Bei Anne Will wurden vor acht Tagen Unterzeichner beider offenen Briefe gegeneinander gepitcht.
(Komplettes Video: click, Mirror: click)
Der des Briefes für mehr aktive Partizipation war bemüht die Position der Ukraine als “kompromissbereit”, und nicht als “Hardliner dem man jetzt laufend Waffen zukommen lassen muss” zu skizzieren. Dazu hatte er primär ein Argument. Er glaube, zumindest habe er das bei Selenskyjs Gespräch bei Chatham House so verstanden, Selenskyj sei damit einverstanden wieder zu den Grenzen des 23. April als Basis für einen Friedensvertrag zurückzukehren.
In jedem Fall sei das das Minimum was erreicht werden müsse, um nicht den Eindruck zu hinterlassen dass Russland Erfolg gehabt hätte.
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Also quäle ich mich eine knappe Stunde durch den Chatham House Dialog (Selenskyj hat eine super Idee: “Eine internationale, militärische 24 Stunden Eingreiftruppe gegen Kriegsverbrechen in Kriegsgebieten - wir müssen es tun, wir müssen uns diese Frage stellen, wie kann Chatham House hier helfen, wie können wir das realisieren, bitte diskutieren sie!”) um in etwa bei Minute 56 zur referenzierten Antwort zu kommen.
Die Frage aus dem Publikum lautet in der Tat, ob es die Ukraine akzeptieren könnte, bei Friedensverhandlungen auf die territorialen Grenzen vom 23. Februar zurückzufallen.
Die Antwort die von Selenskyj gegeben wird ist ein non sequitur, der ausschließlich ihre Vorbedingungen für einen Waffenstillstand umschreibt. Die Vorbedingungen für einen Waffenstillstand, auf Seiten der Ukraine, sind ein Rückzug aller russischer Truppen auf die Gebiete vom 23. Februar - danach könnten Friedensverhandlungen beginnen. Im zweiten Teil der Antwort quält sich Selenskyj durch unterschiedliche Ansätze zu erklären, wie sie denn zu Verhandlungen kommen würden, wenn sie zuvor nicht verhandelten. “Da müsse wohl von Russland was kommen, aber sofern er verstehe gäbe es wohl noch Kanäle, noch nicht alle Brücken seien abgerissen, figurativ gesprochen”.
Daraus macht der Moderator bei Chatham House “das ist jetzt aber ein sehr wichtige Antwort und Stellungnahme” - weil er nicht weiß, dass das die Position der Ukraine ist, seit dem sie das erste mal “die Grenzen vom 23 Februar” in den Mund genommen hat. Die beschreiben immer die Vorbedingung unter der die Ukraine zu einer Waffenruhe bereit sei. An der Position, dass die Ukraine in Friedensverhandlungen auf die vollständige territoriale Integrität der Ukraine besteht (inkl. Krim, inkl. Donbas), hat sich nie auch nur irgendetwas geändert. Seit dem ersten Interview in dem die Presse “Selenkyj ist für Friedensverhandlungen” getitelt hat. Denn es wurden immer, sukzessive die Bedingungen für Gespräche, ins besondere für High Level Gespräche für die Selenskyj geworben hat, außen vor gelassen. Siehe: Die ARD verkürzt mal wieder
Das mag für eine Schlagzeile mal nicht schlimm sein, es sei denn natürlich man lässt den Teil weg - in dem man bei Friedensverhandlungen die Rückgabe der Krim fordert. Was seit Kriegsbeginn der Fall war.
Und ich kanns hier zum fünften Mal schreiben, und es gibt immer wieder Pundits (Ruprecht Polenz, ein Unterzeichner des Gegenbriefs bei Anne Will, Liana Fix bei Lanz) die das falsch referenzieren. Polenz um es ihm zu gute zu halten unter Zuhilfenahme der Formulierung von “zumindest habe er das so verstanden”. Es gibt nirgendwo einen Faktencheck. Es gibt nirgendwo jemanden der die Differenzierung kennt (das eine sind die Vorbedingungen für einen Waffenstillstand, das andere eine Grenze bei Friedensverhandlungen mit der die Ukraine leben könnte - beides sind diametral andere Dinge, aber die Vertreterin der Körber Stiftung (wobei, ehemals Mercator) bei Lanz, und der CDU Politiker bei Anne Will können das leider wieder nicht auseinanderhalten.
Genausowenig wie der Moderator des Gesprächs bei Chatham House hier nicht in Lobeshymnen verfallen kann, während Selenskyj gerade die Publikumsfrage sidestept.
In der ging es nicht um Vorbedingungen für einen Waffenstillstand.
Diese Gesellschaft ist das Letzte.
Zumindest fragt der Moderator bei Chatham House nocheinmal nach, ob die Ukraine es in Ordnung findet, dass andere für sie deklarieren, dass der Sieg der Ukraine gleichbedeutend mit einem vollständigen Rückzug der russischen Truppen aus der Gänze des ukrainischen Staatsgebiets ist. Die Antwort die darauf folgt ist, “Er [Selenskyj] habe keine Angst vor “kräftigen” [bold] Aussagen, die er ebenfalls in der Form getätigt habe”, und “was er für sich als Sieg sehen würde, sei die Rückkehr der Vertriebenen, und eine Ukraine in der das normale Leben wieder aufgenommen werden kann, in den Grenzen des 23. Februar, zumindest für den Anfang”.
“Zumindest für den Anfang” referenziert den von der Ukraine angedachten Freeze des politischen Status der temporär besetzen Regionen (Krim und Donbas) die nach einer etwa 30 jährigen “Autonomie, aber als Teil der Ukraine” (De-Ideologisierung der Bevölkerung), wieder zurück an die Ukraine gehen sollen. Sofern Volksabstimmungen das befürworten.
Keep winning - to stay relevant.
Keep winning - for our model of life.
Keep winning - oh sorry, no real talking points left, lets fill the rest up with actually good jokes, and repeat - keep winning to stay relevant again. Right?
Thats about all the complexity you need.
I hear its all the rage in the third world as well.
edit: “In order to end the war, we must keep the war relevant, to help them win the war.” Got it?
Oh and play with rimshots, guilt, pop culture references, dapper dressed comedians, scripted spontaneity, underplaying intellect - but not to make a point, but to make the audience feel smart, add a stinger against conservative audiences to feel more “edgy” (despite you representing their majority view), add a countdown element to suggest, that the Ukraine would be smart enough not to wait until it had no economic prospects anymore, because this is how wars go, and rebuilding its nation is not at all linked to the russian funds, that have been and currently are frozen by sanctions, add some unrelated comedic misunderstanding as the punchline to that one. Oh Jan, its twitter, Jan!
Hmm… Probably not that great to understand how this works… Comedy is an artform.
#itsaboutus - is PR? Art? A proper argument? An emotionally charged notion.
um den braven (Bildung aus der Bild) Deutschen zu manipulieren, der nicht so denken soll wie Putin (Angstnarrative verbreitend) es will!
Es ist unglaublich was die alles rausfinden.
Frieden schaffen ohne Waffen, sei jetzt plötzlich die Position der Unterzeichner des Schwarzer Briefs, weil man selber keinen f*cking Finger gehoben hat um die Differenzierung von “Angriffswaffen” (NATO Designationskategorie, aber who the f*ck cares) und “Schwereren Waffen” einer Bevölkerung näher zu bringen, weil dann müsste man ihr ja erklären, wer die zuerst gefordert hat. Und wann… Und warum…
Also behauptet man lieber die Unterzeichner des Schwarzer Briefs sind Trottel und verdammte Pazifisten oben drein.
Logisch oder?
Und Guterres bediene sich eines Angstnarratives, wenn er von einem “ungewinnbaren” Krieg spricht, und Verhandlungen -- als absolut notwendig herausstreicht. Als UN Generalsekretär.
Gut, dass wir hier keine Selbstreflexion unter den Medien brauchen.
Hach was sind unsere guten, aus Proklamationen bestehenden, Einstiegsstatements proper. (Was anderes nimmt der Zuseher so und so nicht mit. Medienwirkungsforschung.)
Ich diskutier auch liebend gern auf Volltrottel Niveau, mit Journalisten die ihren Job nicht machen, ihre Selbstkritikfähigkeit an der Garderobe zum Moderator im Meinungsfernsehen abgegeben haben (also wenn sie nicht wie der Standard regelmäßig, seit Jahren, ohne zu kontextualisieren Project Syndicate abschreiben), aber nur wenn ich im Einstiegssegment Lügen verbreiten kann. Darunter würd ich mich schämen mein Journalistengehalt einzustreifen.
Eine erneute Zuweisung im Gut/Böse Spektrum, wer die pseuderationalen Kriegsbefürworter, und wer die Putinversteher Verhandlungsfetischisten sind, die diese schöne, ehrenwerte, aber nicht mehr katholische, weil der Papst ist ja auch ein Spalter, Gesellschaft spalten wollen! Dabei wissen die doch wie wichtig es ist, dass wir uns jetzt nicht spalten lassen! Wir habens ihnen doch gesagt. Als Medien. Das ist doch jetzt das Wichtigste überhaupt!
Fraktionszwang auf Gesellschaftsebene, quasi. Sonst gewinnt Putin! Sorry, der undemokratische Diktator.
Hier sind doch keine Lügen unterwegs! Dass wir seit drei Monaten so tun als hätten wir die Moral mit Löffeln gefressen, und wüssten als Medienvertreter genau worums geht, ist doch bitte keine Propaganda! Propaganda machen die anderen! Deshalb lassen wir auch deren Position in unserer Berichterstattung nicht mehr stattfinden.
Wir schützen die Bevölkerung vor diesen bösen Spaltern! Wie dem Guterres, dem Papst, dem Sozialpsychologen, dem Fernsehintellektuellen, der Emma Tante, … Habermas…
Und schaut, wir haben einen Haufen an guten Experten wie die Marie Luise Beck, aus der von ihr und ihrem Mann selbst gegründeten Nichtregierungsorganisation Zentrum Liberale Moderne, das sich gegen
„eine antiliberale Internationale” [richte,] “deren Netzwerke sich durch ganz Europa ziehen“, und deren „Hauptquartier“ der Moskauer Kreml sei.
edit: Sorry, ich hab ja noch das Fazit der Debatte garnicht beleuchtet. Also das Wesentliche ist, es gibt für diesen Krieg kein Script, wie auch schon für Corona nicht.
Desshalb ist es wichtig sämtliche Entscheidungsebenen bezüglich des Fortlaufs des Krieges, an eine Ukraine zu delegieren, die ihrerseits bestätigt, dass sie für einen Waffenstillstand zu keinen Zugeständnissen gegenüber Russland bereit ist, gewinnen wird, weil sie gewinnen kann, und immer wieder Mantra artig zu wiederholen, wie wichtig es ist, dass die Ukraine diesen Krieg gewinnt. Sonst geht die Demokratie unter.
Weils ja kein Skript gibt. Weil wir uns ja in jeder Situation die besten Entscheidungswege offen halten, und -- ups, jetzt sind alle zu, na so ein Pech aber auch.
Verhandeln? Soll doch der Putin angekrochen kommen und um Verhandlungen bitten! Was heißt Verhandlungen, sogar um den Waffenstillstand vor den Verhandlungen!
“Wir brauchen jetzt bessere Angriffswaffen”, “sonst wird die Ukraine verlieren”, “aber die Ukraine wird gewinnen, weil die Ukraine gewinnen kann!” “Es sei denn die EU Mitgliedschaft sei nicht ernst gemeint, dann wird die Ukraine verlieren, weil sie keine Motivation mehr hat”. Lesen sie keine Zeitung!?
Es gibt ja kein Skript das wir hier zur Anwendung bringen könnten, wir treffen einfach immer ad hoc, die bestmöglichen Entscheidungen, die sich aber mit denen unserer Partner decken müssen. Also müssen. Weil das ist das Wichtigste, was man der eigenen Bevölkerung über kommunizieren muss.
Als Qualitätsmedium.
Durchhalten Leute, der Krieg ist schon fast vorbei. Die Ukraine hat schon fast gewonnen! Ende des Jahres! Sagt ein ukrainischer General auf Skynews. Der selbe der sagt, Putin hat Krebs! (The BBC has not verified this claim.)
Kuleba: Das ist eine schwarz-weiße Situation
Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba sagte heute in einem Interview mit Bloomberg Television in Brüssel, dass er jegliche Zugeständnisse der Ukraine gegenüber Russland, die zu einem Waffenstillstand führen würden, ablehnt.
Jeglicher Versuch, dem russischen Präsidenten einen gesichtswahrenden Ausweg zu präsentieren, sei außerdem ein verfehlter Zugang. “Lasst Putin doch selbst einen gesichtswahrenden Ausweg finden!”, so Kuleba.
Also eigentlich der perfekte Punkt ab dem man in der gesammten EU, auf eine Delegation aller Punkte abstellen kann, die zu einem Kriegsende führen.
Die Ukraine soll das entscheiden.
Und solang sie genug Waffen bekommt…
Wenigstens ist das um den heißen Brei herumreden vorbei.
edit: For reference, other Ukraine news of the day: click
und zwar so dass es einer Falschdarstellung gleichkommt. Es ist immer der selbe Dreck.
Medienberichte: “Selenskyj stimmt Verhandlungen mit Putin zu” - darauf die Bevölkerung, ja, juhu so toll, so super, sensationell…
Dabei wird dann wieder der zweite Halbsatz weggelassen --
Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy says that he’s ready to talk with Russian President Vladimir Putin and that “we must find an agreement,” but with no ultimatum as a condition.
Zelenskyy also told Italian RAI state TV in an interview scheduled to be broadcast on Thursday night that Ukraine will never recognize Crimea as part of Russia, which annexed that part of southern Ukraine in 2014.
“Crimea has always had its autonomy, it has its parliament, but on the inside of Ukraine,” Zelenskyy said, in excerpts of the interview that RAI released earlier on Thursday.
Um das zu verstehen bräuchte man jetzt natürlich wieder Kontext, aber die lieben, netten, und überaus informativen deutschsprachigen Medien haben den ja nie geliefert. Schon blöd.
Exkurs:
Genauso wie vorgestern die halbe Republik Kopf gestanden hat, als Russland mit einer “symmetrische Reaktion” auf Finnlands Natobeitritt gedroht hat. Und darin schon wieder die nächste bewußte Provokation Putins gesehen hat.
Wenn man in der kompletten österreichischen Medienlandschaft, selbst an dem Tag an dem Russland mit geostrategischen Antworten auf den Beitritt Finnlands zur Nato droht, der Öffentlichkeit nicht erklärt was geostrategische Logik ist… Mach ich mir dann halt irgendwann auch mal Gedanken warum.
Ende Exkurs.
Das mittlerweile bereits langweilig gewordene Spiel existiert seit der Zurückweisungen der zweiten Phase der türkischen Friedensverhandlungen. Damals als hierzulande mal nen Tag oder so durch die Medien ging, dass “in wesentlichen Punkten eine Annäherung erreicht worden sei”.
Was passierte eigentlich danach!?
Oh, das ukrainische Narrativ das bis heute nicht erklärt wurde, dass “man keine Ultimaten dulde” kam erstmalig ins Spiel. Und zwar als Vorbedingung für high level Friedensverhandlungen. (Hintergrund, damals waren die Vororte Kiews noch stark umkämpft, dass man da Kiew selbst Russland nicht zugestehen würde, lag auf der Hand -- aber nochmal, hier ging und geht es immer noch um Vorbedingungen zu Friedensverhandlungen, dh das man nur bereit zu solchen High Level Verhandlungen (Selenskyj trifft Putin) sei, wenn Russland keine “Ultimaten” (= Forderungen nach der Aufgabe von Städten) mehr stelle.)
Hintergrund - die türkische Regierung hatte von russischen Regierung eine Liste an Forderungen eingeholt die verhandelt werden sollten, die Delegation damals ging zuerst zu Russland und hatte dann erst einmal eine Liste. Diese Liste wurde dann, nach Verhandlungen auf der Stabsebene, von Selenskyj zurückgewiesen - und das mit eben dieser Begründung, dass man keine Ultimaten als Vorbedingung für Friedensverhandlungen akzeptiere.
Ultimaten? In der Liste die die türkische Regierung als Verhandlungspapier aufgesetzt hatte? Wie ging das denn - na ganz einfach “man könne den Verlust keiner einzigen Stadt, oder Region, schon garnicht der Krim als Verhandlungsgrundlage akzeptieren, das sei ein Ultimatum”.
Wie Verhandlungen anstattdessen auszusehen hätten: Vollständiger Abzug aller russischer Truppen hinter die Grenzen des 24. Februars, als Basisbedingung für eine anhaltende Waffenruhe. Und dann der Abzug aller Russischer Truppen, aus der Gesamtheit der Ukraine als Basis für Friedensverhandlungen (das sind zumindest die Forderungen), zusätzlich dazu kommt, dass ein oder mehrere Nato Staaten die vollständige staatliche Integrität der Ukraine garantieren müssten (war auch bereits Teil der ‘Verhandlungen’ über die Türkei, Deutschland war dafür mal im Gespräch, später nicht mehr), und eine aktive Friedenssicherungsmission innerhalb der Ukraine abhalten müssten, bevor sich Selenskyj zu einem Treffen mit Putin durchringen könnte, und dann wird der Status der Krim eingefrohren, in etwa für 30 Jahre, damit de-idiologisierungs Kampagnen laufen können (oder in Selenskyjs eigenen Worten, damit er sich noch überlegen kann wie er mit den gehirngewaschenen Leuten in diesen Regionen umgeht), und weil der Teil so diffizil ist, erkläre sich Selenskyj nur zu Friedensverhandlungen mit Putin direkt bereit.
Während es bisher die Position Russlands war, dass man vor einem Treffen der Staatsoberhäupter ein voll ausgearbeitetes Abkommen erwarte.
ABERSELENSKYJISTWIEDERBEREITSICHMITPUTINZUTREFFEN - sagt die ARD.
Der selbe Sager geistert zum wiederholten Mal durch die Presse. Und die erklärt immer noch nicht den Hauch eines Hintergrunds…
Und lässt immer noch den zweiten Halbsatz weg, in dem die AP zumindest noch bringt, dass Selenskyj davor selbstredend noch die komplette Krim zurückhaben will.
“Crimea has always had its autonomy, it has its parliament, but on the inside of Ukraine,” Zelenskyy said, in excerpts of the interview that RAI released earlier on Thursday.
Dass Selenskyj zu Folge, die “Autonomie der Krim” ebenfalls nur eine auf Zeit sein soll (30 Jahre für De-Ideologisierungs Programme) diese Interviews gabs bereits.
Auf CNN - nicht irgendwo bei nem kleinen unbedeutenden kleinen Outlet, wo man das übersehen hätte können.
Und “unabhängig, aber als Teil der Ukraine” bedeutet keine russische Militärpräsenz mehr in der Ukraine, anstatt dessen dann ukrainische, oder Nato Friedenstruppen auf der Krim. Der Verlust von Sewastopol für Russland, … und dann nach 30 Jahren die erste versuchte vertragliche Wiedereingliederung in die Ukraine nach öffentlichen Abstimmungen.
Ich mein, berichtet ihr noch irgendwann mal was, oder… Journalismus, ja?
Komisch, ich hab das mal studiert. “Verarscht die Öffentlichkeit” kam da im Studium nicht vor. Seit dem verdammten 18. 03. die selbe Scheisse. Man hätte bereits zwei Monate lang die Hintergründe recherchieren können.
Und nichts ist passiert.
Diese Praxis, immer nur den ersten Satzteil zu bringen, in dem Selenskyj Friedensverhandlungen fordert, passiert jetzt bereits seit dem 19.03.. Und seither hat sich an dieser Praxis nichts geändert. Damals der Standard, heute die ARD.
Ohne den Kontext zu kennen (Bereit für ein Treffen, nach effektiver Kapitulation der russischen Seite.) - Ist das ne verdammte Falschdarstellung.
edit:
Habe nochmal den O-Ton vom 20.03. rausgesucht. Zwei Monate, und noch immer die selbe Scheiße, und die selben kontextfreien “Selenskyj will verhandeln!” Zitate. Diesmal im Hauptabendfernsehen.
Man kann nicht einfach von der Ukraine erwarten irgendwelche Territorien als unabhängige Republiken anzuerkennen. Diese Kompromisse sind einfach FALSCH! Ich kann das nicht anerkennen, erstens als President, und zweitens als Bürger dieses Landes, und drittens kann man Leute nicht zwingen alles zu lobbyieren, das ist unmöglich. Was man aber machen kann, ist eine Pause [einen Waffenstillstand] zu vereinbaren, und zu entscheiden wie wir uns später verhalten werden. Was muss getan werden um ein Ende des Krieges zu bewirken, um weitere Kriege zu verhindern? Und wie wir ein weiteres Vorgehen bei den Gebieten finden wollen, die temporär besetzt sind. Das ist eine sehr schwierige Angelegenheit, da einige dieser Territorien vor 8 Jahren besetzt wurden und während dieser gesamten Periode von acht Jahren, wurden die Leute dort und die Kinder gehirngewaschen, und die sind gehirngewaschen, die erzählen ihnen, dass sie ihr Leben gerettet/bewahrt haben, sie erzählen ihnen dass die Ukrainer ihre Unterdrücker sind, sie haben ihre Köpfe mit Lügen gefüllt - für viele Jahre, und daher ist es sehr schwierig ein gemeinsames Verständnis zu finden, sie verstehen mich, was das bedeutet - daher müssen wir zu einem Modell finden, bei dem die Ukraine ihre Unabhängigkeit nicht verliert, auch nicht ihre territoriale Integrität, wir können nichts davon gewähren - dennoch, wir müssen ein Model des gegenständigen Verständnisses finden um weitere Ausschreitungen zu verhindern, zwischen den Territorien die wir kontrollieren, und den temporär besetzen Gebieten -- also denke ich, dass - egal welche Diskussionen wir in unseren Delegationen haben werden -- ich denke, dass nur wir beide, ich und Putin eine diesbezügliche Vereinbarung treffen können. Und dann darf es auch keine Ultimaten geben, die von anderen Ländern da reindiffundieren, ich meine generell und auch im Speziellen, bei den Russischen Ultimaten der Ukraine gegenüber. [Verklausuliert, soetwas wie den 15 Punkte Plan der Türkei (wobei Russland da mitgeschrieben haben könnte) darf es auch nicht geben.].
Ich kotz einfach nur noch durch. Diese Gesellschaft ist das Letzte.
edit: For context - hier hier ersten 5 google Suchresultate für ukraine ultimatum zelensky, Hintergrund, ich habe noch einmal nachrecherchiert, ob Selenskyj “Ultimatum” als Bezeichnung für die Russischen Forderungen im Verhandlungsprozess, in irgend einem anderen Kontext verwendet, außer als “Blocker” gegen den Verlust jeglicher Territorien. (Dh. auch gegen den Verlust der Krim, den er nicht aktzeptieren kann). Nach ner halben Stunde Recherche war die Antwort immer noch nein. “Ultimatum” wird nur in diesem Kontext verwendet (jeglicher territorialer Verlust ist ein Ultimatum, und kann nicht akzeptiert werden, jeglicher Versuch auf Neutralität von Territorien abzustellen “müsse vom Volk über ein Referendum bestätigt werden”, dh. setzt zuerst den vollständigen Abzug russischer Truppen aus allen Territorien voraus).
Weil mir das dann immer noch nicht genug war, hab ich dann einfach begonnen wahllos nach diesen Begriffen zu googlen. Und selbst hier -- keine einzige Erwähnung von “Ultimatum” die von Selenskyj nicht als Blocker für Verhandlungen herangezogen wird.
Das selbe Muster (nahe bei einem overspecific non denial, denial) finden wir dann auch in der ständigen Erwähnung, dass Zelenskyj mit Putin verhandeln würde. Wesentlicher wären laufende Verhandlungen auf der Stabsebene. Will sagen, der russische Ansatz, dass vor einem Treffen der Staatsoberhäupter ein Übereinkommen ausgearbeitet sein muss ist eher korrekt, als Selenskyjs präferierte Lösung “die Frage über den Status der seit acht Jahren temporär besetzen Gebiete in einem zwei Augen Gespräch klären zu wollen.” Wenn das dann mit “wir können auch keinen Abtritt von Territorien akzeptieren” (da “Ultimaten”) endet, dann liegt die Verhandlungslösung als Option brach --
während die ARD Tegesthemen brav weiter berichten, dass Selenskyj bereit wäre mit Putin zu verhandeln, aber den Punkt, dass er die Krim nicht abtreten “kann” (bisheriges Narrativ, “da die Ukrainer Agency gezeigt haben (so tapfer und heroisch gekämpft haben”, also generell)) dann einfach als zweiten Satzteil weglassen.
Wobei es wichtig ist zu differenzieren, ob das nur eine Verhandlungsposition ist (legitim), oder um sie genützt wird um Verhandlungen zu delegitimieren (können Ultimaten nicht akzeptieren).
Also google Ergebnisse für:
ukraine ultimatum zelensky
(Die Ergebnisse ausgenommen die sich auf das Ultimatum des Azovstal Stahlwerks beziehen -)
[22.03.2022] After rejecting ultimatum, Zelensky insists meeting with Putin is needed to end war
Das ist der Schwachsinn von wegen “zuerst brauchen wir die Totale kapitulation”, und dann müssen wir noch mit Vertretern Russlands (Selenskyj O-Ton: Putin) Reden wie wir die seit 8 Jahren anektierten gebiete über 30 Jahre wieder komplett in die Ukraine eingliedern. Danke, Times of Israel.
Unterüberschrift des Artikels:
Ukraine’s president says his country would be ‘destroyed’ before it surrenders its cities to invading Russian forces, seeks security guarantees before any agreement
Zelensky said that he’s prepared to engage with Russia diplomatically to try to end the war but that Russia’s attacks on Ukrainians make it harder to do.
“As I said before, what’s the price of all this? It’s people. The many people who have been killed. And who ends up paying for all of this? It’s Ukraine. Just us,” Zelensky said. “So for us, this is a really great cost. If there is an opportunity to speak, we’ll speak. But to speak only under a Russian ultimatum? It’s then a question about attitude towards us, not about whether the dialogue is ‘good’ or ‘bad.’ It’s impossible.”
“But attacks on Ukrainians make it harder to do.” O really?! Thats the rationalisation, for why no one wants to engage in further negotiations right now? (Except for gemany who has stated (see this video) that it will pick up talks with russia again, as well (in addition to providing heavy weapons to the ukraine).)
Ach komm, nach drei ists gerade erst lustig geworden, machen wir doch noch weiter…
“Ukraine cannot fulfill Russia’s ultimatum. It is necessary to destroy us all, then their ultimatum will be fulfilled. For example, give Kharkiv, Mariupol or Kyiv. Neither Kharkiv, nor Mariupol, nor Kyiv, nor I, the president, we can do it. The people themselves protect our state,” Zelensky said.
Erneut, der verweis auf die Städte die laut Russischer Verhandlungsposition aufgegeben werden hätten sollen. Da bricht Selenskyj die Verhandlungen lieber ab. Ist aber bereits mit Putin zu verhandeln, sobald der sich aus der kompletten Ukraine zurückzieht… (Rückzug auf den Stand 24.02. als Bedingung für dauerhafte Waffenstillstandsverhandlungen, aber nicht für Friedensverhandlungen.)
The elimination of the last Ukrainian troops trapped in the besieged port of Mariupol would put an end to talks with Moscow, Mr Zelensky said on Saturday, in an interview with the Ukrainska Pravda news website.
Ahso ja, die Friedensverhandlungen an denen man sowieso nicht interessiert ist, als Druckmittel verwendet um noch das Leben von 100-200 Kämpfern zu retten. Klar wieso nicht. Kommt in westlichen Medien ja auch niemandem komisch vor. Der Selenskyj sorgt sich eben sehr um jedes Soldatenleben.
Ist jetzt irgendwie ungut beim spekulativsten Element zu enden (warum setzt Selenskyj Friedensverhandlungen (die Russland ja eh nicht will), hier als Druckmittel ein -- wir wissen es schlicht nicht), aber hey, diese Gesellschaft ist so und so das Letzte, also, warum nicht.
War likely to be over by end of year - Ukrainian general
The head of Ukraine’s military intelligence has said the war with Russia will reach a turning-point in mid-August and is likely to be over by the end of the year.
In an interview with Sky News, Major General Kyrylo Budanov said that “the breaking point will be in the second part of August” and “most of the active combat actions will have finished by the end of this year.”
“As a result, we will renew Ukrainian power in all our territories that we have lost including Donbas and the Crimea.”
He added that Russia losing the war will lead to a coup against Russian President Vladimir Putin, which he claimed was already underway. The BBC has not verified this claim.
“we can’t win this war with Soviet equipment because A. Russia has much more Soviet equipment, B. we don’t have anywhere to get ammunition for this, and C. Russia simply has more people and more troops.”
Need F-16 and MLRS for winning, you see?
Ustinova and Kaleniuk, who were in Washington this week for meetings, said that they believe there is a lack of “political will that is needed” for the administration to decide to send such kinds of heavy weaponry – and quickly — and the feeling that there is still fear about provoking Moscow.
They decried the fact that it took so long for the US to decide to send the heavy weaponry it is sending now, with Ustinova saying, “if we had Howitzers two months ago, Mariupol would not happen because they wouldn’t be able to surround like they did, to surround the city and literally destroy it.”
They decried the fact that it took so long for the US to decide to send the heavy weaponry it is sending now, with Ustinova saying, “if we had Howitzers two months ago, Mariupol would not happen because they wouldn’t be able to surround like they did, to surround the city and literally destroy it.”
Bad US, bad US.….….
(No instant logistics, no instant delivery through an active warzone… No instant rubberstamping in the House Armed Services Committee…)
und das mit der Opposition von CDU/CSU, es handle sich hier um einen russischen Revanchismus. Wogegen denn? Gegen den Lagerkoller Putins, oder seine Prägung damals in Ostdeutschland, als niemand mehr ans Telefon ging? Ne würde mich wirklich brennend interessieren. Synder als Autor des populären geschichtstheoretischen Hauptnarrativs empfindet Kolonialismus, ein Sprecher der CDU/CSU zusammen mit der deutschen Regierung Revanchismus. Gegen das Ende der Sovjetunion. Mit dem Maximalziel, Wiederherstellung der Einflusssphäre der Sovjetunion, da seien sich SPÖ und CDU/CSU einig. (Zur Einordnung: Drei Monate nachdem das mit dem Blitzkrieg nicht geklappt hat.)
Jetzt gehen Russland aber bereits bei einer vollständigen Besetzung der Ukraine die Soldaten aus. Da das mit dem Blitzkrieg eben nicht geklappt hat. Und das nach einer Generalmobilmachung. Denn nach aktuellen Schätzungen brauche es hier 4 Millionen Einheiten über 20 Jahre.
Dann schreibt der Standard heute noch, dass es Putin mit dem Krieg in der Ukraine nicht eilig hat. (Kommentar Militärexperte.)
Ich fasse also zusammen, das mit dem Neokolonialismus (Snyder) war Blödsinn, wir haben es mit einem Revanchisten zu tun, der essentielle Teile der russischen Führung auf seiner Seite hat, der den Einflussbereich der ehemaligen Sowjetunion wiederbeleben möchte, der es aber nicht eilig hat. Während sich in Europa die Nato erweitert. Der nicht verhandeln will und darüber hinaus auch keine Vereinbarungen einhalten würde. Der besiegt werden kann, während Russland selbst aber nicht besiegt wird, da Atommacht - sondern ihm nur eine verheerende Niederlage zugefügt werden soll.
Und danach ist es vom Revanchismus Gedanken geläutert. Und man käme zu einer Vereinbarung. Die es dann einhalten würde.
Das Medien-Narrativ ist aktuell eben eher “suboptimal”, also was willst du tun, Vereinfachungen müssen unter die Leute, daher brauchst du deine Pundit Gespräche und die müssen wieder Interpretationsvorlagen liefern an die die Bevölkerung dann glauben darf.
Aktuell ganz heiß im Rennen, was willst du tun, Putin hält sich an keine Vereinbarungen, also, selbst wenn du verhandeln wolltest, und er verhandeln wollte, was eh nicht der Fall ist, da Russland nicht verhandeln will, würde sich Russland nicht an das halten was verhandelt wurde. Daher müssen wir auf Regimewechsel setzten (oder zumindest auf eine Veränderung im Denken der russischen Führung (impliziert: ohne Putin)), was nur mit einem Postulat der Stärke (Ich hätte ja schon fast Diktatfrieden geschrieben, aber was dann hier abgegangen wäre, …) möglich.
Das sei auch das Problem der Gruppierung die jetzt verhandeln wolle, sie sehe nicht ein, dass Abkommen nicht eingehalten werden würden.
Eine Eskalationsspirale die bis zu einer atomaren Reaktion reicht solle man dabei aber nicht mitdenken (bin ich dafür).
Zweitens, damit geht auch einher dass wir die Gewaltspirale auf einem niederschwelligeren Level ausblenden sollen. Das ist dann bereits das Totschlagagument gegen Schwarzer und Co, also verklausulieren wirs besser.
Drittens, wir schieben den Moment der Re-Evalutation unserer Position in die Richtung von Aspekten die wir nicht kontrollieren oder direkt beeinflussen können (Regimechange, oder vollumfänglicher ukrainischer Sieg).
Viertens, wir brauchen zur Konstruktion unseres Arguments wieder den Wahnsinnigen Putin mit dem man nicht verhandeln kann, aber bitte nicht wahnsinnig genug, dass er zu sehr eskaliert.
Fünftens, es wird impliziert, dass eine Verhandlungslösung auf Seite Russlands weniger Sinn macht als prolongiertes Risiko unter “den stärksten Sanktionen dies jemals gab”, und so funktioniert weder Spieltheorie, noch irgendein Kalkul auf Basis von Anreizeffekten, die innerhalb eines Menschenlebens abrufbar wären. (Will sagen, der prolongierte Krieg rentiert sich für die Kriegsteilnehmer nicht. Nicht in einem Jahr, nicht in zehn, nicht in dreißig.) Dh. es wird mit relativer Sicherheit zu einer Verhandlungslösung kommen --
nur was man jetzt noch nicht aussprechen will, ist dass es gerade darum geht die Kosten für den erfolgten Angriffskrieg zu erhöhen.
Aber das kannst du ja nicht offen sagen. Genausowenig, wie du Regimechange als Ziel fordern kannst. Also brauchst du jetzt eine Hilfskonstruktion, die so nahe wie möglich an “eigentlich sind die ja alle verrückt und handeln nicht mehr rational” liegt aber gerade nicht an “die Eskalation könnte bis zum Einsatz von Atomwaffen” ranragen soll.
Und dann legst du den Medien das als Position hin, und dann sollen sie mal schön Kommentare schreiben. Zum Glück hat man noch genügend Pundits, die das nicht im Kontext betrachten können, und einfach bei “unser Ziel muss Regimechange in Russland sein” ideologisch abbiegen können, denen du dann aber sagst, dass sie das nicht verbalisieren dürfen. Und dann kommt eine Diskussion wie hier bei Phoenix raus.
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