The Non-Independence of Western-Funded “Independent Media” in Ukraine with Alan MacLeod
Many Kyiv Independent journalists come from suspect backgrounds, including individuals who previously worked for NATO think tank The Atlantic Council, the U.S. Embassy in Ukraine, or for the Council on Foreign Relations.
Ah, good to know, I guess I’m f*cked then. What a relief.
On the other news source mentioned in the Democracy Now piece, Paypal reversed its position as a result of “public outpouring”. They must have been tamer then…
If you want the proper position on all things Ukraine, you watch Kuleba on Skynews of course:
Boah, diese Gesellschaft ist so dermaßen das Letzte. Falls ihr an der Stelle Blümchen und Vogelzwitschern lesen hättet wollen, wäre als Alternativbeschreibung noch “die Drei von der Tankstelle” ganz passend. Wegen dem BBC Aufmacher Foto…
Hab die letzten Tage die News nicht mehr gemonitort, aber ich nehme an es gibt noch immer keine einzige österreichische Zeitung die öffentlich gegen die US Position ist… Und nochmal zum nachnotieren, die ist jetzt nach dem großen Erfolg von “die Ukraine muss gewinnen”, was selbstredend den Verlust der Krim für Russland bedeutet, eine Position die nicht mal Navalny vertritt (siehe: NZZ), über den großen Erfolg von “das mit Regimechange war nur eine persönliche Meinung und sollte gar kein Teil der Rede sein” (und dem überaus erfolgreichen Zwischenspiel “Nur die russische Bevölkerung kann diesen Krieg jetzt noch beenden”, das ja auch überhaupt nicht mit den US abgesprochen war), beim zukünftig großen Erfolg von “Russland muss destabilisiert werden” angekommen. Weil wir es ja sonst alle kollektiv nicht verstehen würden, wenns nicht der US Verteidigungsminister selbst ausspricht.
Die US wollen jetzt also keinen Regimechange, aber ein destabilisiertes Russland. Latürnicht. Und das ist das Beste für die Ukrainer. Latürnicht. Und das Beste für Europa. Weils uns so eint. Sowieso. Und das Beste für Russland. Und das Beste für Leute meiner Generation. Und das Beste für Deutschland, und das Beste für…
Bin aktuell auch beim qui bono ein wenig überfragt. Klar die Waffenlobby profitiert, aber der Journalismus wird hier ja kein Geld einstecken.
Also bei der wievielten “Er ist der beste Kommunikator überhaupt” Arte Reportage ist uns allen kollektiv das Hirn rausgefallen?
Ich wart noch immer auf den ersten Medienvertreter der einen Widerspruch erkennt, wenn er “Abnutzungskrieg” dafür dass Russland nicht auch noch die Nato angreift und “die Russen performen so schlecht, nichts geht weiter” - und um das Territorium zu halten brauchen sie Millionen an Leuten in der Region, da sie ihnen ja feindlich gesonnen ist im selben Argument verwendet.
Passiert halt einfach nicht. Das ist das Geile daran wenn du Episteme generierst, und über Thinktanks in die Masse streust, dann Journalisten zu Expertendiskussionen einlädst (deine Experten - bis hin zum emotionalen Volltrottel der nicht wissenschaftlich arbeiten kann (sagen seine Kollegen), aber dann so toll an die Öffentlichkeit andockt), wo sie - also die Journalisten - von der Bühne aus genamedropt werden, und die dann gleich aus Dankbarkeit die Blattlinie des Standard prägen und gegen die eigene Regierung anschreiben (die verwende nämlich die falschen Experten, und die Opposition (SPÖ) auch(!)) Nicht weil sie in der Redaktion so viel zu sagen hätten, sondern weil die eh schon längst die Positionen von Project Syndicate abschreibt.
Ja scheiße, hätte uns doch einer gesagt, dass die US das jetzt auf 2-5 Jahre planen, danach verbrannte Erde hinterlassen, die Aufbauarbeiten der Ukraine zu großen Teilen aus den eingefrorenen russischen Geldern finanzieren wollen (das Doppelte an Schulden kommt dann nochmal oben drauf, sonst kommt das Land noch auf blöde Ideen und glaubt das Wirtschaftswunder Schnellsieder-Marketing in der zweiten Generation nicht mehr - ihr wisst schon, wegen dem destabilisierten Russland an der Seite) - und wenn wir Russland dann erst mal destabilisiert haben, ja dann… Dann wird alles wieder gut, weil wir haben die Moral ja mit Löffeln gefressen.
(Gut, der Papst ist jetzt zumindest nicht dafür, aber das ist eh nur ein linker Spinner, der das Wohl der anderen Hälfte der Erde im Auge hat…)
Diese Gesellschaft ist das absolut Letzte.
edit: Hier noch eine Liste der Fernstraßen in Russland: click Einfach so als Gag.
Boah, wie viele Autobahnkilometer da erst gebaut werden, wenn du nach der Destabilisierung aus Russland dann eine funktionierende Demokratie machst… Jetzt aber nicht gleich blöd kommen und die letzten fünf Demokratisierungsinitiativen der ‘exceptional nation’ googlen. Wie sagte einst ein klügerer Kopf als ich? Alles andere ist mehr so, primär.
Sind jetzt eigentlich schon deutsche Panzer in der Ukraine? Ja, sind sie. Zur Flugabwehr.
Wisst ihr, was eine Text-Bild-Schere ist? Die “Welt” illustriert das hier schön.
Erstmal: Gute Nachrichten! Das Asow-Bataillon ist gar nicht neonazistisch. Hat die “Welt” herausgefunden.
Und das Bild dazu: Schwarze Sonne und Wolfsangel. Und die rechte Faust über dem Herzen als Gruß? Die ist neulich erst aufgefallen, weil das die erste Stufe vor dem Hitlergruß war bei diesem Skandal um den einen russischen Fahrradprofi, der für Italien fuhr. Weiß jemand, ob es da auch einen Namen und eine Geschichte zu gibt? Es ist jedenfalls nicht der “römische Gruß”, was ich erst vermutete. Mir fällt es jedenfalls schwer, mit der Geste etwas anderes als Neonazis zu assoziieren gerade.
Hier noch mal was NBC vor dem 17.02. herausgefunden hat. Und hier ist das Originalmaterial das sie damals für den Beitrag verwendet haben.
Ah, our good friends in the US are playing poker again. So far it’s only Jacob Kirkegaard - who usually is in the ‘know nothing, talk in extremes’ role in those sort of panels, but hey - somehow you have to keep the narrative up, that the majority of the world is very much invested in holding russia accountable.
A very NICE aside present is, the collective G.M.F panels idea on how to deal with the world food (and fertilizer) shortage (the headline topic): Hold more meetings.
Have to stop watching those panels and do something more worthwhile instead. Maybe I’ll pick up staring at goats, or something.
At least they fall down once in a while.
Moneyshot at 15:53 in, when four panelists look either ashamed, or depressed, Jacob Kirkegaard is ranting that the IMF has to stop its work, and Ian Lesser looks off camera and does something else - because you dont have to acknowledge those ramblings, do you?
And if it turns out, that you do - I call dibs on being first. 😉
edit:
Turkish panelist:
“Any mistake in monetary policy coming from Europe, has the potential to drag Europe into recession. And inflation is high and growth is under pressure. […] the war broke out while Europe was reaching its pre pandemic production levels, therefore - rather than inflationary demand, there is more supply side inflation in Europe and in this regard, european economy is estimated to grow almost half of the last year […], lets say 2.8% over last years 5.4% GDP growth. In this regard we are watching the magnitude of the pressure on european growth very closely, which could possibly hurt regions like Turkey, where - 50% of our exports are linked to Europe. […] This is the most likely economic risk we are facing right now.”
Neat. (Oh, and a 200 billion dollar foreign financing need for Turkey this year, ‘while access becomes more expensive in terms of quantity and price’. Someone has got to recognize that as an opportunity…)
edit: Probing question, on how Turkey would react to feeling the impact of secondary sanctions (companies trading with russia being sanctioned), Turkey doesnt see it as problematic. As an austrian - this is scary stuff. There is a clarification shortly after, that this probably would not be targeted at european countries, but against countries and corporations who might buy russian energy. (Especially in rubel, i presume).
The United States would agree with Kyiv on red lines before entering the talks, such as no implementation of the political aspects of the Minsk Agreements without Russian compliance with its never-fulfilled military obligations (permanent ceasefire, withdrawal of foreign forces and heavy weapons, disbandment of illegal militias); no local elections in the Donbas with Russian and proxy forces still present; [Das kippt die “Steinmeier-Formel”] and special status for the Donbas after elections to be based on the Ukrainian law on decentralization (since the Minsk Agreement does not support Russian demands for a Donbas veto over Ukrainian foreign policy).
On the contentious issue of when to restore Ukrainian control of the international border, which Russia insists must come at the end of the process, the United States and Ukraine would offer as a compromise the internationalization of the occupied territories as a transitional measure. [== total retreat, then total territorial gain for Ukraine] This would include a neutral peacekeeping force to take the place of Russian-led forces and militias inside Donbas and an interim international civilian administration to replace the self-declared people’s republics. The international presence would restore normal governance, establish professional local police forces, oversee the return of refugees, and organize local elections in conditions consistent with OSCE standards.
Although Russia may be slow to engage on the initiative, it would demonstrate US and Ukrainian readiness for a genuine compromise to end the war in eastern Ukraine. It would be consistent with the Minsk framework but introduce implementation mechanisms that are absent from the original Minsk documents. [You mean the framework is similar, the implementation is not?]
If Russia agreed to end the Donbas conflict on this basis and implemented its side of the deal in good faith, the United States and its allies would be able to scale back the provision of lethal weapons to Kyiv. Such an agreement would open the way to the lifting of Donbas-related sanctions and resumption of cooperation between Russia and NATO that could help defuse Russian anxieties about Ukraine’s relationship with NATO over the longer term.
Gütig, oder? Und das wording erst, wem kommt das noch bekannt vor?
Moreover, beyond Putin’s purported security concerns, Ukraine is a highly emotional issue for him. His statements and pseudo-historical writings make clear that he resents Ukraine’s independence, questions its legitimacy as a sovereign state, disputes Ukrainians’ existence as a separate people, and is outraged by Kyiv’s refusal to accept Russian hegemony.
Meine Güte, der “verrückte Putin” ist auch schon so alt?
“We will call on the allies to join Ukraine in putting together a deterrence package,” Kuleba told reporters as he arrived for the talks in Riga.
This should include preparing economic sanctions against Russia, in case it “decides to choose the worst-case scenario”, Kuleba said, adding that NATO should also boost military and defence cooperation with Ukraine.
“We are confident that if we join efforts if we act in a coordinated fashion, we will be able to deter President Putin and to demotivate him from choosing the worst-case scenario, which is a military operation,” Kuleba said.
Ja sag mal, die Position kenn ich ja auch…
“Russia has no veto. Russia has no say. And Russia has no right to establish a sphere of influence, trying to control their neighbours,” Stoltenberg told reporters, pounding his podium.
The arguments are not new in essence and do not presume a readiness for NATO to enlarge. Most NATO members see risks rather than advantages in enlarging the alliance in what Moscow sees as its backyard.
“Just the question is reflecting something, which I think we should be very much aware of, that is not acceptable – and that is that Russia has a sphere of influence,” the NATO chief retorted.
“They try to re-establish some kind of acceptance that Russia has the right to control what neighbours do, or not do,” Stoltenberg said.
“I think that tells more about Russia than about NATO,” he added.
The argument that Russia has no right to have a sphere of influence is likely to infuriate Moscow. Senior US pundits have argued in the recent past that “Russia needs its buffers”.
“This idea that NATO’s support to a sovereign nation is the provocation, is just wrong. It’s to respect the sovereignty and the will of the Ukrainian people,” he said, adding that Ukraine is an independent state, its borders must be safe and its neighbours must not violate them.
“We do not want to go back to the world in which states were limited by spheres of influence of superpowers”, he emphasised, answering the question about Russia’s reaction to the possible accession of Ukraine.
[…]
For his part, Stoltenberg repeated his warning on Wednesday that any future Russian aggression against Ukraine would come at a ‘high price’ and have serious political and economic consequences for Moscow.
The 30 NATO allies together represent more than 50% of the global economy.
“We have a wide range of options to make sure that Russia will be confronted with serious consequences if they once again use force against an independent sovereign nation, Ukraine,” Stoltenberg told reporters in Riga.
“Everything from economic sanctions, financial sanctions, political restrictions, but also, as we saw after 2014 when they illegally annexed Crimea … that actually triggered the biggest reinforcement of our collective defence since the end of the Cold War,” Stoltenberg said.
“We don’t know whether President Putin has made the decision to invade” Ukraine, US Secretary of State Anthony Blinken said, but added that “if Russia invades Ukraine… we will be prepared to act” with high-level economic sanctions and other measures.
It’s important that Russia understands this, Blinken stressed, adding that the US will make sure Ukraine has the means to defend itself.
“We’ve seen this playbook before in 2014 when Russia last invaded Ukraine, then as now they significantly increased combat forces near the border,” Blinken said.
“Then as now, they intensified disinformation that Ukraine is the aggressor to justified pre-planned military action,” he added.
Blinken will meet with Russian Foreign Minister Sergey Lavrov in Stockholm on Thursday.
Ja verflixt und zugenäht, wie kommen diese Positionen jetzt plötzlich in all die Experten die sie mir begonnen haben öffentlich ab dem 24. Februar 2022 als Interpretationsvorlagen anzureichen?
Die werden doch nicht alle die selbe Quelle gelesen haben?
Selenskyj hat gerade ein Interview gegeben, wonach die russische Bevölkerung schwere Schuld auf sich geladen habe, die sie nur bereinigen könne, wenn sie auf dem roten Platz gegen die Regierung protestiert. src: click
Hach, das erinnert mich an das erste Media Statement Selenskyjs auf russisch, und gleichzeitig das letze Media Statement kurz bevor die ersten russischen Raketen geflogen und die ersten Invasionsverbände in großer Anzahl (einige bereits zuvor, aber ’nur’ (nur unter Anführungszeichen, da die Nato noch nicht von einer Invasion Sprechen wollte, von der Leyen auf CNN auch nicht, …) in die von Russland besetzten Teilrepubliken und ohne Insignien) über die Grenze sind. Worum gings da nochmal?
Ah ja, er [Selenskyj] wende sich an Künstler und Athleten, Mütter und Väter, Tiktoker und Blogger in Russland, an Ärzte und Wissenschaftler. Sie müssen jetzt auf Social Media gegen den Krieg mobilisieren, nur sie könnten einen Krieg jetzt noch verhindern!
Jetzt können nur sie einen Krieg jetzt noch beenden.
Irgendwie - harmonisch.
Wie stellen Sie sich die Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland in 20 Jahren vor? Wie müsste die Welt aussehen, damit Sie Moskau irgendwann wieder besuchen können?
[…]
Es wird in 20 Jahren in Russland bestimmt andere Politiker geben. Vorausgesetzt, dass ein anderer Präsident diese Blase der Propaganda, nach der die Menschen in Russland süchtig geworden sind, platzen lässt. Ich glaube, das russische Volk wird schon in drei bis fünf Jahren den Tatsachen ins Auge blicken müssen. Vor allem dank der neuen Informationstechnologien, die sich sehr schnell entwickeln.
Die Intelligenzija wird plötzlich die Realität sehen und sich Asche aufs Haupt streuen. Viele Russen werden anfangen, das Ausmaß dieses Krieges zu begreifen. Und dann liegt es bei den Russen und dem russischen Staatsoberhaupt, eine richtungsweisende Entscheidung zu treffen. Das russische Staatsoberhaupt muss klar kommunizieren: “Wir sind bereit, zu dem Krieg und zu den Kriegsverbrechen zu stehen.” Das wäre ein sehr wichtiger Schritt. Die Russen müssen dabei hinter diesem Staatsoberhaupt stehen, weil sie ihn oder sie gewählt haben.
I wo, Regimechange? Jetzt aber… also, wir doch nicht, aber jetzt auf keinen Fall ist das eine Voraussetzung für Friedensverhandlungen.
Regimechange und eine russische Bevölkerung die sich Asche auf ihr Haupt streut? Now we get talking…
edit: Wichtig sind auch die drei bis fünf Jahre Zeithorizont in dem Selenskyj Interview. (So lange soll der Krieg noch dauern.) Dafür hatte ich bisher keinen direkten Beleg im Blog.
Manchmal fügen sich die Dinge so gut ineinander.
Die zweite Frage lautet, ob Europa für eine regionale Ordnung bereit ist, die nicht auf Regeln und Institutionen, sondern auf einem Gleichgewicht der Kräfte basiert. Der alte Traum einer Ordnung mit Russland ist geplatzt und wurde durch eine Ordnung gegen Russland ohne gemeinsame Institutionen oder Vertrauen ersetzt. Dies wird zu einem gewaltigen Schub der Wiederaufrüstung führen, der in Deutschland und Dänemark bereits begonnen hat. Außerdem steht eine neue Debatte über Militärbasen und Atomwaffen an, die Europas Aufmerksamkeit (und vermutlich Ressourcen) von ihrem globalen multilateralen Engagement abziehen wird.
Die letzte große Frage lautet, ob Europa Teil einer regionalen Ordnung ist oder einer globalen. Noch vor ein paar Wochen galt Europa als geopolitischer Zuschauer des wichtigsten Kampfes im 21. Jahrhundert: der Schlacht um die Kontrolle im Indopazifik. Der neue europäische Krieg und die immer engere Partnerschaft zwischen China und Russland hat Europa und “Eurasien” wieder ins Zentrum der Weltbühne gerückt. Wie Jeremy Shapiro vom European Council on Foreign Relations schreibt, muss die Nato sich jetzt mit den Demokratien in Asien vernetzen, ihre Politik abstimmen und sogar ihre Ressourcen auf die europäische und die pazifische Bühne aufteilen.
Ich übersetze noch mal auf nicht verklausuliert - das Primat Stabilität über Wirtschaftsbeziehungen aufzubauen soll auf europäischer Ebene zurücktreten. Einige ehem. Ostblockstaaten sollen hochgerüstet werden. Zwecks erhöhter Resilienz, soll über den Aspekt Energiesicherheit der Einfluss nordischer Staaten zunehmen, Großbritannien (Sicherheitsarchitektur) soll eine gewichtigere Rolle einnehmen, und am Wichtigsten, das angekündigte Aufrüstungsbudget in Deutschland soll vor allem in Nato Verbände fließen, die sich zukünftig mehr im Indo-Pazifik engagieren sollten. Während sich Deutschlands Energiekosten, post Spekulationsblase, in etwa verdoppeln.
Deutschland hat da eine deutlich andere Ausrichtung im Kopf (“Deutschland solle eine Friedensmacht bleiben”), das Budget solle in die Erstellung eines komplementären europäischen Verteidigungsbündnisses (Strategic Compass) fließen.
Letzterer wurde im Wording fürs appeasement unserer Freunde in den US noch mal ordentlich angepasst -
bleibt aber im Wesentlichen so offen, dass eine europäische Verteidigungsarchitektur Europas, die komplementär zur Nato agiert, aber als eigenständiger Verbund bestehen bleibt, weiterhin die Ideen einer französischen Regierung Macron im Hinblick auf die europäische Sicherheitsarchitektur ermöglicht.
Dazu die US im Wesentlichen - ‘better not’, siehe: CNN
Das Geld solle doch viel eher in die Nato fließen, wenn schon Militarisierung Europas und eine Abkehr von der Idee der Wirtschaftsmacht, dann bitte auch so, dass Europa das nicht unabhängig von der Nato koordiniert - und dass man die Europäer dann erst wieder um die Teilnahme an Einsätzen ersuchen müsste.
Also stellt man den Stoltenberg nach vorne, und lässt ihn erstmal permanente Nato Truppenverbände an der Nato Ostflanke fordern: click (Gibts auch von Reuters, aber hinter einer Paywall) (“permanente” ist wesentlich) - lässt den US Generalstab neue US Basen in der Region empfehlen (click) und es vom ECFR so verteilen, als sei das “die neue europäische Philosophie” das “worüber sich Politiker jetzt Gedanken machen müssten”, und zusammen mit “einem lange andauernden Zermürbungskrieg” das “worauf Politiker die Bevölkerung einschwören müssen”.
Jetzt will Deutschland das aber perspektivisch eher weniger. (Vermutung.) Größere Bedeutung nordischer Staaten innerhalb der EU (langfristige Energielieferanten), größere Bedeutung der ehemaligen Ostblockstaaten, in denen dann neue Nato Basen stehen, größerer Einfluss der Nato und damit Großbritanniens auf strukturpolitische Entscheidungen Europas, geringerer Stellenwert von Globalisierung, der eigenen Bedeutung als Handelsmacht, … (pfeif auf “Wandel durch Handel”, hier gehts um Wirtschaftsleistung). Also Deutschland zahlt schön für die Zeitenwende, überholt Frankreich in Punkto Militärausgaben - ist aber unter Umständen vergleichsweise schlecht dran, wenns darum geht zu bestimmen, was mit den 100 Milliarden Sondervermögen passieren soll.
Wovon hängt das jetzt ab? Vermutlich von der Eskalationsentwicklung des Krieges in der Ukraine, da die deutsche Rüstungsindustie in etwa 30 Jahre braucht, um das zu erreichen. Hält der Ukraine Krieg jetzt, sagen wir mal fünf Jahre an, werden sich die Stimmen mehren, mit dem Geld doch eher Waffen aus dem Ausland zu kaufen - schließlich brauche man sie bereits akut und nicht erst in Zukunft.
Scholz hat in den letzten Tagen einen teilweisen Rückzug von seiner Position angetreten, indem er versichert hat, dass Deutschland einen Ringtausch von Panzern vorbereiten würde. Dh. Panzer aus alten Sovjetbeständen die in anderen EU Staaten noch vorrätig sind, gehen in die Ukraine, Deutschland zahlt für den Ersatz im EU Mitgliedstaat, der dann - es muss ja schnell gehen, um die Defensivkapazitäten Europas nicht zu schmälern, höherwertigeres Kriegsgerät aus Deutschland, oder US Fertigung erhält.
Die Argumente dafür warum keine deutschen Panzer in die Ukraine geliefert werden sollen (Einschulung dauere zu lange, und die brauche es zur Einhaltung von Verpflichtungen mit Büdnispartnern) sind nicht die belastbarsten. Jetzt könnte Deutschland noch Schützenpanzer anstatt Leopard 2 liefern, aber auch die würden der Ukraine einen Vorteil bei Counterinsurgency und long range warfare verschaffen (bin in 5 Minuten Reddit lesen, zum Militärexperten geworden.).
Wenn ich jetzt die offizielle EU Position heranziehe was im Krieg denn noch erreicht werden müsse - dann unterscheidet die sich aktuell doch substanziell von der der Ukraine.
Also was will ich jetzt? Den Krieg verlängern? Russland wirtschaftlich maximal schaden (die Resilienz für wirtschaftliche Kriegsführung in Europa ist ja erst im Aufbau, und die Sanktionen wirken ebenfalls besser, je länger sie (die frühen) wirken)? Die komplette Ukraine zurückerobern (Russland hätte da etwas dagegen)? Der russischen Armee maximal schaden (um zu verhindern dass Russland danach in Nato Gebiet einmarschiert, wo die US doch mitbekommen haben, wie schlecht sie bei koordinierter Angriffsführung mehrerer Verbände sind)? Das Atomare Wettrüsten in Europa zu beschleunigen? Regimechange…
Und bevor ich dazu komme ein Ziel zu definieren, ist der Standard schon wieder vorgeprescht und hat Moriawiecki zum Helden geschrieben…
Morawiecki will Scholz hinsichtlich schweren Waffen und Deutschlands “Zweideutigkeit” überzeugen
Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki will Kanzler Olaf Scholz (SPD) von der Notwendigkeit überzeugen, schwere Waffen an die Ukraine zu liefern. Er werde Scholz kontaktieren und ihm klarmachen, dass dies ein Wendepunkt in der Geschichte Europas und der Welt sei, sagte Morawiecki am Donnerstag in der Nähe von Warschau. Die Ukrainer brauchten etwas, womit sie sich verteidigen könnten.
“Deshalb ist es notwendig, ihnen Munition und auch schweres Gerät zu geben. Hier ist die zweideutige Haltung Deutschlands sicherlich nicht hilfreich.” Er wolle mit Scholz reden, um diese Haltung zu ändern.
Morawiecki betonte, Polen liefere der Ukraine eine große Menge an Ausrüstung und Verteidigungsgerät, damit das Nachbarland sich gegen den brutalen und kriminellen russischen Angriff wehren könne. Deutschland und Polen müssten gemeinsam handeln, um die Chancen für die Wiederherstellung des Friedens und der Sicherheit zu erhöhen. Dazu sei auch eine entschlossene Abkehr von russischem Erdöl, russischem Gas und russischer Kohle nötig.
Ah, sorry - Gewohnheitsfehler, diesmal hat nur die Bevölkerung die den Artikel kommentiert ihn zum Helden (und Scholz zum korrupten SPD Bonzen) gestempelt. Der Standard hat neutral formuliert.
Es geschehen noch Zeiten und Wunder.
Bis zum nächsten Project Syndicate Artikel, den der Standard wieder unkommentiert abschreibt…
edit: Aktueller Bericht der die Zahl aktueller Binnenflüchtlinge innerhalb der Ukraine listet: click
edit2: Die Grünen sind gerade hochkreativ geworden!
Hofreiter warnt Regierung vor einem „De-facto-dritten-Weltkrieg“
Durch Deutschlands Zurückhaltung bei Waffenlieferungen an die Ukraine drohe sich der Krieg auszuweiten, sagt der Grüne Hofreiter. Er widerspricht dem Kanzler.
Deutschland könne zu wenig Waffen liefern um den dritten Weltkrieg zu vermeiden! src: click
Worauf die Redaktion des profil dann erst mal den Koller bekommen hat, sich danach selbst denunziert hat (“man habe ja nur veröffentlicht, um der Öffentlichkeit zu verdeutlichen wie russische Propaganda funktioniert” - ansonsten hätte man selbstredend zensiert…)
Ich habs damals hier nicht aufgegriffen, da die Formulierung des russischen Botschafters bewusst wage (“ein Krankenhaus in Mariupol”) und die Gegendarstellung des Profil (“dieses Krankenhaus in Mariupol hatte einen Bombenkrater vor der Tür”) bewusst überspezifisch waren. Zu einem Zeitpunkt zu dem keine Internationale Untersuchungskommission ein Ergebnis verlautbart hatte - der Teil hat sich mittlerweile geändert, und es existieren der OSZE zur Folge nun glaubhafte Nachweise: click (die drei OSZE Experten waren nicht vor Ort und stützen sich auf Beweismaterial der ukrainischen Regierung sowie NGOs in dem Feld mit denen sie kommunizieren konnten) -
Was ich jedoch nicht so einfach verkrafte, ist der Impuls der Chefredaktion des Profil sich selbst zu denunzieren um die Veröffentlichung nachfolgend mit etwas zu rechtfertigen, was sie dann erst vier Tage später tun (den Faktencheck nachliefern). Auch das implizierte “das gehört einfach komplett zensiert” (weil das ist ja Propaganda) bereitet mir dezentes Kribbeln entlang des Rückgrads. Wie Wolf wäre ich näher an der Position ‘Veröffentlichen, aber kontextualisieren’.
Jetzt ist da aber schon wieder was passiert…
Der Wallisch hat wieder mal einen Artikel publiziert.
Hier in Auszügen:
Warum Kiews Diplomaten mit drastischen Worten vor Russland warnen
Die Verbündeten der Ukraine sollten dabei helfen, dass dieser Krieg nicht vergessen wird
Konfrontation, um Aufmerksamkeit zu erreichen
Was diese konfrontative Form der ukrainischen Diplomatie bezweckt, ist jedenfalls sonnenklar: Aufmerksamkeit erzielen, den Finger in Wunden legen, gegen das Vergessen und die Gleichgültigkeit ankämpfen. Das hat oberste Priorität – auch um den Preis zwischenzeitlicher Irritation. Um Aussprache, Klärung, sogar Versöhnung kann man sich später kümmern.
Denn in einem Fall hätte die Ukraine ihren Kampf ums Überleben schon jetzt verloren: wenn die Solidarität, die Waffenhilfe, das politische Engagement für die Verteidiger nachlassen würden; und womöglich auch die Sanktionen gegen den Aggressor. Das will, ja das muss Kiew verhindern.
Ja ich würd sagen, an der Stelle sollte man Propaganda in die Berichterstattung einbinden oder etwa nicht?
Andrij Melnyk, der ukrainische Botschafter in Deutschland, versteckt sich schon seit Monaten nicht mehr hinter diplomatischer Verklausulierung, sondern spricht direkt aus, was aus Sicht der Ukraine falsch läuft in der deutschen Außenpolitik. Er schreckt nicht davor zurück, die aus Kiewer Sicht allzu Russland-freundliche Politik des vormaligen Außenministers und nunmehrigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier anzuprangern; eine Politik, die letztlich den russischen Angriff auf die Ukraine erst möglich gemacht habe. “Die Aufarbeitung kommt noch. Shame on you”, wetterte der Diplomat in verblüffender, für manche auch empörender Direktheit.
Andrij Melnyk wetterte: “Die Aufarbeitung kommt noch. Shame on you.”
Völlig undiplomatisch tritt auch der ukrainische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Sergej Kyslyzja, auf. Er sagte zu Kriegsbeginn zu Wassili Nebensja, seinem russischen Gegenüber im UN-Sicherheitsrat: “Für Kriegsverbrecher gibt es kein Fegefeuer. Sie fahren direkt zur Hölle, Botschafter.”
Gut, den Teil bei dem Selenskyj zum Sturz westlicher Regierungen durch das Volk aufruft, das schon viel weiter wäre als die Regierungen hat er ausgelassen - siehe: click
Aber man darf den Leser nicht gleich überbeanspruchen…
Abwenden darf keine Option sein
Es wäre ein Sündenfall der Verbündeten der Ukraine, würde dieser Krieg allmählich aus dem Fokus unserer Aufmerksamkeit rücken; würde unsere Betroffenheit nachlassen; würde der Umstand unwidersprochen bleiben, dass eine Brigade für offensichtliche Kriegsverbrechen vom Kreml geehrt wird.
Also in dem Fall Propaganda bitte nicht zensieren, das hätte dann ja unerwünschte Auswirkungen aufs Volk. Natürlich moralisch begründet.
Wie jetzt Widerspruch gegen die Ehrung von Kriegsverbrechern (bin ich dabei), mit Diplomatenreden zusammen hängt, die davor gehalten wurden, die darauf abzielen den Adressaten emotional nicht zu vergessen lassen, das weiß der Wallisch auch, er muss einfach die Existenz von Journalismus als Instanz ausblenden, und schon klappts. Weil, veröffentlichen, aber kontextualisieren, das geht ja nicht mehr. Entweder du bist heilig, oder du bist böse. Either you are with us, or you are the enemy.
Der Artikel ist so gut, den muss man zur Gänze selbst gelesen haben, um zu glauben was da drin steht.
edit: Besonders beliebt in diesem Zusammenhang ist auch das obligatorische, angepinnte “der Sündenfall passierte bereits 2014” Kommentar, damit man sich die Zeit dazwischen nicht zu genau ansieht. Da wir ja alle wissen dass Kriege oftmals die Folgen von Sündenfällen sind (*sarc*). Gerade die katholische Kirche kann ein Lied davon singen. Moment, wo steht die eigentlich im Moment? Ah.
edit2: Die Wienerzeitung erdreistet sich doch glatt dem zu widersprechen. Na zum Glück liest die niemand.
Deutschland gibt die Produktion von in Deutschland produzierten Kriegsgütern frei und finanziert sie (nach aktualisierter Wunschliste der Ukraine). Mit dabei - Panzerabwehrwaffen, Luftabwehr, Munition, “und auch das was man in einem Artilleriegefecht einsetzen kann” (auf Nachfrage noch einmal zu “Bestandteile von Artillerie die man einsetzen kann” unkonkret konkretisiert). Deutschland finanziert die Umrüstungsprogramme anderer Staaten (‘unterstützt sie’), bei denen schwere Angriffswaffen aus ehemaliger sowjetischer Produktion in die Ukraine gehen und die US den Ersatz für die bereitstellenden Nato Staaten liefern. Deutschland sieht es als seine Rolle die geforderte 50 Milliarden Euro für die Aufrechterhaltung der Ukrainischen Wirtschaft im Rahmen seines G7 Vorsitzes zu ermöglichen.
Begründung: Werteordnung (Angriffskrieg steht dann immer im selben Satz gleich daneben, damit es auch eingängig bleibt wie wesentlich das jetzt ist, da der Angriffskrieg ja unwidersprochen falsch, verwerflich und völkerrechtswidrig ist), und um eine Ausweitung des Krieges auf andere Regionen zu verhindern.
edit: Mehr Waffenlieferungen im Kontext: click
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