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What heavenly bliss -

19. April 2022


this fee­ling of get­ting to know, that the US was so proac­ti­ve and pro­duc­ti­ve at this years munich secu­ri­ty conference.

Also the fee­ling of eter­nal gra­ti­tu­de, that stems from knowing that the EU cur­r­ent­ly has a com­ple­te depen­den­cy on the US in mili­ta­ry defen­se sup­port mat­ters (via NATO), real­ly is unparalleled.

On a sideno­te - it is such a joy to final­ly see the open socie­ty foun­da­ti­on (has Pro­ject Syn­di­ca­te yet ano­t­her arti­cle rea­dy - for der Stan­dard to copy and repu­blish in full, without any edi­to­ri­al con­text - as it does?) the for­mer head of the munich secu­ri­ty con­fe­rence and Joseph S. Nye united in videoconference.

Cant wait for the deba­te amongst them. I’ll defi­ni­te­ly set asi­de five minu­tes for them to sol­ve all the dis­pu­tes that might arise.

Also, this.

19. April 2022

Russia blames the Ukraine War on NATO alliance

19. April 2022


Ganz schreck­lich, wie kann man nur - pure Propaganda!

ZDF Doku­men­ta­ti­on mit dem sel­ben Ein­schlag (wenns die ZDF Redak­ti­on bis zu Marie­lui­se Beck geschafft hat, dann weiß man immer, die haben sich ganz beson­ders bemüht… Aktu­el­le Bei­spie­le ihres media­len Wir­kens: Arte ‘Repor­ta­ge’ (in Anfüh­rungs­zei­chen - und ich schät­ze Arte sehr) und Tilo Jung Inter­view)
https://www.youtube.com/watch?v=p0HkWdPRUDU

Hin­ter­grund:

17. 06. 2020: KYIV (Reu­ters) - Ukrai­ne has recei­ved mili­ta­ry aid worth more than $60 mil­li­on from the United Sta­tes, inclu­ding Jave­lin anti-tank mis­si­les, the U.S. embas­sy said on Wednesday.

Fol­lowing Moscow’s annex­a­ti­on of Cri­mea in 2014 and the out­break of figh­t­ing in Ukraine’s eas­tern Don­bass regi­on, Washing­ton sent a first ship­ment of Jave­lin sys­tems worth around $47 mil­li­on to Kyiv in April 2018.

src: click

04. 12. 2021 (Poli­ti­co) - Can Ukrai­ne deploy U.S.-made wea­pons against the Russians?

The­re are no geo­gra­phic restric­tions on the deploy­ment of the mis­si­les, which means Ukrai­ni­an for­ces can trans­port, dis­tri­bu­te and use them any time.

As Rus­sia amas­ses the hig­hest num­ber of tro­ops on Ukraine’s bor­der sin­ce 2014, the ques­ti­on for Kyiv now beco­mes: Is it time to start put­ting U.S.-made wea­pons in the field?

Ukrai­ne purcha­sed 210 Jave­lin anti-tank mis­si­les and 37 laun­chers from the U.S. in 2018 for appro­xi­mate­ly $47 mil­li­on, and the Sta­te Depart­ment appro­ved the sale of a second batch of 150 mis­si­les and 10 launch units in late 2019. But with them came a varie­ty of restric­tions on their usa­ge, inclu­ding that they be stored in wes­tern Ukrai­ne, far from the front lines.

The Jave­lin is a shoulder-fired mis­si­le that uses infra­red gui­d­ance to tar­get and des­troy an enemy tank from up to 3 miles away. For­mer Pre­si­dent Donald Trump first appro­ved the sale of the wea­pon to Ukrai­ne after his pre­de­ces­sor, for­mer Pre­si­dent Barack Oba­ma, refu­sed the request, due to fears that pro­vi­ding let­hal aid to Kyiv would pro­vo­ke Moscow.

Wess Mit­chell, who ser­ved as the Trump administration’s top Sta­te Depart­ment offi­cial over­see­ing Euro­pean and Eura­si­an affairs, noted that the Jave­lins and other let­hal wea­pons are desi­gned not for first use but to deter Moscow from encroa­ching on Ukrai­ni­an territory.

But while Washing­ton urges Kyiv to use the Jave­lins only for defen­si­ve pur­po­ses and requi­res that the wea­pons be stored in a secu­re faci­li­ty away from the con­flict, the­re are no geo­gra­phic restric­tions on the actu­al deploy­ment of the mis­si­les, U.S. offi­cials said, which means that Ukrai­ni­an for­ces can trans­port, dis­tri­bu­te and use them at any time.

Jave­lins are defen­si­ve wea­pons and the United Sta­tes expects Ukrai­ne to deploy them respon­si­b­ly and stra­te­gi­cal­ly when nee­ded for defen­si­ve pur­po­ses,” said Pen­ta­gon spo­kes­per­son Mike Howard.

If the Jave­lins were to be moved, it doesn’t necessa­ri­ly mean they’d be used — in Kyiv’s esti­ma­ti­on, the thres­hold for actual­ly firing the wea­pons has not yet been met, accord­ing to two Ukrai­ni­ans fami­li­ar with the dis­cus­sions. The red line, they said, would be if Rus­si­an tanks cros­sed over into Ukrai­ni­an territory.

The cur­rent Rus­si­an move­ment in Eas­tern Euro­pe is exact­ly the kind of sce­n­a­rio the Jave­lin sale was desi­gned to coun­ter, said two for­mer seni­or U.S. defen­se offi­cials fami­li­ar with the agreement.

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22. 11. 2021: the-drive.com (some mili­te­ry news web­site): Ukrai­ni­an Tro­ops Have Been Firing American-Made Jave­lin Mis­si­les At Russian-Backed Forces
Ukrai­ni­an Bri­ga­dier Gene­ral Kyry­lo Buda­nov tal­ked about the ope­ra­tio­nal use of Jave­lins as part of a recent inter­view with Mili­ta­ry Times, which he con­duc­ted through an inter­pre­ter. Buda­nov, who runs the Chief Direc­to­ra­te of Intel­li­gence of the Minis­try of Defence of Ukrai­ne, also known by its Ukrai­ni­an acro­nym GUR MOU, used the oppor­tu­ni­ty to call for more help from the U.S. government as he sound­ed like the alarm about the Kremlin’s unusu­al deploy­ments of lar­ge num­bers of mili­ta­ry units to are­as oppo­si­te Russia’s bor­ders with Ukrai­ne in recent weeks.

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Die Chro­no­lo­gie läuft also wie folgt. Russ­land hält die Krim besetzt (aber unter dem wohl­wol­len­den Abni­cken euro­päi­scher Staa­ten) (Apple kommt damals Russ­lands Ansin­nen nach und färbt die Krim im rus­si­schen Apple maps rus­sisch…), die Innen­po­li­tik der Ukrai­ne zielt jedoch dar­auf ab sie zurück­zu­be­kom­men. Unter ande­rem indem die Ver­sor­gungs­la­ge der Krim pre­kär gehal­ten wird (Kertsch Brü­cke, Sank­tio­nen und Waren­ver­kehr). sie­he: click

Russ­land hat ver­deck­te Trup­pen im Don­bas - die auf län­ge­re Dau­er ver­su­chen den Don­bas einzunehmen.

Biden kommt an die Macht. Green­ligh­tet Jave­lin Lie­fe­run­gen an die Ukraine.

Im Novem­ber 2021 bestä­tigt ein ukrai­ni­scher Gene­ral die Ver­wen­dung von Jav­lins im Don­bas. Die US unter­bin­den das nicht.

Zu die­ser Zeit hat Russ­land “gro­ße Trup­pen­ver­bän­de” an der Gren­ze, aber noch nicht den größ­ten Trup­pen­auf­marsch aller Zeiten.

Russ­land rea­li­siert zu die­sem Zeit­punkt, dass sie mili­tä­risch schnell eska­lie­ren müs­sen, wenn sie den Don­bas, oder mehr, oder weni­ger (Land­ver­bin­dung zur Krim) haben wol­len - da die Jav­lins die von ihnen “unter­stütz­ten Sepa­ra­tis­ten” aus der Regi­on schie­ßen (sind dort kon­flikt­ent­schei­dend). Ver­set­zen dar­auf hin die größ­te jemals gese­he­ne Trup­pen­kon­zen­tra­ti­on an die Gren­ze. (Euro­news am 06.12.2021 “Russia’s mili­ta­ry build-up near Ukrai­ne is dif­fe­rent this time…”)

Zu die­sem Zeit­punkt ver­laut­bart das US Sta­te­de­part­ment, dass das genau das Sze­na­rio sei, für das sie Jave­lins in die Ukrai­ne geschickt haben, zur Abschre­ckung näm­lich -- gegen genau den rus­si­schen Auf­marsch, der zu dem Zeit­punkt stattfindet.

(Bonus: Restruk­tu­rie­rung des Ukrai­ni­schen Mili­tärs zu dem Zeit­punkt (23. 12. 2021), as fea­tured by the Atlan­tic coun­cil: click

The lar­gest state-owned defen­se indus­try cor­po­ra­ti­on, Ukro­boron­prom, has final­ly begun rest­ruc­tu­ring and moving towards a con­ven­tio­nal Wes­tern cor­po­ra­te gover­nan­ce model based on modern princi­ples and busi­ness prac­ti­ces. This is cur­r­ent­ly at the very ear­ly sta­ge, but the pro­cess has recei­ved sup­port at the hig­hest levels of government.

)

Aber nichts davon darf heut­zu­ta­ge in Sky­news oder ZDF Repor­ta­gen ein­flie­ßen. Die fan­gen dann lie­ber im Dezem­ber oder spä­ter an.

Nichts des­to trotz, ein direk­tes Bedro­hungs­sze­na­rio der Nato Russ­land gegen­über hat es nicht gege­ben (“die Ukrai­ne ver­tei­digt sich, mit US Waf­fen”), aber an ver­such­ten Lösun­gen des Kon­flikts, bei ter­ri­to­ria­len Ver­lus­ten (Krim), war die Ukrai­ne unter Selen­skyj nicht über­mä­ßig inter­es­siert. Dafür lie­fen ja die Waf­fen­lie­fe­run­gen und der Know­led­ge­trans­fer aus den US zu gut. Ver­tei­di­gungs­waf­fen natür­lich, die dann im Don­bas gegen “Sepa­ra­tis­ten” ein­ge­setzt wurden.

Ich habe das Argu­ment hier im Übri­gen nicht erfun­den, son­dern von Peter Zei­han (hier bei 17min in) über­nom­men und dann noch mal sepa­rat nachgegoogelt.

Die Wiener Zeitung führt nochmal aus

19. April 2022

- war­um aktu­ell kein Medi­um den Stand­punkt ver­tre­ten darf, dass Frie­dens­ver­hand­lun­gen unter Abtritt ter­ri­to­ria­ler Gebie­te an Russ­land not­wen­dig sein werden.

Könn­ten ter­ri­to­ria­le Zuge­ständ­nis­se der Ukrai­ne an Russ­land nicht dazu füh­ren, dass ein lan­ger, blu­ti­ger Abnüt­zungs­krieg ver­mie­den wird und bald wie­der Frie­den herrscht?

Gegen­wär­tig ist so ein Sze­na­rio unvor­stell­bar. Russ­land hat sich zwar von dem Traum, die gan­ze Ukrai­ne in einem schnel­len Ent­haup­tungs­schlag zu erobern und einen “Regime Chan­ge” in Kiew durch­zu­füh­ren, ver­ab­schie­den müs­sen. Man hat sich beschei­de­ne­re Zie­le gesetzt, kon­zen­triert sich auf den frü­her als russ­land­freund­lich gel­ten­den Süden und Osten des Lan­des. Wür­de Kiew jetzt um des Frie­dens wil­len Zuge­ständ­nis­se machen, wür­de das neben dem Ver­lust der von Russ­land bereits erober­ten Gebie­te im Süden wohl auch die Abga­be des gesam­ten Don­bass bedeu­ten, ein­schließ­lich der noch nicht erober­ten Gebie­te. Und mög­li­cher­wei­se wäre auch der für Kiew lebens­wich­ti­ge Hafen von Odes­sa Ziel rus­si­scher For­de­run­gen. Kiew hat sich aber auch vor dem Krieg schon mit dem Ver­lust der Krim und des Don­bass nie abge­fun­den. Ein ukrai­ni­scher Prä­si­dent, der auf die­se Gebie­te ver­zich­tet hät­te, müss­te wohl um sei­nen Kopf fürch­ten - dies war auch dem grund­sätz­lich kom­pro­miss­be­rei­ten Prä­si­den­ten Wolo­dym­yr Selen­skyj immer bewusst. Den­noch ist gera­de Selen­sky­js Wahl 2019 auch ein gutes Bei­spiel, dass es in der ukrai­ni­schen Bevöl­ke­rung eine gro­ße Sehn­sucht nach Frie­den gibt. Wird der jet­zi­ge Krieg tat­säch­lich noch blu­ti­ger und nimmt er kein Ende, zieht er sich viel­leicht über Jah­re hin, dann könn­te auch in Kiew die Kom­pro­miss­be­reit­schaft wach­sen - nach dem Mot­to: Haupt­sa­che, die­ser Krieg hört end­lich auf.

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Ver­glei­che dazu auch: Rede von Josep Borrell

Wer dar­in einen logi­schen Wider­spruch fin­det (das Odes­sa für die Wirt­schaft der Ukrai­ne wesent­lich ist, ist kei­ner), darf ihn behalten.

edit: Are­as of Rus­si­an mili­ta­ry con­trol in Ukrai­ne (BBC): click

Cynicism, idiocy… what else?

18. April 2022

Does­n’t even work as shock and awe -

Krem­lin is not just cal­ling war cri­mes fake but now pro­mo­ting the accu­sed. Putin has now awar­ded the 64th motor rif­le bri­ga­de the tit­le of “Guards.” It was among the units that was repor­ted to be ope­ra­ting in Bucha.

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Text of the decree trans­la­ted using deepl.com:

DECREE
OF THE PRESIDENT OF THE RUSSIAN FEDERATION
On awar­ding the hono­ra­ry tit­le of the 64th Inde­pen­dent Moto­ri­zed Rif­le Brigade

For total hero­ism and valor, forti­tu­de and cou­ra­ge, shown by the per­son­nel of the bri­ga­de in com­bat actions to defend the home­land and sta­te inte­rests during the armed con­flicts, I her­eby decree:

1. To award the 64th sepa­ra­te moto­ri­zed rif­le bri­ga­de the hono­ra­ry tit­le “Guards” and hence­forth to call it: 64th sepa­ra­te Guards moto­ri­zed rif­le brigade.

2. This Decree shall enter into for­ce on the date of its signing.

It’s also not the case that tho­se pro­mo­ti­ons would be a regu­lar occur­rence sin­ce the war star­ted, kremlin.ru lists four given out in total.

edit: Pre­emp­ti­ve action to sof­ten the blow of the the ICJ exami­na­ti­on results being published?

edit2: Rus­si­an for­ces have star­ted the batt­le for Don­bas, Zelen­sky says

edit3: Here is ano­t­her pos­si­bi­li­ty. Rus­si­an inter­nal pro­pa­gan­da messaging. (Sol­di­ers came to ‘libe­ra­te Butscha’, now so many dead peop­le - what hap­pen­ed? Yes - but (as so often with Pro­pa­gan­da) it was all the enemy (doing it to them­sel­ves). ‘Bra­ve rus­si­an sol­di­ers endu­red it, they’­ve been through hell’.) Other­wi­se old ladies might be con­fu­sed, whe­re the bodys came from. see: click

Kurzes Update

17. April 2022

Ja, Rau­scher fin­det immer noch, Sny­der sei sehr zu empfehlen.

Wobei, wie der His­to­ri­ker und Ukraine-Kenner Timo­thy Sny­der schreibt, für Putin “jeder Ukrai­ner ein Nazi ist, der nicht zuge­ben will, dass er eigent­lich ein Rus­se ist”.

Sny­der sagt aber auch, dass Putin in poli­ti­schen Begrif­fen denkt, “die für die meis­ten demo­kra­ti­schen Poli­ti­ker und über­haupt die aller­meis­ten im Wes­ten voll­kom­men unver­ständ­lich sind”. Eben­je­nem impe­ria­lis­ti­schen, mit großrussisch-orthodoxer Reli­gio­si­tät unter­leg­tem Faschis­mus. Ein “hei­li­ges” Russ­land mit einer ganz beson­de­ren Mis­si­on: den deka­den­ten Wes­ten zu besie­gen, zunächst in Russ­land und sei­nem unmit­tel­ba­ren Ein­fluss­be­reich, aber dann auch in ganz “Eura­si­en”. Von Lis­sa­bon bis Wladiwostok.

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Nur davon zu Spre­chen dass “Ent­na­zi­fi­zie­rung” der Mecha­nis­mus ist mit dem ein Feind im Sin­ne einer Out­group geschaf­fen wur­de, und dass das gefähr­lich ist, da es den Begriff rus­si­scher Will­kür unter­wirft und dadurch von sei­ner fak­ti­schen Inter­pre­ta­ti­on zu einer Begriff mit Pro­pa­gan­da Aus­le­gung macht, wäre ja zu wenig.

Die Argu­men­ta­ti­on ist aber im vor­he­ri­gen Sny­der Video ver­linkt. Dadurch dass sich Russ­land der Begriff­lich­keit bedient und auch mit dem Begriff eines Tri­bu­nals han­tiert, hieft es sich in eine Entscheider-Rolle die ihm nicht zusteht.

Dass das ein­ge­bet­tet in einen impe­ria­lis­ti­schen, mit großrussisch-orthodoxer Reli­gio­si­tät unter­leg­tem Faschis­mus pas­sie­re funk­tio­niert als Ana­ly­se - dass das das Den­ken Putins sei der ein “hei­li­ges” Russ­land von Lis­sa­bon bis Wla­di­wos­tok aus­deh­nen will, ist Interpretation.

Damit die nicht mehr greift, braucht es Regimechange.

Ich sehe schon Neham­mer so argu­men­tie­ren, dem Rau­scher Sny­der ja als Bera­ter nahe­legt.

Rau­scher:

Und Öster­reich? Karl Neham­mer muss sei­nen Diek­mann nach Hau­se schi­cken und sich mit ech­ten Kali­bern umge­ben. Ähn­li­ches gilt für die SPÖ-Chefin Pame­la Rendi-Wagner. Dass in TV-Diskussionen die SPÖ von der Appeasement-Politikerin Muna Duz­dar ver­tre­ten wird, ist eine Fahrlässigkeit.

Wir sind wirk­lich an einer Zei­ten­wen­de. Aber uns fehlt ein­fachs­tes geis­ti­ges, pro­fes­sio­nel­les Handwerkszeug.

edit: 18.04. Das Pro­fil kopiert dann mal das Argu­ment: Der Kanz­ler und sein Bera­ter: Weiß Neham­mer eigent­lich, was er tut?

edit 22.04. Auch die Pres­se ist auf Sny­der als emo­tio­nal bewe­gen­den Exper­ten der die “öster­reichs Selbst­bild zureckt­rü­cken könn­te” aufgesprungen.
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Gleich nach­dem das ZDF Aus­lands­jour­nal auf ihn auf­ge­sprun­gen ist. src: click

Sophists field day

16. April 2022

The sto­ry tel­ling for the “why we have to influ­ence euro­pean poli­ti­ci­ans now, to make them prime the public” (mir­ror in ger­man) part of the ECFR arti­cle sup­plied by Pro­ject Syn­di­ca­te is out now. 🙂 (At least its the best ver­si­on of the best pos­si­ble argu­ment you can make, for a pro­lon­ged war, I’ve heard so far. :)) 

Sur­pri­se, it is psy­cho­lo­gi­cal pro­filing of Putin again! Oh, and may­be on a more sen­si­ble level, ana­ly­sis of sta­te and mili­ta­ry orga­niz­a­tio­nal struc­tures. Oh, and down­play­ing (but at least men­tio­ning) the advan­ta­ge that real time battle­field ana­ly­sis provides.

Of cour­se it fails to ack­now­ledge the posi­ti­on of the non wes­tern world, and what hap­pens after rus­sia is bea­ten after a long war of attri­ti­on, but then - as long as you can topp­le tyrants… *insert Shake­speare quo­te at the end*

It actual­ly works. Con­cep­tual­ly. And as a moti­va­tio­nal speech.

It’s just that you have to get over the bump of “oh well, lets have a few more peop­le here die soo­ner, rather than later”, becau­se of this theo­re­tic logic we fol­low, about how the world should work, based on insti­tu­tio­nal con­cepts and myths rely­ing on a glo­bal nati­on pro­ne to excep­tio­na­lism… But hey, no one is here to hear the nay­say­er speak, so yes - it works.

Kurze Durchsage von Snyder

16. April 2022

Zelen­skyy made us think about values. If Zelen­skyy wouldnt have cho­sen to resist, we would all have been impo­ve­ris­hed, we would have lost this time, we would have never been given this time, as a gift - to speak about who we are and what kind of future we might have. If Zelen­skyy had fled, if the Ukrai­ni­ans had not fought, we would all be that much more cyni­cal, that much more nar­row, that much less capa­ble, of tal­king about how the world ought to be. So thats what I mean, I mean every second, that they resist is like a day for us and every day that they resist is like a year for us…”

Jebus.

and accord­ing to Zei­han, he has a hard time see­ing Ukrai­ne not being taken over by Rus­sia in the com­ing six months, …

https://www.youtube.com/watch?v=gbr3CiOhTO8

Might be too pes­si­mistic here. (But then it’s hard to find someo­ne wil­ling to make tho­se pre­dic­tions right now.)

Jetzt kur­zer Sprach­wech­sel - der Rau­scher emp­fiehlt Sny­der noch immer als wis­sen­schaft­li­chen Bera­ter für die öster­rei­chi­sche Regie­rung, oder?

Butscha - mehr Details

16. April 2022

Das Writ­e­up in der Wie­ner Zei­tung ist lesenswert.

Fol­gen­des Video ist im Arti­kel ein­ge­bet­tet - der Arti­kel is es aber auch sepa­rat davon wert gele­sen zu werden.

Im Arti­kel gibt es auch die Bestä­ti­gung, dass die Mas­sen­grä­ber (oder zumin­dest eines davon) von den Bewoh­nern ange­legt wor­den sind.

edit: 17.04. Nehammer: 

Putin sei in “bes­ter Ver­fas­sung” gewe­sen – und habe kei­ne Anzei­chen von psy­chi­schen Krank­hei­ten gezeigt, wie es der Bür­ger­meis­ter von Kiew, Vita­li Klitsch­ko, unterstellte.

src: click Der traut sich was…

Oh, ich bin vier Tage zu spät…

16. April 2022

zum ‘public lyn­ching’ des ehe­ma­li­gen mili­tär­po­li­ti­schen Bera­ters von Merkel.

Bri­ga­de­ge­ne­ral a.D. Erich Vad, hat sich gegen die Lie­fe­rung von schwe­ren Waf­fen an die Ukrai­ne aus­ge­spro­chen. Sol­che Lie­fe­run­gen sei­en poten­zi­ell ein „Weg in den Drit­ten Welt­krieg“, sag­te Vad der dpa. Der Mili­tär hält nach eige­nen Anga­ben eine „gesichts­wah­ren­de“ Lösung bei­der Sei­ten im Ukraine-Konflikt* für möglich.

Wir machen im Moment sehr viel Kriegs­rhe­to­rik - aus guter gesin­nungs­ethi­scher Absicht“, sag­te Vad. „Aber der Weg in die Höl­le ist bekannt­lich immer mit guten Vor­sät­zen gepflas­tert. Wir müs­sen den lau­fen­den Krieg zwi­schen Russ­land und der Ukrai­ne vom Ende her den­ken. Wenn wir den Drit­ten Welt­krieg nicht wol­len, müs­sen wir frü­her oder spä­ter aus die­ser mili­tä­ri­schen Eska­la­ti­ons­lo­gik raus und Ver­hand­lun­gen aufnehmen.“

src: click

Wie die öffent­li­chen Reak­tio­nen aus­ge­fal­len sind muss ich ja wohl nicht erwäh­nen. “Sein Nach­na­me sagt schon alles.” - ist noch die harmloseste.

Dar­über hin­aus ist ges­tern auch die Wie­ner Zei­tung im Leit­ar­ti­kel ein­ge­knickt, und pos­tu­liert jetzt - “Gewin­nen müs­sen, weil Ver­lie­ren ver­bo­ten ist”, dh. ausformuliert -

Anders als man ver­mu­ten könn­te, steigt die­ses Mal mit der Dau­er des Kriegs nicht der Pro­test gegen, son­dern die Gewöh­nung an den­sel­ben. Statt Auf­ru­fen zu Friedens- und Oster­mär­schen, wie zu den Hoch­zei­ten des Kal­ten Kriegs, greift jetzt die Über­zeu­gung, dass die­ser Krieg von der und für die Ukrai­ne gewon­nen wer­den muss, Russ­land ihn jeden­falls nicht gewin­nen darf, wenn eine Frie­dens­lö­sung Chan­cen auf Bestand haben soll.

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Damit gibt es jetzt kein öster­rei­chi­sches Medi­um mehr das sich nicht dafür aus­spricht, dass die Ukrai­ne Russ­land zur Gän­ze von sei­nem Staats­ge­biet ver­trei­ben kön­nen muss (/können soll).

Die einen aus mora­li­schen Über­le­gun­gen. Die ande­ren, weil nur so gewähr­leis­tet wäre, dass es in den von Russ­land besetz­ten Gebie­ten nicht zu ideo­lo­gi­schen Säu­be­run­gen komme.

Wie­der mit dem Ver­weis dar­auf, dass damit Frie­dens­ver­hand­lun­gen von Beginn des Krie­ges an aus­ge­schlos­sen waren. Und es, bis zu einer voll­stän­di­gen Kapi­tu­la­ti­on Russ­lands, auch wei­ter­hin sind - falls die­se Posi­ti­on Bestand hat.

Die Drit­ten, da nur ein geschwäch­tes Russ­land (ohne Ein­ord­nung was das bedeu­tet) ein Garant dafür wäre, dass Putin nicht auch Nato­staa­ten über­fällt. Bele­ge dafür braucht es nicht, weil fak­tisch unmög­lich, der Glau­be muss reichen.

Wie­der mit dem Ver­weis dar­auf, dass das Atlan­tic Coun­cil die­se Posi­ti­on als ers­tes als unab­ding­bar pos­tu­liert hat.

Und wie­der mit dem Ver­weis dar­auf, wie man einen Mode­ra­tor on air davon über­zeugt, dass er sei­ne Mei­nung ändern soll­te.

Der Zer­mür­bungs­krieg bleibt ent­we­der hoch mora­lisch, oder alter­na­tiv­los, du kannst wählen.

edit: Leit­ar­ti­kel in der Pres­se: “Es gibt schlim­me­res als Krieg