Autorenarchiv

The illusive neoimperial conquering of Ukraine

07. März 2023

Mal sehen, wer ist aktu­ell eigent­lich der Mei­nung die Ukrai­ne konn­te, kön­ne oder soll­te von den rus­si­schen Ein­hei­ten voll­stän­dig ein­ge­nom­men werden?

NICHT Petrae­us:

In einem Inter­view mit dem “Atlan­tic” eine Woche vor dem Beginn der rus­si­schen Ukraine-Invasion habe ich vor­aus­ge­sagt, dass die Trup­pen Putins die Haupt­stadt Kiew nie­mals ein­neh­men, geschwei­ge denn kon­trol­lie­ren wür­den. Davon abge­se­hen haben sich die Rus­sen als noch unge­schick­ter erwie­sen als viel­fach erwar­tet, und zwar buch­stäb­lich auf der gan­zen Linie. In stra­te­gi­scher Hin­sicht, bei der Pla­nung ihrer Mili­tär­kam­pa­gne, bei der ope­ra­ti­ven Füh­rung, bei der tat­säch­li­chen Umset­zung ihrer Mili­tär­ak­tio­nen, bei der Logis­tik und bei ihrem scho­ckie­ren­den Man­gel an tak­ti­schem Fach­wis­sen und Trai­ning. Zudem haben die Rus­sen ihre Waf­fen und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­te­me nicht auf einen moder­nen Stand gebracht.

src: click

Besag­tes Originalinterview:

Can Rus­sia Actual­ly Con­trol the Ent­i­re Land­mass of Ukraine?’

A con­ver­sa­ti­on with David Petrae­us on what the Ame­ri­can expe­ri­ence in Iraq means for Russia’s con­flict with Ukraine

[…]

Rao: You’ve stu­di­ed and prac­ti­ced coun­ter­insur­gen­cy for much of your pro­fes­sio­nal life. Would you expect an insur­gen­cy of some kind to emer­ge in respon­se to any major Rus­si­an attempt to con­trol all of Ukraine?

Petrae­us: Yes, I would, though it is hard to deter­mi­ne just how lar­ge and com­mit­ted it would be. The­re are nume­rous fac­tors that will be important in such a case, the most important of which is whe­ther the Ukrai­ni­an government and for­ces can retain a lar­ge part of their coun­try in the event of a lar­ge inva­si­on. The Ukrai­ni­an parliamentary-delegation mem­ber with whom I met on Satur­day at the Munich Secu­ri­ty Con­fe­rence assu­red us that the Ukrai­ni­ans will fight on, even if, as expec­ted, a full-on Rus­si­an inva­si­on might over­whelm the Ukrai­ni­an regu­lar for­ces. The mem­bers of Par­lia­ment remin­ded us that, in addi­ti­on to the several dozen com­bat bri­ga­des, the­re are also special-forces units and several dozen par­ti­san bri­ga­des (made up of civi­li­ans, with modest trai­ning on wee­kends) in Ukrai­ne. And they were cer­tain that tho­se ele­ments, in aggre­ga­te, would make life very dif­fi­cult for Rus­si­an occup­a­ti­on for­ces. In fact, they said that Ukrai­ni­ans would endea­vor to make their coun­try a “por­cu­p­i­ne” that would be extre­me­ly dif­fi­cult for Rus­sia to digest.

Should the Rus­si­an mili­ta­ry fear this? Yes, very much so, espe­cial­ly if, as is likely, the Ukrai­ni­ans do fight on as insur­gents and are pro­vi­ded sup­port from the out­side. Vla­di­mir Putin and his most seni­or lea­ders are old enough to remem­ber how pain­ful the Soviet deca­de in Afgha­ni­stan was, and they have to be worried that Ukrai­ne could be very dif­fi­cult to occu­py as well. One hund­red and nine­ty thousand for­ces sounds like a lot, but coun­ter­insur­gen­cy ope­ra­ti­ons are very soldier-intensive. And when one gets down to the actu­al boots on the ground avail­ab­le for serious coun­ter­insur­gen­cy ope­ra­ti­ons con­duc­ted 24 hours a day and seven days a week, the resul­ting num­ber is much less for­mi­da­ble, and [tro­ops are] ine­vi­ta­b­ly spread very thin. Bey­ond that, can the Rus­si­ans, over time, replace the 190,000 cur­r­ent­ly poi­sed to inva­de and then occu­py Ukrai­ne, after they have been on the ground for a num­ber of mon­ths? Final­ly, assuming the Ukrai­ni­ans do fight hard in signi­fi­cant num­bers, given the usu­al rule-of-thumb rati­os for coun­ter­insur­gen­cy for­ces to local inha­bi­tants, 190,000 is unli­kely to be enough.

src: click

NICHT Mear­s­hei­mer:

I: Is inva­ding it from all cor­ners and hea­ded towards the capi­tal not the signs and pret­ty good real life evi­dence of someo­ne who wants to con­quer a coun­try? Isn’t that how you do it?

M: No, you can’t con­quer a coun­try the size of Ukrai­ne with 190,000 tro­ops. They did­n’t try to con­quer all of Ukrai­ne. They sur­roun­ded Kyiv and they inva­ded in the east and in the south.

I:What do you think they were try­ing to do at that point?

M: I think they were try­ing to get the Ukrai­ni­an government to basi­cal­ly chan­ge its poli­cy vis-a-vis the West. They were try­ing to coer­ce the Ukrai­ni­an government into aban­do­ning its poli­cy of beco­m­ing a Wes­tern Bul­wark on their border.

I: Do you think they were hoping that the government would flee and fall in some way and they could work out some more friend­ly, pup­pet government?

M: I don’t know for sure. I think that there’s evi­dence that they were nego­tia­ting short­ly after the inva­si­on, this is after the inva­si­on. They were nego­tia­ting in Istan­bul with the Ukrainians.
And the issue that was on the table was Ukrai­ni­an neu­tra­li­ty. And it’s qui­te clear that what hap­pen­ed is that the United Sta­tes ope­ra­ting through Boris John­son made it clear to the Ukrai­ni­ans that we did­n’t want them to cut a deal with the Rus­si­ans, becau­se by late March, we were qui­te con­fi­dent that we could beat the Rus­si­ans in Ukrai­ne. And the idea of cut­ting a deal, espe­cial­ly a deal that invol­ved in neu­tral Ukrai­ne, which is anathe­ma to the West, was unac­cep­ta­ble to us.

src: click

NICHT Mar­kus Reisner:

Und dar­um beto­ne ich das so sehr weil der Krieg eigent­lich ers­tens viel län­ger dau­ert - als wir das jetzt immer in der Replik mit die­sem einen Jahr als sol­ches bezeich­nen, bezie­hungs­wei­se und das ist das wich­ti­ge die Ukrai­ne hat aus die­sen Ereig­nis­sen 2014 gelernt. Sie hat also hier ganz wesent­li­che Ablei­tun­gen getrof­fen die dann ent­schei­dend waren, bei der Ver­tei­di­gung ihres Lan­des beim Angriff der Rus­sen im Febru­ar letz­ten Jah­res und damit bin ich jetzt bei Kiew.

Die Idee der Rus­sen war es etwas zu tun was die Ame­ri­ka­ner 2003 ver­sucht haben, auch im Irak, die haben es damals genannt Schock and Awe, das heißt man woll­te qua­si ein einen Effekt erzie­len und basie­rend auf die­sen Effekt qua­si eine Art Domi­no Situa­ti­on dass es also qua­si dann im Prin­zip durch die­se initia­le Luft­lan­dung in die­sem Fall jetzt im Raum Hos­to­mel und durch den Ver­such der Fest­set­zung der ukrai­ni­schen Regie­rung und der ukrai­ni­schen Ent­schei­dungs­trä­ger dann die gan­ze Armee zusam­men­bricht, so wie die Ame­ri­ka­ner 2003 ver­sucht haben beim Ein­marsch im Irak durch ein Bom­ba­de­ment des Regie­rungs­vier­tels damals Sad­dam Hus­sein zu tref­fen und genau das haben die Rus­sen auch ver­sucht - ist aber schief gegan­gen, wir kön­nen im Detail auch ein biss­chen dar­über reden war­um das schief gegan­gen ist, aber damit war im Prin­zip in den ers­ten Tagen der Kon­flikt dahin gehend ent­schie­den dass es eben nicht so schnell geht wie die Rus­sen sich das gedacht haben, son­dern also eine lang­wie­ri­ge Situa­ti­on mit sich bringt und das zwei­te war dass nach den Ereig­nis­sen in Kiew die Tak­tik die die Ukrai­ne ent­wi­ckelt haben auf­grund der Ereig­nis­se 2014 sich sehr gut anwen­den hat las­sen, das heißt man hat sogar die Rus­sen eine Zeit lang in das Land prak­tisch fast her­ein­ge­las­sen - ich gene­ra­li­siert alles ein biss­chen aber hat dann begon­nen vor allem ihre Ver­sor­gungs­li­ni­en anzu­grei­fen und mit den zu weni­gen Trup­pen die die Rus­sen zur Ver­fü­gung hat­ten, ist dann ein Cha­os ent­stan­den dass die Rus­sen dann kaum mehr in den Griff bekom­men haben und sie dann gezwun­gen waren in wei­te­rer Fol­ge am Ende der ers­ten Pha­se, so wie man das bezeich­nen kann, sich Rich­tung Don­bas zu verschieben.

[…]

Am 26. in der Früh hat die Ukrai­ne das drit­te Ele­ment zum Ein­satz gebracht und das ist etwas was lei­der den Krieg bis jetzt bestimmt, auf­grund des Umstan­des dass das ein ver­hee­ren­des Waf­fen­sys­tem ist - sie haben soge­nann­te Mehr­fa­cher Rake­ten­wer­fer ein­ge­setzt das waren BM 27 Ura­gan und die­se mehr­fach Rake­ten­wer­fer, die­se ukrai­ni­schen haben die­ses rus­si­sche Spit­zen­ba­tail­lon im Prin­zip ver­nich­tet, ja - das war ein Schock­mo­ment für die Rus­sen, aber damit war klar sie kön­nen nicht nach Kiew hin­ein­sto­ßen. Es war nicht das Ziel Kiew ein­zu­neh­men, son­dern man hät­te geplant gehabt dass also rus­si­sche Fall­schirm­jä­ger sich am Mai­dan plat­zie­ren, man hät­te Bil­der geschaf­fen, man hät­te den Prä­si­den­ten ver­sucht fest­zu­set­zen und qua­si damit die­sen Domi­no­ef­fekt zu erzie­len. Wir wis­sen das des­we­gen so genau weil wäh­rend sich die­se Ereig­nis über­schla­gen haben - und es ist auch gut doku­men­tiert - kam es dazu dass die Rus­sen durch Droh­nen vor allem im Osten der Ukrai­ne vie­le, vie­le Kurz­nach­rich­ten aus­ge­schickt haben wo drin­nen stand der Prä­si­dent ist fest­ge­nom­men, die Regie­rung ist nicht mehr hand­lungs­fä­hig, legt eure Waf­fen nie­der, der Krieg ist vorbei.

src: click

und NICHT die RAND Corperation:

When the war began, Moscow appeared to be see­king an abso­lu­te vic­to­ry, with plans to install a new regime in Kyiv and “demi­li­ta­ri­ze” the coun­try. Sin­ce aban­do­ning its attempt to take the capi­tal in ear­ly April, Rus­sia appears to have scut­tled the­se plans. Putin’s decla­red aims have varied over time sin­ce then, but at no point in recent mon­ths have he or his minis­ters repeated the direct calls to over­throw the government in Kyiv issued in the ear­ly weeks of the war. Alt­hough some alle­ge that Moscow has not given up on its initi­al ambi­tious goals, even if the Krem­lin still aspi­red to impo­se an abso­lu­te vic­to­ry, facts on the ground indi­ca­te that it would not be able to do so. As of this wri­ting, Moscow’s pri­ma­ry goal seems to be hol­ding onto ter­ri­to­ry in the four Ukrai­ni­an regi­ons that Rus­sia now claims as its own. But even if Rus­sia took and held tho­se regi­ons, that would hard­ly be an abso­lu­te vic­to­ry; it would have to effect a fun­da­men­tal chan­ge in Ukraine’s poli­ti­cal sys­tem, such as ous­ting Pre­si­dent Zelen­skyy, to achie­ve abso­lu­te vic­to­ry. But Ukraine’s sys­tem of government is now more firm­ly ancho­red than it was befo­re the war, Russia’s bru­tal tac­tics have repel­led even tho­se Ukrai­ni­ans who har­bo­red pro-Russian sym­pa­thies, and Zelen­skyy is immen­se­ly popu­lar. Moreo­ver, the Ukrai­ni­an mili­ta­ry, with its cur­rent capa­bi­li­ties, could pose a thre­at to Rus­si­an occu­p­ied are­as or even the bor­de­ring are­as of undis­pu­ted Rus­si­an ter­ri­to­ry indefinitely.

An abso­lu­te Ukrai­ni­an vic­to­ry is also unli­kely. Ukrai­ne has never offi­cial­ly pro­c­lai­med an inten­ti­on to achie­ve an abso­lu­te vic­to­ry as the lite­ra­tu­re defi­nes it. Pre­si­dent Zelenskyy’s decla­red objec­ti­ves have chan­ged over time, but, as of Decem­ber 2022, his sta­ted goal is to reta­ke all of Ukraine’s ter­ri­to­ry, inclu­ding Cri­mea and the are­as of the Don­bas that Rus­sia has occu­p­ied sin­ce 2014. Still, com­ple­te ter­ri­to­ri­al recon­quest would not con­sti­tu­te an abso­lu­te vic­to­ry. If the Ukrai­ni­an mili­ta­ry were to eject Rus­si­an for­ces from Ukrai­ne, they would doubt­less serious­ly degra­de the Rus­si­an army in the pro­cess. None­theless, Rus­sia would have a wide varie­ty of capa­bi­li­ties on its ter­ri­to­ry and beyond—particularly the navy and the aero­space for­ces, which have not taken major los­ses in the war—that could enab­le con­ti­nued strikes on tar­gets deep wit­hin Ukrai­ne. Rus­si­an ground for­ces could rea­di­ly regroup and launch ano­t­her large-scale offen­si­ve. To achie­ve abso­lu­te vic­to­ry, Ukrai­ne would have to deny Rus­sia the abi­li­ty to con­test its ter­ri­to­ri­al con­trol. For­cing the Rus­si­an mili­ta­ry to cross the inter­na­tio­nal bor­der would not pro­du­ce that out­co­me. And alt­hough Ukrai­ne has sur­pri­sed obser­vers with its abi­li­ty to defend its own home­land, it is fan­ci­ful to ima­gi­ne that it could des­troy Russia’s abi­li­ty to wage war.

The­re­fo­re, Kyiv would pro­bab­ly need regime chan­ge in Moscow in addi­ti­on to vic­to­ry on the battle­field to avoid living under the con­stant thre­at of reinvasion.30 Some ana­lysts con­t­end that Russia’s poor per­for­mance in the war, moun­ting casu­al­ties, and mobi­liz­a­ti­on could cau­se poli­ti­cal insta­bi­li­ty and lead to Putin’s over­throw and repla­ce­ment with a new regime that would stop figh­t­ing, come to terms with Ukrai­ne, and pose a dimi­nis­hed thre­at over the long term.31 Howe­ver, the­re is litt­le his­to­ri­cal evi­dence to sug­gest that regime chan­ge in Rus­sia would necessa­ri­ly ensue fol­lowing battle­field fail­u­res. Lea­ders of per­so­na­list regimes like Russia’s have often remai­ned in power after a mili­ta­ry defeat.32 Moreo­ver, the­re is no gua­ran­tee that a new Rus­si­an lea­der would be any more incli­ned to make peace with Ukrai­ne than Putin is. As Shawn Coch­ran wri­tes, “it is dif­fi­cult and pro­bab­ly point­less to pre­dict the out­co­me of any war­ti­me chan­ge of lea­ders­hip in the case of Russia’s war in Ukrai­ne. At a mini­mum, howe­ver, the West should not assu­me a chan­ge of lea­ders­hip would result in an end to the war, at least in the short term, as Putin’s war could very well con­ti­nue without Putin.”33 Moreo­ver, regime chan­ge in Moscow might not redu­ce the inten­si­ty of the com­pe­ti­ti­on bet­ween the United Sta­tes and Rus­sia on other issu­es. Regard­less, Kyiv has not pro­c­lai­med regime chan­ge as its sta­ted objec­ti­ve, alt­hough some Ukrai­ni­ans under­stand­a­b­ly hope for it.

Sin­ce neit­her side appears to have the inten­ti­on or capa­bi­li­ties to achie­ve abso­lu­te vic­to­ry, the war will most likely end with some sort of nego­tia­ted outcome.

src: click

Aber immer noch die gesam­te media­le Öffent­lich­keit. Die vor allem eines weiß, die 190.000 Trup­pen hät­ten danach auch noch die Nato ange­grif­fen - um Nato Staa­ten zu besetzen.

Pro­pa­gan­da hat immer noch nie­mand entdeckt.

Und dabei geht es nicht um einen hypo­the­ti­schen Fall, in dem der Wes­ten aus unver­ständ­li­chen Grün­den Waf­fen­lie­fe­run­gen ein­stel­len wür­de - nein, 190.000 sind zu wenig für ein umfas­sen­des Bela­ge­rungs­sze­na­rio. Laut Mear­s­hei­mer wären selbst 500.000 für eine Bela­ge­rung der gesam­ten Ukrai­ne zu wenig. Und laut Rand, ist die­ses Sze­na­rio mitt­ler­wei­le gene­rell unwahrscheinlich.

Nur, wer erzähl­ts der Öffentlichkeit…

Vor allem da der wahn­sin­ni­ge Rus­se mit den 190.000 anschlie­ßend defi­ni­tiv noch Nato­staa­ten ange­grif­fen hätte.

edit: Und NICHT Kotkin:
https://www.youtube.com/watch?v=kAZBIUhW7_0

edit2: Huch - aber hier - 11 Minu­ten Intro von einer Per­son dies glaubt und daher aktu­ell für eine wei­te­re Aus­wei­tung von Waf­fen­lie­fe­run­gen plä­diert (Olga Toka­ri­uk, Fel­low at the Cent­re for Euro­pean Poli­cy Ana­ly­sis im Inter­view mit Misha Glen­ny, dem Rec­tor des IWM­Vi­en­na)! Da kann man nichts machen, das muss man jetzt schon berichten. 

Moment, Olga Toka­ri­uk? Den Namen hab ich doch schon­mal gelesen…

Klar arbei­tet die jetzt bei CEPA!

The Cen­ter for Euro­pean Poli­cy Ana­ly­sis streng­t­hens the trans­at­lan­tic alli­an­ce through cutting-edge rese­arch, ana­ly­sis, and programs.

src: click

Cut­ting edge!

Wie kann man die Bevölkerung eigentlich noch verarschen?

07. März 2023

src: Video in vol­ler Länge

(You­tube Video ist nur ein klei­ner Ausschnitt.)

Kevin Küh­nert: Was die Bevöl­ke­rung eigent­lich meint, wenn sie mehr­heit­lich Ver­hand­lun­gen par­al­lel zu Waf­fen­lie­fe­run­gen for­dert, sind doch Ver­hand­lun­gen um Putin von Chi­na zu iso­lie­ren! Und auf UN Level um Russ­land zum inter­na­tio­na­len Pariah wer­den zu las­sen - und die prak­ti­ziert Scholz ja!

Der Mode­ra­to­rin fällt nichts auf.

Was denn auch.

Dazu Chris­toph Heus­gen: Mit Ver­hand­lun­gen haben wirs schon so lan­ge ver­sucht, jetzt ver­su­chen wirs eben ein biss­chen mit Ver­nich­tungs­krieg, sie kön­nen da doch nicht Ver­hand­lun­gen fordern!

Jan van Aken (DIE LINKE), Refe­rent für inter­na­tio­na­le Kri­sen und Kon­flik­te, Rosa-Luxemburg-Stiftung ver­sucht der­weil inter­na­tio­na­le Sicher­heits­ga­ran­tien für die Ukrai­ne zu den­ken, no Takers - die Ukrai­ne wür­de ja lang­fris­tig so und so in die Nato auf­ge­nom­men werden.

Was der ver­mut­lich ahnt - die Idee aktu­ell ist, wir machen so lan­ge wei­ter, bis Russ­lands Mili­tär auf­ge­rie­ben ist, die Ukrai­ne als ein­deu­ti­ger Sie­ger aus­steigt, und was immer dann aus Russ­land wird - davor schützt uns die Ukrai­ne als mili­ta­ri­sier­ter Teil der EU, in der Nato. Kei­ne inter­na­tio­na­len Sicher­heits­ga­ran­tien mehr notwendig.

Die NATO-Verbündeten sind sich einig, dass die Ukrai­ne Mit­glied des Bünd­nis­ses wer­den wird”, sag­te Stol­ten­berg am Diens­tag in Hel­sin­ki. Die sei jedoch “eine lang­fris­ti­ge Per­spek­ti­ve”, füg­te er hinzu.

src: click

Wis­sen sie aber, was die­ser gefin­kel­te Rus­se jetzt macht? Der sagt sei­ner Bevöl­ke­rung doch glatt, das sei ein Krieg gegen den Wes­ten und die Nato.

Um die­se Form eines Ver­nich­tungs­kriegs zu errei­chen, bit­te sei­tens des Wes­tens immer nur scheib­chen­wei­se auf­rüs­ten - nicht dass der Krieg zu schnell vor­bei ist, und ein paar hun­dert­tau­sen­de mehr über­le­ben. Wie heißt das laut deut­scher Stif­tung Wis­sen­schaft und Poli­tik noch­mal? Ach­ja, Lern­kur­ve.

Stif­tung Wis­sen­schaft und Politk? Das sind die hier: click

Ich mein, es sei denn natür­lich die Rus­sen machen zuvor Regimechange.

Die­se Gesell­schaft ist und bleibt, das abgrund­tief Allerletzte.

Es gibt aber natür­lich auch wie­der gute Nach­rich­ten, Schal­len­berg erin­nert gera­de die ärms­ten Län­der auf der UNO Ent­wick­lungs­hil­fe Kon­fe­renz, die von Dis­rup­tio­nen bei Waren­flüs­sen, im Energie- und Nah­rungs­mit­tel­sek­tor, sowie bei Dün­ge­mit­teln in den kom­men­den zwei(+) Jah­ren am stärks­ten betrof­fen sein wer­den - dass das Recht des Stär­ke­ren sich nicht durch­set­zen dür­fe, und WER hier ein Zehn­tel des­sen was er für den Krieg auf­ge­wen­det hat in Ent­wick­lungs­hil­fe ste­cke - der Wer­te­wes­ten nämlich!

Nicht dass die das noch vergessen!

Schal­len­berg beton­te, dass der rus­si­sche Aggres­si­ons­krieg in der Ukrai­ne “kein euro­päi­scher Krieg” sei. “Die ver­gan­ge­nen Jah­re haben uns gezeigt, dass sich Ereig­nis­se an einem Ort schnell zu einer glo­ba­len Schock­wel­le ent­wi­ckeln kön­nen”, sag­te er. Vie­len Län­dern des Glo­ba­len Südens wird Pas­si­vi­tät oder gar Ver­ständ­nis für den Aggres­sor Russ­land vor­ge­wor­fen. Die­ses ver­sucht, dem Wes­ten die Schuld am Krieg und den damit ver­bun­de­nen glo­ba­len Aus­wir­kun­gen wie höhe­ren Energie- und Nah­rungs­mit­tel­prei­sen zuzu­schie­ben. Schal­len­berg hat­te im Vor­feld der Kon­fe­renz mit­ge­teilt, gegen das “rus­si­sche Nar­ra­tiv” auf­tre­ten zu wollen.

src: click

Das muss man beim Hun­gern schon ver­ste­hen, hier gehe es um das Prin­zip! Nicht dass das noch der Stär­ke­re dik­tiert! Rechts­ord­nung muss sein.

Der Außen­mi­nis­ter räum­te in sei­ner Rede ein, dass die am wenigs­ten ent­wi­ckel­ten Län­der beson­ders von der Energie- und Nah­rungs­mit­tel­kri­se mit stei­gen­den Prei­sen und unter­bro­che­nen Lie­fer­ket­ten betrof­fen sei­en. “In die­ser schwie­ri­gen Zeit steht die Euro­päi­sche Uni­on zu ihren Part­nern”, ver­wies Schal­len­berg dar­auf, dass die EU-Kommission und die EU-Staaten wei­ter­hin “mit Abstand” die größ­ten Zah­ler von Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beits­gel­dern welt­weit seien.

Und was die sich alle davon kau­fen kön­nen! Ja also min­des­tens 20% weni­ger Gas als zuvor…!

Paki­stan gas cri­sis to worsen in Febru­a­ry as sup­ply­ing com­pa­ny backs out of cargo

We are losing gas resour­ces by 10 to 20 per cent every year and it has an impact. Wha­te­ver gas we have, we wan­ted to prio­ri­ti­se coo­king food.

Paki­stan will be ‘without natu­ral gas’ by next year

Kara­chi: For­mer federal minis­ter for petro­le­um Dr Asim Hus­s­ain has said that he is 80 per cent cer­tain that natu­ral gas will not be avail­ab­le in Paki­stan by next year.

src: click

Und bald schon halb soviel Dünger!

Aber unse­re Wer­te müs­sen denen das schon wert sein. Sor­ry, unse­re Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beits­gel­der, ich mei­ne Wer­te, Geld, ich mei­ne - Wer­te­ord­nung, ich meine…

Und wie ver­deut­licht man den ärms­ten Län­dern welt­weit glo­ba­le west­li­che Wer­te­ord­nung am Bes­ten? Ganz klar - über bila­te­ra­le Gespräche:

Schal­len­berg woll­te sei­ne Teil­nah­me an der Kon­fe­renz auch für zahl­rei­che bila­te­ra­le Gesprä­che mit afri­ka­ni­schen Außenminister-Kollegen wie unter ande­rem jenen aus Bur­ki­na Faso, Mali und Ugan­da nut­zen. Außer­dem trifft Schal­len­berg den Außen­mi­nis­ter des Jemen und den Pre­mier­mi­nis­ter von Bhu­tan sowie sei­nen kata­ri­schen Amtskollegen.

Monitor steht heute für Hetze und emotionale Verklärung

06. März 2023

Die­se Gesell­schaft ist das abgrund­tief gro­tesk Allerletze.

Hät­te sich die Ukrai­ne über­rol­len las­sen sollen?
Nein.

War der Krieg unprovoziert?
Nein.

Recht­fer­tigt Pro­vo­ka­ti­on einen Angriff?
Nein.

War der Angriff völkerrechtswidrig?
Ja.

Las­sen sich Waf­fen­lie­fe­run­gen mit gebro­che­nen, trau­ma­ti­sier­ten Leu­ten rechtfertigen?
Ich weiß es nicht, mit Ten­denz zu nein.

Jeman­dem ein Erlö­sungs­nar­ra­tiv zur Sei­te stel­len zu wol­len, das all sein Leid retro­spek­tiv - auf­grund einer kol­lek­ti­ven Sinn­be­haup­tung (“Die Fah­ne weht wie­der über der Stadt”, “der Hügel gehört wie­der der Nati­on”, “die Ukrai­ne ist wie­der frei”) mil­dert oder recht­fer­tigt - ist der Job von Pro­pa­gan­dis­ten. Von Reli­gi­on. Nicht von Journalismus.

Eben­falls nein, da das Ratio­nal auf der Hand­lungs­ebe­ne nicht “die Hoff­nung der Men­schen auf einen Sieg ist”. Kein inter­na­tio­na­ler Geld­ge­ber (dh. kei­ne Insti­tu­ti­on) zahlt für ein der­ar­ti­ges Motiv.

Wie emo­tio­nal über­zeugt muss man sein, um das den­noch als Begrün­dung für eine Pro­lon­gie­rung eines Krie­ges - einer gesam­ten Bevöl­ke­rung ver­kau­fen zu wollen?

Und die (inter­na­tio­na­le Insti­tu­tio­nen) hal­ten die Ukrai­ne aktu­ell handlungsfähig.

Sol­len die Ukrai­ner ein­fach den Rus­sen ihre Städ­te überlassen?
Ab einem bestimm­ten Punkt, ja. Hypo­the­tisch. Wenn bestimm­te Sze­na­ri­en eintreten.

Das Ratio­nal den “bes­ten Ver­hand­lungs­punkt zu fin­den” ab dem Russ­land so geschwächt ist, dass es die ter­ri­to­ria­le Inte­gri­tät der Ukrai­ne ach­ten muss - ist hypo­the­tisch (eine Visi­on), in sich risi­ko­be­haf­tet, lang­wie­rig, birgt grö­ße­re Fol­ge­ri­si­ken in sich - nicht aus der Sicht der Ukrai­ne aber für die Ver­lie­rer - und damit die Regi­on. In bestimm­ten Aspek­ten auch überregional.

Jetzt exis­tiert für die­ses Fol­ge­ri­si­ko aber bereits eine vor­ge­bau­te Lösung - eine bewaff­ne­te Ukrai­ne die ganz Euro­pa schützt - was in die­ser Form von der Füh­rung in der Ukrai­ne west­li­chen Ent­schei­dern ver­kauft wird.

Das Leid das das pro­du­ziert - hypo­the­tisch, wird multigenerational.

Las­sen sich mit Butscha Waf­fen­lie­fe­run­gen zur Rück­erobe­rung wei­te­rer Regio­nen rechtfertigen?
Nein. Schlicht weil “wir kämp­fen gegen das pure Böse, das Butscha als Blau­pau­se für Beset­zun­gen nutzt” eine kon­stru­ier­te Recht­fer­ti­gung ist. schlicht­weg, weil ab irgend­ei­nem unde­fi­nier­ba­ren Punkt, der Wunsch mit der Gene­rie­rung von Leid mehr Leid zu ver­hin­dern kein pro­ba­tes Mit­tel zur Kon­flikt­be­wäl­ti­gung ist.

Las­sen sich mit Butscha Waf­fen­lie­fe­run­gen zur Ver­tei­di­gung wei­te­rer Regio­nen rechtfertigen?
Nein. Da die Begrün­dung an der Stel­le immer noch eine Über­sprungs­be­grün­dung ist. Aber Waf­fen­lie­fe­run­gen zur Ver­tei­di­gung von Regio­nen las­sen sich rechtfertigen.

Wenn Ver­tei­di­gung aber in Maxi­mal­for­de­run­gen und bei­na­he aus­schließ­lich in Kon­struk­tio­nen von “Vor­wärts­ver­tei­di­gung” über­geht, dann ist das als Pro­pa­gan­da zu wer­ten. Unab­hän­gig davon, dass die Ukrai­ne jedes Recht hat ihr Ter­ri­to­ri­um zurück­ge­win­nen zu wollen.

Gibt es eine dar­aus ableit­ba­re Begrün­dung die Ukrai­ne so lan­ge wie not­wen­dig mit Waf­fen und Finan­zie­rung zu unterstützen?
Nein. Das wäre bereits ideo­lo­gisch - oder auf der Basis von Grün­den gedacht die wei­te­re Risi­ko­ab­wä­gun­gen von bestimm­ten End­sze­na­ri­en miteinbeziehen.

Gibt es eine mora­li­sche Not­wen­dig­keit, “unter­las­se­ne Hil­fe­leis­tung” gegen das Poten­ti­al einer “Ver­län­ge­rung von Tot und Zer­stö­rung” abzuwegen?
Ja

Tun wir es?
Nein

Dür­fen wir es öffent­lich tun?
Nein

Wäre das Appeasement?
Nein

Wäre das ein “Ein­kni­cken”?
Ja

Wie wirs dre­hen und wen­den, es exis­tiert kei­ne moralisch/ethische Ver­pflich­tung einen Stell­ver­tre­ter­krieg zu prolongieren.

Und wenn selbst bei Moni­tor “Butscha” als Uni­ver­sal­be­grün­dung für mehr Waf­fen­lie­fe­run­gen, und höhe­re Waf­fen­pro­duk­ti­on her­hal­ten muss -
dann wer­den hier immer noch Öffent­lich­kei­ten getäuscht.

Das Leid in Butscha, ist ab einem bestimm­ten Punkt das RETROAKTIV wirk­sa­me Sym­bol, das es Leu­ten in einer Bevöl­ke­rung erlaubt, den Tot ihrer Fami­li­en­mit­glie­der, ihrer Söh­ne und Töch­ter zu rechtfertigen.

Nie mehr wieder” --

als Umfor­mung zur tota­len Ver­nich­tung des Fein­des, durch eige­ne Ver­lus­te - hat nichts Erbau­en­des in sich.

War makes mons­ters out of men.

Wol­len wir das dadurch ver­ur­sach­te Leid als not­wen­dig hin­sti­li­sie­ren, und das gesell­schaft­lich zu einem Wert erhe­ben - klink ich mich aus.
Post­he­ro­isch - weil ein hoch­sti­li­sie­ren von “Selbst­auf­ga­be” - immer Hand in Hand mit Betrach­tun­gen geht, wie unfass­bar ein­fach es ist Leu­te mit Emo­tio­nen - kurz­fris­tig zu Hand­lun­gen zu bewe­gen. In einem Krieg ist das Kon­zept sogar noch selbst ver­stär­kend. Du kämpfst um dem Tod des Freun­des neben dir einen ver­meint­li­chen Sinn zu geben.

Und Butscha macht emo­tio­nal ver­klär­te Kriegs­ei­fe­rer aus ehe­mals ange­se­he­nen Journalisten.

Ein­mal ein­fach nur zu den­ken, dass es das Kon­zept der euro­päi­schen Uni­on war Revan­chis­mus als Kriegs­ur­sa­che ver­hin­dern zu wol­len - wird heut­zu­ta­ge ein­fach nur noch zur Far­ce. Wir sind an dem Punkt ange­langt an dem beim IWM­Vi­en­na über­legt wird die EU als “wir alle gegen Russ­land” neu aus­zu­rich­ten. Wir über­le­gen Euro­pa durch Hass­nar­ra­ti­ve zu einen.

Hass gegen das abso­lut Böse, oder weg­schaun. Was ande­res wird nicht zuge­las­sen. (“Las­sen wirs doch noch ein hal­bes Jahr lau­fen, schaun wir mal wies dann steht…” als Ein­heits­mei­nung einer Bevölkerung.)

Und was wird das toll, wenn end­lich unse­re Fah­ne über der nächs­ten Stadt weht.

Und jetzt sterbt end­lich ihr unend­li­chen Wichserschweine.

Denn die Begrün­dun­gen, war­um “die Land­brü­cke” für das Über­le­ben der Ukrai­ne essen­ti­ell ist, sind mei­nes Erach­tens bereits konstruiert.

Treibt mich Angst als intrinsi­sche Motivation?
Nein.

Treibt die euro­päi­sche Bevöl­ke­rung Angst als Moti­va­ti­on? Aber hal­lo! Die Hälf­te des gän­gi­gen Nar­ra­tivs (“Putin könn­te durch mehr Lei­chen Pro­ble­me bekom­men!”) ist ohne “was wenn Russ­land wei­ter macht” als Per­spek­ti­ve nicht mal argumentierbar.

Wobei die Ukrai­ne muss ent­schei­den. Und die ent­schei­det sich zu 95% für Krieg.

Ich wer­de das von jetzt an auf alle Krie­ge welt­weit anwen­den. Mal sehn wie weit mich die­ser Sager im Ein­zel­fall bringt.

STERBT

06. März 2023

Krei­sky Forum für Inter­na­tio­na­le Dialogvereitelung:

Wie geht mul­ti­la­te­ra­le Ver­hand­lun­gen in Krisen?
“Ich sehe nicht wie das funk­tio­nie­ren sollte.” 

Wann gehen mul­ti­la­te­ra­le Ver­hand­lun­gen in Krisen?
“Ich möch­te mich nicht festlegen.”

Wer soll­te verhandeln?
“Kei­ner.”
“Man kanns von der Ukrai­ne nach 1994 (Atom­bom­ben­ab­ga­be) auch nicht verlangen.”

Wie soll­te ein Waf­fen­still­stand geschützt werden?
“Geht nicht, zu teu­er, Gren­ze zu lang und außer­dem wären das chi­ne­si­sche und indi­sche UN Trup­pen die wol­len wir nicht.”

Wie erkennt man ech­te Bemü­hun­gen um Minsk 2?
“Anhand der Titel der Teilnehmer.”

Wer ist Schuld an der Situation?
“Der Hass der Sepa­ra­tis­ten aus dem Donbas.”

Wor­an haderts?
“Frie­dens­ver­hand­lun­gen sind geschei­tert, da die Ukrai­ne kei­ne Garan­to­ren für Frie­dens­si­che­rung gefun­den hat.”

DAS IST GANZ ERSTAUNLICH IHR UNENDLICHEN VERLOGENEN DRECKSSCHWEINE - denn, laut Nafta­li Ben­nett war man dar­über bereits längst hinaus.

And the second issue was - how will Ukrai­ne pro­tect its­elf and guarantees.

Ukrai­ne deman­ded of Rus­sia that it be able to get secu­ri­ty gua­ran­tees from Ame­ri­ca, Fran­ce, all the big ones.

And the­re was an argu­ment, becau­se to Rus­sia a gua­ran­tee is a pact, it’s no dif­fe­rent than NATO.

This is whe­re I brought my expe­ri­ence, I gave it a lot of thought and said, the nego­tia­ti­on is unre­a­son­ab­le becau­se they’­re nego­tia­ting over some­thing they don’t have.

There’s the joke about a guy try­ing to sell the Brook­lyn Bridge to passersby.

This guy did exist.

100 years ago he sold…

-They don’t have the Broo­kyln Bridge.

I said that because… 
Ame­ri­ca will give you guarantees?

It will com­mit that in seven years, if Rus­sia vio­la­tes some­thing, it will send sol­di­ers after lea­ving Afgha­ni­stan and all that?

I said, “Volo­dym­yr, it won’t hap­pen, you won’t get gua­ran­tees, why are you negotiating?”

Then I sug­gested what I cal­led the “Israe­li model.”

We don’t have guarantees.

I said, “I’m the prime minis­ter of Isra­el, “we don’t have gua­ran­tees from anyo­ne, if someo­ne inva­des us tomor­row, nobo­dy has assu­red us and no one will come to save us. What we do have is a strong, inde­pen­dent army that can pro­tect its­elf, so let’s for­get about the­se gua­ran­tee and dis­cuss the para­me­ters for buil­ding mili­ta­ry for­ce, what kind of wea­pons, what pla­nes, how many offi­cers, soldiers…”

Becau­se Rus­sia doesn’t want Ukraine…

So this was a cogni­ti­ve bre­akthrough that they both accepted.

src: click

Fazit des Panels:

Das wird noch sehr lan­ge gehen, und sehr teu­er wer­den, aber wenigs­tens “not on my watch (Pen­si­on)” - und um euro­päi­sche Wer­te, meint Rechts­nor­men zu erhal­ten, muss uns das schon wert sein.

Mein Fazit:

Solan­ge es noch reicht um die VERFICKTEN eige­nen Kin­der zu ver­ar­schen, weil ein ande­res Ziel als “not under my watch” haben die ver­fick­ten scheiß Pen­sio­nis­ten einer Genera­ti­on die so voll­kom­men ver­lo­gen und STRUNZDUMM ist nicht mehr.

Ich hof­fe ihr könnt mor­gen auch noch KRAFTVOLL euren eige­nen Nach­wuchs belügen.

Ach­ja und tol­le Absatz­märk­te offen hal­ten, für sek­to­ra­le Ent­wick­lung wäh­rend die Regi­on rela­tiv zu ande­ren weni­ger attrak­tiv wird. Und dann noch den ver­fick­ten scheiß ENKALAN vor­lü­gen, die US wür­den jetzt aber auch wahn­sin­nig schnell in erneu­er­ba­re Ener­gien gehen, wes­halb das eine so uner­hört tol­le indus­tri­el­le Ent­wick­lungs­per­spek­ti­ve sei.

(edit: Joe Biden lässt doch in der Ark­tis nach Öl boh­ren - das hat jetzt aber kei­ner kom­men sehen…)

Jetzt gibts heu­te aber natür­lich auch wie­der gute Nach­rich­ten, Masa­la hat end­lich sein Ratio­nal ver­ra­ten, war­um nicht ver­han­delt wer­den darf!

Die meis­ten Krie­ge dau­ern 3 Jah­re und vor dem sta­tis­ti­schen Mit­tel, wann die End­pha­se ein­tritt, kann man ja nicht verhandeln.”

Schlitzt euch selbst den Bauch auf, ihr elen­di­gen Hurenschweine.

Ver­rä­ter, Lüg­ner - Volkstribunen.

Chevron shopping!

05. März 2023

Moment, die Poli­zis­ten die die Jour­na­lis­ten um Mstys­lav Cher­nov in Mariu­pol her­um gefah­ren haben, haben sie auch schon mal ins Poli­zei Haupt­quar­tier gefahren?

Bildschirmfoto 2023 03 03 um 20 02 47
Bildschirmfoto 2023 03 05 um 09 13 56
src: click

Wobei, also nicht ins Haupt­qua­tier, mehr so zu patrol poli­ce, ja patrol poli­ce Stations…

Ehm - gro­ßer Zufall übri­gens, denn jetzt stellt sich her­aus, dass der Sol­dat, Ver­zei­hung Poli­zist, der mit ande­ren die Kli­nik an der Front­gren­ze bewacht hat - in der die Jour­na­lis­ten sind, um wie­der mit den schwan­ge­ren Müt­tern zu spre­chen, um zu doku­men­tie­ren, dass sie exis­tie­ren - also zu dem sie dann am 11. März in den sie­ben­ten Stock der Kli­nik sind um Inter­net zu haben -- wo dann das Intro für den Trai­ler der Doku­men­ta­ti­on 20 days in Mariu­pol auf­ge­nom­men wur­de -- ja also der, der der “I’m with the jour­na­list, yes - the jour­na­list” ins Funk­ge­rät geschrien hat, was soll ich sagen, hat­te ein Abzei­chen des Poli­zei Haupt­quar­tiers Donetsk Regi­on auf der Jacke.

Bildschirmfoto 2023 03 05 um 09 23 07
src: click

Mariupol insignia

Bildschirmfoto 2023 03 05 um 09 24 30
src: click

Ja sag ein­mal du - Zufäl­le gibts, die gibts gar­nicht! Schö­ne Kro­ne, übrigens.

Und der - “Film it!” - bewacht auch das Inter­net im sie­ben­ten Stock des Kran­ken­hau­ses an der Front in Mariupol?

Noch mal kurz zu Vla­di­mir dem Hand­ler:

If they catch you, they will get you on came­ra and they will make you say that ever­ything you filmed is a lie,” he said. “All your efforts and ever­ything you have done in Mariu­pol will be in vain.”

The offi­cer, who had once beg­ged us to show the world his dying city, now plea­ded with us to go. He nud­ged us toward the thousands of bat­te­red cars pre­pa­ring to lea­ve Mariupol. 

src: click

Wie sehr hat Vla­di­mir den “gebet­telt”?

Ich frag mal nur so, denn die Sol­da­ten, die die Crew aus dem Kran­ken­haus an der Front geret­tet haben, nach­dem die Poli­zei Haupt­quar­tier Sol­da­ten plötz­lich ver­schwun­den waren

The Ukrai­ni­an sol­di­ers who had been pro­tec­ting the hos­pi­tal had vanished.

src: click

mit dem Befehl sie mitzunehmen

The walls of the sur­ge­ry shook from artil­le­ry and machine-gun fire out­side, and it see­med safer to stay insi­de. But the Ukrai­ni­an sol­di­ers were under orders to take us with them.

src: click

die kamen ja auch mehr so zufäl­lig vorbei:

Bildschirmfoto 2023 03 05 um 09 35 15
Bildschirmfoto 2023 03 05 um 09 35 41
src: click

Ich glaub jetzt hab ichs aber.

Mstyslav Chernov widerspricht sich erneut

03. März 2023


[Tran­skript des Vide­os, sie­he wei­ter unten.]

Vier inter­views, drei leicht diver­gie­ren­de Erzäh­lun­gen, ist eigent­lich ein guter Schnitt.

Begin­nen wir am Beginn.

Bildschirmfoto 2023 03 03 um 09 49 55

02.04.: Pro­fil ver­öf­fent­licht ein Inter­view mit dem rusi­schen Bot­schaf­ter in Öster­reich, in dem der unter ande­rem fol­gen­des zu Pro­to­koll gibt:

pro­fil: Wer hat denn die Kran­ken­häu­ser bombardiert?

Lju­bins­kij: Es gibt Bele­ge, dass es über­haupt kein Bom­bar­de­ment war, son­dern eine Explo­si­on. Die Ukrai­ner plat­zie­ren Sprengsätze.

src: click

Auf wel­che Kran­ken­häu­ser man sich bezieht wird aus dem inter­view her­aus nicht ein­deu­tig klar.

Dar­auf hin geht eine öffent­lich geführ­te Medi­en­dis­kus­si­on (Twit­ter) los, ob man sol­che Inter­views über­haupt ver­öf­fent­li­chen dür­fe. Höhepunkt -

Armin Wolf schrieb, er sei „wirk­lich unsi­cher“, er habe „sel­ten (nie?) ein so ver­lo­ge­nes Inter­view gele­sen“, und stell­te die Fra­ge: „Soll man ein Inter­view, das nur aus offen­sicht­li­chen Lügen besteht, drucken?“

src: click

Wor­auf das Pro­fil am 04.04. eine Recht­fer­ti­gung veröffentlicht:

In die­sem Gespräch legt Lju­bins­kij die rus­si­sche Posi­ti­on dar, und die besteht zu einem nicht unbe­trächt­li­chen Teil aus wüs­ten Behaup­tun­gen: So sagt er, dass nicht etwa die rus­si­schen Streit­kräf­te für die Zer­stö­rung der ukrai­ni­schen Kran­ken­häu­ser ver­ant­wort­lich sein, son­dern viel­mehr die Ukrai­ner selbst Spreng­sät­ze in ihren eige­nen Kran­ken­häu­sern und Thea­tern plat­ziert hätten.

Das ist ein aben­teu­er­li­cher Vor­wurf. Und es ist nicht die ein­zi­ge dreis­te Ver­dre­hung der Rea­li­tät. Das Inter­view geriet so zu einem hit­zi­gen Streit­ge­spräch, in dem ich ver­sucht habe, mit mei­nen Fra­gen und Gegen­re­den klar­zu­ma­chen, wie unglaub­haft und abstrus der­ar­ti­ge Aus­sa­gen seien.

Trotz der außer­ge­wöhn­li­chen Situa­ti­on haben wir in der Chef­re­dak­ti­on ent­schie­den, das Inter­view zu ver­öf­fent­li­chen. Nicht ohne von Anfang an dar­auf hin­zu­wei­sen, dass wir uns von den Aus­sa­gen des Bot­schaf­ters distan­zie­ren. Es sei sei­ne „abstru­se Sicht des Krie­ges“, heißt es im Vorspann.

src: click

Eine Fal­ter Jour­na­lis­tin kon­den­siert die­se Posi­ti­on besser:

Die „Falter“-Journalistin Bar­ba­ra Tóth hin­ge­gen ver­trat die ent­ge­gen­ge­setz­te Auf­fas­sung. Sie mein­te, die Fra­gen von pro­fil trans­por­tier­ten aus­rei­chend Kon­text und zeig­ten das Maß an Des­in­for­ma­ti­on auf. Das Inter­view sei ein „wich­ti­ges Zeit­do­ku­ment, weil es zeigt, wie rus­si­sche Pro­pa­gan­da funktioniert“.

src: click

Öffent­lich nimmt der Druck jedoch nicht ab, son­dern zu - und so ver­öf­fent­lich das Pro­fil am 08.04. einen Fak­ten­check auf­grund von Bil­dern vom Explo­si­ons­kra­ter vor der Geburts­kli­nik in Mario­pol und drei Expertenmeinungen.
src: click

Die Chro­no­lo­gie lief also wie folgt.

Ver­öf­fent­li­chung > Kri­tik > Recht­fer­ti­gung man woll­te der Öffent­lich­keit zei­gen wie rus­si­sche Pro­pa­gan­da funk­tio­nie­re > eigent­li­cher Fak­ten­check anhand eines Falls (Geburts­kli­nik von Mariu­pol), der im Inter­view nicht dezi­diert genannt wur­de - Fak­ten­check = drei Expertenmeinungen

Mich hat das damals fer­tig gemacht - da nichts davon mit jour­na­lis­ti­schen Arbeits­stan­dards kom­pa­ti­bel ist. Ich habe zwei Tage nach wei­te­rem Mate­ri­al und doku­men­tier­ten Bele­gen gesucht - nichts.

In der Beling­cat Daten­bank zu Angrif­fen auf Spi­tä­ler und zivi­le Ein­rich­tun­gen war der Angriff auf die Geburts­kli­nik nicht ver­zeich­net. UN Kriegs­be­richt­erstat­ter waren nicht vor Ort. (Gut, es war auch Mariu­pol im Krieg, nicht ganz so einfach.)

Zuge­ge­ben, der (von Spi­tä­lern auf die Geburts­kli­nik in Mariu­pol) Logik­sprung ist nicht groß, und dass der rus­si­sche Bot­schaf­ter die­sen Fall refe­ren­ziert hat, ist durch­aus wahr­schein­lich, aber nicht gesichert.

Jetzt geht die Geschich­te aber noch weiter -

Weni­ge Wochen nach dem Vor­fall ist die Beauty-Bloggerin nun in einem Video auf­ge­taucht, in dem sie fal­sche Tat­sa­chen über den Angriff auf die Kli­nik wie­der­gibt. Ein Twitter-Account, der mit der rus­si­schen Regie­rung in Ver­bin­dung steht, teil­te ein Inter­view mit Wische­girs­ka­ja. Mit­te März war sie von Russ­land noch beschul­digt wor­den, eine Kri­sen­dar­stel­le­rin zu sein.

Plötz­lich leug­net Wische­girs­ka­ja die Ereig­nis­se in Mariu­pol - in einem rus­si­schen Video

In dem neu­en Video behaup­tet sie nun plötz­lich, dass es im März gar nicht zu einem Bom­ben­an­griff auf die Kli­nik gekom­men sei. Beob­ach­ter glau­ben des­halb, Wische­girs­ka­ja sei womög­lich gegen ihren Wil­len auf rus­sisch besetz­tes Gebiet nach Donezk gebracht wor­den. Das berich­tet auch die ukrai­ni­sche Zei­tung „Obozr­e­va­tel“. Bestä­tigt wer­den konn­te das aller­dings nicht.

Geführt wur­de das Inter­view von dem rus­si­schen Blog­ger Denis Selez­nev, der das Video auch auf You­Tube ver­öf­fent­lich­te und via Twit­ter und Tele­gram ver­brei­te­te. Rus­si­sche Zei­tun­gen grei­fen es eben­falls auf und nut­zen es zu Pro­pa­gan­da­zwe­cken. Auch auf Wische­girs­ka­jas eige­nem Instagram-Account war es zu sehen.

In dem Inter­view wird sie gebe­ten, die Ereig­nis­se im Kran­ken­haus am 9. März zu beschrei­ben. Dar­auf­hin sagt sie, dass die­je­ni­gen, die nach dem Angriff im Kel­ler des Kran­ken­hau­ses zusam­men­ge­kau­ert waren, geglaubt hät­ten, die Explo­sio­nen sei­en durch Beschuss und nicht durch einen Luft­an­griff ver­ur­sacht wor­den, weil nie­mand Geräu­sche hör­te, die auf einen Bom­ben­ab­wurf hindeuteten.

Zahl­rei­che Hin­wei­se deu­ten auf Luft­an­griff in Mariu­pol hin

Augen­zeu­gen­be­rich­te und Video­auf­nah­men von AP-Journalisten in Mariu­pol deu­ten jedoch auf einen Luft­an­griff hin, dar­un­ter das Geräusch eines Flug­zeugs vor der Explo­si­on, ein min­des­tens zwei Stock­wer­ke tie­fer Kra­ter vor dem Kran­ken­haus und Inter­views mit einem Poli­zis­ten und einem Sol­da­ten am Tat­ort, die bei­de den Angriff als „Luft­an­griff“ bezeichneten.

src: click

Die BBC hat­te etwas spä­ter die Gele­gen­heit die Blog­ge­rin erneut zu interviewen:

On 9 March, she was chat­ting with other women on the ward when an explo­si­on shook the hospital.

She pul­led a blan­ket over her head. Then a second explo­si­on hit.

You could hear ever­ything fly­ing around, shr­apnel and stuff,” she says. “The sound was rin­ging in my ears for a very long time.”

The women shel­te­red in the base­ment with other civi­li­ans. Mari­an­na suf­fe­red a forehead cut and glass frag­ments lod­ged in her skin, but a doc­tor told her she did­n’t need stitches.

[…]

I was offen­ded that the jour­na­lists who had pos­ted my pho­tos on social media had not inter­view­ed other pregnant women who could con­firm that this attack had real­ly happened.”

She sug­gests this may help exp­lain why some peop­le “got the impres­si­on that it was all sta­ged”. But by Marianna’s own account she was one of the last pati­ents to be evacua­ted, and that was when the AP jour­na­lists arri­ved. The jour­na­lists inter­view­ed other peop­le at the sce­ne. And they had not­hing to do with the sub­se­quent fal­se sto­ry spread by Rus­si­an offi­cials. We approa­ched the AP for comment.

[…]

She filmed an inter­view with Denis Selez­nev, a blog­ger who is a vocal sup­por­ter of Russian-backed sepa­ra­tists. The­re was spe­cu­la­ti­on how free she was to say what she wanted.

Mari­an­na says to me: “I had to descri­be the who­le situa­ti­on, as I saw it with my own eyes.”

My con­ver­sa­ti­on with her was also arran­ged via Denis. Mari­an­na speaks to me from his home. He is pre­sent throughout our chat but does­n’t inter­rupt. Marianna’s rela­ti­ves and friends have assu­red me she is now safe.

[…]

Pie­cing tog­e­ther the truth

Much of what she says in her inter­view with me under­mi­nes the Rus­si­an government’s mistruths.

src: click

Halt nur nicht in den Punk­ten “nie­mand hat­te geglaubt, dass die Explo­sio­nen durch einen Luft­an­griff ver­ur­sacht wor­den sind [sub­jek­ti­ve Wahr­neh­mung, zum Zeit­punkt des Gesche­hens, oder erzwun­ge­ne PR]”, nicht in dem Punkt “Beob­ach­ter glau­ben des­halb, Wische­girs­ka­ja sei womög­lich gegen ihren Wil­len auf rus­sisch besetz­tes Gebiet nach Donezk gebracht wor­den” und nicht in dem Punkt “and then a second explo­si­on hit”.

Zum “wur­de sie zu Aus­sa­gen gezwun­gen Aspekt”, sie ist in ihre Hei­mat­stadt im Don­bas zurück­ge­kehrt (click), die­se ist immer noch durch rus­si­sche Sepa­ra­tis­ten besetzt. Ihre Fami­lie sagt der BBC es gehe ihr gut. Aber ein pro-separatist blog­ger sitzt im BBC inter­view immer noch neben ihr, der sel­be der auch das Video auf­ge­nom­men hat in dem sie nicht mehr von einem Bom­ben­an­griff gespro­chen hat.

Und dann gibt es das Video­ma­te­ri­al von den AP-Journalisten.

Gefilmt von Mstys­lav Cher­nov (Pre­si­dent of the Ukrai­ni­an Asso­cia­ti­on of Pro­fes­sio­nal Pho­to­graph­ers (UAPF)) und Crew. (sie­he: click)

Basie­rend auf vier sich selbst wider­spre­chen­den Inter­views von Cher­nov (1,2,3,4) ergibt sich fol­gen­der Ablauf:

Cher­nov trifft eine Stun­de vor Kriegs­be­ginn in Mariu­pol ein. Filmt in den ers­ten Tagen aus uner­find­li­chen Grün­den bereits früh in Kran­ken­häu­sern. (Für einen AP Foto­gra­phen jetzt nicht unbe­dingt das Wunsch­mo­tiv schlecht hin. In spä­te­ren Inter­views wird erwähnt, dass sie nur dort ihr Equip­ment laden konnten.)

The deaths came fast. On Febru­a­ry 27, we wat­ched as a doc­tor tried to save a litt­le girl hit by shr­apnel. She died.

A second child died, then a third. Ambu­lan­ces stop­ped picking up the woun­ded becau­se peop­le couldn’t call them without a signal, and they couldn’t navi­ga­te the bombed-out streets.

The doc­tors plea­ded with us to film fami­lies brin­ging in their own dead and woun­ded, and let us use their dwind­ling gene­ra­tor power for our came­ras. No one knows what’s going on in our city, they said.

Shel­ling hit the hos­pi­tal and the houses around. It shat­te­red the win­dows of our van, blew a hole into its side and punc­tu­red a tyre. Some­ti­mes, we would run out to film a bur­ning house and then run back amid the explosions.

src: click

Fährt am 09. März ein­fach in der Stadt rum, das Auto das sie nut­zen wird immer wie­der getrof­fen, zumin­dest ein Fens­ter zer­stört, danach nut­zen sies wei­ter. Bis es anschlie­ßend kom­plett ver­lo­ren geht - dazu spä­ter mehr.

Sie fah­ren in der Stadt rum, sehen eine gro­ße Explo­si­on und Rauch auf­stei­gen, und beschlie­ßen dort hin­zu­fah­ren. Kom­men bei der Gebur­ten­kli­nik an und fil­men. (sie­he: click) Sie kön­nen nicht viel fil­men, weil sie nur noch wenig Akku haben. Als sie mit dem Fil­men fer­tig sind, sagt ihnen ein Poli­zist (den sie vor Ort tref­fen? (unklar)), der sie reden hört - “die­ses Video-Material wird die Welt ver­än­dern” und hilft ihnen einen Platz zu fin­den von dem aus sie das Video hoch­la­den, in drei Tei­len über drei unter­schied­li­che Smart­pho­nes, und an dem sie ihr Equip­ment wie­der auf­la­den können.

Our bat­te­ries were almost out of juice, and we had no con­nec­tion to send the images. Cur­few was minu­tes away. A poli­ce offi­cer over­he­ard us tal­king about how to get news of the hos­pi­tal bom­bing out.

This will chan­ge the cour­se of the war,” he said. He took us to a power source and an inter­net connection.

src: click

Dann sind sie von dem Ort wie­der weg, und hat­ten kei­ne Inter­net Ver­bin­dung mehr.

In ande­ren Inter­views hat­ten sie dann aber noch ein Sat­teli­ten­te­le­fon und haben wei­te­re Ver­öf­fent­li­chun­gen gepusht. (sie­he: click) Kann Con­jec­tu­re des Inter­view­ers sein, unklar.

In the dark, we sent the images by lining up three mobi­le pho­nes with the video file split into three parts to speed the pro­cess up. It took hours, well bey­ond cur­few. The shel­ling con­ti­nued, but the offi­cers assi­gned to escort us through the city wai­ted patiently.

Then our link to the world out­side Mariu­pol was again severed.

Moment, sie haben das video also in drei Tei­le gesplit­tet über Mobil­te­le­fo­ne hoch­ge­la­den, nach­dem ein Poli­zist, der sie zufäl­lig vor dem Mater­ni­ty ward reden hören hat ihnen gesagt hat “das wird die Welt ver­än­dern” und ihnen den Weg zu einem Ort gezeigt hat, an dems Inter­net gab und Strom um ihr Kame­ra Equip­ment wie­der aufzuladen?

Ehm was für ein Inter­net denn?
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 20 05 21
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 20 05 38
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 20 05 55
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 20 06 13
src: click

Oh, aha. Moment, wie­so split­test du das Video dann in drei Tei­le und lädst es von drei ver­schie­de­nen Smart­pho­ne hoch. Wer roamt denn da noch so im Sat­teli­ten Inter­net der Patrol Poli­zei, dass es Sinn macht drei Gerä­te gleich­zei­tig ein­zu­log­gen um mehr Prio­ri­tät zu bekom­men? Enorm böse, durch­trie­be­ne rus­si­sche Hacker nehm ich an. Und oh, laut Video habt ihr das mehr als ein­mal benutzt um “Infor­ma­ti­on zu lea­ken?”. Ja Mann du - der Poli­zei läuft man zufäl­lig schon mal wie­der über den Weg, das pas­siert schon mal.

We went back to an empty hotel base­ment with an aqua­ri­um now fil­led with dead gold­fi­sh. In our iso­la­ti­on, we knew not­hing about a gro­wing Rus­si­an dis­in­for­ma­ti­on cam­pai­gn to dis­credit our work.

The Rus­si­an Embas­sy in Lon­don put out two tweets cal­ling the AP pho­tos fake and clai­ming a pregnant woman was an actress. The Rus­si­an ambassa­dor held up copies of the pho­tos at a UN Secu­ri­ty Coun­cil mee­ting and repeated lies about the attack on the mater­ni­ty hospital.

In the mean­ti­me, in Mariu­pol, we were inun­da­ted with peop­le asking us for the latest news from the war.

So many peop­le came to me and said, “Plea­se film me so my fami­ly out­side the city will know I’m alive.”

By this time, no Ukrai­ni­an radio or TV signal was working in Mariu­pol. The only radio you could catch broad­cast twis­ted Rus­si­an lies — that Ukrai­ni­ans were hol­ding Mariu­pol hos­ta­ge, shoo­ting at buil­dings, deve­lo­ping che­mi­cal wea­pons. The pro­pa­gan­da was so strong that some peop­le we tal­ked to belie­ved it des­pi­te the evi­dence of their own eyes.

The mes­sa­ge was con­stant­ly repeated, in Soviet style: Mariu­pol is sur­roun­ded. Sur­ren­der your weapons.

On March 11, in a brief call without details, our edi­tor asked if we could find the women who sur­vi­ved the mater­ni­ty hos­pi­tal [attack] to pro­ve their exis­tence. I rea­li­sed the foo­ta­ge must have been power­ful enough to pro­vo­ke a respon­se from the Rus­si­an government.

We found them at a hos­pi­tal on the front line, some with babies and others in labour. We also lear­ned that one woman had lost her baby and then her own life.

src: click

Am 11. März kon­tak­tiert den Jour­na­lis­ten sein Edi­tor und erklärt ihm, sie müss­ten mit den Frau­en spre­chen die sie auf­ge­nom­men haben [kei­ne Bild­rech­te, nicht doku­men­tiert wer sie waren, …

I was offen­ded that the jour­na­lists who had pos­ted my pho­tos on social media had not inter­view­ed other pregnant women who could con­firm that this attack had real­ly happened.”

src: click]

Cher­nov gibt in einem der Inter­views an, als er die­se Rück­mel­dung des Edi­tors gehört hat, war ihm klar, das Mate­ri­al hat ein­ge­schla­gen - das war so emo­tio­nal wirk­sam, dass Russ­land dar­auf reagiert haben muss.

On March 11, in a brief call without details, our edi­tor asked if we could find the women who sur­vi­ved the mater­ni­ty hos­pi­tal [attack] to pro­ve their exis­tence. I rea­li­sed the foo­ta­ge must have been power­ful enough to pro­vo­ke a respon­se from the Rus­si­an government.

src: click

Dann gibt es eine Gedächt­nis­lü­cke (eine in den Inter­views nicht doku­men­tier­te Zeit­pe­ri­ode) wie sie zu dem neu­en Spi­tal gekom­men sind (“I’m loo­king for pregnant women, sure they are in a hos­pi­tal near the front.”).

Sie kom­men also am 11. März im Kran­ken­haus nahe der Front an, in das die schwan­ge­ren Frau­en ver­legt wur­den. Fin­den her­aus, dass eine der pro­mi­nen­tes­ten schwan­ge­ren Frau­en aus dem Video lei­der ver­sto­ben sei, Inter­view­en aber ande­re schwan­ge­re Frauen.

Jedoch auch nicht die Social-Media Influ­en­ce­rin, denn die gibt gibt noch am 17. Mai gegen­über der BBC an, man habe ja nur sie inter­viewt (vor Ort?) und ansons­ten nie­man­den (sie­he: click).

Die­se Inter­views mit ande­ren schwan­ge­ren Frau­en wer­den nicht Teil des öffent­li­chen News­cy­cles, die sieht der Edi­tor der Cher­nov dess­halb anruft - aber nicht die Öffentlichkeit.

Als sie am 11. März in dem Kran­ken­haus ankom­men - und nach­dem sie die Inter­views geführt haben, führt sie ein Mili­tär­an­ge­hö­ri­ger in den den sie­ben­ten Stock des Kran­ken­hau­ses, erneut “da sie da Inter­net Ver­bin­dung hät­ten” (Ehm, kur­zer sani­ty check - “As long as you have a clear line of sight from the satel­li­tes in space, the satel­li­te signal strength being recei­ved will be exact­ly the same at head height that it will be on the top on a sky scra­per. In this respect satel­li­te dis­hes do not work like con­ven­tio­nal TV aeri­als whe­re height is usual­ly very important to get a good signal.”, hur­ra, das Mobil­te­le­fon­in­ter­net hat also wie­der ange­fan­gen zu funk­tio­nie­ren! Im sie­ben­ten Stock! Oder hur­ra, jemand hat Sky­link im sie­ben­ten Stock auf­ge­setzt, und kein Netz­werk Engi­neer war vor­han­den, der das über mehr als ein Stock­werk exten­den hät­te kön­nen. In einem Kran­ken­haus.) und die Jour­na­lis­ten fil­men dort den Haupt­clip für das Pro­mo­ti­on Mate­ri­al der spä­te­ren PBS Doku­men­ta­ti­on 20 Tage in Mariu­pol, die spä­ter auf dem Sundance Film­fes­ti­val prä­mie­ren wird.


bei 2min in

(Yes, I’m with the jour­na­list, yes I’m with the journalist, …)

In dem Video ist zu sehen, wie rus­si­sche Ein­hei­ten auf das Gelän­de des Kran­ken­hau­ses eindringen.

Der ukrai­ni­sche Sol­dat im Video, der spä­ter von Cher­nov als “meh­re­re Sol­da­ten im Kran­ken­haus” beschrie­ben wird, ver­schwin­det direkt im Anschluss an das Video zusam­men mit den ande­ren ukrai­ni­schen Sol­da­ten aus dem Krankenhaus.

The Ukrai­ni­an sol­di­ers who had been pro­tec­ting the hos­pi­tal had vanished.

src: click

Cher­nov und Crew bekom­men eine Ärz­te­kut­te von den Ärz­ten im Kran­ken­haus und wer­den ver­steckt. Sie trau­en sich zu die­sem Zeit­punkt bereits nicht mehr aus dem Kran­ken­haus, da eine Schwes­ter von einem rus­si­schen Scharf­schüt­zen vor dem Kran­ken­haus erschos­sen wurde:

The Ukrai­ni­an sol­di­ers who had been pro­tec­ting the hos­pi­tal had vanis­hed. And the path to our van, with our food, water and equip­ment, was cove­r­ed by a Rus­si­an sni­per who had alrea­dy struck a medic ven­tu­ring outside. 

src: click

In spä­te­ren Inter­views, konn­ten sie dann nicht mehr weg, weil ihr Auto bereits, vor dem Kran­ken­haus, durch “shel­ling” ver­lo­ren war. Naja.

Jetzt stellt sich aber raus - mehr als naja.
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 19 32 55
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 19 34 42
src: click

Das ist ja bei­na­he wie ver­lo­ren - da kann man ja schon mal ver­lo­ren dazu sagen…

Hier ja auch: click

Sie ver­brin­gen die Nacht in dem Kran­ken­haus, schla­fen in der Mit­te auf den Gän­gen, damit sie nicht von Schrapnell getrof­fen werden.

Hours pas­sed in darkness, as we lis­tened to the explo­si­ons out­side. That’s when the sol­di­ers came to get us, shou­ting in Ukrainian.

It didn’t feel like a res­cue. It felt like we were just being moved from one dan­ger to ano­t­her. By this time, nowhe­re in Mariu­pol was safe, and the­re was no reli­ef. You could die at any moment.

We were the only inter­na­tio­nal jour­na­lists left in the Ukrai­ni­an city, and we had been docu­men­ting its sie­ge by Rus­si­an tro­ops for more than two weeks. We were repor­ting insi­de the hos­pi­tal when gun­men began stal­king the cor­ri­dors. Sur­ge­ons gave us white scrubs to wear as camouflage.

Sud­den­ly at dawn, a dozen sol­di­ers burst in, “Whe­re are the jour­na­lists, for f***’s sake?”

I loo­ked at their arm­bands, blue for Ukrai­ne, and tried to cal­cu­la­te the odds that they were Rus­si­ans in dis­gui­se. I step­ped for­ward to iden­ti­fy mys­elf. “We’re here to get you out,” they said.

The walls of the sur­ge­ry shook from artil­le­ry and machine-gun fire out­side, and it see­med safer to stay insi­de. But the Ukrai­ni­an sol­di­ers were under orders to take us with them.

src: click

Am Mor­gen keh­ren ein dut­zend Sol­da­ten zum Kran­ken­haus zurück, alle mit dem Befehl sie da rauszuholen.

Moment, sag­te das Al Jaze­e­ra Inter­view noch Sol­da­ten zu ihnen? In dem Inter­view hier wars eine Poli­zei task force:
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 19 36 31
src: click

Naja, ist ja qua­si das sel­be… Am Anfang des Tages im sie­ben­ten Stock des Kran­ken­hau­ses waren es aber defi­ni­tiv Sol­da­ten, das sehen wir im Video.

Sie fas­sen sich ein Herz, geben sich zu erken­nen und wer­den auf Befehl aus dem Kran­ken­haus evakuiert.

Dann gibt es wie­der eine Gedächt­nis­lü­cke - denn es ist unklar wohin, in jedem Fall in einen dunk­len Keller.

We reached an ent­ry­way, and armou­red cars whis­ked us to a dar­ken­ed basement.

src: click

Oder ins Stadt­zen­trum, ich mein das ist ja auch schwer zu differenzieren:
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 19 46 46
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 19 49 32src: click

Dann ver­schwin­den die 12 Mili­tärs erst mal wie­der aus der Erzäh­lung und im Stadt­zen­trum, Ver­zei­hung, Kel­ler tref­fen sie dann nur einen Polizei-Officer, der ihnen fol­gen­des erzählt:

We reached an ent­ry­way, and armou­red cars whis­ked us to a dar­ken­ed base­ment. Only then did we learn from a poli­ce­man why the Ukrai­ni­ans had ris­ked the lives of sol­di­ers to extract us from the hospital.

If they catch you, they will get you on came­ra and they will make you say that ever­ything you filmed is a lie,” he said. “All your efforts and ever­ything you have done in Mariu­pol will be in vain.”

The offi­cer, who had once beg­ged us to show the world his dying city, now plea­ded with us to go. He nud­ged us toward the thousands of bat­te­red cars pre­pa­ring to lea­ve Mariupol. 

src: click

Das Mili­tär das mitt­ler­wei­le wie­der zu einem Poli­zis­ten gewor­den ist, den sie aber bereits län­ger kannten (?) -

The offi­cer, who had once beg­ged us to show the world his dying city, now plea­ded with us to go. He nud­ged us toward the thousands of bat­te­red cars pre­pa­ring to lea­ve Mariupol.

src: click

- der erkennt wie wich­tig ihr Video­ma­te­ri­al für die Welt ist (drei Tage nach­dem ihr Video­ma­te­ri­al von der rus­si­schen Bot­schaft kom­men­tiert wur­de und für ein Medi­en­spek­ta­kel gesorgt hat - und nach­dem der rus­si­sche Ver­tre­ter es in einem UN secu­ri­ty coun­cil mee­ting dis­kre­di­tiert hat­te), und lässt sie also ein­fach gehen.

Das Video­ma­te­ri­al wird nicht kopiert, wird ihnen nicht abge­nom­men, sie sind ein­fach von 12 Mili­tärs unter Ein­satz ihres Lebens von einem Kran­ken­haus, in einen Kel­ler geret­tet wor­den, wo aus den Mili­tärs wie­der ein Poli­zist wur­de, den sie aber bereits kann­ten (?), der ihnen gesagt hat, wie wich­tig ihr Mate­ri­al ist, und sie dann gehen lässt.

Dann neh­men sie das Mate­ri­al, set­zen sich (drei Tage spä­ter) - mit dem Mate­ri­al in einen Hyun­dai von ner wahl­lo­sen “Fami­lie von drei Leu­ten” - ris­kie­ren mit dem Mate­ri­al und ihrer Prä­senz deren Leben (“We were lucky, that they didnt see our faces.”), fah­ren durch 15 rus­si­sche Check­points und sind dann draußen.

I felt ama­zin­gly gra­te­ful to the sol­di­ers, but also numb. And asha­med that I was leaving.

We cram­med into a Hyun­dai with a fami­ly of three and pul­led into a five-kilometre-long (3.1-mile-long) traf­fic jam out of the city. Appro­xi­mate­ly 30,000 peop­le made it out of Mariu­pol that day — so many that Rus­si­an sol­di­ers had no time to look clo­se­ly into cars with win­dows cove­r­ed with flap­ping bits of plastic.

Peop­le were ner­vous. They were figh­t­ing, screa­ming at each other. Every minu­te the­re was an aero­pla­ne or [air raid]. The ground shook.

We cros­sed 15 Rus­si­an check­points. At each, the mother sit­ting in the front of our car would pray furious­ly, loud enough for us to hear.

As we dro­ve through them — the third, the 10th, the 15th, all man­ned with sol­di­ers with hea­vy wea­pons — my hopes that Mariu­pol was going to sur­vi­ve were fading. I unders­tood that just to reach the city, the Ukrai­ni­an army would have to break through so much ground. And it wasn’t going to happen.

At sun­set, we came to a bridge des­troy­ed by the Ukrai­ni­ans to stop the Rus­si­an advan­ce. A Red Cross con­voy of about 20 cars was stuck the­re alrea­dy. We all tur­ned off the road tog­e­ther into fiel­ds and back lanes.

The guards at check­point 15 spo­ke Rus­si­an in the rough accent of the Cau­ca­sus. They orde­red the who­le con­voy to cut the head­lights to con­ce­al the arms and equip­ment par­ked on the roadsi­de. I could bare­ly make out the white Z pain­ted on the vehicles.

As we pul­led up to the 16th check­point, we heard voices. Ukrai­ni­an voices. I felt an over­whel­ming reli­ef. The mother in the front of the car burst into tears. We were out.

We were the last jour­na­lists in Mariu­pol. Now, the­re are none.

src: click

Und die Erzäh­lung endet mit dem Zitat das ihnen der Poli­zist im dunk­len Kel­ler ver­mit­telt hat “ihr wart die letz­ten Jour­na­lis­ten in Mariupol”.

Mitt­ler­wei­le wis­sen wir dass sie 30 Stun­den Mate­ri­al hat­ten. 30 Stun­den 1080p@60 bei 8Mbps com­pres­sed (You­tube Qua­li­tät) ergibt 200GB. In Blu­ray Qua­li­tät com­pres­sed (40Mbps) 1TB. Und in Apple Pro­res 6TB. Die Hälf­te, wenn sie nicht in 60Hz auf­neh­men. Das sind kei­ne rie­si­gen Daten­men­gen. Gesetz dem Fall der Poli­zist in dem “dunk­len Kel­ler”, den die Jour­na­lis­ten bereits kann­ten (?, unklar) war Mili­tär­po­li­zei - und weiß bereits, dass Cher­nov spä­ter einen PBS Deal für eine Doku­men­ta­ti­on bekommt in dem das Mate­ri­al ver­wer­tet wird, die beim Sundance Film­fes­ti­val prä­miert wer­den wird - mach ich da doch Back­ups. Und schick die unab­hän­gig von den Jour­na­lis­ten aus dem Land.

Ich lass die Jour­na­lis­ten nach einer Ret­tungs­ak­ti­on mit 12 Mann doch nicht ein­fach in nen Kel­ler kom­men und ent­las­se sie dann wie­der, damit sie sich bit­te einen pri­va­ten Flucht­weg suchen, und mit dem Mate­ri­al das sie trans­por­tie­ren (das aber bereits um UN secu­riy coun­cil zum Gegen­stand von State­ments gewor­den ist) eine Fami­lie mit drei Per­so­nen gefähr­den - die tot wäre, wenn die Jour­na­lis­ten in einem von 15 Check­points iden­ti­fi­ziert wer­den. Und all das (bereits im UN secu­ri­ty coun­cil refe­ren­zier­te) Mate­ri­al weg.

Der Upload von 200GB mit­tels Star­link dau­ert bei 40Mbps zwei Tage, sie­ben Stun­den. Von 100GB einen Tag. Und 40Mbps Upload sind kom­mer­zi­ell erwerb­bar, da geht sicher noch mehr.

Gesetz dem Fall der Poli­zist ist nur “ein zufäl­li­ger Poli­zist in einem dunk­len Kel­ler” - war­um hat ein Mili­tär Auf­ge­bot von 12 Mann mit Befehl die Jour­na­lis­ten zu eva­ku­ie­ren, die Jour­na­lis­ten zu dem gebracht?

Über­ra­schung - am 26. Jän­ner die­ses Jah­res stellt sich her­aus im ers­ten Inter­view vom 21. März des Vor­jah­res, dem schrift­li­chen, dem das über 20 jour­na­lis­ti­sche Out­lets auf­ge­grif­fen haben - ein wesent­li­ches Detail fehlt:

But yes, the poli­ce­man that was with us, that hel­ped us in the last days [Eva­ku­ie­rung durch das Mili­tär am 12.03., Ver­las­sen von Mariu­pol am 15.03.], he also ris­ked his life and you know, safe­ty for - of his fami­ly, he took us in his car, and as the first huma­ni­ta­ri­an cor­ri­dor was open, they tried to take us out from the city, and that worked, becau­se fist days were very chao­tic, so we’­re going through 15 check­points, you know, came­ras and hard dri­ves hid­den, flak jackets hid­den, we should have them in the city though, but ok I’m glad that we took them any­way and the car is full of bags and rus­si­ans are che­cking our docu­ments and this fami­ly… Every check­point we arri­ve uh, Vladimir’s wife just pray­ing, I can hear her pray­ing. We cros­sed all the­se check­points and at night, we dont see whe­re we are dri­ving, but we arri­ve at the next check­point, and ins­tead of rus­si­an we hear Ukrai­ni­an lan­guage, and she bursts into tears at that moment. Again, I should have filmed it - but yeah…

src: click

Never mind that you should have filmed the per­sons wife who saved you brea­king out into tears, as the flip­ping jour­na­list that you are, only shoo­ting news material --

das ESSENTIELLE DETAIL das in dem schrift­li­chen Inter­view das an 20 Medi­enout­lets ging (Alja­ze­e­ra) gefehlt hat war FUCKING Vla­di­mir, sein Poli­ce hand­ler in den letz­ten Tagen, die Per­son zu der ihn mir hoher Wahr­schein­lich­keit das 12 köp­fi­ge Team an Sol­da­ten gebracht hat, nach­dem sie Cher­nov und sei­ne Crew aus dem Kran­ken­haus an der Front eva­ku­iert haben (mit dem Auf­trag sie zu eva­ku­ie­ren) der sel­be Vla­di­mir - der dem Jour­na­lis­ten laut Alja­ze­e­ra inter­view zuvor bereits ein­mal gesagt hat - “zeigt der Welt mei­ne ster­ben­de Stadt”.

Hat Vla­di­mir die 12 köp­fi­ge Ein­satz­trup­pe in das Spi­tal geschickt?

Naja - wer kann das schon so genau sagen… Cher­nov nicht:
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 19 40 09
src: click , well - they alrea­dy were going through the battle­field and took us out. Ist wie die­ser Satz endet. Im Alja­ze­e­ra Inter­view hat­ten sie (die Sol­da­ten übri­gens) dezi­diert den Befehl die Jour­na­lis­ten zu befrei­en. Wir erin­nern uns:

Sud­den­ly at dawn, a dozen sol­di­ers burst in, “Whe­re are the jour­na­lists, for f***’s sake?”

src: click
Naja, so ein klei­nes Detail, wer kann da schon böse werden…

The offi­cer, who had once beg­ged us to show the world his dying city, now plea­ded with us to go. He nud­ged us toward the thousands of bat­te­red cars pre­pa­ring to lea­ve Mariupol.

src: click

Wobei ONCE wohl defi­ni­tiv nicht im Zeit­raum nach der mili­tä­ri­schen res­cue ope­ra­ti­on war, son­dern irgend­wann mal davor.

Und sie bereits am Tag der Bom­ba­die­rung des Mater­ni­ty Wards eine “Poli­zei­es­kor­te” gehabt haben, die ihnen den Weg zu einem Ort gezeigt hat an dem sie ihre Kame­ras laden und das Video sen­den konnten.

Die­se Eskor­te war dann am nächs­ten Tag aber plötz­lich wie­der weg. So ein Pech aber auch.

In the dark, we sent the images by lining up three mobi­le pho­nes with the video file split into three parts to speed the pro­cess up. It took hours, well bey­ond cur­few. The shel­ling con­ti­nued, but the offi­cers assi­gned to escort us through the city wai­ted patiently.

Then our link to the world out­side Mariu­pol was again severed.

We went back to an empty hotel base­ment with an aqua­ri­um now fil­led with dead gold­fi­sh. In our iso­la­ti­on, we knew not­hing about a gro­wing Rus­si­an dis­in­for­ma­ti­on cam­pai­gn to dis­credit our work.

src: click

Naja, gut, dass sie sie in den letz­ten drei Tagen wie­der hat­ten, denn -
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 19 58 36
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 20 02 47src: click to one of the poli­ce head­qua­ters, für die die sich fra­gen wie der Satz wei­ter geht.

Und zwei Tage spä­ter ste­hen sie im sie­ben­ten Stock des Kran­ken­hau­ses an der Front, fil­men den Mili­tär­schutz dort, wäh­rend der an sei­ne Basis funkt “I’m with the jour­na­list, yes - the journalist”.

Naja - die­ses Detail der Erzäh­lung wur­de im ers­ten Inter­view (dem schrift­li­chen, das über 20 Kanä­le ging), eben zu “wir haben uns dann mit einer Fami­lie in einen Hyun­dai gesetzt um aus der Stadt zu kommen.”

IN EINEN HYUNDAI?! Dan­ke für die­ses wesent­li­che Detail!

Es kommt jetzt aber noch mehr, jetzt exis­tiert auch die­ses vier­te Inter­view -

Tran­skript:

I: Hi the­re. It’s Sharon Wax­man, the edi­tor of the Wrap com­ing to you from the Wraps 2023 stu­dio at the Sundance Film Fes­ti­val with NFP. Thank you so much to the cast, to the peop­le who crea­ted the film, 20 days in Mariu­pol, a very moving and tough docu­men­ta­ry about the war in Ukrai­ne. So I’m let­ting ever­y­bo­dy intro­du­ce them­sel­ves, star­ting with the Direc­tor. Yeah. Becau­se you think I’m gon­na get your name, right? Pro­bab­ly not. 

C: My name is Mstys­lav Cher­nov. I’m direc­tor and came­ra­man for this film.

I: Wel­co­me, wel­co­me. That. No, you get your own [micro­pho­ne].

MM: I’m Michel­le Meis­ner. I’m the pro­du­cer and edi­tor of the film.

EM: Hi, I’m Evge­niy Malo­let­ka. I’m a photographer.

S: And I’m Vasi­li­sa Ste­pa­nen­ko, I’m field producer. 

I: Ok, gre­at. So this is a very dif­fi­cult pic­tu­re of a very dif­fi­cult war that is still going on and in whe­re peop­le are dying every day, tell us why you cho­se to sort of take this sli­ce, this moment in time, which goes back to the begin­ning of the war, and tell the sto­ry - becau­se the story’s not done, it’s still ongoing.

C: I think Mariu­pol is a city as a - one of the events that hap­pen­ed in the begin­ning of the full sca­le Russia’s inva­si­on in Ukrai­ne is extre­me­ly sym­bo­lic for Ukrai­ni­ans, and his­to­ri­cal­ly sym­bo­lic becau­se being being a stra­te­gi­cal­ly important city for Rus­sia to try to take from Ukrai­ne, it’s also had so much tra­ge­dy packed in the­re in this short peri­od of time. Over three mon­ths and being able to show this tra­ge­dy to the world means a lot to us, but also we feel, and we found out only later when we left Mariu­pol. When we bro­ke out of the sie­ge, only then we found out how much what we did the­re and what hap­pen­ed the­re chan­ged the world’s per­spec­ti­ve on the inva­si­on. So it’s also sym­bo­lic from that side. But throughout the coverage, throughout this 20 days of the film is cal­led 20 days in Mariu­pol - throughout that 20 days, we’­ve been sen­ding news dis­patches or qui­te short packa­ges of vide­os, one minu­tes, 2 minutes.

I: Sen­ding them to - put­ting them on You­Tube - whe­re do you see them?

C: So asso­cia­ted - we work for AP.

I: All of you guys work AP? Not pro­du­cer obviously.

C: Yeah, we are, we are AP team and Michel­le is with Front­li­ne - so when we left Mariu­pol we took out safe­ly around 30 hours up to 30 hours of foo­ta­ge and most of it was­n’t publis­hed. And I felt that we need to do more about Mariu­pol. We felt qui­te guil­ty that we left and Mariu­pol was still under the sie­ge. Peop­le were still dying every day. And I felt that we nee­ded to do more. So, col­la­bo­ra­ti­on with Front­li­ne star­ted [pas­si­ve] and we assem­bled the film out of tho­se hours. 

I: So just to be clear, you were actual­ly working jour­na­lists for the Asso­cia­ted Press, yes, but you had all this extra mate­ri­al that you wan­ted, that you felt like you had­n’t total­ly told the sto­ry, even though you’­re sen­ding dis­patches out to the world every day - basically..

C: Right. So in the begin­ning it was­n’t when it was shot, it was­n’t even inten­ded to be a docu­men­ta­ry. This was inten­ded to be a news dis­patch, dai­ly news dis­patches and they were shot this way. So that’s par­ti­al­ly was a chal­len­ge when we left with all this foo­ta­ge was to to con­nect them to - into a nar­ra­ti­ve, which - 

I: So were you all the­re as a team?

MM: Yes

I: The­se three, what was your role? 

MM: Yeah, so the­se jour­na­lists were on the ground in Ukrai­ne, whe­re they are all from to cover the inva­si­on and they had a sen­se that the city of Mariu­pol would be one of the main tar­gets. And so they went the­re, to cover for the AP and the city gives you see in the film, the city is sur­roun­ded and it beco­mes impos­si­ble for anyo­ne to lea­ve, inclu­ding them, and they con­ti­nued filming. Infra­st­ruc­tu­re is atta­cked, civi­li­an infra­st­ruc­tu­re. The things they wit­nessed, you might remem­ber the mater­ni­ty bom­bing, the mater­ni­ty ward, that ward that was bom­bed, they were the­re. They were the ones who were on the ground filming it. So they’­re very hum­ble and well, not like admit that the rea­son why we have docu­men­ted evi­dence of the­se poten­ti­al war cri­mes is becau­se they were on the ground filming it. As he said, the Inter­net beca­me very spo­ra­dic. And so they had to find pla­ces whe­re they could upload the sto­ries and send them out to the world. They were only able to get some out, but real­ly important foo­ta­ge that ever­yo­ne saw. And then when they left, he had 30 hours of foo­ta­ge that told a real sto­ry about the 20 days that they were the­re. So, - 

I: So whe­re did you? 

MM: So I came in as an edi­tor, so I work for Front­li­ne PBS and we star­ted working with Mstys­lav, who actual­ly had a pret­ty clear visi­on for how the sto­ry could come tog­e­ther. And we assem­bled a film and we did­n’t know if it would be a short at first and then we rea­li­zed that it actual­ly did - it could real­ly fill a 90 minu­te fea­ture. And so we put that tog­e­ther and it shows both how it - I think that what was like inte­res­ting about col­la­bo­ra­ting as some­bo­dy who was­n’t on the ground with them and why it’s important some­ti­mes to work in a team whe­re you aren’t - uh, I was loo­king at the foo­ta­ge in a in a way that I could see Mstys­lav - like per­so­na­li­ty shi­ne through in the way that he was filming things. The way that a tra­ge­dy would hap­pen and he would drop the came­ra and it would still be, you could just, like, feel the emo­ti­on com­ing from him and get to know him in that way. So he beca­me sort of like a the the per­spec­ti­ve through which you’­re see­ing this unfold. You see Evge­niy and Vasi­li­sa, you know, working along­side each other, real­ly har­ro­wing events, hard con­di­ti­ons and so we’­re able to show that in the -

I: I wan­ted to ask about this becau­se this is some­thing that we’­ve only just star­ted I think scratching the sur­face about what is the impact due to the bea­ring of wit­ness and your job is to go out and watch peop­le suf­fer. You know, and docu­ment it. And I under­stand that the human impul­se to feel the need to docu­ment it so that - for all sorts of rea­sons, so that the world will see it and they will stop it - which they haven’t, or histo­ry will have that for all time to be able to refer to it, so it’s a respon­si­bi­li­ty, but there’s a there’s clear­ly a very serious toll on the peop­le who put them­sel­ves - and also all the medi­cal workers and all the, you know, all the peop­le, not to men­ti­on the peop­le who are actual­ly going through it, just watching a litt­le girl sta­ring into your came­ra and cry­ing! It’s. Unbe­ara­ble like that. She did­n’t even die! You know, she’s not even woun­ded, she’s just so torn up and she’s she’s 5 - she’s 6 - it’s, it’s almost, you know, it’s hard to watch, so I can only ima­gi­ne what it’s like - I can’t ima­gi­ne what it’s like is what I’m say­ing - to live through. So I wan­ted to ask you, all of you guys who did that, like what, what was the toll, what, what was the impact on each of you to? Let’s start in the back and then, Mstys­lav, you can…

S: It’s hard to ima­gi­ne here that we saw - like I remem­ber my fee­lings that when we were here, and when we watch all the sce­nes, how when we watch how the child­ren died. The only chan­ce that we had is to show the who­le world, to let them under­stand what’s going on, how it can be going on in our time, in 21 cen­tu­ry. So it was only one mon­th old, that’s why. Yes, per­so­nal­ly I felt big pain, like Ukrai­ni­an, like a human, like ever­yo­ne in this world. But I unders­tood that it’s real­ly important that every one of us unders­tood it. So that’s why we did it. And now that this film could watch ever­yo­ne. It’s real­ly, real­ly important. 

EM: They’ll use it. My home­town is - the name of the city is Ber­d­jansk. It’s next on the west from Mariu­pol and actual­ly it’s most­ly you know my home­land whe­re I grew up and the peop­le who filmed, pho­to­gra­phed and in the­se such con­di­ti­ons in this pain not like we just, some actors just you unders­tood on the ground, that this were real souls - who are pas­sed away. You know, and the­se kids who just you know how their par­ents bring them alrea­dy dead to the hos­pi­tal and doc­tors try to resus­ci­ta­te them or do their ani­ma­ti­on pro­ces­ses. You docu­ment this and - with the tears in their eyes. You know, like you con­ti­nue to do this, and the doc­tor is screa­ming “Show this to Putin” - becau­se, becau­se they might get to see this. Are they kil­ling Ukrai­ni­ans? That time, and this is, real­ly hard to under­stand for our­sel­ves as well - that this is. You know. Our rela­ti­ves, our friends, it’s hap­pen­ed with all of us, all around Ukrai­ne, all around the con­ta­ct line and what we wit­nessed it in just one short peri­od of time. Ohh. And that’s it. But it’s hap­pen­ed all around the area or like whe­re Rus­sia invaded.

C: It’s been almost a year and the film is cal­led 20 days. So you look at this 20 days and you know what’s - what hap­pen­ed after every day in Ukrai­ne. That is - not­hing chan­ged. It was hap­pe­ning every day what you see, but also we felt obli­ga­ti­on as jour­na­lists, but as well as Ukrai­ni­ans, this is our com­mu­ni­ty, this is our coun­try, and we do feel an obli­ga­ti­on to keep tel­ling the­se sto­ries to to make sure that, ever­ything that was that pos­si­ble to docu­ment, will stay in histo­ry, so may­be in the 50 years of time or 100 years of time, someo­ne who would ask what hap­pen­ed - so you know how that inva­si­on star­ted, what hap­pen­ed to Mariu­pol? Will go and see this, and will know how ter­ri­ble the war is. How impa­ra­ble human pain is and from this per­spec­ti­ve, alt­hough the film is told from the per­spec­ti­ve of a jour­na­list - it’s still real­ly about peop­le. And about Mariu­pols resi­dents and I think our fee­lings, the­se fee­lings of jour­na­lists or docu­men­ta­ry makers right now is - it’s qui­te secon­da­ry it’s very important here for it not to stand on the way to - for the audi­ence to feel what actual­ly resi­dents of Mariu­pol felt.

I: Thank you. Well, the film is very inten­se and some­ti­mes dif­fi­cult to watch, but it’s important for that rea­son. So thank you for brin­ging your film to Sundance, 20 days in Mariu­pol. It’s going to be out on Front­li­ne and PBS.

MM: Even­tual­ly, yes. Yeah. Well, later this year, I pre­su­me. Yeah, yeah. We’ll see what life it takes over the next few mon­ths, and later this year we’ll be airing on PBS

I: Thank you for the film and thanks for com­ing to our studio. 

und damit kom­men noch zwei wei­te­re Wider­sprüchlick­ei­ten mit dazu - 

Over three mon­ths and being able to show this tra­ge­dy to the world means a lot to us, but also we feel, and we found out only later when we left Mariu­pol, when we bro­ke out of the sie­ge, only then we found out how much what we did the­re and what hap­pen­ed the­re chan­ged the world’s per­spec­ti­ve on the invasion.

- die Jour­na­lis­ten hät­ten erst als sie aus Mariu­pol weg waren erkannt, dass das Mate­ri­al das sie hat­ten wich­tig war, denn sie hat­ten dann erst gese­hen, dass das was in Mariu­pol gesche­hen ist, die Per­spek­ti­ve der Welt ver­än­dert hat.

The Rus­si­an Embas­sy in Lon­don put out two tweets cal­ling the AP pho­tos fake and clai­ming a pregnant woman was an actress. The Rus­si­an ambassa­dor held up copies of the pho­tos at a UN Secu­ri­ty Coun­cil mee­ting and repeated lies about the attack on the mater­ni­ty hospital.

In the mean­ti­me, in Mariu­pol, we were inun­da­ted with peop­le asking us for the latest news from the war.

So many peop­le came to me and said, “Plea­se film me so my fami­ly out­side the city will know I’m alive.”

src: click (Inhalt­li­cher Wider­spruch? Das hier zitier­te “in the mean­ti­me” Bezieht sich auf die Zeit zwi­schen dem 09.03. und dem 11.03.. Hier erklärt Cher­nov, dass er sich über den aktu­el­len Ver­lauf des News­cy­cles von sei­nem Edi­tor auf dem Lau­fen­den hal­ten hat lassen.)

Im Alja­ze­e­ra Inter­view war das [das Mate­ri­al das so wich­tig war] noch der Grund, war­um der Poli­zist Vla­di­mir (*hust*) ein 12 köp­fi­ges Mili­tär­team zu ihrer Ret­tung in ein Spi­tal in der nähe der Front gesen­det hat­te, mit dem Befehl die Jour­na­lis­ten zu eva­ku­ie­ren (unklar ob der von ihm kam):

If they catch you, they will get you on came­ra and they will make you say that ever­ything you filmed is a lie,” he said. “All your efforts and ever­ything you have done in Mariu­pol will be in vain.”

The offi­cer, who had once beg­ged us to show the world his dying city, now plea­ded with us to go. He nud­ged us toward the thousands of bat­te­red cars pre­pa­ring to lea­ve Mariupol. 

src: click

HE NUDGED YOU TOWARDS THE THOUSANDS OF BATTERED CARS PREPARING TO LEAVE MARIUPOL? VLADIMIR DID? THE GUY WHO YOU ACTUALLY DROVE WITH, IN HIS CAR, TO GET OUT OF MARIUPOL?

Ama­zing.

It was a Hyun­dai, right? Bet­ter sta­te that it was a Hyun­dai, in the first inter­view in March of 2022, and lea­ve the litt­le fact, that it was Vla­di­mir, the poli­ce hand­lers Hyud­nai for Janu­a­ry 2023. For an inter­view at the Sundance film fes­ti­val press cir­cuit.

Die Kon­takt­an­bah­nung mit PBS ver­lief dann übri­gens passiv:

C: And I felt that we nee­ded to do more. So, col­la­bo­ra­ti­on with Front­li­ne star­ted and we assem­bled the film out of tho­se hours.

Die PBS Pro­du­cer und Edi­to­rin hat­te sich noch über­legt ob sie aus dem Mate­ri­al eine nar­ra­ti­ve Geschich­te bau­en kann, aber Cher­nov hat­te bereits eine eige­ne Geschich­te die er erzäh­len wollte -

MM: So I came in as an edi­tor, so I work for Front­li­ne PBS and we star­ted working with Mstys­lav, who actual­ly had a pret­ty clear visi­on for how the sto­ry could come together.

Aus den bei­den Poli­zis­ten die dem Team gesagt haben “zeigt das der Welt!” (der eine der sie vor der Geburts­kli­nik hat reden hören, und sie zu einem Ort mit Inter­net und Strom zum Laden ihres Equip­ments gebracht hat, und der ande­re in dem dunk­len Kel­ler) - ist mitt­ler­wei­le ein Arzt geworden:

You know, and the­se kids who just you know how their par­ents bring them alrea­dy dead to the hos­pi­tal and doc­tors try to resus­ci­ta­te them or do their ani­ma­ti­on pro­ces­ses. You docu­ment this and - with the tears in their eyes. You know, like you con­ti­nue to do this, and the doc­tor is screa­ming “Show this to Putin” - becau­se, becau­se they might get to see this.

(Bei einem zwei­ten media appoint­ment eben­falls.)

Und jetzt haben wir end­lich eine Pre­mie­re beim Sundance Filmfestival!

Jetzt gibt es im vier­ten Inter­view aber noch einen Punkt der dezi­diert prüf­bar ist:

C: So in the begin­ning it was­n’t when it was shot, it was­n’t even inten­ded to be a docu­men­ta­ry. This was inten­ded to be a news dis­patch, dai­ly news dis­patches and they were shot this way. So that’s par­ti­al­ly was a chal­len­ge when we left with all this foo­ta­ge was to to con­nect them to - into a nar­ra­ti­ve, which -

Die Videos­nip­pets sein geschos­sen wor­den “wie für einen “news dis­patch” - ohne emo­tio­na­les Nar­ra­tiv, ohne ein Lei­ten des Gedan­ken­gangs des Zuschau­ers durch Kameraschwenks, … 

Eben wie für einen Newscast.

Nun, ehm - nein.

Bild­bei­spie­le:

Es gibt eine Ein­stel­lung in der Kran­ken­haus­mit­ar­bei­ter rau­chen, dann Fokus auf die Gesich­ter, “defi­an­ce” als Emo­ti­on, dann sofort ein Schwenk auf eine ukrai­ni­sche Flag­ge über ihnen.
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 13 44 43

Es gibt die Ein­stel­lung im sie­ben­ten Stock des Kran­ken­hau­ses an der Front, in dem die Haupt­ka­me­ra die Reak­ti­on des Sol­da­ten filmt, der Kame­ra­mann dem Sol­da­ten in einen zwei­ten Raum nach­rennt, um sei­ne Reak­ti­on fest­zu­hal­ten, wäh­rend eine simp­le Kame­ra mit Tele­ob­jek­tiv, die pick­upshots der sich drau­ßen zusam­men­zie­hen­den Pan­zer macht. Der Sol­dat for­dert den Jour­na­lis­ten dann auf das zu zei­gen (Film it!), der rennt zurück in den ande­ren Raum beginnt erst­ma­lig durchs Fens­ter die eigent­li­chen Gescheh­nis­se zu fil­men, und in dem Moment schnei­det die Edi­to­rin des Film zu Auf­nah­men aus dem Tele­ob­jek­tiv der ande­ren Kame­ra um - die Pick­up shots macht.
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 13 47 15

Es gibt meh­re­re Ein­stel­lun­gen bei denen der Aus­gangs­punkt ein­fach head and shoul­der close-ups sind die dann zum clo­se up reingehen:
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 13 33 39

Es gibt mehr­fach Ein­stel­lun­gen aus der Ver­fol­ger­per­spek­ti­ve (Kame­ra­man läuft mit):
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 13 35 02

Sel­be Per­spek­ti­ve mit Voice over: “Mass gra­ves whe­re child­ren were buried.”
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 13 36 05
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 13 37 55
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 19 29 57
Super­clo­sups von zit­tern­den Händen:
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 13 38 49

Frosch­per­spek­ti­ve mit Zoom auf Hän­de durch die Erde riselt:
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 13 40 28
Nicht EINE die­ser Ein­stel­lun­gen eig­net sich für ein New­s­cast For­mat. JEDE die­ser Ein­stel­lun­gen ver­wen­det “sub­jek­ti­ve Kame­ra” als Erzähltechnik.

Dass das Mate­ri­al sein soll, das eigent­lich für einen New­s­cast gedreht wur­de, aber wel­ches man spä­ter nicht ver­wen­det hat - und bei dem man dann erst nach der Flucht aus Mariu­pol erkannt habe, dass man damit doch eine nar­ra­ti­ve Erzäh­lung schnei­den kann, die einen 90 minü­ti­gen Kino­film trägt, ist eine simp­le Lüge.

Kei­ne ande­re Inter­pre­ta­ti­on möglich.

Auf der ande­ren Sei­te ist das aber auch das bes­te Bei­spiel das sich Pro­fil den­ken konn­te, um der öster­rei­chi­schen Bevöl­ke­rung zu ver­deut­li­chen was rus­si­sche Pro­pa­gan­da ist.

Wor­auf die gesam­te Medi­en­land­schaft Öster­reichs die rus­si­sche Sei­te von der Bericht­erstat­tung aus­ge­schlos­sen hat.

Kauf auch du mor­gen dein Kino Ticket zur Wahrheit.

20 Days in Mariupol
Bildschirmfoto 2023 03 03 um 14 45 34

Zusatz:

Die­ses Video bei 8:30 in ist auch nicht schlecht:

Es spricht Evge­niy Malo­let­ka, Foto­graf der Cher­nov Crew, die­se hör­te Explo­sio­nen in der Nähe der Asow­schen Uni­ver­si­tät und anders­wo - es gab dort eine Rei­he an Explo­sio­nen und eine davon war in einem Kran­ken­haus direkt gegen­über. Also beschlos­sen sie dort hin­zu­fah­ren. (Kei­ne Erwäh­nung des Rauchs mehr, der sie dort hin gelockt hat. Wie im ers­ten schrift­li­chen Inter­view das an 20 News out­lets ging. (Alja­ze­e­ra Inter­view)) Inter­viewe­rin fragt nach - hät­te es sein kön­nen, das das Kran­ken­haus für mili­tä­ri­sche Zwe­cke genutzt wur­de? Ant­wort: Ver­su­chen wirs zu objek­ti­vie­ren, eine Mili­tär­in­stal­la­ti­on hat Schüt­zen­grä­ben, Stel­lun­gen, mili­tä­ri­sche Aus­rüs­tung - in dem Moment in dem wir da waren, haben wir nichts davon gese­hen. Wir wis­sen, dass es dort ein Kran­ken­haus gab in dem ver­wun­de­tes ukrai­ni­sches Mili­tär­per­so­nal behan­delt wur­de, aber es ist nicht direkt im Mater­ni­ty Ward zu dem wir gefah­ren sind, es ist ein ande­res Gebäu­de, und das wur­de am Ende nicht getroffen.

Das ISW hat da prak­ti­scher Wei­se eine Kar­te:
Map
hat aber lei­der, was will man machen, ver­ges­sen Asow­sche Uni­ver­si­tät auszuschreiben.

edit: Wer am Ende noch ein Inter­view sehen möch­te, das das alles ausspart:

Journalistic believes

01. März 2023

Es wird ein­mal Zeit auf­zu­lis­ten wor­an die deutsch­spra­chi­ge Jour­na­lis­ten­schaft selbst so glaubt.

Ana­st­as­sia Boutsko (DW): Lei­chen­sä­cke in Mos­kau kön­nen für Putin doch noch zum Pro­blem wer­den und den Krieg beenden.

Also mal eben ein Ver­schwö­rungs­nar­ra­tiv, denn die US Füh­rung hat wie­der­holt und in offi­zi­el­lem messaging demen­tiert, dass dies eine Ziel­per­spek­ti­ve sei. Oder wenn schon kein Ver­schwö­rungs­nar­ra­tiv, dann ein “Deus Ex machi­na” - bei dem, wenn schon genug Leu­te ster­ben, das auch eine direk­te posi­ti­ve Aus­wir­kung auf Been­di­gung des Krie­ges haben wird.

Auch in der inter­nen Logik des Argu­ments nicht das bes­te Nar­ra­tiv, da immer noch ein Hard­li­ner auf Putin fol­gen könn­te. Dh. Desta­bi­li­sie­rung ohne Regi­me­chan­ge Vor­be­rei­tung - wird eher hei­kel. Wer für gewöhn­lich die poli­ti­sche Nach­fol­ge im Kreml regelt ist kein wirk­li­ches Geheimnis.

Andre­as Käh­ler (phoe­nix Mode­ra­tor): Wir müs­sen die Ukrai­ne unter­stüt­zen, da sich sonst der Krieg ausweitet.

Hypo­the­ti­cal. Defi­niert die Posi­ti­on der Ukrai­ne als Leu­te die für uns kämp­fen und ster­ben. Eben­falls kein offi­zi­el­les Narrativ.

Kat­rin Eigen­dorf (ZDF):

Also ich wür­de sagen, in der gan­zen Zeit, und ich habe die­sen Krieg ja seit Anfang an beglei­tet, haben die Men­schen dort ver­schie­de­ne Etap­pen durch­ge­macht, und die Etap­pe in der wir uns jetzt befin­den ist… 

[Ein­schub: Gesichts­aus­druck in dem Moment]
Bildschirmfoto 2023 03 01 um 20 49 00

- ein Land am Tief­punkt. Weil die Ukrai­ner haben natür­lich jetzt ver­stan­den, dass die Schre­cken die­ses Krie­ges nicht zu Ende sind, son­dern wei­ter gehen. Dass sie in ein wei­te­res Jahr des Krie­ges gehen. Und ich glau­be fast jeder Ukrai­ne, wenn nicht sogar jeder, hat Opfer gebracht, kennt Men­schen, die Gestor­ben sind. Hat Fami­lie ver­lo­ren [jeder sechs­te, aber hal­ten wir uns nicht mit Fak­ten auf] und dass das jetzt wei­ter gehen soll, ohne dass eine Per­spek­ti­ve erkenn­bar ist, ist natür­lich ein sehr, sehr bit­te­re Erkennt­nis. Auf der ande­ren Sei­te, was man posi­tiv sagen kann, sehen die Ukrai­ner natür­lich nach einem Jahr Krieg wie sehr der Wes­ten nach wie vor an ihrer Sei­te steht, also der Besuch von US Prä­si­dent Biden, in Kiew - ich war sel­ber auch da -

[Ein­schub: Gesichts­aus­druck in dem Moment]
Bildschirmfoto 2023 03 01 um 20 57 41

es ist von den Ukrai­nern schon wirk­lich gefei­ert worden 

[Ein­schub: Gesichts­aus­druck Schäub­le in dem Moment]
Bildschirmfoto 2023 03 01 um 20 59 25

als etwas was ihnen Rück­halt ver­mit­telt hat. Ich mei­ne, das sind natür­lich die gro­ßen Bil­der und es ist - die Ukrai­ner ver­ste­hen es natür­lich auch ent­spre­chend zu ver­mark­ten, aber nichts des­to trotz, das war so ein posi­ti­ves Zei­chen und auch was wir jetzt erlebt haben, dass nun end­lich mal Waf­fen gelie­fert wer­den, über die so lan­ge debat­tiert wur­de, das sind posi­ti­ve Zei­chen, nichts des­to Trotz, auch mili­tä­risch muss man sagen, ist die Ukrai­ne mitt­ler­wei­le am Tief­punkt ange­langt, also das müs­sen wir nicht beschö­ni­gen, was wir im Moment im Land erle­ben sind an eini­gen Fron­ten die bit­ters­ten und schlimms­ten Kämp­fe die man bis­her erlebt hat. Es gibt kei­ne offi­zi­el­len Zah­len über Opfer, aber was man sich als Repor­ter dort zusam­men­rei­men kann, wenn man ein­fach ein­mal hin­kuckt, kann man das nicht hoch genug ein­schät­zen was da an Tri­but gezahlt wird - auch an toten Sol­da­ten, also ich gebe mal ein Bei­spiel, ich war ich Char­kiw, in Char­kiw gibt es einen Rie­sen Fried­hof, da wer­den jeden Tag meh­re­re Sol­da­ten, die ein­fach aus der Front im Osten kom­men, begra­ben. Das sind Bil­der die jetzt nicht immer jedem prä­sent sind, aber die zei­gen natür­lich, das sind die Toten, und von den Ver­letz­ten reden wir noch gar­nicht. Was ich sel­ber bei den paar Besu­chen die ich gemacht habe an der Front erlebt habe, ist ein Krieg, also - den kann man sich nicht bit­ter genug vor­stel­len. Da sind teil­wei­se Sol­da­ten, die haben den rus­si­schen Angrei­fern nichts ent­ge­gen­zu­set­zen, außer ihre Kalasch­ni­kow - und wer­den da manch­mal auch ein­fach über­rannt. Und die­se Rea­li­tät, ja - vor der Steht die Ukrai­ne jetzt, und es ist die Fra­ge, ja - wie lan­ge wird das noch dauern.”

Mode­ra­tor: “Ist es denk­bar, dass die Ukrai­ne die­sen Krieg auch verliert?”

Ja, ich glau­be wir müs­sen defi­nie­ren, was heißt gewin­nen und ver­lie­ren, so wie ich die Ukrai­ner, und das ist natür­lich nur eine Moment­auf­nah­me, erle­be - wer­den sie nicht zurück­wei­chen. Also die Ent­schlos­sen­heit, der brei­ten Mas­se der Bevöl­ke­rung die­sen Krieg wei­ter zu füh­ren, auch mit allen Opfern, ehm - ist sehr groß. Und jetzt ist Prä­si­dent Selen­skyj jemand der das natür­lich auch sehr schön zu ver­kau­fen weiß - er hat ja gesagt - and die Rus­sen gerich­tet, wir ster­ben lie­ber, als dass wir unter eurer Besat­zung leben, mit Ver­ge­wal­ti­gung und Mord und Ent­füh­rung von Kin­dern. Aber das stimmt. Das ist das Gefühl das ich glau­be dass vie­le, oder die gro­ße Mas­se der Ukrai­ner haben. Sie wol­len nicht unter rus­si­scher Herr­schaft leben, weil sie wis­sen ein­fach was das bedeutet.”
Mode­ra­tor: Du hast von einem sol­chen Ort berich­tet, näm­lich von Butscha, und das war sozu­sa­gen eine wie­der­erober­te Stadt, kannst du uns schil­dern, was für einen Ein­druck du von die­ser Stadt hast, als du ankamst. 

[Den Gesichts­aus­druck pos­te ich mal nicht, es ist Wie­der­erle­ben ech­ten Schocks.]

Also das war ja die ers­te Stadt die - im Prin­zip, wo wir erlebt haben, was pas­siert ist. Wo wir sehen konn­ten, was haben rus­si­sche Söld­ner, rus­si­sche Sol­da­ten dort gemacht. Und für mich war das mit eines der schlimms­ten Erleb­nis­se, die ich in mei­ner Lauf­bahn as Jour­na­lis­tin erlebt habe, und ich habe schon über eini­ge Krie­ge und Kri­sen berich­tet. Zu sehen, dass man Zivi­lis­ten ein­fach mit­ten auf der Stra­ße hin­rich­tet, Men­schen in irgend­wel­che Gru­ben schmeißt - ein kom­plet­te zer­stör­te Innen­stadt ein­fach mut­wil­lig zer­stört zurück­lässt, dass Sol­da­ten und Söld­ner durch die Häu­ser gezo­gen sind und dort ran­da­liert und vanda- sich wie Van­da­len auf­ge­führt haben, Frau­en vor den Augen ihrer Fami­lie ver­ge­wal­tigt haben [Kon­text], das alles ist in Butscha klar gewor­den dass das pas­siert, und das hat mir gezeigt, wel­cher Natur die­ser Krieg ist, das ist näm­lich ein Krieg, da geht es um viel viel mehr, als die Erobe­rung von Ter­ri­to­ri­um, das ist ein Ver­nich­tungs­krieg, gegen ein Volk. Das ist ein Ver­nich­tungs­krieg gegen das ukrai­ni­sche Volk. Und das ist glaub ich jedem klar, der Butscha gese­hen hat.

Kurz­ge­fasst: Eigen­dorf: Ich hab kei­ne Ahnung, ich ver­such mich da wäh­rend ich embed­ded Jour­na­lism mache durch­zu­füh­len, und was mich in einer Selen­skyj Anspra­che berührt hat, die Aus­sa­ge - die Ukrai­ner wür­den schon ger­ne ster­ben, ist glaub ich die Wahr­heit, die ich auch in der Bevöl­ke­rung füh­le. Außer­dem kann ich super vom Gefühl her von Butscha auf alle besetz­ten Gebie­te extra­po­lie­ren, und behaup­te Völ­ker­mord (Hin­ter­grund (nicht nur eine juris­ti­sche, auch eine poli­ti­sche Fra­ge)), weil mit das ein­leuch­tend erscheint.

Danach kommt noch so ein ungu­ter Teil, in dem das alles eine Eigen­heit der rus­si­schen Armee und ihrer Kriegs­füh­rung gene­rell sei, denn du Rus­sen trän­ken ja so viel, und ran­da­lier­ten und - den lass ich mal weg. (Und wer­den von ihren Aus­bil­dern geschla­gen, und in den Tod geschickt.)

Was bringt an der Stel­le jetzt die Per­spek­ti­ve von jeman­dem wie mir der genau dar­in - die Aus­wir­kun­gen von Null Dis­kurs, aber mas­sen­haft Pro­pa­gan­da sieht.

Jeder Jour­na­list legt sich die Wirk­lich­keit zurecht mit der er am Bes­ten zurecht kommt.

Und die mit dem meis­ten emo­tio­na­li­sier­ten Flos­keln, die, die ver­sucht ihre Ratio emo­tio­nal auf­zu­bau­en - qua­si Wirk­lich­keit zu “erfüh­len” -

die beleg­bar in der Ver­gan­gen­heit von der ukrai­ni­schen Pro­pa­gan­da für Messaging benutzt wor­den ist -

die Jour­na­lis­tin bekommt aktu­ell die meis­ten Journalistenpreise -

(Hanns-Joachim-Friedrichs Preis (2021), Grim­me Preis (2023), Jour­na­lis­tin des Jah­res 2022 (Medi­um Maga­zin), Lübcke-Demokratie-Preis (2022))

und öffent­li­chen Zulauf.

Mir wird bei soet­was der­ma­ßen KOTZÜBEL - dass ich das nicht rezi­piert bekom­me. (Habe wie­der abbre­chen müssen.)

Es ist der sel­be gro­tes­ke, emo­tio­na­le Over­flow, zur Schau gestell­tes mora­li­sches Bra­va­do - anhand des­sen sich nur die Dümms­ten der Dum­men eine Mei­nung bilden.

Die Absur­di­tät des öffent­li­chen Schau­spiels hier, steht dem was in der Pauls­kir­che abge­lau­fen ist, um kei­nen Deut nach.

Jetzt mal abge­se­hen vom Inhalt.

Ein Jour­na­list meint die Ukrai­ner ster­ben für uns, und das muss jetzt so sein, damit sich der Krieg nicht aus­wei­te, eine glaubt die Ster­ben für Lei­chen­sä­cke in Russ­land die den Krieg been­den kön­nen, und eine glaubt die Ster­ben für Idea­le, ein Kon­zept von fast ely­si­scher Natio­na­li­tät, oder eine kon­zep­tua­le Struk­tur wie euro­päi­sche Demo­kra­tie, und weil sie gegen das Böse kämp­fen, oder den Erhalt einer Ethnie.

Das ist Jour­na­lis­mus die­ser Tage.

Fak­ten spie­len hier kei­ne Rol­le, jeder formt sich nach State­ments die er/sie auf­ge­schnappt hat eine durch nichts beleg­ba­re Rea­li­täts­vor­stel­lung - und weil das seine/ihre eige­ne ist, sind wir dann beson­ders stolz dar­auf und noch stär­ker bereit sie zu verteidigen.

Man­gels Defi­ni­ti­on wel­che Zie­le wir eigent­lich poli­tisch und mili­tä­risch ver­fol­gen - kannst du prak­tisch an alles glauben.

In die­sen emo­tio­nal auf­ge­la­de­nen Ent­schei­dungs­räu­men wird aus Pro­pa­gan­da­sicht nur eines wich­tig - zu defi­nie­ren wel­che Posi­tio­nen man nicht ein­neh­men darf.

Die der bra­si­lia­ni­schen Regie­rung beispielsweise -

Posi­tio­nen die zu kri­tisch sind, oder ana­ly­tisch, dh. bei­spiels­wei­se auf die glo­ba­len Aus­wir­kun­gen des Krie­ges als eine Form von Leid abzie­len die alles was die Ukrai­ner der­zeit erle­ben noch poten­zie­ren wird, sind gesell­schaft­lich nicht zuge­las­sen - denn sobald wir unse­re Rea­li­tä­ten debat­tier­ten, wür­de Leu­ten auf­fal­len, dass sich ihre Über­zeu­gun­gen nicht im gerings­ten decken.

Im Fal­le von Eigen­dorf nicht mal von einem Satz zum nächs­ten. Da ist gefühlt ein­fach alles richtig.

Jeder darf sich sei­ne eige­ne Vor­stel­lung davon bil­den, war­um er oder sie einer nor­ma­ti­ven Über­zeu­gung ist, die aber nicht zu kri­tisch sein soll­te. Das - funk­tio­niert immer noch am Besten.

Wie kann man die Öffentlichkeit noch verarschen?

01. März 2023

Bildschirmfoto 2023 03 01 um 09 59 09
(Ana­ly­se / Fabi­an Som­ma­vil­la, Flo­ri­an Niederndorfer)

Wow.

Die US set­zen eben­falls auf Abnutzung:

Putin is threa­tening Arma­ged­don, and the Rus­si­ans are doing it all the time, some­ti­mes in obli­que ways and some­ti­mes in a more direct way,” said John Sul­li­van, who ser­ved as U.S. ambassa­dor in Moscow until Sep­tem­ber and was sur­pri­sed during his ten­u­re by how fre­quent­ly his Rus­si­an inter­lo­cu­tors casual­ly rai­sed the pro­spect of nuclear war. “But when you actual­ly poke at that and pro­vi­de wea­pons gra­du­al­ly over time, the­re hasn’t been the cata­stro­phic respon­se that Putin promised.”
Though Mr. Putin’s nuclear black­mail didn’t ful­ly suc­ceed, it did prompt initi­al restraint in Wes­tern mili­ta­ry sup­port for Ukrai­ne. In the first several mon­ths after the Rus­si­an inva­si­on, the Biden admi­nis­tra­ti­on took a gra­dua­list approach that White House offi­cials have descri­bed as “boi­ling the frog.” As the U.S. began to intro­du­ce new wea­pons sys­tems, it did so slow­ly and, initi­al­ly, in limi­ted num­bers. None of the­se indi­vi­du­al decisi­ons were of suf­fi­ci­ent scope to pro­vo­ke a dra­ma­tic esca­la­ti­on by Moscow. But over the past 12 mon­ths, the cumu­la­ti­ve effect of the­se new wea­pons has trans­for­med the balan­ce of power on the battle­field and enab­led a string of stra­te­gic Ukrai­ni­an vic­to­ries. (Wall Street Journal)

src: click

Lloyd J. Austin:

As Russia’s inva­si­on of Ukrai­ne has trans­for­med into a grin­ding war of attri­ti­on with no mea­ning­ful peace deal in sight, the US and its allies have begun to con­vey a new, longer-term goal for the war: to defeat Rus­sia so decisi­ve­ly on the battle­field [in Ukrai­ne] that it will be deter­red from laun­ching such an attack ever again.

src: click

Blin­ken:

Russia’s beco­me mired [bleibt ste­cken] in a war of attri­ti­on of its own making, and des­pi­te what you hear from pro­pa­gan­dists in the Krem­lin, our intel­li­gence indi­ca­tes that Rus­si­an mili­ta­ry con­ti­nues to suf­fer from low mora­le, high casu­al­ty rates, equip­ment fail­u­res, and lea­ders who are afraid to tell the truth about what’s real­ly hap­pe­ning on the ground.

Second, we’re rai­sing the cos­ts on Rus­sia to bring the war to an end more swift­ly through unpre­ce­den­ted sanc­tions and export controls.

src: click

[Das zwei­te State­ment ist falsch, die geschätz­te Kriegs­kas­se Russ­lands war für drei Jah­re gefüllt. Die Sank­tio­nen nicht so wirk­sam, dass sie mit hoher Wahr­schein­lich­keit eine Ver­kür­zung des Kon­flik­tes bewir­ken hät­ten kön­nen. Die Sank­tio­nen wir­ken, aber sie wir­ken lang­fris­tig. Blin­ken soll­te das wis­sen. Bei einer Kon­struk­ti­on des Argu­ments in die­ser Form, legt das PR nahe.

edit: Ups, DW Kor­re­spon­dent nicht rich­tig gebrieft:

Ukrai­ne kämpft auch in Bach­mut, weil sie glaubt Rus­si­sche Sol­da­ten ver­schlei­ßen zu kön­nen - Zitat: Head of ukrai­nes dele­ga­ti­on to the NATO Par­lia­men­ta­ry Assem­bly. Naja - lie­ber nicht wei­ter drü­ber berichten.

Der Kon­flikt soll aktu­ell (und soll­te auch bereits Ende Juni) durch eine mili­tä­ri­sche Ent­schei­dung gedreht wer­den. Nicht durch Sanktionen.]

Und für die, die an die­ser Stel­le argu­men­tie­ren woll­ten dass sich “Boi­ling the frog” geän­dert hät­te, also dass man jetzt schnel­ler an der Tem­pe­ra­tur gedreht hät­te - Nein, und nein (GLSDB wer­den gelie­fert, ATACMS nicht).

Die Schlamm­sai­son macht Pan­zer­schlach­ten beid­sei­tig aktu­ell unmög­lich, hat bereits begon­nen, und hilft eher Verteidigern:

Die kom­men­de Schlamm­sai­son in der Ukraine

Der drit­te Fak­tor ist die übli­che, bereits bekann­te Schlamm­sai­son, die berüch­tig­te Ras­pu­tit­sa (rus­sisch) oder Bez­do­rizhzhia (Ukrai­nisch). Im Früh­jahr ver­wan­deln die Schnee­schmel­ze und der nicht gefro­re­ne Boden in Ver­bin­dung mit hef­ti­gen Regen­fäl­len, alle Fel­der und unbe­fes­tig­ten Stra­ßen in kaum befahr­ba­re Schlammmeere.

Das erschwert mecha­ni­sier­te Manö­ver erheb­lich. Auch wenn der der­zei­ti­ge Win­ter in der Ukrai­ne unge­wöhn­lich mild war, ist es nicht leicht, die Ras­pu­tiza vor­her­zu­sa­gen, die nor­ma­ler­wei­se von Mit­te März bis Mit­te April oder sogar bis zum Ende des Monats dau­ert. Ein wei­te­rer Grund, der Putin also dazu bewe­gen könn­te, schnell zu han­deln. (ZDF)

src: click

Der Schlamm hilft oft den Verteidigern

Doch dies­mal könn­te der Schlamm ein Vor­teil Russ­lands sein, denn die Initia­ti­ve im Krieg hat sich ins Gegen­teil ver­kehrt. Aktu­ell befin­det sich die Ukrai­ne auf dem Vor­marsch, hat Offen­si­ven etwa in der Regi­on Cher­son lau­fen. Grund­sätz­lich stärkt die Ras­pu­tit­sa den Ver­tei­di­ger, sie kann aber auch einen schnel­len Rück­zug ange­sichts eines über­le­ge­nen Geg­ners unmög­lich machen. (ZDF)

src: click

DONETSK PROVINCE, Ukrai­ne (Reu­ters) -Rus­si­an for­ces were try­ing to clo­se their cir­cle around the small mining city of Bakhmut on Mon­day, while rain and an ear­ly spring thaw tur­ned eas­tern Ukraine’s battle­fiel­ds to mud which could ham­per both sides as they try to take the initiative.

The spring thaw, known as the ras­pu­tit­sa, has a long histo­ry of rui­ning plans by armies to attack across the soil of Ukrai­ne and wes­tern Rus­sia, tur­ning roads into rivers and fiel­ds into imp­ene­tra­ble bogs.

In the Donetsk regi­on near the front, Ukrai­ni­an sol­di­ers hun­ke­red in mud­dy tren­ches after sud­den­ly war­mer wea­ther sof­te­ned the fro­zen ground.

Both sides stay in their posi­ti­ons, becau­se as you see, spring means mud. Thus, it is impos­si­ble to move for­ward,” said Myko­la, 59, com­man­der of a Ukrai­ni­an front­li­ne rocket laun­cher bat­te­ry, watching a tablet screen for coor­di­na­tes to fire. (Reu­ters)

src: click

Die­se Gesell­schaft ist das ABARTIGST Allerletze.

Bitte was?

28. Februar 2023

Zwei Drit­tel der Deut­schen wün­schen sich Friedensverhandlungen.

Aber die Zah­len sind ein biss­chen anders. Die wol­len alle Frie­den, aber die sagen zu den größ­ten Tei­len von den 2/3 dass die Ukrai­ne dafür nichts auf­ge­ben soll, son­dern ihre Gebie­te behal­ten soll, und das gibts halt aktu­ell nicht”.

Sagt die Spiegel-Redakteurin bei 35 min in:

Das ist uner­hört erstaun­lich - denn die Spie­gel­um­fra­ge vom Befra­gungs­in­sti­tut Civey hat gera­de (am 25.02.) das Gegen­teil ermittelt:
Bildschirmfoto 2023 02 28 um 23 26 47
src: click

Die Gra­fik ist ein wenig schwer zu lesen, aber das ist ja auch der Sinn dahin­ter (sor­ry, Zynis­mus) - hier noch mal in Textform:

Aller­dings: Die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger wol­len sol­che Ver­hand­lun­gen nicht um jeden Preis. 42 Pro­zent der Befrag­ten sagen, das Ziel sol­cher Ver­hand­lun­gen für die Ukrai­ne sol­le die Wie­der­her­stel­lung der Gren­zen des Lan­des vor der Anne­xi­on der Krim 2014 sein. 33 Pro­zent spre­chen sich dafür aus, dass die Ukrai­ne ledig­lich auf ihren Lan­des­gren­zen vor dem rus­si­schen Angriff 2022 bestehen soll­te, 17 Pro­zent der Befrag­ten sind dafür, dass die Ukrai­ne wei­te­re Gebie­te her­ge­ben solle.

Klei­ne Hil­fe­stel­lung: 42 klei­ner 33 + 17

Uni­que rese­arch in Öster­reich kommt auf ähn­li­che Werte.

Kogni­ti­ve Dis­so­nanz much? Ja, Moment geht ja noch weiter…

Weil ja Putin nicht verhandelt.

Nach Dar­stel­lung Pes­kows muss die Ukrai­ne für mög­li­che Ver­hand­lun­gen aner­ken­nen, dass die vier Gebie­te Donezk, Luhansk, Sapo­rischsch­ja und Cher­son nun auch in der Ver­fas­sung als Tei­le Russ­lands ver­an­ker­ten sei­en. “Das sind sehr wich­ti­ge Rea­li­tä­ten”. Zudem gebe es bestim­me Kriegs­zie­le, die Russ­land wei­ter ver­fol­ge. Als ein Ziel hat­te Russ­land auch eine Ent­mi­li­ta­ri­sie­rung der vom Wes­ten mit Waf­fen und Muni­ti­on aus­ge­stat­te­ten Ukrai­ne genannt. (DW)

src: click

Hat­te? Im Sin­ne von tut es nicht mehr?

Denn laut Ben­nett hät­ten sowohl Putin, als auch Selen­skyj einer neu­tra­len aber mili­ta­ri­sier­ten Ukrai­ne bereits zugestimmt.

Ben­nett: I said, “I’m the prime minis­ter of Isra­el, “we don’t have gua­ran­tees from anyo­ne, if someo­ne inva­des us tomor­row, nobo­dy has assu­red us and no one will come to save us. What we do have is a strong, inde­pen­dent army that can pro­tect its­elf, so let’s for­get about the­se gua­ran­tee and dis­cuss the para­me­ters for buil­ding mili­ta­ry for­ce, what kind of wea­pons, what pla­nes, how many offi­cers, soldiers…”

Inter­view­er: Becau­se Rus­sia doesn’t want Ukraine…

Ben­nett: So this was a cogni­ti­ve bre­akthrough that they both [Putin and Selen­skyj] accepted.

src: click

Hier die obri­ge Mel­dung in der Ber­li­ner Zeitung:

Das Errei­chen der Kriegs­zie­le in der Ukrai­ne hat nach Kreml-Angaben Vor­rang vor mög­li­chen Frie­dens­ver­hand­lun­gen. Bis­her gebe es auch kei­ne Signa­le aus Kiew, mit Mos­kau Ver­hand­lun­gen auf­zu­neh­men, sag­te Kreml­spre­cher Dmi­tri Pes­kow am Diens­tag. Bis­her sei­en sol­che Gesprä­che von Rechts wegen unmög­lich, weil die ukrai­ni­sche Regie­rung sie aus­ge­schlos­sen habe. „In die­sem Fall ist das Errei­chen unse­rer Zie­le das Wich­tigs­te, das ist unse­re abso­lu­te Priorität.“
edit: Die Aus­sa­ge zur Aner­ken­nung der vier Ukrai­ni­schen Gebie­te ist tat­säch­lich in der Form der Nen­nung einer Vor­be­din­gung gefal­len. Ori­gi­nal­quel­le (Keystone-SDA wire ser­vice): click
Die von DW vor­ge­nom­me­ne Erwei­te­rung “Russ­land hat­te dar­über hin­aus ja auch noch eine Demi­li­ta­ri­sie­rung gefor­dert” ist in der Ori­gi­nal­quel­le eben­falls in die­ser Form ent­hal­ten. Es war hier also nicht DW das auf­ge­hübscht hat, son­dern bereits die Originalquelle.

Der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Wolo­dym­yr Selen­skyj hat Ver­hand­lun­gen mit dem rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin per Dekret abge­lehnt und dies auch mehr­fach bekräf­tigt. Er hat einen eige­nen Plan vor­ge­legt, der als Grund­vor­aus­set­zung für den Beginn von Frie­dens­ge­sprä­chen vor­sieht, dass Russ­land sei­ne Trup­pen kom­plett aus der Ukrai­ne abzieht. Das hat Russ­land, das vor rund einem Jahr die Ukrai­ne über­fiel, als absurd zurückgewiesen.

src: click
Oh, schau mal einer an…!

Und jetzt doch noch mal zum eigent­li­chen Punkt - die Mehr­heit der Deut­schen, die jetzt Frie­dens­ver­hand­lun­gen woll­ten, woll­ten die aber erst zu einem Zeit­punkt an dem Russ­land gänz­lich aus der Ukrai­ne abge­zo­gen ist?

Das sind dann Selenskyj’sche Frie­dens­ver­hand­lun­gen. Ganz nach des­sen Frie­dens­for­mel.

Die Mehr­heit der deut­schen und der öster­rei­chi­schen Bevöl­ke­rung sind aktu­ell dage­gen, dass die Ukrai­ne so lan­ge nicht ver­han­delt, bis sie die Krim zurück­ge­won­nen hat.

Aber das macht doch nichts, setz dich bei Phoe­nix rein, behaup­te das Gegen­teil, hol dir ein zustim­men­des “Ja genau!” aus dem Panel - und hau die Sen­dung dann noch bei You­tube raus.

Wer braucht heut­zu­ta­ge schon Journalismus.

Die­se Gesell­schaft ist das abso­lut ABARTIGST ALLERLETZTE.

edit: Oh, geil - da kommt ja noch was dazu: Schwar­zer wird missrepresentiert.

Schwar­zer bei 3:20 in, “Russ­land muss sich aus den am 24. besetz­ten Gebie­ten zurück­zie­hen, das ist doch selbstverständlich”.

Schwar­zer repre­sen­tiert damit Mehrheitsmeinung.

Die Spie­gel Redak­teu­rin behaup­tet das Gegenteil.

Wer braucht hier schon Journalismus?

Wich­tig ist, dass wir alle wis­sen, dass wir uns vor der Bewe­gung distan­zie­ren müs­sen. War­um eigentlich?

Ja ehm - eh.. Weil sie die Mehr­heits­mei­nung in Deutsch­land reprä­sen­tiert, ver­mut­lich. Oder for­dert “die Eska­la­ti­on der Waf­fen­lie­fe­run­gen zu stop­pen. Jetzt!” - was die meis­ten Jour­na­lis­ten in Fra­gen à la “war­um wol­len sie jetzt Waf­fen­lie­fe­run­gen stop­pen, da ver­liert doch die Ukrai­ne” in ihren Fra­ge­stel­lun­gen umfor­mu­liert haben. Weil das ist ja das Selbe.

Die­se Gesell­schaft ist das abar­tigst Allerletzte.

So dezidiert nicht -

28. Februar 2023

Muss die Quel­len noch alle durch­ge­hen -- leg aber trotz­dem schon mal los -

Viel­leicht begin­ne ich mal mit den Din­gen die mei­ner beschei­de­nen und kom­plett unwe­sent­li­chen Auf­fas­sung nach unzwei­fel­haft und unbe­strit­ten klar sind.

Russ­land hat die Ukrai­ne mili­tä­risch ange­grif­fen. Völ­ker­rechts­wid­rig. Russ­land woll­te zum Zeit­punkt des Angrif­fes mehr als nur die Gebie­te im Osten der Ukrai­ne, die aber in jedem Fall. Der Angriff auf Kiew war nicht als Angriff zur “erfolg­rei­chen Ver­nich­tung der ukrai­ni­schen Flug­ab­wehr” kon­zi­piert son­dern zur Ein­nah­me von Kiew, und wenn das nicht mög­lich sein soll­te zumin­dest um ent­spre­chen­de Bil­der zu pro­du­zie­ren. src: click Bei 700 fest­ge­nom­me­nen Kol­la­bo­ra­teu­ren sei­tens der Ukrai­ne stand da wohl ein Umsturz­ge­dan­ke dahinter.

Bei der Her­lei­tung der “impe­ria­lis­ti­schen Ambi­tio­nen” Putins gibt es im Video aber streng betrach­tet immer noch gro­be theo­re­ti­sche Mängel.

Die im Video zur Legi­ti­ma­ti­on gegen die ver­meint­li­che Auf­fas­sung Putins von der Nato bedroht wor­den zu sein her­an­ge­zo­ge­ne Quel­le - die “All­rus­si­sche Offi­ziers­ver­samm­lung” ist vor dem Angriff als inter­ne Oppo­si­ti­on inner­halb Russ­lands auf­ge­fal­len. Wenn der Vor­sit­zen­de der Offi­ziers­ver­samm­lung am 31. Jän­ner 2022 für den Rück­tritt Vla­di­mir Putins plä­diert hat, dann wei­se ich dar­auf als ordent­li­cher His­to­ri­ker hin - bevor ich sie zur Legi­ti­ma­ti­on der “tat­säch­li­chen Hin­ter­grün­de” (weil rus­sisch und Offiziers- im Titel) her­an­zie­he. Und ich ver­ges­se es auch nicht zu erwäh­nen, dass es sich um einen Vete­ra­nen­ver­band handelt.

Die im Video refe­ren­zier­te Quel­le (“die ver­kün­det hat dass die Gefahr aus dem Aus­land her­bei­fan­ta­siert wor­den ist, um die krie­ge­ri­sche Pro­vo­ka­ti­on eines Angriffs auf das Nach­bar­land zu kaschie­ren”) sei:
Eine “Aus­sa­ge der „All­rus­si­schen Offi­ziers­ver­samm­lung“ am 24. Febru­ar 2022 über Hin­ter­grün­de des Krie­ges” die ich im Ori­gi­nal noch nicht gefun­den habe. Ich suche noch.

edit: Nach­trag: Ich glau­be kaum dass ich sie fin­den wer­de, hier die Goog­le suche nach ““All­rus­si­schen Offi­ziers­ver­samm­lung” after:2022-02-23″ - 14 Resul­ta­te, die ein­zi­gen Mel­dun­gen refe­ren­zie­ren die Aus­sa­ge vom 31. Jän­ner. Ich neh­me an der His­to­ri­ker der Eber­hard Karls Uni­ver­si­tät hat unge­nau recher­chiert. (Ich neh­me auch nicht an, dass der Vete­ra­nen­ver­band nach der Aus­sa­ge am 31. Jän­ner, noch exis­tiert hat um den Kriegs­ein­tritt am 24.02. öffent­lich zu kom­men­tie­ren, aber das ist der Zyni­ker in mir - bele­gen kann ichs nicht.)

edit: Kann es mitt­ler­wei­le bele­gen. Die Mos­kow Times ver­weist hier auf die Ori­gi­nal­quel­le. Bei der Ori­gi­nal­qi­el­le (All­rus­si­schen Offi­ziers­ver­samm­lung) gibt es am 24 Febru­ar kei­ne Ver­öf­fent­li­chung. Am 25. Febru­ar war bereits rus­si­sche Staats­pro­pa­gan­da auf der Sei­te zu lesen (“On Sna­ke Island (Odes­sa regi­on), 13 bor­der guards of Ukrai­ne were kil­led during its libe­ra­ti­on by the RF Armed For­ces.”)..

Hier der Ori­gi­nal­ar­ti­kel auf den im Video ver­mut­lich (sehr sicher) refe­ren­ziert wird.

Viel­leicht reicht ja auch die Ver­öf­fent­li­chung der sel­ben Offi­ziers­ver­samm­lung vom 31. Jän­ner (Die nach­fol­gen­de Quel­le (Das Insti­tut für Strategie- Politik- Sicherheits- und Wirt­schafts­be­ra­tung (ISPSW) mit Geschäfts­sitz in Ber­lin) gibt fälsch­li­cher­wei­se den 6. Febru­ar als Ver­öf­fent­li­chungs­da­tum an - auch toll… (Kein Scherz.):

Nun wird Iwa­schow kon­kre­ter: „Der Ein­satz mili­tä­ri­scher Gewalt gegen die Ukrai­ne wird ers­tens die Exis­tenz Russ­lands selbst als Staat in Fra­ge stel­len; zwei­tens wird es Rus­sen und Ukrai­ner für immer zu Tod­fein­den machen. Drit­tens wird es Tau­sen­de (Zehn­tau­sen­de) tote jun­ge gesun­de Jun­gen auf der einen und der ande­ren Sei­te geben… In die­sem Fall wer­den die rus­si­schen Trup­pen auf dem Schlacht­feld nicht nur ukrai­ni­schem Mili­tär­po­ten­ti­al gegen­über­ste­hen, unter denen vie­le Rus­sen sein wer­den, son­dern auch Mili­tär­po­ten­ti­al und Aus­rüs­tung aus vie­len NATO-Ländern, und die Mit­glieds­staa­ten des Bünd­nis­ses wer­den ver­pflich­tet sein, Russ­land den Krieg zu erklä­ren.“ Russ­land wer­de dann zu einem „Paria der Welt­ge­mein­schaft“ werden.

Die innen­po­li­ti­schen Fol­gen: „Unse­rer Mei­nung nach erkennt die Füh­rung des Lan­des, dass sie nicht in der Lage ist, das Land aus der Sys­tem­kri­se her­aus­zu­füh­ren, und dies kann zu einem Auf­stand des Vol­kes und zu einem Macht­wech­sel im Lan­de füh­ren.“ Iwa­schow for­dert vom Prä­si­den­ten, die „kri­mi­nel­le Poli­tik auf­zu­ge­ben, einen Krieg zu pro­vo­zie­ren, in dem sich die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on allein gegen die ver­ein­ten Kräf­te des Wes­tens wie­der­fin­den wird… und zurück­zu­tre­ten“. Er ruft die Bür­ger Russ­lands auf, sich „aktiv gegen die Pro­pa­gan­da und die Ent­fes­se­lung eines Krie­ges zu stel­len und einen inne­ren zivi­len Kon­flikt mit mili­tä­ri­scher Gewalt zu
verhindern.

src: click

Zur Legi­ti­ma­ti­on des Stand­punkts “impe­ria­le Ambi­tio­nen Putins” wird im Video fol­gen­de Pas­sa­ge im übli­cher­wei­se als wahn­sin­ni­gen Putin Trak­tat umschrie­be­nen, paper des Sel­bi­gen herangezogen:

Step by step, Ukrai­ne was drag­ged into a dan­ge­rous geo­po­li­ti­cal game aimed at tur­ning Ukrai­ne into a bar­ri­er bet­ween Euro­pe and Rus­sia, a spring­board against Rus­sia. Ine­vi­ta­b­ly, the­re came a time when the con­cept of ”Ukrai­ne is not Rus­sia“ was no lon­ger an opti­on. The­re was a need for the ”anti-Russia“ con­cept which we will never accept.

src: click

Die­se impli­ziert für sich und im Kon­text des papers gese­hen jedoch kei­ne impe­ria­lis­ti­schen Ambitionen.

Dar­auf­fol­gend wird im Video mit “eini­ge His­to­ri­ker sahen das bereits damals als einen Wech­sel zu einer offen­si­ve­ren, krie­ge­ri­schen Aus­sen­po­li­tik” erwei­tert. Das ist fair.

Auch ich kann das in den Punkt und den Text hin­ein­le­sen. Sehr ein­fach sogar - aber aus dem Text her­aus für sich impe­ria­le Ambi­tio­nen zu begrün­den ist nicht ohne zumin­dest klei­ne­re Inter­pre­ta­ti­ons­sprün­ge mög­lich. Es ist mehr die his­to­ri­sche Begrün­dung eines sol­chen Anspru­ches, und die Andro­hung ihn wie­der zu erhe­ben, als die Erhe­bung des Sel­bi­gen. Spitz­fin­dig­keit - aber dennoch.

Dann folgt im Video ein logi­sches Pur­zel­baum­schla­gen bezüg­lich dem Punkt, die Nato habe sich ver­pflich­tet jen­seits der Elbe kei­ne wei­te­ren Stütz­punk­te zu eröff­nen (Nato Grund­ak­te, Zwei-plus-Vier-Verhandlungen).

Selbst jetzt [2022] blieb die Alli­anz bemüht, rus­si­schen Befind­lich­kei­ten dabei Rech­nung zu tra­gen. Gemäß der Zusa­ge in der NATO-Russland-Grundakte, kei­ne sub­stan­zi­el­len Kampf­trup­pen dau­er­haft in den neu­en Mit­glieds­staa­ten zu sta­tio­nie­ren, blieb die Gesamt­zahl der 2016 beschlos­se­nen Enhan­ced For­ward Pre­sence auf unter 5000 Sol­da­ten beschränkt, die zudem halb­jähr­lich rotier­ten. Das zugleich ent­schlos­sen wie beschwich­ti­gend gemein­te Signal ver­fehl­te im Kreml jede Wir­kung. (bundeswehr.de 14. 04. 2022)

src: click

Das mag dar­in begrün­det sein, dass man dau­er­haft UND Kampf­trup­pen - spä­ter *räus­per* fle­xi­bel aus­ge­legt hat.

Die Staats­se­kre­tä­rin für Inter­na­tio­na­le Sicher­heits­fra­gen im US-Verteidigungsministerium, Celes­te Wal­lan­der, sag­te in Madrid, aus Sicht der USA ste­he die per­ma­nen­te Sta­tio­nie­rung von US-Truppen in Polen im Ein­klang mit der Nato-Russland-Grundakte von 1997. Sie ver­wies dar­auf, dass es sich nicht um Kampf­trup­pen han­de­le. In der Grund­ak­te hat­te sich die Nato auch ver­pflich­tet, auf die dau­er­haf­te Sta­tio­nie­rung “sub­stan­zi­el­ler Kampf­trup­pen” im öst­li­chen Bünd­nis­ge­biet zu ver­zich­ten. Die per­ma­nen­te Sta­tio­nie­rung von US-Truppen könn­te die Span­nun­gen mit Russ­land wei­ter ver­stär­ken. (Süd­deut­sche 29. 06. 2022, dh. nach Kriegsbeginn)

src: click

Außer­dem gäbe es das Veto Deutsch­lands und Frank­reichs zur Auf­nah­me Geor­gi­ens und der Ukrai­ne 2008. Also gäbe es ja kei­nen Grund für Russ­land sich vor einer Aus­wei­tung der Nato jemals gefürch­tet zu haben.

Chom­sky: Die Ukrai­ne wur­de gleich einem “defak­to” Mit­glied der Nato auf­ge­rüs­tet, und Mear­s­hei­mer, nahm im Jahr vor der rus­si­schen Inva­si­on an gemein­sa­men Nato­übun­gen teil (oder Spie­gel wer Mear­s­hei­mer nicht mag). Im Rah­men der US/ukrainischen demo­kra­tie­po­li­ti­schen Entwicklungs-Zusammenarbeit wur­de danach gestrebt mili­tä­ri­sche Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz auf ande­re Ent­schei­dungs­struk­tu­ren zu verteilen

Atlan­tic Coun­cil 2006:
Domestic reforms are of key impor­t­ance to the EU-Ukraine and NATO-Ukraine action plans. Suc­cess­ful poli­cy­ma­king requi­res inte­gra­ti­on of for­eign and domestic poli­cy, as well as eco­no­mic and social poli­cy with secu­ri­ty and defen­se issu­es. Imple­men­ting the EU-Ukraine and NATO-Ukraine plans, and poten­ti­al­ly NATO mem­ber agree­ments and/or the EU acquis com­mu­ni­taire in the future, will be a com­plex pro­cess. It will requi­re con­sen­sus bet­ween the pre­si­dent and prime minis­ter, as well as sup­port from a working majo­ri­ty in the Rada. Moreo­ver, the­re must be skil­led coor­di­na­ti­on across the Ukrai­ni­an government. This requi­res a strong, accep­ted, and empowe­red inter­agen­cy coor­di­na­ting mechanism.

[…]

Weak­nes­ses of the Cur­rent System

[…]

Pri­or to the 2006 con­sti­tu­tio­nal reforms, the Ukrai­ni­an pre­si­dent nomi­na­ted the prime minis­ter, who then had to be appro­ved by the Rada, and the pre­si­dent appoin­ted all minis­ters. When the con­sti­tu­tio­nal chan­ges take full effect with the March Rada elec­tions, the Rada will choo­se the prime minis­ter. In addi­ti­on to acqui­ring inde­pen­dence from the pre­si­dent, the prime minis­ter will have grea­ter aut­ho­ri­ty; he or she will appoint all minis­ters and seni­or agen­cy heads except for the for­eign and defen­se minis­ters, heads of the secu­ri­ty ser­vice and Natio­nal Bank of Ukrai­ne, pro­se­cu­tor gene­ral, and NSDC secreta­ry. Thus, most minis­ters will be named by, and pres­um­a­b­ly be more behol­den to, the prime minister.

This form of co-habitation bet­ween the pre­si­dent and prime minis­ter will add a new lay­er of com­ple­xi­ty to inter­agen­cy coor­di­na­ti­on in Ukrai­ne. For examp­le, the con­sti­tu­ti­on requi­res that many pre­si­den­ti­al decrees be coun­ter­si­gned by the prime minis­ter and rele­vant minis­ter. This pre­sen­ted litt­le pro­blem when the prime minis­ter and minis­ters ser­ved at the plea­su­re of the pre­si­dent. And it pres­um­a­b­ly will pre­sent litt­le pro­blem if the new prime minis­ter comes from Yushchenko’s poli­ti­cal par­ty, Our Ukrai­ne. That by no means is a given. Once the chan­ges are in place, and if the Rada choo­ses someo­ne other than a mem­ber of Our Ukrai­ne to be prime minis­ter, Yush­chen­ko will need to find ways to secu­re the prime minister’s sup­port for his poli­cy cour­se and con­sent to pre­si­den­ti­al decrees. Absent a mee­ting of the minds on a Euro-Atlantic inte­gra­ti­on cour­se bet­ween Yush­chen­ko and the prime minis­ter, this new power arran­ge­ment could pro­ve a for­mu­la for stale­ma­te that no coor­di­na­ti­on mecha­nism could overcome.

Thus, a clear under­stan­ding on Euro-Atlantic inte­gra­ti­on issu­es bet­ween the pre­si­dent and prime minis­ter will be even more important for a cohe­rent poli­cy cour­se toward the Euro­pean Uni­on and NATO. One key ele­ment to imple­men­ting such an under­stan­ding is to have an effec­ti­ve struc­tu­re in place for coor­di­na­ti­on bet­ween the pre­si­dent and prime minis­ter, as well as among all the various minis­tries and agencies.

Recom­men­da­ti­ons

[…]

• The Natio­nal Secu­ri­ty and Defen­se Coun­cil should be the seni­or policy-coordinating body for Euro-Atlantic ques­ti­ons. It pro­vi­des the logi­cal mecha­nism for coor­di­na­ti­on bet­ween the pre­si­dent and the prime minis­ter, as the NSDC is chai­red by the pre­si­dent with the prime minis­ter as a key mem­ber. When the NSDC con­si­ders Euro-Atlantic issu­es, mem­bers­hip on the body should be expan­ded to inclu­de all minis­ters who are invol­ved in or affec­ted by poli­ci­es desi­gned to draw Ukrai­ne clo­ser to the Euro­pean Uni­on and NATO. In terms fami­li­ar to Ame­ri­cans, an NSDC ses­si­on would be the equi­va­lent of a full Natio­nal Secu­ri­ty Coun­cil mee­ting chai­red by the president.

• The Government Com­mit­tee on Euro­pean and Euro-Atlantic Inte­gra­ti­on should be retai­ned, but the Ukrai­ni­ans should con­si­der two princi­pal chan­ges. First, the Com­mit­tee should be made sub­or­di­na­te to the NSDC rather than the Cabi­net of Minis­ters, as the Com­mit­tee will have to pre­pa­re poli­cy opti­ons and recom­men­da­ti­ons not just for the prime minis­ter, but for the pre­si­dent as well (sin­ce he will still retain lead respon­si­bi­li­ties in the for­eign and secu­ri­ty poli­cy are­as). Second, the Com­mit­tee should be chai­red by the NSDC secreta­ry. Par­ti­ci­pa­ti­on by minis­tries should be at the minis­te­ri­al level. In U.S. terms, the Com­mit­tee would then beco­me the equi­va­lent of the Princi­pals Committee.

• The Inter­agen­cy Com­mis­si­on of Natio­nal Coor­di­na­tors for Euro-Atlantic Inte­gra­ti­on should be made direct­ly sub­or­di­na­te to the Government Com­mit­tee on Euro­pean and Euro-Atlantic Inte­gra­ti­on. It should be chai­red by the seni­or depu­ty secreta­ry of the NSDC. Minis­tries should par­ti­ci­pa­te at the depu­ty minis­ter level. In U.S. terms, this would be the coun­ter­part to the Depu­ties Committee.

src: click

Dann gibt es im Video den Punkt Russ­land woll­te im Dezem­ber 2021 viel zu viel -

Der wie folgt ski­ziert wer­den kann:

EU Par­lia­ment Brie­fing “EU-Ukraine rela­ti­ons and the secu­ri­ty situa­ti­on in the coun­try” 02.02.2022

Diplo­ma­tic actions

The […] actions were fol­lo­wed by a seri­es of diplo­ma­tic exch­an­ges around New Year.

On 17 Decem­ber 2021, Rus­sia deman­ded bin­ding gua­ran­tees that Ukrai­ne and Geor­gia will not beco­me NATO mem­bers, as well as limi­ta­ti­ons on NATO’s mili­ta­ry pre­sence in eas­tern and cen­tral Euro­pean coun­tries which alrea­dy belong to the Alli­an­ce. The Rus­si­an and Ame­ri­can pre­si­dents tal­ked by pho­ne on 30 Decem­ber 2021, and agreed on a set of mee­tings which took place during the second week of 2022. The­se inclu­ded: the US-Russia Stra­te­gic Sta­bi­li­ty Dia­lo­gue (SSD) in Gene­va on 10 Janu­a­ry 2022, a con­ti­nua­tion of a secu­ri­ty dia­lo­gue crea­ted in June 2021 to address arms-control and risk-reduction mea­su­res; the NATO-Russia Coun­cil in Brussels on 12 Janu­a­ry and the OSCE’s Per­ma­nent Coun­cil mee­ting in Vien­na on 13 Janu­a­ry. During the­se mee­tings, Russia’s initi­al requests, equa­ting to Putin’s red lines, were rejec­ted by the Wes­tern coun­tries. The NATO allies pro­po­sed a dia­lo­gue on arms con­trol, mili­ta­ry trans­pa­ren­cy, and pre­ven­ting mili­ta­ry inci­dents; this was asses­sed by Rus­sia as not suf­fi­ci­ent, addres­sing only topics of secon­da­ry inte­rest to the country.

Es geht um die­sen Punkt:

During the­se mee­tings, Russia’s initi­al requests, equa­ting to Putin’s red lines, were rejec­ted by the Wes­tern countries.

Hier kon­kre­ter:

Mit­te Dezem­ber 2021 auch auf der Web­sei­te des Außen­mi­nis­te­ri­ums veröffentlichte: Die west­li­chen Staa­ten, so der Inhalt, soll­ten sich schrift­lich und ver­bind­lich ver­pflich­ten, kein wei­te­res Land in die NATO auf­zu­neh­men. Zudem sei die Präsenz ausländischer Trup­pen auf dem Gebiet der neu­en Mit­glie­der in Ost­mit­tel­eu­ro­pa gänzlich abzu­bau­en. [5000 Mann per­ma­nent sta­tio­nier­te Kampf­trup­pen] Auch müssten die USA ihre Kern­waf­fen aus Euro­pa zurückziehen und dürften in Euro­pa kei­ne Rake­ten sta­tio­nie­ren, die Russ­land errei­chen könnten. Mit die­ser Auf­for­de­rung ein­her ging die Andro­hung „militärtechnischer Maß­nah­men“ für den Fall der Zurückweisung. Um sei­ne „militärtechnische“ Dro­hung zu unter­mau­ern, setz­te Mos­kau die bereits begon­ne­ne Ver­le­gung von Trup­pen an die ukrai­ni­sche Gren­ze fort (auch unter Ein­be­zie­hung des Ter­ri­to­ri­ums von Bela­rus). Was vie­le nicht begrei­fen woll­ten: Die­ses Ulti­ma­tum war eine ver­klau­su­lier­te Kriegserklärung gegen die Ukrai­ne und den Wes­ten, gegen die auch noch so viel gut gemein­te Diplo­ma­tie nichts aus­rich­ten konnte.1
1 Andrew E. Kramer/Steven Erlan­ger: Putin Moves to Push NATO Out of For­mer Soviet Repu­blics, New York Times, 18.12.2021, A1.

src: click

Jetzt gibt es zu die­se Betrach­tung aber eine ande­re Aus­le­gung von Tho­mas Gra­ham im CFR.

Näm­lich dass der Teil (fett)

During the­se mee­tings, Russia’s initi­al requests, equa­ting to Putin’s red lines, were rejec­ted by the Wes­tern countries.

der wesent­li­che war - und die Posi­tio­nen tat­säch­lich Aus­gangs­po­si­tio­nen waren, auf­grund der man die Ver­hand­lun­gen im Dezem­ber 2021 nicht sei­tens der US ein­fach abbre­chen hät­te sollen.

Aus­le­gung Tomas Gra­ham: Russ­land woll­te mög­li­cher­wei­se ein Zuge­ständ­nis, dass die Ukrai­ne und Geor­gi­en nicht der Nato bei­tre­ten, als Kern­for­de­rung - der Rest sei mög­li­cher­wei­se Ver­hand­lungs­mas­se gewesen.

Eine ähn­li­che Aus­le­gung fin­det sich bei Nafta­li Ben­net als Skiz­zie­rung der mög­li­chen, da bereits zuge­sag­ten Kom­pro­mis­se für Posi­tio­nen für eine Been­di­gung des Krieges.

Kon­den­sie­ren wirs auf eine ein­fa­che Betrach­tung herunter.

Die Ukrai­ne wur­de mit Waf­fen aus Nato­staa­ten auf­ge­rüs­tet, es gab Aus­bil­dungs­in­itia­ti­ven aus Nato Staa­ten. Es gab gemein­sa­me Manö­ver mit Natostaaten.
Es gab von den US initi­ier­te Vor­schlä­ge für die Anglei­chun­gen des Rechts­rah­mens der Ukrai­ne um eine Nato Mit­glied­schaft zu ermöglichen. 

Atlan­tic Coun­cil (2006)

The Ukrai­ni­an inter­agen­cy coor­di­na­ting sys­tem will be fur­ther chal­len­ged by the con­sti­tu­tio­nal chan­ges that began to come into effect on Janu­a­ry 1, 2006. The­se will signi­fi­cant­ly alter the balan­ce of power bet­ween the pre­si­dent and the Rada, and the balan­ce of exe­cu­ti­ve power bet­ween the pre­si­dent and the prime minis­ter. In both cases, the president’s aut­ho­ri­ty will be diminished.

This move away from the kind of super-presidency model that deve­lo­ped during the Kuch­ma years will intro­du­ce grea­ter checks and balan­ces into the Ukrai­ni­an government and poli­ti­cal sys­tem. This could very well be a posi­ti­ve deve­lo­p­ment for Euro-Atlantic inte­gra­ti­on, as evi­den­ced by the expe­ri­ence of the coun­tries of Cen­tral and Eas­tern Euro­pe that have recent­ly joi­ned NATO and the Euro­pean Uni­on after imple­men­ting major demo­cra­tic and eco­no­mic reforms.

src: click

Es gab Selen­sky­js Dekret 117/2021 zur De-Okkupation und Wie­der­ein­glie­de­rung der Krim vom 24.03.2021

Roland Cza­da:

Im April 2021 begann die Ver­le­gung rus­si­scher Trup­pen an die Gren­ze zur Ukrai­ne. Anlass war das am 24. März 2021 unter­zeich­ne­te ukrai­ni­sche Regie­rungs­de­kret Nr.117/2021 über die De-Okkupation und Rück­erobe­rung der Krim und der Donbas-Region. Gleich­zei­tig waren 300 Ton­nen ame­ri­ka­ni­scher Waf­fen an die Ukrai­ne gelie­fert wor­den. Im Juni 2021 hat­te die US-Administration eine wei­te­re geplan­te Waf­fen­lie­fe­rung im Umfang von 100 Mio. Dol­lar vor­über­ge­hend gestoppt, nach­dem der rus­si­sche Prä­si­dent ankün­dig­te, sei­ne Trup­pen zurück­zu­zie­hen. Die Trup­pen wur­den teil­wei­se abge­zo­gen, die mili­tä­ri­sche Infra­struk­tur blieb jedoch bestehen. Im Okto­ber 2021 begann eine zwei­te Trup­pen­kon­zen­tra­ti­on mit einer grö­ße­ren Zahl von Sol­da­ten. Die Über­ra­schung war den­noch groß, als nach einer Serie von Ver­mitt­lungs­ver­su­chen, unter ande­rem des fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Macron und von Bun­des­kanz­ler Scholz, die rus­si­schen Trup­pen am 24. Febru­ar 2022 in die Ukrai­ne einfielen.“

src: click

Es gab das hier:

US reac­tions

During a pho­ne con­ver­sa­ti­on on 2 Janu­a­ry 2022 bet­ween the US and Ukrai­ni­an pre­si­dents, Pre­si­dent Biden decla­red that the US and its allies ‘will respond decisi­ve­ly if Rus­sia fur­ther inva­des Ukrai­ne’. Alrea­dy during his can­di­da­cy, Joe Biden was outs­po­ken about Ukraine’s role in US for­eign poli­cy and ack­now­led­ged the pos­si­bi­li­ty of pro­vi­ding secu­ri­ty assi­s­tance and wea­pons. Pre­si­dent Zelen­skyy visi­ted Washing­ton in Sep­tem­ber 2021 and met Pre­si­dent Biden. The Joint State­ment on the US-Ukraine Stra­te­gic Part­ners­hip reaf­fir­med US sup­port for ‘Ukraine’s right to deci­de its own future for­eign poli­cy cour­se free from out­side inter­fe­rence, inclu­ding with respect to Ukraine’s aspi­ra­ti­ons to join NATO’. Moreo­ver, Pre­si­dent Biden announ­ced a US$60 mil­li­on secu­ri­ty assi­s­tance packa­ge, inclu­ding addi­tio­nal Jave­lin anti-armour sys­tems and forth­co­m­ing joint hard­ware pro­duc­tion through Ukro­boron­prom. Washing­ton reco­gni­s­es Ukrai­ne as ‘cen­tral to the glo­bal strugg­le bet­ween demo­cra­cy and auto­cra­cy’. In late Decem­ber 2021, defen­si­ve mili­ta­ry aid worth US$200 mil­li­on was appro­ved, with deli­ve­ries alrea­dy arri­ving. In Janu­a­ry 2022, the US appro­ved the sen­ding of American-made anti-tank and anti-aircraft mis­si­les to Ukrai­ne by the Bal­tic States.

src: EU Par­lia­ment Brie­fing “EU-Ukraine rela­ti­ons and the security
situa­ti­on in the coun­try” 02.02.2022

Kon­den­sie­ren wir es noch wei­ter runter:
Die Nato hat eine Erwei­te­rung vor­be­rei­tet. Die Nato hat Zusi­che­run­gen in der Nato Grund­ak­te und dem Zwei-plus-Vier-Vertrag fle­xi­bel aus­ge­legt. Die US haben wie­der­holt die Zusa­ge die Ukrai­ne und Geor­gi­en auf­neh­men zu wol­len aktiv in com­mu­ni­ques bestä­tigt (auch Zeit­na­he zum Kon­flikt), dem ent­ge­gen stand ein Veto von Frank­reich und Deutsch­land bezüg­lich einer Auf­nah­me zur Nato 2008, was nur das war - ein Veto.

Über­sim­pli­fi­ziert, man hat Putin gesi­gnalt “Nato Erwei­te­rung, nicht wäh­rend dei­ner Amtszeit”.

Jetzt hat Russ­land ein ordent­li­ches demo­gra­phi­sches Pro­blem namens Über­al­te­rung. Bedeu­tet, höchs­te demo­gra­phi­sche Aus­deh­nung jetzt. Größ­te Aus­deh­nung des Mili­tärs, jetzt. Wor­auf Put­ler begon­nen hat in Grenz­re­gio­nen mit den Mit­teln einer Auto­kra­tie “vor­wärts zu sichern” dh. - zu expan­die­ren (Syri­en, Tsche­tsche­ni­en, …). Dar­an dass er das in der Ukrai­ne mili­tä­risch ver­sucht, hat bis zu Kriegs­be­ginn (US Diens­te bereits etwas davor) nie­mand so recht geglaubt. Das Zeit­fens­ter (bis in der Demo­gra­phie die 45 Jäh­ri­gen im Bulk weg­bre­chen und die Kohor­te der Rekru­tier­ba­ren schlag­ar­tig zurück­geht), sind 7 Jahre.

Es macht also aus einer inter­nen Logik Russ­land her­aus Sinn, jetzt - und nicht erst in 10 Jah­ren Debat­ten über Sicher­heits­ord­nun­gen zu füh­ren, wenn man die­se durch mili­tä­ri­sche Dro­hun­gen unter­füt­tern woll­te. In 10 Jah­ren - oder je nach Kriegs­ver­lauf schon eher - hat man nicht mehr viel um eine Droh­ku­lis­se aufzubauen.

Sel­bi­ge Begrün­dung kann für das Füh­ren eines Krie­ges her­an­ge­zo­gen wer­den. Als Start­schuss für ein neo­im­pe­ria­les Pro­jekt - eher nicht.

Nach der Been­di­gung der Ver­hand­lun­gen über eine euro­päi­sche Sicher­heits­ord­nung im Dezem­ber, die laut dem Video, oder dem oben zitier­ten NYT Kom­men­tar angeb­lich bereits ein Indi­ka­tor für die impe­ria­len Ambi­tio­nen Putins gewe­sen wäre - es laut dem CFR aber nicht war -

stellt sich die Fra­ge - wie impe­ria­lis­tisch war der rus­si­sche Angriff? Fol­gen wir Reis­ner, Mear­s­hei­mer und ande­ren waren 100.000 Sol­da­ten deut­lich zu wenig die Ukrai­ne mili­tä­risch zu besetzen.

Medi­al auch ger­ne in der Aus­sa­ge ver­wen­det “Russ­land hät­te bis­her zu wenig Infan­te­rie­sol­da­ten gehabt, bis März wür­de sich das aber umkehren”.

Jetzt ein­fach mal so wild dar­auf losspe­ku­liert, legt das fol­gen­des Bild nahe.

Russ­land bekommt kei­ne Zusa­ge bezüg­lich einer Nicht-Ausweitung der Nato im Dezem­ber 2021. Russ­land greift die Ukrai­ne an. Die Angrif­fe im Osten sind stra­te­gisch recht gut koordiniert.

Der Angriff auf Kiew angeb­lich (laut Reis­ner) schlecht kon­zi­piert. In dem Sin­ne, dass man angeb­lich der Ansicht war man kön­ne rela­tiv ein­fach durch­pre­schen, oder sogar ein Fal­schirm­jä­ger­bat­tali­on in Hos­to­mel lan­den, mit dem dann rein nach Kiew, Pro­pa­gan­da­bil­der schie­ßen und durch eine hohe Anzahl mitt­ler­wei­le von der Ukrai­ne fest­ge­nom­me­ner Kol­la­bo­ra­teu­re einen Staats­streich durch­füh­ren. Wäh­rend man gleich­zei­tig im Osten neue mili­tä­ri­sche Rea­li­tä­ten schafft.

Die gesamt 100.000 Sol­da­ten waren zu wenig um die Ukrai­ne zu beset­zen. Laut Mear­s­hei­mer brau­che es dafür mehr als die aktu­ell kol­por­tier­ten 500.000 die Russ­land nach dem zwei­ten Rekru­tie­rungs­dri­ve in der Ukrai­ne haben soll. Der Angriff auf Kiew war laut Reis­ner als Blit­zin­itia­ti­ve aus­ge­rüs­tet, die nicht dazu in der Lage gewe­sen wäre Kiew durch Bela­ge­rung zu neh­men, was aber das “wahr­schein­li­che Sze­na­rio” der meis­ten Stra­te­gen war (die Kiew inner­halb von drei Tagen bis zwei Wochen fal­len sehen haben).

Wie wahr­schein­lich ist bei die­sem Sze­na­rio (“Putin hat sich kom­plett ver­kal­ku­liert”) ein neo-imperialistischer Putin, der nach­dem er eine Land­brü­cke nach Trans­nis­tri­en eta­bliert hat (in sei­ner Wunsch­vor­stel­lung) noch das Bal­ti­kum und Polen angreift?

Wo Russ­land noch nicht mal auf die Rekru­tie­rung wei­te­rer Sol­da­ten vor­be­rei­tet war, da es sich laut Reis­ner für einen Plan ent­schie­den habe, der mit dem der­zei­ti­gen Rekru­tie­rungs­stand der rus­si­schen Armee aus­führ­bar war “was Putin schein­bar dazu bewo­gen hat, die­se Opti­on zu zie­hen” (para­phra­siert, sie­he: click).

Also blei­ben “impe­ria­lis­ti­sche Ambi­tio­nen” im Grun­de auf die Ukrai­ne beschränkt (auch nach den rus­si­schen Pro­pa­gan­da Tex­ten auf die sich die His­to­ri­ker bezie­hen, Stich­wor­te RUS und Novor­os­si­ya) - und auf Trans­nis­tri­en, Mol­da­wi­en und Geor­gi­en, in dem Fal­le falls es mili­tä­risch so gut gelau­fen wäre, dass man mit den 100.000 jetzt doch eigent­lich noch wei­ter machen hät­te können.

Also um den “Vor­gar­ten” Russ­lands in geo­stra­te­gi­scher Parlance.

Wie­der zurück zum Video:

Wir müs­sen glau­be ich unse­ren Blick auf die Ukrai­ne frei­ma­chen von dem Ein­fluss des rus­si­schen Impe­ria­lis­mus der doch auch unse­ren Blick immer wie­der lenkt. Die Ukrai­ne ist defi­ni­tiv kein Hin­ter­hof oder Vor­gar­ten Russ­lands und die Ukrai­ne ist deut­lich mehr als eine Puf­fer­zo­ne zwi­schen ver­schie­de­nen Ein­fluss­zo­nen und auch kein Spiel­ball für die Macht­kon­flik­te zwi­schen Ost und West die Ukrai­ne ist heu­te ein selbst­be­stimm­ter Staat der sehr lan­ge Zeit in sei­ner Geschich­te gefan­gen zwi­schen den Impe­ri­en gewe­sen ist und sich dann sehr müh­se­lig auf den Weg zu sich selbst gemacht hat und ein Staat der jetzt gera­de bemüht ist sei­nen eige­nen eige­nen Weg in die Welt des 21 Jahr­hun­derts zu fin­den und das ist völ­ker­recht­lich gese­hen ein völ­lig legi­ti­mes Anliegen.

Das Pro­blem ist, wir machen unse­ren Blick nicht nur frei vom “Ein­fluss des rus­si­schen Impe­ria­lis­mus”. Wir machen unse­ren Blick auf frei vom Rea­lis­mus (geo­po­li­ti­sche Theo­rie, eine von drei­en - und die bis­her viel­leicht wesent­lichs­te, denn die ande­ren bei­den waren Idea­lism (“Die US beschüt­zen als Welt­po­li­zist die Welt”) und Libe­ra­lism (“Inter­na­tio­na­le Insti­tu­tio­nen soll­ten Kon­flik­te ohne Waf­fen­ge­walt lösen”)

Und wir machen unse­ren Blick frei von der Sicht, die selbst Biden in sei­ner Jugend noch hatte:

But so much dama­ge was done as a con­se­quence of the for­eign poli­cy decisi­ons the last pre­si­dent made in Latin Ame­ri­ca, Cen­tral Ame­ri­ca, and South Ame­ri­ca that we now have — when I call for a sum­mit of the demo­cra­ci­es — I cal­led that, and a num­ber of nati­ons show­ed up for this Sum­mit of Demo­cra­cy — what is it that’s going to allow us to gene­ra­te — we’ve actual­ly had a reduc­tion in the num­ber of demo­cra­ci­es in the world. And it seems to me there’s not­hing more important.

We used to talk about, when I was a kid in col­le­ge, about “America’s backy­ard.” It’s not America’s backy­ard. Ever­ything south of the Mexi­can bor­der is America’s front yard. And we’re equal peop­le. We don’t dic­ta­te what hap­pens in any other part of that — of this con­ti­nent or the South Ame­ri­can con­ti­nent. We have to work very hard on it. 

But the trou­ble is: We’re having gre­at dif­fi­cul­ty making up for the mista­kes that were made the last four years, and it’s going to take some time.

src: click
(edit: Was heißt Jugend..)

Kunst­stück, Mear­s­hei­mer wur­de damals noch nicht sie­ben zu nie­man­den von der Hoo­ver Insti­tu­ti­on dis­kre­di­tiert. Wie zwei Wochen nach Kriegsbeginn.

Und des­halb brau­chen wir jetzt -

Die Grün­dung einer neu­en Schu­le des Mul­ti­la­te­ra­lis­mus, die rea­lis­ti­sche und idea­lis­ti­sche Außen- und Sicher­heits­po­li­tik ver­eint, wird zur Dis­kus­si­on gestellt.

Geo­po­li­tik nicht als Leit­mo­tiv sehen

Inter­na­tio­na­le Bezie­hun­gen sol­len nichts ande­res als den täg­li­chen Bedürf­nis­sen im poli­ti­schen Leben die­nen; ihr innen­po­li­ti­scher Bezug ist daher evi­dent. Aller­dings nicht aus der übli­chen Per­spek­ti­ve, näm­lich dem “Lip­pen­ab­le­sen”, um “poli­tisch zu punk­ten” unter dem Deck­män­tel­chen des Bür­gers als Sou­ve­rän. Nein, umge­kehrt soll Geo­po­li­tik, also das Spiel von Macht­in­ter­es­sen auf glo­ba­ler Ebe­ne, als inte­gra­ler Teil von mensch­li­cher Sicher­heit gese­hen wer­den, als eine gewich­ti­ge Dimen­si­on, nicht aber als Leit­mo­tiv oder gar über­ge­ord­ne­tes Axiom.

src: click

Wie­ner Zei­tung, 20. 08. 2022

Ursu­la Werther-Pietsch, Mit­un­ter­zeich­ne­rin - Initia­ti­ve “Unse­re Sicher­heit”.

Sie­he: (1 Stich­wort Öster­rei­chisch Ame­ri­ka­ni­sche Gesell­schaft|2)

edit: Hier noch der offe­ne Brief der All­rus­si­schen Offi­ziers­ver­samm­lung im vol­len Wort­laut - über­setzt via deepl.com, das ist laut Dr. Klaus Gest­wa, Pro­fes­sor für Ost­eu­ro­päi­sche Geschich­te von der Uni­ver­si­tät Tübin­gen die sprich­wört­li­che smo­king gun:

Anspra­che der All­rus­si­schen Offiziersversammlung

an den Prä­si­den­ten und die Bür­ger der Rus­si­schen Föderation

Heu­te lebt die Mensch­heit in Erwar­tung eines Krie­ges. Ein Krieg bedeu­tet unver­meid­li­che Ver­lus­te an Men­schen­le­ben, Zer­stö­rung, Lei­den gro­ßer Men­schen­mas­sen, Zer­stö­rung ihrer gewohn­ten Lebens­wei­se und Stö­rung der Lebens­sys­te­me von Natio­nen und Völ­kern. Ein gro­ßer Krieg ist eine gro­ße Tra­gö­die, ein schwe­res Ver­bre­chen. Russ­land steht zufäl­li­ger­wei­se im Zen­trum die­ser dro­hen­den Kata­stro­phe. Und das viel­leicht zum ers­ten Mal in sei­ner Geschichte. 

Bis­her hat­te Russ­land (die Sowjet­uni­on) einen erzwun­ge­nen (gerech­ten) Krieg geführt, und zwar in der Regel dann, wenn es kei­nen ande­ren Aus­weg gab, wenn die vita­len Inter­es­sen des Staa­tes und der Gesell­schaft bedroht waren.

Und was bedroht heu­te die Exis­tenz Russ­lands selbst, und gibt es sol­che Bedro­hun­gen? Man kann sagen, dass es tat­säch­lich Bedro­hun­gen gibt - das Land steht kurz vor der Voll­endung sei­ner Geschich­te. In allen lebens­wich­ti­gen Berei­chen, ein­schließ­lich der Demo­gra­fie, kommt es zu einer ste­ti­gen Ver­schlech­te­rung der Lebens­be­din­gun­gen, und das Aus­ster­ben der Bevöl­ke­rung bricht welt­weit Rekor­de. Und die Ver­schlech­te­rung ist sys­te­mi­scher Natur, und in jedem kom­ple­xen Sys­tem kann der Zusam­men­bruch eines Ele­ments zum Zusam­men­bruch des gesam­ten Sys­tems führen.

Und dies ist unse­rer Mei­nung nach die größ­te Bedro­hung für die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on. Aber es han­delt sich um eine inter­ne Bedro­hung, die aus dem Staats­mo­dell, der Qua­li­tät der Macht und dem Zustand der Gesell­schaft resul­tiert. Und die Grün­de für ihre Ent­ste­hung sind intern: das unren­ta­ble Staats­mo­dell, die völ­li­ge Inkom­pe­tenz und Unpro­fes­sio­na­li­tät des Sys­tems von Macht und Ver­wal­tung, die Pas­si­vi­tät und Des­or­ga­ni­sa­ti­on der Gesell­schaft. In einem sol­chen Zustand kann ein Land nicht lan­ge überleben.

Was die Bedro­hun­gen von außen angeht, so sind sie sicher­lich vor­han­den. Aber nach unse­rer Exper­ten­ein­schät­zung sind sie der­zeit nicht kri­tisch und bedro­hen direkt die Exis­tenz der rus­si­schen Staat­lich­keit und ihrer vita­len Inter­es­sen. Im Gro­ßen und Gan­zen ist die stra­te­gi­sche Sta­bi­li­tät gewahrt, die Atom­waf­fen sind unter ver­läss­li­cher Kon­trol­le, die NATO-Truppenverbände wer­den nicht auf­ge­stockt, und es gibt kei­ne bedroh­li­chen Aktivitäten.

Daher ist die Situa­ti­on um die Ukrai­ne in ers­ter Linie künst­lich und dient eini­gen inter­nen Kräf­ten, ein­schließ­lich der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on, zum eige­nen Vor­teil. Infol­ge des Zusam­men­bruchs der UdSSR, an dem Russ­land (Jel­zin) maß­geb­lich betei­ligt war, wur­de die Ukrai­ne zu einem unab­hän­gi­gen Staat, der Mit­glied der UNO ist und gemäß Arti­kel 51 der UN-Charta das Recht auf indi­vi­du­el­le und kol­lek­ti­ve Ver­tei­di­gung hat.

Die rus­si­sche Füh­rung hat die Ergeb­nis­se des Refe­ren­dums über die Unab­hän­gig­keit der DNR und der LNR noch immer nicht aner­kannt, wäh­rend sie auf offi­zi­el­ler Ebe­ne, auch wäh­rend des Mins­ker Ver­hand­lungs­pro­zes­ses, immer wie­der betont hat, dass deren Gebie­te und Bevöl­ke­rung zur Ukrai­ne gehören.

Sie hat auch wie­der­holt auf hoher Ebe­ne erklärt, dass sie nor­ma­le Bezie­hun­gen zu Kiew unter­hal­ten wol­le, ohne die DVR und die LPR als beson­de­re Bezie­hun­gen herauszustellen.

Die Fra­ge des Völ­ker­mords in den süd­öst­li­chen Regio­nen durch Kiew wur­de weder bei den Ver­ein­ten Natio­nen noch bei der OSZE zur Spra­che gebracht. Damit die Ukrai­ne ein freund­li­cher Nach­bar Russ­lands bleibt, muss­te sie natür­lich die Attrak­ti­vi­tät des rus­si­schen Staats­mo­dells und Regie­rungs­sys­tems unter Beweis stellen.

Die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on hat dies jedoch nicht getan. Ihr Ent­wick­lungs­mo­dell und ihr außen­po­li­ti­scher Mecha­nis­mus der inter­na­tio­na­len Zusam­men­ar­beit haben fast alle ihre Nach­barn ver­prellt, und nicht nur das.

Die Über­nah­me der Krim und Sewas­to­pols durch Russ­land und die Tat­sa­che, dass die inter­na­tio­na­le Gemein­schaft die­se Gebie­te nicht als rus­sisch aner­kennt (was bedeu­tet, dass die über­wie­gen­de Mehr­heit der Staa­ten der Welt sie immer noch als Teil der Ukrai­ne betrach­tet), zeigt deut­lich das Schei­tern der rus­si­schen Außen­po­li­tik und die Unat­trak­ti­vi­tät der rus­si­schen Innenpolitik.

Der Ver­such, die Men­schen durch Ulti­ma­ten und Gewalt­an­dro­hun­gen dazu zu brin­gen, die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on und ihre Füh­rung zu “lie­ben”, ist sinn­los und äußerst gefährlich.

Die Anwen­dung mili­tä­ri­scher Gewalt gegen die Ukrai­ne wür­de ers­tens die Exis­tenz Russ­lands selbst als Staat in Fra­ge stel­len; zwei­tens wür­de sie Rus­sen und Ukrai­ner für immer zu Tod­fein­den machen. Drit­tens wür­den auf der einen wie auf der ande­ren Sei­te Tau­sen­de (Zehn­tau­sen­de) jun­ger, gesun­der Men­schen getö­tet, was sich mit Sicher­heit auf die künf­ti­ge demo­gra­fi­sche Situa­ti­on in unse­ren aus­ster­ben­den Län­dern aus­wir­ken wird. Auf dem Schlacht­feld wer­den die rus­si­schen Trup­pen in die­sem Fall nicht nur ukrai­ni­schen Sol­da­ten gegen­über­ste­hen, unter denen sich vie­le rus­si­sche Kin­der befin­den wer­den, son­dern auch Sol­da­ten und Aus­rüs­tung vie­ler NATO-Länder, und die Mit­glied­staa­ten der Alli­anz wer­den gezwun­gen sein, Russ­land den Krieg zu erklären.

Der tür­ki­sche Staats­prä­si­dent Erdo­gan hat klar gesagt, auf wes­sen Sei­te die Tür­kei kämp­fen wird. Und wir kön­nen davon aus­ge­hen, dass die bei­den tür­ki­schen Feldar­me­en und die Mari­ne den Befehl erhal­ten wer­den, die Krim und Sewas­to­pol zu “befrei­en” und mög­li­cher­wei­se in den Kau­ka­sus einzumarschieren. 

Dar­über hin­aus wür­de Russ­land ein­deu­tig als Bedro­hung für den Frie­den und die inter­na­tio­na­le Sicher­heit ein­ge­stuft, mit schwers­ten Sank­tio­nen belegt, von der inter­na­tio­na­len Gemein­schaft aus­ge­sto­ßen und wahr­schein­lich sei­nes Sta­tus als unab­hän­gi­ger Staat beraubt.

Der Prä­si­dent, die Regie­rung und das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um kön­nen sol­che Kon­se­quen­zen nicht über­se­hen, sie sind nicht so dumm. 

Es stellt sich die Fra­ge: Was ist der eigent­li­che Zweck der Pro­vo­ka­ti­on von Span­nun­gen am Ran­de eines Krie­ges und der mög­li­chen Ent­fes­se­lung von Feind­se­lig­kei­ten gro­ßen Aus­ma­ßes? Dass dies der Fall sein wird, wird durch die Anzahl und Zusam­men­set­zung der von den Par­tei­en auf­ge­stell­ten Trup­pen bestä­tigt - min­des­tens hun­dert­tau­send Sol­da­ten auf jeder Sei­te. Indem Russ­land sei­ne Ost­gren­zen offen­legt, ver­legt es Trup­pen an die Gren­zen der Ukraine.

Unse­rer Mei­nung nach hat die Füh­rung des Lan­des in dem Bewusst­sein, dass sie nicht in der Lage ist, das Land aus der Sys­tem­kri­se her­aus­zu­füh­ren, und dass dies zu einem Volks­auf­stand und einem Macht­wech­sel im Lan­de füh­ren könn­te, mit Unter­stüt­zung der Olig­ar­chie, der kor­rup­ten Beam­ten­schaft, der För­der­me­di­en und der Sicher­heits­diens­te beschlos­sen, ihre poli­ti­sche Linie zur end­gül­ti­gen Zer­stö­rung der rus­si­schen Staat­lich­keit und zur Aus­rot­tung der ein­hei­mi­schen Bevöl­ke­rung des Lan­des zu aktivieren. 

Wir sind der Mei­nung, dass die Füh­rung des Lan­des, die erkannt hat, dass sie nicht in der Lage ist, das Land aus der Sys­tem­kri­se her­aus­zu­füh­ren, und dass dies zu einem Volks­auf­stand und einem Macht­wech­sel im Lan­de füh­ren könn­te, mit Unter­stüt­zung der Olig­ar­chie, der kor­rup­ten Beam­ten­schaft, der För­der­me­di­en und der Sicher­heits­diens­te beschlos­sen hat, ihre poli­ti­sche Linie zur end­gül­ti­gen Zer­stö­rung der rus­si­schen Staat­lich­keit und zur Aus­rot­tung der ein­hei­mi­schen Bevöl­ke­rung des Lan­des zu aktivieren. 

Und der Krieg ist das Mit­tel zur Lösung die­ses Pro­blems, um ihre anti­na­tio­na­le Macht für eine Wei­le zu erhal­ten und den dem Volk geraub­ten Reich­tum zu bewah­ren. Wir kön­nen kei­ne ande­re Erklä­rung annehmen. 

Wir for­dern den Prä­si­den­ten der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on, wir Offi­zie­re Russ­lands, auf, sei­ne ver­bre­che­ri­sche Poli­tik der Pro­vo­ka­ti­on eines Krie­ges, in dem die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on allein gegen die ver­ei­nig­ten Kräf­te des Wes­tens ste­hen wür­de, auf­zu­ge­ben, die Vor­aus­set­zun­gen für die prak­ti­sche Umset­zung von Arti­kel 3 der Ver­fas­sung der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on zu schaf­fen und zurückzutreten.

Wir appel­lie­ren an alle Reser­vis­ten und pen­sio­nier­ten Sol­da­ten und Bür­ger Russ­lands mit der Emp­feh­lung, wach­sam und orga­ni­siert zu sein, die For­de­run­gen des Rates der All­rus­si­schen Offi­ziers­ver­samm­lung zu unter­stüt­zen, sich der Pro­pa­gan­da und der Ent­fes­se­lung des Krie­ges aktiv zu wider­set­zen, um einen inne­ren Bür­ger­krieg mit dem Ein­satz mili­tä­ri­scher Gewalt zu verhindern.

Das also - dh. der demo­gra­phi­sche Kol­laps Russ­lands und -

Wir sind der Mei­nung, dass die Füh­rung des Lan­des, die erkannt hat, dass sie nicht in der Lage ist, das Land aus der Sys­tem­kri­se her­aus­zu­füh­ren, und dass dies zu einem Volks­auf­stand und einem Macht­wech­sel im Lan­de füh­ren könn­te, mit Unter­stüt­zung der Olig­ar­chie, der kor­rup­ten Beam­ten­schaft, der För­der­me­di­en und der Sicher­heits­diens­te beschlos­sen hat, ihre poli­ti­sche Linie zur end­gül­ti­gen Zer­stö­rung der rus­si­schen Staat­lich­keit und zur Aus­rot­tung der ein­hei­mi­schen Bevöl­ke­rung des Lan­des zu aktivieren.

sei ein neo­im­pe­ria­lis­ti­sches Szenario.

Stimmt nicht ganz Herr Pro­fes­sor. Aber gut, dass sies noch­mal sinn­ent­stellt zitieren.

Die inhalt­li­che Inte­gri­tät der Original-Quelle konn­te von mir mit­tels archive.org nur zum Stand 04. Febru­ar geprüft wer­den. Ver­öf­fent­licht wur­de laut Arti­kel hea­der am 31. Jän­ner. (Nicht am 06. Febru­ar, wie von der wei­ter oben zitier­ten Quel­le erwähnt.)

(Und ja, ich bin alle Arti­kel auf der Web­sei­te der Ori­gi­nal­quel­le von Ende Jän­ner bis Ende Febru­ar in Maschi­nen­über­set­zung durch­ge­gan­gen. Alle reden von die­sem Arti­kel, mit drei unter­schied­li­chen Datums­an­ga­ben. Es gibt nur den einen offe­nen Brief an die rus­si­sche Regierung.)