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What gets you banned from Paypal these days…

05. Mai 2022

Haven’t vet­ted the site, but sin­ce Demo­cra­cy Now men­tio­ned it as being part of a poten­ti­al Paypal crack­down on alter­na­ti­ve news sources, not fol­lowing the US nar­ra­ti­ve on Ukrai­ne, I thought I’d at least risk a look…

The Non-Independence of Western-Funded “Inde­pen­dent Media” in Ukrai­ne with Alan MacLeod

Many Kyiv Inde­pen­dent jour­na­lists come from suspect back­grounds, inclu­ding indi­vi­du­als who pre­vious­ly worked for NATO think tank The Atlan­tic Coun­cil, the U.S. Embas­sy in Ukrai­ne, or for the Coun­cil on For­eign Relations. 

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Ah, good to know, I guess I’m f*cked then. What a relief.

On the other news source men­tio­ned in the Demo­cra­cy Now pie­ce, Paypal rever­sed its posi­ti­on as a result of “public out­pou­ring”. They must have been tamer then…

If you want the pro­per posi­ti­on on all things Ukrai­ne, you watch Kule­ba on Sky­news of course:

(Not knowing, that Mario­pols Infra­st­ruc­tu­re has been des­troy­ed bey­ond the fea­si­bi­li­ty of repair, but still very ada­mant­ly deman­ding its recap­tu­re for sym­bo­lic value…

Also if you did­n’t know what the Ukrai­ne needs now, most of all, eh… Watch it yourself.)

Winning and weakening

28. April 2022

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Boah, die­se Gesell­schaft ist so der­ma­ßen das Letz­te. Falls ihr an der Stel­le Blüm­chen und Vogel­zwit­schern lesen hät­tet wol­len, wäre als Alter­na­tiv­be­schrei­bung noch “die Drei von der Tank­stel­le” ganz pas­send. Wegen dem BBC Auf­ma­cher Foto…

Hab die letz­ten Tage die News nicht mehr gemo­nitort, aber ich neh­me an es gibt noch immer kei­ne ein­zi­ge öster­rei­chi­sche Zei­tung die öffent­lich gegen die US Posi­ti­on ist… Und noch­mal zum nach­no­tie­ren, die ist jetzt nach dem gro­ßen Erfolg von “die Ukrai­ne muss gewin­nen”, was selbst­re­dend den Ver­lust der Krim für Russ­land bedeu­tet, eine Posi­ti­on die nicht mal Naval­ny ver­tritt (sie­he: NZZ), über den gro­ßen Erfolg von “das mit Regi­me­chan­ge war nur eine per­sön­li­che Mei­nung und soll­te gar kein Teil der Rede sein” (und dem über­aus erfolg­rei­chen Zwi­schen­spiel “Nur die rus­si­sche Bevöl­ke­rung kann die­sen Krieg jetzt noch been­den”, das ja auch über­haupt nicht mit den US abge­spro­chen war), beim zukünf­tig gro­ßen Erfolg von “Russ­land muss desta­bi­li­siert wer­den” ange­kom­men. Weil wir es ja sonst alle kol­lek­tiv nicht ver­ste­hen wür­den, wenns nicht der US Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter selbst ausspricht.

Die US wol­len jetzt also kei­nen Regi­me­chan­ge, aber ein desta­bi­li­sier­tes Russ­land. Latür­nicht. Und das ist das Bes­te für die Ukrai­ner. Latür­nicht. Und das Bes­te für Euro­pa. Weils uns so eint. Sowie­so. Und das Bes­te für Russ­land. Und das Bes­te für Leu­te mei­ner Genera­ti­on. Und das Bes­te für Deutsch­land, und das Bes­te für…

Bin aktu­ell auch beim qui bono ein wenig über­fragt. Klar die Waf­fen­lob­by pro­fi­tiert, aber der Jour­na­lis­mus wird hier ja kein Geld einstecken.

Also bei der wie­viel­ten “Er ist der bes­te Kom­mu­ni­ka­tor über­haupt” Arte Repor­ta­ge ist uns allen kol­lek­tiv das Hirn rausgefallen?

Ich wart noch immer auf den ers­ten Medi­en­ver­tre­ter der einen Wider­spruch erkennt, wenn er “Abnut­zungs­krieg” dafür dass Russ­land nicht auch noch die Nato angreift und “die Rus­sen per­for­men so schlecht, nichts geht wei­ter” - und um das Ter­ri­to­ri­um zu hal­ten brau­chen sie Mil­lio­nen an Leu­ten in der Regi­on, da sie ihnen ja feind­lich geson­nen ist im sel­ben Argu­ment verwendet.

Pas­siert halt ein­fach nicht. Das ist das Gei­le dar­an wenn du Epis­te­me gene­rierst, und über Think­tanks in die Mas­se streust, dann Jour­na­lis­ten zu Exper­ten­dis­kus­sio­nen ein­lädst (dei­ne Exper­ten - bis hin zum emo­tio­na­len Voll­trot­tel der nicht wis­sen­schaft­lich arbei­ten kann (sagen sei­ne Kol­le­gen), aber dann so toll an die Öffent­lich­keit andockt), wo sie - also die Jour­na­lis­ten - von der Büh­ne aus gen­a­me­dropt wer­den, und die dann gleich aus Dank­bar­keit die Blatt­li­nie des Stan­dard prä­gen und gegen die eige­ne Regie­rung anschrei­ben (die ver­wen­de näm­lich die fal­schen Exper­ten, und die Oppo­si­ti­on (SPÖ) auch(!)) Nicht weil sie in der Redak­ti­on so viel zu sagen hät­ten, son­dern weil die eh schon längst die Posi­tio­nen von Pro­ject Syn­di­ca­te abschreibt.

Ja schei­ße, hät­te uns doch einer gesagt, dass die US das jetzt auf 2-5 Jah­re pla­nen, danach ver­brann­te Erde hin­ter­las­sen, die Auf­bau­ar­bei­ten der Ukrai­ne zu gro­ßen Tei­len aus den ein­ge­fro­re­nen rus­si­schen Gel­dern finan­zie­ren wol­len (das Dop­pel­te an Schul­den kommt dann noch­mal oben drauf, sonst kommt das Land noch auf blö­de Ideen und glaubt das Wirt­schafts­wun­der Schnellsieder-Marketing in der zwei­ten Genera­ti­on nicht mehr - ihr wisst schon, wegen dem desta­bi­li­sier­ten Russ­land an der Sei­te) - und wenn wir Russ­land dann erst mal desta­bi­li­siert haben, ja dann… Dann wird alles wie­der gut, weil wir haben die Moral ja mit Löf­feln gefressen.

(Gut, der Papst ist jetzt zumin­dest nicht dafür, aber das ist eh nur ein lin­ker Spin­ner, der das Wohl der ande­ren Hälf­te der Erde im Auge hat…)

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut Letzte.

edit: Hier noch eine Lis­te der Fern­stra­ßen in Russ­land: click Ein­fach so als Gag.

Boah, wie vie­le Auto­bahn­ki­lo­me­ter da erst gebaut wer­den, wenn du nach der Desta­bi­li­sie­rung aus Russ­land dann eine funk­tio­nie­ren­de Demo­kra­tie machst… Jetzt aber nicht gleich blöd kom­men und die letz­ten fünf Demo­kra­ti­sie­rungs­in­itia­ti­ven der ‘excep­tio­nal nati­on’ goog­len. Wie sag­te einst ein klü­ge­rer Kopf als ich? Alles ande­re ist mehr so, primär.

Sind jetzt eigent­lich schon deut­sche Pan­zer in der Ukrai­ne? Ja, sind sie. Zur Flugabwehr.

Die Welt hat herausgefunden, dass Schwarze Sonne, und Wolfsangel keine Neonazi Symbole sind

24. April 2022

via fefe:

Wisst ihr, was eine Text-Bild-Schere ist? Die “Welt” illus­triert das hier schön.
Erst­mal: Gute Nach­rich­ten! Das Asow-Bataillon ist gar nicht neo­na­zis­tisch. Hat die “Welt” herausgefunden.

Und das Bild dazu: Schwar­ze Son­ne und Wolfs­an­gel. Und die rech­te Faust über dem Her­zen als Gruß? Die ist neu­lich erst auf­ge­fal­len, weil das die ers­te Stu­fe vor dem Hit­ler­gruß war bei die­sem Skan­dal um den einen rus­si­schen Fahr­rad­pro­fi, der für Ita­li­en fuhr. Weiß jemand, ob es da auch einen Namen und eine Geschich­te zu gibt? Es ist jeden­falls nicht der “römi­sche Gruß”, was ich erst ver­mu­te­te. Mir fällt es jeden­falls schwer, mit der Ges­te etwas ande­res als Neo­na­zis zu asso­zi­ie­ren gerade.

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Was die alles raus­fin­den… Amazing.

Hier noch mal was NBC vor dem 17.02. her­aus­ge­fun­den hat. Und hier ist das Ori­gi­nal­ma­te­ri­al das sie damals für den Bei­trag ver­wen­det haben.

G20 will obviously fail, WTO, IMF probably can’t function either…

22. April 2022

As in pro­bab­ly can’t be kept functioning.

Ah, our good friends in the US are play­ing poker again. So far it’s only Jacob Kir­ke­gaard - who usual­ly is in the ‘know not­hing, talk in extre­mes’ role in tho­se sort of panels, but hey - somehow you have to keep the nar­ra­ti­ve up, that the majo­ri­ty of the world is very much inves­ted in hol­ding rus­sia accountable.

A very NICE asi­de pre­sent is, the collec­ti­ve G.M.F panels idea on how to deal with the world food (and fer­ti­li­zer) shor­ta­ge (the head­line topic): Hold more meetings.

Have to stop watching tho­se panels and do some­thing more worthwhile ins­tead. May­be I’ll pick up sta­ring at goa­ts, or something.

At least they fall down once in a while.

Moneyshot at 15:53 in, when four panelists look eit­her asha­med, or depres­sed, Jacob Kir­ke­gaard is ran­ting that the IMF has to stop its work, and Ian Les­ser loo­ks off came­ra and does some­thing else - becau­se you dont have to ack­now­ledge tho­se ramb­lings, do you?

And if it turns out, that you do - I call dibs on being first. 😉

edit:
Tur­kish panelist:

Any mista­ke in mone­ta­ry poli­cy com­ing from Euro­pe, has the poten­ti­al to drag Euro­pe into reces­si­on. And infla­ti­on is high and growth is under pres­su­re. […] the war bro­ke out while Euro­pe was reaching its pre pan­de­mic pro­duc­tion levels, the­re­fo­re - rather than infla­tio­na­ry demand, the­re is more sup­ply side infla­ti­on in Euro­pe and in this regard, euro­pean eco­no­my is esti­ma­ted to grow almost half of the last year […], lets say 2.8% over last years 5.4% GDP growth. In this regard we are watching the magnitu­de of the pres­su­re on euro­pean growth very clo­se­ly, which could pos­si­b­ly hurt regi­ons like Tur­key, whe­re - 50% of our exports are lin­ked to Euro­pe. […] This is the most likely eco­no­mic risk we are facing right now.”

Neat. (Oh, and a 200 bil­li­on dol­lar for­eign finan­cing need for Tur­key this year, ‘while access beco­mes more expen­si­ve in terms of quan­ti­ty and pri­ce’. Someo­ne has got to reco­gni­ze that as an opportunity…)

edit: Pro­bing ques­ti­on, on how Tur­key would react to fee­ling the impact of secon­da­ry sanc­tions (com­pa­nies tra­ding with rus­sia being sanc­tion­ed), Tur­key doesnt see it as pro­ble­ma­tic. As an aus­tri­an - this is sca­ry stuff. The­re is a cla­ri­fi­ca­ti­on short­ly after, that this pro­bab­ly would not be tar­ge­ted at euro­pean coun­tries, but against coun­tries and cor­po­ra­ti­ons who might buy rus­si­an ener­gy. (Espe­cial­ly in rubel, i presume).

Chefredaktor versus Professor für Kultur und Gesellschaft Russlands, Universität St. Gallen

22. April 2022

Chef­re­dak­tor wins.

Falls jemand das Res­sour­cen­fluch Argu­ment nicht kennt, das Video eig­net sich als Primer.

Was war eigentlich US und Nato Position im November 2021

21. April 2022

Also nach­dem die US der Ukrai­ne die impli­zi­te Erlaub­nis erteilt haben die rus­si­schen “Sepa­ra­tis­ten” mit Jave­lins aus dem Don­bas zu schie­ßen?

Atlan­tic Coun­cil - 23.11.2021:

The United Sta­tes would agree with Kyiv on red lines befo­re ent­e­ring the talks, such as no imple­men­ta­ti­on of the poli­ti­cal aspects of the Minsk Agree­ments without Rus­si­an com­pli­an­ce with its never-fulfilled mili­ta­ry obli­ga­ti­ons (per­ma­nent cease­fire, with­dra­wal of for­eign for­ces and hea­vy wea­pons, dis­band­ment of ille­gal mili­ti­as); no local elec­tions in the Don­bas with Rus­si­an and pro­xy for­ces still pre­sent; [Das kippt die “Steinmeier-Formel”] and spe­cial sta­tus for the Don­bas after elec­tions to be based on the Ukrai­ni­an law on decen­tra­liz­a­ti­on (sin­ce the Minsk Agree­ment does not sup­port Rus­si­an deman­ds for a Don­bas veto over Ukrai­ni­an for­eign policy).

On the con­ten­tious issue of when to res­to­re Ukrai­ni­an con­trol of the inter­na­tio­nal bor­der, which Rus­sia insists must come at the end of the pro­cess, the United Sta­tes and Ukrai­ne would offer as a com­pro­mi­se the inter­na­tio­na­liz­a­ti­on of the occu­p­ied ter­ri­to­ries as a tran­si­tio­nal mea­su­re. [== total retre­at, then total ter­ri­to­ri­al gain for Ukrai­ne] This would inclu­de a neu­tral peace­kee­ping for­ce to take the place of Russian-led for­ces and mili­ti­as insi­de Don­bas and an inte­rim inter­na­tio­nal civi­li­an admi­nis­tra­ti­on to replace the self-declared people’s repu­blics. The inter­na­tio­nal pre­sence would res­to­re nor­mal gover­nan­ce, estab­lish pro­fes­sio­nal local poli­ce for­ces, over­see the return of refu­gees, and orga­ni­ze local elec­tions in con­di­ti­ons con­sis­tent with OSCE standards.

Alt­hough Rus­sia may be slow to enga­ge on the initia­ti­ve, it would demons­tra­te US and Ukrai­ni­an rea­di­ness for a genui­ne com­pro­mi­se to end the war in eas­tern Ukrai­ne. It would be con­sis­tent with the Minsk frame­work but intro­du­ce imple­men­ta­ti­on mecha­nisms that are absent from the ori­gi­nal Minsk docu­ments. [You mean the frame­work is simi­lar, the imple­men­ta­ti­on is not?]

If Rus­sia agreed to end the Don­bas con­flict on this basis and imple­men­ted its side of the deal in good faith, the United Sta­tes and its allies would be able to sca­le back the pro­vi­si­on of let­hal wea­pons to Kyiv. Such an agree­ment would open the way to the lif­ting of Donbas-related sanc­tions and resump­ti­on of coope­ra­ti­on bet­ween Rus­sia and NATO that could help defu­se Rus­si­an anxie­ties about Ukraine’s rela­ti­ons­hip with NATO over the lon­ger term.

Gütig, oder? Und das wor­d­ing erst, wem kommt das noch bekannt vor?

Moreo­ver, bey­ond Putin’s pur­por­ted secu­ri­ty con­cerns, Ukrai­ne is a high­ly emo­tio­nal issue for him. His state­ments and pseudo-historical wri­tings make clear that he res­ents Ukraine’s inde­pen­dence, ques­ti­ons its legi­ti­ma­cy as a sov­er­eign sta­te, dis­pu­tes Ukrai­ni­ans’ exis­tence as a sepa­ra­te peop­le, and is outra­ged by Kyiv’s refu­sal to accept Rus­si­an hegemony.

Mei­ne Güte, der “ver­rück­te Putin” ist auch schon so alt?

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NATO PK vom 01.12.2021:

We will call on the allies to join Ukrai­ne in put­ting tog­e­ther a deter­rence packa­ge,” Kule­ba told repor­ters as he arri­ved for the talks in Riga.

This should inclu­de pre­pa­ring eco­no­mic sanc­tions against Rus­sia, in case it “deci­des to choo­se the worst-case sce­n­a­rio”, Kule­ba said, adding that NATO should also boost mili­ta­ry and defence coope­ra­ti­on with Ukraine.

We are con­fi­dent that if we join efforts if we act in a coor­di­na­ted fashion, we will be able to deter Pre­si­dent Putin and to demo­ti­va­te him from choo­sing the worst-case sce­n­a­rio, which is a mili­ta­ry ope­ra­ti­on,” Kule­ba said.

Ja sag mal, die Posi­ti­on kenn ich ja auch…

Rus­sia has no veto. Rus­sia has no say. And Rus­sia has no right to estab­lish a sphe­re of influ­ence, try­ing to con­trol their neigh­bours,” Stol­ten­berg told repor­ters, poun­ding his podium.

The argu­ments are not new in essence and do not pre­su­me a rea­di­ness for NATO to enlar­ge. Most NATO mem­bers see risks rather than advan­ta­ges in enlar­ging the alli­an­ce in what Moscow sees as its backyard.

Just the ques­ti­on is reflec­ting some­thing, which I think we should be very much awa­re of, that is not accep­ta­ble – and that is that Rus­sia has a sphe­re of influ­ence,” the NATO chief retorted.

They try to re-establish some kind of accep­t­ance that Rus­sia has the right to con­trol what neigh­bours do, or not do,” Stol­ten­berg said.

I think that tells more about Rus­sia than about NATO,” he added.

The argu­ment that Rus­sia has no right to have a sphe­re of influ­ence is likely to infu­ria­te Moscow. Seni­or US pun­dits have argued in the recent past that “Rus­sia needs its buffers”.

This idea that NATO’s sup­port to a sov­er­eign nati­on is the pro­vo­ca­ti­on, is just wrong. It’s to respect the sov­er­eig­n­ty and the will of the Ukrai­ni­an peop­le,” he said, adding that Ukrai­ne is an inde­pen­dent sta­te, its bor­ders must be safe and its neigh­bours must not vio­la­te them.

We do not want to go back to the world in which sta­tes were limi­ted by sphe­res of influ­ence of super­powers”, he empha­sis­ed, ans­we­ring the ques­ti­on about Russia’s reac­tion to the pos­si­ble acces­si­on of Ukraine.

[…]

For his part, Stol­ten­berg repeated his warning on Wed­nes­day that any future Rus­si­an aggres­si­on against Ukrai­ne would come at a ‘high pri­ce’ and have serious poli­ti­cal and eco­no­mic con­se­quen­ces for Moscow.

The 30 NATO allies tog­e­ther repre­sent more than 50% of the glo­bal economy.

We have a wide ran­ge of opti­ons to make sure that Rus­sia will be con­fron­ted with serious con­se­quen­ces if they once again use for­ce against an inde­pen­dent sov­er­eign nati­on, Ukrai­ne,” Stol­ten­berg told repor­ters in Riga.

Ever­ything from eco­no­mic sanc­tions, finan­cial sanc­tions, poli­ti­cal restric­tions, but also, as we saw after 2014 when they ille­gal­ly anne­xed Cri­mea … that actual­ly trig­ge­red the big­gest rein­for­ce­ment of our collec­ti­ve defence sin­ce the end of the Cold War,” Stol­ten­berg said.

We don’t know whe­ther Pre­si­dent Putin has made the decisi­on to inva­de” Ukrai­ne, US Secreta­ry of Sta­te Antho­ny Blin­ken said, but added that “if Rus­sia inva­des Ukrai­ne… we will be pre­pa­red to act” with high-level eco­no­mic sanc­tions and other measures.

It’s important that Rus­sia under­stands this, Blin­ken stres­sed, adding that the US will make sure Ukrai­ne has the means to defend itself.

We’ve seen this play­book befo­re in 2014 when Rus­sia last inva­ded Ukrai­ne, then as now they signi­fi­cant­ly incre­a­sed com­bat for­ces near the bor­der,” Blin­ken said.

Then as now, they inten­si­fied dis­in­for­ma­ti­on that Ukrai­ne is the aggres­sor to jus­ti­fied pre-planned mili­ta­ry action,” he added.

Blin­ken will meet with Rus­si­an For­eign Minis­ter Ser­gey Lav­rov in Stock­holm on Thursday.

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Ja ver­flixt und zuge­näht, wie kom­men die­se Posi­tio­nen jetzt plötz­lich in all die Exper­ten die sie mir begon­nen haben öffent­lich ab dem 24. Febru­ar 2022 als Inter­pre­ta­ti­ons­vor­la­gen anzureichen?

Die wer­den doch nicht alle die sel­be Quel­le gele­sen haben?

Was lange währt, wird endlich gut.

21. April 2022

Selen­skyj hat gera­de ein Inter­view gege­ben, wonach die rus­si­sche Bevöl­ke­rung schwe­re Schuld auf sich gela­den habe, die sie nur berei­ni­gen kön­ne, wenn sie auf dem roten Platz gegen die Regie­rung pro­tes­tiert. src: click

Hach, das erin­nert mich an das ers­te Media State­ment Selen­sky­js auf rus­sisch, und gleich­zei­tig das let­ze Media State­ment kurz bevor die ers­ten rus­si­schen Rake­ten geflo­gen und die ers­ten Inva­si­ons­ver­bän­de in gro­ßer Anzahl (eini­ge bereits zuvor, aber ’nur’ (nur unter Anfüh­rungs­zei­chen, da die Nato noch nicht von einer Inva­si­on Spre­chen woll­te, von der Ley­en auf CNN auch nicht, …) in die von Russ­land besetz­ten Teil­re­pu­bli­ken und ohne Insi­gni­en) über die Gren­ze sind. Wor­um gings da noch­mal?

Ah ja, er [Selen­skyj] wen­de sich an Künst­ler und Ath­le­ten, Müt­ter und Väter, Tik­to­ker und Blog­ger in Russ­land, an Ärz­te und Wis­sen­schaft­ler. Sie müs­sen jetzt auf Social Media gegen den Krieg mobi­li­sie­ren, nur sie könn­ten einen Krieg jetzt noch verhindern!

Jetzt kön­nen nur sie einen Krieg jetzt noch beenden.

Irgend­wie - harmonisch.

Wie stel­len Sie sich die Bezie­hun­gen zwi­schen der Ukrai­ne und Russ­land in 20 Jah­ren vor? Wie müss­te die Welt aus­se­hen, damit Sie Mos­kau irgend­wann wie­der besu­chen können?

[…]

Es wird in 20 Jah­ren in Russ­land bestimmt ande­re Poli­ti­ker geben. Vor­aus­ge­setzt, dass ein ande­rer Prä­si­dent die­se Bla­se der Pro­pa­gan­da, nach der die Men­schen in Russ­land süch­tig gewor­den sind, plat­zen lässt. Ich glau­be, das rus­si­sche Volk wird schon in drei bis fünf Jah­ren den Tat­sa­chen ins Auge bli­cken müs­sen. Vor allem dank der neu­en Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gien, die sich sehr schnell entwickeln.

Die Intel­li­gen­zi­ja wird plötz­lich die Rea­li­tät sehen und sich Asche aufs Haupt streu­en. Vie­le Rus­sen wer­den anfan­gen, das Aus­maß die­ses Krie­ges zu begrei­fen. Und dann liegt es bei den Rus­sen und dem rus­si­schen Staats­ober­haupt, eine rich­tungs­wei­sen­de Ent­schei­dung zu tref­fen. Das rus­si­sche Staats­ober­haupt muss klar kom­mu­ni­zie­ren: “Wir sind bereit, zu dem Krieg und zu den Kriegs­ver­bre­chen zu ste­hen.” Das wäre ein sehr wich­ti­ger Schritt. Die Rus­sen müs­sen dabei hin­ter die­sem Staats­ober­haupt ste­hen, weil sie ihn oder sie gewählt haben.

I wo, Regi­me­chan­ge? Jetzt aber… also, wir doch nicht, aber jetzt auf kei­nen Fall ist das eine Vor­aus­set­zung für Friedensverhandlungen.

Regi­me­chan­ge und eine rus­si­sche Bevöl­ke­rung die sich Asche auf ihr Haupt streut? Now we get talking…

edit: Wich­tig sind auch die drei bis fünf Jah­re Zeit­ho­ri­zont in dem Selen­skyj Inter­view. (So lan­ge soll der Krieg noch dau­ern.) Dafür hat­te ich bis­her kei­nen direk­ten Beleg im Blog.

Manch­mal fügen sich die Din­ge so gut ineinander.

Angriffswaffen, aber welche?

21. April 2022

Gehen wirs noch­mal durch. Am 24. März gibt der Direc­tor des ECFR die neu­en phi­lo­so­phi­schen Grund­sät­ze für Euro­pa durch, und der Stan­dard schreibt sie unge­fil­tert von Pro­ject Syn­di­ca­te ab.

Die zwei­te Fra­ge lau­tet, ob Euro­pa für eine regio­na­le Ord­nung bereit ist, die nicht auf Regeln und Insti­tu­tio­nen, son­dern auf einem Gleich­ge­wicht der Kräf­te basiert. Der alte Traum einer Ord­nung mit Russ­land ist geplatzt und wur­de durch eine Ord­nung gegen Russ­land ohne gemein­sa­me Insti­tu­tio­nen oder Ver­trau­en ersetzt. Dies wird zu einem gewal­ti­gen Schub der Wie­der­auf­rüs­tung füh­ren, der in Deutsch­land und Däne­mark bereits begon­nen hat. Außer­dem steht eine neue Debat­te über Mili­tär­ba­sen und Atom­waf­fen an, die Euro­pas Auf­merk­sam­keit (und ver­mut­lich Res­sour­cen) von ihrem glo­ba­len mul­ti­la­te­ra­len Enga­ge­ment abzie­hen wird.

Die letz­te gro­ße Fra­ge lau­tet, ob Euro­pa Teil einer regio­na­len Ord­nung ist oder einer glo­ba­len. Noch vor ein paar Wochen galt Euro­pa als geo­po­li­ti­scher Zuschau­er des wich­tigs­ten Kamp­fes im 21. Jahr­hun­dert: der Schlacht um die Kon­trol­le im Indo­pa­zi­fik. Der neue euro­päi­sche Krieg und die immer enge­re Part­ner­schaft zwi­schen Chi­na und Russ­land hat Euro­pa und “Eura­si­en” wie­der ins Zen­trum der Welt­büh­ne gerückt. Wie Jere­my Shapi­ro vom Euro­pean Coun­cil on For­eign Rela­ti­ons schreibt, muss die Nato sich jetzt mit den Demo­kra­tien in Asi­en ver­net­zen, ihre Poli­tik abstim­men und sogar ihre Res­sour­cen auf die euro­päi­sche und die pazi­fi­sche Büh­ne aufteilen.

Ich über­set­ze noch mal auf nicht ver­klau­su­liert - das Pri­mat Sta­bi­li­tät über Wirt­schafts­be­zie­hun­gen auf­zu­bau­en soll auf euro­päi­scher Ebe­ne zurück­tre­ten. Eini­ge ehem. Ost­block­staa­ten sol­len hoch­ge­rüs­tet wer­den. Zwecks erhöh­ter Resi­li­enz, soll über den Aspekt Ener­gie­si­cher­heit der Ein­fluss nor­di­scher Staa­ten zuneh­men, Groß­bri­tan­ni­en (Sicher­heits­ar­chi­tek­tur) soll eine gewich­ti­ge­re Rol­le ein­neh­men, und am Wich­tigs­ten, das ange­kün­dig­te Auf­rüs­tungs­bud­get in Deutsch­land soll vor allem in Nato Ver­bän­de flie­ßen, die sich zukünf­tig mehr im Indo-Pazifik enga­gie­ren soll­ten. Wäh­rend sich Deutsch­lands Ener­gie­kos­ten, post Spe­ku­la­ti­ons­bla­se, in etwa verdoppeln.

Deutsch­land hat da eine deut­lich ande­re Aus­rich­tung im Kopf (“Deutsch­land sol­le eine Frie­dens­macht blei­ben”), das Bud­get sol­le in die Erstel­lung eines kom­ple­men­tä­ren euro­päi­schen Ver­tei­di­gungs­bünd­nis­ses (Stra­te­gic Com­pass) fließen.

Letz­te­rer wur­de im Wor­d­ing fürs appease­ment unse­rer Freun­de in den US noch mal ordent­lich angepasst -

bleibt aber im Wesent­li­chen so offen, dass eine euro­päi­sche Ver­tei­di­gungs­ar­chi­tek­tur Euro­pas, die kom­ple­men­tär zur Nato agiert, aber als eigen­stän­di­ger Ver­bund bestehen bleibt, wei­ter­hin die Ideen einer fran­zö­si­schen Regie­rung Macron im Hin­blick auf die euro­päi­sche Sicher­heits­ar­chi­tek­tur ermöglicht.

Dazu die US im Wesent­li­chen - ‘bet­ter not’, sie­he: CNN

Das Geld sol­le doch viel eher in die Nato flie­ßen, wenn schon Mili­ta­ri­sie­rung Euro­pas und eine Abkehr von der Idee der Wirt­schafts­macht, dann bit­te auch so, dass Euro­pa das nicht unab­hän­gig von der Nato koor­di­niert - und dass man die Euro­pä­er dann erst wie­der um die Teil­nah­me an Ein­sät­zen ersu­chen müsste.

Also stellt man den Stol­ten­berg nach vor­ne, und lässt ihn erst­mal per­ma­nen­te Nato Trup­pen­ver­bän­de an der Nato Ost­flan­ke for­dern: click (Gibts auch von Reu­ters, aber hin­ter einer Pay­wall) (“per­ma­nen­te” ist wesent­lich) - lässt den US Gene­ral­stab neue US Basen in der Regi­on emp­feh­len (click) und es vom ECFR so ver­tei­len, als sei das “die neue euro­päi­sche Phi­lo­so­phie” das “wor­über sich Poli­ti­ker jetzt Gedan­ken machen müss­ten”, und zusam­men mit “einem lan­ge andau­ern­den Zer­mür­bungs­krieg” das “wor­auf Poli­ti­ker die Bevöl­ke­rung ein­schwö­ren müssen”.

Nicht mei­ne Rede, ECFR Arti­kel. Über Pro­ject Syn­di­ca­te - vom Stan­dard abge­schrie­ben.

Jetzt will Deutsch­land das aber per­spek­ti­visch eher weni­ger. (Ver­mu­tung.) Grö­ße­re Bedeu­tung nor­di­scher Staa­ten inner­halb der EU (lang­fris­ti­ge Ener­gie­lie­fe­ran­ten), grö­ße­re Bedeu­tung der ehe­ma­li­gen Ost­block­staa­ten, in denen dann neue Nato Basen ste­hen, grö­ße­rer Ein­fluss der Nato und damit Groß­bri­tan­ni­ens auf struk­tur­po­li­ti­sche Ent­schei­dun­gen Euro­pas, gerin­ge­rer Stel­len­wert von Glo­ba­li­sie­rung, der eige­nen Bedeu­tung als Han­dels­macht, … (pfeif auf “Wan­del durch Han­del”, hier gehts um Wirt­schafts­leis­tung). Also Deutsch­land zahlt schön für die Zei­ten­wen­de, über­holt Frank­reich in Punk­to Mili­tär­aus­ga­ben - ist aber unter Umstän­den ver­gleichs­wei­se schlecht dran, wenns dar­um geht zu bestim­men, was mit den 100 Mil­li­ar­den Son­der­ver­mö­gen pas­sie­ren soll.

Wovon hängt das jetzt ab? Ver­mut­lich von der Eska­la­ti­ons­ent­wick­lung des Krie­ges in der Ukrai­ne, da die deut­sche Rüs­tungs­in­dus­tie in etwa 30 Jah­re braucht, um das zu errei­chen. Hält der Ukrai­ne Krieg jetzt, sagen wir mal fünf Jah­re an, wer­den sich die Stim­men meh­ren, mit dem Geld doch eher Waf­fen aus dem Aus­land zu kau­fen - schließ­lich brau­che man sie bereits akut und nicht erst in Zukunft.

Die US stim­men ihren Kon­gress ja schon pflicht­be­son­nen auf einen lan­ge andau­ern­den Krieg ein der Jah­re dau­ern könn­te - gemeint sind hier aber so etwa 3-5 Jah­re. Stol­ten­berg wie­der­holt das am nächs­ten Tag (sel­bes Wor­d­ing) - Scholz spricht aber wei­ter­hin davon dass er auf ein bal­di­ges Kriegs­en­de hof­fe, aber nicht um jeden Preis. Dafür sprin­gen ihm Tei­le sei­ner eige­nen Frak­ti­on an die Gur­gel, die Grü­nen sowie­so, und natür­lich auch die kom­plet­te Oppo­si­ti­on (natür­lich, da die Umfra­gen besa­gen, dass etwa 60% der Deut­schen schwe­re Angriffs­waf­fen in der Ukrai­ne sehen wollen).

Scholz hat in den letz­ten Tagen einen teil­wei­sen Rück­zug von sei­ner Posi­ti­on ange­tre­ten, indem er ver­si­chert hat, dass Deutsch­land einen Ring­tausch von Pan­zern vor­be­rei­ten wür­de. Dh. Pan­zer aus alten Sov­jet­be­stän­den die in ande­ren EU Staa­ten noch vor­rä­tig sind, gehen in die Ukrai­ne, Deutsch­land zahlt für den Ersatz im EU Mit­glied­staat, der dann - es muss ja schnell gehen, um die Defen­siv­ka­pa­zi­tä­ten Euro­pas nicht zu schmä­lern, höher­wer­ti­ge­res Kriegs­ge­rät aus Deutsch­land, oder US Fer­ti­gung erhält.

Die Argu­men­te dafür war­um kei­ne deut­schen Pan­zer in die Ukrai­ne gelie­fert wer­den sol­len (Ein­schu­lung daue­re zu lan­ge, und die brau­che es zur Ein­hal­tung von Ver­pflich­tun­gen mit Büd­nis­part­nern) sind nicht die belast­bars­ten. Jetzt könn­te Deutsch­land noch Schüt­zen­pan­zer anstatt Leo­pard 2 lie­fern, aber auch die wür­den der Ukrai­ne einen Vor­teil bei Coun­ter­insur­gen­cy und long ran­ge war­fa­re ver­schaf­fen (bin in 5 Minu­ten Red­dit lesen, zum Mili­tär­ex­per­ten geworden.).

Wenn ich jetzt die offi­zi­el­le EU Posi­ti­on her­an­zie­he was im Krieg denn noch erreicht wer­den müs­se - dann unter­schei­det die sich aktu­ell doch sub­stan­zi­ell von der der Ukrai­ne.

Also was will ich jetzt? Den Krieg ver­län­gern? Russ­land wirt­schaft­lich maxi­mal scha­den (die Resi­li­enz für wirt­schaft­li­che Kriegs­füh­rung in Euro­pa ist ja erst im Auf­bau, und die Sank­tio­nen wir­ken eben­falls bes­ser, je län­ger sie (die frü­hen) wir­ken)? Die kom­plet­te Ukrai­ne zurück­er­obern (Russ­land hät­te da etwas dage­gen)? Der rus­si­schen Armee maxi­mal scha­den (um zu ver­hin­dern dass Russ­land danach in Nato Gebiet ein­mar­schiert, wo die US doch mit­be­kom­men haben, wie schlecht sie bei koor­di­nier­ter Angriffs­füh­rung meh­re­rer Ver­bän­de sind)? Das Ato­ma­re Wett­rüs­ten in Euro­pa zu beschleu­ni­gen? Regimechange…

Und bevor ich dazu kom­me ein Ziel zu defi­nie­ren, ist der Stan­dard schon wie­der vor­ge­prescht und hat Moria­wi­ecki zum Hel­den geschrieben…

Mora­wi­ecki will Scholz hin­sicht­lich schwe­ren Waf­fen und Deutsch­lands “Zwei­deu­tig­keit” überzeugen

Polens Regie­rungs­chef Mateusz Mora­wi­ecki will Kanz­ler Olaf Scholz (SPD) von der Not­wen­dig­keit über­zeu­gen, schwe­re Waf­fen an die Ukrai­ne zu lie­fern. Er wer­de Scholz kon­tak­tie­ren und ihm klar­ma­chen, dass dies ein Wen­de­punkt in der Geschich­te Euro­pas und der Welt sei, sag­te Mora­wi­ecki am Don­ners­tag in der Nähe von War­schau. Die Ukrai­ner brauch­ten etwas, womit sie sich ver­tei­di­gen könnten.

Des­halb ist es not­wen­dig, ihnen Muni­ti­on und auch schwe­res Gerät zu geben. Hier ist die zwei­deu­ti­ge Hal­tung Deutsch­lands sicher­lich nicht hilf­reich.” Er wol­le mit Scholz reden, um die­se Hal­tung zu ändern.

Mora­wi­ecki beton­te, Polen lie­fe­re der Ukrai­ne eine gro­ße Men­ge an Aus­rüs­tung und Ver­tei­di­gungs­ge­rät, damit das Nach­bar­land sich gegen den bru­ta­len und kri­mi­nel­len rus­si­schen Angriff weh­ren kön­ne. Deutsch­land und Polen müss­ten gemein­sam han­deln, um die Chan­cen für die Wie­der­her­stel­lung des Frie­dens und der Sicher­heit zu erhö­hen. Dazu sei auch eine ent­schlos­se­ne Abkehr von rus­si­schem Erd­öl, rus­si­schem Gas und rus­si­scher Koh­le nötig.

src: click

Ah, sor­ry - Gewohn­heits­feh­ler, dies­mal hat nur die Bevöl­ke­rung die den Arti­kel kom­men­tiert ihn zum Hel­den (und Scholz zum kor­rup­ten SPD Bon­zen) gestem­pelt. Der Stan­dard hat neu­tral formuliert.

Es gesche­hen noch Zei­ten und Wunder.

Bis zum nächs­ten Pro­ject Syn­di­ca­te Arti­kel, den der Stan­dard wie­der unkom­men­tiert abschreibt…

edit: Aktu­el­ler Bericht der die Zahl aktu­el­ler Bin­nen­flücht­lin­ge inner­halb der Ukrai­ne lis­tet: click

edit2: Die Grü­nen sind gera­de hoch­krea­tiv geworden!

Hof­rei­ter warnt Regie­rung vor einem „De-facto-dritten-Weltkrieg“

Durch Deutsch­lands Zurück­hal­tung bei Waf­fen­lie­fe­run­gen an die Ukrai­ne dro­he sich der Krieg aus­zu­wei­ten, sagt der Grü­ne Hof­rei­ter. Er wider­spricht dem Kanzler.

Deutsch­land kön­ne zu wenig Waf­fen lie­fern um den drit­ten Welt­krieg zu ver­mei­den! src: click

What we do is heroic, the other side does propaganda though

20. April 2022

Erin­nert sich hier noch wer an das Pro­fil Inter­view mit dem rus­si­schen Bot­schaf­ter?

Das, das zuerst únkommentiert (aber mit kri­ti­schen Nach­fra­gen ver­se­hen) erschie­nen ist? Wor­auf sich Armin Wolf gegen die offen gelas­se­nen non deni­al deni­als gestellt und einen Fak­ten­check ein­ge­for­dert hat?

Wor­auf die Redak­ti­on des pro­fil dann erst mal den Kol­ler bekom­men hat, sich danach selbst denun­ziert hat (“man habe ja nur ver­öf­fent­licht, um der Öffent­lich­keit zu ver­deut­li­chen wie rus­si­sche Pro­pa­gan­da funk­tio­niert” - ansons­ten hät­te man selbst­re­dend zensiert…)

Und dann nur vier Tage spä­ter nach­ge­reicht hat, wie rus­si­sche Pro­pa­gan­da im Inter­view wirk­lich funk­tio­niert, das dann aber in einem over­spe­ci­fic rebuttal?

Ich habs damals hier nicht auf­ge­grif­fen, da die For­mu­lie­rung des rus­si­schen Bot­schaf­ters bewusst wage (“ein Kran­ken­haus in Mariu­pol”) und die Gegen­dar­stel­lung des Pro­fil (“die­ses Kran­ken­haus in Mariu­pol hat­te einen Bom­ben­kra­ter vor der Tür”) bewusst über­spe­zi­fisch waren. Zu einem Zeit­punkt zu dem kei­ne Inter­na­tio­na­le Unter­su­chungs­kom­mis­si­on ein Ergeb­nis ver­laut­bart hat­te - der Teil hat sich mitt­ler­wei­le geän­dert, und es exis­tie­ren der OSZE zur Fol­ge nun glaub­haf­te Nach­wei­se: click (die drei OSZE Exper­ten waren nicht vor Ort und stüt­zen sich auf Beweis­ma­te­ri­al der ukrai­ni­schen Regie­rung sowie NGOs in dem Feld mit denen sie kom­mu­ni­zie­ren konnten) -

vor dem Hin­ter­grund, dass die WHO 150 Angrif­fe auf medi­zi­ni­sche Ein­rich­tun­gen in der Ukrai­ne doku­men­tiert hat - bei denen aus deren Daten­bank nicht ersicht­lich ist in wel­cher Stadt oder Regi­on sie ver­übt wur­den (wäh­rend bel­ling­cat in ihrer Daten­bank nur eine ande­re Health faci­li­ty in Mariu­pol gelis­tet haben (Daten­bank ist hier nicht kom­plett)), könn­ten die bei­den theo­re­tisch immer noch anein­an­der vor­bei­re­den -- aber die­se Argu­men­ta­ti­on war selbst mir zu shaky, also hab ichs damals gelassen.

Was ich jedoch nicht so ein­fach ver­kraf­te, ist der Impuls der Chef­re­dak­ti­on des Pro­fil sich selbst zu denun­zie­ren um die Ver­öf­fent­li­chung nach­fol­gend mit etwas zu recht­fer­ti­gen, was sie dann erst vier Tage spä­ter tun (den Fak­ten­check nach­lie­fern). Auch das impli­zier­te “das gehört ein­fach kom­plett zen­siert” (weil das ist ja Pro­pa­gan­da) berei­tet mir dezen­tes Krib­beln ent­lang des Rück­grads. Wie Wolf wäre ich näher an der Posi­ti­on ‘Ver­öf­fent­li­chen, aber kontextualisieren’.

Jetzt ist da aber schon wie­der was passiert…

Der Wal­lisch hat wie­der mal einen Arti­kel publiziert.

Hier in Auszügen:

War­um Kiews Diplo­ma­ten mit dras­ti­schen Wor­ten vor Russ­land warnen

Die Ver­bün­de­ten der Ukrai­ne soll­ten dabei hel­fen, dass die­ser Krieg nicht ver­ges­sen wird

Kon­fron­ta­ti­on, um Auf­merk­sam­keit zu erreichen

Was die­se kon­fron­ta­ti­ve Form der ukrai­ni­schen Diplo­ma­tie bezweckt, ist jeden­falls son­nen­klar: Auf­merk­sam­keit erzie­len, den Fin­ger in Wun­den legen, gegen das Ver­ges­sen und die Gleich­gül­tig­keit ankämp­fen. Das hat obers­te Prio­ri­tät – auch um den Preis zwi­schen­zeit­li­cher Irri­ta­ti­on. Um Aus­spra­che, Klä­rung, sogar Ver­söh­nung kann man sich spä­ter kümmern.

Denn in einem Fall hät­te die Ukrai­ne ihren Kampf ums Über­le­ben schon jetzt ver­lo­ren: wenn die Soli­da­ri­tät, die Waf­fen­hil­fe, das poli­ti­sche Enga­ge­ment für die Ver­tei­di­ger nach­las­sen wür­den; und womög­lich auch die Sank­tio­nen gegen den Aggres­sor. Das will, ja das muss Kiew verhindern.

Ja ich würd sagen, an der Stel­le soll­te man Pro­pa­gan­da in die Bericht­erstat­tung ein­bin­den oder etwa nicht?

Andrij Mel­nyk, der ukrai­ni­sche Bot­schaf­ter in Deutsch­land, ver­steckt sich schon seit Mona­ten nicht mehr hin­ter diplo­ma­ti­scher Ver­klau­su­lie­rung, son­dern spricht direkt aus, was aus Sicht der Ukrai­ne falsch läuft in der deut­schen Außen­po­li­tik. Er schreckt nicht davor zurück, die aus Kie­wer Sicht all­zu Russland-freundliche Poli­tik des vor­ma­li­gen Außen­mi­nis­ters und nun­meh­ri­gen Bun­des­prä­si­den­ten Frank-Walter Stein­mei­er anzu­pran­gern; eine Poli­tik, die letzt­lich den rus­si­schen Angriff auf die Ukrai­ne erst mög­lich gemacht habe. “Die Auf­ar­bei­tung kommt noch. Shame on you”, wet­ter­te der Diplo­mat in ver­blüf­fen­der, für man­che auch empö­ren­der Direktheit.

Andrij Mel­nyk wet­ter­te: “Die Auf­ar­bei­tung kommt noch. Shame on you.”

Völ­lig undi­plo­ma­tisch tritt auch der ukrai­ni­sche Bot­schaf­ter bei den Ver­ein­ten Natio­nen, Ser­gej Kys­lyzja, auf. Er sag­te zu Kriegs­be­ginn zu Was­si­li Nebens­ja, sei­nem rus­si­schen Gegen­über im UN-Sicherheitsrat: “Für Kriegs­ver­bre­cher gibt es kein Fege­feu­er. Sie fah­ren direkt zur Höl­le, Botschafter.”

Gut, den Teil bei dem Selen­skyj zum Sturz west­li­cher Regie­run­gen durch das Volk auf­ruft, das schon viel wei­ter wäre als die Regie­run­gen hat er aus­ge­las­sen - sie­he: click

Aber man darf den Leser nicht gleich überbeanspruchen…

Abwen­den darf kei­ne Opti­on sein

Es wäre ein Sün­den­fall der Ver­bün­de­ten der Ukrai­ne, wür­de die­ser Krieg all­mäh­lich aus dem Fokus unse­rer Auf­merk­sam­keit rücken; wür­de unse­re Betrof­fen­heit nach­las­sen; wür­de der Umstand unwi­der­spro­chen blei­ben, dass eine Bri­ga­de für offen­sicht­li­che Kriegs­ver­bre­chen vom Kreml geehrt wird.

Also in dem Fall Pro­pa­gan­da bit­te nicht zen­sie­ren, das hät­te dann ja uner­wünsch­te Aus­wir­kun­gen aufs Volk. Natür­lich mora­lisch begründet.

Wie jetzt Wider­spruch gegen die Ehrung von Kriegs­ver­bre­chern (bin ich dabei), mit Diplo­ma­ten­re­den zusam­men hängt, die davor gehal­ten wur­den, die dar­auf abzie­len den Adres­sa­ten emo­tio­nal nicht zu ver­ges­sen las­sen, das weiß der Wal­lisch auch, er muss ein­fach die Exis­tenz von Jour­na­lis­mus als Instanz aus­blen­den, und schon klappts. Weil, ver­öf­fent­li­chen, aber kon­tex­tua­li­sie­ren, das geht ja nicht mehr. Ent­we­der du bist hei­lig, oder du bist böse. Eit­her you are with us, or you are the enemy.

Der Arti­kel ist so gut, den muss man zur Gän­ze selbst gele­sen haben, um zu glau­ben was da drin steht.

edit: Beson­ders beliebt in die­sem Zusam­men­hang ist auch das obli­ga­to­ri­sche, ange­pinn­te “der Sün­den­fall pas­sier­te bereits 2014” Kom­men­tar, damit man sich die Zeit dazwi­schen nicht zu genau ansieht. Da wir ja alle wis­sen dass Krie­ge oft­mals die Fol­gen von Sün­den­fäl­len sind (*sarc*). Gera­de die katho­li­sche Kir­che kann ein Lied davon sin­gen. Moment, wo steht die eigent­lich im Moment? Ah.

edit2: Die Wie­ner­zei­tung erdreis­tet sich doch glatt dem zu wider­spre­chen. Na zum Glück liest die niemand.

edit3: Irgend­wie blöd, jetzt for­dert Khrush­che­va auf DW gera­de mehr diplo­ma­ti­sche Bezie­hun­gen zu Russ­land für den Fall dass das Land zukünf­tig wei­ter desta­bi­li­siert wird. Falls das ein­tre­ten soll­te, glaub ich, bekommt die gesam­te Pro­fil Redak­ti­on gleich noch­mal den Koller.

Russland darf diesen Krieg nicht gewinnen

20. April 2022

Deutsch­land gibt die Pro­duk­ti­on von in Deutsch­land pro­du­zier­ten Kriegs­gü­tern frei und finan­ziert sie (nach aktua­li­sier­ter Wunsch­lis­te der Ukrai­ne). Mit dabei - Pan­zer­ab­wehr­waf­fen, Luft­ab­wehr, Muni­ti­on, “und auch das was man in einem Artil­le­rie­ge­fecht ein­set­zen kann” (auf Nach­fra­ge noch ein­mal zu “Bestand­tei­le von Artil­le­rie die man ein­set­zen kann” unkon­kret kon­kre­ti­siert). Deutsch­land finan­ziert die Umrüs­tungs­pro­gram­me ande­rer Staa­ten (‘unter­stützt sie’), bei denen schwe­re Angriffs­waf­fen aus ehe­ma­li­ger sowje­ti­scher Pro­duk­ti­on in die Ukrai­ne gehen und die US den Ersatz für die bereit­stel­len­den Nato Staa­ten lie­fern. Deutsch­land sieht es als sei­ne Rol­le die gefor­der­te 50 Mil­li­ar­den Euro für die Auf­recht­erhal­tung der Ukrai­ni­schen Wirt­schaft im Rah­men sei­nes G7 Vor­sit­zes zu ermöglichen.

Begrün­dung: Wer­te­ord­nung (Angriffs­krieg steht dann immer im sel­ben Satz gleich dane­ben, damit es auch ein­gän­gig bleibt wie wesent­lich das jetzt ist, da der Angriffs­krieg ja unwi­der­spro­chen falsch, ver­werf­lich und völ­ker­rechts­wid­rig ist), und um eine Aus­wei­tung des Krie­ges auf ande­re Regio­nen zu verhindern.

edit: Mehr Waf­fen­lie­fe­run­gen im Kon­text: click