Man kann wie beim Standard beginnen an seine eigene Propaganda zu glauben - und alles mit “Diktatur” zu rechtfertigen - Headliner Artikel:
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Weil wir uns ja in einem Jahrzehnt des Kampfes der Großmächte befinden.
Well, Russia and China are great power competition, and we are in the age of great power competition, so - when writing US military strategy, we thought, the 50 year old One China policy, really is outdated, because the Taiwanese arent chinese citizens, they really have attained their own national identity over the past years, and so - yes, I’ve heard that the US military advised, that it wouldnt be a good moment for Pelosi to visit, but I dont think, that we should be told anything by China and…
Man kann Scheinzusammenhänge konstruieren um der Gegenseite dann Lügen zu unterstellen.
Die jüngsten Angriffe legen außerdem nahe, dass der Krieg einem genauen russischen Drehbuch folgt. Der Außenminister der Ukraine, Dmytro Kuleba, geht ebenso wie internationale Experten davon aus, dass die Attacken von langer Hand geplant waren. Es handelte sich somit keineswegs, wie von Präsident Wladimir Putin behauptet, um eine Reaktion auf die Explosionen auf der Krim-Brücke am Wochenende.
Diesmal Wiener Zeitung. Aber nicht nur. Das selbe Narrativ läuft durch all deutschsprachige Medien.
Dass auf einen Angriff der Kertschbrücke Vergeltungsaktion auf Kiew folgen würden, wurde von Russland spätestens sei dem die Diskussion um die Lieferung von HIMARS Systemen durch die Presse gingen als PR für die Krim Bevölkerung offiziell verlautbart.
Der Guardian vor den russischen Vergeltungsschlägen:
When the Russian president opened its road span on 15 May 2018, driving an orange Kamaz truck across the bridge, he boasted of its significance.
“In different historical epochs, even under the tsar priests, people dreamed of building this bridge. Then they returned to this [idea] in the 1930s, the 40s, the 50s. And finally, thanks to your work and your talent, the miracle has happened.”
Heavily defended since the start of Russia’s full-scale invasion of Ukraine, it was seen as important enough for Moscow to warn of reprisals if the bridge was targeted.
But on Saturday morning, in circumstances that are still unclear, a huge explosion rocked the Kerch bridge, collapsing part of the road carriageway into the Kerch Strait below and setting fire to fuel tankers on a train crossing the second railway span of the bridge.
Man könne also garnicht spontan so gezielt reagiert haben ist ein Tatsachenverdrehung wie vom Journalismus der letzen Monate gewohnt.
Die Planung für einen Gegenschlag musste nicht innerhalb weniger Tage erfolgen. Man baut Contingencies. Im Krieg. Man reagiert nicht einfach “strategisch spontan”.
Ungeachtet dessen war die darauffolgende Vernichtung von Energieinfrastruktur in der Ukraine sicher nicht nur Teil einer “angekündigten Vergeltung”.
Ich habs noch einmal in einen eigenen Beitrag ausgelagert, es ist zu wesentlich um weiter unten zu versanden.
Einstieg:
“Spiegel”: Schweden blockiert gemeinsame Ermittlungen zu Nord-Stream-Lecks
Schweden, Dänemark und Deutschland werden anders als geplant keine gemeinsame Ermittlungsgruppe zur Untersuchung der Lecks an den Nord-Stream-Pipelines bilden. Das berichtete heute “Der Spiegel”. Demnach verneinte Schweden die Einrichtung eines internationalen Ermittlerteams, weil die Sicherheitseinstufung der Ermittlungsergebnisse zu hoch sei, um diese mit anderen Staaten zu teilen.
Der Standard publiziert dazu am Abend darauf ein non-denial denial Schwedens.
Andersson dementiert Bericht über eigene schwedische Nord-Stream-Untersuchung
Schwedens scheidende Ministerpräsidentin Magdalena Andersson hat den “Spiegel”-Bericht, wonach Schweden nicht gemeinsam mit Dänemark und Deutschland das Gasleck an den beschädigten Nord-Stream-Pipelines untersuchen wolle, zurückgewiesen. “Wie ich das verstanden habe, stimmt das nicht. Wir arbeiten zusammen mit Dänemark und Deutschland bei diesem Thema”, sagte Andersson am Freitagabend zu Reuters in Berlin. “Die schwedische Untersuchung läuft noch. Wir waren schnell im Wasser für Untersuchungen und haben Material nach oben gebracht.”
Sogar ein overspecific non-denial denial.
Sie haben *stuff* aus dem Wasser nach oben gebracht! Soweit das Magdalena Anderson verstanden hat.
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Das hat der Spiegel sicher nicht gewusst…
Schweden hatte den Tatort südöstlich der Ostseeinsel schon vorher inspiziert und am Meeresgrund auch Beweismaterial sichergestellt.
Oh hat er? Komisch dass das der Standard nicht gesehen hat…
Nach SPIEGEL-Informationen lehnte Schweden die Einrichtung eines internationalen »Joint Investigation Team« (JIT) ab. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen soll Schweden die Ablehnung damit begründet haben, dass die Sicherheitseinstufung seiner Ermittlungsergebnisse zu hoch sei, um diese mit anderen Staaten zu teilen.
[…]
Von Schwedischer Seite war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Der Sicherheitsdienst verwies an das Justizministerium. Das Justizministerium verwies an den Sicherheitsdienst. In Berlin hieß es zu der schwedischen Ablehnung, man erhoffe sich dennoch eine Zusammenarbeit mit dortigen Behörden.
Na sowas! Dieser Teil der Spiegel Reportage findet sich ja ebenfalls eins zu eins im non denial denial wieder. Man hat die Einrichtung eines JIT abgelehnt, hoffe aber “dennoch auf eine Zusammenarbeit”, die “stattfinden soll” “soweit das die scheidende Ministerpräsidentin verstanden hat”.
Da die Einrichtung eines internationalen Joint Investigation Teams (JIT) und “dennoch soll eine Zusammenarbeit stattfinden” nicht das selbe sind. Bei ersterem geht es um geteilten Zugang zu allen Informationen, bei zweiterem darum, dass man den anderen Interessenten “auch mal ein wenig hilft”.
Der Unterschied sind Welten. Dass Schweden den Bericht des Spiegels dementiert hätte, ist komplett erlogen.
Das Wording hier ist relevant, und der Standard lässt sich hier (scheinbar gerne) täuschen.
Das Ausschlagen der Bildung eines Joint Investigation Teams (JIT) mit Verweis auf die nationale Sicherheit Schwedens wurde nicht dementiert.
Joint investigation teams
A joint investigation team (JIT) is one of the most advanced tools used in international cooperation in criminal matters, comprising a legal agreement between competent authorities of two or more States for the purpose of carrying out criminal investigations. Made up of prosecutors and law enforcement authorities as well as judges, JITs are established for a fixed period, typically between 12 and 24 months, such as is necessary to reach successful conclusions to investigations.
[…]
JITs offer national authorities in different States a flexible framework that is relatively quick and easy to establish and enables the respective authorities to participate in the investigation in a mutually beneficial way.
Once a JIT has been set up, the partners can directly exchange information and evidence, cooperate in real time and jointly carry out operations. Further, JITs allow for practitioners to be present during investigative measures on each other’s territories, and to therefore share their technical expertise and human resources more efficiently. Direct contacts and communication enable the JIT members to build personal relations and trust, leading to faster and more efficient cooperation.
The financial support provided by Eurojust and/or other EU agencies to JITs is another important benefit to national authorities, reducing the impact on national budgets of costs incurred due to the transnational dimension of cross-border cooperation.
Es geht hier um das Tool, und welche nationalen Institutionen bei der Freigabe von Information involviert werden und einem Antrag auf Weitergabe von Information zustimmen müssen.
Dass das wegfällt, ist nicht “egal”.
Dass es anstattdessen “trotzdem Zusammenarbeit geben soll” ist kein Dementi des Spiegelberichts.
Es ist eine Bestätigung des Spiegelberichts mit einer PR-Floskel “man werde sich so und so um Zusammenarbeit bemühen” oben drauf.
Beleg dafür?
Der Spiegel Bericht wurde weder berichtigt, noch zurückgezogen.
Leute die sich nicht aktiv informieren bekommen hier wieder “Wahrheit geliefert” und lernen nebenbei zum ersten Mal, mit Illner gemeinsam - die Ukraine muss ja jetzt auch noch die Krim zurückholen, weil sich ja auch was verändert hat.
Also gehen wirs durch. Katrin Eigendorf (eine von Deutschlands Top 10 Reportage Journalistinnen) hat sich dadurch ausgezeichnet, dass sie ihr “Bild vom Krieg” komplett emotionalisiert in Butscha geformt hat.
Sie hat die erste Reportage produziert:
und dann wie folgt über ihre Erlebnisse gesprochen:
In der phoenix runde zum Thema “Zwischen Wahrheit und Propaganda - der Krieg und die Medien”, wurde die ZDF Korrespondentin die auf der Pressereise nach Butscha dabei war (50 Journalisten) und den ersten Augenzeugenbericht darüber für die Hauptabendnachrichten produziert hat - nach ihren Eindrücken gefragt. Das von ihr gezeichnete Szenario war dann in etwa wie folgt: “Soetwas zu inszenieren sei nicht möglich”, “die Journalisten konnten sich im Dorf frei bewegen und mit Anwohnern sprechen” - aber dann auch solche Dinge wie “es sei in Ordnung über die Position der anderen Seite nicht zu berichten, denn da müsste man ja Propaganda wiedergeben, daher sei ein Aussparen der Kommentare einer Seite nicht nur wichtig, sondern auch wesentlich”, mit einer wiederkehrenden Argumentation “wer soetwas anrichtet, der müsse von der Berichterstattung ausgeschlossen bleiben” (ausstaffiert mit “Wir haben uns in Redaktionssitzungen zusammengesetzt und beschlossen uns nicht dem illusorischen Ideal einer ausgewogenen Berichterstattung zu unterwerfen”, weil Kriegsgräuel und russische Propaganda, der man nicht glauben darf). Illustriert wurde das im emotionalsten Moment der Debatte durch die folgende Aussage der ZDF Korrespondentin:
(bei 6:27 in)
“Wir als Journalisten sind hier als Augenzeugen vor Ort. Was ich in Butscha gesehen habe, sind schwere Kriegsverbrechen, ich habe dort mit Menschen gesprochen die mir geschildert haben, wie russische Soldaten Zivilisten Beschossen haben, wie sie Wohnungen und Geschäfte geplündert haben, wie sie Frauen entführt und vergewaltigt haben - und die Städte die wir hier gesehen haben [bezieht sich nicht mehr auf Butscha?] bieten ein Bild unglaublicher Zerstörung, also ich habe ein solches Ausmaß von Zerstörung selten an einem Ort so konzentriert gesehen [bezieht sich also doch wieder auf Butscha?], also auch das ganz klar in Wohnhäuser, auf Kindergärten, auf Spielplätze gefeuert wurde, das dokumentiert doch, dass das was Russland hier sagt eine Lüge ist, also hier von einer Inszenierung zu sprechen, das empfinden natürlich die Ukrainer, bei all dem Schmerz den sie hier erleben als noch einmal eine weitere Eskalation, das - ist ein Informationskrieg in dem wir Journalisten als Augenzeugen glaube ich eine ungemein große Rolle spielen.”
“Jetzt haben sie selbst gesagt, das sind Dinge - sie sind eine erfahrene Reporterin - die schlimmer sind als vieles was sie bisher gesehen haben, wie viel Emotion ist da erlaubt, wie schafft man es dann trotzdem ja, sehr sachlich und nüchtern letztendlich zu berichten?”
“Ich denke, es ist wichtig, dass man Emotionen zulässt, weil gute Berichterstattung muss immer eine Mischung aus Verstand und Herz sein. Also ohne Empathie kommt man den Menschen ja auch nicht näher. Sie können ja nicht ein journalistischer Roboter hier sein, der die Menschen praktisch abfragt nach ihren Erlebnissen, sie müssen schon teilhaben an dem, und ich glaube es ist auch wichtig Dinge nachzuvollziehen und es ist auch wichtig als Reporter selber den Schmerz zuzulassen der mit dem Ganzen einhergeht, was wir hier erleben, ich empfinde das als sehr schmerzhaft, was ich hier erlebe, in den letzten Wochen - für den Zuschauer ist es glaube ich wichtig das transparent zu machen, das transparent zu machen unter welchen Bedingungen wir hier arbeiten - das ist zum Beispiel, das viele Touren hier vom Innenministerium geführt werden, dass man uns irgendwo hinbringt und uns Gelegenheit gibt Menschen zu sprechen, transparent zu machen in welcher Rolle man hier auch selber als Reporter agiert, das ist glaub ich faire, echte Berichterstattung - und dann muss die natürlich immer auf Fakten basieren.”
“Sehen sie da eine Gefahr, dass sie da irgendwie auch vereinnahmt werden, oder werden könnten, weil sie natürlich auch abhängig sind davon, dass das Innenministerium sie da durch führt?”
“Nein, die Gefahr sehe ich nicht, also das ist ja ein Kriegsgebiet, wo es auch relativ schwierig ist an diese Orte heran zu kommen [oh, dann muss die gesamte Forschung zu embedded reporting falsch liegen], wir haben zum Beispiel heute eine Fahrt nach Irpin auf eigene Faust unternommen und das war wirklich sehr schwierig, wir haben so lange im Stau festgesteckt, weil hier herrscht ein totales Chaos, dass ich fast hier auch zu spät zu der Sendung gekommen wäre - es ist schon gut in Begleitung von Regierungsstellen vor Ort zu sein, weil es ist ja auch ein gewisser Schutz damit verbunden und ich habe jetzt vier Tage hier erlebt, dass wir in Begleitung des Innenministeriums uns Orte angucken konnten und mit Menschen sprechen konnten, und man hat uns da keinerlei Restriktionen auferlegt. Es ist ja nicht so gewesen, dass man uns gesagt hat, ihr müsst mit denen und den Leuten sprechen, oder das jemand neben uns gestanden hätte, ja das wäre kontrollierte Berichterstattung - im Rahmen eines Krieges und ein Krieg limitiert Journalismus immer, alleine durch die Gefahr der wir hier ausgesetzt sind, aber im Rahmen eines Kriegszustandes, denke ich, können wir hier relativ frei berichten.”
Das, und noch emotional aufgeladenere Auftritte wie dieser hier:
Haben sie dazu prädestiniert, nach der Rückeroberung erster Dörfer in der beginnenden Counter-Initiative, vom ukrainischen Militär dafür ausgewählt worden zu sein den Moment des Spartenstiches mitzuerleben, als in einem Dorf zwei getötete und verscharrte ukrainische Zivilisten vor der Presse ausgegraben wurden. Die Hintergrundgeschichte an dem Punkt war, dass Einwohner dem ukrainischen Militär erzählt hätten, wo in dem Dorf zwei Leichen von den Russen vergraben worden waren (Wiese mit Grasbewuchs). Und das ukrainische Militär hat dann den Spartenstich des Ausgrabens der Leichen als Presseevent veranstaltet hat. Eigendorf war in dem Moment mit dabei.
Haben sie dafür prädestiniert, dass sie im Presse-Korso in Isjum beim Ausgraben der Leichen (“von einem forensischen Team zehn Leichen vor der Kamera”) mit dabei war.
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(Bildunterschchrift, die meisten davon (von den zehn?) wurden “offenbar erschossen”. Worauf sich diese Bewertung bezieht, ist aus dem Beitrag nicht ersichtlich.)
Und haben sie als Reportage Journalistin vor zwei Tagen dafür prädestiniert Selenskyj für Deutschland vor dem Winter zu interviewen.
Ich unterstelle an der Stelle, dass keine professionelle kritische Distanz mehr möglich ist - und tatsächlich ist ihr primärer Beitrag bei Illner dafür zu sorgen, dass wir wissen wie entschlossen, und emotional fähig, aber auch besorgt, und zerrüttet, ob der Angriffe auf die zivile Infrastruktur, aber gerade aufgrunddessen nur noch entschlossener die Ukrainer sind, mit denen sie gesprochen hat. Es geht um ihre Gefühle. Und ihre Einschätzung wie andere fühlen.
Illner erfährt dann von Margarete Klein (Stiftung Wissenschaft und Politik), dass die Ukraine jetzt auch die Krim zurückerobern müsse. “Da sich die Situation ja immer ändere.” Am 29.03. hätte es zwar noch Überlegungen bezüglich einer Diplomatischen Lösung gegeben, aber diese Möglichkeit hätte Russland mit der Annexion der Teilrepubliken ein für alle Mal beendet. Jetzt könne man mit Russland nicht mehr verhandeln.
Was nicht dazugesagt wird ist, dass die Annexion am 30. September 2022 stattgefunden hat, und die Ukraine Ende April die Friedensverhandlungen unilateral beendet und seit dem alle weiteren Bemühungen diesbezüglich ausgeschlagen hat.
siehe:
und
Die Expertin der Stiftung Wissenschaft und Politik bezieht sich auf das letzte Ihr geläufige Friedensangebot von Selenskyj vor SECHSMONATEN. In fünf Monaten davon wurde bereits nicht mehr verhandelt.
Die Medien veröffentlichen den ersten Teil der Reden (eins, zwei, drei (unter drei, siehe edit 5) unterschiedliche Reden) als “die Urkaine will Frieden und ist kompromissbereit” - also über die kompletten ersten drei Monate - und bringen der Rest der Reden einfach nicht.
Die Position die Krim zurückgewinnen zu wollen (Vorbedingung für Friedensverhandlungen) besteht seit dem Mangott interview Ende Mai. (Tatsächlich bereits seit März - aber da haben die Medien noch die Interviews gekürzt), bei der “medialen Wiederentdeckung” der Position Ende August - als Selenskyj bei einem Vortrag anlässlich des Ukrainischen Unabhängigkeitstages die Wiedererlangung der Krim so sehr in den Vordergrund rückt, dass es für die Medien nicht mehr negierbar war -
spricht selbst der Standard von “abermals”
Selenskyj will die Krim zurückerobern, mit allen notwendigen Mitteln und ohne vorher andere Staaten um Erlaubnis zu bitten
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Vortag des ukrainischen Unabhängigkeitstages abermals seinen Willen beteuert, die 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim zurückerobern. Man werde dafür alle Mittel verwenden, die man für nötig hält und man werde auch nicht andere Staaten um Erlaubnis fragen, so Selenskyj bei einer Pressekonferenz der Krim-Plattform.
Trotzdem ist Illner in der Sendung von dieser Woche immer noch sehr überrascht, als ihr Hodges erklärt, dass die Ukraine ja jetzt auch die Krim zurückerobern müsse, weil sie das kann.
Und nickt dann fleißig als ihr Margarete Klein (Stiftung Wissenschaft und Politik) erklärt, diese Position hätte sich ja über die Zeit gewandelt, und seit der russischen Annexion der vier Teilrepubliken am 30. September 2022 könne die Ukraine ja nicht mehr anders.
Die Position war öffentlich belegt, seit Ende Mai die Selbe. Belegbar ununterbrochen seit April, nur ohne mediale Berichte da die Interviews in den deutschen Medien gekürzt wurden.
Kommen wir zu Peter R. Neumann - der Illner erklärt, “er finde es wichtig, dass die Ukraine so viel wie möglich von ihrer territorialen Integrität zurückerbere” (bitte Leute einladen die Deutsch verstehen und nicht nur so tun als ob, bitte) und es sei wirklich schwer zu definieren was “die Ukraine hat gewonnen” bedeutet, denn das zu definieren sei generell schwierig, außerdem hätten wir diese öffentliche Diskussion leider noch nicht gehabt. (Sehr leider, ja…)
Wenn ein Student zu ihm kommen und ihm sagen würde “die Ukraine muss gewinnen”, würde er ihn fragen, “ja was bedeutet denn gewinnen”, und das sei sehr schwierig…
Wenn wir wollen, dass dieser Krieg endet, dann kann es uns nicht egal sein, wie er endet. Putin wird seinen Krieg und seine imperialen Ambitionen nur aufgeben, wenn er erkennt: Er kann diesen Krieg nicht gewinnen! Er zerstört dadurch nicht nur die Ukraine, er ruiniert auch sein eigenes Land. Deshalb werden wir keinen russischen Diktatfrieden akzeptieren – und auch keine Schein-Referenden. Deshalb muss die Ukraine Russlands Überfall abwehren können.
Was war daran schwierig? Was ist daran komplex?
Antwort für den unter 80 IQ Teil der Bevölkerung ist das gerade gut genug. Den verwirrt die Behauptung “das sei komplex” und glaubt, dass zumindest die Illner Bescheid weiß und der gute Professor weiß wovon er redet.
(Wer den Gag noch nicht kennt, in dieser Teillüge geht es nur darum dass Vorbedingungen für ein Waffenstillstandsabkommen und für Friendesverhandlungen von der Ukraine unterschiedlich definiert wurden - um nichts weiter. Auf “was bedeutet die Ukraine hat gesiegt” hat das keinerlei Auswirkungen. Irgendwie logisch “was bedeutet ein Sieg” ist ein öffentliches Proklamat, nahe dran an “liebe Bevölkerung, jetzt haben wir gewonnen” das ist per Definition nicht “strategisch komplex”. “Wir haben gewonnen” orientiert sich auch nicht an der Fähigkeit der Ukraine ökonomisch als Staat weiter bestehen zu können (das kann sie, solange sie über Odessa einen Meerzugang hat), auch wenn das immer wieder behauptet wird. Die Bodenschätze in dem von Russland besetzten Gebiet reichen für die Eigenversorgung der Ukraine 20 Jahre lang - die zurückzugewinnen ist nicht gleichbedeutend mit “weiter bestehen zu können”. Bedeutend dafür die Kriegsschulden zurückzahlen zu können - vielleicht. Vielleicht lässt man ja auch Russland Reparationen leisten.)
- und es ist ja auch so, dass es sich zeitlich ja verändert - es gibt ja noch einen Friedensplan von Selenskyj vom 29.03. in dem er zustimmt, dass über die Krim ja noch 15 Jahre verhandelt werden kann - Putin habe diese Tür mit der Annexion der vier Teilgebiete zugeschlagen.
Nein - falsch. Dieser “Friendensplan von Selenskyj” hier in einer Darstellung von Selenskyj selbst, am 20.03. besagt, dass alle “temporär besetzten Gebiete” dh. inklusive der Krim, sofort wieder dem Staatsgebiet der Ukraine zuzuordnen seien, dann über 15 Jahre unter Selbstverwaltung gestellt werden Selenskyj rustikal “da die ja bereits länger besetzt worden sind, und er - Selenskyj, sich Gedanken über die gehirngewaschenen Bürger, und was man mit denen machen solle, machen müsse” (O-Ton CNN Interview, siehe Link), wonach alle “temporär besetzten Gebiete” (inklusive der Krim) automatisch wieder unter die politische Verwaltung der Ukraine fallen.
Und ja, das waren die “Friedenspläne” die die Medien im März als Friedenspläne präsentiert haben. Die Videos von Selenskyj existieren. Ich kann mir die nicht wegdiskutieren, oder wegdenken.
So verarscht du aktuell den Teil der Bevölkerung der auf diese Art der Informationsvermittlung angewiesen ist.
Du hast Lüge um Lüge, Behauptung um Behauptung, verschieben von proklamierten Zieldaten, Fehldarstellungen, falsche Charakterisierungen, … AMLAUFENDENBAND. Eine nach der anderen.
edit: Der Rest der Sendung ist dann die Frage Gysis sidelinen. Die deutsche Bevölkerung mit “wir werden mehr für die Sicherheit tun” zu verarschen um das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung zu steigern. Mehr Polizistenstellen zur Überwachung von Infrastruktur zu fordern (Grüne) - und lustig, flockig in den Winter zu gehen, wo doch die Sendezeit schon aus ist.
Jetzt hat Erdogan ja doch noch die Chance in die EU aufgenommen zu werden! Jetzt nur die Karten nicht falsch spielen…
edit: Das erklärt auch den PR Auftritt von Orban gestern bei Cicero.
Ob den die GOP noch weiter einlädt?
edit2: Es gibt heute aber natürlich auch wieder gute Nachrichten -
“Spiegel”: Schweden blockiert gemeinsame Ermittlungen zu Nord-Stream-Lecks
Schweden, Dänemark und Deutschland werden anders als geplant keine gemeinsame Ermittlungsgruppe zur Untersuchung der Lecks an den Nord-Stream-Pipelines bilden. Das berichtete heute “Der Spiegel”. Demnach verneinte Schweden die Einrichtung eines internationalen Ermittlerteams, weil die Sicherheitseinstufung der Ermittlungsergebnisse zu hoch sei, um diese mit anderen Staaten zu teilen.
edit3: Hier soetwas wie die offizielle Reaktion Europas auf den Gashub in der Türkei - da Deutschland sich dazu nicht on the record äußern möchte. *HUST*
Frankreich: Gashub in Türkei macht „keinen Sinn“
In der EU trifft das Vorhaben der russischen und türkischen Staatschefs, Wladimir Putin und Tayyip Erdoğan, in der Türkei ein Verteilerzentrum für russisches Gas nach Europa zu errichten, auf Unverständnis. Ein derartiges Projekt ergebe „keinen Sinn“, da Europa ohnehin seine Abhängigkeit von russischem Gas verringern wolle, erklärte etwa das französische Präsidialamt in der Nacht auf Freitag.
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