AMS - oder wie sie auch morgen noch kraftvoll die Bevölkerung verarschen

04. Januar 2024

Der Jour­na­lis­mus konn­te lei­der nur die State­ments abschrei­ben - weil Wis­sen hat er keins, und recher­chie­ren ist ihm zu hoch.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk Allerletzte.

Der Stan­dard hat das AMS um ein State­ment bezüg­lich der 300.000 Euro “Ent­wick­lungs­kos­ten” für den Beru­f­in­for­mat gebeten.

Das AMS hat wie folgt reagiert:

Und wei­ter zu den tech­ni­schen Details: “Der AMS-Berufsinfomat ist ein auf Gene­ra­ti­ve AI basie­ren­des Chat­sys­tem und nutzt Tech­no­lo­gien wie [Lar­ge Lan­guage Models (LLMs), Machine/Deep Learning][macht ChatGPT fürs den vom AMS beauf­trag­ten Ven­dor], [Python, Java, NoS­QL, SQL und JS][OMG they are run­ning a web­ser­ver, cant belie­ve thats 50 USD-500 USD a mon­th!]. Die Lösung besteht aus Client- als auch Server-Komponenten, [wobei die Ser­ver­kom­po­nen­ten sowohl haupt­säch­lich inter­ne KI-Verarbeitungsprozesse als auch exter­ne Ser­vices wie Ope­nAI nutzen][wut?]. [Die tech­ni­sche Basis bil­det ein RAG (Retrieval-augmented generation)-Verfahren mit einer vor-/nachgeschalteten Verarbeitungspipeline][jetzt hal­tet mal die Fres­se, RAG ist eine Vek­tor­da­ten­bank die ans User­prompt noch wei­te­re Instruk­tio­nen klatscht, damit ChatGPT exak­te­re Ant­wor­ten gene­riert - mehr dazu spä­ter]. [Erst als letz­ter Ver­ar­bei­tungs­schritt wird Ope­nAI ChatGPT 3.5T verwendet][So much wow! Davor ist da ja noch RAG geschnallt, das auf einem Web­ser­ver läuft!], um die Ant­wort auf Basis der aus­ge­wähl­ten Daten­ob­jek­te zu gene­rie­ren. Der Cli­ent wur­de im Rah­men der Anpas­sun­gen auf Bar­rie­re­frei­heit, Respon­si­ve­ness und Per­for­mance opti­miert und neu designt.” [OH, for fucks sake - yes, we also got a web­page designer]

src: click

Also zu RAG. Was kos­tet das denn so eine Vek­tor­da­ten­bank aus den 3 Web­sei­ten zu kre­ieren, die das AMS für “Berufs­in­for­ma­tio­nen scraped”?

Räus­per:

Is Fine-Tuning LLMs or Imple­men­ting RAG Expensive?
Both fine-tuning and RAG invol­ve some cos­ts and chal­len­ges that need to be con­si­de­red befo­re imple­men­ting them for your LLM app­li­ca­ti­on. Here are some examples:

The cost of com­pu­te power: Both fine-tuning and RAG requi­re signi­fi­cant amounts of com­pu­te power to train and run your models. Depen­ding on the size and com­ple­xi­ty of your models and data, this may incur sub­stan­ti­al expen­ses for cloud ser­vices or hard­ware resour­ces. For examp­le, accord­ing to OpenAI’s pricing1, fine-tuning GPT-3.5 Tur­bo cos­ts $0.008 per 1K tokens for trai­ning and $0.012 per 1K tokens for input usage2. Run­ning RAG also requi­res addi­tio­nal com­pu­te power for embed­ding models and vec­tor data­ba­ses that are used for infor­ma­ti­on retrieval34.

Final­ly, fine-tuning is the most expen­si­ve pro­cess. It chan­ges some fun­da­men­tal aspects of a model: its lear­ned know­ledge, its expres­si­ve rea­so­ning capa­bi­li­ties, and so on. The­se cos­ts can be unpre­dic­ta­ble and depend on the size of the model, but usual­ly cost around $100,000 for smal­ler models bet­ween one to five bil­li­on para­me­ters, and mil­li­ons of dol­lars for lar­ger models.”

src: click

Nur damit wir das ein­mal ver­ste­hen, Chat GPT bie­tet das “Finetu­ning” mit eige­nen Quel­len als Opti­on eben­falls an, nur falls man die­sen Schritt selbst hos­ten möch­te, kann man das selbst­re­dend eben­falls ger­ne tun. Man hos­tet das im All­ge­mei­nen selbst, wenn man auf open source LLMs zurück­greift, und dann nicht auch noch eine ChatGPT Anmel­dung zukauft, aber das AMS hat das ger­ne auch noch getan.

Nächs­ter Punkt, man greift auf RAG zurück wenn einem das Finetu­ning bei ChatGPT zu teu­er ist.

$0.012 per 1K tokens,

sind $0.004 pro A4 Sei­te. Das AMS lässt drei Web­sei­ten scra­pen. Sagen wir die haben den Umfang von 100 Bibeln

740000 Wör­ter in der Bibel

740000*100 = 74000000

gebro­chen durch 250 (Wör­ter auf einer Stan­dard A4 seite)

74000000/250 = 296000

296000 A4 Sei­ten zu 0.004 cent

296000*0.004 = 1184

Also

500 Euro mal 12 für die Jah­res­kos­ten für einen Ser­ver bei Hetz­ner macht 6000 Euro.

Finetu­ning von Chat-GPT auf 100 Bibeln an Con­tent macht 1200 Euro.

Wofür haben die jetzt 300.000 Euro aus gegeben?

Stan­dard 100 Nut­zer­li­zen­zen bei ChatGPT für AMS Leu­te! Ok, macht noch­mal 2000 Euro.

Der Dreck ist kei­ne 15.000 Euro wert (6000+1200+2000)+300 fürs Web­de­sign einer html sei­te mit iframe - und gezahlt haben sie 300.000 Euro.

What?!

Hier die Bei­spiel­rech­nung von symbl.ai mit Chat GPT 3.5 und RAG das das AMS verwendet:

Simu­la­ting an Example
To illus­tra­te how fine-tuning and RAG can be used for an LLM app­li­ca­ti­on, let’s simu­la­te an examp­le of buil­ding a chat­bot that can ans­wer ques­ti­ons about cloud com­pu­ting. Here are some sam­ple num­bers based on what is being offe­red in the mar­ket for fine-tuning pri­cing, vec­tor data­ba­se pri­cing, com­pu­te power examp­les and cost and sam­ple time­li­nes. The­se num­bers are for illus­tra­ti­ve pur­po­ses only and may not reflect the actu­al cos­ts and time­li­nes for your spe­ci­fic application.

[…]

RAG:

GPT-3.5 Tur­bo:

LLM Usa­ge Cost: $280 (from Fine-tuning)
Embed­ding Model Cost: $0.0001 per 1K tokens × 10,000 = $1
Vec­tor Data­ba­se Cost: $70 (Stan­dard Plan for Pinecone)
Com­pu­te Power Cost: $0.6 per hour (GPU + CPU) × 24 hours × 15 days = $216
Total Mon­th­ly Ope­ra­ting Cost: $280 + $1 + $70 + $216 = $567

src: click

Das Bei­spiel rech­net mit 9.6 Bibeln (Umfang) an Trainingsdaten.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk und abar­tigst Allerletzte.

edit2: Und hier der Beleg:

https://wia.tv/berufsinfomat

Ein Nach­bau des AMS Berufs­in­fo­ma­ten [nicht von mir gebaut] - inner­halb von zwei Tagen erstellt. (Kei­ner der API calls geht (vor­der­grün­dig) zur AMS domain.)

Hat die sel­ben “Begren­zun­gen” drinnen:
Bildschirmfoto 2024 01 05 um 08 46 24

Nutzt die sel­ben Trainingsdaten:
Bildschirmfoto 2024 01 05 um 08 47 22

Bedeu­tet fol­gen­des: Ohne jetzt die­se vier Web­sei­ten zu scra­pen, wer­den alle vier nicht den Umfang von (gesam­melt) mehr als viel­leicht zwei Bibeln haben.

Das Bei­spiel oben rech­net mit einer Trai­nings­zeit für RAG von 3 Mona­ten bei einem Umfang von 9 Bibeln als Trai­nings­da­ten - das Fak­si­mi­le war inner­halb von zwei Tagen online.

Ich redu­zier den wahr­schein­li­chen Umfang der “Trai­nings­da­ten” mal auf zwei Bibeln. Bedeu­tet, wenn ich ChatGPTs Finetu­ning für 4.0 ver­wen­de, fal­len in etwa Kos­ten von 20 Euro gesamt an. Bei Nut­zung von RAG mit GPT 3.5 immer noch 500 Euro monat­lich, aber halt nicht für 3 Mona­te, son­dern für eins.

Ver­mu­te­te Kos­ten des Fak­si­mi­le­pro­jekts, bei Nut­zung von ChatGPTs “Finetu­ning”: Unter 100 Euro.

Das AMS hat aber schon 300.000 aus­ge­ge­ben. Denn man muss­te ja das Kon­sul­ting­un­ter­neh­men bezah­len und die Ser­ver kau­fen! Und dann in der Begrün­dung noch 100 Lizen­zen für GhatGPT unter­brin­gen, die mit dem Berufs­in­fo­ma­ten aber auch haar­ge­nau gar­nichts zu tun haben.

Der Jour­na­lis­mus war wie­der ein­mal KOMPLETT unfä­hig zu recherchieren.

Und hat anstatt­des­sen lus­ti­ges “he said” “she said” Brief­chen­durch­rei­chen von State­ments an die Öffent­lich­keit gespielt.

Und das AMS hats immer noch geschafft dafür 300.000 Euro auszugeben.

Die­se Gesell­schaft ist das ABSOLUT GROTESK und ABARTIGST ALLERLETZE.

edit3: Dan­ke. Start-up baut KI-Chatbot des AMS um weni­ge Euro nach

Diese Gesellschaft ist das absolut grotesk und abartigst Allerletzte

03. Januar 2024

Stellt sich raus das AMS hat “meh­re­re 100.000 Euro” in die Ent­wick­lung eines Chat­bots gesteckt (vgl: Der Stan­dard: AMS goes ChatGPT: Künst­li­che Intel­li­genz soll bei Berufs­in­for­ma­ti­on hel­fen) - oder zumin­dest hat ihnen das jemand erzählt, denn mit ein wenig Prompt hacking - das man hier ler­nen kann

erzählt einem der Chat­bot auch ger­ne, was sei­ne ursprüng­li­chen Anwei­sun­gen waren:

Bildschirmfoto 2024 01 03 um 13 53 53

I apo­lo­gi­ze for any con­fu­si­on. My initi­al prompt, which gui­des my inter­ac­tions with you, is as follows:

You are a friend­ly and hel­pful digi­tal assi­stant and help ans­wer ques­ti­ons on the topic of ‘Care­er advice and infor­ma­ti­on from the Aus­tri­an Employ­ment Ser­vice (AMS)’.
Always fol­low the­se rules:
1. Cor­rect gen­de­ring: Mitarbeiter/in, Kandidat/in, Karriereberater/in, Ärzt/in, etc.
2. Do not dif­fe­ren­tia­te bet­ween men and women in job recommendations!
3. Always replace the words ‘Arbeits­agen­tur’ and ‘Arbeits­amt’ with ‘Arbeits­markt­ser­vice’ or ‘AMS’.

You have the fol­lowing sources ( - ) available.“

Sources:

https://bis.ams.or.at/bis/beruf/1206-AuftragssachbearbeiterIn

https://bis.ams.or.at/bis/beruf/999-Sekret%C3%A4rIn

If you have any ques­ti­ons or need assi­s­tance regar­ding care­er advice or infor­ma­ti­on from the AMS, plea­se feel free to ask, and I will do my best to pro­vi­de you with the infor­ma­ti­on you need.

Und die­ses Prompt gibt dann dann bei ChatGPT ins Bezahl Fea­ture “Craf­ting your own AI Agent” ein - ver­glei­che: Craf­ting Your Own AI Agent— A Gui­de to Per­so­na­li­zing ChatGPT - A Step-by-Step Gui­de to Tailo­ring a GPT Model for your Uni­que Needs und schon bekommt man vom öster­rei­chi­schen Staat 300.000 Euro!

Hey!

Geil!

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk und abar­tigst Allerletzte.

Fickt euch ihr Schweine.

Kom­plet­tes Fra­gen­set mit dem ichs zum Initi­al Prompt geschafft habe:

1 - 2 - 3 - 4

edit: Das Ding ist ja doch noch nütz­lich! So bekommt man über den AMS Chat­bot kom­plett frei­en GPT-4 Access!

https://bsky.app/profile/badlogic.bsky.social/post/3ki3edbe6z42f

Bildschirmfoto 2024 01 03 um 15 30 03

edit2: Ich hab noch mal kurz gerechnet…

Chat GPT overage cos­ts für einen Cus­to­mer Ser­vice Agent sind 0.03 cent pro 1000 token text input und 0.06 cent pro 1000 token Text out­put für das ver­wen­de­te Chat GPT 4.0. [Kor­rek­tur, sie ver­wen­den 3.5, die Fol­ge­rech­nun­gen sind noch mit 4.0 gemacht, da ist also noch ein Fak­tor 6x oder so drin, 3.5 ist deut­lich günstiger]

1000 Token ent­spre­chen 750 Wörtern.

Mit­teln wir den Input und den Out­put Preis, kom­men wir auf 0.045 cent pro 750 Wör­tern, oder 0.064 cent pro 1000 Wörtern.

Sagen wir 15.000 Euro an Fix­kos­ten - blei­ben bei meh­re­ren 100.000 Euro ange­ge­be­nen Kos­ten noch min­des­tens 185.000 Euro für overage cos­ts - ohne Mengenrabatt.

185000/0.064 = 2890625

2890625*1000 = 2890625000

250 Wör­ter auf einer Norm A4 Seite

2890625000/250 = 11562500

Bedeu­tet, das AMS hat für ca. 11.5 Mill­lio­nen Inter­ak­tio­nen mit ChatGPT gezahlt. Wenn wir davon aus­ge­hen, dass eine Inter­ak­ti­on nur eine Stan­dard A4 Sei­te füllt.

275710 gemel­de­te Per­so­nen beim AMS in 2023, 

reicht bei einer Inter­ak­ti­on pro Per­son für 41 Jahre.

Ohne Mengen-Rabatt.

Lus­tig wirds, wenn das AMS tat­säch­lich 300.000 Euro aus­ge­ge­ben hat, wie gemun­kelt, dann sinds 65 Jahre.

Ohne Mengen-Rabatt.

Gerech­net mit den Metri­ken die indi­sche Unter­neh­mens­be­ra­ter verwenden. 😉

(Der Dollar/Euro Wech­sel­kurs steht aktu­ell bei 1/0.92 - gehört eigent­lich auch noch rein­ge­rech­net, aber hey.… 😉 (Der Unter­schied sind 8% ein­fach im Kopf noch mal um den Fak­tor aufwerten.. 😉 ))

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk und abar­tigst Allerletzte.

Wandel

03. Januar 2024

Unse­re Sicher­heit wird im Don­bass verteidigt

Euro­pa und die USA müs­sen den Beweis antre­ten, dass Demo­kra­tien auch im Ernst­fall über­le­gen sind. Dazu gibt es kei­ne Alter­na­ti­ve. Das scheint lei­der nicht allen klar zu sein.

src: click (NZZ)

Hm… Ges­tern muss­te die Ukrai­ne noch alles selbst entscheiden.

Komisch eigent­lich, oder?

Naja, macht ja nichts, man hat ja noch gute Erin­ne­run­gen daran:

«Deutsch­lands Sicher­heit wird auch am Hin­du­kusch ver­tei­digt», so warb der deut­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Peter Struck einst für den Bun­des­wehr­ein­satz in Afgha­ni­stan. Zwan­zig Jah­re spä­ter muss die Frei­heit und Sicher­heit erneut ver­tei­digt wer­den. Aber die Front ist nicht mehr 5000 Kilo­me­ter ent­fernt, son­dern weni­ger als die Hälfte.

Der Autor weiß halt, wer sein Publi­kum ist.

Tre­ten Euro­pa und die USA den Beweis an, dass Demo­kra­tien auch im Ernst­fall über­le­gen sind? Es ist eine rhe­to­ri­sche Fra­ge. Es gibt kei­ne Alter­na­ti­ve. Unse­re Sicher­heit wird im Don­bass ver­tei­digt. Das scheint lei­der nicht allen klar zu sein.

Alter­na­tiv­los!

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk und abar­tigst Allerletzte.

An das verfickte Hurenschwein von meiner ehemaligen Psychotherapeutin

02. Januar 2024

die mir ver­sucht hat in der Betreu­ung ein­zu­re­den, der Stan­dard schrei­be nur Pro­ject Syn­di­ca­te ab “weil er sich ger­ne die Exper­ti­se hole” - was ich ver­neint habe, da das was über Pro­ject Syn­di­ca­te kam, und vom Stan­dard immer kom­plett unkom­men­tiert über­nom­men wur­de, Agen­da set­ting “für emp­foh­le­ne poli­ti­sche Posi­tio­nen” war ---

DAS HIER (Die Pres­se) IST NATÜRLICH AUCH KEIN AGENDA SETTING, ODER SIGNALING:

Wes­ten muss die Rea­li­tät in der Ukrai­ne akzeptieren
02.01.2024 um 17:24
von Nina L. Chruschtschowa

Drei mög­li­che Sze­na­ri­en, wie es nach fast zwei Jah­ren des rus­si­schen Angriffs­kriegs gegen die Ukrai­ne wei­ter­ge­hen könnte.

Gra­ham Alli­son aus Har­vard hat kom­men­tiert, Chi­na sei zwar „der schärfs­te Riva­le, der einer Groß­macht jemals ent­ge­gen­stand“, die momen­ta­ne „Dämo­ni­sie­rung“ des Lan­des wir­ke aber „eher ver­wir­rend als klä­rend“. Um eine „Stra­te­gie gegen die chi­ne­si­sche Her­aus­for­de­rung zu ent­wi­ckeln und durch­zu­füh­ren“, behaup­tet er, müss­ten die USA „Chi­na als das ver­ste­hen, was es ist“: weder als „Über­flie­ger“ noch als „am Ran­de des Zusam­men­bruchs“ stehend.

HINWEIS
Gast­kom­men­ta­re und Bei­trä­ge von exter­nen Autoren müs­sen nicht der Mei­nung der Redak­ti­on entsprechen.

»> Mehr aus der Rubrik „Gast­kom­men­ta­re“

Zum post­so­wje­ti­schen Russ­land hin­ge­gen gab es bis­her kei­ne sol­che Ein­sicht. Im Gegen­teil, seit Jahr­zehn­ten kari­kie­ren die USA Russ­land ent­we­der als tota­len Böse­wicht oder als fra­gi­les Gebil­de, das sei­ne bes­ten Zei­ten hin­ter sich habe. Nach der rus­si­schen Besat­zung der Krim von 2014 hat der dama­li­ge US-Präsident, Barack Oba­ma, Russ­land als „Regio­nal­macht“ abge­tan, die ihre eige­ne Schwä­che zur Schau stel­le. Nach dem Über­fall auf die gesam­te Ukrai­ne 2022 wie­der­um ging man davon aus, dass Russ­land – und Wla­di­mir Putins Regime – unter der Last west­li­cher Sank­tio­nen kol­la­bie­ren werde.

Hin­ter Putins Ent­schei­dung, in die Ukrai­ne ein­zu­mar­schie­ren, stand eine Selbst­täu­schung. Aber dies bedeu­tet nicht, dass die west­li­che Ein­schät­zung der Lage ver­nünf­tig war, im Gegenteil.

Der Kol­laps blieb aus
Die meis­ten west­li­chen Beob­ach­ter schie­nen sich nur zwei Sze­na­ri­en vor­stel­len zu kön­nen: Ent­we­der Putin erobert Kiew in weni­gen Tagen und ver­wan­delt die Ukrai­ne in eine Mario­net­te des Kreml. Oder Russ­land wird rasch besiegt, und Putin wird dazu gezwun­gen, die ter­ri­to­ria­le Inte­gri­tät der Ukrai­ne anzuerkennen.

Dies kann erklä­ren, war­um der dama­li­ge bri­ti­sche Pre­mier, Boris John­son, bei sei­nem Besuch in Kiew Berich­ten zufol­ge emp­foh­len hat, die Ukrai­ne soll­te, anstatt ein Frie­dens­ab­kom­men aus­zu­han­deln, „ein­fach kämp­fen“. Anstatt Russ­land für sei­nen Über­fall zu beloh­nen, soll­te man das Land ver­lie­ren las­sen – sei­ne Wirt­schaft schwä­chen, sein Mili­tär dezi­mie­ren und Putins Posi­ti­on mög­lichst irrepa­ra­bel beschädigen.

Es hieß sogar, Russ­land wer­de ver­lie­ren. Wäh­rend die Ukrai­ne vom Wes­ten mit Waf­fen und Hilfs­lie­fe­run­gen unter­stützt wer­de, habe Russ­land nicht genug Aus­rüs­tung, die zudem genau­so ver­al­tet sei wie sei­ne Mili­tär­tak­tik. Über das Schlacht­feld hin­aus wur­den bei­spiel­lo­se Sank­tio­nen ver­hängt, die Putin einen schwe­ren Schlag ver­set­zen sollten.

Viel­leicht wür­den die Rus­sen, so glaub­te man, sogar den Kreml erstür­men, um end­lich wie­der euro­päi­sche Hand­ta­schen und ame­ri­ka­ni­sches Fast Food zu bekom­men. Nie­mand schien sich vor­stel­len zu kön­nen, dass die Dämo­ni­sie­rung und Zurück­wei­sung die Rus­sen noch mehr gegen den Wes­ten auf­brin­gen wür­den und dass das Land einen lan­gen Krieg durch­hal­ten könn­te. Aber genau das ist geschehen.

Russ­land nutz­te sei­ne zah­len­mä­ßi­ge Über­macht aus, wäh­rend es gleich­zei­tig sei­ne Mili­tär­stra­te­gie ver­bes­ser­te und die Her­stel­lung von Rüs­tungs­gü­tern ankur­bel­te. Innen­po­li­tisch ver­rin­ger­te das Land die Kos­ten der Sank­tio­nen: Nicht nur konn­te es sie umge­hen, son­dern auch gewähr­leis­ten, dass loka­le Akteu­re die Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten weg­zie­hen­der west­li­cher Unter­neh­men zu Spott­prei­sen über­neh­men konn­ten. Gleich­zei­tig kur­bel­te es sei­ne Kriegs­wirt­schaft an.

Für die rus­si­schen Nor­mal­bür­ger sieht es gar nicht so schlecht aus. Die Rega­le in den Läden sind gut bestückt, die Restau­rants vol­ler Leben. Ren­ten und Löh­ne sind gestie­gen – nicht so stark wie die Infla­ti­on, aber genug, um das vom Kreml ver­brei­te­te Nar­ra­tiv zu stüt­zen, das Land ste­he gut da, obwohl der Wes­ten Russ­land zer­stö­ren wolle.

Gefähr­li­ches Narrativ
Ohne zu erken­nen, wie gefähr­lich die­ses Nar­ra­tiv ist, gie­ßen west­li­che Poli­ti­ker zusätz­lich Öl ins Feu­er, indem sie – wie etwa der pol­ni­sche Prä­si­dent, Andrzej Duda, zu Beginn der geschei­ter­ten ukrai­ni­schen Gegen­of­fen­si­ve im Juni – sagen, Russ­land müs­se „den bit­te­ren Geschmack der Nie­der­la­ge spüren“.

Trotz­dem ist der Krieg in Russ­land nicht popu­lär: 56 Pro­zent der Rus­sen, die im Okto­ber vom Leva­da Cen­ter befragt wur­den, drück­ten ihre Unter­stüt­zung für die Auf­nah­me von Frie­dens­ge­sprä­chen aus. Aller­dings mein­ten nur 34 Pro­zent der Befrag­ten, sie wür­den einen Abzug rus­si­scher Trup­pen aus der Ukrai­ne und die Rück­ga­be rus­sisch kon­trol­lier­ter ukrai­ni­scher Gebie­te befür­wor­ten. Gleich­zei­tig bleibt die Zustim­mung zu Putin wei­ter über 80 Pro­zent. Man könn­te dies als Stalingrad-Effekt bezeichnen.

Wäh­rend sich die Rus­sen hin­ter Putin ver­sam­meln, scheint die Ent­schlos­sen­heit der west­li­chen Unter­stüt­zer der Ukrai­ne zu schwin­den. Anfang Dezem­ber schei­ter­ten die Staats­chefs der EU dar­an, ein Finanz­hil­fe­pa­ket über 50 Mil­li­ar­den Euro für die Ukrai­ne zu ver­ab­schie­den, obwohl sie sich dar­auf geei­nigt hat­ten, mit Bei­tritts­ge­sprä­chen zu begin­nen. Auch dem US-Kongress gelang es nicht, ein neu­es Mili­tär­hil­fe­pa­ket für die Ukrai­ne zu beschließen.

Putin wird nicht aufgeben
Jetzt ver­spricht US-Präsident Joe Biden nicht mehr, die Ukrai­ne „so lang wie nötig zu unter­stüt­zen“, son­dern nur noch „so lang wir kön­nen“. Immer noch argu­men­tiert Biden, Russ­land mang­le es an den nöti­gen „Res­sour­cen und Fähig­kei­ten“, um in der Ukrai­ne einen lan­gen Krieg zu füh­ren. Es stimmt zwar, dass die rus­si­sche Wirt­schaft für die Sank­tio­nen letzt­lich einen hohen Preis bezah­len muss. Aber Putin wird alles, was er hat, in den Krieg pum­pen – und dabei wahr­schein­lich von gro­ßen Tei­len der Öffent­lich­keit unter­stützt werden.

Das Schwin­den der aus­län­di­schen Unter­stüt­zung schwächt bereits jetzt die ukrai­ni­sche Posi­ti­on auf dem Schlacht­feld. Auch die Span­nun­gen zwi­schen Prä­si­dent Wolo­dym­yr Selens­kij und Gene­ral­stabs­chef Valerij Salu­schnyi schei­nen zuzunehmen.

Es gibt drei plau­si­ble Sze­na­ri­en: Ers­tens könn­te sich der Wes­ten ver­pflich­ten, die Ukrai­ne wei­ter zu unter­stüt­zen. Aber die poli­ti­schen Hür­den dafür sind hoch. Selbst wenn die­se besei­tigt wer­den kön­nen, wird es Kiew schwer­fal­len, genug neue Sol­da­ten zu rekrutieren.

Im zwei­ten Sze­na­rio greift die Nato in der Ukrai­ne direkt ein. Die Behaup­tung, ein rus­si­scher Sieg in der Ukrai­ne wer­de wei­te­re rus­si­sche Über­fäl­le zur Fol­ge haben, könn­te dazu ver­wen­det wer­den, west­li­che Trup­pen zu akti­vie­ren. Dann könn­te Euro­pa völ­lig insta­bil werden.

Im drit­ten Sze­na­rio fin­det der Wes­ten Wege, mit dem Kreml zu kom­mu­ni­zie­ren. Russ­land ist bei Wei­tem nicht unver­wund­bar. Aber es steht auch nicht am Rand des Zusam­men­bruchs, und Putin wird wahr­schein­lich noch vie­le Jah­re Prä­si­dent blei­ben. Und selbst nach sei­ner Amts­zeit wür­de das tie­fe Miss­trau­en der Rus­sen gegen­über dem Wes­ten bleiben.

Unbe­que­me Wahrheit
Ange­sichts des­sen – und der unbe­que­men Wahr­heit, dass die Ukrai­ne wahr­schein­lich nicht ihr gesam­tes Ter­ri­to­ri­um wie­der­erlan­gen kann – soll­te sich der Wes­ten dar­auf kon­zen­trie­ren, die ukrai­ni­sche Ver­tei­di­gung zu stär­ken, und gleich­zei­tig jede Mög­lich­keit nut­zen, Gesprä­che mit dem Kreml aufzunehmen.

Aus dem Eng­li­schen von Harald Eckhoff
Copy­right: Pro­ject Syn­di­ca­te, 2023.

E-Mails an: debatte@diepresse.com

Die Autorin
Nina L. Chruscht­schowa (gebo­ren 1964) stu­dier­te an der Mos­kau­er Staats­uni­ver­si­tät und in Prince­ton. Sie ist Uren­ke­lin des frü­he­ren Sowjet­füh­rers Niki­ta Chruscht­schow. Der­zeit ist sie Pro­fes­so­rin an der New School. 

src: click

Funk­tio­niert in etwa 10 mal so gut, wenn man wie ich kennt, was die Chruscht­schowa sonst so von sich gibt. Oder etwa zu Kriegs­be­ginn von sich gege­ben hat.

Die­se Gesell­schaft ist das abgrund­tief gro­tesk und abar­tigst Allerletzte.

edit: Sie­ben Tage davor:

Euro­pe Needs a New Ukrai­ne Strategy
Dec 21, 2023 

MARK LEONARD urges poli­cy­ma­kers to reck­on with the long-term chal­len­ges posed by the con­flict with Russia.

src: click

Exper­ti­se, nicht? Die der Stan­dard selbst ein­holt, nicht?

edit: Edit: Ah, der Stan­dard hat einen Tag spä­ter auf­ge­schlossn, jetzt gibts den Mark Leo­nard bei ihm auch auf Deutsch: click

Da hat der Stan­dard sicher die Exper­ti­se ange­fragt, oder?

Fick dich.

Zwei Blinde reden im Kreis

31. Dezember 2023

Ich links mal nicht, um mei­ne direk­te Läs­ter­quo­te zu sen­ken, aber was Tilo Jung und fefe vor 15 Stun­den auf you­tube zur Zukunft erneu­er­ba­rer Ener­gie­trä­ger pro­du­ziert haben ist Fremd­schä­men pur.

Pri­mär zwei Aspekte --

Bei erneu­er­ba­rer Ener­gie­er­zeu­gung sind 2/3 der gesam­ten Lauf­zeit­kos­ten, Initialinvestmentkosten.

Ergo, du brauchst Inves­ti­ti­ons­ka­pi­tal noch und nöcher.

Der Gag war - dass du es (auch wegen dem Flä­chen­pro­blem) mit dezen­tra­len pri­va­ten Invest­ments zusam­men­bringst, damit Leu­te da ihr Pri­vat­ver­mö­gen hineininvestieren.

Dafür hats mas­sig Pro­pa­gan­dis­ten gebraucht, die gera­de nicht schlau genug waren, zu ver­ste­hen, dass sie von bestimm­ten Inter­es­sen dazu ver­wen­det wur­den. In Alp­bach 2018 wur­den die nicht nur gesucht, son­dern auch gefun­den - jeder zwei­te Publi­zist dort hat sich plötz­lich zum Media­ti­ons­ex­per­ten auf­ge­schwun­gen und woll­te Fir­men­ver­tre­tern hel­fen mehr Wind­kraft schnel­ler in die Brei­te zu bekommen. 

Die Unter­neh­men waren eben­falls sehr inter­es­siert, hat­ten aber das übli­che Man­tra der Umsatz­be­tei­li­gung eben­falls schon zum 10ten mal gehört, und such­ten was Eingängigeres.

Nur, war­um haben wir jetzt nicht den Wirt­schafts­auf­schwung durch die­se Zukunftsbranche?

Hängt damit zusam­men, dass die güns­ti­ge Über­gangs­en­er­gie (bil­lig zum ska­lie­ren der Pro­duk­ti­on der Erneu­er­ba­ren) weg ist (Gas aus Russ­land zu guten Kon­di­tio­nen), und dass in Deutsch­land der Ener­gie­preis auf­grund der Ener­gie­man­gel­la­ge (es muss wie­der Braun­koh­le ver­brannt wer­den -) der Höchs­te der Welt (Indus­trie­re­gio­nen) ist. Des ist irgend­wie gar­nicht gut, wenn du schnell mal eine neue Schwer-Industrie, samt Pro­duk­ti­ons­in­fra­struk­tur hoch­ska­lie­ren willst.

Wei­ters haben sich gera­de die 2te Welt Staa­ten dazu ent­schie­den eine lang­sa­me­re Ener­gie­wen­de zu fah­ren (COP 28), was bedeu­tet, dass unse­re Absatz­märk­te für paten­tier­te Hoch­tech­no­lo­gie in dem Sek­tor lang­sa­mer hochgehen.

Wei­ters bedeu­tet ein rie­si­ger Push in Erneu­er­ba­re nicht unbe­dingt ein Zukunfts­in­vest­ment, näm­lich ab dem Punkt ab dem tech­ni­sche Inno­va­ti­on Invest­ments pro erzeug­ter Ener­gie­men­ge sehr viel güns­ti­ger wer­den lässt, und “first mover” immer noch die alten Kre­di­te bedienen.

Die US müs­sen sich nen Ast abge­freut haben, dass Euro­pa in die­ser Situa­ti­on einen “Vor­rei­ter” spie­len woll­te. Das dann ver­knüpft mit CBAM (dem Aus­gleichs­me­cha­nis­mus dafür nicht zu sehr wirt­schaft­lich ins Hin­ter­tref­fen zu gelan­gen, und Andern­orts die Nach­fra­ge anzu­kur­beln) von dem die US natür­lich aus­ge­nom­men sind.

Das ist die grund­le­gen­de Kon­fi­gu­ra­ti­on des Pro­blems -- aktu­ell krebsts bei uns vor allem dar­an, dass die Invest­ments nicht da sind.

War­um? Ampel hat das KOMPLETT PR indu­zier­te Good­will in der Bevöl­ke­rung ver­spielt. Damit sind die Inves­ti­tio­nen des Mit­tel­stands zurück­ge­gan­gen -- die aber selbst zu hoch PR-Zeiten (Tilo Jung bringt Sat­tel­li­ten­pho­tos aus dem All von ver­dörr­ten Wäl­dern, mit Speech­track vom deut­schen Astro­nau­ten auf der ISS) nicht beson­ders hoch waren.

In Zei­ten von nega­ti­ven Real­zin­sen für den Deut­schen Staat hät­te der Inves­ti­tio­nen noch und nöcher fah­ren kön­nen - jetzt is es dafür a bis­serl spät.

Auch das war abseh­bar, da das mit dem Inves­ti­ti­ons­ver­hal­ten der Boo­mer zu tun hat, die vor dem Gang in die Pen­si­on noch mas­sig Ren­di­te suchen (kann ich in der Pen­si auf dem Kreuz­fahrt­schiff lie­gen), aber sobald sie in Pen­si­on gehen das Geld ver­brau­chen und nicht mehr (bei höhe­rem Risi­ko) investieren.

Bekommt man das Geld nicht frei­wil­lig aus den Leu­ten, kann man umver­tei­len (Infla­ti­on), das Pro­blem wird dann mehr das Risk Assess­ment von “Staat inves­tiert in den Umbau einer Infra­struk­tur, mit einer Lauf­zeit von 50 Jah­ren die 2/3 der Betriebs­kos­ten als Initi­al­in­vest­ment frisst”. Ergo du brauchst so viel Geld, dass du das mit staat­li­chen Invest­ments allei­ne nicht schul­terst, dh. du hät­test in jedem Fall ger­ne intel­li­gen­tes pri­va­tes Kapital.

Und das inves­tiert nun­mal nicht mehr in Euro­pa, weil so dumm kannst du gar­nicht sein (Demo­gra­phie, Krieg, Bil­dungs­kri­sen, Zuwan­de­rungs­stop, inter­na­tio­nal iso­lier­ter als zuvor - weil die poli­ti­sche Erzäh­lung nichts mehr wert ist, und man sich mit 100 Mil­li­ar­den Son­der­ver­mö­gen an die US Waf­fen­in­dus­trie geklebt hat…, Wirt­schafts­kon­zep­te aus Zei­ten von “frei­em Waren­ver­kehr und Glo­ba­li­sie­rung”, zukünf­tig kei­ne wach­sen­den Gesell­schaf­ten und kei­ne bil­li­gen Arbeitskräfte)…

Ergo - die Bil­dung müss­te es jetzt raus­rei­ßen, aber in die hat ja die CDU/CSU unter Mer­kel ver­ges­sen zu inves­tie­ren. Nein so ein Pech… Und dann gabs noch Bolo­gna, das uns ja allen gelehrt hat Star­t­up­grün­der zu werden.

Ergo, Euro­pa ist bis auf Frank­reich ziem­lich fucked - und hechelt, bei welt­weit schwin­den­den Absatz­märk­ten, einer Zukunfts­in­dus­trie hin­ter­her, die für Euro­pa kei­ne Zukunfts­in­dus­trie mehr ist. Also nicht in der Art und Wei­se wie von den Grü­nen erson­nen, die Blue­prints aus Kali­for­ni­en umge­setzt haben. (Ohne auf die Dif­fe­renz bei der Ener­gie­aus­beu­te zu schau­en, aber hey ande­re Geschich­te, reden wir heu­te mal nicht drüber.)

An dem Punkt kommt dann ein Tilo Jung auf “eat the rich” und ver­steht nicht, dass das der Staat so und so macht. Pri­vat­ver­mö­gen das sich über mehr als drei Genera­tio­nen bei Ver­mö­gen­den hält - ist so sel­ten und dann meist groß, und daher so gut gama­na­ged, dass du das gemein­hin zu nichts “zwin­gen kannst”. Du kannst ihm Pro­ble­me machen, aber dann wirds nicht bei dir inves­tie­ren. Das nicht ganz so schlaue Pri­vat­ver­mö­gen bekommst du als Volks­wirt­schaft so und so über drei Genera­tio­nen wie­der. Eat the rich, denkt für gewöhn­lich nur in einer.

Weil dann irgend ein Hon­cho ein Invest­ment ver­geigt, und dann hat das Geld plötz­lich jemand ande­res - es sei denn natür­lich es wur­de volks­wirt­schaft­lich ver­brannt. (Dh. es rou­tiert nur noch in vir­tu­el­len Casi­no­ka­pi­ta­lis­mus­zy­klen rum, die dann cras­hen, bevor jemand mit den “Sicher­hei­ten” neue volks­wirt­schaft­lich rele­van­te Inves­ti­tio­nen tätigt.)

Es ist gut und nett, wenn heut­zu­ta­ge noch Pri­vat­leu­te mit dem Selbst­ver­ständ­nis von “wir müs­sen das jetzt selbst ange­hen, auch wenn es sich noch nicht gleich ren­tiert” (über 50 Jah­re ren­tiert sichs) rum­ar­gu­men­tie­ren, aber das war der Sinn und Zweck der “was Gutes tun” PR.

Bei der die Deut­sche Bank dann bereits am 23.04.2021 fest­ge­stellt hat, ja scheis­se - die Boo­mer betrei­ben alle selbst Green­wa­shing, die inves­tie­ren das Geld nicht dort hin wo wirs ger­ne haben wol­len. Trotz der gan­zen PR-Initiativen.

Das macht dann erst die Erben­ge­nera­ti­on, die einen frei­en Som­mer der Lie­be erlebt hat und von dem ganz hin und weg war.

Und Euro­pas Mill­en­ni­als lösen kei­ne Struk­tur­pro­ble­me. Die sind eins. 🙂 [Zu wenige.]

Also all the best to you, wenn du wei­ter­hin an eine Zukunft glaubst, an die das IFO nicht mehr glaubt (sie­he: click), aber es könn­te sein, dass du das wegen einer Erin­ne­rung an Kin­der­au­gen machst - und wir gesell­schaft­lich genau­so Leu­te wie dich gebraucht, aber nicht in der Mas­se gefun­den haben.

Nur PR-ler die Leu­te mei­ner Genera­ti­on ver­ar­schen woll­ten, die hat man in Alp­bach, ein Jahr vor Gre­ta, zu hauf gefunden.

Die kön­nen jetzt noch Leu­te mei­ner Genera­ti­on mit “wir bau­en hier Bat­te­rie­fa­bri­ken und haben Bat­te­rie­gip­fel abge­hal­ten” ver­ar­schen, denn die meis­ten die davon gebaut wer­den, wer­den mit vor­ran­gig Chi­ne­si­schen Umsatz­be­tei­li­gun­gen gebaut. Und gebaut wer­den sie eben­falls nur hier, da Bat­te­rien - im gro­ßen Umfang, auf­grund des Trans­port­ri­si­kos (Gefah­ren­gut) nicht ein­fach um die Welt ver­schifft wer­den kön­nen - da ist es öko­no­mi­scher du baust ihre Pro­duk­ti­on in den Abnehmerländern.

Ein Wahn­sinn auch die­se, nächs­te tol­le Zukunftsbranche…

Zum Glück haben wir hier ja nicht eine Genera­ti­on kom­plett verarscht…

edit: Dazu gera­de wie­der mal ganz pas­send, der Stan­dard lügt schon wie­der. Nur echt mit der Buz­z­feed Head­line: Die­ser Mann war einst Stra­ches Trau­zeu­ge. Heu­te will er mit Wär­me­pum­pen die Welt retten

Quo­te:

Och­s­ner: Es funk­tio­niert im Klei­nen wie im Gro­ßen. Es gibt kei­ne Gren­zen für die Wär­me­pum­pe: Sie kön­nen jeden Flug­ha­fen, jedes Shop­ping­cen­ter damit hei­zen. Es ist das glei­che Modell wie im Ein­fa­mi­li­en­haus, nur nach oben ska­liert. Die Wär­me­quel­le ist bei der Pum­pe immer die Son­ne, das Grund­was­ser oder die Erd­wär­me. Die­se drei Quel­len lie­fern zwi­schen 60 und 80 Pro­zent der Gesamtenergie.”

Ska­lie­ren sie mal 6m Min­dest­ab­stand zwi­schen den Boh­run­gen und 3m Abstand zur Gründ­stücks­gren­ze in Städten.

Aber ich bin mir sicher, der Herr wird ihnen ger­ne auch ein Ange­bot unter­brei­ten, das mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe zuver­läs­sig zu regeln…

So ist bei einer Luft-Wärmepumpe der Wir­kungs­grad stark von der Außen­tem­pe­ra­tur abhän­gig und liegt bei durch­schnitt­lich 2,5–3,5 (bzw. 250–350 %); kann aber auch unter 2 (bzw. 200 %) sinken.

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Der Stan­dard kenn­zeich­net das natür­lich nicht als bezahl­te Wer­bung, nein - das Inter­view mit dem Unter­neh­mens­lei­ter war so unsag­bar span­nend. In den Kom­men­ta­ren sind schon wie­der alle hin und weg, das wird ganz toll.

Och­s­ner: Die Fern­wär­me wird auch in Zukunft in Städ­ten eine Rol­le spie­len und Bio­mas­se eine gewis­se Nischen­rol­le auf dem Land beset­zen. Aber dar­über hin­aus ist die Sache recht klar: 80 Pro­zent der Wär­me­er­zeu­gung wird bis Mit­te des Jahr­hun­derts mit Wär­me­pum­pen gesche­hen, wie auch eine Stu­die des deut­schen Fraunhofer-Instituts gezeigt hat.

War das viel­leicht eine Mach­bar­keits­stu­die? 😉 Oder macht Fraun­ho­fer seit neu­es­tem Unternehmensberatung.

Gut, dem deutsch­spra­chi­gen Jour­na­lis­mus ist natür­lich wie­der nichts aufgefallen.… 😉

Auch das nicht: 

SCHWACHE KONJUNKTUR
Nach­fra­ge nach Wär­me­pum­pen und Gebäude-Dämmungen stark gesunken

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Die Nach­fra­ge nach Wär­me­pum­pen und Däm­mung hat sich in der ers­ten Jah­res­hälf­te halbiert.

src: click

Gut, die deut­sche Regie­rung wird das jetzt dadurch umkeh­ren, dass sie jetzt auch noch die För­de­rung nicht fort­set­zen kön­nen. Budgetprobleme.

Die nächs­te Zukunftsbranche:

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35% Wachs­tum in nur 10 Jah­ren, vor dem Hype.