Mehrere deutsche Wissenschafter und Militärexperten sehen mit Blick auf den Ukraine-Krieg zum jetzigen Zeitpunkt keinen Spielraum für eine “seriöse diplomatische Lösung”. Viel mehr fordern die 22 Autoren in einem Gastbeitrag für die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” (FAZ), “das Niveau und die Quantität westlicher Waffenlieferungen” an die Ukraine zu erhöhen, damit das Land einen “Diktatfrieden” abwenden könne.
Sollte die Ukraine dem russischen Angriff unterliegen, sei damit zu rechnen, dass Moskau weitere Kriege plane, “um die europäische Sicherheitsordnung zu zerstören”, warnten sie.
(“gez. die Anti-Alice Schwarzer Fraktion” oder anderes gesagt, die “Intellektuellen” (22 Autoren) des deutschen sicherheitsindustriellen Komplexes)
src: click
“Die Ukraine muss gewinnen, weil Verlieren keine Option ist.”
Ich denke, beide Seiten wollen zeigen, dass sie Fortschritte machen, bevor der Winter kommt. Den Ukrainern wird es dabei vor allem darum gehen, den eigenen Leuten zu demonstrieren, dass die Armee die Russen nicht nur aufhalten kann, sondern auch in der Lage ist, Territorium zurückzuerobern. Damit würde man gleichzeitig auch ein deutliches Signal an den Westen schicken, dass es sich nach wie vor auszahlt, die Ukraine zu unterstützen.
“Der frühere australische General Mick Ryan gehört zu den großen Erklärern des Ukraine-Krieges im englischsprachigen Raum.” (Alpbach Networker)
src: click
“Die Ukraine muss jetzt gewinnen, sonst bekommt sie zu wenig Unterstützung.”
“We’ve been learning through CNN reporting, that Ukraine and the US wargamed this counter offensive out to some degree in advance of this, and it appears that the US counseled the Ukraine away from a more expansive counteroffensive - seemed to direct them to focus their fire and resources on Kherson. Was that the right call in your view?”
“Well, absolutely, I mean, it, look … […]”
[…] “I do want to ask you, because this week, we have seen the first steps in a significant ukrainian counter offensive in the south, focused on Kherson - do ukrainian forces today have the capabilities and the weapons they need to take and hold territory currently held by russian forces?”
“Well - certainly not. But they do have the capability, if they use it correctly to move deeply into at least Kherson, if they succeeded in cutting off russian reinforcements from resupply, from across the dnieper river. Thats a big step. And then - if the russian command and control is attacked, thats another big step. And they’ve got artillery, they are using it… This is a reconnaissance led attack. Its gonna move slowly, its gonna grind its way through, they are gonna serve their forces, but - to really clean the russians out they need armored fighting vehicles, more artillery, they need air - fighter bombers, and long range [unintelligible] missiles, so - they are a long way from having everything they need, but this is a very, very important attack, strategically, and politically - for Ukraine.”
(Gen. Wesley Clark - Former NATO Supreme Allied Commander)
“Die Ukraine kann nichts gewinnen, aber viele Russen töten und Command and Control disrupten. Desshalb will sie aktuell auch nicht verhandeln, weil sie ja glaubt gewinnen zu können.”
Ich fasse also zusammen:
Die Ukraine muss selbst entscheiden - ein Diktatfrieden muss abgewendet werden.
Aber die Ukraine darf nicht selbst entscheiden, denn ohne die Schlachtfeldsimulationen der US hätten die gerade ihre militärische Kapazität in einem Großangriff verheizt, den sie nicht gewinnen konnten, außerdem haben sie noch nicht genügend Waffen um auch nur Kherson zu nehmen, außerdem ist das dennoch das Hauptziel der Initiative.
Also wenn wir davon absehen, dass das erreichbare, vorläufige Hauptziel ein langsamer, zermürbender Vorstoß einer von Aufklärungseinheiten getragenen Offensive ist (Hit and run), die wieder einmal Command and Control Strukturen zerstören, sowie möglichst viele russische Opfer produzieren soll, ohne etwas (medial) Vorzeigbares zu erreichen.
Aber wenn das (Zurückdrängen hinter den Dnepr?) erreicht wird - dann kann der Krieg endlich verlängert werden und die Ukraine bekommt vielleicht die Waffen, die Deutschland (in Absprache mit den US, die sie ebenfalls nicht liefern) bis heute nicht liefern will.
Sagt man der Ukraine. (“Militärisch und politisch extrem wichtige Operation.”)
Dann erst könnten sie Kherson befreien und halten.
Also wenn sie dann auch Luftraumdominanz hätten, und Bomber schicken könnten.
Das ist aber das Hauptziel der aktuellen Initiative.
Das Wichtigste ist aber, dass die Ukraine selbst entscheiden muss, was sie will.
Ich würde sagen die Öffentlichkeit ist von den Medien wieder einmal top informiert.
SCHWEINE, WICHSER, ARSCHLÖCHER, SÄUE, DRECK.
Oh, und die Ukraine auch - “[Der ukrainische Ministerpräsident] Schmyhal betonte auf Twitter, der Wiederaufbau in den “befreiten Gebieten” der Ukraine müsse “so schnell wie möglich losgehen”.”
Was? (Dörfer, Vororte und die Relevanz ihres Wiederaufbaus mitten im Krieg…)
Weil die “Zeitenwende” als selbstreferenzielle Erklärung für alles gerade wieder Hochkonjunktur hat. (Hmmm, sweet Propaganda… Hm, so sweet…) Wie kams eigentlich dazu? Also zur Formulierung, zur Idee dahinter, …
[Kontext zur Zeitenwende Rede im deutschen Bundestag]
“Tell us a little bit about the setting and the atmosphere in the chamber. Was this expected at what point did you actually realize this was going to be not your ordinary session?”
“Thank you very much, I think it was, it was clear from the beginning when the whole plenary arose to give standing ovations to the ukrainian ambassador which is really extraordinary, I mean you have to know that there is a kind of informal code of conduct that the government bench and the Länder bench never raise, never give applause because, it’s really restricted to the members of parliament but all the benches stood up and applauded of course it was to the brave people of ukraine but it was also to the brave ambassador, I mean who really rallied for the course of ukraine for for months and it was seen at times as a pain in the neck in the chancellery and another official institutions but he never gave up and I think we all know he was right to do so. The second moment was of course when chancellor Scholz announced the setup of the defense fund of 100 billion and and with that clearly marking a fundamental return of german politics on that so that that was I would say a revolution in german politics in in a way it was a very late response to a speech that federal president Gauck gave 2014 at the Munich Security Conference where he called for more german responsibility in in and geopolitics but that’s I think a topic you Thomas know much more about, uhm.”
Bei 3:25 in.
Zuerst einmal zu den unwichtigen Teilen. Der tapfere ukrainische Botschafter, ist nicht mehr im Amt weil er sich als Nazi-Verbrechen Relativierer entpuppt hat, kleines diplomatisches faux pas, das “nur” eine öffentliche Aburteilung zur Folge hatte und später die Abberufung. Das war der erste unwichtige Nebenaspekt, der zweite ist, dass Deutschland nicht Führungsstärke zeigen wollte, sondern eigentlich mit “die Ukraine soll das entscheiden” überaus zufrieden war. (Schwachsinn, siehe Rammstein-Format in dem 40 Länder das abgenickt haben, was die US wollten (Kunststück, die Gespräche fanden in Rammstein statt… Go figure.), und wenn die Ukraine das Selbe will, bekommt sie sogar Waffen! Leider muss die Ukraine einen Aufreibungskrieg wollen, bis Russland so geschwächt ist, dass dort mehrere Dienste eine echte Option für einen Regimechange sehen - toi, toi, toi -- aber das kann man ja für die Bevölkerung wieder als “dass Russland das nie wieder machen kann” reframen - geht halt nur darum, dass es den Leuten so dreckig geht, dass sie hungern und auf die Straße gehen. Also wird jetzt von Seiten der Ukrainer erstmal schön weitergestorben.).
Diese beiden Aspekte (durchatmen) waren schon mal kompletter Bullshit, der dritte Aspekt ist aus meiner Sicht hier aber heute relevanter.
“Es war bereits klar in welche Richtung es geht, als sich der gesamte Plenarsaal erhob und sich zu Standing Ovations hinreißen hat lassen.” Die Regierungsbank und die Länder-Vertreter Bank haben sich ebenfalls erhoben und fleißig mitgeklatscht.
Das Parlament war zu dem Zeitpunkt voll besetzt (wirkt dann besser).
Das sei “ungewöhnlich”, denn einem informellen Code of Conduct nach ist es eigentlich nur den Parlamentsmitgliedern gestattet laut Zustimmung, oder Missfallen zu zeigen, dh. zu klatschen. Was für ein informeller Code of Conduct das ist?
Das Hausrecht des deutschen Parlaments.
Was für ein unerhörter Zufall, dass das an dem Tag bei vollbesetztem Haus gebrochen wurde, … Kam besser in den Fernsehbildern.
Die Rede selbst wurde am 27.02. gehalten. Damit stellt sich folgende Frage (siehe fett hervorgehobene Passage):
“With all the comments that were after - within the last weeks, months and even years about the communication skills and tests of Mr Scholz - you know he’s from hamburg like I am and - I’ve been knowing him for years, I was not so surprised that some other members of the social democratic party that he’s in, in demanding situations he’s able to do to work this out, but this was truly a super important moment where he managed, uhm, to to put this all into into one act of communication, obviously it was very well operatively worked on within the coalition, uhm, it was too detailed not to do so, so it wasn’t just a one-man speech without any, uhm, any work between the parties before that, uhm, so there everybody was knowing what he was doing at that time so um and he was right, uh, he was right the world is not, uh, is not the same not only because the attack of uhm, on ukraine but also because the social democratic party being the party that is, uh, which, uh, which the the chancellor at this point in this very important point is a member of, would have to accept as well that the world has changed but what does this…”
“You said everybody knew it - it seemed from following it on television that many in the german bundestag didn’t know this was coming the surprise in the chamber seemed palpable. Was it a surprise to many of even the social democratic caucus because this has been prepared, but the events unfolding since the invasion have been so fast-paced that I imagine the coordination is in a small coalition circle so it’s it seemed to me that this - there must have been dynamics going on in social democracy itself.”
“So you’re talking about the 100 billion euro fund?”
“I’m not just talking about that there is a course correction of russia policy, there’s a course correction of energy policy vis-a-vis russia and there’s a course correction of defense policy with large implications on numerous foreign policy issues as well so take me into the chamber and your conversation with your colleagues.”
“Well first of all, uh, there is no difference between the social democrats, the greens and the liberals at this point, so in details of that speech maybe … don’t take me, don’t quote me on this one, but maybe a dozen people in the room knew what was coming in detail in that speech, maybe.”
Bei 19:15 in.
Also - für eine Zeitenwende brauchst du drei Tage, ein vollbesetztes deutsches Parlament, bei dem die Leute für den Tag eingeladen und gebrieft wurden zu klatschen (man hat ihnen gesagt, sie dürfen das an dem Tag, auch wenn sies normalerweise nicht dürfen), den tatsächlichen Inhalt der Rede kannten zu dem Zeitpunkt an dem sie gehalten wurde aber nur ein knappes dutzend Personen.
Dh. verknappt - wenn du eine ungenannete Schutzmacht Europas bist und einen Ratschlag von mir hören wolltest, bräuchte es für eine Zeitenwende zwölf Einladungen zu Abendessen. Und einen russischen Angriffskrieg.
Da willst du doch “Zeitenwende” heute als Begründung für eh alles hören, oder?
Das Expertenpanel das das für unsere transatlantische Freunde innerhalb des German Marshall Fund of the United States reflektiert und aufbereitet, sollte natürlich auch die Executive Director (female) for Europe and Eurasia, der Open Society foundation beinhalten. Das hilft enorm dabei, dass die Panelteilnehmer ein ungefähres geistiges Frame haben, was sie sagen dürfen und was nicht. Siehe Jeffrey Sachs, der nicht mehr bei Project Syndicate veröffentlichen kann. (Wer hier nach Gemeinsamkeiten sucht, und bei beiden den selben Inhaber/Sponsor findet, darf ihn behalten. Ich bin ja nicht verrückt das hier zu kritisieren, ich sag nur wies gelaufen ist.)
Wenn die IAEA mehrfachen Impactschaden in Reaktorblöcken von Saporischschja feststellt und die Ukraine davor “Flood the zone with shit” gespielt hat, lautet die Überschrift am nächsten Tag - (Entwarnung), Atomenergiebehörde will dauerhaft in AKW Saporischschja bleiben.
Wenn die Episteme die acht Tage nach Kriegsbeginn bei der Hoover Institution erfunden wurden als Erklärung nicht mehr ausreichen - werden Sanktionen “alternativlos” erklärt. Kleines Problem dabei, Sanktionen sind per Definition nie alternativlos. (Begründung brauchen wir aber auch keine mehr, nur Volkstribunen, die noch deklarieren was man glauben und nachsagen darf.)
Zusatz:
Es sei aber “auch alternativlos”, den Bürgerinnen und Bürgern die Notwendigkeit der Sanktionen zu vermitteln.”, sagte Edtstadler am Rande des Forums Alpbach zur APA.
Verbreite Propaganda, wenn du morgen noch einen Job haben willst. (Eine Erklärung findest du nirgendwo im Artikel, warum auch? Es geht nur darum ein Epistem zu deklarieren.)
Westliche Werte sind aufgezwungene Episteme. Ohne Begründung, ohne Erklärung, ohne sie auch nur zu nennen. Das muss man fühlen, oder es funktioniert nicht.
Wenn die Öffentlichkeit mal etwas kritisch hinterfragt, ist sie selbstredend ruhig zu stellen - in dem man die Frage zurückspiegelt.
“Es sei auch wichtig zu hinterfragen, was sich wirklich auf die Sanktionen zurückführen lasse und was Dinge seien, “die möglicherweise auch sonst passiert wären, die aufgrund anderer Umstände eingetreten sind”
Das Argument ist widersinnig (wenn höhere Füllstände verordnet werden, treibt das Spekulation bei der Preisentwicklung, da ja jetzt jeder weiß, dass der Marktpreis um 1000% steigen kann und man trotzdem einen Abnehmer findet.)
Aber Autorität wird im wertebasierten Westen von Medien nicht mehr hinterfragt, vor allem wenn die Uschi sagt, das war auch der Putin (das Böse), und mit den Sanktion hätte das nichts zu tun (obwohl die direkte Gegenreaktion auf die Sanktionen Liefereinschränkungen von russischem Gas waren, das von den Sanktionen ausgenommen ist). Danke Frau von der Leyen. Märchenstunde bei Illner.
Heute ist Geopolitik in Eurasien wieder ein Kampf ums Überleben. Die ultimative Frage lautet darum, wie wir die Werte von Kants ewigem Frieden innerhalb der EU bewahren und uns gleichzeitig gegen Gefahren aus dem umliegenden Dschungel verteidigen können.
Das ist die Definition warum es alternativlos ist. Sie ist konstruiert. Erkennt man daran, dass sie mit drei aufgeladenen Metaphern arbeitet, während sie wieder das unglaublich heroische Opfer der Ukraine als Motiv hochstilisiert.
KAMPFUMSÜBERLEBEN! Alternativlos, nur nicht nachdenken. EWIGENFRIEDENBEWAHREN! Alternativlos, nur nicht nachdenken! VORDEMUMLIEGENDENDSCHUNGELVERTEIDIGEN! Alternativlos, nur nicht nachdenken!
Philosophieren alleine reicht aber nicht, wenn man Direktor des ECFR ist, da braucht es auch Handlungsansätze. Also stellt man vier Fragen, die die Politik lösen muss.
Die europäischen Staats- und Regierungschefs müssen die Welt, in der sie leben wollen, mit der Welt, die Putin ihnen aufgezwungen hat, in Einklang bringen.
Erstens: Wohin gehören die Grenzen Europas und die Grenzen der Nato? Über viele Jahre haben sich die Europäerinnen und Europäer nur dann mit Grenzen beschäftigt, wenn es darum ging, sie im Inneren zu beseitigen – oder zu senken, um einen unabhängigen Kosovo anzuerkennen. Die genauen Umrisse der Europäischen Union und der Nato waren eher vage. Jetzt muss darüber diskutiert werden, wer reingehört und wer draußen bleibt.
Direkte, möglichst lange Landgrenze der Nato mit Russland durch die Aufnahme der Ukraine in die EU wonach ihr eine Natomitgliedschaft nicht mehr verweigert werden kann.
Zwei:
Die zweite Frage lautet, ob Europa für eine regionale Ordnung bereit ist, die nicht auf Regeln und Institutionen, sondern auf einem Gleichgewicht der Kräfte basiert. Der alte Traum einer Ordnung mit Russland ist geplatzt und wurde durch eine Ordnung gegen Russland ohne gemeinsame Institutionen oder Vertrauen ersetzt. Dies wird zu einem gewaltigen Schub der Wiederaufrüstung führen, der in Deutschland und Dänemark bereits begonnen hat. Außerdem steht eine neue Debatte über Militärbasen und Atomwaffen an, die Europas Aufmerksamkeit (und vermutlich Ressourcen) von ihrem globalen multilateralen Engagement abziehen wird.
Da muss er nicht lange schwafeln, die US hatten da bereits angekündigt in Osteuropa neue Natobasen zu bauen. Stoltenberg hat danach selbst auf Journalistennachfragen in Pressekonferenzen verweigert zu definieren woher denn die Aufstockung der schnellen Eingriffstruppe für Europa auf 300.000 Mann stamme.
Drei:
Drittens: Hat Europa eine politische Basis für den Aufbau wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Resilienz? In Connectivity-Kriegen, das sind Konflikte zwischen voneinander abhängigen Mächten, sind Geduld und Leidensfähigkeit die Schlüssel zum Erfolg. Die Sanktionen gegen Russland finden zurzeit breite Unterstützung, die aber womöglich nachlässt, wenn die Öl- und Gaspreise weiter stark steigen und eine Rezession auslösen.
Wir brauchen mehr Propaganda für das Volk. Hier und jetzt und heute noch. Und mehr. (Soetwas wie “es ist Alternativlos” ohne jegliche Begründung.)
Vier:
Die letzte große Frage lautet, ob Europa Teil einer regionalen Ordnung ist oder einer globalen. Noch vor ein paar Wochen galt Europa als geopolitischer Zuschauer des wichtigsten Kampfes im 21. Jahrhundert: der Schlacht um die Kontrolle im Indopazifik. Der neue europäische Krieg und die immer engere Partnerschaft zwischen China und Russland hat Europa und “Eurasien” wieder ins Zentrum der Weltbühne gerückt. Wie Jeremy Shapiro vom European Council on Foreign Relations schreibt, muss die Nato sich jetzt mit den Demokratien in Asien vernetzen, ihre Politik abstimmen und sogar ihre Ressourcen auf die europäische und die pazifische Bühne aufteilen.
Die Handelsbeziehungen und damit wechselseitigen Abhängigkeiten mit Five Eyes und Japan zu verstärken um den US die auf die lang anhaltende Wechselkursentwertung von einem Drittel pochen noch mehr Zucker in den Arsch zu blasen. Zusatz, der Anknüpfungspunkt ist hier eine Welt mit mehr Konflikten und höheren Risikokosten in globalen Lieferketten (durch den Klimawandel und durch eine US die sich als Schutzmacht perspektivisch, nicht nur für die Handelsflüsse Chinas zurückzieht). Also was tun? Wir fragen den Thinktank European Council on Foreign Relations, der rät uns zu ALLEN Konditionen auf eine Verstärkung in der Integration mit dem “wertebasierten Westen” hinzuarbeiten. Als letzter Block, der mitten in einem Krieg, diesbezüglich neue bilaterale Handelsverträge mit den US, den Five Eyes und am besten noch Japan abschließen soll. (Korrektur: Europa verspricht vor sechs Monaten - keine TTP style Verhandlungen, aber bilaterale Handelsverträge mit Ländern im Indopazifik. Ob das noch Bestand hat?)
Und weils von Project Syndicate kommt, darfst du es im Standard nicht hinterfragen - copy/paste des Artikels, oder schleich dich.
Problem - das ist mit dem journalistischen Ethos nicht vereinbar. Das darfst du nicht machen, ohne es zu kontextualisieren. Ohne es zu kommentieren.
Aber was willst du machen, es ist Project Syndicate, also machst dus. Du republisht. Und hältst die Fresse.
Nochmal: Eins: Ukraine als neutrales Land ist jetzt per Definition undenkbar. Zwei: Wir sollten über die Rolle der Nato in der EU und über mehr Natobasen nachdenken, deren Bau bereits angekündigt ist. Drei: Das Volk sei mit Propaganda zu verarschen. Vier: Europa ist global neu am unipolaren Hegemon auszurichten (für multipolare Handelsbeziehungen “bliebe jetzt ja weniger Zeit” (Gott sei Dank, jemand denkt auch an die Karrierediplomaten)), vor allem bei Handelsbeziehungen. Wenn wir unsere Kinder als Soldaten in den Südpazifik schicken wollen, dürfen wir das aber natürlich auch veranlassen.
Einschub: Johannes Kopf hat fünf Tage nachdem er bei einer von der Wiener Zeitung moderierten Gesprächsrunde zur Zukunft der Arbeit in der österreichisch amerikanischen Gesellschaft geladen war (Niveau: Ein US industrieller verarscht das Panel, dass 10x geringere Bezinpreise schon sehr schwer für sein Unternehmen zu schultern sein, da die Mitarbeiter ja so viel Auto fahren, Kopf sagt ein Stehgreif Satzerl auf, dem Chefredakteuer der Wiener Zeitung der als Moderator der illustren Runde bezahlt wird, fällts nicht auf, alle klatschen), das “Bürgervolksbegehren” (Umfragen nach 10% dafür) für ein “bündnisfreies Österreich” unterzeichnet und sich zum Mitorganisator erklären lassen. Das ist doch schon mal ein guter Anfang.
Das Video haben 64 Leute auf youtube gesehen, da kaufst du dir doch den Chefredakteur der Wiener Zeitung als Moderator dafür. Der Austausch der Meinungen stand hier ja im Vordergrund. *würg*
Wieder zurück zur ECFR Veröffentlichung bei Project Syndicate: Daneben noch deklarative Schmankerln wie:
Bei der Krise, in die Putin Europa gestürzt hat, geht es aber nicht nur um Sicherheit. Es geht um Philosophie.
[…]
Dieser Konflikt spielt sich aber nicht hinter einem eisernen Vorhang ab. Seine Parteien sind zutiefst miteinander verwoben und er wird nicht nur mit Flugzeugen und Panzern geführt, sondern auch mit Sanktionen, Lieferketten, Finanzströmen, Informationen und digitalen Bits.
Diese Superverflechtung macht einen stabilen Frieden unmöglich.
Lustiger Zufall - wieder mal - Jeffrey Sachs (Direktor des UN Sustainable Development Solutions Network, der als erste fachlich legitimierte Person überhaupt, den Talkingpoints widersprochen hat, dass es mit der “Green Transition” in Europa ja jetzt schneller gehen würde, mit denen die Bevölkerung immer noch verarscht wird. (Gas ist das Transition Fuel, das kostet jetzt das vierfache (und kommt mir mich jetzt nicht mit die Wasserstoff Lieferketten mit Umwandlungsverlusten von jenseits von Gut und Böse “fangen das auf”) Lässt man die spkulationsgetriebenen Preissteigerungen außen vor haben sowohl die US, als auch Japan bessere Produktionsbedingungen, bei uns landet durch jetzt teurere Transitionskosten noch weniger Wertschöpfung, und unsere Bevölkerungszahl nimmt (im Gegensatz zu den US mit Mexico an der Grenze (siehe VW-Werk Mexiko…)) ab, während die Boomer kein Geld mehr fürs Risikoinvestment haben, um den Nachbarn im Alter jetzt doch noch kurzfristig in Punkto Lebensqualität durch return of investment auszustechen, sondern das Kapital in der Pensi aus der Geselschaft ziehen, bedeutet Investitionsklima wird schlechter), also der Jeffrey Sachs war ja dieses Jahr ja auch wieder in Alpbach - aber dessen Position hältst du gefälligst aus den Medien raus, denn --
Wie Jeffrey Sachs hier im Folgenden selbst erklärt wurde er binnen eines Monats vom auf Project Syndicate MEISTVERÖFFENTLICHTEN Autor, zur Person deren Artikel auf deren Plattform nicht mehr veröffentlicht wurden.
Durchgedreht? Verrückt? Nein - er war einfach nur als ehemaliger US Finanzexperte in die Ausgestaltung des Wiederaufbauplans “neues demokratisches Russland” involviert, und hat die “nicht ein Schritt weiter östlich” Aussagen selbst auf dem diplomatischen Level gehört. Und hat noch die Entwicklungsländer perspektivisch am Radar, und was der Ukrainekrieg mit denen macht -- also pasta, persona non Grata, schleich dich du Wichser, du kommst in der medialen Berichterstattung nicht mehr vor.
10 Jahre lang in Alpbach. Gesicht der Alpbach-Laxenburg Group, die seit 2013 Nationalbanken und Regierungen (durch beratende Tätigkeiten) das beibringt, was “Fridays for the Future” ja angeblich der Politik und nicht der Bevölkerung (*hust*) beibringen hätte sollen - dies ja dann 2019 “endlich auch nach Alpbach geschafft haben” (Alpbach Facebook PR), aber leider, was willst du machen, vom meistveröffentlichten Autor auf Project Syndicate, zur Persona non Grata geworden, die jetzt noch vor italienischen Einflussgruppen stattfinden kann, da kein US Hegemonie Fan.
Im Gegensatzt zur Edtstadler, die ja weiß, dass Sanktionen alternativlos seien (der Gag ist, Sachs argumentiert das diametrale Gegenteil), dass man das der Bevölkerung aber “beibringen muss”, und dass die Energiepreisspekulation bis zum Marktversagen an Putin liegt, aber keinesfalls an den EU Sanktionen, denn die EU - so UvdL hätte ja verordnet, dass alle Länder ihre Gasspeicherfüllstände auf Niveau bringen müssen.
Die das öffentlich in Alpbach zu Protokoll geben muss.
Ein Hofknicks ist ein SCHEISS dagegen (kein Fan, aber bitte diese Unterwürfigkeit und Prävalenz im Vermitteln von Propaganda nur für einen Moment mal im Vergleich zu sehen).
Und weils grad so schön ist - hat Chomsky gleich noch ein paar Konzepte bei der Hand, die man heute in dieser Gesellschaft nicht mehr aussprechen darf, da für sie noch nicht mal eine emotional aufgeladene Propaganda Rechtfertigung gefunden werden konnte.
When Joe Biden came in he effectively expanded the program of what US military journals called defacto integration of Ukraine within Nato, in September 2021 proposed an enhanced program of preparation of Nato, that mission was extended with a formal statement in November we are now practically up to the invasion, Putins position hardened, France, mainly France, to an extent Germany, did make some move towards possible negotiations, Putin dismissed them, moved on to the direct invasion - to the effect of your question, what motivates him, I suppose what he has said all along. Establishing his legacy as a leader who overcame the extensive destruction of russia and massive weakening and restore its position as a world power, prevented Ukraine from entering Nato, that may have further ambitions as to dominating and controlling Ukraine, very likely -- there is a theory in the west, that he suddenly became a total madman, who wants to restore the great russian empire, this is combined with the gloating over the fact, that russias military is a paper tiger, that cant even conquer cities, a couple of kilometers from the border, defended not even by a regular army. As somehow along with this he is planing to attack Nato powers, conquer Europe as well -- it is impossible to put all these concepts together, they are totally internally contradictory. So - whats my judgement? I think what motivates him is what he is demonstrating in his actions. Restore, russia as a great power, restore its economy, control it as a total dictatorship, enrich himself and his cronies, establish a legacy as a major figure in russian history, make sure Ukraine doesnt join Nato and probably by now he has hardened the position [to] maintain Crimeas southeastern corridor to russia - and some ambiguous agreements about the Donbas region - that looks like his motivation. There is speculation on this, but very hard to reconcile with the assessment of the real world, by the same people who are making these grandiose speculations.
Das Gespräch hat noch einen besseren Teil, der kommt danach, aber ich lass es mal dabei bewenden.
“You know - in all those years, Putin really didnt talk much about not wanting to lose the only yearlong ice free harbor in the entire Russian Federation, that also served as a military base and underpinned russias unrestricted access to the black sea, and therefore much of its international trade - much… We three former U.S. national security advisors think, that that couldnt have been much of a real motivation, when we did nothing as the Ukraine took our javelins and stingers and ‘liberated’ the Donbas, which we sanctioned their use for in december - after the fact. We also subscribe to the madman theory and maintain, that we did nothing wrong. On the contrary, we were too benevolent, bumbling and inactive…” You should know the spiel, by now.
edit: Gegen Ende des Panels wird Tom Lehrer wieder aktuell. Ah - alte weiße Männer, in der Nixon Administration sozialisiert, und ihr Blick auf die Welt… Dafür haben sie sich aber eine Gehaltserhöhung verdient! Gleich selbst auszahlen, solange die Mehrheiten dafür im Kongress noch vorhanden sind.
Geschenkt, dass man auch das durchgehen lässt, ich meine wir sind an der LSE, wieso sollte man hier Positionen hinterfragen, oder nochmal nachhaken, wenn der Interview Gast seine Auslegungen nicht begründen kann…
Dran bleiben hat sich gelohnt.
Aspen Security Forum 2022:
Auf der Bühne die üblichen Kandidaten. Eine Moderatorin die partisan as fuck ist, und gleich mal mit einer Geschichte das Framing festsetzt, bevor überhaupt jemand zum Reden kommt, ein Vertreter des US Security Establishments (es ist eine Sicherheitskonferenz), der wieder mal rein zufällig nebenbei fallen lassen muss, wie lange man versucht habe mit Russland zu verhandeln, bis man die neue Realität anerkannt hatte (“me and my friends, we tried so hard” - facts: talks were not continued, US stopped them unilaterally, Europe was not involved;) und diesmal neu, ein Vertreter des “Estonian Foreign Intelligence Services”, mit dem üblichen humble brag dem gegenüber der in dieser Industrie die shots called, trotzdem sehr amüsant, wenn dann “we are so happy that we could provide our little part to help the big guys, CIA and NSA” dabei herausschaut -- aber was solls, die selbe Scheiße wie auf jedem Industrieevent mit öffentlichen Panels.
Das Interessante ist dass sich die drei Vertreter in dieser Zusammensetzung vor einem Publikum das ihnen wohlgesonnen ist, das erste Mal (!) dazu hinreißen haben lassen die Zielperspektive des Ukraine Krieges für den Westen wie folgt zu skizzieren.
“Je mehr Soldaten Russland jetzt verliert, denn sie haben schon viele verloren, desto wahrscheinlicher wird es für Putin ein Problem, bei seinen Wiederwahlen in 2024.”
Für sich genommen noch nicht so spektakulär, aber die Details sind der Hammer. Der estländische Geheimdienst, hat schon mal eine Liste der russischen Unternehmensführer aggregiert, die gegen den Krieg sind, aber diesbezüglich keine öffentlichen Statements abgegeben haben, Ziel ist konkret auf Regimechange hinzuwirken. Der Main Angle dafür sind mehr tote russische Soldaten, da man bereits genau in den Flowcharts hat, dass Putin wieder einmal in den entlegenen Regionen, und nicht rund um die großen Städten rekrutiert hat um weniger soziale Unruhen zu provozieren (nach den 30.000 toten russischen Soldaten blieben die Soldatenmütter Proteste diesmal, aus dem Grund weitestgehend aus, der Westen war sehr enttäuscht - siehe Angle der den Medien damals verkauft wurde: click), aber nicht nur dass Russland in den Regionen rekrutiert hat, sondern wie viel, von welchen Ethnien, wie viel Kinder die Durchschnittsmutter in diesen Regionen hat, und dass das mittlerweile oftmals bei einem pro Familie liegt, also sieht man hier “Unruhepotential” für die Wahlen von 2024. Weiters würde man mit den Himars Raketenwerfern ja nicht nur Muntionsdepots treffen, sondern auch Ausbildungsstätten, das wären dann so in etwa 100 Tote pro Treffer, das läppert sich. Immer noch Originalzitate aus dem Video. Nicht nur das, die ukrainischen Wahlen laufen gleichzeitig - dh, bis dahin wird Selenksyj so und so unterstützt, denn wie sähe das sonst aus, … Die Wahlen in Europa seien später, dh. das funktioniert schon - ich denks mir nicht aus, alles immer noch Teil des Gesprächs. Der andere Angle (nicht Main Angle), sind “hungernde Mägen”, aufgrund der Unternehmenspleiten in russischen Unternehmen unter den aktuellen Sanktionen.
Das Sensationelle ist hier die Gewichtung.
Es geht uns um einen Shot Regimechange in 2024 herbeizuführen. Wir möchten dafür primär die Zahl toter Russen auf dem Schlachtfeld erhöhen, daher sind Offensivwaffenlieferungen aktuell so wichtig. Sanktionen sind nur ein Nebenziel das vor allem darauf abzielt russische Unternehmen zu zerstören, um damit 2024 die Arbeitslosenrate in Russland zu erhöhen, was mehr Leute hungrig werden lässt, was die Chance auf Regimechange erhöht.
Wie war das noch gleich? Die Ukraine braucht mehr Waffen um sich zu verteidigen? Vor allem mobile Mehrfachraketenwerfersysteme, für einen lang anhaltenden Aufreibungskrieg, hinter der russischen Front? In dem möglichst viele Leute sterben? Der aber garantiert kein Proxy war ist, weil das will nur Putin dass man den so nennt.
Gott diese Geselschaft wird so elendiglich verarscht…
(
A proxy war is an armed conflict between two states or non-state actors, one or both of which act at the instigation or on behalf of other parties that are not directly involved in the hostilities.[1] In order for a conflict to be considered a proxy war, there must be a direct, long-term relationship between external actors and the belligerents involved.[2] The aforementioned relationship usually takes the form of funding, military training, arms, or other forms of material assistance which assist a belligerent party in sustaining its war effort.[2]
Direkt aus den Expertenrunden die ein Rauscher per Schrei-Koller der österreichischen Regierung und der Opposition in Form der SPÖ nahe legt, seit dem er ins IWMVienna geladen und dort von der Bühne genamedroppt wurde.
Diese Gesellschaft ist das Allerletzte. Ich Wichser, ihr Schweine, ihr Säue, ihr Arschlöcher, ihr fucking Dreck.
Ukrainische Gegenoffensive an mehreren Fronten: Russen zurückgedrängt
Das britische Verteidigungsministerium erklärte, dass ukrainische Panzerverbände an mehreren Frontverläufen Angriffe gestartet hätten. Selenskyi spricht von einer Gegenoffensive im gesamten Osten und Süden.
Aktuell noch zu wenig Leute für eine wirkliche Gegenoffensive um Cherson zu nehmen, aber dafür Angriffe über die gesamte Front verteilt starten? Nach dem Hit and run Prinzip? Na, machts endlich Sinn?
Die Leute die das am Radar haben müssten, wirken auf NTV gerade verdammt katatonisch.
(“Bitte keinen unendlichen War of attrition, bei einem eingeschlafenen Konflikt, bitte keinen unendlichen War of attrition bei einem eingeschlafenen Konflikt, bitte keinen unendlichen War of attrition bei einem eingeschlafenen Konflikt -- aber an etwas anderem zeigen die US kein Interesse.”)
Komisch warum wohl?
Was heißt denn nun “die Ukraine muss sich selbst entscheiden” konkret? DIESEGESELLSCHAFTISTDASFUCKINGALLERLETZTE.
that once did set global rules at Bretton Woods, for the betterment of all people, according to Fiona Hill:
Nachtrag:
Eine Analyse zahlreicher gesperrter Konten sozialer Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram hat etliche Fake-Accounts identifiziert, die verdeckt und koordiniert versucht haben, vorwiegend im Nahen Osten und in Zentralasien prowestliche Narrative zu verbreiten. Das geht aus einer Studie der US-Universität Stanford und des Analyse-Unternehmens Graphika hervor, denen die sozialen Netzwerke entsprechende Daten zur Verfügung gestellt haben.
Im Juli und August 2022 haben Twitter sowie der Facebook- und Instagram-Betreiber Meta etliche, teilweise überlappende Konten gesperrt, die gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen haben. Twitter warf ihnen “Plattform-Manipulation und Spam” vor, während Meta sie des “koordinierten, unauthentischen Verhaltens” bezichtigte. Die Daten umfassen 146 Twitter-Konten mit fast 200.000 Tweets in 10 Jahren, 26 Instagram-Accounts sowie 39 Profile, 16 Seiten und 2 Gruppen bei Facebook aus den letzten fünf Jahren.
Die Mehrheit der Deutschen hat zwar Zweifel, ob es die in der Öffentlichkeit so oft beschworenen europäischen Werte tatsächlich gibt, gleichzeitig hat sie aber klare Vorstellungen über ein europäisches Wertesystem. Grund für diese merkwürdige Diskrepanz könnte die wahrgenommene Zerstrittenheit der EU-Mitgliedsstaaten, aber auch der Wunsch nach einem starken und selbstbewussten Europa sein, das die Bevölkerung im Ukraine-Krieg gerne deutlicher erkennen würde. Dabei wird die EU neben ihrer wirtschaftlichen Bedeutung zunehmend als politische Gemeinschaft gesehen. Eine relative Mehrheit der Bevölkerung ist zudem überzeugt, dass Deutschland nicht isoliert, sondern nur im Rahmen der EU international etwas bewirken kann. Anders als noch zu Beginn des Jahrtausends wird heute die Ukraine von der Hälfte der Bevölkerung als europäisches Land gesehen, Russland nur noch von einer Minderheit.
Achso, DAS sind die europäischen Werte, Moment was daran sind noch mal Werte?
Fragt man jedoch konkret danach, welche Werte man als europäische Werte bezeichnen könne, erhält man klare Antworten: 76 Prozent sagten in der aktuellen Umfrage, die Demokratie könne man als europäischen Wert bezeichnen, 71 Prozent nannten die Religionsfreiheit, 67 Prozent die Achtung der Menschenwürde, ebenso viele die Meinungs- und Pressefreiheit, die Gleichberechtigung von Frauen (66 Prozent) und Freiheit des Einzelnen (65 Prozent). Auch Weltoffenheit, Rechtsstaatlichkeit und Toleranz wurden jeweils von einer absoluten Mehrheit der Befragten als europäische Werte bezeichnet.
Dafür, dass die meisten Deutschen nicht glauben, dass es gemeinsame europäische Werte gibt, sind ihre Vorstellungen von einem solchen europäischen Wertesystem bemerkenswert deutlich ausgeprägt.
[…]
Dass viele Deutsche nicht an die Existenz gemeinsamer europäischer Werte glauben, obwohl sie klare Vorstellungen haben, wie diese Werte aussehen müssten, lässt sich vermutlich dadurch erklären, dass viele Bürger die Europäische Union bei Weitem nicht als so geeint wahrnehmen, wie es in den letzten Monaten von vielen politischen Vertretern der EU-Länder beschworen wurde. Auf die Frage „Sind die EU-Mitgliedsländer in der Ukraine-Krise einig oder zerstritten?“ antwortete jeder zweite Befragte, sie seien zerstritten, nur etwas mehr als jeder Vierte sagte, die Länder seien einig.
Darüber hinaus wird die Gemeinschaft nicht als stark wahrgenommen. Bei der Frage „Was würden Sie mit Blick auf den Krieg in der Ukraine sagen: Hat sich der Westen da bislang eher als stark oder eher als schwach erwiesen?“ zeigten sich die Befragten ratlos: 32 Prozent meinten, der Westen habe sich als stark erwiesen, 29 Prozent sagten, er habe sich schwach gezeigt, eine relative Mehrheit von 39 Prozent wich auf die Antwortmöglichkeit „Unentschieden“ aus - ein sicheres Zeichen für Orientierungslosigkeit. Fragte man stattdessen, ob die Europäische Union sich in der Ukraine-Krise als stark oder schwach erwiesen habe, fielen die Antworten noch einmal zurückhaltender aus: 28 Prozent glaubten, die EU habe Stärke gezeigt, 38 Prozent widersprachen. Auch bei dieser Fragevariante gab es mit 34 Prozent auffallend viele Unentschiedene.
Dabei würde sich die Bevölkerung zumindest im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise einen starken, selbstbewussten Auftritt Europas wünschen. Dies zeigen die Antworten auf eine Frage, bei der zwei Meinungen zu diesem Thema präsentiert wurden. Die erste lautete: „Auch wenn es im Moment nur schwer möglich erscheint, sollte die EU sich so rasch wie möglich bemühen, mit Russland ins Gespräch zu kommen und die Beziehungen zu Russland wieder zu verbessern. Ein Frieden in Europa ist in absehbarer Zeit nur in der Zusammenarbeit mit Russland möglich.“ Die Gegenposition lautete: „Solange Putin an der Macht ist, wird es keinen Frieden mit Russland geben. Daher sollte sich die EU Putin entschlossen entgegenstellen und ihm klare Grenzen setzen. Nur so gibt es in absehbarer Zeit eine Chance auf Frieden in Europa.“ Bei der Frage, welcher dieser beiden Meinungen sie eher zustimmen, entschieden sich 30 Prozent der Befragten für die erste Position, eine klare Mehrheit von 59 Prozent für die zweite.
Hey, diese Gesellschaft ist ja mal doch nicht das Letzte! Und Allensbach ist fähig Putin muss weg als die etablierte politische Zieldefinition zu nennen. Komisch. Die Medien nicht, die Politik auch nicht.
Und wo waren noch einmal die 30% der Medien die in Deutschland Ende Juni für ein schnelles Kriegsende eingestanden sind? Achso, ja die gabs nicht.
In Österreich übrigens deutlich mehr, wenn man die folgende Frage als inhaltlich equivalent zulässt aber selbst in der abgeschwächten Form ob man für oder gegen die Beendigung der Sanktionen sei, keinerlei mediale Berichterstattung in dieser Richtung.
Diese Gesellschaft ist das Letzte.
Achja und noch ein kleiner Trick - die relevante politische Formulierung lautet “westliche Werte” nicht “europäische Werte”.
Sollte den Demoskopen das nächste Mal vielleicht jemand sagen.
Selenskyj will die Krim zurückerobern, mit allen notwendigen Mitteln und ohne vorher andere Staaten um Erlaubnis zu bitten
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Vortag des ukrainischen Unabhängigkeitstages abermals seinen Willen beteuert, die 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim zurückerobern. Man werde dafür alle Mittel verwenden, die man für nötig hält und man werde auch nicht andere Staaten um Erlaubnis fragen, so Selenskyj bei einer Pressekonferenz der Krim-Plattform.
Deutschland liefert Waffen in Höhe von 500 Millionen Euro
Die Bundesregierung will ihre Waffenlieferungen an die Ukraine spürbar ausweiten. Wie ein Regierungssprecher mitteilte, geht es um neue Lieferungen im Wert von mehr als 500 Millionen Euro. Geplant sei die Bereitstellung von drei Luftabwehrsystemen, einem Dutzend Bergepanzern und 20 Raketenwerfern.
Dazu kämen Präzisionsmunition und Geräte zur Bekämpfung von Drohnen, hieß es. Das Material soll demnach in diesem und im kommenden Jahr zur Verfügung gestellt werden. Der Haushaltsausschuss des Bundestages muss noch zustimmen.
In einem Online-Gipfel über die Zukunft der seit 2014 annektierten Halbinsel Krim sicherte Scholz der Ukraine weitere Unterstützung Deutschlands zu. Die internationale Gemeinschaft werde die illegale und imperialistische Annexion ukrainischen Territoriums durch Russland niemals akzeptieren, betonte der Kanzler, der aus Kanada zugeschaltet wurde. Zu dem Online-Gipfel hatte die Regierung in Kiew mehr als 50 Staaten aus Europa, Asien, Amerika und Afrika eingeladen.
Russland bietet der Ukraine über die Türkei erneut Friedensverhandlungen an.
Selenskyj lehnt erneut ab.
Worüber sprechen die Medien?
Russland ist nicht auf den Vorschlag von Guterres eingegangen, ein erobertes Atomkraftwerk an die UN zu übergeben, damit die es zur demilitarisierten Zone erklären, betreiben und für den Rest des Krieges Energie für die Ukraine produzieren kann.
Betreibt Russland Nuclear Blackmail?
Was?
Zusatz: Russland habe bereits angeboten das Atomkraftwerk herunterzufahren um das Risikoprofil zu senken, aber die Ukraine hat das nicht angenommen, da sie sich “nicht sicher sein könne, dass Russland nicht doch weiter Energie produziert und nach Russland leitet”.
Was?
Ja, ok, so kann ich natürlich auch aus der Hauptberichterstattung halten, dass die Ukraine heute erneut ein Friedensverhandlungsangebot ausgeschlagen hat.
Atlantic Council - 2006: Damit die Ukraine zu einer guten Demokratie wird, braucht es mehr Entscheidungskompetenzen bei weniger Personen, und einem noch einzurichtenden “Verteidigungscouncil”, diesem müsse deutlich mehr Entscheidungskompetenz zufallen, damit Entscheidungen schneller getroffen werden können. Denn wir bringen anderen die Demokratie bei, die sie ja bereits haben. Also aktiv, indem wir Institutionsbau empfehlen.
Biden Regierung 2021: Javelin und Stinger Lieferungen zur Verteidigung gegen einen russischen Angriff werden wieder durchgeführt.
Politico 04.12.2021:
But while Washington urges Kyiv to use the Javelins only for defensive purposes and requires that the weapons be stored in a secure facility away from the conflict, there are no geographic restrictions on the actual deployment of the missiles, U.S. officials said, which means that Ukrainian forces can transport, distribute and use them at any time.
Das ist ein Positions-Reversal (vorhergehende US Administrationen hatten das anders definiert, und Javelins nicht für die Rückeroberung des Donbas freigegeben) im Dezember, das garantiert, dass der Einsatz der Javelins im Donbas im Oktober postfaktisch “vertragsgetreu” war. Leider juristisch nicht haltbar, weshalb die Ukraine im Dezember wieder beteuert, es seien noch keine Javelins eingesetzt worden (siehe Politico Artikel oben), aber danke für den Freibrief.
Das passiert nach folgenden Aussagen im Oktober:
22. 11. 2021: the-drive.com (some military news website): Ukrainian Troops Have Been Firing American-Made Javelin Missiles At Russian-Backed Forces Ukrainian Brigadier General Kyrylo Budanov talked about the operational use of Javelins as part of a recent interview with Military Times, which he conducted through an interpreter. Budanov, who runs the Chief Directorate of Intelligence of the Ministry of Defence of Ukraine, also known by its Ukrainian acronym GURMOU, used the opportunity to call for more help from the U.S. government as he sounded like the alarm about the Kremlin’s unusual deployments of large numbers of military units to areas opposite Russia’s borders with Ukraine in recent weeks.
An der Stelle gibts wieder ein kleines “wer hat zuerst geschossen”, Antwort, die Ukraine. Russland hat dann mit dem größten Waffenaufmarsch seit Jahrzehnten im Grenzgebiet begonnen. Der Aufmarsch im Grenzgebiet war nicht der Grund für den Javelin Einsatz im Donbas. Die Ukrainer haben dort selbst begonnen “die Separatisten” im Oktober mit Javelins aus der Region zu schießen.
Zu dem Zeitpunkt arbeiten die US bereits aktiv an einer Restrukturierung der ukrainischen Verdeidugungsindustrie:
Restrukturierung des Ukrainischen Militärs zu dem Zeitpunkt (23. 12. 2021), as featured by the Atlantic council: click
The largest state-owned defense industry corporation, Ukroboronprom, has finally begun restructuring and moving towards a conventional Western corporate governance model based on modern principles and business practices. This is currently at the very early stage, but the process has received support at the highest levels of government.
Darauf folgten “Verhandlungen” à la “die Russen können sich schleichen, das wäre eigentlich ihre beste Option”.
On the contentious issue of when to restore Ukrainian control of the international border, which Russia insists must come at the end of the process, the United States and Ukraine would offer as a compromise the internationalization of the occupied territories as a transitional measure. [== total retreat, then total territorial gain for Ukraine] This would include a neutral peacekeeping force to take the place of Russian-led forces and militias inside Donbas and an interim international civilian administration to replace the self-declared people’s republics. The international presence would restore normal governance, establish professional local police forces, oversee the return of refugees, and organize local elections in conditions consistent with OSCE standards.
Although Russia may be slow to engage on the initiative, it would demonstrate US and Ukrainian readiness for a genuine compromise to end the war in eastern Ukraine. It would be consistent with the Minsk framework but introduce implementation mechanisms that are absent from the original Minsk documents. [You mean the framework is similar, the implementation is not?]
If Russia agreed to end the Donbas conflict on this basis and implemented its side of the deal in good faith, the United States and its allies would be able to scale back the provision of lethal weapons to Kyiv. Such an agreement would open the way to the lifting of Donbas-related sanctions and resumption of cooperation between Russia and NATO that could help defuse Russian anxieties about Ukraine’s relationship with NATO over the longer term.
Für die die nicht sinnerfassend lesen können, das ist eine in 30 Jahren, ist die Ukraine weder neutral, noch außerhalb der Nato Ansage.
Ums noch ein wenig anzuheizen, bestand das Atlantic council noch darauf das ein wenig auszuschmücken:
Moreover, beyond Putin’s purported security concerns, Ukraine is a highly emotional issue for him. His statements and pseudo-historical writings make clear that he resents Ukraine’s independence, questions its legitimacy as a sovereign state, disputes Ukrainians’ existence as a separate people, and is outraged by Kyiv’s refusal to accept Russian hegemony.
(selbe Quelle)
Ebenfalls bemerkenswert ist, dass der “wahnsinnige pseudo-historisch argumentierende Putin” (übersetzt jeder EU Staat (die Ukraine ist keiner), darf selbst entscheiden an welchem Verteidigungsbündnis er teil nimmt (Open door policy, nur für EU Mitgliedsstaaten.)) damals bereits als Gambit eingesetzt wird. Erneut, das ist VOR der “ewig langen Corona Isolation” und vor der “Wahnsinnigen Kriegsrede” die Putin später hält. Und vor dem “wahnsinnigen Abkanzeln seines Auslandsgeheimdienstchefs” -- also VOR allen Elementen die die Öffentlichkeit später benutzen wird um ihn per TV Diagnose als wahnsinnig zu deklarieren.
Zusatz: Zu diesem Zeitpunkt ist das noch nicht das vorherrschende Narrativ. Dh. hier kann man noch sagen, dass das “pseudo-russische Geschichtsverständnis” des später wahnsinnigen Geschichtsfetischisten Putins seit knapp sieben Jahren in russischen Geschichtsbüchern steht (Novorussia wird später für drei Wochen als Beleg für den Wahnsinn Putins durch die Medien gezerrt, werden, während an einem US College ein einsamer Geschichtsprofessor bereits in der ersten Woche erwähnt, dass das die vorherrschende russische Geschichtsauslegung in den russischen Geschichtsbüchern (Bildungssystem) ist).
Es ist auch noch möglich, die Teile der Reden aus denen “der Untergang der Sovjetunion war das größte Unglück des 20. Jahrhunderts” stammt, mit anderen Teilen der selben Rede zu konterkarieren die besagen, “trotzdem würde sich nur ein Dummkopf sie wieder zurückwünschen”. Später wird der zweite Teil einfach nicht mehr berichtet. Das ist daher relevant, da das über viele Jahre die vorherrschende russische diplomatische Position war:
2014 gab ein “senior Russian official” bei Chatham House folgendes zu Protokoll: ‘Putin is not so silly as to think that he can recreate the Soviet Union, but there is a core of the former Soviet Union that is properly ours—Belarus, Ukraine and northern Kazakhstan. And it would be nice to have it back.’
Niemand hatte damit damals ein Problem. Später wird das zu einem Beleg für “er ist wahnsinnig” umkonstruiert werden.
Also Stand Dezember 2021: Die US verarschen Russland mit postfakto Umdeklarationen von Waffenlieferungen, die Ukrainer schießen die prorussischen Separatisten im Donbas weg, lügen im Dezember das sie das noch garnicht getan hätten, aber jetzt wo die Russen in großer Anzahl aufmaschiert wären, nach der Umdeklaration der Waffenlieferungen, machen könnten, aber auch nicht machen würden, denn man betrachte sie ja nur als Defensivinstrument.
Ebenfalls Dezember 2021: Die US (Atlantic Council) verarschen Russland mit einer “Übergangsneutralität”, wenn Russland sich schleicht, die in 30 Jahren nicht mehr existiert (daher Übergangsneutralität), als “die beste Option für Russland”.
Ebenfalls Dezember 2021/Janner 2022: Putin ist noch nicht verrückt. Nur emotional, und das eh schon seit (diplomatisch) langem, weil das “Thema für Russland so emotional sei”. (Übersetzt “ihr habt nichts schriftlich - wir definieren eure Position mal als irrational”.)
Stellt sich die Frage - bei den Vorbedingungen, gibt es irgendwo Belege für Sichtweisen die einen möglichen Krieg kommen gesehen haben, und das aus vollkommen rationalen Gründen, und auch noch abwendbar - aber schon eher auf Linie, dass es einen Angriff geben wird? Aus geostrategischen Überlegungen?
Ja gibt es. Falter, 14. 01. 2022:
Putin ist da noch nicht verrückt, Putin wird da wahrscheinlich angreifen, Europa wird wahrscheinlich mit Sanktionen reagieren und näher an die US rücken. US Stützpunkte in Osteuropa würden ausgebaut werden. Es gibt für Putin keinen gesichtswahrenden Weg da raus. (Schieder, Mangott, Eva Novotny) Das “Problem” sei die Sicherheitsarchitektur in Europa [Anmerkung, über das Kleingedruckte findet eine Annäherung an die NATO statt, wenn man sich mit der europäischen Union assoziieren möchte - nicht zwangsläufig, aber alle Hindernisse werden dadurch aus dem Weg geräumt, das ist das andere Ende von “jeder Staat soll für sich selbst Entscheiden dürfen”].
Aber noch kein Determinismus, man verhandelt ja noch.
Ebenfalls Falter Video: Also Europa darf leider nicht mitverhandeln die US verhandeln mit Russland direkt. Über die Ukraine.
Wie laufen die Verhandlungen? Leute im CFR (Thomas Graham) sagen, die US hätten absichtlich nicht weiter verlängert um zumindest nicht zu deeskalieren. Die an die Öffentlichkeit geleakten Standpunkte Russlands sein die Maximalforderungen gewesen.
Der Papst gibt zu Protokoll, der Krieg sei möglicherweise provoziert und absichtlich nicht verhindert worden:
“We do not see the whole drama unfolding behind this war, which was perhaps somehow either provoked or not prevented.” [and he cautioned against oversimplifying the conflict.]
In an interview published Tuesday in the Jesuit publication “La Civilta’ Cattolica,” the pope said that in Russia’s war on Ukraine, “there are no metaphysical good guys and bad guys, in an abstract sense.”
He said that months before the war, a head of state warned him that NATO was “barking at the gates of Russia,” and that Russia would not tolerate it, which could lead to war.
Nato Pressekonferenz am Abend des Vortages des Kriegs, die Nato hat Aufnahmen von Militärgerät ohne Insignien, das von Russland aus über die russisch/ukrainische Grenze in die “Separatistenrepubliken” im Donbas gefahren wird. Stoltenberg is sehr vorsichtig in der Wortwahl, deklariert das noch nicht als Kriegsbeginn, wiederholt mehrere Male, es gäbe immer noch die Option zu Deeskalieren, ein Verträter eines Nordischen Naatostaates grätscht in die Rede mehfach hinein “wir lassen uns doch nicht “vorführen”, natürlich sei das bereits eine Invasion, Russland hätte die Ukraine bereits seit 2014 überfallen, man sei in einem Krieg, das sei auch so auszusprechen”. UvdL sieht das nicht so, und gibt an dem Tag das berühmte Interview auf CNN bei dem sie das Wort Krieg ausspart, und später dafür gescholten wird. Ende der Nato PK.
In der Nacht veröffentlicht Selenskyj dann auf Instagram (? einige Quellen sagen Telegram, aber es wird Instagram gewesen sein), ein Aggitationsvideo - mit folgendem Inhalt “Nur die Russen und Russinen könnten jetzt noch einen Krieg verhindern, in dem Anwälte und Ärzte, Mütter und Väter, Künstler und vor allem Tiktoker, jetzt in Russland auf die Straße gehen, und so lange interne Revolution in Russland spielen, bis sich Russland an den Verhandlungstisch mit der Ukraine setze”.
Diesen Aufruf zur inneren Revolte in Russland bringt der Standard am Folgetag als “Selenskyj will Frieden” was mich bis heute endlos erbrechen lässt, wenn ich daran denke (diese Gesellschaft ist das Letze).
Die Ukraine hat fünf Stunden vor dem social Media Posting das Kriegsrecht verhängt. src: click
Selenskyj hat soeben ebenfalls verkündet, dass “jeder Waffen erhalten werde, der welche möchte” und verlautbart. dass alle diplomatischen Beziehungen zu Russland abgebrochen seien.
src: click
[Vorsicht, in welcher zeitlichen Abfolge das Letzte Statement am selben Tag getätigt worden ist, konnte ich nicht recherchieren. Die Ausrufung des Kriegsrechts erfolge davor]
Drei Stunden nach der veröffentlichten Aufforderung zur inneren Revolution auf den Straßen Russlands, durch Selenskyj, auf russisch in den sozialen Medien, die dieser laut Standard veröffentlicht hat um “Frieden zu ermöglichen”, fliegen die ersten russischen Raketen.
Der Krieg ist eingetreten, jetzt muss natürlich das öffentliche Narrativ geändert werden.
Nach der Kriegserklärungsrede wird Putin medial und quasi per Ferndiagnose erstmal für wahnsinnig erklärt, als Begründungen gelten damals:
- sein “Geschichtsverständnis, und die Verwendung des “überalterten” Begriffs von Novorussia” - erneut selbe Woche, kleines US College (ich bemühe mich das Video zu finden, wird schwierig): Das Geschichtsverständnis findet sich ein zu eins in Russischen Lehrbüchern, ebenso der Begriff Novorussia, Russland bediene hier in der Propaganda ein bereits lange etabliertes Motiv, das in Russland Hauptnarrativ ist. edit: Originalquelle nicht gefunden, aber das hier sollte als Beleg ebenso ausreichen: “Russian historians preparing textbooks on Novorossiya”
- sein Verhalten dem Chef des Auslandsgeheimdienstes gegenüber das für PBS in der selben Woche sowohl Zeichen des Wahnsinns, als auch (O-Ton: Julia Joffe) der taktische Putin ist, der damit den Verlust des Einflusses des Auslandsgeheimdienstes signalisieren wollte. Quelle: click
- das Propaganda Element Russland wieder einen zu wollen (Novorussia nochmal separiert von der Geschichtsdiktion in Russland)
- das Propaganda Element in der Ukraine seien Nazis an der Macht, das an die Propaganda Berichterstattung Russlands andockt, da das bereits im Vorfeld als Narrativ für die Unterstützung des Donbas kreiert wurde. (Also medial gespielt wurde.)
Da Putin jetzt ja plötzlich verrückt geworden ist - Ferndiagnose Medien (ich reagier da anderes drauf, wenn jemand per Ferndiagnose von der Gesellschaft für verrückt erklärt wird, da meine Mutter paranoid schizophren war - also sagen wir mal, ich kenn das ausgrenzende Element nach einer solchen “ist verrückt” Proklamation das hier aktiv genutzt wird), einfach mal als Deklaration -- brauchst du in der Folge nun Leute die das damit begründen, dass die obrigen vier Punkte nicht nur Propaganda für das eigene Volk seien, sondern, “dass Putin selbst wirklich daran glaubt”.
Dafür eignen sich Parade-Meinungsjournalisten wie ein Johannes Rauscher, der in diesem Fall ALLES in sich vereint. 🙂 Dummer Zufall, aber perfekt als Anschauungsobjekt. 🙂
Rauscher, immer gerne emotional argumentierend, wird dazu vom IVMVienna (die sonst die Videos der alpbachnahen Burgtheater Diskussionspanels online stellen) zu einer Diskussionsrunde geladen und von der Bühne aus genamedropt um sein Ego zu streicheln (siehe: click) und kommt dabei mit Timothy Synder, Krastev und Fiona Hill in Kontakt. Die ersten beiden sind vor Ort, mit der dritten über eine Empfehlung, nehme ich an.
Rauscher beginnt danach der österreichischen Regierung und der Opposition in der Form der SPÖ, diese drei Experten, mehr schreiend und mit in Moralin ertränktem Fervor als die Experten nahezulegen, an denen sie sich orientieren solle.
Siehe: click
Die Öffentlichkeit wird sich später an ihnen orientieren.
Krastev, scheidet dann mitten im Krieg als Referrenzgröße für die Öffentlichkeit aus (dh. wird medial nicht mehr erwähnt), nachdem er in einer Diskussion mit Precht die Begründung aufstellt, Russland gehe es hier nicht um Kolonialismus, sondern um Zuwanderung aus den Kriegsgebieten, die sich mit dem damals von Radio Free Europe/Radio Liberty verbreiteten “Russland vergewaltigt in den Aussortierungslagern” Narrativ nicht verträgt. Sowas darfst du halt einfach nicht bringen. Dh. Krastev scheidet aus (fizzelt aus der Berichterstattung).
Die anderen beiden werden aber immer relevanter. Snyders Claim to fame ist, dass er als einzigen Kriegsgrund die Neokolonialismusgelüste Putins anerkennt, und zwar derartig professionell, dass er später nach einem Bewerbungsvideo, ins Businessfrühstück der Victor Pinchuk Foundation geladen wird, wo Freunde der Ukraine in Davos eine direkte Videoschalte mit Selensky bekommen, und Klitchko in der ersten Reihe zu “pre-rehearsed” Statements klatschen sehen, während CNN Moderatoren, young entrepreneurs featuren, die in der Ukraine von Elon Musk “spontan” mit Skylink Terminals beliefert werden und das als “positive motivierende Geschichte” anteasern, worauf dann der Entrepreneur sagt, er mache ja Open source software, und seine Investoren (in open source software?!) hätten ihn mit Elon vernetzt, very inspiring -- sorry, ich gleite ab, Snyder vertritt die Neokolonialismus These für den Angriff Putins so professionell, dass er heute sogar auf dem von DW ausgerufenen Media summit dafür zuständig sein darf, das deutsche Mediensystem und seine “Performance” während des Krieges zu evaluieren. Als Teil der Reflexion, was die Medien richtig und falsch gemacht hätten, und was sie besser machen könnten.
Zusatz, wenn in Deutschland mal der Bundessicherheitsrat tagt und dann Pressekonferenzen gibt, gibt der als Kriegsgrund “Revanchismus” an. Neuerdings auch “Revanchismus und Neokolonialismus” - aber Snyder weiß, Putin hat die Ukraine überfallen und macht sie jetzt dem Erdboden gleich, weil es bei schlechter demographischer Lage dort ganz viele Siedler hinschicken will, die dann ohne Infrastruktur dortstehen, und dann direkt neben Polen ein Kolonie ausrufen möchte.
Fiona Hill ist noch wichtiger, denn die ist die Koryphäe, die weiß wie Putin denkt, nämlich wie ein mit dem Jenseits und seinem Vermächtnis flirtender Zar, der noch dazu geschichtsversessen ist - und Achtung, wesentlichster Aspekt -- der irgendwann einmal begonnen hat seine eigene Propaganda zu glauben. Um das zur erklären hat Fiona Hill sehr praktische Theorien bei der Hand.
Zuerst einmal die Vier Steinstatuen Theorie wie Putin wirklich denkt. Denn Putin habe Steinstaatuen von vier Zaren inn seinem Büro, und wenn man deren Lebensleistung zusammennimmt, da wisse man was Putin erreichen wollte. Siehe: click
Dann hat sie noch die Theorie, das Putin zwar verrückt ist, aber als alter KGBler noch contingency planning an den Tag legt, weshalb wir uns jetzt nicht vor seinen Atomdrohungen fürchten sollten, weil er ja mittlerweile rational reagiert, und auch weiter reagieren wird.
Fiona Hill ist wichtig, weil sie davor durchaus in die Verhandlungen der US mit Russland eingebunden war (siehe: click) aber wurde erst durch den US talking circuit gejagt nachdem sie begonnen hat recht frei heraus auf die Frage zu antworten “wie denkt Putin eigentlich”? Dazu ist sie fachlich prädestiniert, denn sie hat einen Abschluss in Geschichte und Putin einmal bei einem Dinner persönlich gesehen.
Daher (und aufgrund einiger medialer Auftritte) ist Putin jetzt ein verrückter, an sein Vermächtnis denkender Geschichtsphilosoph. Ohne Fiona Hill wären die entsprechenden Auftritte als Propaganda für das russische Volk gedeutet worden, aber mit Fiona Hill wissen wird, das ist ein verrückter Mann, der seine Propaganda selbst glaubt. Und Fiona weiß wie der Putin denkt.
Bleibt noch die Talking Class und der Rest der Intelligencia, der sich vielleicht nicht nur auf zwei Talking Points beschränkt.
Und für die hat die Hoover Institution vorgesorgt und das gleich zweifach.
Zum einen hat sie acht Tage nach Kriegsbeginn das Hauptnarrativ kreiert (also nicht sie, Kotkin.), das heute jeder kennt (inkl. “die Europäer sind heute so nahe an dem was die US im Rammsteinformat verordnen, weil sie so überrascht und dankbar waren, dass unsere Geheimdienste alles richtig vorrausgesagt haben”). Und das komplett - also es gibt keinen Aspekt des heutigen Hauptnarrativs den Kotkin nicht bereits acht Tage nach Kriegsbeginn formuliert hätte. Das ist derartig erstaunlich (wo es doch zehntausende von Wissenschaftlern und Experten in aller Welt gibt, die dazu sicher etwas beizutragen hätten), dass es sich immer wieder lohnt darauf hinzuweisen.
Zum Anderen hat sie dafür gesorgt, dass wir nicht mehr erwähnen dürfen, dass die Nato Osterweiterung der Hauptgrund für Russlands Angriff gewesen sei. Indem sie ebenfalls eine Woche nach Kriegsbeginn eine neue Panel Serie aus dem Boden gestampft hat, in der sie Mearsheimer öffentlich gelyncht hat. Sieben Experten, gegen Mearsheimers lange zuvor bestehende Meinung, ohne Gegenstimme, ohne relevante Akteure, nur neue Stimmen, und Wissenschaftler die erstmals vor der Hoover Institution sprechen durften. Bestes Argument - Mearsheimer könne nicht Recht haben, denn sein Argument sei monokausal, und der Ukraine Krieg hätte vielfältige Gründe - keiner davon die Nato Osterweiterung. Das ist ebenfalls derartig erstaunlich, da wir ja 10.000de Professoren und Experten in aller Welt haben, aber was es für die Findung des wissenschaftlichen Canons primär braucht, ist eine Hoover Institution eine Woche nach Kriegsbeginn. Siehe: click
Damit hast du dann “es war nicht die Nato Osterweiterung” und “Putin ist verrückt und glaubt an seine eigene Propaganda” zusammen.
Fehlt noch der Friedenspräsident Seleneskyj der immer für Friedensverhandlungen einsteht - aber diese im März einseitig abbricht, als ihm die US mehr Waffen zusichern (siehe: click), und der mittlerweile eine Neutralität der Ukraine ausschlägt, und in Form seines Beraterstabs damit liebäugelt die Rückeroberung der Krim als Kriegsziel zu definieren denn “defacto sei es ja das, worauf es hinauslaufe”.
Dazu brauchst du Medien, die deine Interviews um den relevanten Teil kürzen. “Für Waffenstillstandsverhandlungen reicht die Rückeroberung des Gebiets von vor dem 24.Februar”, das wird noch gebracht aber “und bei Friedensverhandlungen wollen wir die Krim zurück, weil wir Russland dann derartig geschlagen haben werden, dass in einem direkten Treffen Selenskyj Putin, Putin diese Konzessionen macht (wieder mit Scheinselbstständigkeit über 30 Jahre, dann - aber diesmal bereits als anerkannter Teil ukrainischen Staatsgebiets)” nicht mehr. Dann bringen die Medien den ersten Teil deiner Rede (zwei, drei (unter drei, siehe edit 5) unterschiedliche Reden) als “die Urkaine will Frieden und ist kompromissbereit” - also über die kompletten ersten drei Monate - und bringen der Rest der Rede einfach nicht - in dem du dann Kommandeure des Azov Battalions für besonderen Mut auszeichnest, und so.
Das hat mich damals komplett wahnsinnig gemacht.
Du machst das als Selenkyj - während du aus der Öffentlichkeit raushältst, dass du von zwei bekannten US PR-Agencies in der öffentlichen Kommunikation beraten wirst. Siehe: click
Und als Mangott dann Anfang Juni draufkommt, dass die Aussagen widersprüchlich sind (siehe: click) (sie sind es nicht, die Medien haben nur immer den zweiten Teil weggelassen.) Dauert es noch ein Monat, bis die deutschen Medien verstanden haben, dass zumindest auch die Ukraine aktuell keine Friedensverhandlungen will.
(Eine Erstmalige Nennung der vollständigen Position der Ukraine zu Friendensverhandlungen findet sich in den deutschen Medien am 29. Juni, bei Phoenix. Siehe: click)
Du hast jetzt, den eigentlichen Grund für die Konfrontation (meinetwegen auch als einer von mehreren) als “Lüge und Vorwand Putins” soweit als nicht mal mehr behauptbar wegdeklariert, dass es mittlerweile Kissinger aufstellt, dass China dieses Monat begonnen hat öffentlich Diplomaten erklären zu lassen, die US hätten diesen Krieg provoziert (siehe click), dass ihr Standpunkt der Konflikt hätte geostrategische Ursachen öffentlich nicht mehr ausprechbar ist -
Du hast jetzt Selenskyj in soweit definiert, dass er die Ukraine zur Europamitgliedschaft gefürt hat und eigentlich für einen schnellen Frieden sei, auch wenn er davor noch kurz die Krim zurück haben möchte -
Du hast aus dem Punkt, dass die US im Rammsteinformat, die Sicherheitspolitik Europas übernommen haben (nicht meine Meinung, ORF, Europastudio (mit Lendvai, nicht er selbst).) - “die Ukraine müsse das Vorgehen in der Folge selbst entscheiden” gemacht, und bist jetzt scheinbar, pro Forma aus jeglicher Verantwortung gegenüber deiner eigenen Bevölkerung draußen, während dich die Ukraine weiter zu schärferen Sanktionen drängt -
Und jeder der nicht an das glaubt, ist ein Aussätziger - vogelfrei, und ein fucking Arschloch. Ohne Werte.
Fick dich Gesellschaft, fick dich Welt.
Diese Gesellschaft ist das Letzte.
Nachtrag: Meine ehemalige Psychotherapeutin hat mir nahegelegt das alles zu schlucken und mich beim Profil zu bewerben und hat mich dann weggetreten, als ich ausgezuckt bin als die Wiener Zeitung als letztes österreichisches Medium auf “die Ukraine muss gewinnen, weil Verlieren keine Option” ist umgeschwenkt ist, an dem Tag an dem die Europäische Union die Friedensfazilität (externer nicht im EU Budget verankerter Fond) für Waffenkäufe geöffnet hat.
Aktuell soll ich laut dem AMS Ausländern am Besten Deutsch beibringen, weil das ein Zukunftsjob ist, oder für den Exxpress zu schreiben beginnen, was ich bereits zweimal ablehnen musste. Auf gut deutsch - ich bin nicht mehr förderungswürdig.
Ein Leben durch gesellschaftliche Dogmen und Redeverbote ruiniert, was willst du machen - drüben sterben Menschen, ist ja nicht weiter schlimm.
edit: Sorry, ich habe noch den Teil vergessen, wie du die Öffentlichkeit dazu bringst sich auf einen langanhaltenden Zermürbungskrieg einzustellen (die US haben ja die Verteidigung Europas übernommen).
Du lässt den Chef des ECFR (it’s jsut a Think tank) über Project Syndicate - das der Standard dann abschreibt, weil der Standard Project Syndicate immer unkommentiert abschreibt (das gilt heute als Journalismus) verlautbaren “Was die Politik jetzt machen muss” - nämlich unter anderem ein neues öffentliches Narrativ für die Bevölkerung bauen in dem diese auf einen lange anhaltenden Krieg eingeschworen wird.
Das macht aber nichts, denn “wir machen nur das, was die Ukraine machen will”, da fällts nicht so auf, wenn sich Europapositionen binnen 50 Tagen drehen.
die das vor drei Monaten nicht verstehen wollte:
Die Bundesregierung müht sich, rasch unabhängiger von russischen Energien zu werden. Eine Strategie: der Kauf großer Mengen Flüssiggas. Dieses fehlt nun an anderer Stelle.
Auf Pakistans Ausschreibung hat dann niemand mehr reagiert.
Symbolbild:
Wir dürfen aber auf keinen Fall Nordstream 2 ans Netz gehen lassen, denn das würde die Versorgungssicherheit steigern, die Verknappung auf dem Weltmarkt entschärfen und den Gaspreis senken. Was bei Putin für weniger Einnahmen sorgt.
Diese Webseite verwendet Cookies um die Nutzungserfahrung für seine Besucher zu verbessern. Bitte informiere dich bei Gelegenheit darüber wie sich Cookies auf deine Privatsphäre im Web auswirken.