves­ti­ga­tor” bei Beling­cat aus­ge­macht haben will - schlägt sehr schnell in ein “die kom­plet­te Deutsch­spra­chi­ge Medi­en­land­schaft hat die Öffent­lich­keit seit Kriegs­be­ginn mit Erfolgs­pro­pa­gan­da und Durch­hal­te­pa­ro­len gefüt­tert und muss­te jetzt auf “auch ein Miss­erfolg ist ein Erfolg, denn die Ukrai­ne hat ja gesagt, dass es nicht schnell gehen wür­de”” umstellen.

Und anders lief hier auch die Recher­che und das dar­an anschlie­ßen­de Repor­ting nicht.

Ein­fach noch mal den vor­he­ri­gen Satz lesen, soll­te ver­ständ­lich sein.

Also da ist die offi­zi­el­le repor­ting Linie: Selbst Nie­der­la­gen wer­den zu tem­po­rä­ren Umset­zungs­schwä­chen, wenn du nur stark genug an Gut und Böse Kate­go­rien in Krie­gen glaubst.

Und das messaging bei Beling­cat ist voll damit.

Sie selbst betrei­ben offen Pro­pa­gan­da­ak­tio­nen (infor­mie­ren rus­si­sche Müt­ter über den Tod ihrer Söh­ne), aber mit dem Pathos es tun zu wol­len, um die Wahr­heit zu zei­gen. Pro­blem - kei­ner dort macht Rezep­ti­ons­ana­ly­se. Was wenn die rus­si­schen Müt­ter das als Ein­griff in ihre Intim­sphä­re wer­ten, wenn ihnen ein Beling­cat Ana­lyst am Tele­fon mit­teilt, dass ihre Söh­ne gestor­ben sind - dann führt das zum gegen­tei­li­gen Effekt. Und wie kom­pen­sie­ren? Wenn man hier das Sche­ma von neu­tra­lem Repor­ting ver­lässt, und aktiv in den “wir wol­len einen Regie­rungs­um­sturz errei­chen” Akti­vis­mus geht - ist man eben kei­ne unab­hän­gi­ge Quel­le mehr.

Und hier kommt der Gag. Jour­na­lis­mus hat sich vor­zu­neh­men “impar­ti­al” zu sein, da das Selbst­ver­ständ­nis der arbei­ten­den Leu­te in einem Medi­um dann dies­be­züg­lich zur Kon­troll­funk­ti­on wird. Also aller die über einen Arti­kel vor einer Ver­öf­fent­li­chung drü­ber schauen.
Wenn der Anspruch nicht mehr da ist über “die Böse Sei­te im Krieg” zu berich­ten, weil man als Jour­na­lis­mus “fal­se Equi­va­len­cy” behaup­tet, endet man in end­lo­sen, und nach eini­ger Zeit nutz­lo­sen Moralstate­ments, die dann irgend­wann ein­mal nicht mehr kor­rekt begrün­det sind, und dann sucht man sich Hin­ter­tü­ren wie “die Ukrai­ne woll­te in der aktu­el­len Offen­si­ve vor allem ihre Sol­da­ten scho­nen”. (Und die US woll­ten es aktu­ell nicht. Laut NYT die Ukrai­ne hat die fal­sche Tak­tik ein­ge­setzt Nar­ra­tiv der letz­ten Woche.)

Jour­na­lis­mus ist am Ende nie impar­ti­al. Aber wenn Redak­tio­nen den Anspruch auf­ge­ben, ist das Ergeb­nis über die Zeit deut­lich schlechter.

Ich kann über Bel­ling­cat selbst zu wenig sagen. ich weiß dass dort vor allem ehe­ma­li­ge US Ana­lys­ten zuar­bei­ten, dass die Aus­rich­tung pro west­lich ist - das wars im Grunde.

Aber wenn ich mir ein Jahr nach Ver­öf­fent­li­chung die Video­kon­fe­renz mit dem Bel­ling­cat Reprä­sen­tan­ten anschaue zu der Reu­ters ihre neu­en Aus­zu­bil­den­den ein­ge­la­den hat, dann mache ich mir doch Sor­gen um Reuters.

Der ers­te “BS” Fil­ter schlägt beim Übli­chen an. Wir sind super, wir sind toll, wir digi­ta­li­sie­ren, weil wir haben Daten­bank, das ist die Zukunft und war frü­her nicht mög­lich - und ist digi­tal, und wir brau­chen mehr von uns, weil wir sind nur ein klei­nes Team. Ele­va­tor Pitch vor Jour­na­lis­ten? Du willst dass der Sek­tor in dem du was bist wächst?! Nein…!

Die Besorg­nis kommt dann bei “unbia­sed braucht nie­mand”. Eben doch, in der Selbs­wahr­neh­mung einer Redak­ti­on, als Korrektiv.

Und der Rest ist ein­fach eine Eva­lua­ti­on wel­ches der The­men das der Beling­cat “Rus­sia Inves­ti­ga­tor” vor einem Jahr als toll, neu und wich­tig - inter­es­sant, oder wesent­lich benannt hat, heu­te noch wesent­lich ist. Und die Ant­wort ist kei­nes. Also ich glau­be tat­säch­lich - nicht eines der genann­ten The­men hat noch Bedeutung…

Und dafür ist die Dame aus der Reu­ters Abtei­lung Nach­wuchs­för­de­rung etwas zu sehr auf “unse­re Jour­na­lis­ten­schü­ler haben viel von ihnen gelernt, für vie­le war das wahr­schein­lich sogar ein ein­schnei­den­des Erleb­nis in ihrem Leben, pas­sen sie gut auf sich auf, wir kön­nen ihnen im Moment lei­der nicht mehr hel­fen” gebürstet.

Etwas kri­ti­sche Distanz hät­te geholfen.

Sel­bi­ges übri­gens bei UN Insti­tu­tio­nen, wenn der Anspruch nicht mehr besteht impar­ti­al zu Arbei­ten ist es nicht mehr weit bis zum ers­ten Feh­ler und der Recht­fer­ti­gung, aber wir hel­fen doch den Guten.

Es gibt eben einen Grund, wes­halb wir im Jour­na­lis­mus immer noch lie­ber Amnes­ty Inter­na­tio­nal zitie­ren, als Beingcat. 🙂

Und wenn der noch ein­mal Digi­ta­li­sie­rung sagt, fal­le ich um. Oder Geschich­ten von den vie­len Hackern, erzählt die sie zuvor gehackt haben, aber ihnen jetzt hel­fen, weil sie gese­hen haben, dass der Krieg falsch ist… Und was ist in zwei Jah­ren? Oder in sie­ben, wenn der Glau­be an die mora­li­sche Ver­pflich­tung nach­lässt? Dann steht man immer noch auf der ver­meint­li­chen Sei­te des Guten, nur die Frei­wil­lin­gen sind nicht mehr da. Und die Auf­merk­sam­keit auch nicht. Und sogar die Reu­ters Jour­na­lis­mus Schü­ler auf Schul­aus­flug wer­den weniger…

edit: Ah und ein­mal lügt er auch in einer Sache die mir wich­tig ist. Angeb­lich betrei­be die Ukrai­ne nur “accen­tua­ting” Propaganda.

Das heißt sie ver­stär­ke nur das nega­ti­ve Messaging für den Gegner.

Und das ist ein­fach nicht wie Pro­pa­gan­da funk­tio­niert. Es impli­ziert, dass wenns gut läuft man eigent­lich nichts macht und ein­fach den Zufall und die gute Lau­ne für sich arbei­ten und das Messaging ver­brei­ten lässt. Und nein, das ist nicht was Pro­pa­gan­da macht. 😉

Viel­leicht soll­te halt hier doch noch mal jemand einen Blick auf die Hand­ler der Jour­na­lis­ten bei den Kriegs­re­por­ta­gen wer­fen die die Ukrai­ne pro­du­ziert. Die mit den Abzei­chen des Poli­zei Haupt­qua­tiers der Donezk Regi­on auf der Jacke, die dann in einem Kran­ken­haus an der Front in Mariu­pol das Inter­net bewa­chen. In den letz­ten Tagen von Mariupol.

edit: Oder die S-300 Rake­te auf Polen.

edit: Stellt sich her­aus, Bel­lin­cat ist für noch etwas gut. Social Media nach poten­ti­el­len Kriegs­ver­bre­chen zu scree­nen. Das machen gera­de die Hälf­te ihrer Angestellten.