Treffen sich drei Alpbacher in der Diplomatischen Akademie Wien

26. Juni 2023

bei einem wohl­wol­len­den Mode­ra­tor natürlich.

Sagt der Ers­te: Ich bin Robert Treich­ler, Lei­ter Res­sort Außen­po­li­tik, “pro­fil” - ich habe im bis­he­ri­gen Kriegs­ver­lauf fol­gen­de Inter­views und Leit­ar­ti­kel produziert:

pro­fil fragt den US-Generalleutnant a. D. Ben Hod­ges, wie ris­kant die Lage ist: Steht die Welt vor einem Atom­krieg? Oder blufft Putin?

Treich­ler: Was erwar­ten Sie mili­tä­risch in den kom­men­den Mona­ten? Wird der Vor­marsch der Ukrai­ne durch den Win­ter gestoppt?

Hod­ges: Das glau­be ich nicht. Die Ukrai­ner sind ja nicht aus Flo­ri­da, so wie ich. Sie wer­den ver­su­chen, den Druck auf die rus­si­schen Kräf­te auf­recht­zu­er­hal­ten, damit die sich nicht neu auf­stel­len kön­nen. Die Rus­sen sind erschöpft und ver­wund­bar, auch auf der logis­ti­schen Ebe­ne. Ich ver­mu­te, die Ukrai­ne wird die rus­si­schen Streit­kräf­te bis zum Ende die­ses Jah­res auf die Linie zurück­drän­gen, wo die­se vor dem 24. Febru­ar waren. Und Mit­te des kom­men­den Jah­res wer­den die ukrai­ni­schen Sol­da­ten auf der Krim sein.

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Es zeich­net sich ab, dass der Auto­krat im Kreml nichts von dem, was er gewalt­sam anstreb­te, errei­chen wird. Die Ukrai­ne wird ein demo­kra­ti­scher, pro­west­li­cher Staat blei­ben und irgend­wann der EU bei­tre­ten. Sie ist zudem drauf und dran, ihr Staats­ge­biet zurück­zu­er­obern. Die ter­ri­to­ria­len Gewin­ne, die Russ­land am Ende ver­zeich­nen könn­te, wer­den, wie es aus­sieht, mini­mal sein – viel­leicht auch inexistent.

Doch etwas sprach immer dage­gen, dass jemand wie Wla­di­mir Putin lang­fris­tig Erfolg hat. Zwei Tage nach dem Ein­marsch Russ­lands in die Ukrai­ne schrieb ich im profil-Leitartikel: „Glück­li­cher­wei­se hat die Auto­kra­tie einen inhä­ren­ten Haken. Auto­kra­ten sind, weil sie ohne Oppo­si­ti­on, ohne poli­ti­schen Wech­sel und damit ohne Kon­trol­le und Gegen­ge­wicht agie­ren, feh­ler­an­fäl­lig, rück­sichts­los und des­halb am Ende verhasst.“

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[In der Tat, was für ein Glück. Dess­halb kön­nen Auto­kra­tien ja auch nicht erfolg­reich sein.]

Jetzt geh ich auf nen Des­sert­wein als Absa­cker ins Cafe.

Sagt der Zwei­te: Ich bin Ralph Janik: Völ­ker­recht­ler, mit Jugend in Mer­ca­tor­nä­he, ich war die ers­te Per­son in Öster­reich die in Kom­men­ta­ren im Stan­dard, nach einem State­ment des ECFR im März 2022 Pazi­fis­ten (Franz­o­bel) und außen­po­li­ti­sche Rea­lis­ten (Precht) öffent­lich ver­hetzt hat.

Dem Stan­dard war fad, da hat er feins­te Het­ze produziert

Wenig Anlass zu Hoffnung

Dazu pas­sen auch die unter­schied­li­chen Auf­ru­fe in Rich­tung Ukrai­ne, sich doch bes­ser zu erge­ben. Frie­den schlägt Gerech­tig­keit, man müs­se der Rea­li­tät eben ins Auge sehen: Waf­fen­lie­fe­run­gen an einen unter­le­ge­nen Staat zie­hen den Krieg und das damit ver­bun­de­ne Leid nur unnö­tig in die Län­ge, wie der Phi­lo­soph Richard David Precht oder der Schrift­stel­ler Franz­o­bel kritisieren. […] 

Viel Anlass zur Skep­sis, wenig Hoff­nung auf Frie­den. Die For­de­run­gen, auf­zu­ge­ben, sagen wohl mehr über uns als über die tat­säch­li­chen ukrai­ni­schen Hand­lungs­op­tio­nen. (Ralph Janík, 3.4.2022)

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Ich bin auch der Jurist der der öster­rei­chi­schen Bevöl­ke­rung erklä­ren durf­te, dass auch wenn die öster­rei­chi­sche Regie­rung kei­ne Zah­len im Bezug auf Bei­trags­zah­lun­gen im Rah­men der euro­päi­schen Frie­dens­fa­zi­li­tät ver­öf­fent­licht, dank der Ver­trags­kon­struk­ti­on der “Kon­struk­ti­ven Ent­hal­tung” defi­ni­tiv kein öster­rei­chi­scher Euro in Waf­fen­käu­fe für die Ukrai­ne inves­tiert wird:

Wie kann man die Bevöl­ke­rung eigent­lich noch verarschen?

Sagt der Drit­te: Ich bin Franz-Stefan Gady, ich komm gera­de aus Washing­ton zurück, und wenn ich nicht gera­de als Con­sul­ting­un­ter­neh­mer in Alp­bach Stamm­gast in sicher­heits­po­li­ti­schen Debat­ten bin, schrei­be ich span­nen­de Essays in der Klei­nen Zei­tung (Essay - Franz-Stefan Gady: Mein Ame­ri­ka) - und unter­stüt­ze die Bür­ger­initia­ti­ve “Unse­re Sicher­heit”.

Sagt der Mode­ra­tor Wal­ter Feicht­in­ger (Prä­si­dent, Cen­ter für Stra­te­gi­sche Analysen) -

Bur­schen, so jung kom­men wir nicht mehr zusam­men, wann schaf­fen wir die Öster­rei­chi­sche Neu­tra­li­tät ab? Ich mein wir sind euro­pa­weit eh nur mehr 4%, damit man das mal versteht!

Sagt nie­mand im Saal: Das hier war der Ein­satz der Öster­rei­chisch Ame­ri­ka­ni­schen Gesell­schaft in dem Zusammenhang:

Öster­reich du gei­le Sau

The inde­pen­dence of jour­na­lism - part 2

Und um eine neue Sicher­heits­po­li­tik in Sin­ne aller Betei­lig­ten zu rea­li­sie­ren, brau­chen wir jedoch zuerst eine neue geo­po­li­ti­sche Theo­rie, denn die drei aktu­el­len Schu­len wider­spre­chen uns in dem was wir kon­zep­tu­ell wol­len dia­me­tral (Rea­lis­mus, Libe­ra­lis­mus, Kon­struk­tivi­mus) - aber dafür haben wir ja extra Ursu­la Werther-Pietsch ver­pflich­tet, Mit­un­ter­zeich­ne­rin der alp­bach­na­hen Initia­ti­ve “Unse­re Sicher­heit”. (Die sich gegen die öster­rei­chi­sche Neu­tra­li­tät aus­spricht, und bis­her zwei offe­ne Brie­fe ver­fasst hat, die dann spä­ter Johan­nes Kopf (selbst eben­falls Teil der Initia­ti­ve) bewor­ben hat, und das bereits eine Woche nach­dem er zu einem Panel in der Öster­rei­chisch Ame­ri­ka­ni­schen Gesell­schaft gela­den wur­de (Future of work, you know… - um es im kopf­schen Duk­tus zu sagen). Weil Kopf und Den­ker, das passt ja gut zusam­men. Also in der öffent­li­chen Betrachtung.

Die Grün­dung einer neu­en Schu­le des Mul­ti­la­te­ra­lis­mus, die rea­lis­ti­sche und idea­lis­ti­sche Außen- und Sicher­heits­po­li­tik ver­eint, wird zur Dis­kus­si­on gestellt.

Geo­po­li­tik nicht als Leit­mo­tiv sehen

Inter­na­tio­na­le Bezie­hun­gen sol­len nichts ande­res als den täg­li­chen Bedürf­nis­sen im poli­ti­schen Leben die­nen; ihr innen­po­li­ti­scher Bezug ist daher evi­dent. Aller­dings nicht aus der übli­chen Per­spek­ti­ve, näm­lich dem “Lip­pen­ab­le­sen”, um “poli­tisch zu punk­ten” unter dem Deck­män­tel­chen des Bür­gers als Sou­ve­rän. Nein, umge­kehrt soll Geo­po­li­tik, also das Spiel von Macht­in­ter­es­sen auf glo­ba­ler Ebe­ne, als inte­gra­ler Teil von mensch­li­cher Sicher­heit gese­hen wer­den, als eine gewich­ti­ge Dimen­si­on, nicht aber als Leit­mo­tiv oder gar über­ge­ord­ne­tes Axiom.

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Weil rea­lis­ti­sche Schu­le das geht ja nicht mehr, das ist ja Mear­s­hei­mer.

Stellt sich nur noch die Frage -

Nein, Moment - stellt sich kei­ne Fra­ge mehr. Das wars.

Soll ich jetzt den Rechts­po­pu­lis­ten in Öster­reich viel Glück wün­schen, damit das in der media­len Betrach­tung nicht ein­fach nur unter den Tisch gekehrt wird?

Oh ich habs! Ich nehms mit mei­nen letz­ten drei Psy­cho­lo­gen! Beschäf­ti­gen sie sich ein­fach nicht so sehr mit dem The­ma! Dann wird alles besser!

edit: Oh, noch etwas - was sagt eigent­lich Precht, den man bei dem The­ma aus der öffent­li­chen Debat­te gedrängt hat?

Oh das hier:

bei 1:18:00 in. (Den Rest der Ver­an­stal­tung ertra­ge ich teil­wei­se nicht, aber Precht spricht hier zum Thema.)

Hi, I’m the Fulbright Fellow from the institute across the street

25. Juni 2023

- and I wan­ted to ask if the OSCE could may­be beco­me a non con­sen­sus based dis­pu­te sett­le­ment organization!

Oh, dear Lady with the Ful­bright fel­low­ship from the insti­tu­te across the street -

The Ful­bright Pro­gram, inclu­ding the Fulbright–Hays Pro­gram, is one of several United Sta­tes Cul­tu­ral Exchan­ge Pro­grams with the goal of impro­ving inter­cul­tu­ral rela­ti­ons, cul­tu­ral diplo­ma­cy, and inter­cul­tu­ral com­pe­tence bet­ween the peop­le of the United Sta­tes and other coun­tries through the exchan­ge of per­sons, know­ledge, and skills. 

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- of cour­se we can think about making what the OSCE does non con­sen­sus based, and only based on majo­ri­ty decisi­ons may­be, but we have to lea­ve in a few orga­ni­sa­tio­nal sys­tems that also indu­ce trust.

Huh, would the US bene­fit from a media­ti­on orga­niz­a­ti­on to work along­side the new “value based tra­ding sys­tem”, they want to replace the WTO based sys­tem with? A non con­sen­sus based OSCE maybe?

Its always won­der­ful to see, that as soon as a Ful­bright fel­low makes a sug­ges­ti­on on rest­ruc­tu­ring your inter­na­tio­nal orga­niz­a­ti­on, the­re sud­den­ly is this con­struc­ti­ve “can do” spi­rit fil­ling the room.

Was sagt eigentlich Selenskyj einen Tag nach dem russischen Putsch?

25. Juni 2023

Och nichts Wich­ti­ges, die deutsch­spra­chi­gen Medi­en berich­ten wie üblich nur “Je län­ger die­ser Mensch im Kreml ist, des­to grö­ßer wird die Kata­stro­phe” - und las­sen den Rest der Rede ein­fach mal unter den Tisch fal­len. Die Selen­skyj dies­mal wie­der auf rus­sisch gehal­ten hat, um die rus­si­sche Bevöl­ke­rung einen Tag nach dem Putsch noch schön mit sei­nen manigfal­ti­gen Argu­men­ten zu über­zeu­gen zu revol­tie­ren - also hören wir ihm doch ein­fach mal zu:

Auto­ma­tisch gene­rier­te Unter­ti­tel über­setzt mit Deepl.com:

I wish you health, dear Ukrai­ni­ans I wish health to all the peop­le of the world.

Today is a day whe­re the­re is defi­ni­te­ly no silence and defi­ni­te­ly the world needs lea­ders­hip today. We saw that the mas­ters of Rus­sia do not con­trol anything at all, just com­ple­te cha­os, com­ple­te lack of any pre­dic­ta­bi­li­ty and this is on Rus­si­an ter­ri­to­ry which is hea­vi­ly armed.

We all remem­ber when in the year 21, when the Rus­si­an lea­der threa­tened the the world with some kind of ultimatums.

He was try­ing to show some kind of strength.

The year 22 show­ed that he was con­fu­sed with the power of his illu­si­on and the lies he was fed by the Kremlin.

The Krem­lin is capa­ble of any kind of ter­ror, they are capa­ble of any stu­pi­di­ty, but they can’t pro­vi­de a frac­tion of the necessa­ry con­trol and the pro­blem is that in one day they have actual­ly lost a num­ber of their cities and show­ed all the Rus­si­an ban­dits, mer­ce­n­a­ries, olig­archs and anyo­ne else how easy it is to cap­tu­re Rus­si­an cities whe­re the­re are likely arse­nals of weapons.

It is very important now, that no one in the world is silent becau­se they are afraid of this Rus­si­an cha­os, all the actions of lea­ders can now be his­to­ric, every word of jour­na­lists is worth its weight in gold.

We must clear­ly name the source of the pro­blem If someo­ne in the world is try­ing to lull the situa­ti­on: The illu­si­on that the Krem­lin is able to res­to­re con­trol, it only post­po­nes the pro­blem until the next bre­akthrough of cha­os is even more dangerous.

We all know the first solu­ti­on: The world should not be afraid, we know what pro­tects us is pro­tec­ting us.

Only our unity can pro­tect Ukrai­ne to pro­tect Euro­pe from any Rus­si­an for­ces, no mat­ter who is in char­ge, com­man­ds them, we will pro­tect the secu­ri­ty of the eas­tern flank of Euro­pe, it rests only on our defen­se and that is why every mani­fes­ta­ti­on of sup­port for our defen­se is sup­port for your defen­se in the free world.

Ukrai­ni­an sol­di­ers, Ukrai­ni­an guns, Ukrai­ni­an tanks, Ukrai­ni­an mis­si­les - this is all that pro­tects Euro­pe from such mar­ching for­ces like we see today on Rus­si­an ter­ri­to­ry and when we address the F-16 or the ATACAMS, we deve­lop our com­mon defense.

Imple­men­ta­ti­on is what is nee­ded now to pro­vi­de all the wea­pons necessa­ry for defen­se. [Selen­skyj lear­ned a new word - imple­men­ta­ti­on. His lan­guage skills are get­ting bet­ter every day…]

Second­ly, ever­ything should be a real right.

It should be frank­ly said to ever­yo­ne in the world that all Russia’s cri­mi­nal actions against Ukrai­ne were and are wrong and we all have to be gui­ded by our com­mon secu­ri­ty prio­ri­ties, NATO’s secu­ri­ty prio­ri­ties. NATO’s secu­ri­ty prio­ri­ties are not just a word though or a set of for­mal promises.

Pro­mi­ses, are a reli­able gua­ran­tee for all that peace will not be des­troy­ed without Ukrai­ne. Such gran­dio­se state­ments are worthless.

In July, the Free­dom Sum­mit is a his­to­ric chan­ce for real decisi­ons without loo­king back at Russia.

Any nati­on that bor­ders on Rus­sia real­ly sup­ports this, and I will say the third thing - in Russian:

In the Krem­lin obvious­ly the stu­dent is afraid and pro­bab­ly hiding somewhere.

He does not show hims­elf, he is not sure that he is not in Moscow, he calls from some­whe­re to beg for something.

He knows some­thing, he’s afraid becau­se he crea­ted this thre­at, all the evil, all the los­ses, all the hat­red, he’s the one and the lon­ger he can keep run­ning bet­ween his bun­kers, the more you lose, you all lose.

What are we going to do? We are Ukrai­ni­ans defen­ding our coun­try. We will defend our free­dom. We will not be silent and will not be inactive.

It will be our vic­to­ry in this war, unequivocally. 

And what will you do until that?

The lon­ger your [addres­sing rus­si­ans in rus­si­an] tro­ops are on ukrai­ni­an soil, the more dest­ruc­tion they will bring to Rus­sia, the lon­ger this per­son is in the Krem­lin, the big­ger the dis­as­ter will be.

Now I’ll switch to my nati­ve lan­guage. Thank you to our sol­di­ers Thank you to ever­yo­ne who is now defea­ting the occu­p­iers. Thank you to the air for­ce for pro­tec­ting our ski­es. Glo­ry to Ukraine.

We will Win.

Elo­quent wie am Tag des Kriegs­be­ginns, als sich Selen­skyj eben­falls auf rus­sisch, auf social media, an die rus­si­sche Bevöl­ke­rung gewandt hat. Also an Anwäl­te, Ärz­te, Tik­to­ker, Künst­ler, Müt­ter und Väter - jetzt auf die Stra­ßen zu gehen und solan­ge nicht weg­zu­ge­hen, bis sich Putin mit der Ukrai­ne an einen Ver­hand­lung­tisch setzt. Auf rus­sisch, auf Tele­gram. Wir erin­nern uns, der Stan­dard titel­te, Selen­skyj sucht den Frie­den. Drei Stun­den spä­ter flo­gen die ers­ten Rake­ten.

Was für ein Frie­dens­held die­ser Selen­skyj doch ist. Ein Garant des Friedens.

Dann heu­te lie­ber doch nur einen Satz aus sei­ner Rede in den deutsch­spra­chi­gen Medi­en dru­cken. Irgend­was Unverfängliches…

edit: Hey! Der Stan­dard über­rascht und bringt dies­mal mehr! Wie kommts? Die Ukrai­ni­sche Regie­rung hat aus­ge­wähl­te Tei­le der Rede auf Eng­lisch auf Twit­ter veröffentlicht.

Die unendlichen Vorteile Russlands sich selbst zu delegitimieren

24. Juni 2023

und mit einer Söld­ner­ar­mee Rich­tung Mos­kau zu marschieren.

Gehn wir sie doch der Rei­he mal durch.

- Dele­gi­ti­mie­rung der rus­si­schen Füh­rungs­eli­ten check
- Eröff­nung einer Quer­front mit­ten in einer ukrai­ni­schen Gegen­of­fen­si­ve check
- Ver­un­si­che­rung der rus­si­schen Streit­kräf­te an der Front und über die gesam­te Füh­rungs­struk­tur hin­weg check
- Dele­gi­ti­mie­rung der Struk­tu­ren rus­si­scher Mili­tär­macht im glo­ba­len Süden, durch die meu­tern­de schil­lern­de Per­sön­lich­keit selbst check
- Ver­öf­fent­li­chung der Marsch­rou­te auf west­li­chen Social Media Kanä­len check
- Auf­split­te­rung der Ope­ra­ti­ons­pla­nung in mit­ten einer Gegen­of­fen­si­ve check
- Aus­dün­nung der Ver­tei­di­gungs­kraft der Rus­sen im Süden der Ukrai­ne wo dem­nächst der Über­gang über den Dnjpr so sehr trock­net, dass du da mit San­da­len drü­ber­hüp­fen kannst. In weni­gen Wochen. check
- Russ­land das jetzt ande­re Pro­ble­me hat als sich um 15km weg­ge­schwemm­te Minen­gür­tel und neue Stel­lun­gen im Süden zu sor­gen. check
- Ver­un­si­che­rung der Krim­be­völ­ke­rung bezüg­lich der Legi­ti­mi­tät des rus­si­schen Macht­an­spruchs, wäh­rend ihr das Was­ser aus­geht. check
- Den dümms­ten Trot­tel aller Zei­ten für eine Rebel­len­ope­ra­ti­on aus­ge­wählt - wenn er das was er aktu­ell behaup­tet tat­säch­lich ernst meint. check

Pri­go­schin - paraphrasiert:

Wir mar­schie­ren nur gera­de gegen Mos­kau, weil Schoi­gu, der geflo­hen ist wie eine Frau, mich und mei­ne Män­ner mit Rake­ten beschos­sen hat, wor­auf ich sie dazu gebracht habe zu meu­tern, nach­dem ich 2000 Lei­chen auf­ge­bart habe um sie zu moti­vie­ren, und wir haben eine der 10 größ­ten rus­si­schen Städ­te ein­ge­nom­men, weil wir ja immer noch auf der Sei­te von Putin sind, aber gegen Schoi­gu mar­schie­ren, weil ich dann den­ke - nach dem Powerstrugg­le von der rus­si­schen Füh­rung mit offe­nen Armen zum obers­ten Mili­tär­füh­rer beru­fen zu wer­den, weil ich mich durch mei­ne ratio­na­le und stra­te­gi­sche Ope­ra­ti­ons­füh­rung auch so sehr dafür emp­foh­len habe, dass da eigent­lich alle der sel­ben Mei­nung sein wer­den, wäh­rend denen gar kei­ne Wahl bleibt. Dess­halb bin ich auch auf das Nar­ra­tiv auf­ge­sprun­gen, dass Russ­land mas­sen­haft sei­ne eige­nen Sol­da­ten tötet, was ja wirk­lich eine Schan­de ist, und was wir bei Wag­ner nie­mals selbst machen würden ---”

wobei einen gro­ßen Vor­teil hat das natür­lich. Man bekommt als Pri­go­schin end­lich sei­ne Home Sto­ry im Stan­dard! click

edit: Ah, gleich die nächs­te Home­sto­ry hinterher:
“Tod oder Frei­heit” – Wagner-Söldner im Gespräch mit dem STANDARD

- Nach der “voll­kom­men ratio­na­len” Akti­on im Sin­ne sei­ner Ein­heit, noch kurz ver­laut­ba­ren “Wir wer­den alles um uns her­um zer­stö­ren”, weil man ja damit rech­net in Mos­kau zum nächs­ten Mili­tär­füh­rer ernannt zu wer­den. check

- Kiews Pro­pa­gan­da zu för­dern, dass man in der Ukrai­ne davon aus­ge­he, dass sich Russ­land seit heu­te im Bür­ger­krieg befin­de. check

Ich wür­de sagen, noch nie war eine ver­deck­te Akti­on Mos­kaus so ein­deu­tig als sol­che zu erken­nen, oder?

Also Freun­de eines nicht all­zu­lan­gen Auf­rei­bungs­krie­ges, es geht wohl dem­nächst auf die Krim, denn das von Wag­ner ein­ge­nom­me­ne Ros­tow am Don ist ein wich­ti­ger Ver­sor­gungs­hub der selbigen.

Schoi­gu habe ange­ord­net, die Lei­chen von 2.000 Wagner-Kämpfern in einer Lei­chen­hal­le zu ver­ber­gen, sag­te Pri­go­schin wei­ter. “Wir waren bereit, Zuge­ständ­nis­se an das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um zu machen, unse­re Waf­fen abzu­ge­ben”, sag­te Pri­go­schin. Den­noch hät­ten “sie Rake­ten­an­grif­fe auf unse­re hin­te­ren Feld­la­ger ausgeführt”.

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Sei­ne 25.000 Män­ner wer­den nun auf­klä­ren, war­um solch eine Will­kür im Land herr­sche. “Wer ver­sucht, uns Wider­stand zu leis­ten, den wer­den wir als Bedro­hung betrach­ten und sofort töten”, droh­te Pri­go­schin. Sei­nen Anga­ben zufol­ge ist Schoi­gu extra an die nahe der ukrai­ni­schen Gren­ze gele­ge­ne Mil­lio­nen­stadt Rostow-am-Don gekom­men, um die Ope­ra­ti­on zur Ver­nich­tung Wag­ners zu lei­ten. “Um 21.00 Uhr ist er geflo­hen - fei­ge wie ein Weib - um nicht zu erklä­ren, war­um er Hub­schrau­ber hat abhe­ben und Rake­ten­schlä­ge durch­füh­ren las­sen, um unse­re Jungs zu töten. Die­ses Biest wird auf­ge­hal­ten”, so Prigoschin.

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Der ist nicht mehr in Euro­pa, oder?

edit: Man­gott kom­men­tiert die Situation.

edit2: Ende einer fröh­li­chen Expe­di­ti­on Rich­tung Moskau?

Pri­go­schin will offen­bar nicht wei­ter vorrücken

Das wären spek­ta­ku­lä­re Nach­rich­ten: Nach Anga­ben des bela­rus­si­schen Prä­si­den­ten­bü­ros hat Wagner-Chef Pri­go­schin zuge­stimmt, die Trup­pen­be­we­gun­gen der Wagner-Söldner in Russ­land ein­zu­stel­len. Eine Bestä­ti­gung von Pri­go­schin selbst gibt es dazu vor­erst nicht.

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edit3: Gegen­tei­li­ge PR Mel­dun­gen gehen gera­de auf Twit­ter rum.

edit4: Medu­za hat bestätigt:

Nun ist die Bestä­ti­gung da

Dem Medi­um “Medu­za” zufol­ge bestä­tigt Pri­go­schin, nicht mehr wei­ter vor­rü­cken zu wol­len. Die Wagner-Söldner dre­hen einer Audio-Botschaft von Pri­go­schin zufol­ge um.

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edit5: Die Wie­ner Zei­tung hat den Kontext:

Der rus­si­sche Mili­tär­un­ter­neh­mer Jew­ge­ni Pri­go­schin beor­dert sei­ne Wagner-Truppen zurück in ihre Stütz­punk­te. Damit wol­le er Blut­ver­gie­ßen ver­mei­den, heißt in einer Audio-Botschaft von Pri­go­schin am Sams­tag. Nach den Anga­ben des bela­rus­si­schen Prä­si­di­al­bü­ros hat­te sich Pri­go­schin zuvor bereit erklärt, den Vor­marsch sei­ner Kämp­fer in Russ­land zu stop­pen. Er sei zu einer Dees­ka­la­ti­on der Situa­ti­on bereit, erklärt das Büro auf sei­nem offi­zi­el­len Kanal beim Kurz­nach­rich­ten­dienst Telegram.

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edit6: Hier noch ein Vorteil:

WP: U.S. spies lear­ned in mid-June Pri­go­zhin was plan­ning armed action in Russia

edit7: Tcha­ka­rowa sieht es anders: click

When a media hitpiece goes slightly wrong

22. Juni 2023

You fix it in post by picking the deci­ded­ly most unflat­te­ring thumb­nail imaginable.