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Treffen sich drei Alpbacher in der Diplomatischen Akademie Wien

26. Juni 2023

bei einem wohl­wol­len­den Mode­ra­tor natürlich.

Sagt der Ers­te: Ich bin Robert Treich­ler, Lei­ter Res­sort Außen­po­li­tik, “pro­fil” - ich habe im bis­he­ri­gen Kriegs­ver­lauf fol­gen­de Inter­views und Leit­ar­ti­kel produziert:

pro­fil fragt den US-Generalleutnant a. D. Ben Hod­ges, wie ris­kant die Lage ist: Steht die Welt vor einem Atom­krieg? Oder blufft Putin?

Treich­ler: Was erwar­ten Sie mili­tä­risch in den kom­men­den Mona­ten? Wird der Vor­marsch der Ukrai­ne durch den Win­ter gestoppt?

Hod­ges: Das glau­be ich nicht. Die Ukrai­ner sind ja nicht aus Flo­ri­da, so wie ich. Sie wer­den ver­su­chen, den Druck auf die rus­si­schen Kräf­te auf­recht­zu­er­hal­ten, damit die sich nicht neu auf­stel­len kön­nen. Die Rus­sen sind erschöpft und ver­wund­bar, auch auf der logis­ti­schen Ebe­ne. Ich ver­mu­te, die Ukrai­ne wird die rus­si­schen Streit­kräf­te bis zum Ende die­ses Jah­res auf die Linie zurück­drän­gen, wo die­se vor dem 24. Febru­ar waren. Und Mit­te des kom­men­den Jah­res wer­den die ukrai­ni­schen Sol­da­ten auf der Krim sein.

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Es zeich­net sich ab, dass der Auto­krat im Kreml nichts von dem, was er gewalt­sam anstreb­te, errei­chen wird. Die Ukrai­ne wird ein demo­kra­ti­scher, pro­west­li­cher Staat blei­ben und irgend­wann der EU bei­tre­ten. Sie ist zudem drauf und dran, ihr Staats­ge­biet zurück­zu­er­obern. Die ter­ri­to­ria­len Gewin­ne, die Russ­land am Ende ver­zeich­nen könn­te, wer­den, wie es aus­sieht, mini­mal sein – viel­leicht auch inexistent.

Doch etwas sprach immer dage­gen, dass jemand wie Wla­di­mir Putin lang­fris­tig Erfolg hat. Zwei Tage nach dem Ein­marsch Russ­lands in die Ukrai­ne schrieb ich im profil-Leitartikel: „Glück­li­cher­wei­se hat die Auto­kra­tie einen inhä­ren­ten Haken. Auto­kra­ten sind, weil sie ohne Oppo­si­ti­on, ohne poli­ti­schen Wech­sel und damit ohne Kon­trol­le und Gegen­ge­wicht agie­ren, feh­ler­an­fäl­lig, rück­sichts­los und des­halb am Ende verhasst.“

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[In der Tat, was für ein Glück. Dess­halb kön­nen Auto­kra­tien ja auch nicht erfolg­reich sein.]

Jetzt geh ich auf nen Des­sert­wein als Absa­cker ins Cafe.

Sagt der Zwei­te: Ich bin Ralph Janik: Völ­ker­recht­ler, mit Jugend in Mer­ca­tor­nä­he, ich war die ers­te Per­son in Öster­reich die in Kom­men­ta­ren im Stan­dard, nach einem State­ment des ECFR im März 2022 Pazi­fis­ten (Franz­o­bel) und außen­po­li­ti­sche Rea­lis­ten (Precht) öffent­lich ver­hetzt hat.

Dem Stan­dard war fad, da hat er feins­te Het­ze produziert

Wenig Anlass zu Hoffnung

Dazu pas­sen auch die unter­schied­li­chen Auf­ru­fe in Rich­tung Ukrai­ne, sich doch bes­ser zu erge­ben. Frie­den schlägt Gerech­tig­keit, man müs­se der Rea­li­tät eben ins Auge sehen: Waf­fen­lie­fe­run­gen an einen unter­le­ge­nen Staat zie­hen den Krieg und das damit ver­bun­de­ne Leid nur unnö­tig in die Län­ge, wie der Phi­lo­soph Richard David Precht oder der Schrift­stel­ler Franz­o­bel kritisieren. […] 

Viel Anlass zur Skep­sis, wenig Hoff­nung auf Frie­den. Die For­de­run­gen, auf­zu­ge­ben, sagen wohl mehr über uns als über die tat­säch­li­chen ukrai­ni­schen Hand­lungs­op­tio­nen. (Ralph Janík, 3.4.2022)

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Ich bin auch der Jurist der der öster­rei­chi­schen Bevöl­ke­rung erklä­ren durf­te, dass auch wenn die öster­rei­chi­sche Regie­rung kei­ne Zah­len im Bezug auf Bei­trags­zah­lun­gen im Rah­men der euro­päi­schen Frie­dens­fa­zi­li­tät ver­öf­fent­licht, dank der Ver­trags­kon­struk­ti­on der “Kon­struk­ti­ven Ent­hal­tung” defi­ni­tiv kein öster­rei­chi­scher Euro in Waf­fen­käu­fe für die Ukrai­ne inves­tiert wird:

Wie kann man die Bevöl­ke­rung eigent­lich noch verarschen?

Sagt der Drit­te: Ich bin Franz-Stefan Gady, ich komm gera­de aus Washing­ton zurück, und wenn ich nicht gera­de als Con­sul­ting­un­ter­neh­mer in Alp­bach Stamm­gast in sicher­heits­po­li­ti­schen Debat­ten bin, schrei­be ich span­nen­de Essays in der Klei­nen Zei­tung (Essay - Franz-Stefan Gady: Mein Ame­ri­ka) - und unter­stüt­ze die Bür­ger­initia­ti­ve “Unse­re Sicher­heit”.

Sagt der Mode­ra­tor Wal­ter Feicht­in­ger (Prä­si­dent, Cen­ter für Stra­te­gi­sche Analysen) -

Bur­schen, so jung kom­men wir nicht mehr zusam­men, wann schaf­fen wir die Öster­rei­chi­sche Neu­tra­li­tät ab? Ich mein wir sind euro­pa­weit eh nur mehr 4%, damit man das mal versteht!

Sagt nie­mand im Saal: Das hier war der Ein­satz der Öster­rei­chisch Ame­ri­ka­ni­schen Gesell­schaft in dem Zusammenhang:

Öster­reich du gei­le Sau

The inde­pen­dence of jour­na­lism - part 2

Und um eine neue Sicher­heits­po­li­tik in Sin­ne aller Betei­lig­ten zu rea­li­sie­ren, brau­chen wir jedoch zuerst eine neue geo­po­li­ti­sche Theo­rie, denn die drei aktu­el­len Schu­len wider­spre­chen uns in dem was wir kon­zep­tu­ell wol­len dia­me­tral (Rea­lis­mus, Libe­ra­lis­mus, Kon­struk­tivi­mus) - aber dafür haben wir ja extra Ursu­la Werther-Pietsch ver­pflich­tet, Mit­un­ter­zeich­ne­rin der alp­bach­na­hen Initia­ti­ve “Unse­re Sicher­heit”. (Die sich gegen die öster­rei­chi­sche Neu­tra­li­tät aus­spricht, und bis­her zwei offe­ne Brie­fe ver­fasst hat, die dann spä­ter Johan­nes Kopf (selbst eben­falls Teil der Initia­ti­ve) bewor­ben hat, und das bereits eine Woche nach­dem er zu einem Panel in der Öster­rei­chisch Ame­ri­ka­ni­schen Gesell­schaft gela­den wur­de (Future of work, you know… - um es im kopf­schen Duk­tus zu sagen). Weil Kopf und Den­ker, das passt ja gut zusam­men. Also in der öffent­li­chen Betrachtung.

Die Grün­dung einer neu­en Schu­le des Mul­ti­la­te­ra­lis­mus, die rea­lis­ti­sche und idea­lis­ti­sche Außen- und Sicher­heits­po­li­tik ver­eint, wird zur Dis­kus­si­on gestellt.

Geo­po­li­tik nicht als Leit­mo­tiv sehen

Inter­na­tio­na­le Bezie­hun­gen sol­len nichts ande­res als den täg­li­chen Bedürf­nis­sen im poli­ti­schen Leben die­nen; ihr innen­po­li­ti­scher Bezug ist daher evi­dent. Aller­dings nicht aus der übli­chen Per­spek­ti­ve, näm­lich dem “Lip­pen­ab­le­sen”, um “poli­tisch zu punk­ten” unter dem Deck­män­tel­chen des Bür­gers als Sou­ve­rän. Nein, umge­kehrt soll Geo­po­li­tik, also das Spiel von Macht­in­ter­es­sen auf glo­ba­ler Ebe­ne, als inte­gra­ler Teil von mensch­li­cher Sicher­heit gese­hen wer­den, als eine gewich­ti­ge Dimen­si­on, nicht aber als Leit­mo­tiv oder gar über­ge­ord­ne­tes Axiom.

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Weil rea­lis­ti­sche Schu­le das geht ja nicht mehr, das ist ja Mear­s­hei­mer.

Stellt sich nur noch die Frage -

Nein, Moment - stellt sich kei­ne Fra­ge mehr. Das wars.

Soll ich jetzt den Rechts­po­pu­lis­ten in Öster­reich viel Glück wün­schen, damit das in der media­len Betrach­tung nicht ein­fach nur unter den Tisch gekehrt wird?

Oh ich habs! Ich nehms mit mei­nen letz­ten drei Psy­cho­lo­gen! Beschäf­ti­gen sie sich ein­fach nicht so sehr mit dem The­ma! Dann wird alles besser!

edit: Oh, noch etwas - was sagt eigent­lich Precht, den man bei dem The­ma aus der öffent­li­chen Debat­te gedrängt hat?

Oh das hier:

bei 1:18:00 in. (Den Rest der Ver­an­stal­tung ertra­ge ich teil­wei­se nicht, aber Precht spricht hier zum Thema.)

Hi, I’m the Fulbright Fellow from the institute across the street

25. Juni 2023

- and I wan­ted to ask if the OSCE could may­be beco­me a non con­sen­sus based dis­pu­te sett­le­ment organization!

Oh, dear Lady with the Ful­bright fel­low­ship from the insti­tu­te across the street -

The Ful­bright Pro­gram, inclu­ding the Fulbright–Hays Pro­gram, is one of several United Sta­tes Cul­tu­ral Exchan­ge Pro­grams with the goal of impro­ving inter­cul­tu­ral rela­ti­ons, cul­tu­ral diplo­ma­cy, and inter­cul­tu­ral com­pe­tence bet­ween the peop­le of the United Sta­tes and other coun­tries through the exchan­ge of per­sons, know­ledge, and skills. 

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- of cour­se we can think about making what the OSCE does non con­sen­sus based, and only based on majo­ri­ty decisi­ons may­be, but we have to lea­ve in a few orga­ni­sa­tio­nal sys­tems that also indu­ce trust.

Huh, would the US bene­fit from a media­ti­on orga­niz­a­ti­on to work along­side the new “value based tra­ding sys­tem”, they want to replace the WTO based sys­tem with? A non con­sen­sus based OSCE maybe?

Its always won­der­ful to see, that as soon as a Ful­bright fel­low makes a sug­ges­ti­on on rest­ruc­tu­ring your inter­na­tio­nal orga­niz­a­ti­on, the­re sud­den­ly is this con­struc­ti­ve “can do” spi­rit fil­ling the room.

Was sagt eigentlich Selenskyj einen Tag nach dem russischen Putsch?

25. Juni 2023

Och nichts Wich­ti­ges, die deutsch­spra­chi­gen Medi­en berich­ten wie üblich nur “Je län­ger die­ser Mensch im Kreml ist, des­to grö­ßer wird die Kata­stro­phe” - und las­sen den Rest der Rede ein­fach mal unter den Tisch fal­len. Die Selen­skyj dies­mal wie­der auf rus­sisch gehal­ten hat, um die rus­si­sche Bevöl­ke­rung einen Tag nach dem Putsch noch schön mit sei­nen manigfal­ti­gen Argu­men­ten zu über­zeu­gen zu revol­tie­ren - also hören wir ihm doch ein­fach mal zu:

Auto­ma­tisch gene­rier­te Unter­ti­tel über­setzt mit Deepl.com:

I wish you health, dear Ukrai­ni­ans I wish health to all the peop­le of the world.

Today is a day whe­re the­re is defi­ni­te­ly no silence and defi­ni­te­ly the world needs lea­ders­hip today. We saw that the mas­ters of Rus­sia do not con­trol anything at all, just com­ple­te cha­os, com­ple­te lack of any pre­dic­ta­bi­li­ty and this is on Rus­si­an ter­ri­to­ry which is hea­vi­ly armed.

We all remem­ber when in the year 21, when the Rus­si­an lea­der threa­tened the the world with some kind of ultimatums.

He was try­ing to show some kind of strength.

The year 22 show­ed that he was con­fu­sed with the power of his illu­si­on and the lies he was fed by the Kremlin.

The Krem­lin is capa­ble of any kind of ter­ror, they are capa­ble of any stu­pi­di­ty, but they can’t pro­vi­de a frac­tion of the necessa­ry con­trol and the pro­blem is that in one day they have actual­ly lost a num­ber of their cities and show­ed all the Rus­si­an ban­dits, mer­ce­n­a­ries, olig­archs and anyo­ne else how easy it is to cap­tu­re Rus­si­an cities whe­re the­re are likely arse­nals of weapons.

It is very important now, that no one in the world is silent becau­se they are afraid of this Rus­si­an cha­os, all the actions of lea­ders can now be his­to­ric, every word of jour­na­lists is worth its weight in gold.

We must clear­ly name the source of the pro­blem If someo­ne in the world is try­ing to lull the situa­ti­on: The illu­si­on that the Krem­lin is able to res­to­re con­trol, it only post­po­nes the pro­blem until the next bre­akthrough of cha­os is even more dangerous.

We all know the first solu­ti­on: The world should not be afraid, we know what pro­tects us is pro­tec­ting us.

Only our unity can pro­tect Ukrai­ne to pro­tect Euro­pe from any Rus­si­an for­ces, no mat­ter who is in char­ge, com­man­ds them, we will pro­tect the secu­ri­ty of the eas­tern flank of Euro­pe, it rests only on our defen­se and that is why every mani­fes­ta­ti­on of sup­port for our defen­se is sup­port for your defen­se in the free world.

Ukrai­ni­an sol­di­ers, Ukrai­ni­an guns, Ukrai­ni­an tanks, Ukrai­ni­an mis­si­les - this is all that pro­tects Euro­pe from such mar­ching for­ces like we see today on Rus­si­an ter­ri­to­ry and when we address the F-16 or the ATACAMS, we deve­lop our com­mon defense.

Imple­men­ta­ti­on is what is nee­ded now to pro­vi­de all the wea­pons necessa­ry for defen­se. [Selen­skyj lear­ned a new word - imple­men­ta­ti­on. His lan­guage skills are get­ting bet­ter every day…]

Second­ly, ever­ything should be a real right.

It should be frank­ly said to ever­yo­ne in the world that all Russia’s cri­mi­nal actions against Ukrai­ne were and are wrong and we all have to be gui­ded by our com­mon secu­ri­ty prio­ri­ties, NATO’s secu­ri­ty prio­ri­ties. NATO’s secu­ri­ty prio­ri­ties are not just a word though or a set of for­mal promises.

Pro­mi­ses, are a reli­able gua­ran­tee for all that peace will not be des­troy­ed without Ukrai­ne. Such gran­dio­se state­ments are worthless.

In July, the Free­dom Sum­mit is a his­to­ric chan­ce for real decisi­ons without loo­king back at Russia.

Any nati­on that bor­ders on Rus­sia real­ly sup­ports this, and I will say the third thing - in Russian:

In the Krem­lin obvious­ly the stu­dent is afraid and pro­bab­ly hiding somewhere.

He does not show hims­elf, he is not sure that he is not in Moscow, he calls from some­whe­re to beg for something.

He knows some­thing, he’s afraid becau­se he crea­ted this thre­at, all the evil, all the los­ses, all the hat­red, he’s the one and the lon­ger he can keep run­ning bet­ween his bun­kers, the more you lose, you all lose.

What are we going to do? We are Ukrai­ni­ans defen­ding our coun­try. We will defend our free­dom. We will not be silent and will not be inactive.

It will be our vic­to­ry in this war, unequivocally. 

And what will you do until that?

The lon­ger your [addres­sing rus­si­ans in rus­si­an] tro­ops are on ukrai­ni­an soil, the more dest­ruc­tion they will bring to Rus­sia, the lon­ger this per­son is in the Krem­lin, the big­ger the dis­as­ter will be.

Now I’ll switch to my nati­ve lan­guage. Thank you to our sol­di­ers Thank you to ever­yo­ne who is now defea­ting the occu­p­iers. Thank you to the air for­ce for pro­tec­ting our ski­es. Glo­ry to Ukraine.

We will Win.

Elo­quent wie am Tag des Kriegs­be­ginns, als sich Selen­skyj eben­falls auf rus­sisch, auf social media, an die rus­si­sche Bevöl­ke­rung gewandt hat. Also an Anwäl­te, Ärz­te, Tik­to­ker, Künst­ler, Müt­ter und Väter - jetzt auf die Stra­ßen zu gehen und solan­ge nicht weg­zu­ge­hen, bis sich Putin mit der Ukrai­ne an einen Ver­hand­lung­tisch setzt. Auf rus­sisch, auf Tele­gram. Wir erin­nern uns, der Stan­dard titel­te, Selen­skyj sucht den Frie­den. Drei Stun­den spä­ter flo­gen die ers­ten Rake­ten.

Was für ein Frie­dens­held die­ser Selen­skyj doch ist. Ein Garant des Friedens.

Dann heu­te lie­ber doch nur einen Satz aus sei­ner Rede in den deutsch­spra­chi­gen Medi­en dru­cken. Irgend­was Unverfängliches…

edit: Hey! Der Stan­dard über­rascht und bringt dies­mal mehr! Wie kommts? Die Ukrai­ni­sche Regie­rung hat aus­ge­wähl­te Tei­le der Rede auf Eng­lisch auf Twit­ter veröffentlicht.

Die unendlichen Vorteile Russlands sich selbst zu delegitimieren

24. Juni 2023

und mit einer Söld­ner­ar­mee Rich­tung Mos­kau zu marschieren.

Gehn wir sie doch der Rei­he mal durch.

- Dele­gi­ti­mie­rung der rus­si­schen Füh­rungs­eli­ten check
- Eröff­nung einer Quer­front mit­ten in einer ukrai­ni­schen Gegen­of­fen­si­ve check
- Ver­un­si­che­rung der rus­si­schen Streit­kräf­te an der Front und über die gesam­te Füh­rungs­struk­tur hin­weg check
- Dele­gi­ti­mie­rung der Struk­tu­ren rus­si­scher Mili­tär­macht im glo­ba­len Süden, durch die meu­tern­de schil­lern­de Per­sön­lich­keit selbst check
- Ver­öf­fent­li­chung der Marsch­rou­te auf west­li­chen Social Media Kanä­len check
- Auf­split­te­rung der Ope­ra­ti­ons­pla­nung in mit­ten einer Gegen­of­fen­si­ve check
- Aus­dün­nung der Ver­tei­di­gungs­kraft der Rus­sen im Süden der Ukrai­ne wo dem­nächst der Über­gang über den Dnjpr so sehr trock­net, dass du da mit San­da­len drü­ber­hüp­fen kannst. In weni­gen Wochen. check
- Russ­land das jetzt ande­re Pro­ble­me hat als sich um 15km weg­ge­schwemm­te Minen­gür­tel und neue Stel­lun­gen im Süden zu sor­gen. check
- Ver­un­si­che­rung der Krim­be­völ­ke­rung bezüg­lich der Legi­ti­mi­tät des rus­si­schen Macht­an­spruchs, wäh­rend ihr das Was­ser aus­geht. check
- Den dümms­ten Trot­tel aller Zei­ten für eine Rebel­len­ope­ra­ti­on aus­ge­wählt - wenn er das was er aktu­ell behaup­tet tat­säch­lich ernst meint. check

Pri­go­schin - paraphrasiert:

Wir mar­schie­ren nur gera­de gegen Mos­kau, weil Schoi­gu, der geflo­hen ist wie eine Frau, mich und mei­ne Män­ner mit Rake­ten beschos­sen hat, wor­auf ich sie dazu gebracht habe zu meu­tern, nach­dem ich 2000 Lei­chen auf­ge­bart habe um sie zu moti­vie­ren, und wir haben eine der 10 größ­ten rus­si­schen Städ­te ein­ge­nom­men, weil wir ja immer noch auf der Sei­te von Putin sind, aber gegen Schoi­gu mar­schie­ren, weil ich dann den­ke - nach dem Powerstrugg­le von der rus­si­schen Füh­rung mit offe­nen Armen zum obers­ten Mili­tär­füh­rer beru­fen zu wer­den, weil ich mich durch mei­ne ratio­na­le und stra­te­gi­sche Ope­ra­ti­ons­füh­rung auch so sehr dafür emp­foh­len habe, dass da eigent­lich alle der sel­ben Mei­nung sein wer­den, wäh­rend denen gar kei­ne Wahl bleibt. Dess­halb bin ich auch auf das Nar­ra­tiv auf­ge­sprun­gen, dass Russ­land mas­sen­haft sei­ne eige­nen Sol­da­ten tötet, was ja wirk­lich eine Schan­de ist, und was wir bei Wag­ner nie­mals selbst machen würden ---”

wobei einen gro­ßen Vor­teil hat das natür­lich. Man bekommt als Pri­go­schin end­lich sei­ne Home Sto­ry im Stan­dard! click

edit: Ah, gleich die nächs­te Home­sto­ry hinterher:
“Tod oder Frei­heit” – Wagner-Söldner im Gespräch mit dem STANDARD

- Nach der “voll­kom­men ratio­na­len” Akti­on im Sin­ne sei­ner Ein­heit, noch kurz ver­laut­ba­ren “Wir wer­den alles um uns her­um zer­stö­ren”, weil man ja damit rech­net in Mos­kau zum nächs­ten Mili­tär­füh­rer ernannt zu wer­den. check

- Kiews Pro­pa­gan­da zu för­dern, dass man in der Ukrai­ne davon aus­ge­he, dass sich Russ­land seit heu­te im Bür­ger­krieg befin­de. check

Ich wür­de sagen, noch nie war eine ver­deck­te Akti­on Mos­kaus so ein­deu­tig als sol­che zu erken­nen, oder?

Also Freun­de eines nicht all­zu­lan­gen Auf­rei­bungs­krie­ges, es geht wohl dem­nächst auf die Krim, denn das von Wag­ner ein­ge­nom­me­ne Ros­tow am Don ist ein wich­ti­ger Ver­sor­gungs­hub der selbigen.

Schoi­gu habe ange­ord­net, die Lei­chen von 2.000 Wagner-Kämpfern in einer Lei­chen­hal­le zu ver­ber­gen, sag­te Pri­go­schin wei­ter. “Wir waren bereit, Zuge­ständ­nis­se an das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um zu machen, unse­re Waf­fen abzu­ge­ben”, sag­te Pri­go­schin. Den­noch hät­ten “sie Rake­ten­an­grif­fe auf unse­re hin­te­ren Feld­la­ger ausgeführt”.

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Sei­ne 25.000 Män­ner wer­den nun auf­klä­ren, war­um solch eine Will­kür im Land herr­sche. “Wer ver­sucht, uns Wider­stand zu leis­ten, den wer­den wir als Bedro­hung betrach­ten und sofort töten”, droh­te Pri­go­schin. Sei­nen Anga­ben zufol­ge ist Schoi­gu extra an die nahe der ukrai­ni­schen Gren­ze gele­ge­ne Mil­lio­nen­stadt Rostow-am-Don gekom­men, um die Ope­ra­ti­on zur Ver­nich­tung Wag­ners zu lei­ten. “Um 21.00 Uhr ist er geflo­hen - fei­ge wie ein Weib - um nicht zu erklä­ren, war­um er Hub­schrau­ber hat abhe­ben und Rake­ten­schlä­ge durch­füh­ren las­sen, um unse­re Jungs zu töten. Die­ses Biest wird auf­ge­hal­ten”, so Prigoschin.

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Der ist nicht mehr in Euro­pa, oder?

edit: Man­gott kom­men­tiert die Situation.

edit2: Ende einer fröh­li­chen Expe­di­ti­on Rich­tung Moskau?

Pri­go­schin will offen­bar nicht wei­ter vorrücken

Das wären spek­ta­ku­lä­re Nach­rich­ten: Nach Anga­ben des bela­rus­si­schen Prä­si­den­ten­bü­ros hat Wagner-Chef Pri­go­schin zuge­stimmt, die Trup­pen­be­we­gun­gen der Wagner-Söldner in Russ­land ein­zu­stel­len. Eine Bestä­ti­gung von Pri­go­schin selbst gibt es dazu vor­erst nicht.

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edit3: Gegen­tei­li­ge PR Mel­dun­gen gehen gera­de auf Twit­ter rum.

edit4: Medu­za hat bestätigt:

Nun ist die Bestä­ti­gung da

Dem Medi­um “Medu­za” zufol­ge bestä­tigt Pri­go­schin, nicht mehr wei­ter vor­rü­cken zu wol­len. Die Wagner-Söldner dre­hen einer Audio-Botschaft von Pri­go­schin zufol­ge um.

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edit5: Die Wie­ner Zei­tung hat den Kontext:

Der rus­si­sche Mili­tär­un­ter­neh­mer Jew­ge­ni Pri­go­schin beor­dert sei­ne Wagner-Truppen zurück in ihre Stütz­punk­te. Damit wol­le er Blut­ver­gie­ßen ver­mei­den, heißt in einer Audio-Botschaft von Pri­go­schin am Sams­tag. Nach den Anga­ben des bela­rus­si­schen Prä­si­di­al­bü­ros hat­te sich Pri­go­schin zuvor bereit erklärt, den Vor­marsch sei­ner Kämp­fer in Russ­land zu stop­pen. Er sei zu einer Dees­ka­la­ti­on der Situa­ti­on bereit, erklärt das Büro auf sei­nem offi­zi­el­len Kanal beim Kurz­nach­rich­ten­dienst Telegram.

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edit6: Hier noch ein Vorteil:

WP: U.S. spies lear­ned in mid-June Pri­go­zhin was plan­ning armed action in Russia

edit7: Tcha­ka­rowa sieht es anders: click

When a media hitpiece goes slightly wrong

22. Juni 2023

You fix it in post by picking the deci­ded­ly most unflat­te­ring thumb­nail imaginable.

We should be decentering all of this

21. Juni 2023

Oder war­um es eigent­lich super­toll ist, wenn die Per­son die gesamt Euro­pa die Kriegs­hin­ter­grün­de erklärt hat, auch gleich die Pro­pa­gan­da für eine Umstruk­tu­rie­rung Russ­lands für mor­gen macht. (Per­so­nel­le Kohä­renz schafft Ver­trau­en, oder so…)

Hier der Pod­cast, der auch von Anne App­le­baum fre­quen­tiert wird, wenn sie zur jün­ge­ren rus­si­schen Exi­le­li­te spre­chen möchte.

Timo­thy Sny­der als Gast.

Was ver­kauft Snyder?

Ger­man guilt, pro­ji­ziert auf Russland.

Jetzt machts end­lich Sinn, dass Putin im öffent­li­chen Dis­kurs so häu­fig mit Hit­ler ver­gli­chen wur­de. Denn die neue rus­si­sche Jugend nach dem Krieg soll sich erst ein­mal wie Deutsch­land nach dem zwei­ten Welt­krieg fühlen.

Sny­der ver­kauft dabei fol­gen­de Konzepte:

Russ­land benö­ti­ge eine neue Aus­rich­tung, eine vor allem anti­im­pe­ria­lis­ti­sche Aus­rich­tung, bei der sie uns in Afri­ka nicht mehr in die Que­re kom­men, das zu “ent­wer­fen” wird die Auf­ga­be der rus­si­schen Exi­le­li­te sein, an die wir uns (App­le­baum und Sny­der) bereits heu­te wenden.

Sny­der ankert vor elf Mona­ten auch bereits wie die­ses neu­es Russ­land aus­zu­se­hen hat -- näm­lich sich nicht mehr als geein­te Welt­macht ver­ste­hend, son­dern mit viel mehr “regio­na­len Zen­tren”, die alle eine “regio­na­le Geschich­te als die Bevöl­ke­rung einen­des Kon­zept benö­ti­gen” -- west­li­che His­to­ri­ker wür­den gera­de dar­an arbei­ten, das sei gera­de ein span­nen­des und inter­es­san­tes Feld. [His­to­ri­scher Revisionismus?]

Der Pod­cast Hips­ter ist ganz hin und weg, dass es nur das braucht, um ein libe­ra­les, demo­kra­ti­sches Russ­land der Zukunft zu bau­en, in dem end­lich die Geschich­te Russ­lands wie­der so divers wahr­ge­nom­men wer­den kann, wie dies unter Putin nie der Fall gewe­sen ist.

Sny­der: Putin hat euch das weggenommen.

Aber es sei das Sel­be in den nord-europäischen Staa­ten gewe­sen, denen es heu­te so gut gehe, die hat­ten auch mal Kolo­nien, aber brauch­ten danach halt alle ein neu­es Konzept.

Es ist ein­fach schön zu sehen, wie du eine Exi­le­li­te mit vor­ge­fer­tig­ten Kon­zept­bau­stei­nen, ein­mal kom­plett von hin­ten bis vor­ne bespielst. Wobei sich der Pod­cas­ter schon sehr freut, zur desi­gnier­ten zukünf­ti­gen poli­ti­schen Eli­te Mos­kaus zu gehö­ren. Denn er inter­viewt ja Snyder.

Inter­es­sier­ter kann man sich den Schwach­sinn glaub ich nicht mehr anhören.

Ein zer­split­ter­tes Russ­land, mit der Demo­gra­phie die es heu­te auf­weist, das sei­ne Nord-Süd Ein­fluss­ach­se ver­liert, das in Punk­to Wirt­schafts­leis­tung immer noch haupt­säch­lich Ener­gie­ex­por­teur blei­ben wird, und das für die nächs­ten 200 Jah­re Repa­ra­ti­ons­zah­lun­gen an die Ukrai­ne leis­tet wird sowohl öko­no­misch, als auch finan­zi­ell und kul­tu­rell file­tiert. Schon ein­fach als pri­mär Ener­gie expor­tie­ren­des und nun­mehr zer­split­ter­tes Land.

Da kann sich die rus­si­sche Expat-Jugend sehr dar­über freu­en, dass ihr Land end­lich demo­kra­tisch gewor­den ist, es wird trotz­dem kei­nen Aus­bau eines Stra­ßen­net­zes geben. Kei­ne neu­en Indus­trien, die auf­grund der Demo­gra­phie, oder des Bil­dungs­gra­des der Bevöl­ke­rung nach Russ­land drän­gen, die Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft trans­na­tio­na­ler Inves­to­ren abseits der west­li­chen Regio­nen (die mit Stra­ßen­netz) ist sofort enden wol­lend, was unter der regio­na­len Zer­split­te­rung mit den hun­der­ten Atom­waf­fen pas­siert wol­len wir uns lie­ber nicht aus­ma­len, des­halb las­sen wirs, wenn wir Sny­der sind, auch weg -- und dann haben wir ja noch die Repa­ra­ti­ons­zah­lun­gen, und den Weg­fall des Ein­flus­ses in den Regio­nen ent­lang der Nord Süd Ach­se. Ach­ja und ein kom­plett neu­es poli­ti­sches und Wirt­schafts­sys­tem. Das dann als ers­tes bei der Welt­bank um Über­brü­ckungs­kre­di­te ansucht?

Ich mein, man kann Jugend­li­chen immer hübsch den Kopf mit “du bekommst dezen­tra­le regio­na­le Geschich­te fürs Volk zurück” und Demo­kra­tie oben drauf - unse­re west­li­chen His­to­ri­ker begin­nen gera­de umzu­den­ken und die Geschich­te anders (ohne Russ­land als einen­de poli­ti­sche Macht) zu schrei­ben waschen (alles O-Töne im Video) -- aber der Ver­lust des Krie­ges, bleibt der Ver­lust des Krieges.

Und eine rus­si­sche Bevöl­ke­rung die erst ein­mal ger­man guilt ler­nen muss…

Damit sie spä­ter das neue Schwe­den wird? Sol­che Geschich­ten kann nur Sny­der erzäh­len. Und auch nur der rus­si­schen Expat Jugend, bei der es sich laut Car­ne­gie Euro­pe beson­ders loh­nen wür­de sie ideo­lo­gisch auf die eige­ne Sei­te zu zie­hen. Für einen zukünf­ti­gen Regi­me­chan­ge. Das Argu­ment, und dass das beson­ders erfolgs­ver­spre­chend sei, fällt in die­sem Video:

Bal­fur: It’s not in the inte­rest of the EU to have a fai­led Sta­te on its bor­der, um obvious­ly - it’s not in the inte­rest of the EU to have you know regime resi­li­en­ce, so it real­ly needs to think about what the ent­ry points could be. One is enga­ging with uh the Rus­si­an Exi­les, but also enga­ging with with civil socie­ty in Rus­sia, inso­far as that is pos­si­ble and I think the­re are ways to do that. Working with the broa­der com­mu­ni­ty of the Rus­si­an dia­spo­ra, some of whom left in the 1990s and are not par­ti­cu­lar­ly poli­ti­ci­zed, or may not be anti-putin but then also tho­se, the midd­le clas­ses that have been hemor­rha­ging out of the coun­try appar­ent­ly accord­ing to one esti­ma­te 10 per­cent of the tech Work­for­ce has left Rus­sia that’s huge uh, how can how can Euro­pean Sta­tes work with them um focus on youth the youn­ger Genera­ti­ons becau­se that is whe­re the future of Euro­pe is. So the­re are lots of things that can be done but I think the fact that the­se con­ver­sa­ti­on are not public yet um and are hap­pe­ning behind clo­sed doors is hel­pful becau­se at the same time the West needs to Show­ca­se its Unity uh but, it but it’s important that they start tal­king about what the opti­ons are and what the sce­n­a­ri­os are and about what the ent­ry points could be.

Komm lachen wir noch ein biss­chen, wir und der Pod­cas­ter. Der hier gera­de als poli­ti­sches Sprach­rohr ver­wen­det wird.

Hier auch noch das Gespräch des sel­ben Pod­cas­ters mit App­le­baum (Kon­text zum App­le­baum Interview):

Übri­gens, falls sies noch nicht wuss­ten, Deutsch­land, so Sny­der, sah die Ukrai­ne immer noch als Kolo­nie. Daher auch die lang­sa­me­ren Waf­fen­lie­fe­run­gen. So Sny­der. Im ers­ten Video.

Und der Wer­te­wes­ten freut sich über die gute Ent­wick­lung der rus­si­schen Expat Jugend und grinst sein bes­tes Honigkuchenpferdlächeln.

Stellt sich noch die Fra­ge, las­sen sich Sny­der und Car­ne­gie Euro­pe hier in Ver­bin­dung set­zen? Ja.

Sny­der spricht im Video aus den Räum­lich­kei­ten des IWM­Vi­en­na (ver­glei­che click), Ste­fan Leh­ne war 2019 IWM­Vi­en­na fel­low: click, Car­ne­gie Euro­pe und das Car­ne­gie Endow­ment gene­rell wur­den in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit 11 Mal vom IWM­Vi­en­na gefea­tured.

edit: Das hier viel­leicht noch als Kontrast:

edit2: Was wir an der Stel­le jetzt noch brau­chen, ist ein kur­zes Inter­view mit Ai Wei­wei. Sonst glaubt uns nie­mand dass wir hier kei­ne PR betreiben:

Davor aber noch eines mit Amanpour -

Die ja einen Tag nach Kriegs­be­ginn Kas­parow als Expat zu sich in die Sen­dung gela­den hat, damit er der US Bevöl­ke­rung erklärt wie der Ukrai­ne Krieg zu sehen ist.

vgl. click

Kas­parov, der spä­ter einer der ers­ten Twit­ter Accounts sein wird, die begin­nen offen gegen Jef­frey Sachs zu het­zen.

Pro­pa­gan­da­netz­wer­ke hat hier aber immer noch nie­mand entdeckt.

Am aller­we­nigs­ten der deutsch­spra­chi­ge Qualitäts-Journalismus. You­tube komi­scher Wei­se auch nicht, aber gut, die tag­gen nicht so ger­ne wie Twitter.

Ver­bu­chen wirs mal unter free speech an eine sehr spe­zi­el­le jun­ge Ziel­grup­pe. Erfolg­rei­che, jun­ge, rus­si­sche Expats.

Das gefea­tur­te Video in dem You­tube Chan­nel ist übri­gens ein Inter­view mit Fareed Zaka­ria, dem Mode­ra­tor der Sny­der Events in Davos, bei der Vik­tor Pin­chuk Foun­da­ti­on.

Für die gute ideo­lo­gi­sche Durch­mi­schung neh­me ich an.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut abgrund­tief, gro­tesk Allerletzte.

edit: Es gibt aber natür­lich auch wie­der gute Nach­rich­ten, Wien ist laut dem Eco­no­mist end­lich wie­der die lebens­wer­tes­te Stadt der Welt. Denn auch wenn mili­tä­risch neu­tral, natür­lich Wer­te­wes­ten. Sie­he Ai Wei­wei. Sie­he IWMVienna.

edit2: Ups, sor­ry, nein natür­lich - tut mit leid, die gute Nach­richt kommt heu­te natür­lich wie­der vom Standard -

KRIEG IN DER UKRAINE

Wie­der­auf­bau im ukrai­ni­schen Kra­ma­tor­sk: Nach­barn hel­fen sich gegenseitig

src: click

Pro­pa­gan­da hat immer noch nie­mand entdeckt.

Mehr Buchungsfehler

21. Juni 2023

Nach den sehr popu­lä­ren accoun­ting errors, bei denen die US Admi­nis­tra­ti­on im Mai 3 Mil­li­ar­den USD in einer Sofa­rit­ze für mehr Waf­fen­lie­fe­run­gen an die Ukrai­ne gefun­den hat -- freut es sie sicher sehr heu­te zu erfah­ren, dass die US Admi­nis­tra­ti­on erneut, auf­grund eines bedau­er­li­chen Buchungs­feh­lers, wei­te­re 3 Mil­li­ar­den für Waf­fen­lie­fe­run­gen in die Ukrai­ne gefun­den hat.

Aktu­ell ste­hen wir bei 6.2 Mil­li­ar­den USD mehr für Waf­fen­lie­fe­run­gen in die Ukrai­ne, durch rei­ne Buchungsfehler.

Ich mein, wer kennt das nicht, eine Mil­li­ar­de hier, eine Mil­li­ar­de da, mit der Zeit kommt da rich­tig was zusammen.

Ich bin mir sicher der US Con­gress wur­de auch in die­sem Fall umge­hend informiert.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk, aba­tigst Allerletzte.

Liebe Freunde und Partner

21. Juni 2023


Denys Schmyhal:

Die Ukrai­ne wan­delt sich, die Ukrai­ne gewinnt, unser Sieg wird den Beginn einer erneu­er­ten, stär­ke­ren Ent­wick­lung in Euro­pa sein, wir wer­den in der Abwehr zusam­men ste­hen, auch im Wie­der­auf­bau - wir sind allen dank­bar die uns dabei hel­fen, die uns dabei hel­fen für unse­re Frei­heit und Unab­hän­gig­keit heu­te zu kämp­fen. Ich möch­te auch mei­nen Dank aus­drü­cken gegen­über der Regie­rung des ver­ein­ten König­rei­ches, ins­be­son­de­re Pre­mier­mi­nis­ter Rishi Sunak und Außen­mi­nis­ter Cle­ver­ly, die die­se Kon­fe­renz gemein­sam aus­ge­rich­tet haben. Die­se per­fek­te Kon­fernz wie ich sagen möch­te. Sol­che Ver­an­stal­tun­gen bie­ten uns die Mög­lich­keit unse­re Bemü­hun­gen zu syn­chro­ni­sie­ren und gemein­sam auf den Sieg und den Wie­der­auf­bau der Ukrai­ne hinzuarbeiten. 

Wer hier ein ratio­na­les Argu­ment fin­det, darf es behalten.

Inhalt?

Die Ukrai­ne muss par­al­lel zu den Kriegs­hand­lun­gen bereits wie­der auf­ge­baut wer­den um wirt­schaft­lich über­le­bens­fä­hig zu bleiben.

Das wird jetzt als “die­se Hil­fe ermög­licht es uns gemein­sam auf einen Sieg der Ukrai­ne hin­zu­ar­bei­ten” gecoined --

da ein lang­an­hal­ten­der Auf­rei­bungs­krieg im Sin­ne aller Teil­neh­mer ist - Ziel ist es immer noch Russ­lands mili­tä­ri­sche Hand­lungs­fä­hig­keit zu ver­rin­gern, und auf Regi­me­chan­ge hinzuarbeiten.

Dazu sto­ßen wir doch ger­ne Inves­to­ren­kon­fe­ren­zen an, in denen die Pri­vat­wirt­schaft mit staat­li­chen Sicher­heits­ga­ran­tien, die Infra­struk­tur wie­der auf­baut, die bereits mor­gen wie­der ange­griff­fen wer­den wird. 

Jetzt noch tap­fer im 20er Ver­bund klat­schen, wäh­rend sich Selen­skyj eine libe­ra­le Visi­on für die Investitions-Neuausrichtung aus­denkt (kein Scherz, inter­view ges­tern), denn sonst kom­men die Inves­to­ren nicht ein­mal mit staat­li­chen Investitionsschutzgarantien.

Dazwi­schen noch das ein oder ande­re Staats­ober­haupt, das genau weiß wer den Nowa Kachow­ka Stau­dam gesprengt hat, und dann die nächs­te Inves­to­ren Kon­fe­renz in Frank­reich oder? Deutsch­land hat­ten wir ja bereits.

Übri­gens Nowa Kachow­ka, ich weiß nicht ob sies wuß­ten, sehr wahr­schein­lich aus dem Maschi­nen­raum her­aus gesprengt in den ja nur die Rus­sen konn­ten, vor allem mit so viel Spreng­stoff (!), sagen Exper­ten - ohne Bele­ge, aber doch sind wir gleich­zei­tig im Bezug auf die Fak­ten­la­ge, gera­de so unsi­cher, dass die Seis­mo­lo­gen nicht aus­rech­nen kön­nen wie­viel Spreng­stoff es für die Explo­si­on benö­tigt hät­te - die, wenn wir mit den Metri­ken rech­nen die bei Nord­stream 2 ange­legt wer­den 10 mal klei­ner war als eine der bei­den Spren­gun­gen bei Nord­stream 2 (Rich­ter Ska­la ist log sca­le), wes­halb wir ja alle wis­sen, dass zwei Tau­cher mit zwei Tauchas­sis­ten­ten, bin­nen eines Tages zwei Spren­gun­gen mit 20-fach höhe­rem Spreng­stof­fe­qui­va­lent leicht schul­tern konn­ten, aber die Spren­gung des Stau­damms von Nowa Kachow­ka, von der Was­ser­sei­te aus unmög­lich war.

Wei­ters wis­sen wir alle, dass der Stau­damm ja ver­mint war - aber nie­mand, dass die Minen die dort lagen nicht ein­mal annä­hernd genü­gend Spreng­wir­kung für die Spren­gung des Stau­dam­mes ent­wi­ckelt hät­ten. Was uns Selen­skyj natür­lich nicht ver­rät, den ers­ten Halb­satz aber schon. In Reden. Wiederholt.

Und jetzt soll Russ­land sogar das das Was­ser­be­cken des Atom­kraft­werks in Sapo­ri­scha ver­mint haben!

Eben­falls mit zu wenig Spreng­stoff um es zu spren­gen? Weil eben nur vermint?

Der Spie­gel fragt sicher­heits­hal­ber kei­nen Seis­mo­lo­gen, oder Sta­ti­ker - sonst könn­te man hier ja Pro­pa­gan­da ein­deu­tig identifizieren.

Sogar früh­zei­tig.

Das wol­len wird doch alle nicht.

Lie­ber mehr Heu­cheln und Lügen als Gesell­schafts­prin­zip, oder?

Fickt euch. Fickt euch alle.

edit: Die Kon­fe­renz war natür­lich wie­der sehr erfolgreich:

“Wir hat­ten nicht vor­ge­se­hen, dass dies eine Geber­kon­fe­renz sein soll­te”, sag­te der bri­ti­sche Außen­mi­nis­ter James Cle­ver­ly am Don­ners­tag zum Abschluss der Kon­fe­renz. “Den­noch kön­nen wir heu­te ins­ge­samt 60 Mil­li­ar­den Euro an Unter­stüt­zung für die Ukrai­ne verkünden.”

Cle­ver­ly zufol­ge zie­len die Zusa­gen von Regie­run­gen und inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­tio­nen dar­auf ab, die Ukrai­ne kurz- und mit­tel­fris­tig zu unter­stüt­zen. Die Bemü­hun­gen kon­zen­trier­ten sich nun dar­auf, “das enor­me Poten­zi­al des Pri­vat­sek­tors” zu erschließen.

Ein Groß­teil der 60 Mil­li­ar­den Euro kommt aus einem 50 Mil­li­ar­den Euro schwe­ren Hilfs­pa­ket, das die Euro­päi­sche Uni­on bis 2027 bereit­stel­len will. Die USA kün­dig­ten Unter­stüt­zung in Höhe von umge­rech­net rund 1,2 Mil­li­ar­den Euro an, die vor allem für den Ener­gie­sek­tor und die Infra­struk­tur der Ukrai­ne bestimmt sein soll.

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8,8 Mil­li­ar­den von der Privatwirtschaft.

Von knapp 400 die gemein hin für einen voll­stän­di­gen Wie­der­auf­bau ver­an­schlagt werden.

Hey! Wikipedia hat den Stellvertreterkrieg Artikel neu konzipiert!

21. Juni 2023

Also die deutsch­spra­chi­ge Wikipedia:

Im Jän­ner!

20:47, 27. Jan. 2023

Also die all­ge­mei­ne Defi­ni­ti­on raus.

Und die ukrai­ne­krieg­freund­li­che rein.

Bildschirmfoto 2023 06 21 um 06 45 13
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Gott sei Dank gibt es eine Dei­tel­hoff, denn wenns die nicht geben wür­de, müss­te man die glatt erfinden.

Dazu die eng­lisch­spra­chi­ge Wikipedia:

A pro­xy war is an armed con­flict bet­ween two sta­tes or non-state actors, one or both of which act at the ins­ti­ga­ti­on or on behalf of other par­ties that are not direct­ly invol­ved in the hostilities.[1] In order for a con­flict to be con­si­de­red a pro­xy war, the­re must be a direct, long-term rela­ti­ons­hip bet­ween exter­nal actors and the bel­li­ger­ents involved.[2] The afo­re­men­tio­ned rela­ti­ons­hip usual­ly takes the form of fun­ding, mili­ta­ry trai­ning, arms, or other forms of mate­ri­al assi­s­tance which assist a bel­li­gerent par­ty in sus­tai­ning its war effort.[2]

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Fuß­no­te 1? OCH, nur so ein Ver­weis auf die Ency­clo­pe­dia of the United Nati­ons and Inter­na­tio­nal Agree­ments. Abing­don: Rout­ledge Books. p. 1869. ISBN 978-0415939201.

Aber das kön­nen die deutsch­spra­chi­gen Wiki­pe­dia­ner doch bes­ser! Duden, und Deitelhoff!

Die ham­ma doch bei der Maisch­ber­ger gese­hen, das ist eine Expertin!

Na wem glau­ben wir denn jetzt?

Ich wür­de sagen der Pro­pa­gan­da Vari­an­te, die den deutsch­spra­chi­gen Wiki­pe­diaar­ti­kel mit Aus­sa­gen über den Ukrai­ne­krieg auf­ge­hübscht hat, oder?

Und der “gemein­gül­ti­gen” Bedeu­tung des Begriffs, die die Dif­fe­ren­zie­rung, ein oder meh­re­re Kriegs­teil­neh­mer nicht kennt, die wir im Duden gefun­den haben.

Weil wenn wir “Stell­ver­tre­ter­krieg” goog­len ja alle die Bau­ern­re­gel dafür was das eigent­lich ist lesen wol­len, nicht? Also das was dir der Duden dar­über erzäh­len würde.

Wir sind ja gelern­te Bür­ger des Wertewestens.

War­um Dei­tel­hoff? Och, das wird wei­ter unten ersichtlich…

Bildschirmfoto 2023 06 21 um 07 02 31

Ach­so­ja - Natür­lich die ist eine von zwei pro­mi­nen­ten Ver­tre­tern für die Neu­aus­le­gung des Begriffs in der Ukrai­ne Fra­ge. Schnell in den ers­ten Absatz mit der Dei­tel­hoff! Nur ohne Kon­tex­tua­lie­rung. Die kommt dann erst später.

Auch extrem lus­tig, der Zusatz “Es ist umstrit­ten, ob der Rus­si­sche Über­fall auf die Ukrai­ne als ein Stell­ver­tre­ter­krieg zwi­schen Russ­land auf der einen Sei­te sowie den USA auf der ande­ren Sei­te bezeich­net wer­den kann.” liest sich so holp­rig wie es das ursprüng­li­che, tat­säch­li­che Argu­ment in die­sem Fall auch tat­säch­lich ist, und wur­de am 20. Sep­tem­ber 2022 erst­ma­lig im Arti­kel ergänzt.

Also im Arti­kel über Stell­ver­tre­ter­krie­ge in dem der Ukrai­ne Krieg davor bereits ein hal­bes Jahr gelis­tet war.

Der Absatz damals war noch fair - inklu­si­ve der fol­gen­den Gewichtung:

Russ­land selbst ver­su­che nun, über das poli­ti­sche Schlag­wort „Stell­ver­tre­ter­krieg“ die Kriegs­schuld von sich zu wei­sen, da in einem klas­si­schen Stell­ver­tre­ter­krieg die Kriegs­schuld bei den Hin­ter­män­nern des Stell­ver­tre­ters zu suchen sei.[6][7][8]

Nur, wann sind wir eigent­lich zu “nein, also es kann ja begriffs­theo­re­tisch kei­ner sein” gewechselt?

Ach­ja, mit Dei­tel­hoff! Die jetzt im erts­ten Absatz zu fin­den ist! Na Gott sei Dank. Wenns die kriegs­het­ze­risch­te Frie­dens­for­sche­rin aller Zei­ten nicht im deutsch­spra­chi­gen Fern­se­hen geben wür­de - hät­ten wir heu­te noch einen wis­sen­schaft­li­chen Arti­kel zu dem Begriff auf Wiki­pe­dia, der - im ers­ten Absatz - nicht extra für den Ukrai­ne­krieg ange­passt wor­den wäre.

Herr­lich oder? Wir im Wertewesten.

Passt

20. Juni 2023

Die Wie­ner Zei­tung ist noch nicht der Standard.

Der Wie­ner Frie­dens­gip­fel am 10./11. Juni hat schon im Vor­feld viel Kri­tik erfah­ren. Es wur­de gearg­wöhnt, dass dies eine Pro­pa­gan­da­ver­an­stal­tung für Wla­di­mir Putin sein wer­de. Haben sich die­se Befürch­tun­gen bewahr­hei­tet? Nein. Die hoch­ran­gi­gen Refe­ren­tin­nen und Refe­ren­ten - ein Kar­di­nal der katho­li­schen Kir­che aus Gua­te­ma­la, der Vize­prä­si­dent von Boli­vi­en, der außen­po­li­ti­sche Bera­ter des mexi­ka­ni­schen Prä­si­den­ten, der ehe­ma­li­ge Prä­si­dent der UNO-Generalversammlung, der Bera­ter der vati­ka­ni­schen Frie­dens­mis­si­on, ehe­ma­li­ge hoch­ran­gi­ge US-Offizierinnen und -Offi­zie­re, inter­na­tio­na­le Diplo­ma­tin­nen und Diplo­ma­ten sowie vie­le ande­re - sorg­ten für ein hoch­wer­ti­ges Diskussionsniveau.

Häme, Hass und Hindernisse

In Öster­reich selbst ist die Frie­dens­ver­samm­lung nur auf Häme, Hass und Hin­der­nis­se gesto­ßen. Man hat sie - ohne den gerings­ten Beweis - schon im Vor­feld als Pro­pa­gan­da für Putin ver­ur­teilt und, teil­wei­se mit Erfolg, auf pro­mi­nen­te Unter­stüt­zer ein­ge­wirkt, ihre Teil­nah­me zurück­zu­zie­hen. Man hat den ÖGB der­art unter Druck gesetzt, dass er die ver­trag­lich zuge­sag­ten Räum­lich­kei­ten zwei Tage vor der Ver­an­stal­tung ver­wei­gert hat. Man hat, ver­geb­lich, alles ver­sucht, um die Tagung zu ver­hin­dern. Und dass seit dem Event die Web­site nicht mehr funk­tio­niert, ist wohl auch kein Zufall.

Das alles ist zwar übel und ange­sichts der hoch­ran­gi­gen inter­na­tio­na­len Refe­ren­tin­nen und Refe­ren­ten zutiefst pro­vin­zi­ell, aber viel­leicht noch ver­ständ­lich, vor allem wenn die­se Aktio­nen von Men­schen aus der um ihre Exis­tenz kämp­fen­den Ukrai­ne aus­ge­hen. Was jedoch in mei­nen Augen voll­kom­men unver­ständ­lich ist, ist die Tat­sa­che, dass sich im neu­tra­len und demo­kra­ti­schen Öster­reich kei­ne ein­zi­ge Stim­me erho­ben hat, die gegen die­se Machen­schaf­ten im Namen der Demo­kra­tie und der Rede­frei­heit pro­tes­tiert hät­te. Nie­mand, tat­säch­lich nie­mand hat - etwa im Sin­ne von Vol­taires berühm­tem Aus­spruch - gesagt: “Ich stim­me mit der Mei­nung die­ser Leu­te nicht über­ein, aber ich wer­de den­noch ihr Recht ver­tei­di­gen, die­se Mei­nung öffent­lich zu äußern.”

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edit: Zu früh gefreut, de Autor ist der hier: