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Der Standard und das diffizile Feld medialer Hetze in 2023

13. Oktober 2023

Das ist das ers­te Mal, dass ich das so for­mell im Titel habe.

Also - wo sind wir ste­hen geblieben?

Ach­ja, also --

- Bedeu­tung des Slo­gans (“from the river to the sea”) vor drei Tagen umde­kla­riert. Demo­kra­tisch? Nein, uns reicht es doch wenn das eine UK Poli­ti­ke­rin fordert.

- Auf­grund des umde­kla­rier­ten Slo­gans, der seit ges­tern “Terror-Unterstützung” reprä­sen­tie­ren wür­de, wegen “Gefahr im Ver­zug” die Pro-Palästina Demo in Wien abgesagt.

- Die vor­ges­tern dann unge­neh­migt in klei­ne­rem Rah­men ohne Aus­schrei­tun­gen (? hof­fent­lich, Quel­len­la­ge schlecht) in Wien über die Büh­ne gegan­gen ist.

- Ges­tern: Jour­na­lis­ti­scher Schul­ter­schluss zu “sogar die ver­bo­te­ne Paro­le wur­de skan­diert, das war ja der Grund für die Absa­ge zuvor!” - Fol­ge: Öffent­li­che Empörung.

- Heu­te: Stan­dard: “Pod­cast mit Nico­le Schön­dor­fer ent­fernt”.

Ihr Ein­satz für die Sache der Paläs­ti­nen­ser und die Boy­kott­kam­pa­gne gegen Isra­el (BDS) hat für Nico­le Schön­dor­fer jetzt Kon­se­quen­zen. Sie nahm etwa auch an der unter­sag­ten Pro-Palästina-Demo am Mitt­woch in Wien teil. “Auf­grund der Ereig­nis­se in den ver­gan­ge­nen Tagen haben wir uns dazu ent­schie­den, den Pod­cast ‘Darf sie das?’ mit Nico­le Schön­dor­fer von den rele­van­ten Platt­for­men zu ent­fer­nen”, schreibt Dani­el Roß­mann, er ist Geschäfts­füh­rer der Pod­cast­werk­statt auf X (vor­mals Twitter).

Ich ken­ne die Dame nicht, aber Inhalts­ana­ly­se ist etwas was ich beherrsche.

Also los gehts.

Was glau­ben sie ist das wesent­lichs­te Argu­ment im zitier­ten Paragraphen?

Es ist Unter­stüt­zung der Boy­kott­kam­pa­gne gegen Isra­el, BDS. Fällt beim Lesen nicht so auf, oder -- dadurch, dass es der Stan­dard nicht aus­führt, ent­steht der Ein­druck das Haupt­ar­gu­ment wäre die Teil­na­me an einer unter­sag­ten Demo. Toll. Da wird also ein Pod­cast vom Her­aus­ge­ber aus der media­len Öffent­lich­keit ent­fernt und was war jetzt noch­mal der Grund, ach­ja - der Halb­satz der vom Stan­dard im Kür­zel belas­sen und nicht wei­ter auf­be­rei­tet wird…

Da die Feeds besag­ten Pod­casts noch online sind ist ersicht­lich, dass der Pod­cast im Okto­ber 2021 das letz­te Mal ver­öf­fent­licht wur­de. Bis ges­tern ohne jeg­li­che recht­li­che Konsequenzen.

Heu­te möch­te sich ein Medi­um vom Schaf­fen eines sei­ner Mit­ar­bei­ter distan­zie­ren - und SCHWUPS - exis­tiert das gesam­te Schaf­fen des Mit­ar­bei­ters nicht mehr.

Ist das nicht etwas harsch? So ganz ohne Gerichtsprozess?

Ja, aber das liegt dar­an, das muss man ver­ste­hen, dass das Argu­ment des Publis­her­netz­wer­kes kein recht­li­ches, son­dern ein Gesin­nungs­ar­gu­ment ist.

Das Argu­ment des Publis­hers ist nicht prüf­bar. Durch nichts im Tweet und nichts im Stan­dard Arti­kel über den Tweet. Es fehlt bei bei­den jeg­li­cher sach­be­zo­ge­ner Kontext.

Das Argu­ment des Publis­hers hat wei­ters inhalt­lich mög­li­cher­wei­se (die For­mu­lie­rung des Her­aus­ge­bers legt es nahe) nichts mit dem zu tun was jetzt ent­fernt wur­de und nicht mehr ein­seh­bar ist.

Also wel­che jour­na­lis­ti­sche, oder juris­ti­sche Logik fin­det hier Anwen­dung? Ant­wort - GAR KEINE. Es ist sehr wahr­schein­lich ein simp­les Markt­kal­kül. Wenn die Öffent­lich­keit her­aus­fin­det, dass wir uns mit der Dame abge­ge­ben haben, wird das unse­ren Wer­be­kun­den gar­nicht gefallen.

Hübsch!

Pro­blem, der Stan­dard greift das ein­fach voll­kom­men unre­flek­tiert auf. Es ent­steht durch die Bericht­erstat­tung des Stan­dard der Ein­druck, dass ein aktu­el­les Ereig­nis (Teil­nah­me an einer nicht­ge­neh­mig­ten Demo), der Grund für eine zeit­na­he dis­zi­pli­na­ri­sche Maß­nah­me eines Journalismus-ähnlichen (adja­cent) Arbeit­ge­bers sind. (Auf den zwei­ten Blick stimmt dann nichts davon.)

Ver­stärkt durch das unkom­men­tier­te publi­zie­ren der Äuße­run­gen des Her­aus­ge­bers im Voll­text, in denen der ver­meint­li­che Grund für die öffent­li­che Akti­on zu fin­den ist - in drei Sät­zen, nicht mehr.

Jedoch sind wir der Mei­nung, dass man den bis­he­ri­gen Pod­cast Inhalt nicht von der Autorin tren­nen kann. Wir leh­nen jede Form von Anti­se­mi­tis­mus ab.”

Unse­re Gedan­ken sind bei den Hin­ter­blie­be­nen der Opfer des Ter­rors in Israel.”

Pro­blem: Die Form des Anti­se­mi­tis­mus, ist hier weder im Tweet (Begrün­dung des Publis­hers), noch im Arti­kel zu finden.

(Wir mer­ken uns, recher­chere­le­van­te Fra­ge: Wor­an liegt das?)

Der geneig­te Leser darf sich jetzt durch “wir leh­nen jede Form des Anti­se­mi­tis­mus ab, und unse­re Gedan­ken sind bei den Opfern” - zusam­men­rei­men, dass die “Form des Anti­se­mi­tis­mus” wohl eine nicht ganz so pro­noun­zier­te gewe­sen sein dürf­te - und mut­maß­lich die Unter­stüt­zung der Dame bezüg­lich der BDS Kam­pa­gne war.

Also was zur Höl­le ist jetzt BDS?

Wiki­pe­dia konsultiert:

Die Anti­se­mi­tis­mus­for­schung ord­net die Zie­le der Kam­pa­gne als anti­zio­nis­tisch (gegen einen jüdi­schen Staat gerich­tet), viel­fach auch als anti­se­mi­tisch ein. Eini­ge Wis­sen­schaft­ler hal­ten Israel­boy­kot­te an sich nicht für anti­se­mi­tisch. Die Par­la­men­te und Regie­run­gen von Deutsch­land, Öster­reich und Tsche­chi­en haben die BDS-Kampagne als anti­se­mi­tisch eingestuft.

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Das ist ja ein wun­der­ba­rer Absatz mit wirk­lich allem drin… In Deutsch­land und Öster­reich als anti­se­mi­tisch ein­ge­stuft. Damit haben wir den Grund für die heu­ti­ge Akti­on des Herausgebers.

Aber wir wol­len hier doch noch ein wenig mehr Hin­ter­grund haben, als nur einen Halb­satz auf der deut­schen Wiki­pe­dia - also wei­ter gehts zur deut­schen Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bildung:

Die BDS-Kampagne ist immer wie­der Gegen­stand hit­zi­ger media­ler und poli­ti­scher Debat­ten. Die einen betrach­ten sie als ein harm­lo­ses poli­ti­sches Instru­ment für eine gerech­te­re Welt, ande­re hin­ge­gen erken­nen in ihr eine anti­se­mi­ti­sche Stoß­rich­tung. Was BDS genau ist, wie die Kam­pa­gne ent­stan­den ist, was ihre Unterstützer/-innen wol­len und wes­halb es sich dabei um eine anti­se­mi­ti­sche Kam­pa­gne han­delt, erklärt die­ser Artikel.

Haupt­be­grün­dung:

Nur weni­ge Jah­re spä­ter wur­de die BDS-Kampagne mit der Ver­öf­fent­li­chung ihres Mani­fests “Pales­ti­ni­an Civil Socie­ty Call for BDS” (2005) offi­zi­ell ins Leben geru­fen. Als Initiatoren-/innen wer­den eine Rei­he von teils sehr unter­schied­li­chen paläs­ti­nen­si­schen NGOs und zivil­ge­sell­schaft­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen aufgeführt.[3] Schon bei ober­fläch­li­cher Betrach­tung des Mani­fests wird deut­lich, dass sich dar­in Par­al­le­len zur dämo­ni­sie­ren­den Rhe­to­rik und zu den dif­fa­mie­ren­den Ver­glei­chen der NGO-Abschlusserklärung in Dur­ban fin­den (vgl. ebd.). So behaup­ten die Initiator/-innen der BDS-Kampagne in ihrer Grün­dungs­er­klä­rung, dass der “Staat Isra­els größ­ten­teils auf Land gegrün­det wur­de, das zuvor von sei­nen paläs­ti­nen­si­schen Besit­ze­rIn­nen eth­nisch gesäu­bert wur­de” (BDS Call 2005). Zudem pran­gern die BDS-Verantwortlichen dar­in eine angeb­li­che “kolo­nia­le und dis­kri­mi­nie­ren­de Poli­tik Isra­els” (ebd.) an und for­dern einen umfas­sen­den Boy­kott nach Vor­bild “der Maß­nah­men gegen Süd­afri­ka wäh­rend der Apart­heid” (ebd.).

Jene Argu­men­ta­tio­nen und Ana­lo­gien zie­len dar­auf ab, sowohl die Poli­tik israe­li­scher Regie­run­gen gegen­über den Palästinenser/-innen als auch die blo­ße Exis­tenz Isra­els in eine his­to­ri­sche Kon­ti­nui­tät kolo­nia­ler Ver­bre­chen zu stel­len. Die fal­sche Behaup­tung, Isra­el sei auf ‘größ­ten­teils eth­nisch gesäu­ber­ten Land’ gegrün­det worden[4] wie auch der Vor­wurf, Isra­els Poli­tik ver­fol­ge eine dezi­diert (neo)koloniale Agen­da, sind zen­tra­le Argu­men­ta­ti­ons­fi­gu­ren der anti­is­rae­li­schen Pro­pa­gan­da (vgl. Salz­born 2018: 148f.). So wird die Beset­zung bestimm­ter Ter­ri­to­ri­en nicht etwa als Fol­ge von nicht abge­schlos­se­nen Krie­gen, son­dern stets als israe­li­sche oder gar jüdi­sche Kolo­ni­sie­rung beschrie­ben. Die expli­zi­ten und impli­zi­ten Ver­glei­che des demo­kra­ti­schen Staa­tes Isra­el mit dem auto­ri­tä­ren, ras­sis­ti­schen Apart­heids­re­gime in Süd­afri­ka sowie ihre Selbst­in­sze­nie­rung als ver­meint­lich gewalt­freie Initia­ti­ve im Dienst des “internationale[n] Recht[s] und den uni­ver­sel­len Prin­zi­pi­en der Men­schen­rech­te” (ebd.) ver­schafft den Boy­kott­for­de­run­gen von BDS den Anschein poli­ti­scher Legi­ti­mi­tät – und Harm­lo­sig­keit. Das Mani­fest mün­det in einen Appell, der an die dämo­ni­sie­ren­de Rhe­to­rik anschließt und drei Kern­for­de­run­gen umfasst, die einer Dele­gi­ti­mie­rung Isra­els das Wort reden.

[…]

(1) Vor­wurf der “Beset­zung und Kolo­ni­sa­ti­on allen ara­bi­schen Lan­des” (BDS)

Mögen die Anlie­gen der BDS-Kampagne auf den ers­ten Blick als poli­tisch legi­tim und nach­voll­zieh­bar erschei­nen, offen­bart sich in den Vag­hei­ten und Impli­ka­tio­nen ihrer drei Kern­for­de­run­gen eine anti­se­mi­ti­sche Stoß­rich­tung. Bereits das ers­te Kern­ziel, in dem ein Ende der “Beset­zung und Kolo­ni­sa­ti­on allen ara­bi­schen Lan­des” (BDS Call 2005) gefor­dert wird, kann als Ver­nich­tungs­ab­sicht gegen­über Isra­el inter­pre­tiert werden […]

[…]

(2) For­de­rung nach Gleich­be­rech­ti­gung ara­bi­scher Israelis

[…]

(3) Unein­ge­schränk­tes Rück­kehr­recht paläs­ti­nen­si­scher Flücht­lin­ge und ihrer Nachkommen 

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Ehm…

Zuerst das ver­meint­lich ein­fa­che­re Argu­ment - Isra­el ver­fol­ge eine dezi­diert (neo)koloniale Agen­da -- ehm, mal sehen… Was­ser (90% import-rate in the Gaza Strip), Ener­gie (90% import-rate in the Gaza Strip), Roh­stof­fe, Ver­wal­tung, Mög­lich­kei­ten zur Ver­lei­hung einer israe­li­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit von Pales­ti­nen­sern, Mau­ern, Grund­buch­rein­ter­pre­ta­tio­nen, und bis heu­te kein Sani­tär­sys­tem in Gaza, sind ja dezi­diert - demo­kra­tie­freund­lich, wie auch die Innen­po­li­tik der aktu­el­len israe­li­schen Regie­rung “das Pro­blem Gaza Strei­fen mit Geld ruhigzustellen”.

NZZ am 07.10.:

Wir sehen die Fol­ge auf bei­den Sei­ten: Umfra­gen zeig­ten zuletzt, dass die Radi­ka­li­sie­rung zuge­nom­men hat und auch der Extre­mis­mus. Isra­el hat eine gra­vie­ren­de Fehl­ein­schät­zung gemacht: Die Füh­rung ist davon aus­ge­gan­gen, die Hamas nach der letz­ten mili­tä­ri­schen Eska­la­ti­on im Jahr 2021 ruhig­ge­stellt zu haben: Man liess Geld aus dem Aus­land nach Gaza flies­sen und ver­gab gross­zü­gi­ger als zuvor Arbeitsgenehmigungen.

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Jetzt das ver­meint­lich schwie­ri­ge­re Argument:

Der 1947 ver­öf­fent­lich­te UN-Teilungsplan für Paläs­ti­na sah die Grün­dung eines ara­bi­schen und eines jüdi­schen Staa­tes vor, der mehr als die Hälf­te des Man­dats­ge­biets aus­ma­chen soll­te. Der Exo­dus der ara­bi­schen Bevöl­ke­rung begann wäh­rend des arabisch-jüdischen Bür­ger­kriegs, der der Annah­me des UN-Teilungsplans im Novem­ber 1947 folg­te. Er setz­te sich im unmit­tel­bar nach der Erklä­rung der Unab­hän­gig­keit des Staa­tes Isra­el von den ara­bi­schen Staa­ten begon­ne­nen arabisch-israelischen Krieg fort. Aus israe­li­scher Sicht, der sich die meis­ten west­li­chen Staa­ten ange­schlos­sen haben, wer­den die Krie­ge als „israe­li­scher Unab­hän­gig­keits­krieg“ bezeichnet.

Die Grün­de, die zur Flucht der ara­bi­schen Bevöl­ke­rung des sei­ner­zei­ti­gen bri­ti­schen Man­dats­ge­bie­tes Paläs­ti­na führ­ten, sind umstrit­ten, in ihren poli­ti­schen Fol­gen nach Ansicht des fran­zö­si­schen His­to­ri­kers Hen­ry Lau­rens jedoch letzt­lich irrele­vant: Das Wesent­li­che sei nicht, dass die Paläs­ti­nen­ser gegan­gen sind, „son­dern dass sie nicht zurück­keh­ren durf­ten“. Ihre Rück­kehr sei auf Anwei­sung ver­hin­dert wor­den: „Die Dör­fer wur­den mit Pla­nier­rau­pen zer­stört oder in die Luft gesprengt und die Ern­ten in Brand gesteckt. Flücht­lin­ge, die ver­such­ten zurück­zu­keh­ren, wur­den erschos­sen.“ Dabei sei­en die dama­li­gen Zio­nis­ten davon aus­ge­gan­gen, dass die Paläs­ti­nen­ser kein eige­nes Volk sei­en, son­dern Ara­ber und damit als Teil eines grö­ße­ren Volkes.[1] Bis heu­te ver­wei­gert Isra­el den Paläs­ti­nen­sern das Recht auf Rückkehr.

[…]

Israe­li­sche Gesetzgebung
2008 ver­bot das israe­li­sche Minis­te­ri­um für Kul­tur und Sport die Ver­wen­dung des Wor­tes Nak­ba in ara­bisch­spra­chi­gen Schul­bü­chern. Minis­ter Gide­on Saar erklär­te, es gebe kei­nen Grund, die Grün­dung des Staa­tes Isra­el in offi­zi­el­len Unter­richts­pro­gram­men als Kata­stro­phe darzustellen.[10] Rechts­ge­rich­te­ten Israe­lis sind die Gedenk­fei­ern ara­bi­scher Israe­lis ein Dorn im Auge, da die­se des Nakba-Tages am israe­li­schen Unab­hän­gig­keits­tag geden­ken. Im März 2011 beschloss die Knes­set daher ein kon­tro­ver­ses Gesetz, das zwar nicht das Geden­ken ver­bie­tet, aber jene Insti­tu­tio­nen bestraft, die sol­che Gedenk­fei­ern abhal­ten oder unter­stüt­zen. Das Nakba-Gesetz, das im Janu­ar 2012 vom Obers­ten Gericht bestä­tigt wur­de, erlaubt es dem Finanz­mi­nis­te­ri­um, staat­li­che För­de­run­gen für sol­che Insti­tu­tio­nen zu kür­zen. Betrof­fen ist auch, wer Isra­el nicht als jüdi­schen Staat aner­ken­nen will.[11]

Nak­ba als Kampf­be­griff der israe­li­schen Rechten
Sei­tens der israe­li­schen Rech­ten wird der Begriff Nak­ba als Dro­hung einer eth­ni­schen Säu­be­rung gegen Paläs­ti­nen­ser und paläs­ti­nen­sisch stäm­mi­ge Israe­lis genutzt. Beim national-religiösen, rechts­ex­tre­men Flag­gen­marsch am Jeru­sa­lem­tag kommt es regel­mä­ßig ins­be­son­de­re zu ras­sis­ti­schen Äuße­run­gen gegen Ara­ber und Muslime.[12] 2021 rie­fen Teil­neh­mer des Mar­sches Slo­gans wie „Tod den Ara­bern“, „Ein toter Ara­ber ist ein guter Ara­ber“ und „Die zwei­te Nak­ba [Ver­trei­bung der Paläs­ti­nen­ser] kommt bald“.[13] Nach dem Angriff der Ter­ror­grup­pe Hamas auf Isra­el im Okto­ber 2023, mit hun­der­ten israe­li­schen Toten, for­der­te der Knesset-Abgeordnete Ari­el Kall­ner die eth­ni­sche Säu­be­rung des Gaza­strei­fens und umschrieb die­se mit dem Wort Nakba:

Im Moment gibt es nur ein Ziel: Nak­ba! Eine Nak­ba, die die Nak­ba von 1948 in den Schat­ten stel­len wird. Nak­ba in Gaza und Nak­ba für jeden, der es wagt, sich anzu­schlie­ßen! Ihre Nak­ba, denn wie damals 1948 ist die Alter­na­ti­ve klar.“[14]

src: click (Wiki­pe­dia Nakba)

Hui, hui, hui, hui.

Also gut, in Öster­reich ist die­se Form des Anti­zio­nis­mus (BDS) als anti­se­mi­tisch eingestuft.

Also bes­ser aus­spre­chen, dass Isra­el nicht auf gesäu­ber­tem Land gegrün­det wur­de, und dass die Paläs­ti­nen­ser in Isra­el nicht in einer Art Apart­heit­staat leben.

Was ist noch mal das rela­ti­ve GDP?

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Ah.

Na gut dass das mit dem Wei­ter­lei­ten von inter­na­tio­na­len Hilfs­gel­dern und dem Ertei­len von mehr Arbeits­er­laub­nis­sen so gut geklappt hat.

Na, aber - also die Paläs­ti­nen­ser mit Arbeits­er­laub­nis, die in Isra­el arbei­ten dür­fen, die wer­den ja auch sehr gut bezahlt. Gleich wie israe­li­sche Arbei­ter im sel­ben Job, und vier mal höher als das was sie in Paläs­ti­na dafür bekom­men würden!

Dh, die sind im GDP per Capi­ta PPP berei­nigt, nicht eingerechnet. 

Ah.

Von wie vie­len spre­chen wir denn da?

As of March 1, 2020, the num­ber of valid work per­mits for Pales­ti­ni­an employees working in Isra­el stood at 87,000.

src: click

bei 5 Mil­lio­nen Ein­woh­nern in Paläs­ti­na. Sat­te 1.74 Prozent.

(Zum Ver­gleich 256.000 Öster­rei­cher arbei­ten der­zeit in Deutsch­land, das sind bezo­gen auf die Ein­woh­ner­zahl Öster­reichs 2.8 Prozent.)

Hui, hui, hui, hui…

Na, aber die bekom­men ja auch vier mal mehr Gehalt!

Cor­rup­ti­on and charlatanism

The pro­cess rela­ting to the employ­ment of Pales­ti­ni­ans in Isra­el, with its lack of trans­pa­ren­cy and its bureau­cra­cy, along with the defi­ci­ent public scru­ti­ny, pro­vi­des fer­ti­le ground for cor­rup­ti­on and char­la­ta­nism on the part of both pri­va­te indi­vi­du­als and offi­cials who make ille­gal pro­fits at the expen­se of workers and employ­ers alike.
Depen­den­cy on employ­ers invi­tes cor­rup­ti­on as employ­ers may char­ge the workers for their work per­mits. Kav LaO­ved is awa­re of Pales­ti­ni­an workers who pay employ­ers bet­ween 1,500 and 2,000 she­kels mon­th­ly for an Israe­li work per­mit. This fee is meant to “cover” the mon­th­ly pay­ment the employ­ers make to the Pay­ment Divi­si­on for taxes and social bene­fits and pro­vi­de them with some extra pro­fit. Employ­ers can also “tra­de” quo­tas they have no use
for. They char­ge a worker for the work per­mit, and the worker then works in other pla­ces against regulations.

Pales­ti­ni­ans who do not mana­ge to obtain a work per­mit in Isra­el and Israe­li employ­ers who do not recei­ve appro­val for hiring Pales­ti­ni­an workers for various rea­sons, some­ti­mes use midd­le­men who arran­ge per­mits for a fee.

[…]

The average dai­ly wages of a worker without a per­mit in Isra­el was 124 she­kels in 2008. A worker with a per­mit made an average of 141 she­kels per day.114
From the employ­ers’ point of view the gap is even wider, as the cost of employ­ing a Pales­ti­ni­an worker with a per­mit is about 70% hig­her than employ­ing one without a per­mit (210 ver­sus 124 she­kels respec­tively). This is due to the requi­red pay­ments to the Pay­ment Divi­si­on for the “legal” worker’s social rights. This dis­crepan­cy is a signi­fi­cant incen­ti­ve to hire Pales­ti­ni­ans who do not have work permits.115

[…]

[13] Accord­ing to esti­ma­tes by “pro­fes­sio­nals,” more than 20,000 are Pales­ti­ni­an workers are employ­ed in Isra­el without a per­mit (Sta­te Bud­get, Pro­po­sal for the 2011-2012 Fis­cal Year), Octo­ber 2010, p. 66, at click (Hebrew). The Israe­li bureau of sta­tis­tics esti­ma­tes the total num­ber of Pales­ti­ni­an workers (with and without a per­mit) in 2010 at about 60,000, i.e. some 30,000 workers without a per­mit (Eck­stein Report, p. 10, for details see note 1).

src: click (Kav LaOved)

Rech­nen wir mal 130 She­kels am Tag als Durch­schnitts­lohn, macht 4000 She­kels im Monat. Macht 12.000 USD im Jahr. Was war eigent­lich der Durch­schnitts­lohn (BNE) in Isra­el in 2012 (Zeit­punkt der Publi­ka­ti­on)? 30.000 USD im Jahr. Man sieht also - die Paläs­ti­nen­ser hät­ten bes­ser in Schu­len inves­tiert, dann wären sie nicht nur im nie­de­ren israe­li­schen Service-Sektor gelan­det, dem mit sei­nen gan­zen Kor­rup­ti­ons­pro­ble­men… So “Hälf­te des monat­li­chen Ein­kom­mens” Level an Kor­rup­ti­ons­pro­ble­men. (4000 She­kels Gehalt, 2000 für die Arbeitserlaubnis.)

Mit staat­li­chem Involvement.

Cor­rup­ti­on occurs even wit­hin the estab­lish­ment, insi­de the very aut­ho­ri­ties that deal with Pales­ti­ni­an employ­ment in Isra­el. Some of the­se affairs have reached the courts:
1. In 2009, a poli­ce offi­cer was con­vic­ted of bro­ke­ring bri­be­ry, after he gave an Israe­li con­trac­tor 138 Israe­li ent­ry per­mits for Pales­ti­ni­ans for a sum of 15,000 she­kels. The per­mits were issued without the requi­red scree­ning and one of the indi­vi­du­als who recei­ved them had been under a secu­ri­ty preclusion.58
2. Accord­ing to the IDF spo­kes­per­son, in 2009, a Civil Admi­nis­tra­ti­on employee recei­ved bri­bes from Pales­ti­ni­ans in exchan­ge for issuing Israe­li work permits.59
3. In 2009, the media repor­ted the arrest of a Civil Admi­nis­tra­ti­on employee and a seni­or Minis­try of Inte­rior employee on sus­pi­ci­on that they issued hund­reds of for­ged Israe­li stay per­mits for Pales­ti­ni­ans to a “net­work that smug­gled Pales­ti­ni­an workers into Isra­el” and which “made tran­sac­tions worth mil­li­ons of she­kels over the years.”60
4. In 2011, a clerk at the Pay­ment Divi­si­on at the Minis­try of Indus­try Tra­de and Labor was con­vic­ted of aggra­va­ted frau­du­lent recei­ving and bre­ach of con­fi­dence after she used thre­ats to recei­ve money from the owner of an employ­ment agen­cy which she had regis­tered, in exchan­ge for fur­nis­hing per­mits to employ workers from the West Bank.61
5. The most seni­or offi­cial in this sys­tem has also been con­vic­ted. Amram Kavi­lo, who ser­ved as the head of the Employ­ment Divi­si­on in the Civil admi­nis­tra­ti­on in the West Bank from 1995, was con­vic­ted in 2011 of taking bri­bes and bre­ach of con­fi­dence. Kavi­lo issued work per­mits in exchan­ge for bri­bes he recei­ved from con­trac­tors and workers bet­ween 2007 and 2009.62

Was wir aber nicht mehr mit Apartheit-Regimen der Ver­gan­gen­heit ver­glei­chen dür­fen, da das ja anti­se­mi­tisch ist.

Na gut, also wenn man ges­tern noch für einen Boy­kott Isra­els gestan­den und Sank­tio­nen gegen Isra­el gefor­dert hat (nicht mei­ne Posi­ti­on) -- war man bereits im Okto­ber 2021 ein Anti­se­mit, sie­he staat­li­che Ein­ord­nung der BDS Kam­pa­gne (click). Was dann aber erst im Okto­ber 2023 Aus­wir­kun­gen hatte.

Und zwar in der Form, dass ver­meint­lich jour­na­lis­ti­sche Publi­ka­tio­nen depu­bli­ziert wer­den, da man in vor allem Wer­be­ge­stütz­ten For­ma­ten als Her­aus­ge­ber von Pod­casts, “den Autor nicht vom Inhalt tren­nen könne”.

Ah.

Gut, der Rest des Tages ver­lief weni­ger überraschend…

Human Rights Watch hat mitt­ler­wei­le den Ein­satz von “White Phos­phor Bom­ben” in Gaza in den letz­ten fünf Tagen bestä­tigt. In den US doxen und public shamen jetzt orga­ni­sier­te extrem Rech­te (extrem rechts ist als Ein­ord­nung im poli­ti­schen Spek­trum zu ver­ste­hen) Unter­stüt­zer von pro paläs­ti­nen­si­schen offe­nen Brie­fen, mit PLAKAT-LKWs MIT LISTEN IHRER NAMEN am Cam­pus wo die­se öffent­lich als “Har­vards lea­ding Anti­se­mi­tes” denun­ziert werden:

Here in New York, Colum­bia Uni­ver­si­ty clo­sed its cam­pus to the public Thurs­day in respon­se to two sepa­ra­te demons­tra­ti­ons led by pro-Palestine and pro-Israel stu­dent groups. In Mas­sa­chu­setts, the names and pho­tos of several Har­vard stu­dents who signed a pro-Palestinian let­ter were dis­play­ed on a bill­board truck on cam­pus Wed­nes­day with a ban­ner that read “Harvard’s Lea­ding Anti­se­mi­tes.” Some of their names and per­so­nal infor­ma­ti­on were also pos­ted online. That action was orga­ni­zed by the ultra­con­ser­va­ti­ve non­pro­fit Accu­ra­cy in Media.

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Und der Grund dafür ist ist jetzt nicht mehr White Awa­reness (vgl. Judith Katz), son­dern feh­len­de Anti­se­mi­tism Awa­reness einer Lin­ken, die ein­fach nicht mehr gelernt hat zwi­schen Ter­ror­staat und west­li­chen Wer­ten zu unter­schei­den -- wes­halb jetzt die extre­me Rech­te mit Pla­kat­wä­gen Antisemitismus-Prävention betreibt, in dem sie Namen und Pho­tos von Stu­den­ten öffent­lich in Kunst­pro­jek­ten zur Denun­zia­ti­on ausstellt.

Jetzt aber Über­ra­schung -- die Stu­den­ten in Har­vard machen schein­bar das sel­be was bei uns bereits Anti­se­mi­tis­mus ist, denn - Überr­schung - BDS ist in den USA selbst­re­dend nicht verboten:

Some cri­tics accu­se the BDS move­ment of antisemitism,[13][14][15] a char­ge the move­ment denies, cal­ling it an attempt to con­fla­te anti­se­mi­tism with anti-Zionism. The Isra­el lob­by in the United Sta­tes has made oppo­sing BDS one of its top priorities.[16] Sin­ce 2015, the Israe­li government has spent mil­li­ons of dol­lars to pro­mo­te the view that BDS is anti­se­mi­tic and have it legal­ly ban­ned in for­eign countries.[17] BDS sup­por­ters see it as a human rights movement.[18]

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Und Lob­by­ing seit 2015 - es zu ver­bie­ten, hat wie­der nie­mand ent­deckt. Trotz Millionen-Beträgen die dafür aus­ge­ge­ben wurden.

Der Stan­dard hat lie­ber nichts davon in sei­nem heu­ti­gen Hetz­ar­ti­kel gegen eine mir voll­kom­men unbe­kann­te Dame erwähnt.

Und ich geh jetzt US Main­stream News-Berichterstattung und Har­vard Open Lec­tures schau­en - und wer­de mich dabei wohl bis zum Anti­se­mi­ten radi­ka­li­sie­ren. Da unse­re west­li­chen Wer­te­part­ner USA Anti­se­mi­tis­mus anders defi­nie­ren als wir.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk und abar­tigst Aller­letz­te, gilt natür­lich auch hier.

Auch wenns eine Freu­de war dem hier nach­zu­re­cher­chie­ren, und bei mir in den letz­ten 20 Minu­ten für sehr vie­le hei­te­re Momen­te gesorgt hat.

Hier noch eine Idee für die Mit­ar­bei­ter der Bur­da Medi­en­grup­pe -- viel­leicht ein lus­ti­ger Punk­te Test “bin ich lin­ker Anti­se­mit” in der nächs­ten Aus­ga­be der Bunten?

Ich glau­be das wür­de vie­len deutsch­spra­chi­gen Euro­pä­ern sehr helfen…

(Bur­da ist Mehr­heits­ei­gen­tü­mer von XING.)
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Es ist mir eine Freu­de durch die­sen Bei­trag ab heu­te beruf­lich nicht mehr ver­mit­tel­bar zu sein.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk und abar­tigst Allerletzte.

edit:

Es gibt natür­lich auch wie­der gute Nach­rich­ten, Isra­el hat mitt­ler­wei­le eine Eva­ku­ie­rung des Gaza­strei­fens ange­ord­net, wobei Eva­ku­ie­rung laut Isra­el bedeu­tet, dass der Nor­den des Gaza­strei­fens in den Süden muss. Also wenn er unbe­scha­det über­le­ben will. Sie wis­sen schon -

Gaza­strei­fen (also nicht nur Gaza Stadt) Bevöl­ke­rungs­dich­te, Juli 2020: 5328 Einw. pro km² - Wien (also nur Stadt) Bevöl­ke­rungs­dich­te, Jän­ner 2023: 4778 Einw. pro km²

Nicht wie vor­ges­tern von Pro-Israel Kom­men­ta­to­ren, auf Fran­ce 24 schrei­end (!) ver­brei­tet nach Ägyp­ten “da ja die Gren­ze offen sei” (sie ist es nicht).

In den Süden.

Der Son­ne hinterher.

(Sau­ber. Sau­ber. Sauber.)

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk und abar­tigst Allerletzte.

Hey, Hey! Gute Nachricht vom Standard heute

11. Oktober 2023

SELBSTFÜRSORGE

Psy­cho­the­ra­peu­tin: “Der Welt­schmerz ist groß, aber wir müs­sen trotz­dem unser Leben leben”

Die Nach­rich­ten­la­ge ist extrem belas­tend. Umso wich­ti­ger ist es jetzt, sich bewusst unbe­schwer­te Zei­ten zu schaf­fen, rät eine Exper­tin. Das ist nicht ego­is­tisch, son­dern notwendig

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Wenn sie jetzt ein­fach nur die­se Tage über weg­schau­en. Viel­leicht nur die nächs­ten 10 Tage oder so, dann ist das SELBSTFÜRSORGE.

Das wird sich mei­ne Psy­cho­lo­gin sicher auch gesagt haben, alls sie mich aus der Betreu­ung getre­ten hat, als ich es nicht mehr ertra­gen habe als die letz­te Öster­rei­chi­sche Qua­li­täts­zei­tung auf “Die Ukrai­ne muss gewin­nen, weil ver­lie­ren kei­ne Opti­on ist” umge­schwenkt ist.

Bit­te schau­en sie jetzt weg. Ach­ten sie mehr auf sich. Und viel­leicht noch ihren Hund.

Aber BITTE nicht auf geo­po­li­ti­sche Ereignisse.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk und abar­tigst Allerletzte.

edit: Groß­ar­tig - Eine pro Paläs­ti­na Demo heu­te muss­te laut Exx­press zwei Stun­den vor Beginn unter­sagt und dann von ihren Ver­an­stal­tern abge­sagt wer­den. Aus Sicher­heits­grün­den, da “Per­so­nen mit Sym­pa­thien für Hamas-Terroranschläge gegen Isra­el anwe­send sein hät­ten können”.

Hin­ter­grund ist die Ver­brei­tung von Ein­la­dun­gen zur Mahn­wa­che mit von der Hamas ver­wen­de­ten Sprach Codes. Die Ver­an­stal­ter haben sich distan­ziert und die Ver­an­stal­tung dann abgesagt.

Wird dann inter­es­sant über den Ver­lauf des Kon­flikts - und in nähe­rer Zukunft, wäh­rend der israe­li­schen Bodenoffensive.

Ich fra­ge mich wie man damit aus Sicher­heits­ge­sichts­punk­ten umgeht, wenn Ein­la­dun­gen zu Demons­tra­tio­nen von unbe­kannt mit sol­chen Codes ver­brei­tet - jedes Mal - einen Absa­ge­grund darstellen.

Prüft die Poli­zei dann die Echt­heit von Social Media-Accounts oder die Verbreitungs-Reichweite? Oder geht die Sicher­heits­ab­wä­gung jedes Mal Rich­tung Untersagung?

Vor allem jetzt wo der Grund für die Unter­sa­gung der Demo öffent­lich gewor­den ist.

Auf etwas weni­ger ange­spann­te Zeiten…

edit: Oh hey, sehr gut-- Demo­cra­cy Now macht heu­te die Bericht­erstat­tung mit Bil­dern von White phos­phor Bom­ben über Paläs­ti­na auf. (Bei denen kann man davon aus­ge­hen, dass sie Her­kunft und Ort geprüft haben.) Ich ver­links mal nicht… Soviel zu auf weni­ger ange­spann­te Zei­ten. Hier ein Human Rights Watch Arti­kel von 2016 zu incen­dia­ry weapons.

A report by Human Rights Watch shows that the IDF used white phos­pho­rus muni­ti­ons during a 22-day mili­ta­ry ope­ra­ti­on in Gaza, from Decem­ber 27, 2008 to Janu­a­ry 18, 2009, named Ope­ra­ti­on Cast Lead.

In 2013, Isra­el said it would stop using white phos­pho­rus muni­ti­ons to crea­te smo­ke­s­creens on the battle­field. No offi­cials have con­fir­med the use of the toxic sub­s­tance since.

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edit: Der Stan­dard hat mehr Hintergründinformationen:

Wie Kol­le­gin Oona Krois­leit­ner berich­tet, rufen Demons­tran­ten am Ste­phans­platz [nicht geneh­mig­te Demons­tra­ti­on] auch „free Pales­ti­ne from the river to the sea“ – die Paro­le war auch auf der Ein­la­dung zur Kund­ge­bung zu lesen und gilt als Grund, wes­halb sie unter­sagt wur­de. Die Paro­le impli­ziert indi­rekt die Aus­lö­schung Isra­els und die Errich­tung eines paläs­ti­nen­si­schen Staa­tes – eben vom Jor­dan bis zum Mit­tel­meer. Die bri­ti­sche Innen­mi­nis­te­rin Suel­la Bra­ver­man hat des­halb am Diens­tag vor­ge­schla­gen die Ver­wen­dung des Slo­gans zu kriminalisieren.

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edit2: Noch­mal kurz zum Slogan:

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src: click (Lan­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung Baden-Würtenberg)

Also irgend­wie… Ver­wen­dung kriminalisieren, …

Bei­spiel Hebron: Hebron ist mit 215.452 Ein­woh­nern (Stand: 2016) die größ­te paläs­ti­nen­si­sche Stadt im besetz­ten West­jor­dan­land und der ein­zi­ge Ort, in dem jüdi­sche Sied­ler inmit­ten des Stadt­zen­trums leben. Dort ist das kom­pli­zier­te Ver­hält­nis zwi­schen Ara­bern und Israe­lis allgegenwertig.

src: click (Uni Augsburg)

Also wenn es irgend­wann in fer­ner Zukunft noch ein­mal eine zwei Staa­ten Lösung geben wür­de, dann wäre selbst bei einem Geteil­ten Staat Paläs­ti­na from the River to Sea “frei”.

Dass “from the > to” noch die indi­rek­te Erobe­rung von Land in der Mit­te oder die Aus­lö­schung Isra­els impli­ziert ist schon sehr inter­pre­ta­tiv gedacht.

Also Wiki­pe­dia konsultiert:

Sup­por­ters of the slo­gan argue that it is cal­ling for a sin­gle sta­te in all of his­to­ric Pales­ti­ne whe­re peop­le of all reli­gi­ons have equal citizenship.[13] Cri­tics of the slo­gan, on the other hand, argue that it is cal­ling for the land to be pla­ced ent­i­re­ly under Arab rule at the cost of the Sta­te of Israel.[14]

src: click

Exakt mein Gedankengang.

During the 2023 Israel–Hamas war, when Pales­ti­ni­an mili­tant groups led by Hamas inva­ded Isra­el from the Gaza Strip, the Bri­tish home secreta­ry Suel­la Bra­ver­man pro­po­sed cri­mi­na­li­sing the slo­gan in cer­tain contexts.[15]

Das war ges­tern. Also Demo verbieten.

Der Standard war heute wieder fleißig

11. Oktober 2023

Bildschirmfoto 2023 10 11 um 04 24 31
src: click

Da gabs dann plötz­lich Fra­gen, was denn an der Gra­fik lehr­reich (die Legen­de “aus­ge­wähl­te Pipe­lines” ist ja aber auch wirk­lich sehr schön) sein wür­de - nach­dem der Stan­dard bereits die eigent­li­che Mel­dung vier Stun­den davor gebracht hat. Die Gra­fik bei der APA in Auf­trag zu geben dau­ert eben.

Wor­auf der Stan­dard dann nur eine Stun­de spä­ter das hier nachreicht:

Was dann tat­säch­lich lehr­reich ist.

Es geht mir hier nicht dar­um die Sabo­ta­ge klein zu reden, oder um den freud­schen Län­gen­ver­gleich, son­dern ein­fach nur um die lehr­rei­che Stan­dard Grafik.

ZDFheute hat sich was ganz Tolles ausgedacht!

10. Oktober 2023

Den Kor­re­spon­den­ten in einem Vor­ort von Isra­el eine User­fra­ge fra­gen, ob denn die Abschal­tung von Was­ser, Strom, Ben­zin, der Ein­fuhr­stopp von Nah­rung und die Schlie­ßung aller Gren­zen vor einer Boden­in­va­si­on gegen inter­na­tio­na­les Recht verstoße.

Dann kommt in dem Moment aber lei­der Sire­nen­alarm und der Kor­re­spon­dent muss weg.

Was will man machen… Fern­sehn machen ist schwer.

Bei 13:20 min in.

Hier mein Spontan-Review:

Am meis­ten beein­druckt die stoi­sche Pro­fes­sio­na­li­tät der Mode­ra­to­rin. Die dann zum Glück noch ein Zitat eines UN Kom­mis­sars in Pet­to hat. 7/10”

edit: Hier France24 zum The­ma, nur zum direk­ten Vergleich:

edit:

Es gibt aber natür­lich auch wie­der gute Nachrichten.

Von der Sei­te hat­te ich das noch gar­nicht gesehen…

Geschichts­pro­fes­so­rin Chris­ti­na Spä­ti: «‹Weil wir links sind, kön­nen wir gar nicht anti­se­mi­tisch sein›, denkt die Linke»

Die Geschichts­pro­fes­so­rin Chris­ti­na Spä­ti ord­net die lau­war­me Reak­ti­on der SP Schweiz auf die Ter­ror­at­ta­cke der Hamas ein.

Die Schwei­zer Lin­ke hat zurück­hal­tend auf die Ter­ror­at­ta­cke der Hamas auf Isra­el regiert.

src: click (NZZ)

Hmm, muss wohl Anti­se­mit sein. Was will man machen. Ver­brei­te ich Juden­hass? Nein. Regie­re ich nur zurück­hal­tend auf die Ter­ror­at­ta­cke der Hamas auf Isra­el? Ja. Hmm, muss wohl ein Anti­se­mit sein.

Gut, aber gibt es da auch eine Begrün­dung der Wissenschaft?

Aus­ge­rech­net die sonst so woke Lin­ke ist anti­se­mi­tisch? Wie ist das möglich?

Ich den­ke, in ers­ter Linie, weil sie sich zu wenig mit dem The­ma befasst. Reflex­ar­tig den­ken vie­le: «Das ist pas­sé.» Zudem scheint es zur ande­ren Sei­te des poli­ti­schen Spek­trums zu gehö­ren. «Weil wir links sind, kön­nen wir gar nicht anti­se­mi­tisch sein», heisst es.

Ach­so ja…

100.000 bei Demons­tra­to­nen gegen die Regie­rung auf den Stra­ßen (gegen die Jus­tiz­re­form, vor dem Ter­ror Anschlag), dann nicht auf War­nun­gen des Ägyp­ti­schen Sicher­heits­diensts reagiert. Dann die Übun­gen der Hamas in dem Gebiet noch im israe­li­schen Fern­se­hen über­tra­gen. Dann ein­fach einen Bull­do­zer nicht gese­hen. Angeb­lich ja wegen einem Hack und Droh­nen. Dann die Men­schen unter Bela­ge­rung als “Mensch­li­che Tie­re” bezeich­net, damit das Mili­tär beson­ders moti­viert beim kom­men­den Ein­satz ist, dann kur­sie­ren plötz­lich Falsch­mel­dun­gen über 40 ent­haup­te­te Babies… (edit: Mis­in­for­ma­ti­on on child hos­ta­ges, con­fir­med mas­sa­c­re in two kib­but­zes inclu­ding babies.)

Stimmt, ich beschäf­ti­ge mich ein­fach viel zu wenig mit dem Thema.

Man muss das eben wie Biden sehen, der die Ame­ri­ka­ner auf die nun fol­gen­de israe­li­sche Boden­of­fen­si­ve “vor­be­rei­tet”.

Biden berei­tet Ame­ri­ka­ner auf Boden­of­fen­si­ve vor: «Isra­el hat die Pflicht auf die bös­ar­ti­gen Angrif­fe zu reagieren»

src: click (NZZ)

Denn alle die dies­be­züg­lich Beden­ken haben, sind eben Marxisten.

Aber wie­so schont man heu­te die Hamas, die von vie­len west­li­chen Län­dern als Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on ein­ge­stuft wird?

Die Hamas ist im besetz­ten Gaza­strei­fen der Haupt­ak­teur. Frü­her waren die Bünd­nis­part­ner in Paläs­ti­na mar­xis­ti­sche oder kom­mu­nis­ti­sche Befrei­ungs­kämp­fer. Jetzt ist es die Hamas, und die­se Soli­da­ri­tät wur­de auf sie über­tra­gen. Frü­her oder spä­ter wird das bestimmt auch inner­halb der Lin­ken Fra­gen aufwerfen. 

Wie auch Blin­ken der einen Waf­fen­still­stand unterstützt.

Offen­bar kei­ne Alter­na­ti­ve zu einer Bodenoffensive

Der israe­li­sche Minis­ter­prä­si­dent Ben­ja­min Net­an­ya­hu soll Biden am Sonn­tag bereits mit­ge­teilt haben, dass es kei­ne Alter­na­ti­ve zu einer Boden­of­fen­si­ve im Gaza­strei­fen gebe. Gemäss dem Nach­rich­ten­por­tal «Axi­os» sag­te Net­an­ya­hu: «Wir müs­sen rein gehen. Wir kön­nen jetzt nicht verhandeln.»
Die­ser Mei­nung sind auch prak­tisch alle Repu­bli­ka­ner. Es gehe nun nicht dar­um, die Hamas zu schwä­chen, son­dern sie zu ver­nich­ten, sag­te der kürz­lich gestürz­te Spea­ker des Reprä­sen­tan­ten­hau­ses Kevin McCar­thy dem kon­ser­va­ti­ven Fern­seh­sen­der Fox News. Wie McCar­thy for­der­te auch die repu­bli­ka­ni­sche Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin Nik­ki Haley neben der bedin­gungs­lo­sen Unter­stüt­zung für Isra­el auch ein ent­schlos­se­nes Vor­ge­hen gegen Iran, den wich­tigs­ten Unter­stüt­zer der Hamas. Sie und vie­le ande­re Repu­bli­ka­ner wer­fen Biden ein Appease­ment gegen­über Tehe­ran vor, weil er sich davon eine Rück­kehr zu einem Atom­ab­kom­men erhoffe.
Einer­seits kri­ti­sie­ren die Kon­ser­va­ti­ven den Gefan­ge­nen­aus­tausch im Sep­tem­ber, durch den Iran den Zugang zu ein­ge­fro­re­nen Erd­öl­gel­dern im Wert von sechs Mil­li­ar­den Dol­lar zum Kauf von huma­ni­tä­ren Gütern erhielt. Ander­seits setzt Biden aus Sicht der Repu­bli­ka­ner die Sank­tio­nen gegen Tehe­rans Erd­öl­ge­schäf­te nicht genü­gend durch. Gemäss dem «Wall Street Jour­nal» konn­te Iran in die­sem Jahr 30 bis 40 Mil­li­ar­den Dol­lar durch sei­ne Roh­stoff­ex­por­te ein­neh­men. Haley for­der­te am Diens­tag des­halb auf X: «Nehmt die 6 Mil­li­ar­den von Bidens Löse­geld für Iran und gebt es Isra­el, um die Hamas auszumerzen.»
Zeigt Biden nun kei­ne Här­te gegen­über der Hamas wird die­se Kri­tik der Repu­bli­ka­ner noch stär­ker wer­den. Gera­de ein ent­schlos­se­ner Kurs an Isra­els Sei­te könn­te Biden aber mit­tel­fris­tig in sei­ner eige­nen Par­tei Pro­ble­me berei­ten. Ange­sichts des bar­ba­ri­schen Ter­ror­an­griffs vom Wochen­en­de ste­hen jetzt zwar auch die Demo­kra­ten weit­ge­hend an Isra­els Sei­te. Doch die Front ist kei­nes­wegs so geschlos­sen wie bei den Repu­bli­ka­nern. Selbst in Bidens Regie­rung scheint es Ris­se zu geben. So lösch­te Aus­sen­mi­nis­ter Ant­o­ny Blin­ken am Mon­tag etwa einen Bei­trag auf X, in dem er geschrie­ben hat­te: «Ich unter­stüt­ze die Bemü­hun­gen der Tür­kei für einen Waf­fen­still­stand und die sofor­ti­ge Frei­las­sung aller Gefan­ge­nen durch die Hamas.»

src: click (NZZ)

Wie anti­se­mi­tisch ist jetzt eigent­lich Blinken?

Ant­o­ny “Tony” Blin­ken was born on April 16, 1962, in Yon­kers, New York, to Jewish par­ents Judith and Donald Blin­ken. He atten­ded the pres­ti­gious Dal­ton School in New York City until 1971, when he moved to Paris, Fran­ce, with his divor­ced mother and her hus­band, Holo­caust sur­vi­vor and lawy­er, Samu­el Pisar.

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Nicht mehr ganz so sehr, weil er sei­nen Tweet nach dem Ter­ror­an­schlag gelöscht hat?

Frau Pro­fes­sor?

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For­schen sie, Frau Pro­fes­sor. For­schen sie.

Ich weiss nicht ob sies wussten…

10. Oktober 2023

… aber das euro­päi­sche Glas ist halb voll und nicht halb leer, wegen die gemein­sa­men Wer­te die uns gezeigt haben wie resi­li­ent wir gemein­sam sind.

Intel­lekt ich hör dir trapsen.

Dar­über hin­aus braucht es eine Erwei­te­rung der EU, wegen dem Wachs­tums­im­puls. Aber nicht bei einer Bei­be­hal­tung der aktu­el­len euro­päi­schen Regeln, für die deut­sche Wirt­schaft, die aber auch den euro­päi­schen Bin­nen­markt viel stär­ker bei Inves­tio­nen bedenkt! Für die mul­ti­po­la­re Welt! Beim sozia­len Aus­gleich, für For­schung und Ent­wick­lung um die Indus­trie in Euro­pa zu hal­ten. edit: Und einen Aus­bau der euro­päi­schen Ver­tei­di­gungs­fä­hig­keit um der Nato im Indo­pa­zi­fik zu hel­fen natür­lich. (Oder in Sub­sa­ha­ran Afri­ca. Wobei dort auch ger­ne so - ehm weni­ger mili­tä­risch, mehr wirt­schaft­lich (Roh­stof­fe).)

40 Zuse­her. Live.

edit: Nach dem ers­ten Panel mit einer Über­lei­tung zu zwei Jun­gen Leu­ten die sich zu Black Swan Events Gedan­ken gemacht haben.

Bwaa­ha­ha.

Brül­ler.

Terror-Logik

10. Oktober 2023

Wird Gaza der ers­te Staat der Welt (sie­he Staat Paläs­ti­na), der von einem ande­ren Staat (Isra­el) aus­ge­löscht wird, weil Hamas Ter­ro­ris­ten 200 Besu­cher eines Elec­tro­nic Dance Music Fes­ti­vals im Grenz­be­reich getö­tet haben - und mehr (Ent­füh­run­gen, Angriff Mili­tä­ri­scher Stütz­punk­te - edit: mitt­ler­wei­le 700 getö­te­te israe­li­sche Zivi­lis­ten, Poli­zis­ten, Soldaten)…

Und was sagt eigent­lich Sau­di Ara­bi­en dazu?

Es bleibt spannend.

Aktu­ell steht es bei “wir schla­gen so zurück, dass es die in Gaza fünf­fach mehr spüren”.

Fragt sich was dann.

Das Pro­blem beim Krieg gegen den Ter­ror ist… 

Been­den sie die­sen Satz für mich, ich trau mich nicht.

edit: Gute Idee auch von Lind­sey Gra­ham, die USA bom­ben jetzt mal den Iran weg, weil die israe­li­sche Regie­rung die agyp­ti­schen Sicher­heits­dienst­war­nun­gen, dass mit einer gro­ßen Atta­cke zu rech­nen sei, in den Wind geschla­gen und sei­ne Sol­da­ten von ihrem Ein­satz­ort an der Gren­ze abge­zo­gen hat um sie ver­mehrt israe­li­sche Sied­ler­ge­bie­te beschüt­zen zu las­sen. Und das Mil­li­ar­den­in­vest­ment Sicher­heits­zaun mit einem Bull­do­zer über­wun­den wurde.

Was wohl Chi­na zu sol­chen Vor­schlä­gen sagt?

Oder der Irak?

Deja Vu?

edit: Gute Idee auch von einem mili­tär­po­li­ti­schen Spre­cher bei der Fried­rich Ebert Stif­tung, Stand heu­te vor etwa einer Stun­de -- Euro­pa wird jetzt Mili­tär­ge­rät schnell an die Ukrai­ne lie­fern, und dann die Lager mit dem was am Markt ver­füg­bar ist, also mit (US und) israe­li­schen Rüs­tungs­gü­tern wie­der auffüllen.

Der hät­te sei­ne Rede auch noch umschrei­ben können.

Ich wer­te das mal als gutes Zei­chen… (Sar­kas­mus)

Guerot

10. Oktober 2023

Nur so ein paar blö­de Punk­te, der mir bei der Recher­che ges­tern auf­ge­stos­sen ist…

Hier der gesam­te Wiki­pe­dia Absatz über Guer­ot zum Ukrai­ne Krieg:

Ich geh die Punk­te bei denen ich etwas Kogni­ti­ve Dis­so­nanz hat­te mal ein­zeln durch. Sind nur ein paar, geht ganz schnell.

Im Zuge des rus­si­schen Über­falls auf die Ukrai­ne 2022 wur­de Gué­rot vor­ge­wor­fen, eine Täter-Opfer-Umkehr zu betrei­ben. Es sei die Ukrai­ne, die „doku­men­tiert“ Russ­land pro­vo­ziert habe, gab der Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Mar­kus Lin­den in sei­nem Gast­bei­trag für die Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung Gué­rots Aus­sa­gen bei Mar­kus Lanz wie­der, Putin wol­le ledig­lich Sicherheitsgarantien.

Unmög­lich! Wie kann man nur! Pariah, Pariah!

Dazu Stol­ten­berg letz­te Woche: Hold by beer:

Stol­ten­berg: Pre­si­dent Putin decla­red in the Autumn of 2021 - and he actual­ly sent a a draft trea­ty, that he wan­ted NATO to sign to pro­mi­se no more NATO enlar­ge­ment. He went to war to pre­vent NATO - more NATO clo­se to his bor­ders. He has he, he has got the exact oppo­si­te he has get more NATO pre­sence in the eas­tern part of the alli­an­ce and he has also uh uh uh seen that Fin­land has alrea­dy joi­ned the alli­an­ce and Swe­den will soon be a full member!

src: click

Dazu Han­no Pev­kur (Minis­ter of Defence of the Repu­blic of Esto­nia), 31.05.2023, Glob­sec Con­fe­rence - how long must I hold your beer?

What Rus­sia wants to achie­ve, the poli­ti­cal goals, let’s be honest - and they, the­se poli­ti­cal goals of Rus­sia have never chan­ged, they want to have a grey-zone bet­ween Rus­sia and NATO, they want to have a con­trol over this grey-zone and this is what they want to achie­ve. And they want to have some “secu­ri­ty gua­ran­tees” for them­sel­ves, sor­ry this is not the Free World and this is what Ukrai­ne is figh­t­ing for at the moment, that they are figh­t­ing for - the Free World and rule-based world and this is why we sup­port Ukrai­ne so this is obvious and then this is why we can never accept this approach of Rus­sia, loo­king at inter­na­tio­nal law.”

src: click (bei 43:50 in)

Was erlau­be Guer­ot! Das hat gefäl­ligst unter drei zu bleiben!

Bei Bild TV habe sie gesagt: „Wenn wir sagen, wir wol­len den Frie­den, dann machen wir den mor­gen, dann sagen wir ‚Ver­hand­lun­gen‘, dann hört das Geschlach­te auf in Butscha, und dann hört es auf in Mariu­pol.“ Lin­den nann­te „die Post­fak­ti­zi­tät in der öffent­lich­keits­wirk­sa­men Tätig­keit von Ulri­ke Gué­rot ein wirk­li­ches Problem“.[65]

Die Post­fak­ti­zi­tät der Aus­sa­ge, wenn der Wes­ten möch­te, dass der Krieg auf­hört, endet der Krieg mor­gen, ist ja enorm.

Moment kann Euro­pa jetzt eigent­lich den Aus­fall der US bei Waf­fen­lie­fe­run­gen kom­pen­sie­ren? Ja? Ja?

Wobei, ein ein­ge­schla­fe­ner Kon­flikt ist ja auch noch ein Krieg.

Naja dumm gelau­fen für Guer­ot, Butscha war ja der Grund für die Umori­en­tie­rung der Ukrai­ne in Rich­tung eines offen­si­ven Ver­tei­di­gungs­kriegs mit schwe­ren Waf­fen, die das Atlan­tic Coun­cil (zur Ver­tei­di­gung der Ukrai­ne) zwei Tage vor Butscha von euro­päi­schen Part­nern ein­ge­for­dert hat, und ein ukrai­ni­scher Regie­rungs­spre­cher in der Tür­kei auf einem Gip­fel vier Tage vor Butscha eben­falls. Ach­ja, Butscha und Boris John­son, also laut der ukrai­ni­schen Prav­da. Second obsti­cle for talks, sie verstehen…

Nach dem Auf­tritt bei Bild TV vom 3. Mai 2022 zum Ukraine-Krieg for­der­te das Stu­die­ren­den­par­la­ment der Uni­ver­si­tät Bonn Gué­rot ein­stim­mig auf, sich nicht mehr zum The­ma so zu äußern, wie sie es getan habe.

Sehr schön. Sonst noch was?

Ach­so ja:

Sie beschä­di­ge dabei das Anse­hen der Uni­ver­si­tät durch „unfun­dier­te“ Aus­sa­gen, die einer Pro­fes­so­rin für Euro­pa­po­li­tik unwür­dig sei­en. Sie habe fälsch­lich und ent­ge­gen der expli­zi­ten Dar­le­gung von Bon­ner Völ­ker­recht­lern behaup­tet, Waf­fen­lie­fe­run­gen mach­ten Deutsch­land juris­tisch zur Kriegs­par­tei, und sie habe ins­ge­samt der Ukrai­ne das Recht auf Selbst­ver­tei­di­gung abge­spro­chen. Laut Ein­schät­zung des Bon­ner General-Anzeigers sei dies kei­ne ganz kor­rek­te Wie­der­ga­be ihrer Aus­sa­gen. Gué­rot habe sich nicht auf Waf­fen­lie­fe­run­gen bezo­gen, son­dern auf die Aus­bil­dung ukrai­ni­scher Sol­da­ten in Deutsch­land an den Waffen.[66]

Zitier­feh­ler, was will man machen…

Am 3. Juni 2022 äußer­te sich Gué­rot erneut im Fern­se­hen zum Ukraine-Krieg. In der Talk-Show Mar­kus Lanz nann­te sie vier Ebe­nen des Kon­flikts; eine davon sei ein Bür­ger­krieg. Dar­über hin­aus leg­te sie der ukrai­ni­schen Füh­rung nahe, einen sofor­ti­gen Waf­fen­still­stand mit anschlie­ßen­den Ver­hand­lun­gen anzu­stre­ben. Gué­rot ver­lang­te ein Ende west­li­cher Waf­fen­lie­fe­run­gen. Sie sei die „[E]inzige im Stu­dio, die gesagt hat: Ich will sofort einen Waffenstillstand“.[67] In einem Gast­bei­trag für das Maga­zin Cice­ro warf Mathi­as Brod­korb Gué­rot dar­auf­hin „westlich-behagliche Selbst­ge­fäl­lig­keit“ vor.[68]

Fair. Also von Brod­korb. Wobei lang­fris­tig gese­hen… Naja, das ist ein­fach der ers­te voll­kom­men gerecht­fer­tig­te 10 jäh­ri­ge Krieg, zur Ver­tei­di­gung eines Lan­des das gewin­nen muss um zu Über­le­ben, auch wenn der deut­sche Bun­des­kanz­ler nicht dar­an glaubt (refe­ren­ziert auf Scholz sei der Mei­nung die Krim könn­te bei Russ­land ver­blei­ben) - siehe:

Der brei­te Meinungskorridor

Aber die Gefahr für den Wes­ten dar­in besteht nicht genug Einig­keit zu zei­gen. Also Öffent­lich. Sie­he ebenda.

Mit Bezug auf ihre Teil­nah­me bei Mar­kus Lanz frag­te Gué­rot: „Wie viel Leid wol­len wir noch hoch­ska­lie­ren, bis wir end­lich Frie­den schaf­fen? Der unge­rech­tes­te Frie­den ist bes­ser als der gerech­tes­te Krieg“.[69]

Fak­tisch nicht falsch. Aber wenig moralisch.

Oh mein Gott, denkt denn kei­ner an die Moral! Im Krieg?

Mit Hau­ke Ritz ver­fass­te sie 2022 unter dem Titel End­spiel Euro­pa ein Buch, das bei­de als Essay vor­stell­ten und das sich mit dem Ukraine-Konflikt und sei­ner Bedeu­tung für das „poli­ti­sche Pro­jekt Euro­pa“ beschäftigt.[70][71] Indem die Autoren Kern­punk­te der rus­si­schen Les­art des Kon­flik­tes auf­grei­fen, wei­sen sie dar­in der Ukrai­ne die „Rol­le des Kriegs­trei­bers zu, der stell­ver­tre­tend für den Wes­ten einen Krieg mit Russ­land begon­nen habe“.[72]

Ihre Posi­tio­nen zum Krieg in der Ukrai­ne set­zen die Kri­tik am poli­ti­schen Main­stream kon­se­quent fort. In ihrem gemein­sam mit Hau­ke Ritz ver­fass­ten Buch „End­spiel Euro­pa“ weist Gué­rot der Ukrai­ne die Rol­le des Kriegs­trei­bers zu, der stell­ver­tre­tend für den Wes­ten einen Krieg mit Russ­land begon­nen habe. In die­sem Krieg wer­de die Ukrai­ne zwar von der NATO mili­tä­risch und logis­tisch unter­stützt, ohne dass die­se aber selbst ins Kriegs­ge­sche­hen hin­ein­ge­zo­gen würde.

Nicht mei­ne Posi­ti­on - ich hab nur die Pro­vo­ka­tio­nen gesehen:

Why we can’t say “pro­vo­ked”

sowie:

Wie kann man die­se Gesell­schaft noch verarschen?

Betrach­te man – so die bei­den Autoren – „die west­li­chen Kriegs­vor­be­rei­tun­gen im Detail, so wird deut­lich, dass der Ukrai­ne die Rol­le zukam, stell­ver­tre­tend für den Wes­ten einen Krieg mit Russ­land zu begin­nen, der dann mili­tä­risch und logis­tisch von Nato-Mitgliedstaaten unter­stützt wer­den soll­te, ohne die Alli­anz ins­ge­samt und direkt in den Krieg zu involvieren.

Ach­so ja das geht ja nicht, denn - Stell­ver­tre­ter Krieg ist ja ein rus­si­sches Nar­ra­tiv muss man wis­sen… *hust*

Why are NATO allies sen­ding wea­pons to Ukraine? 

NATO mem­bers have focu­sed on bols­te­ring Ukraine’s self-defense capa­bi­li­ties and have avoided sen­ding more-sophisticated sys­tems, said Ale­xey Mura­viev, a natio­nal secu­ri­ty expert at Australia’s Cur­tin Uni­ver­si­ty, adding that they wan­ted to avoid ant­ago­ni­zing Moscow. Ukrai­ne is not equip­ped to fend off a Rus­si­an inva­si­on, but the pre­sence of more Wes­tern mili­ta­ry per­son­nel and wea­pons is a “sym­bo­lic” and “decla­ra­to­ry” act of deter­rence, he said. “Ukrai­ne has beco­me an are­na of a pro­xy con­flict [*hust*] bet­ween the United Sta­tes and Russia.”

src: click (Washing­ton Post ein Monat vor Kriegs­be­ginn, hier ohne paywall.)

Wobei - der Wes­ten hat­te ja davor abge­se­hen “more-sophisticated sys­tems” als Jave­lins, Stin­gers - und Himars zu sen­den… Oder waren das in Irpin und Butscha kei­ne Himars? - wir erin­nern uns:

Wie man 1000 rus­si­sche Tote aus einer BBC Doku­men­ta­ti­on raushält

Ach­ja und die Waf­fen waren ja defen­siv Waf­fen (US Defi­ni­ti­on z.B. hier) für den Ein­satz im Don­bas. Im Okto­ber 2021, wo sich die Jave­lins bereits laut ukrai­ni­schen Offi­zie­ren in US Mili­ta­ry Jour­nals äußerst gut bewährt haben. Die dann im Dezem­ber 2021 (eben­falls noch vor dem Ein­marsch Russ­lands), für den Ein­satz im Don­bas frei­ge­ge­ben wur­den. Aber ursprüng­lich nur für die Ver­tei­di­gung im Fal­le eines Angriffs Russ­lands dekla­riert waren und daher im Dezem­ber 2021 umde­kla­riert wur­den, weil sie ja immer schon im Don­bas ein­ge­setzt wer­den hät­ten kön­nen, wo sie aber nach Anga­be Selen­skys bis Dezem­ber nicht ein­ge­setzt wur­den, auch wenn die US Mili­tär Jour­nals ihre enor­me Effek­ti­vi­tär im Ein­satz im Don­bas bereits im Okto­ber 2021 doku­men­tiert haben.

Wie kann man die Bevöl­ke­rung noch belügen?

Sie wis­sen schon, die Jave­lins die laut ehe­ma­li­gem Ukria­ni­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter im Inter­view gegen­über CBC News im Don­bas kon­flikt­ent­schei­dend wären.

Wäh­rend Deutsch­land und Frank­reich sich noch an Minsk 2 hal­ten wollten.

Je nach Inter­pre­ta­ti­on des spä­te­ren Mer­kel Inter­views ent­we­der pro for­ma, oder doch nicht pro for­ma. (Mei­ne Inter­pre­ta­ti­on ist - eher nicht pro forma.)

Pro for­ma - um die Ukrai­ne vor Kriegs­be­ginn noch “dem Anlass gemäß auf­zu­rüs­ten und ver­tei­di­gungs­fä­hig zu machen” - so Mer­kel. Mit Waf­fen, die laut dem SWR Pod­cast “Was tun Herr [NATO] Gene­ral [a.d.]?” aber nicht vor dem 24.02.2022 gelie­fert wurden.

Habe denen vor ein paar Tagen eine Mail geschrie­ben, wur­de natür­lich nicht berichtigt.

Die­ser Pro­zess soll­te beglei­tet wer­den durch einen Wirt­schafts­krieg (Sank­tio­nen), Infor­ma­ti­ons­kriegs­füh­rung (anti-russische Pro­pa­gan­da) und eine nuklea­re Ein­krei­sung Russ­lands“, und zwar im Diens­te eines Stre­bens der USA nach voll­stän­di­ger Dominanz.[73]

Nuklea­re Ein­krei­sung Russ­lands ist - ehm… INF wur­de von den US gekün­digt, New Start von Russ­land, … Ehm, … Atom­waf­fen als Erst­schlag­waf­fen zur Domi­nanz über ande­re Natio­nen, des ist ein biss­chen viel. Ich nehm mal an das Zitat stimmt, im refe­ren­zier­ten Faz Arti­kel ist es indi­rek­te Rede ohne Anfüh­rungs­zei­chen. Nicht mei­ne Meinung.

Anti-Russische Pro­pa­gan­da ist als Begriff schwer zu fas­sen. Netreb­ko 2023 in einem T-Shirt von 2010 erneut auf Twit­ter zu ver­brei­ten und damit Twit­ter Reak­ti­on von amtie­ren­den deut­schen Poli­ti­kern in einer wich­ti­gen Pha­se der Mei­nungs­bil­dung zu pro­vo­zie­ren zählt dazu? Erneut, Anti-russische Pro­pa­gan­da ist so schwer zu definieren…

Im Febru­ar 2023 gehör­te Gué­rot zu den Erst­un­ter­zeich­ne­rin­nen des von Sah­ra Wagen­knecht und Ali­ce Schwar­zer initi­ier­ten Mani­fest für Frie­den, die für Diplo­ma­tie und Ver­hand­lun­gen und gegen wei­te­re „eska­lie­ren­de Waf­fen­lie­fe­run­gen“ an die Ukrai­ne aufrief.[74][75]

Stei­nigt sie.

Die Hoover Institution macht es Journalisten gerade sehr einfach

09. Oktober 2023

das am 04. März 2022 auf­ge­nom­me­ne Video­in­ter­view mit Kot­kin zu fin­den, in dem bereits zehn Tage nach dem Kriegs­be­ginn das kom­plet­te west­li­che Nar­ra­tiv zum Ukrai­ne Krieg zu fin­den ist.

Das, das dann auch erst­mal für etwa ein Jahr in kei­nem Punkt erwei­tert oder kor­ri­giert wurde.

Beim ARD Pres­se­club muss­te eine der Journalisten-Stimmen wie­der erklä­ren, war­um der Ukrai­ne Krieg so wich­tig für die China/Taiwan Fra­ge wäre, und ich woll­te im Ursprungs­vi­deo bei 40 min das Kot­kin State­ment dazu hervorheben.

Kot­kin quo­te, bei 40min in:

95% of this now is about Ukrai­ne and Rus­sia. 95% of this long term is about Tai­wan and Chi­na. War is tragic […]

Also ich suche nach dem Hoo­ver Insti­tu­ti­on Video das das Haupt­nar­ra­tiv die­ses Krie­ges zehn Tage nach Kriegs­be­ginn begrün­det hat - suche also auf you­tube nach Hoo­ver Kotkin -

und sehe folgendes:

Such­ergeb­nis 1 (700k views):

Such­ergeb­nis 2 (2.2 mio views):

Such­ergeb­nis 6 (1.4 mio views):

Dann vier gefea­tur­te Vide­os, die ande­re user auch ger­ne gese­hen haben, und dann endlich

Such­ergeb­nis 12 (1 mio views):

Ich wür­de sagen die hat­ten mit “5 More Ques­ti­ons For Ste­phen Kot­kin” immer der sel­ben You­tube Video Beschrif­tung, einem Back­ground mit Fah­nen und immer dem sel­ben Kot­kin Bild rechts unten in der Ecke - ein­fach die bes­te SEO ihres Lebens und woll­ten das NACH dem ers­ten Video mit die­ser Beschrif­tung (dem rele­van­ten) zwei­mal wie­der­ho­len, oder? Und beim zwei­ten Mal hat­ten sie dann kein Stock Foto mit Fah­nen mehr.

(You­tube macht hier nichts uner­war­te­tes, die Rei­hung ist kon­sis­tent mit den viewcounts/der Aktua­li­tät der Vide­os. Die gelis­te­ten Vide­os sind die mit Abstand meist­ge­se­he­nen auf dem Kanal in den letz­ten zwei Jahren.)

Der breite Meinungskorridor

09. Oktober 2023

Wie weit Gegen­po­si­tio­nen in deutsch­spra­chi­gen Medi­en aktu­ell zuge­las­sen sind.

[…] natür­lich muss der Kanz­ler auch immer da habe ich auch ein gewis­ses Ver­ständ­nis, die innen­po­li­ti­sche Situa­ti­on, auch die Psy­che sei­nes eige­nen Lan­des - irgend­wie mit zu berück­sich­ti­gen ja - und natür­lich uns allen geht das nicht schnell genug aber es gibt natür­lich auch Men­schen in Deutsch­land denen es viel­leicht ein Tick zu schnell geht, ne also wir haben ja Jahr­zehn­te lang sozu­sa­gen die Dok­trin gehabt, kei­ne Waf­fen in Kriegs­ge­bie­te zu lie­fern und das machen wir jetzt seit andert­halb Jah­ren und zwar in ordent­li­chem Umfang - also sie haben es ja gesagt, wir sind sozu­sa­gen bei wei­tem das Land in Euro­pa was die meis­te mili­tä­ri­sche Unter­stüt­zung für die Ukrai­ne leis­tet, das soll­ten wir jetzt mal nicht immer so beto­nen - denn beto­nen müss­te man wenn es Deutsch­land nicht ist, wenn ein Land mit Abstand die größ­te Volks­wirt­schaft ist, dann muss es auch die Num­mer eins bei der [mili­tä­ri­schen] Hil­fe sein in Euro­pa sonst sonst ist irgend­was falsch, das ist aber… Ich habe nicht so viel, Ver­ständ­nis für den Kanz­ler muss ich ehr­lich sagen - und für die­se Rück­sicht auf die Öffent­lich­keit, denn die Erfah­rung ist doch, die Deut­schen waren immer skep­tisch vor jeder Lie­fe­rung und mehr­heit­lich dage­gen - bis der Kanz­ler sich meist zu spät dafür ent­schie­den hat [doch zu liefern].

Kaum hat­te er sich ent­schie­den und es erklärt dann war dann auch die öffent­li­che Mei­nung mehr­heit­lich auf der Sei­te, das heißt das ist nicht der Hinderungsgrund.

Ich habe eben doch mei­ne Zwei­fel dass es Scholz nur um die behaup­te­ten Begrün­dung geht denn wenn man sich die näher anschaut die stim­men ja alle nicht. Also die glei­chen Pro­ble­me die Kanz­ler Scholz immer anführt haben ja auch die Brit­ten und die Fran­zo­sen, die müs­sen sich auch über­le­gen - lie­fe­re ich Marsch­flug­kör­per, was pas­siert dann - wie stel­le ich sicher dass die nicht ein­ge­setzt wer­den gegen Zie­le die ich nicht will, äh wie kom­men die an die Geo­da­ten also mit den tech­ni­schen Sachen will ich jetzt nicht lang­wei­len, nur wenn man mit Fach­leu­ten redet also ich habe in den letz­ten Tagen mit Gus­tav Gres­sel vom ECFR Mili­tär­ex­per­te gespro­chen - wir haben im Bun­des­tag ein Reser­ve­of­fi­zier, bei der CDU, Ver­tei­di­gungs­ex­per­te Kie­se­wet­ter, der sagt das ganz offen - alle die­se ange­führ­ten Argu­men­te sind faden­schei­nig, es sind Nebel­ker­zen es stimmt ein­fach nicht.

Also der Mei­nungs­kor­ri­dor in Deutsch­land ent­lang des­sen demo­kra­tisch ent­schie­den wer­den kann ist lie­fern, oder doch - schnel­ler liefern.

Wobei sich natür­lich wie immer alle Jour­na­lis­ten im Raum einig sind - “schnel­ler liefern”.

Wobei sich der deut­sche Kanz­ler aber immer bei Ent­schei­dun­gen gegen das Volk stelle. 

Was im Nach­hin­ein durch das “erklä­ren” aber vom Volk gut ver­stan­den wer­de - daher sei die Mei­nung der Bevöl­ke­rung hier nicht rele­vant oder ein­zu­be­zie­hen - ver­kürzt, weil Pro­pa­gan­da ja eh funktioniert.

Deutsch­land habe seit Jahr­zehn­ten übri­gens nicht in Kriegs­ge­bie­te geliefert.

[Daten­bank “Exit­Arms” schlüs­selt welt­wei­te Rüs­tungs­lie­fe­run­gen in Kri­sen­re­gio­nen auf. 41 Her­stel­ler mit Sitz in der Bun­des­re­pu­blik ver­sor­gen 16 Konfliktparteien

Kei­ne deut­schen Waf­fen in Kri­sen­ge­bie­te? Eine seit Wochen­an­fang im Inter­net abruf­ba­re Daten­bank straft eine wie­der­holt bemüh­te Behaup­tung Regie­ren­der in Deutsch­land Lügen. Allein zwi­schen 2015 und 2020 waren hie­si­ge Rüs­tungs­un­ter­neh­men in mehr als 200 Fäl­len an Trans­ak­tio­nen im direk­ten Umfeld lau­fen­der krie­ge­ri­scher Kon­flik­te beteiligt.

src: click]

Denn der Jour­na­list im Tages­spie­gel rede ja auch mit Exper­ten wie dem ECFR Din­gens, oder dem Ver­tei­di­gungs­ex­per­ten da - von der CDU die sagen ihm alle Argu­men­te sind faden­schei­nig, die Fran­zo­sen haben sich doch sicher auch mit Geo­da­ten aus­ein­an­der­ge­setzt und schon Marsch­flug­kör­per geliefert!

[Kein Wider­spruch der betei­lig­ten Personen.]

Stand deut­scher Jour­na­lis­mus ein­ein­halb Jah­re nach Kriegs­be­ginn, 08. Okto­ber 2023.

Viel­leicht nur noch kurz etwas zum letz­ten Punkt dem tech­ni­schen Din­gens Kir­chen Rake­ten Din­gens da…

Storm Shadow und SCALP wer­den bei­de per INS, GPS und Data­link gelenkt, GPS zur gro­ben Standord­be­stim­mung, INS zur genaue­ren Veri­fi­ka­ti­on. Im Ziel­ge­biet kön­nen sie auf 30-40 Meter Flug­hö­he her­un­ter­ge­hen und über Geo­da­ten zu ihrem Ziel fin­den. Der Zün­der ist dabei vor­pro­gram­miert und deto­niert zuerst eine pan­zer­bre­chen­de Ladung und dann die Haupt­la­dung im Gebäudeinneren.

Tau­rus: All das, und eine auf dem Papier höhe­re Reich­wei­te die vor allem durch eine effi­zi­en­te­re Antriebs­ein­heit erreicht wird, bedeu­tet (ver­mu­tet) län­ge­re Tiefflug-Fähigkeit was einen Unter­schied bei der Low obser­va­bil­li­ty (Detek­tier­fä­hig­keit) machen kann, ein intel­li­gen­te­rer Zün­der, mit Lasern zur Ent­fer­nungs­mes­sung, der bei­spiels­wei­se die Haupt­la­dung erst im Erd­ge­schoss eines Hau­ses zün­det, oder in der drit­ten Eta­ge eines Bun­kers, und höhe­re Spreng­wir­kung auf Ent­fer­nung, da nicht so viel Treib­stoff rein­ge­packt wer­den muss.

Jaja, die tech­ni­schen Details…

Gut, das kann den Unter­schied machen, ob die Kertsch­brü­cke danach noch steht oder nicht, oder einen rus­si­schen Kom­man­do­bun­ker weg­spren­gen, oder 600, wobei die Ukrai­ne ver­si­chert die­se Kapa­bi­li­tät nur gegen Muni­ti­ons­de­pots ein­zu­set­zen (?), oder zumin­dest nicht in Russ­land. Und dann läufts plötz­lich anders, und die Ukrai­ne hat noch ein paar Tau­rus auf Lager, mit der die Ukrai­ne Russ­land angrei­fen könn­te - und Deutsch­land hat im öffent­li­chen Meinungs-Spektrum wel­chen Rekurs?

Ach­so ja - dass Putin ja nicht eska­lie­ren könne…

Gut, ja - unter Ein­be­zug die­ses Argu­ments ist es auch erstaun­lich, dass die US bis­her kei­ne bal­lis­ti­schen Ata­cams lie­fern wol­len. (Nur sol­che mit Streumunitionsgefechtskopf.)

Naja, wird schon nichts dabei sein. Also heu­te lie­fern, oder doch erst morgen?

Will­kom­men im media­len deut­schen Mei­nungs­kor­ri­dor des ARD Pres­se­clubs im Okto­ber 2023.

Wir sind ja alle der sel­ben Mei­nung. Nur Scholz, der zögert.

Rechts von uns gehts nicht mehr, mehr haw­kisch, die DW Ver­tre­te­rin möch­te zukünf­tig kei­ne Debat­ten mehr dar­über was denn über­haupt gelie­fert wird, denn die ver­zö­gern doch nur wie­der alles und am Ende hört eh nie­mand auf die Bevöl­ke­rung - Zitat “auch wenn es den Game­ch­an­ger nicht gibt”, rechts von uns da ist nur noch die Wand.

Wobei aktu­ell sind ja die Rech­ten für Frie­dens­ver­hand­lun­gen, also links von uns?

Ach kei­ne Ahnung - jeden­falls ist das die gesell­schaft­li­che, demo­kra­ti­sche Mit­te - die inner­halb des ihr gege­be­nen Mei­nungs­kor­ri­dors die Poli­tik Deutsch­lands bestimmt.

edit: Die “Debat­te” ent­wi­ckelt sich dann noch von “eigent­lich sagen wir nur, dass die Ukrai­ne alle kriegs­re­le­van­ten Ent­schei­dun­gen selbst tref­fen kann und Scholz will gar­nicht, dass die Ukrai­ne die Krim zurück bekommt” direkt zum nächs­ten State­ment - “eigent­lich sind wir ja in Euro­pa so geeint wie noch nie - und was ich noch sagen woll­te ist, Spal­tung als Gefahr, wie gehen wir damit um”.

Das ist hier kein Scherz und kein Schauspiel.

Das ist der aktu­el­le Mei­nungs­kor­ri­dor in Deutschland.

Das ist Medienrealität.

edit: Im End­teil die Mode­ra­to­rin: Diplo­ma­tie haben wir schon mal kurz ange­spro­chen, wir haben ja gera­de eben über Exit­stra­te­gien gesprochen.

Ich denks mir nicht aus, wirk­lich nicht…

Wenn Deplatforming bereits funktioniert, dann am Besten noch mit Hetze unterlegen…

09. Oktober 2023

Vor­sicht - its get­ting wierd, das hier ist ein The­men­be­reich den man bes­ser nicht anfasst, da er per Asso­zia­ti­on abfärbt. Also los gehts:

Das “Gol­de­ne Brett” lässt uns den Atem Putins spüren
Die bei­den Preis­trä­ger reprä­sen­tie­ren ein Milieu, das wenig von Demo­kra­tie hält

Ges­tern wur­de die deut­sche Poli­to­lo­gin Ulri­ke Gué­rot mit dem “Gol­de­nen Brett vor dem Kopf” aus­ge­zeich­net. Das ist der Schmäh­preis der Wis­sen­schafts­com­mu­ni­ty, der für die Ver­brei­tung wis­sen­schaft­li­chen Unfugs ver­ge­ben wird. Und bei tat­säch­li­chen oder gefühl­ten Unfreund­lich­kei­ten kann die Psy­cho­so­ma­tik der Poli­to­lo­gin ver­rückt­spie­len. Vor kur­zem beklag­te Gué­rot im Youtube-Kanal “Führich-Talks”, dass sie ein Jahr zuvor nach einer Dis­kus­si­on im ZDF bei Mar­kus Lanz ob männ­li­cher Domi­nanz “mit Schei­den­her­pes” aus dem Stu­dio gegan­gen sei. In dem Talk ging es um den Krieg in der Ukrai­ne – und was Gué­rot nicht wis­sen kann: Unzäh­li­gen Medi­en­kon­su­men­ten rollt es die Zehen­nä­gel schmerz­haft auf, wenn sie sich über den Krieg in der Ukrai­ne äußert. Und kei­ner davon darf im Stu­dio bei der “char­man­ten und erfolg­rei­chen Unter­neh­me­rin Füh­rich” vom die­sem Unge­mach berichten.

Gué­rot ist davon über­zeugt, dass der Krieg in der Ukrai­ne lan­ge vor­be­rei­tet wur­de – aller­dings nicht von Putin, son­dern vom Wes­ten. In Ihrem aktu­el­len Buch “End­spiel Euro­pa” ver­brei­tet Gué­rot exakt jenen Spin, der der neu­en Rech­ten, den Euro­pa­hassern, den Ukrai­ne­fein­den und den Put­in­ver­eh­rern hier­zu­lan­de run­ter­geht wie Öl: Die Ukrai­ne füh­re stell­ver­tre­tend für den Wes­ten einen Krieg gegen Russland.

Gan­ser kennt kei­ne Berührungsängste
Danie­le Gan­ser wur­de ges­tern mit dem “Gol­de­nen Brett” für sein Lebens­werk aus­ge­zeich­net. Der Schwei­zer saß vor neun Jah­ren mit Karl Heinz Hoff­mann an einem Tisch, dem Begrün­der der faschis­ti­schen “Wehr­sport­grup­pe Hoff­mann”, und mit Jür­gen Elsäs­ser, einem deut­schen Rechts­ex­tre­mis­ten mit Wur­zeln im anti­im­pe­ria­lis­ti­schen Links­ex­tre­mis­mus. Heu­te gibt Elsäs­ser das Maga­zin “Com­pact” her­aus – ein rechts­ex­tre­mes Kampf­blatt mit viel Ver­ständ­nis für Ver­schwö­rungs­plau­de­rei­en, die AfD und die neue Rech­te und für Putin. Wir wol­len Gan­ser aus die­sem bizar­ren Drei­er­zie­gel kei­nen Strick dre­hen. Gan­ser saß mit Hoff­mann und Elsäs­ser nur in sei­ner Rol­le als “Frie­dens­for­scher” am Tisch, um die Ver­stri­ckung von Nato und deren Geheim­ar­me­en in diver­se False-Flag-Operationen unter die Lupe zu neh­men. Die ortet Gan­ser vie­ler­orts, beim Anschlag vom 9. Sep­tem­ber, beim isla­mis­ti­schen Anschlag auf das Sati­re­ma­ga­zin “Char­lie Heb­do” und vor allem bei der Revo­lu­ti­on gegen das Janukowytsch-Regime in Kiew im Jahr 2014.

src: click

What the…?

Rol­len wirs von hin­ten auf.

Gan­ser die Berüh­rungs­ängs­te mit Recht­ex­tre­mis­ten abzu­spre­chen sei etwas was man nur erwäh­ne, man wol­le ihm aber kei­nen Strick dar­aus dre­hen. Man kennt das ja.….…..?! 

Wie wäre es anstatt­des­sen mit einem nach­prüf­ba­ren Argu­ment, wie dass Gan­ser auf halb­sei­de­nen Moti­va­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen einer “alter­na­ti­ven” Sze­ne auf offe­ner Büh­ne, wenig infor­mier­ten Per­so­nen - sei­ne Wahr­heit als Licht­ge­stalt ver­kauft - und nichts gegen das Fron­tal­mar­ke­ting unter­nimmt das neben ihm ein “Szene-Youtuber” auf der Büh­ne abspult - bei dem der Ver­an­stal­ter den Leu­ten rät, wenn sie gesell­schaft­lich ins Abseits gera­ten, sich hier gegen­sei­tig zu ver­net­zen und vor allem sei­nen You­tube Kanal zu abon­nie­ren, oder sie dürf­ten kei­ne Fra­gen stellen…

Also bei Ver­an­stal­tungs­run­den wie “Live auf mei­nem ers­ten Event “Marc lädt ein”” - bei denen der Ver­an­stal­ter sich über Ein­tritts­ge­büh­ren finan­ziert, Leu­ten rät sich nur im sel­ben Meinungs-Biotop zu ver­net­zen, und zwingt sei­nen You­tube Kanal zu abonnieren.

Also gegen die Kri­tik ist nichts ein­zu­wen­den, wenn sie rich­tig geführt ist. Aber das müs­sen wir ja beim Stan­dard ja nicht leis­ten. Beim Stan­dard schrei­ben wir ein­fach mit dem Grün­der der Wehr­sport­grup­pe Hoff­mann im sel­ben Inter­view­raum geses­sen, wir wol­len ihm aber kei­nen Strick draus drehen.

Punkt. Punkt. Punkt.

Wie ist dabei der lan­ge Atem Putins zu spü­ren? Durch sol­che Ver­an­stal­tun­gen? Dann wäre das zu belegen.

Ich möch­te mich jetzt nicht durch Gan­sers Oev­re im Zusam­men­hang mit dem Ukrai­ne Krieg gra­ben müs­sen, aber ich wet­te ein­fach mal er bedient sich bei Mear­s­hei­mer, bei Jef­frey Sachs und rollt die Geschich­te direkt vor der Mai­d­an­re­vo­lu­ti­on mit ein wenig argu­men­ta­ti­vem Embezzle­ment auf -- wie immer..

Mear­s­hei­mer ist kein Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker, es sei denn natür­lich das CATO Insti­tu­te (sie­he: Lob­by­pedia) läd sol­che vor fünf Tagen immer noch zu Buch­be­spre­chun­gen - und ver­gisst zuvor das zu prüfen:

Bei Sachs ist es schwie­ri­ger zu argu­men­tie­ren, da er die The Lan­cet (ja das Jour­nal) COVID-19 Com­mis­si­on im Rah­men der UN gelei­tet hat und dort auch die Theo­re­ti­ker zur Furin Spalt­stel­le nicht abge­dreht, son­dern zu Wort kom­men hat las­sen, nach­dem der ein­deu­ti­ge Über­gang von Fle­der­maus auf Mensch, mit oder ohne Zwi­schen­wirt nicht nach­ge­wie­sen wurde -

sie­he: Report: The Lan­cet Com­mis­si­on on les­sons for the future from the COVID-19 pan­de­mic, Jef­frey D Sachs, Salim S Abdool Karim, Lara Aknin, Joseph Allen, Kirs­ten Bros­bøl, Fran­ce­s­ca Colom­bo, and others, The Lan­cet, Vol. 400, No. 10359, Publis­hed: Sep­tem­ber 14, 2022
src: click (PDF auf der Sei­te abrufbar)

was dann von wis­sen­schaft­li­cher Sei­te lus­ti­ge Fol­ge­pu­bli­ka­tio­nen zu Fol­ge hat­te - wie:

SARS-CoV-2 furin clea­va­ge site was not engineered

Bei denen es dann im Indi­ka­to­ren ging, dass an der Furin Spalt­stel­le nicht mit Cris­per herum-engineert wor­den sei. Auf der Basis von wis­sen­schaft­li­chen Argu­men­ten wie:

Five of eight ami­no acids (RSVAS; under­li­ned in Fig. 1A, red box in Fig. 1C) in or near the ENaC FCS sequence shared with SARS-Cov-2 Spike are pre­sent in Spikes of sar­be­co­vi­ru­ses, such as BANAL-20-52. It would be illo­gi­cal to use the FCS from ENac rather than from a FCS of ano­t­her coronavirus.

Also wer ger­ne auf dem Level debat­tiert, kann Sachs auf­grund­des­sen dass er die Pro­po­nen­ten der Lab-Leak Theo­rie im Rah­men der Lan­cet Com­mis­si­on nicht früh abge­dreht hat, ger­ne als Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker brand­mar­ken… Ach­so, ja - der Stan­dard macht das ja… - ich kann argu­men­ta­tiv nichts davon entkräften.

Jetzt zum pro­ble­ma­ti­sche­ren Teil - Sachs ist dann auf­grund unkla­ren Boo­kings in den Pod­cast von Robert Ken­ne­dy Jr. und einem ehe­mals hero­in­kran­ken Komi­ker gelandet.

Nach dem ers­ten Auf­tritt gabs einen unlau­te­ren New Yor­ker Hetz­ar­ti­kel -- unlau­ter weil dar­in auf­grund eines Abschluss­state­ment die unwah­re Behaup­tung auf­ge­stellt wur­de, Sachs beschäf­ti­ge sich ger­ne mit den Büchern und daher Theo­rien von RFK Jr.

Ver­schwö­rungs­er­zäh­lun­gen

Und der ehe­mals hero­in­kran­ke Pod­cas­ter ist defi­ni­tiv ver­schwö­rungs­theo­rie­na­he und ihm wur­de wegen Ver­ge­wal­ti­gungs­vor­wür­fen, in den Mona­ten nach dem Sachs Inter­view (kein impli­zier­ter Kau­sal­zu­sam­men­hang) von You­tube, vor­aus­schau­end, die Mög­lich­keit zur Wer­be­fi­nan­zie­rung entzogen.

Der Atem Putins neh­me ich an?

Also, schaut nicht gut aus für Sachs -- aber Al Jaze­e­ra läd ihn - für sei­ne Ukrai­ne Mei­nung, die die poli­ti­sche Position/Überzeugung der Mehr­heit der Welt­be­völ­ke­rung wider­spie­gelt, Stand - vor fünf Tagen - immer noch ins Studio:

Das ist dann sicher auch der lan­ge Atem Putins, der bis zu sei­nem seit drei Jah­ren auch frau­en­freund­li­chen (Füh­rer­schein!) guten Freund des Wes­tens, Katar reicht.

Sie wis­sen schon Al Jaze­e­ra, die mit den hohen Reliability/Factual Repor­ting scores und Bias midd­le (Mit­te), in media bias charts (z.B. click). Sie wis­sen schon, die mit dem inves­ti­ga­ti­ven Repor­ting über die UK Wah­len.

Also es scheint fast so, als soll­te man nicht mit Guilt per Asso­cia­ti­on gegen Leu­te het­zen - ich weiß ja nicht, nur ein Vorschlag.…

Gut, aber hier geht es ja nicht um Mear­s­hei­mer, oder Sachs - 

son­dern um Gan­ser und Guerrot.

Bei Gan­ser ist zumin­dest die War­nung, dass er mit dem “Alternativ-Erklärer” Image öffent­lich spielt und von des­sen Ver­brei­tung direkt pro­fi­tiert sehr ange­bracht. Also scheiss Sze­ne stimmt.

Der Atem Putins wäre noch zu belegen.

Kom­men wir jetzt zu Guerrot.

Und bei tat­säch­li­chen oder gefühl­ten Unfreund­lich­kei­ten kann die Psy­cho­so­ma­tik der Poli­to­lo­gin ver­rückt­spie­len. Vor kur­zem beklag­te Gué­rot im Youtube-Kanal “Führich-Talks”, dass sie ein Jahr zuvor nach einer Dis­kus­si­on im ZDF bei Mar­kus Lanz ob männ­li­cher Domi­nanz “mit Schei­den­her­pes” aus dem Stu­dio gegan­gen sei.

Das schon mal in einer Qua­li­täts­zei­tung gelesen?

Inhalt­lich kor­rekt. Aber was dabei fehlt ist der Kontext.

Dass es näm­lich tat­säch­lich um Psy­cho­so­ma­tik geht. Die auch von Guer­rot zu Beginn der Sen­dung ange­spro­chen wird. Hab das doch glatt im Ori­gi­nal­vi­deo nach­ge­prüft, wie konn­te ich nur… Also, Kon­text, para­phra­siert: “Mir ging es nach den 157 Ver­leum­ndungs­ar­ti­keln, dem Zusam­men­stut­zen bei Lanz, dem Tot mei­nes Vaters UND dem Ver­lust mei­nes Jobs - so schlecht, dass sich das kör­per­lich geäu­ßert hat.”

Und jetzt, der Sager mit dem sie heu­te tages­ak­tu­ell durch den Dreck gezo­gen wird, paraphrasiert:

Nach Lanz hat­te ich her­pesar­ti­ge Fle­cken im Geni­tal­be­reich, ich bin damit zu mei­ner Gynä­ko­lo­gin, die hat das noch nie gese­hen und ein Foto davon gemacht, so gestresst war ich “ob männ­li­cher Dominanz”.”

Furcht­ba­rer Aus­spruch, wenn man öffent­lich in den Medi­en unter­wegs ist - aber weit davon ent­fernt dem “mit Yoga das Immun­sys­tem stär­ken kann gegen Covid hel­fen” Bild zu ent­spre­chen, das ihr von den Ver­an­stal­tern des “gol­de­nes Brett” Prei­ses eben­falls umge­hängt wird. Die­sen Ver­merk kann ich nicht prü­fen, da er zumin­dest im Stan­dard­ar­ti­kel nicht mit Quel­len­be­le­gen unter­legt ist (nur als Sekund­är­zi­tat abgedruckt).

Also die Angst eines Lai­en vor “Wie­der­auf­tre­ten von Her­pes unter Stress”, die Äuße­rung einer Ärz­tin “dass sie das noch nie gese­hen hät­te” und die Umfor­mung von “ich wur­de 5 zu 1 nie­der­ge­schrien” in “ob männ­li­cher Domi­nanz” - weil Eman­ze (Ver­zei­hung, ich kokettiere).

Dar­über in der Form öffent­lich zu spre­chen -- furcht­bar unklug, aber war­um ver­stär­ke ich das noch als Qua­li­täts­me­di­um der Stan­dard in Rich­tung - die Frau hat doch einen an der Waffel?

Weil ich mei­ne Leser davon in Kennt­nis set­zen möch­te, dass die Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rin Guer­rot kei­ne Medi­zi­ne­rin ist, und das “gol­de­ne Brett” dafür bekom­men hat, dass sie sich (nicht geprüft) pro Yoga fürs Immun­sys­tem aus­ge­spro­chen hat, was gegen Covid hel­fen würde?

Wäre ok, aber der Arti­kel hat fol­gen­den Aufmacher:

Das “Gol­de­ne Brett” lässt uns den Atem Putins spüren.

Also was ist das Ver­ge­hen von Guer­rot in die­ser Hinsicht?

Sich - dies­mal vor ihrem eige­nem pro­fes­sio­nel­len Hin­ter­grund, da damals tat­säch­lich in ent­spre­chen­den Posi­tio­nen im Job, dazu geäu­ßert zu haben, dass sie das bezahl­te Lob­by­ing Ent­schei­der auf EU Ebe­ne gegen eine euro­päi­sche Ver­tei­di­gungs Uni­on und für eine Nato-Mitgliedschaft zu begeis­tern, aktiv mit­er­lebt habe.

vgl:

Wäh­rend die Ulri­ke Guer­rot gera­de zusam­men­bricht, weil sie erlebt hat wie “west­li­che Eli­ten mit Geld Nato-freundlich gemacht wurden”.

src: click

Und jetzt erst­mals - Putin Bezug: Damals in einem Inter­view, eben­falls bei einem halb­sei­de­nen Pod­cast, einer “rus­si­schen Künstlerin”.

Da ist er, der lan­ge Atem Putins.

Jetzt gäbe es dafür aber natür­lich auch eine ein­fa­che­re Erklä­rung. Wie bei­spiels­wei­se, dass - nach­dem man Leu­te in Lebens­kri­sen stürzt, weil man ihnen medi­al öffent­lich vor­hält kri­ti­sche Stim­men brau­che es zu bestimm­ten The­men gesell­schaft­lich ein­fach nicht, die Ein­zi­gen (!) die die­se äußern wür­den wären Schwur­b­ler - die­se dann sehr ein­fach von der gesell­schaft­li­chen Grup­pe “auf­ge­fan­gen” wer­den, die die Fried­rich Ebert Stif­tung in der aktu­el­len Mit­te Studie -

als geschei­ter­te Self-Actualizer (“du kannst es schaf­fen, es liegt nur an dir, wenn du fest an dich glaubst”) umschreibt, die der sel­ben Stu­die zur Fol­ge, eben­falls anfäl­lig für ver­schwö­rungs­theo­rie­na­hes Den­ken sind.

Huh… Komisch irgend­wie, oder? Da schrei­en wir medi­al seit einem Jahr wie­der­holt die geschei­ter­ten Exis­ten­zen nie­der, sie wis­sen schon - die 

Mir ging es nach den 157 Ver­leum­ndungs­ar­ti­keln, dem Zusam­men­stut­zen bei Lanz, dem Tot mei­nes Vaters UND dem Ver­lust mei­nes Jobs - so schlecht, dass sich das kör­per­lich geäu­ßert hat.”

denen wir dann auch noch “Häme-Preise” ver­lei­hen um der Bevöl­ke­rung zu zei­gen dass die nicht sexy sind, dann machen wir auch noch deren Geni­tal­her­pes zum öffent­li­chen Gesprächs­the­ma und lachen dar­über, weil ja psy­cho­so­ma­tisch -- und trotz­dem wird die Kri­tik dar­an nicht kleiner…

Und komisch, der­art aus­ge­grenz­te Leu­te sind dann dafür anfäl­lig, wenn sie in einer seg­men­tier­ten Gesell­schaft von See­len­fän­gern als Heils­fi­gu­ren auf dem eige­nen Event “Marc lädt ein” prä­sen­tiert und dafür bezahlt wer­den. Die wider­spre­chen dann nicht mal mehr dem Veranstalter.

Dass rus­si­sche Akteu­re dabei ihre Fin­ger im Spiel haben ist durch­aus nicht per se unwahr­schein­lich - nur zu bele­gen wäre das halt doch noch. Ja aber doch nicht im heu­ti­gen Journalismus!

Denn wenn wir bei der Kri­tik am öffent­li­chen Nar­ra­tiv sind --

Cice­ro - Aussenpolitik:

Inter­view mit Jef­frey Sachs
-„Wider­sprüch­li­che Infor­ma­tio­nen wischt man ein­fach beiseite“

Krie­ge brau­chen Nar­ra­ti­ve, sagt der Öko­nom Jef­frey Sachs. Und die­se müs­sen nicht unbe­dingt etwas mit der Wirk­lich­keit zu tun haben. Das gilt für den Ukraine-Krieg wie den „Krieg“ gegen Covid. Doch war­um wer­den die­se regie­rungs­amt­li­chen Nar­ra­ti­ve von Jour­na­lis­ten kaum noch hin­ter­fragt? Im Cicero-Interview spricht Sachs über den Anschlag auf Nord Stream 2, die Labor­theo­rie des Corona-Virus und unkri­ti­sche Massenmedien.

src: click

Der Frei­tag - Politik:

Woher kam die Furin-Spaltstelle?
Sars-CoV-2 Vom Tier auf den Men­schen über­ge­gan­gen oder doch aus dem Labor ent­wi­chen? Zum Stand der Debat­te über den Ursprung des Virus

[…]

Der SZ-Interviewer schreibt vor­ab, Wie­send­an­ger habe in der NZZ „Spe­ku­la­tio­nen aus­ge­brei­tet“. Er habe Dros­ten „bewuss­te Irre­füh­rung und Ver­tu­schung vor­ge­wor­fen“. Dage­gen wehrt sich Dros­ten am Anfang des Inter­views: Das sei­en „halt­lo­se Anschul­di­gun­gen“. Er wird dann über eine Tele­fon­kon­fe­renz am 1. Febru­ar 2020 befragt, an der Antho­ny Fau­ci, der Lei­ter der Infek­ti­ons­ab­tei­lung in der US-amerikanischen Gesund­heits­be­hör­de, und ande­re Exper­ten teil­ge­nom­men hat­ten. Hier sei, „so behaup­ten Anhän­ger von Ver­schwö­rungs­ideen, die Labor-Hypothese poli­tisch gewollt aus­ge­schlos­sen wor­den“. Gegen die­se vom Inter­view­er behaup­te­te Behaup­tung wehrt sich Dros­ten völ­lig zu Recht. Nur hat­te Wie­send­an­ger sie gar nicht erho­ben. Er hat­te wie Dros­ten selbst von einer offe­nen Dis­kus­si­on füh­ren­der Viro­lo­gen, dar­un­ter Dros­ten, gespro­chen: Die meis­ten nah­men eine natür­li­che Über­tra­gung des Virus an, eini­ge favo­ri­sier­ten die Laborthe­se. Erst in den Tagen nach der Kon­fe­renz, so Wie­send­an­ger, gab es Mei­nungs­um­schwün­ge, hin­ter denen er die Aus­übung poli­ti­schen Drucks vermutet. […]

src: click

also, wenn man wirk­lich die vor­ge­brach­te Kri­tik debat­tie­ren müss­te, dann müss­te man sich auch mit Bericht­erstat­tung in den eige­nen Rei­hen aus­ein­an­der­set­zen -- und das ist ja tun­lichst zu ver­mei­den. Sonst ana­ly­siert da viel­leicht noch wer die Bericht­erstat­tung des Stan­dards über den Ukrai­ne Krieg.

Also machen wir jetzt im Jour­na­lis­mus mit Het­ze ehe­ma­li­ge Self Actua­li­zer fer­tig, die mit der Ten­denz zum Schwur­beln (Kor­re­la­ti­on) - lachen dar­über, ver­lei­hen ihnen Sati­re­prei­se und insis­tie­ren Putin­nä­he (Atem!) - ohne Bele­ge, und natür­lich ohne damit Cice­ro oder dem Frei­tag zu nahe tre­ten zu wollen --

denn Guilt per Asso­cia­ti­on, deplat­forming und Het­ze - bit­te nur gegen Ein­zel­per­so­nen, nicht gegen Redak­tio­nen, die da ggf. noch zurück­schrei­ben könn­ten, das macht man heu­te als Qua­li­täts­jour­na­list eben täg­lich so. Für die clicks.

Erst deplat­for­men, dann ver­het­zen, dann den Sati­re­preis ver­lei­hen. Bit­te kei­nes­falls in ande­rer Rei­hen­fol­ge, zwecks der Risikominimierung.

Das wird die Öffent­lich­keit sicher gutieren.

Abschlie­ßen­de Fra­ge an den Stan­dard Redak­teur: Jetzt mal das Covid The­ma aus­ge­klam­mert, was macht man heut­zu­ta­ge eigent­lich als jemand der auf pro­fes­sio­nel­ler Ebe­ne in sei­nem Job ande­re, viel­leicht sogar beleg­bar diver­gie­ren­de Erfah­run­gen als die im Rah­men des öffent­lich ver­brei­te­ten Nar­ra­tivs eta­blier­ten gemacht hat, und sich dazu öffent­lich äußern möchte?

Zu dem kri­ti­schen Jour­na­lis­mus gehen, der bei dem The­ma in Öster­reich nicht existiert?

Cice­ro und Frei­tag gibt es nur in Deutschland.

Es gilt wei­ter­hin, die­se Gesell­schaft ist das abso­lut gro­tesk und abar­tigst Allerletzte.