Wie kann man die Bevölkerung eigentlich noch verarschen

06. November 2022

Hier mal als ein “Who is cra­zy? - you deci­de” runoff. 

Zuerst Fio­na, die offi­zi­el­le Erfin­de­rin des “Putins denkt er ist ein Zar” (und agiert wie vier Steind­sta­tu­en die Fio­na ins einem Büro gese­hen hat und eine fünf­te Stein­sta­tue die Vlad heißt, die direkt vor dem Kreml steht!) Nar­ra­ti­ves das im offi­zi­el­len Kriegs­nar­ra­tiv des Wes­tens so aner­kannt ist, dass gleich mal ein kom­plet­tes Broo­kings Insti­tu­te Panel die Schnau­ze hält und lie­ber mal gar­nichts mehr sagt, wenn Fio­na wie­der in “ich glau­be wir müs­sen hier ver­ste­hen, wie Putin wirk­lich denkt” abglei­tet (wobei das hier ist noch inter­es­san­ter) - bei dem Typen der sei­ne Gäs­te ansons­ten regel­mä­ßig über Ufos und Außer­ir­di­sche befragt.

(“Lis­ten, its com­pli­ca­ted, I think we have to go WAAAAYYYYY back, and think about how Putin real­ly thinks, and that this was just about him not wan­ting the Ukrai­ne to be able to choo­se independently!”)

vs.

Jef­frey Sachs beim ehe­mals hero­in­süch­ti­gen Come­di­an, mit Guru Kom­plex, der mehr Spi­ri­tua­li­tät in der Poli­tik ein­for­dert und bei US Außen­po­li­tik sofort an Assan­ge und Edward Snow­den denkt.

Es ist immer wich­tig auch die wahn­sin­ni­gen Ele­men­te (die mit dem höchs­ten kogni­ti­ven Dis­so­nanz Poten­ti­al) des aktu­el­len Haupt­nar­ra­tivs unter Leu­ten zu streu­en die bei den etwas “zwang­haft late­ral Den­ken­den” einen Stein im Brett haben.

Auf sowas ver­gisst doch die gute US Kriegs­pro­pa­gan­da nicht - ich mei­ne der Wer­te­wes­ten, ich mei­ne, ehm…

Klei­ner Tipp gefällig?

Bei Lex Fried­man war auch bereits Kot­kin, der das gesam­te Haupt­nar­ra­tiv des frei­en Wes­tens erfun­den, ich mei­ne erdacht, und fünf Tage nach Kriegs­be­ginn in der Hoo­ver Insti­tu­ti­on zum Bes­ten gege­ben hat. Es gab nie­man­den der frü­her dran war. Die Hoo­ver Insti­tu­ti­on, für die die sie nicht ken­nen, waren am 6. März auch die Ers­ten die Mear­s­hei­mer offen dis­kre­di­tiert haben. in einer sie­ben zu null Beset­zung, zu einer Zeit, als er sei­ne Posi­ti­on noch im Eco­no­mist ver­öf­fent­li­chen durf­te. Wie gut dass es die Hoo­ver Insti­tu­ti­on gibt, sonst wüss­ten west­li­che Exper­ten doch gar­nicht was sie para­phra­sie­ren sollten.

Die wol­len ja alle nur zu Lex Fried­man, weil er so ein guter Inter­view­er ist.

Nichts gegen Lex Friedman.

Also - bei­de Vide­os anse­hen - dann ent­schei­den wer von den bei­nen wahn­sin­ni­ger ist.

Klei­nes musi­ka­li­sches Inter­mez­zo, für den deduk­ti­ven Prozess:

Dann viel­leicht noch als klei­nen Bonus:

edit: Und noch ein klei­ner Bonus zum Bonus - es geht bei den US Mid­term Elec­tions nicht um den Fort­be­stand der außen­po­li­ti­schen Posi­ti­on der US die seit jeher bipar­ti­san ist. Sagt - och nur so ein Redak­teur des Atlan­tic Maga­zi­ne bei Paikin:

Aber gut, in Euro­pa kannst du natür­lich immer läs­sig Jour­na­lis­ten ver­ar­schen in dem du ihnen etwas ande­res erzählst als ihren kana­di­schen Kol­le­gen von der Qua­li­täts­pres­se. Mit der Zeit glau­ben die das dann auch.

Die­se Gesell­schaft ist das abgrund­tief Aller­letz­te. Sterbt ihr Wichser.

Wie kann man die Bevölkerung eigentlich noch verarschen?

06. November 2022

Mit gele­ak­ten Mel­dun­gen die Ukrai­ne zu Ver­hand­lun­gen zu drän­gen, aber nur pro for­ma, sie wis­sen schon - um den Krieg zu verlängern!

Washing­ton Post:

U.S. pri­va­te­ly asks Ukrai­ne to show it’s open to nego­tia­te with Russia

The encou­ra­ge­ment is aimed not at pushing Ukrai­ne to the nego­tia­ting table, but ensu­ring it main­tains a moral high ground in the eyes of its inter­na­tio­nal backers

The Biden admi­nis­tra­ti­on is pri­va­te­ly encou­ra­ging Ukraine’s lea­ders to signal an open­ness to nego­tia­te with Rus­sia and drop their public refu­sal to enga­ge in peace talks unless Pre­si­dent Vla­di­mir Putin is remo­ved from power, accord­ing to peop­le fami­li­ar with the discussions.

The request by Ame­ri­can offi­cials is not aimed at pushing Ukrai­ne to the nego­tia­ting table, the­se peop­le said. Rather, they cal­led it a cal­cu­la­ted attempt to ensu­re the government in Kyiv main­tains the sup­port of other nati­ons facing con­sti­tu­en­ci­es wary of fue­ling a war for many years to come.
The dis­cus­sions illus­tra­te how com­plex the Biden administration’s posi­ti­on on Ukrai­ne has beco­me, as U.S. offi­cials publicly vow to sup­port Kyiv with mas­si­ve sums of aid “for as long as it takes” while hoping for a reso­lu­ti­on to the con­flict that over the past eight mon­ths has taken a punis­hing toll on the world eco­no­my and trig­ge­red fears of nuclear war.

[…]

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Geh komm - LECK.

Mich.

Am

ARSCH.

Die­se Gesell­schaft ist das aller­letz­te. Sterbt ihr ver­fick­ten Schweine.

Wir sind schon für Waf­fen­still­stands­ab­kom­men, aber mehr so aus PR Grün­den, weil unse­re Posi­ti­on so kom­plex gewor­den ist…

Wer­te­wes­ten, oder?

edit: Oh, klei­nes Detail am Ran­de noch - kann man schon mal im 20sten Unter­pa­ra­gra­phen ver­ste­cken, wenn man die WP ist…

Brazil’s Lula says Zelens­kiy ‘as respon­si­ble as Putin’ for Ukrai­ne war

Reu­ters

BRASILIA, May 4 (Reu­ters) - For­mer Bra­zi­li­an Pre­si­dent Luiz Inacio Lula da Sil­va said Rus­sia never should have inva­ded Ukrai­ne, but he belie­ves Ukrai­ni­an Pre­si­dent Volo­dym­yr Zelens­kiy is as much to bla­me for the war as Rus­si­an lea­der Vla­di­mir Putin.

In an inter­view with Time maga­zi­ne publis­hed on Wed­nes­day, the lef­tist lea­der also said U.S. Pre­si­dent Joe Biden could have done more to pre­vent the con­flict ins­tead of inci­ting it.

Lula, who is on Time’s cover this week, is front-runner for the Octo­ber elec­tions when he hopes to deny far-right Pre­si­dent Jair Bol­so­na­ro re-election and return to office after the annulment last year of cor­rup­ti­on con­vic­tions that had put him in jail.
Lula said it is irre­spon­si­ble for Wes­tern lea­ders to cele­bra­te Zelens­kiy becau­se they are encou­ra­ging war ins­tead of focu­sing on closed-door nego­tia­ti­ons to stop the fighting.

I see the Pre­si­dent of Ukrai­ne, spea­king on tele­vi­si­on, being applau­ded, get­ting a stan­ding ova­ti­on by all the Euro­pean par­lia­men­ta­ri­ans,” he told Time.

This guy is as respon­si­ble as Putin for the war. Becau­se in the war, there’s not just one per­son guil­ty,” he added.

Lula said Biden and Euro­pean Uni­on lea­ders fai­led to do enough to nego­tia­te with Rus­sia in the run-up to its inva­si­on of Ukrai­ne in February.
“The United Sta­tes has a lot of poli­ti­cal clout. And Biden could have avoided war, not inci­ted it,” he said. “Biden could have taken a pla­ne to Moscow to talk to Putin. This is the kind of atti­tu­de you expect from a leader.”

The United Sta­tes and Euro­pean Uni­on could have avoided the inva­si­on by sta­ting that Ukrai­ne would not join NATO, he said.

Putin should­n’t have inva­ded Ukrai­ne. But it’s not just Putin who is guil­ty. The U.S. and the EU are also guil­ty,” Lula said.

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Komisch, das deckt sich mit dem State­ment des Papsts im Juni. Wie kommts? 

Lie­ber nicht wei­ter dar­über berich­ten. Wer­te­wes­ten, verpflichtet.

Wie kann man die Bevölkerung noch verarschen?

04. November 2022

Wie­ner Zei­tung am 26. Oktober

ISRAEL

[…]

Zehn Bünd­nis­sen oder Par­tei­en gelingt nach jet­zi­gem Stand der Ein­zug ins Par­la­ment. Die alt­be­kann­te Zer­split­te­rung setzt sich fort. Doch Netan­ja­hu tak­tiert wesent­lich bes­ser als sei­ne Geg­ner und schafft sich eine gute Aus­gangs­po­si­ti­on für die Mehr­heit von 61 der 120 Sit­ze: Sein Likud bleibt Umfra­gen zufol­ge stärks­te Kraft und stellt knapp über 30 Abge­ord­ne­te. Zwei ultra­or­tho­do­xe Par­tei­en sor­gen für wei­te­re 15 Man­da­te. Um die Hür­de von 3,25 Pro­zent für den Knesset-Einzug zu meis­tern, betrieb Netan­ja­hu ein Bünd­nis von zwei rech­ten Par­tei­en: Die Reli­giö­sen Zio­nis­ten könn­ten von bis­her sechs auf 14 Man­da­te zulegen.

Teil die­ser Grup­pie­rung, die Chan­cen hat, dritt­stärks­te Kraft im Par­la­ment zu wer­den, ist Itamar Ben-Gvir. Des­sen ideo­lo­gi­sche Wur­zeln lie­gen in der faschis­ti­schen Bewe­gung von Rab­bi Meir Kaha­ne, die in den 1980ern ver­bo­ten wur­de. Ben-Gvi lebt als Sied­ler in Hebron und posier­te einst unter einem Bild von Baruch Gold­stein, der 29 Mus­li­me im Jahr 1994 ermor­det hat­te. Gold­stein sei heu­te zwar “kein Held” mehr, zitiert die “Süd­deut­sche Zei­tung” Ben-Gvi. Aber erst im Mai mar­schier­te er mit einer Gefolg­schaft durch Jeru­sa­lem, die “Tod den Ara­bern” skandierte.

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The Eco­no­mist am 3. November

Who is Itamar Ben-Gvir, Israel’s kingmaker?
The far-right natio­na­list will prop up Bin­ya­min Netanyahu’s government

[…]

For years Mr Ben-Gvir was shun­ned by right-wingers as an extre­mist. Born in 1976 in Jeru­sa­lem to Iraqi Jewish immi­grants, Mr Ben-Gvir joi­ned Kach, an ultra-nationalist move­ment descri­bed by Ame­ri­ca as a ter­ro­rist orga­ni­sa­ti­on, at the age of 16. Kach was led by Meir Kaha­ne, a vio­lent anti-Arab natio­na­list who cal­led for Arab Israe­lis to be strip­ped of their citi­zenship. In 1994 Baruch Gold­stein, a fel­low Kach adhe­rent, kil­led 29 Pales­ti­ni­ans in a mos­que in the occu­p­ied West Bank; until he ent­e­red poli­tics Mr Ben-Gvir hung a pos­ter of Gold­stein in his home. Mr Ben-Gvir made a name for hims­elf in 1995, after being exemp­ted from con­scrip­ti­on to the Isra­el Defence For­ces becau­se of his extre­me views, by threa­tening Yitz­hak Rabin, the prime minis­ter, on tele­vi­si­on, say­ing he would “get to him”. Rabin was assas­si­na­ted by an Israe­li ultra-nationalist three weeks later.

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Demo­cra­cy Now 4. November

So exp­lain also over­all what this means, Lau­ra Fried­man - the pre­si­dent of the foun­da­ti­on for Midd­le East peace tweeted Wed­nes­day “Remin­der six mon­ths befo­re the Israe­li elec­tion that made Kaha­nies argu­ab­ly the most power­ful poli­ti­cal for­ce in Isra­el the Biden Admi­nis­tra­ti­on deci­ded to do its part in nor­ma­li­zing Kaha­nism by remo­ving Kahans groups from the U.S list of for­eign ter­ro­rist orga­niz­a­ti­ons whe­re they’­ve been lis­ted for deca­des” which also by the way goes to the con­vic­tion of Ben Gevir for being part of a ter­ro­rist orga­niz­a­ti­on and for racism, if you could respond to all of that.” 

I mean in terms of what Lau­ra Fried­man tweeted about the sta­te depart­ment remo­ving Kaha­na high from - Kaha­na high - I’m sor­ry is a sort of an off­shoot of Kaths that emer­ged in the wake of Meir Kahane’s assas­si­na­ti­on in 1990. I think what Lau­ra Fried­man is say­ing is abso­lute­ly cor­rect and I don’t think it’s the sta­te depart­ment alo­ne that has has play­ed a role in this nor­ma­liz­a­ti­on that she dis­cus­ses I think it’s cer­tain­ly unhel­pful that the­se two groups were remo­ved from that desi­gna­ti­on six mon­ths ago becau­se I think that’s con­tri­bu­t­ed to this idea that Kha­nism and Kaths and Kaha­nis ideo­lo­gy are somehow relics of the past or suf­fi­ci­ent­ly mar­gi­nal that they don’t moni­tor they don’t merit clo­se moni­to­ring and sur­veil­lan­ce and I think all of that is incor­rect. I think it’s also of a pie­ce with a wider mar­gi­na­liz­a­ti­on of of Ben Geer and Kaha­nism that I think will unavo­ida­b­ly be revi­si­ted now, but that has play­ed a big role in down­play­ing the thre­at posed by his ideo­lo­gy and its poten­ti­al to win power in the Israe­li government.”

Als Wer­te­wes­ten machen wir in Euro­pa unse­re Lan­des­verti­di­gung natür­lich gleich mal von Off­shoots von ehe­ma­li­gen Ter­ro­ris­ten abhän­gig, deren Mut­ter­or­ga­ni­sa­ti­on sechs Mona­te zuvor von der US Ter­ror Watch­list geflo­gen ist, damit Bibi mit ihrer Hil­fe wie­der an die Macht kom­men konnte…

Ich mein, es ist doch wirk­lich zu unsi­cher und zu wenig irgend­was mit Wer­ten, dass wir wei­ter­hin die französisch/italienische Indus­trie­part­ner­schaft finan­zie­ren, die bis­her einen Rake­ten­schild für Euro­pa ent­wick­len sollte.

Rake­ten­ab­wehr­schil­de sind ja nur dann pri­ma mit unse­rer Werteideo­lo­gie im Wes­ten zu ver­ein­ba­ren, wenn sie aus Län­dern stam­men in denen rech­te Ultra­na­tio­na­lis­ten an der Macht sind, deren Ideo­lo­gi­sche Wur­zeln z.T. in Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen zu fin­den sind, die sechs Mona­te vor den Wah­len in Isra­el plötz­lich - und nach Jahr­zehn­ten - von der US Ter­ror Watch­list verschwinden.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut abgrund­tief Letzte.

Wie kann man die Bevölkerung eigentlich noch verarschen?

01. November 2022

Alle außer Russ­land wol­len an Getrei­de­deal festhalten

Stan­dard - Seit Tages­be­ginn stän­dig in einer Unter­über­schrift im Ukrai­ne­krieg Sammelartikel.

Im Arti­kel - kein Beleg und kei­ne Her­lei­tung dazu… 

Komisch…

Nur zwei Aus­sa­gen der Tür­kei und des UN Sicher­heits­rats am bis­he­ri­gen Abkom­men fest­hal­ten zu wollen…

Bei einer Sit­zung des UN-Sicherheitsrats sag­te Not­hil­fe­ko­or­di­na­tor Mar­tin Grif­fith: “Unser Ver­ständ­nis ist, dass Initia­ti­ve und Ver­pflich­tun­gen auch wäh­rend der Aus­set­zung der Teil­nah­me Russ­lands in Kraft blei­ben.” Und mein­te damit das Getreidelieferabkommen.

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Moment - Aus­set­zung der Teil­nah­me Russlands?

Dazu gibt es einen ver­tie­fen­den Artikel -

UN: Getrei­de­ab­kom­men bleibt in Kraft

Trotz einer von Russ­land ange­kün­dig­ten Aus­set­zung des Getrei­de­ab­kom­mens mit der Ukrai­ne kann der Export nach Les­art der Ver­ein­ten Natio­nen wei­ter­ge­hen. “Unser Ver­ständ­nis ist, dass Initia­ti­ve und Ver­pflich­tun­gen auch wäh­rend der Aus­set­zung der Teil­nah­me Russ­lands in Kraft blei­ben”, sag­te UN-Nothilfekoordinator Mar­tin Grif­fiths am Mon­tag bei einer Sit­zung des UN-Sicherheitsrates in New York. Am Mon­tag sei­en zwölf Schif­fe aus ukrai­ni­schen Häfen ausgelaufen

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Komisch, immer noch kein Wort, was denn unter Aus­set­zung zu ver­ste­hen ist…

Wech­seln wir mal das Medium.

Wie­ner Zeitung:

Getrei­de­ab­kom­men bleibt in Kraft

Russ­land hat­te ange­kün­digt, sich “vor­über­ge­hend” von der Ver­ein­ba­rung zurückzuziehen

Trotz einer von Russ­land ange­kün­dig­ten Aus­set­zung des Getrei­de­ab­kom­mens mit der Ukrai­ne kann der Export nach Les­art der Ver­ein­ten Natio­nen wei­ter­ge­hen. “Unser Ver­ständ­nis ist, dass Initia­ti­ve und Ver­pflich­tun­gen auch wäh­rend der Aus­set­zung der Teil­nah­me Russ­lands in Kraft blei­ben”, sag­te UN-Nothilfekoordinator Mar­tin Grif­fiths am Mon­tag bei einer Sit­zung des UN-Sicherheitsrates in New York. Am Mon­tag sei­en zwölf Schif­fe aus ukrai­ni­schen Häfen ausgelaufen.

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Moment eine vor­über­ge­hen­de Aus­set­zung? Was ist denn hier los?

Russ­land hat­te am Sams­tag das unter Ver­mitt­lung der Tür­kei und der UN geschlos­se­ne Abkom­men aus­ge­setzt. Zur Begrün­dung nann­te Mos­kau Droh­nen­an­grif­fe Kiews auf sei­ne Schwarz­meer­flot­te. Die Ukrai­ne habe für die­se Atta­cken den Schutz des Kor­ri­dors ausgenutzt.

[…]

UNO schließt Betei­li­gung von Getrei­de­schif­fen an Angriff aus

Die Ver­ein­ten Natio­nen stell­ten die von Mos­kau genann­ten Grün­de für die Aus­set­zung des Getrei­de­ab­kom­mens mit der Ukrai­ne aber in Fra­ge und schlos­sen eine Betei­li­gung von Getrei­de­frach­tern an dem angeb­li­chen Drohnen-Angriff auf Schif­fe der rus­si­schen Schwarzmeer-Flotte nahe Sewas­to­pol auf der Krim aus. Getrei­de­frach­ter, die im Rah­men des UN-Abkommens unter­wegs gewe­sen sei­en, sei­en nicht invol­viert gewe­sen, sag­te Griffiths.

Moment, wie war hier noch ein­mal der Vor­wurf Russ­lands? Von Schif­fen inner­halb des durch das Getrei­de­ab­kom­men geschütz­ten Kor­ri­dors sei­en Droh­nen­at­ta­cken auf die rus­si­sche Flot­te gestar­tet wor­den die sich hin­ter der Krim versteckt?

Dazu die UN: Getrei­de­frach­ter sei­en aber nicht invol­viert gewesen.

Dazu die Ukrai­ne: Also wir las­sen das ger­ne so wei­ter laufen.

Dazu die Tür­kei: Also wir wol­len auch nicht als Buh­mann dastehen.

Dazu der Standard:

Alle außer Russ­land wol­len an Getrei­de­deal festhalten

Tha fuck?

Wie sieht denn die UN den Angriff? Oder die Ukraine?

Nach Anga­ben des rus­si­schen Vize­au­ßen­mi­nis­ters Andrej Ruden­ko erwar­tet Russ­land für die nächs­ten Tage Gesprä­che mit den Ver­ein­ten Natio­nen und der Tür­kei. Bevor aber an eine Rück­kehr Russ­lands zu der Ver­ein­ba­rung zu den­ken sei, müs­se der Droh­nen­an­griff auf die Schwarz­meer­flot­te auf­ge­klärt werden.

Nach ukrai­ni­schen Anga­ben ist wegen des rus­si­schen Aus­stiegs aus dem Abkom­men die Wei­ter­fahrt von 218 Fracht­schif­fen blo­ckiert. 22 Schif­fe mit Agrar­gü­tern sei­en bereit zum Aus­lau­fen aus ukrai­ni­schen Häfen, teilt das Infra­struk­tur­mi­nis­te­ri­um mit. 95 wei­te­re Schif­fe hät­ten die Häfen bereits ver­las­sen und war­te­ten auf die abschlie­ßen­de Frei­ga­be zur Wei­ter­fahrt zu ihren Zie­len. 101 lee­re Schif­fe war­te­ten auf die Frei­ga­be zum Ein­lau­fen in ukrai­ni­sche Häfen.

Russ­land hat­te sei­ne Zustim­mung zu den Expor­ten am Sams­tag “auf unbe­stimm­te Zeit” aus­ge­setzt. Mos­kau begrün­de­te dies mit ukrai­ni­schen Droh­nen­an­grif­fen auf sei­ne Schwarz­meer­flot­te auf der Halb­in­sel Krim, die Mos­kau seit 2014 völ­ker­rechts­wid­rig annek­tiert hat. Den Anga­ben nach wur­den bei dem Angriff in Sewas­to­pol am Sams­tag­mor­gen das Minen­räum­boot “Iwan Golu­b­ez” und eini­ge Hafen­an­la­gen beschä­digt. Video­auf­nah­men, die angeb­lich den Angriff zei­gen, leg­ten aber nahe, dass noch mehr Schif­fe getrof­fen wor­den sein könnten.

Bis­her mehr als 8,6 Mil­lio­nen Ton­nen exportiert

Über die Aus­set­zung des Abkom­mens infor­mier­te Russ­land offi­zi­ell UNO-Generalsekretär Guter­res. Wegen Droh­nen­an­grif­fen auf rus­si­sche Schif­fe aus dem geschütz­ten Kor­ri­dor im Schwar­zen Meer kön­ne Russ­land “die Sicher­heit von zivi­len Schif­fen, die im Rah­men der oben genann­ten Initia­ti­ve rei­sen, nicht garan­tie­ren”, schrieb der UNO-Botschafter Was­si­li Nebens­ja. Kiew hält dies für einen Vorwand.

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Ich fas­se zusam­men, die Ukrai­ne sehe die Aus­sa­ge, dass Russ­land die Sicher­heit des Kor­ri­dors (zivi­ler Schif­fe im Kor­ri­dor) aus dem die Angrif­fe auf die rus­si­sche Flot­te hin­ter der Krim erfolgt sind nicht mehr garan­tie­ren kann als Vor­wand um Getrei­de­lie­fe­run­gen zu stoppen.

Star­ten aber aus dem geschütz­ten Kor­ri­dor unwi­der­spro­chen Angrif­fe auf die rus­si­sche Flotte.

Alle außer Russ­land wol­len an Getrei­de­deal festhalten

Super Deal für Russ­land du. Ich weiß gar­nicht, was die dage­gen haben!

Die UN ist der­weil im Krisenbewältigungsmodus - 

UN sieht Chan­cen, das Getreide-Abkommen zu retten

Die Ukrai­ne und die USA war­fen Russ­land vor, Hun­ger als Waf­fe zu instrumentalisieren.

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Nur der Stan­dard schafft es über vier Tage nicht die Fak­ten­la­ge kor­rekt wiederzugeben.

Hier:

Tag eins,
Tag zwei und drei,
Tag vier -

Was war eigent­lich Russ­lands ers­tes State­ment zu besag­tem Angriff?

On Octo­ber 30, a repre­sen­ta­ti­ve of the Minis­try of Defen­se announ­ced the results of an exami­na­ti­on of the wre­cka­ge of naval dro­nes. The dro­nes were equip­ped with Canadian-made navi­ga­ti­on modu­les. Accord­ing to the infor­ma­ti­on extrac­ted from them, it beca­me known that the dro­nes were laun­ched from the Odes­sa regi­on, and the devices made part of the way to Sevas­to­pol in the secu­ri­ty zone of the “grain cor­ri­dor”. This could mean, the depart­ment con­clu­ded, that the preli­mi­na­ry launch of the appa­ra­tus was car­ri­ed out from a civi­li­an ves­sel char­te­red by Ukrai­ne or Wes­tern coun­tries for the export of agri­cul­tu­ral products.

src: click (rus­si­sches Medi­um via Tass)

Der Grund­er­kennt­nis wird von der UN nicht wider­spro­chen, nur die Wie­ner Zei­tung fin­det ihr See­len­heil wie­der ein­mal in einem over­spe­ci­fic non deni­al deni­al Demen­ti, dass die Angrif­fe nicht von den vom Abkom­men betrof­fe­nen Getrei­de­frach­tern aus­ge­gan­gen seien.

Die­se teuf­lisch ver­schla­ge­nen Rus­sen wie­der! Sind die Ein­zi­gen die etwas gegen die Unan­greif­bar­keit des Kor­ri­dors haben, von dem aus sie nach eige­nen Anga­ben ange­grif­fen wurden!

Schnell mal ab in die Unter­über­schrift mit der Erkennt­nis, und den Kon­text über vier Tage zurück­hal­ten, das ist west­li­cher Qua­li­täts­jour­na­lis­mus. Im Stan­dard. Ande­re Quel­len haben auch die rus­si­sche Posi­ti­on berichtet.

Alle außer Russ­land wol­len an Getrei­de­deal festhalten

edit: Oh - es gibt einen Grund war­um nie­mand die voll­stän­di­ge Posi­ti­on Russ­lands nennt.

Man wür­de Andrij Jer­mak verärgern.

Andrij Jer­mak ver­är­gern, wie - aber war­um das jetzt - nun, 

Die ukrai­ni­sche Regie­rung reagier­te empört – sowohl auf den rus­si­schen Schritt als auch des­sen Begrün­dung. Kiew warf sei­ner­seits Mos­kau vor, die Angrif­fe auf eige­ne Ein­rich­tun­gen erfun­den zu haben. Der ukrai­ni­sche Prä­si­den­ten­be­ra­ter Andrij Jer­mak sprach von „fin­gier­ten Terrorattacken“.

src: click

Die­se gefin­kel­ten Rus­sen wie­der, fin­gie­ren einen Angriff auf ihre eige­nen Flot­ten­ver­bän­de um ein Aus­set­zen der Getrei­de­lie­fe­run­gen zu pro­vo­zie­ren was ihre aktu­el­le Posi­ti­on welt­weit dis­kre­di­tiert, nur um dann den Kor­ri­dor nicht zu blo­ckie­ren! Oder anzu­grei­fen. Oder durch wei­te­re Ankün­di­gun­gen zu gefährden.

Aber die Aus­sa­ge legt man lie­ber nicht Selen­skyj oder Kule­ba in den Mund (der sich am Nach­mit­tag dazu geäu­ßert hat), son­dern Andrij Jermak..

Hmm. den Namen hab ich doch schon mal gelesen…

Der Wes­ten befürch­tet ange­sichts eines mas­si­ven rus­si­schen Trup­pen­auf­marschs an der Gren­ze zur Ukrai­ne, dass Russ­land nach der Anne­xi­on der Krim 2014 der­zeit einen Ein­marsch im Nach­bar­land vor­be­rei­tet. Der Kreml weist dies kate­go­risch zurück. Gleich­zei­tig for­dert er von den USA und der Nato Abkom­men, mit denen eine Ost­erwei­te­rung der Nato sowie die Errich­tung von US-Militärstützpunkten in Staa­ten der ehe­ma­li­gen sowje­ti­schen Ein­fluss­sphä­re unter­sagt wer­den sollen.

[…]

Der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Wolo­dym­ir Selen­skyj schlug indes ein Drei­er­ge­spräch mit US-Präsident Joe Biden und dem rus­si­schen Staats­chef Wla­di­mir Putin vor. Selen­sky­js Büro­lei­ter Andrej Jer­mak sag­te am Frei­tag der US-Denkfabrik Atlan­tic Coun­cil, der Prä­si­dent habe Biden vor­ge­schla­gen, ein Drei­er­tref­fen »viel­leicht per Video­kon­fe­renz« abzuhalten.

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Ja, also - wenn ich Russ­land wie­der ein­mal beschul­di­gen möch­te sich selbst ange­grif­fen zu haben, um den welt­wei­ten Hun­ger als Druck­mit­tel anzu­set­zen, und zwar durch Reak­tio­nen die Russ­land danach nicht tätigt (Blo­ckie­rung der Lie­fe­run­gen) -- um die west­li­chen Medi­en dar­an zu hin­dern die rus­si­sche Posi­ti­on zu publi­zie­ren, da sie jetzt einem fal­se flag Vor­wurf aus­ge­setzt ist -- macht das auch immer mein Büro­lei­ter, der ansons­ten engen Kon­takt zum Atlan­tic Coun­cil hält.

Ich mein - nicht dass sich danach noch raus­stellt, dass sich die Rus­sen doch nicht wie­der selbst ange­grif­fen haben.

edit: Con­text:

One word comes to mind. Impressive.

edit2: Russ­land ist dem Abkom­men wie­der bei­getre­ten, nach­dem die Ukrai­ne ver­si­chert hat den Kor­ri­dor nicht für Angrif­fe zu nut­zen. Dar­auf die deutsch­spra­chi­gen Medi­en: Nichts, nada, Nüsse.

Dabei waren sie so geil dar­auf die Atta­cke als ver­nich­tend und rie­sig zu bran­den, bevor der Herr Büro­lei­ter gesagt hat die Rus­sen haben ihre eige­nen Schif­fe in die Luft gejagt, um … ja war­um jetzt eigent­lich? Getrei­de­prei­se wer­dens bei weni­ger als einer Woche tem­po­rä­rem Aus­set­zen wohl nicht gewe­sen sein. Die­se teuf­li­schen Rus­sen schon wie­der. Immer ver­nich­ten die ihr eige­nes Eigen­tum um danach schlech­ter dazu­ste­hen als zuvor.

edit3: Kiew will heu­te mal zur Abwechs­lung mehr mari­ti­me Droh­nen.

Man muss die Verhältnismäßigkeit wahren

01. November 2022

Wie­ner Zei­tung heu­te - Gastkommentar:
Dop­pel­mo­ral des Wes­tens hilft Diktaturen

von: Maram Stern, Vize­prä­si­dent des World Jewish Con­gress (WJC)
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Lei­der aber brach­ten die Grün­dung der UNO und die Kodi­fi­zie­rung der Men­schen­rech­te nicht das Ende der Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen. Ja, die Men­schen­rech­te selbst gerie­ten schnell zur Waf­fe in der Aus­ein­an­der­set­zung des Kal­ten Krie­ges. Die west­li­chen Staa­ten rekla­mier­ten - zu Recht - anhal­ten­de Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen im Ost­block. In ihrer eige­nen Poli­tik außer­halb Nord­ame­ri­kas und Euro­pas waren die Men­schen­rech­te jedoch nicht Leit­stern ihres Han­delns. Bei der Wahl der Ver­bün­de­ten spiel­te deren anti­kom­mu­nis­ti­sche Hal­tung die ent­schei­den­de Rol­le, nicht die Behand­lung der eige­nen Bevöl­ke­rung. Und von Korea über Alge­ri­en bis Viet­nam ver­stie­ßen die USA und ihre Ver­bün­de­ten gegen die grund­le­gends­ten men­schen­recht­li­chen Prin­zi­pi­en. Die UdSSR mach­te sich dies zunut­ze und gerier­te sich als Part­ner der Unter­drück­ten im anti­ko­lo­nia­len Befrei­ungs­kampf, ohne jedoch die Rech­te der dor­ti­gen Bevöl­ke­rung in Betracht zu zie­hen. Für die sowje­ti­sche Poli­tik im In- und Aus­land spiel­ten die Men­schen­rech­te ohne­dies kei­ne Rolle.

So weit so stimmig -

Lei­der hat sich an die­sem grund­le­gen­den Miss­stand auch nach dem Kal­ten Krieg wenig geän­dert, was es den Dik­ta­to­ren der Welt ermög­licht, unter Ver­weis auf Dop­pel­mo­ral die Men­schen­rech­te als blo­ßes Vehi­kel zur Ein­mi­schung in ihre inne­ren Ange­le­gen­hei­ten zu diskreditieren.

Ach­so, ja das sich als “anti­ko­lo­nia­lis­ti­sche Befrei­er gerie­ren” war das Pro­blem, nicht der Ver­stoß der USA und ihrer Ver­bün­de­ten (ob das der Wer­te­wes­ten auf den Kir­chen­bän­ken in der Pauls­kir­che bei der Frie­dens­preis­ver­lei­hung des deut­schen Buch­han­dels an einen Kriegs­pro­pa­gan­dis­ten weiß?) gegen die grund­le­gends­ten men­schen­recht­li­chen Prinzipien.

Das ist an der Stel­le aber natür­lich kei­ne Dop­pel­mo­ral. Denn gegen die Dop­pel­mo­ral sind wir ja in der Überschrift.

Umso wich­ti­ger sind neu­tra­le Instan­zen, die über die Ein­hal­tung der Men­schen­rech­te welt­weit wachen. Neben ein­schlä­gi­gen Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen kommt die­se Auf­ga­be vor allem der UNO zu. Sie kann sie jedoch nur erfül­len, wenn sie als objek­ti­ve Sach­wal­te­rin auf­tritt. Frei­lich gilt das Amt des Hohen Kom­mis­sars der Ver­ein­ten Natio­nen für Men­schen­rech­te nicht umsonst als einer der schwie­rigs­ten, wenn nicht gar der schwie­rigs­te Pos­ten bei der UNO. Zahl­rei­che Mit­glied­staa­ten sind kor­rup­te Dik­ta­tu­ren, die die Rech­te ihrer Bür­ger mit Füßen tre­ten, und den­noch ist der UN-Menschenrechtskommissar dar­auf ange­wie­sen, auch mit ihnen zusam­men­zu­ar­bei­ten. Vie­le Bewoh­ner des glo­ba­len Südens sehen zudem in der UNO und ihren Orga­ni­sa­tio­nen ein Instru­ment des Wes­tens. Auch die­sen Ver­dacht muss der neue Kom­mis­sar wirk­sam zer­streu­en und darf folg­lich west­li­che Demo­kra­tien nicht von sei­ner Kri­tik ausnehmen.

Soweit so stimmig.

Vol­ker Türks Vor­gän­ge­rin Michel­le Bache­let hat aller­dings kei­ne gute Balan­ce gefun­den. So muss­te Isra­el mehr Kri­tik von ihr ein­ste­cken als etwa Syri­en, wo das Regime seit mehr als zehn Jah­ren einen bru­ta­len Krieg gegen die eige­ne Bevöl­ke­rung führt, des­sen Opfer inzwi­schen wohl die Gren­ze von einer hal­ben Mil­li­on überschreiten.

Um nicht falsch ver­stan­den zu wer­den: Demo­kra­tien haben kei­nen Frei­fahrt­schein. Ihre Ver­feh­lun­gen sol­len und müs­sen genau­so kri­ti­siert wer­den wie die aller ande­ren Staa­ten. Aber die Pro­por­tio­nen müs­sen gewahrt blei­ben. Die schwers­ten Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen müs­sen am schärfs­ten ange­pran­gert, die dafür ver­ant­wort­li­chen Staa­ten am hef­tigs­ten kri­ti­siert wer­den. Ohne die­se Ver­hält­nis­mä­ßig­keit ver­liert das Amt des Men­schen­rechts­kom­mis­sars wei­ter an Glaub­wür­dig­keit, mit ihr kann es zum Instru­ment wer­den, das es immer sein sollte. 

Bit­te was? Isra­el soll­te aber nicht zu sehr kri­ti­siert wer­den, denn das wäre nicht ver­hält­nis­mä­ßig und wür­de daher dem Anse­hen des Amts des Men­schen­rechts­kom­misars scha­den, deren Vor­gän­ge­rin, einen sehr schlech­ten Job gemacht hat, in dem sie Isra­el zu öffent­lich und daher nicht ver­hält­nis­mä­ßig kri­ti­siert hat?

Wir sind aber immer noch gegen Dop­pel­mo­ral, oder? In der Über­schrift, und im letz­ten Paragraph -

Der neue Men­schen­rechts­kom­mis­sar Türk tritt ein schwe­res Erbe in einem har­ten Amt an. Wir wün­schen ihm viel Erfolg für die­se anspruchs­vol­le Auf­ga­be und sichern ihm unse­re vol­le Unter­stüt­zung zu. Die Welt braucht einen star­ken UN-Menschenrechtskommissar mehr denn je. 

Ob der Vize­prä­si­dent des World Jewish Con­gress für sei­ne Medi­en­ar­beit bezahlt wird? Ich mei­ne die rhe­to­ri­sche Kunst­fer­tig­keit hier ist ja erstklassig!

Ich tei­le die Arbeit des Men­schen­rechts­kom­misars der Ver­ein­ten Natio­nen ja auch in grund­sätz­lich zwei Kategorien.

Gut, weil kri­ti­siert Isra­el nur verhältnismäßig
und
schlecht, weil kri­ti­siert Isra­el über Gebühr.

Das ist doch der Maß­stab, der hier anzu­le­gen ist. Viel­leicht soll­te man den neu­en UNO Men­schen­rechts­kom­mis­sar gleich in den ers­ten Hea­rings fra­gen, ob er vor hat Isra­el über die Ver­hält­nis­mä­ßig­keit der gemit­tel­ten Schwe­re aller Gräu­el welt­weit zu kri­ti­sie­ren. Und wenn der dann sagt - ja, sagen wir - das ist aber nicht ver­hält­nis­mä­ßig, denn wir im Wer­te­wes­ten wol­len mit dem glei­chen Maß­stab gemes­sen wer­den wie - wie war noch ein­mal die Aus­sa­ge? Wie zahl­rei­che UNO Mit­glied­staa­ten die kor­rup­te Dik­ta­tu­ren sind, die die Rech­te ihrer Bür­ger mit Füßen treten?

Ich wür­de sagen, der Fort­schritt der Mensch­heit is gesi­chert. Wir neh­men wie­der ein­heit­lich Maß - und geben das dem neu­en UN Men­schen­rechts­kom­mis­sar bereits vor Amts­an­tritt mit auf den Weg.

Hal­la­li und Petri Heil!

Gut aber dass Maram Stern, Vize­prä­si­dent des World Jewish Con­gress (WJC), nicht das Argu­ment der Dop­pel­mo­ral nutzt um die Men­schen­rech­te als blo­ßes Vehi­kel zur Ein­mi­schung in Isra­els inne­re Ange­le­gen­hei­ten zu diskreditieren.

Ist die Ein­hal­tung der Men­schen­rech­te jetzt abso­lut zu wer­ten, oder rela­tiv? Nein, jetzt hab ichs, die Ein­hal­tung der Men­schen­rech­te ist abso­lut zu wer­ten, aber die öffent­li­che Kri­tik an einer Nicht­ein­hal­tung rela­tiv an einem welt­wei­ten Mit­tel abzustimmen.

Dazu die ARD heu­te: Isra­el wählt: Kommt “Bibi” zurück?

Das sind noch die sub­stan­zi­el­len Fra­gen die die­se Gesell­schaft bewegen.

PS: Es gibt kein Gebot zur “Aus­ge­gli­chen­heit” (nach Gefühl?) in der kri­ti­schen Bericht­erstat­tung im Jour­na­lis­mus. Aber es gibt eines bei der gegen­über Jour­na­lis­ten ange­brach­ten öffent­li­chen Kri­tik des UNO Men­schen­rechts­be­auf­trag­ten im Zusam­men­hang mit Israel/Syrien Vergleichen?

Erstaun­lich.

Aber nicht dass jeman­dem dabei die Bezeich­nung Dop­pel­mo­ral einfällt…

Die­se Gesell­schaft ist das Aller­letz­te, sterbt ihr Wichser.

edit: Viel­leicht ist das noch nicht deut­lich genug…

Also, wel­che Mel­dun­gen las­sen sich bei einer der­ar­ti­gen Aus­le­gung einer “öffent­li­chen Mel­de­schwel­le” verschleiern?

Isra­el hat bei­spiels­wei­se 2012 in Paläs­ti­nen­ser­ge­bie­ten ‘nur‘ vier Kin­der getötet.
Der Deutsch­land­funk was sei­ner­zeit offi­zi­ell ’scho­ckiert’!

Jetzt hat Isra­el aber in einer ein­zi­gen drei­tä­gi­gen Mili­tärin­itia­ti­ve in die­sem Jahr laut Paläs­ti­nen­ser­an­ga­ben 15 Kin­der getö­tet.

Wir neh­men jetzt also den prak­ti­schen Schlüs­sel des Vize­prä­si­den­ten des World Jewish Con­gress (WJC) bezüg­lich der zur wah­ren­den Pro­por­tio­na­li­tät in der ver­öf­fent­lich­ten Kri­tik und kom­men zu dem Schluss, dass - da in Syri­en seit Kriegs­be­ginn 500.000 Men­schen getö­tet wur­den, und in Paläs­ti­na in die­sem Jahr nur knapp 500 (über­schlags­mä­ßig, der Israel-Gaza-Konflikt Report für 2022 liegt noch nicht vor), im Schnitt aber etwa 200 pro Jahr seit 2011 - dass der UN Kom­mis­sar für Men­schen­rech­te über die Men­schen­rechts­ver­ge­hen in Isra­el 250 mal weni­ger berich­ten müs­se, als über die Gräu­el im syri­schen Bürgerkrieg.

Es wäre doch nur ver­hält­nis­mä­ßig, wenn das heu­ri­ge israe­li­sche Jahr in der New York Times einen klei­nen Arti­kel in einer Aus­ga­be pro Jahr bekä­me. Der Bür­ger­krieg in Syri­en etwa einen Arti­kel pro Tag - und die vier getö­te­ten Kin­der in 2012 - kei­ne Erwäh­nung fin­den würden.

Das ist Ver­hält­nis­mä­ßig­keit im Werte-Westen, nach Maram Stern.