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Unsauberheit bei Anne Will

17. Mai 2022

Bei Anne Will wur­den vor acht Tagen Unter­zeich­ner bei­der offe­nen Brie­fe gegen­ein­an­der gepitcht.
(Kom­plet­tes Video: click, Mir­ror: click)

Der des Brie­fes für mehr akti­ve Par­ti­zi­pa­ti­on war bemüht die Posi­ti­on der Ukrai­ne als “kom­pro­miss­be­reit”, und nicht als “Hard­li­ner dem man jetzt lau­fend Waf­fen zukom­men las­sen muss” zu skiz­zie­ren. Dazu hat­te er pri­mär ein Argu­ment. Er glau­be, zumin­dest habe er das bei Selen­sky­js Gespräch bei Chat­ham House so ver­stan­den, Selen­skyj sei damit ein­ver­stan­den wie­der zu den Gren­zen des 23. April als Basis für einen Frie­dens­ver­trag zurückzukehren.
In jedem Fall sei das das Mini­mum was erreicht wer­den müs­se, um nicht den Ein­druck zu hin­ter­las­sen dass Russ­land Erfolg gehabt hätte.
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Also quä­le ich mich eine knap­pe Stun­de durch den Chat­ham House Dia­log (Selen­skyj hat eine super Idee: “Eine inter­na­tio­na­le, mili­tä­ri­sche 24 Stun­den Ein­greif­trup­pe gegen Kriegs­ver­bre­chen in Kriegs­ge­bie­ten - wir müs­sen es tun, wir müs­sen uns die­se Fra­ge stel­len, wie kann Chat­ham House hier hel­fen, wie kön­nen wir das rea­li­sie­ren, bit­te dis­ku­tie­ren sie!”) um in etwa bei Minu­te 56 zur refe­ren­zier­ten Ant­wort zu kommen.

Die Fra­ge aus dem Publi­kum lau­tet in der Tat, ob es die Ukrai­ne akzep­tie­ren könn­te, bei Frie­dens­ver­hand­lun­gen auf die ter­ri­to­ria­len Gren­zen vom 23. Febru­ar zurückzufallen.

Die Ant­wort die von Selen­skyj gege­ben wird ist ein non sequi­tur, der aus­schließ­lich ihre Vor­be­din­gun­gen für einen Waf­fen­still­stand umschreibt. Die Vor­be­din­gun­gen für einen Waf­fen­still­stand, auf Sei­ten der Ukrai­ne, sind ein Rück­zug aller rus­si­scher Trup­pen auf die Gebie­te vom 23. Febru­ar - danach könn­ten Frie­dens­ver­hand­lun­gen begin­nen. Im zwei­ten Teil der Ant­wort quält sich Selen­skyj durch unter­schied­li­che Ansät­ze zu erklä­ren, wie sie denn zu Ver­hand­lun­gen kom­men wür­den, wenn sie zuvor nicht ver­han­del­ten. “Da müs­se wohl von Russ­land was kom­men, aber sofern er ver­ste­he gäbe es wohl noch Kanä­le, noch nicht alle Brü­cken sei­en abge­ris­sen, figu­ra­tiv gesprochen”.

Dar­aus macht der Mode­ra­tor bei Chat­ham House “das ist jetzt aber ein sehr wich­ti­ge Ant­wort und Stel­lung­nah­me” - weil er nicht weiß, dass das die Posi­ti­on der Ukrai­ne ist, seit dem sie das ers­te mal “die Gren­zen vom 23 Febru­ar” in den Mund genom­men hat. Die beschrei­ben immer die Vor­be­din­gung unter der die Ukrai­ne zu einer Waf­fen­ru­he bereit sei. An der Posi­ti­on, dass die Ukrai­ne in Frie­dens­ver­hand­lun­gen auf die voll­stän­di­ge ter­ri­to­ria­le Inte­gri­tät der Ukrai­ne besteht (inkl. Krim, inkl. Don­bas), hat sich nie auch nur irgend­et­was geän­dert. Seit dem ers­ten Inter­view in dem die Pres­se “Selen­kyj ist für Frie­dens­ver­hand­lun­gen” geti­telt hat. Denn es wur­den immer, suk­zes­si­ve die Bedin­gun­gen für Gesprä­che, ins beson­de­re für High Level Gesprä­che für die Selen­skyj gewor­ben hat, außen vor gelas­sen. Siehe:
Die ARD ver­kürzt mal wieder

Das mag für eine Schlag­zei­le mal nicht schlimm sein, es sei denn natür­lich man lässt den Teil weg - in dem man bei Frie­dens­ver­hand­lun­gen die Rück­ga­be der Krim for­dert. Was seit Kriegs­be­ginn der Fall war.

Und ich kanns hier zum fünf­ten Mal schrei­ben, und es gibt immer wie­der Pun­dits (Ruprecht Polenz, ein Unter­zeich­ner des Gegen­briefs bei Anne Will, Lia­na Fix bei Lanz) die das falsch refe­ren­zie­ren. Polenz um es ihm zu gute zu hal­ten unter Zuhil­fe­nah­me der For­mu­lie­rung von “zumin­dest habe er das so ver­stan­den”. Es gibt nir­gend­wo einen Fak­ten­check. Es gibt nir­gend­wo jeman­den der die Dif­fe­ren­zie­rung kennt (das eine sind die Vor­be­din­gun­gen für einen Waf­fen­still­stand, das ande­re eine Gren­ze bei Frie­dens­ver­hand­lun­gen mit der die Ukrai­ne leben könn­te - bei­des sind dia­me­tral ande­re Din­ge, aber die Ver­tre­te­rin der Kör­ber Stif­tung (wobei, ehe­mals Mer­ca­tor) bei Lanz, und der CDU Poli­ti­ker bei Anne Will kön­nen das lei­der wie­der nicht auseinanderhalten.

Genau­so­we­nig wie der Mode­ra­tor des Gesprächs bei Chat­ham House hier nicht in Lobes­hym­nen ver­fal­len kann, wäh­rend Selen­skyj gera­de die Publi­kums­fra­ge sidestept.

In der ging es nicht um Vor­be­din­gun­gen für einen Waffenstillstand.

Die­se Gesell­schaft ist das Letzte.

Zumin­dest fragt der Mode­ra­tor bei Chat­ham House noch­ein­mal nach, ob die Ukrai­ne es in Ord­nung fin­det, dass ande­re für sie dekla­rie­ren, dass der Sieg der Ukrai­ne gleich­be­deu­tend mit einem voll­stän­di­gen Rück­zug der rus­si­schen Trup­pen aus der Gän­ze des ukrai­ni­schen Staats­ge­biets ist. Die Ant­wort die dar­auf folgt ist, “Er [Selen­skyj] habe kei­ne Angst vor “kräf­ti­gen” [bold] Aus­sa­gen, die er eben­falls in der Form getä­tigt habe”, und “was er für sich als Sieg sehen wür­de, sei die Rück­kehr der Ver­trie­be­nen, und eine Ukrai­ne in der das nor­ma­le Leben wie­der auf­ge­nom­men wer­den kann, in den Gren­zen des 23. Febru­ar, zumin­dest für den Anfang”.

Zumin­dest für den Anfang” refe­ren­ziert den von der Ukrai­ne ange­dach­ten Free­ze des poli­ti­schen Sta­tus der tem­po­rär beset­zen Regio­nen (Krim und Don­bas) die nach einer etwa 30 jäh­ri­gen “Auto­no­mie, aber als Teil der Ukrai­ne” (De-Ideologisierung der Bevöl­ke­rung), wie­der zurück an die Ukrai­ne gehen sol­len. Sofern Volks­ab­stim­mun­gen das befürworten.

PR TIpps from Böhmermann

17. Mai 2022

Keep win­ning - to stay relevant.
Keep win­ning - for our model of life.
Keep win­ning - oh sor­ry, no real tal­king points left, lets fill the rest up with actual­ly good jokes, and repeat - keep win­ning to stay rele­vant again. Right?

Thats about all the com­ple­xi­ty you need.

I hear its all the rage in the third world as well.

edit: “In order to end the war, we must keep the war rele­vant, to help them win the war.” Got it?

Oh and play with rimshots, guilt, pop cul­tu­re refe­ren­ces, dap­per dres­sed come­di­ans, scrip­ted spon­ta­n­ei­ty, under­play­ing intel­lect - but not to make a point, but to make the audi­ence feel smart, add a stin­ger against con­ser­va­ti­ve audi­en­ces to feel more “edgy” (des­pi­te you repre­sen­ting their majo­ri­ty view), add a count­down ele­ment to sug­gest, that the Ukrai­ne would be smart enough not to wait until it had no eco­no­mic pro­spects any­mo­re, becau­se this is how wars go, and rebuil­ding its nati­on is not at all lin­ked to the rus­si­an funds, that have been and cur­r­ent­ly are fro­zen by sanc­tions, add some unre­la­ted come­dic misun­derstan­ding as the punch­li­ne to that one. Oh Jan, its twit­ter, Jan!

Hmm… Pro­bab­ly not that gre­at to under­stand how this works… Come­dy is an artform.

#its­abou­tus - is PR? Art? A pro­per argu­ment? An emo­tio­nal­ly char­ged notion.

Phoenix hat herausgefunden dass die UN Angstnarrative bedient

17. Mai 2022

um den bra­ven (Bil­dung aus der Bild) Deut­schen zu mani­pu­lie­ren, der nicht so den­ken soll wie Putin (Angst­nar­ra­ti­ve ver­brei­tend) es will!

Es ist unglaub­lich was die alles rausfinden.

Frie­den schaf­fen ohne Waf­fen, sei jetzt plötz­lich die Posi­ti­on der Unter­zeich­ner des Schwar­zer Briefs, weil man sel­ber kei­nen f*cking Fin­ger geho­ben hat um die Dif­fe­ren­zie­rung von “Angriffs­waf­fen” (NATO Desi­gna­ti­ons­ka­te­go­rie, aber who the f*ck cares) und “Schwereren Waf­fen” einer Bevöl­ke­rung näher zu brin­gen, weil dann müss­te man ihr ja erklä­ren, wer die zuerst gefor­dert hat. Und wann… Und warum…

Also behaup­tet man lie­ber die Unter­zeich­ner des Schwar­zer Briefs sind Trot­tel und ver­damm­te Pazi­fis­ten oben drein.

Logisch oder?

Und Guter­res bedie­ne sich eines Angst­nar­ra­ti­ves, wenn er von einem “unge­winn­ba­ren” Krieg spricht, und Ver­hand­lun­gen -- als abso­lut not­wen­dig her­aus­streicht. Als UN Generalsekretär.

Gut, dass wir hier kei­ne Selbst­re­fle­xi­on unter den Medi­en brauchen.

Hach was sind unse­re guten, aus Pro­kla­ma­tio­nen bestehen­den, Ein­stiegs­state­ments pro­per. (Was ande­res nimmt der Zuse­her so und so nicht mit. Medienwirkungsforschung.)

Ich dis­ku­tier auch lie­bend gern auf Voll­trot­tel Niveau, mit Jour­na­lis­ten die ihren Job nicht machen, ihre Selbst­kri­tik­fä­hig­keit an der Gar­de­ro­be zum Mode­ra­tor im Mei­nungs­fern­se­hen abge­ge­ben haben (also wenn sie nicht wie der Stan­dard regel­mä­ßig, seit Jah­ren, ohne zu kon­tex­tua­li­sie­ren Pro­ject Syn­di­ca­te abschrei­ben), aber nur wenn ich im Ein­stiegs­seg­ment Lügen ver­brei­ten kann. Dar­un­ter würd ich mich schä­men mein Jour­na­lis­ten­ge­halt einzustreifen. 

Eine erneu­te Zuwei­sung im Gut/Böse Spek­trum, wer die pseu­de­ra­tio­na­len Kriegs­be­für­wor­ter, und wer die Put­in­ver­ste­her Ver­hand­lungs­fe­ti­schis­ten sind, die die­se schö­ne, ehren­wer­te, aber nicht mehr katho­li­sche, weil der Papst ist ja auch ein Spal­ter, Gesell­schaft spal­ten wol­len! Dabei wis­sen die doch wie wich­tig es ist, dass wir uns jetzt nicht spal­ten las­sen! Wir habens ihnen doch gesagt. Als Medi­en. Das ist doch jetzt das Wich­tigs­te überhaupt!

Frak­ti­ons­zwang auf Gesell­schafts­ebe­ne, qua­si. Sonst gewinnt Putin! Sor­ry, der unde­mo­kra­ti­sche Diktator.

SPALTER! HITLERVERSTEHER (Nach dem Pelinka-Arschloch vom Insti­tut für Kon­flikt­for­schung.)!

Die­se Gesell­schaft ist das Letzte.

Hier sind doch kei­ne Lügen unter­wegs! Dass wir seit drei Mona­ten so tun als hät­ten wir die Moral mit Löf­feln gefres­sen, und wüss­ten als Medi­en­ver­tre­ter genau wor­ums geht, ist doch bit­te kei­ne Pro­pa­gan­da! Pro­pa­gan­da machen die ande­ren! Des­halb las­sen wir auch deren Posi­ti­on in unse­rer Bericht­erstat­tung nicht mehr stattfinden.

Wir schüt­zen die Bevöl­ke­rung vor die­sen bösen Spal­tern! Wie dem Guter­res, dem Papst, dem Sozi­al­psy­cho­lo­gen, dem Fern­seh­in­tel­lek­tu­el­len, der Emma Tan­te, … Habermas…

Und schaut, wir haben einen Hau­fen an guten Exper­ten wie die Marie Lui­se Beck, aus der von ihr und ihrem Mann selbst gegrün­de­ten Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on Zen­trum Libe­ra­le Moder­ne, das sich gegen 

eine anti­li­be­ra­le Inter­na­tio­na­le” [rich­te,] “deren Netz­wer­ke sich durch ganz Euro­pa zie­hen“, und deren „Haupt­quar­tier“ der Mos­kau­er Kreml sei.

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Und wir igno­rie­ren selbst­re­dend immer die neu­es­ten PR Repor­ta­gen, mit dem Inhalt Selen­skyj ist der bes­te Kom­mu­ni­ka­tor über­haupt, denn das ist das wofür das Zen­trum Libe­ra­le Moder­ne so ange­fragt wird, und dann zusagt.

Also - dar­über berich­ten wir natür­lich nicht, aber ein­la­den tun wir sie schon. Damit sie dann für den Durschnitts­deut­schen spre­chen kann, vor allem zu den Jun­gen. Das ist die­se aus­ge­gli­che­ne Bericht­erstat­tung müs­sen sie verstehen…

edit: Sor­ry, ich hab ja noch das Fazit der Debat­te gar­nicht beleuch­tet. Also das Wesent­li­che ist, es gibt für die­sen Krieg kein Script, wie auch schon für Coro­na nicht.

Dess­halb ist es wich­tig sämt­li­che Ent­schei­dungs­ebe­nen bezüg­lich des Fort­laufs des Krie­ges, an eine Ukrai­ne zu dele­gie­ren, die ihrer­seits bestä­tigt, dass sie für einen Waf­fen­still­stand zu kei­nen Zuge­ständ­nis­sen gegen­über Russ­land bereit ist, gewin­nen wird, weil sie gewin­nen kann, und immer wie­der Man­tra artig zu wie­der­ho­len, wie wich­tig es ist, dass die Ukrai­ne die­sen Krieg gewinnt. Sonst geht die Demo­kra­tie unter.

Weils ja kein Skript gibt. Weil wir uns ja in jeder Situa­ti­on die bes­ten Ent­schei­dungs­we­ge offen hal­ten, und -- ups, jetzt sind alle zu, na so ein Pech aber auch.

Ver­han­deln? Soll doch der Putin ange­kro­chen kom­men und um Ver­hand­lun­gen bit­ten! Was heißt Ver­hand­lun­gen, sogar um den Waf­fen­still­stand vor den Verhandlungen!

Wir brau­chen jetzt bes­se­re Angriffs­waf­fen”, “sonst wird die Ukrai­ne ver­lie­ren”, “aber die Ukrai­ne wird gewin­nen, weil die Ukrai­ne gewin­nen kann!” “Es sei denn die EU Mit­glied­schaft sei nicht ernst gemeint, dann wird die Ukrai­ne ver­lie­ren, weil sie kei­ne Moti­va­ti­on mehr hat”. Lesen sie kei­ne Zeitung!?

Es gibt ja kein Skript das wir hier zur Anwen­dung brin­gen könn­ten, wir tref­fen ein­fach immer ad hoc, die best­mög­li­chen Ent­schei­dun­gen, die sich aber mit denen unse­rer Part­ner decken müs­sen. Also müs­sen. Weil das ist das Wich­tigs­te, was man der eige­nen Bevöl­ke­rung über kom­mu­ni­zie­ren muss.

Als Qua­li­täts­me­di­um.

Durch­hal­ten Leu­te, der Krieg ist schon fast vor­bei. Die Ukrai­ne hat schon fast gewon­nen! Ende des Jah­res! Sagt ein ukrai­ni­scher Gene­ral auf Sky­news. Der sel­be der sagt, Putin hat Krebs! (The BBC has not veri­fied this claim.)

Ein Skript hab ich aber nir­gends gesehen.

Deutliche Worte

16. Mai 2022

Kule­ba: Das ist eine schwarz-weiße Situation
Der ukrai­ni­sche Außen­mi­nis­ter Dmy­t­ro Kule­ba sag­te heu­te in einem Inter­view mit Bloom­berg Tele­vi­si­on in Brüs­sel, dass er jeg­li­che Zuge­ständ­nis­se der Ukrai­ne gegen­über Russ­land, die zu einem Waf­fen­still­stand füh­ren wür­den, ablehnt.

Jeg­li­cher Ver­such, dem rus­si­schen Prä­si­den­ten einen gesichts­wah­ren­den Aus­weg zu prä­sen­tie­ren, sei außer­dem ein ver­fehl­ter Zugang. “Lasst Putin doch selbst einen gesichts­wah­ren­den Aus­weg fin­den!”, so Kuleba.

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Also eigent­lich der per­fek­te Punkt ab dem man in der gesamm­ten EU, auf eine Dele­ga­ti­on aller Punk­te abstel­len kann, die zu einem Kriegs­en­de führen.

Die Ukrai­ne soll das entscheiden.

Und solang sie genug Waf­fen bekommt…

Wenigs­tens ist das um den hei­ßen Brei her­um­re­den vorbei.

edit: For refe­rence, other Ukrai­ne news of the day: click

Die ARD verkürzt mal wieder

14. Mai 2022

und zwar so dass es einer Falsch­dar­stel­lung gleich­kommt. Es ist immer der sel­be Dreck.

Medi­en­be­rich­te: “Selen­skyj stimmt Ver­hand­lun­gen mit Putin zu” - dar­auf die Bevöl­ke­rung, ja, juhu so toll, so super, sensationell…

Dabei wird dann wie­der der zwei­te Halb­satz weggelassen --

Ukrai­ni­an Pre­si­dent Volo­dym­yr Zelen­skyy says that he’s rea­dy to talk with Rus­si­an Pre­si­dent Vla­di­mir Putin and that “we must find an agree­ment,” but with no ulti­ma­tum as a condition.

Zelen­skyy also told Ita­li­an RAI sta­te TV in an inter­view sche­du­led to be broad­cast on Thurs­day night that Ukrai­ne will never reco­gni­ze Cri­mea as part of Rus­sia, which anne­xed that part of sou­thern Ukrai­ne in 2014.

Cri­mea has always had its auto­no­my, it has its par­lia­ment, but on the insi­de of Ukrai­ne,” Zelen­skyy said, in excerp­ts of the inter­view that RAI released ear­lier on Thursday.

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Um das zu ver­ste­hen bräuch­te man jetzt natür­lich wie­der Kon­text, aber die lie­ben, net­ten, und über­aus infor­ma­ti­ven deutsch­spra­chi­gen Medi­en haben den ja nie gelie­fert. Schon blöd.

Exkurs:

Genau­so wie vor­ges­tern die hal­be Repu­blik Kopf gestan­den hat, als Russ­land mit einer “sym­me­tri­sche Reak­ti­on” auf Finn­lands Nato­bei­tritt gedroht hat. Und dar­in schon wie­der die nächs­te bewuß­te Pro­vo­ka­ti­on Putins gese­hen hat.

Chi­nas Posi­ti­on im Ukrai­ne Krieg, wur­de seit deren ERSTEM State­ment zur Sach­la­ge mit “Beden­ken auf­grund geo­stra­te­gi­scher Über­le­gun­gen” begrün­det. Bis heu­te wur­de der Öffent­lich­keit nie - in kei­nem öster­rei­chi­schen Medi­um näher­ge­bracht, was denn “geo­stra­te­gi­sche Über­le­gun­gen” über­haupt sind. Das mag damit zusam­men gehan­gen haben, dass die Hoo­ver Insti­tu­ti­on bereits am vier­ten März, kei­ne 10 Tage nach Kriegs­be­ginn, kom­plet­te, neue Vor­trags­rei­hen ins Leben geru­fen hat, auf denen dann sie­ben Exper­ten gleich­zei­tig gegen die Inter­pre­ta­ti­on des Kriegs­grunds über ein geo­stra­te­gi­sches Kal­kül argu­men­tie­ren soll­ten. Mit Ein­stiegs­fra­ge, “war­um hat Mear­s­hei­mer unrecht?” (sie­he: click), der dann aber immer­hin noch im Eco­no­mist ein State­ment ver­öf­fent­li­chen durf­te.

Wenn man in der kom­plet­ten öster­rei­chi­schen Medi­en­land­schaft, selbst an dem Tag an dem Russ­land mit geo­stra­te­gi­schen Ant­wor­ten auf den Bei­tritt Finn­lands zur Nato droht, der Öffent­lich­keit nicht erklärt was geo­stra­te­gi­sche Logik ist… Mach ich mir dann halt irgend­wann auch mal Gedan­ken warum.

Ende Exkurs.

Das mitt­ler­wei­le bereits lang­wei­lig gewor­de­ne Spiel exis­tiert seit der Zurück­wei­sun­gen der zwei­ten Pha­se der tür­ki­schen Frie­dens­ver­hand­lun­gen. Damals als hier­zu­lan­de mal nen Tag oder so durch die Medi­en ging, dass “in wesent­li­chen Punk­ten eine Annä­he­rung erreicht wor­den sei”. 

Was pas­sier­te eigent­lich danach!?

Oh, das ukrai­ni­sche Nar­ra­tiv das bis heu­te nicht erklärt wur­de, dass “man kei­ne Ulti­ma­ten dul­de” kam erst­ma­lig ins Spiel. Und zwar als Vor­be­din­gung für high level Frie­dens­ver­hand­lun­gen. (Hin­ter­grund, damals waren die Vor­or­te Kiews noch stark umkämpft, dass man da Kiew selbst Russ­land nicht zuge­ste­hen wür­de, lag auf der Hand -- aber noch­mal, hier ging und geht es immer noch um Vor­be­din­gun­gen zu Frie­dens­ver­hand­lun­gen, dh das man nur bereit zu sol­chen High Level Ver­hand­lun­gen (Selen­skyj trifft Putin) sei, wenn Russ­land kei­ne “Ulti­ma­ten” (= For­de­run­gen nach der Auf­ga­be von Städ­ten) mehr stelle.)

Hin­ter­grund - die tür­ki­sche Regie­rung hat­te von rus­si­schen Regie­rung eine Lis­te an For­de­run­gen ein­ge­holt die ver­han­delt wer­den soll­ten, die Dele­ga­ti­on damals ging zuerst zu Russ­land und hat­te dann erst ein­mal eine Lis­te. Die­se Lis­te wur­de dann, nach Ver­hand­lun­gen auf der Stabs­ebe­ne, von Selen­skyj zurück­ge­wie­sen - und das mit eben die­ser Begrün­dung, dass man kei­ne Ulti­ma­ten als Vor­be­din­gung für Frie­dens­ver­hand­lun­gen akzeptiere.

Ulti­ma­ten? In der Lis­te die die tür­ki­sche Regie­rung als Ver­hand­lungs­pa­pier auf­ge­setzt hat­te? Wie ging das denn - na ganz ein­fach “man kön­ne den Ver­lust kei­ner ein­zi­gen Stadt, oder Regi­on, schon gar­nicht der Krim als Ver­hand­lungs­grund­la­ge akzep­tie­ren, das sei ein Ultimatum”.

Wie Ver­hand­lun­gen anstatt­des­sen aus­zu­se­hen hät­ten: Voll­stän­di­ger Abzug aller rus­si­scher Trup­pen hin­ter die Gren­zen des 24. Febru­ars, als Basis­be­din­gung für eine anhal­ten­de Waf­fen­ru­he. Und dann der Abzug aller Rus­si­scher Trup­pen, aus der Gesamt­heit der Ukrai­ne als Basis für Frie­dens­ver­hand­lun­gen (das sind zumin­dest die For­de­run­gen), zusätz­lich dazu kommt, dass ein oder meh­re­re Nato Staa­ten die voll­stän­di­ge staat­li­che Inte­gri­tät der Ukrai­ne garan­tie­ren müss­ten (war auch bereits Teil der ‘Ver­hand­lun­gen’ über die Tür­kei, Deutsch­land war dafür mal im Gespräch, spä­ter nicht mehr), und eine akti­ve Frie­dens­si­che­rungs­mis­si­on inner­halb der Ukrai­ne abhal­ten müss­ten, bevor sich Selen­skyj zu einem Tref­fen mit Putin durch­rin­gen könn­te, und dann wird der Sta­tus der Krim ein­ge­froh­ren, in etwa für 30 Jah­re, damit de-idiologisierungs Kam­pa­gnen lau­fen kön­nen (oder in Selen­sky­js eige­nen Wor­ten, damit er sich noch über­le­gen kann wie er mit den gehirn­ge­wa­sche­nen Leu­ten in die­sen Regio­nen umgeht), und weil der Teil so dif­fi­zil ist, erklä­re sich Selen­skyj nur zu Frie­dens­ver­hand­lun­gen mit Putin direkt bereit.

Wäh­rend es bis­her die Posi­ti­on Russ­lands war, dass man vor einem Tref­fen der Staats­ober­häup­ter ein voll aus­ge­ar­bei­te­tes Abkom­men erwarte.

ABER SELENSKYJ IST WIEDER BEREIT SICH MIT PUTIN ZU TREFFEN - sagt die ARD.

Der sel­be Sager geis­tert zum wie­der­hol­ten Mal durch die Pres­se. Und die erklärt immer noch nicht den Hauch eines Hintergrunds…

Und lässt immer noch den zwei­ten Halb­satz weg, in dem die AP zumin­dest noch bringt, dass Selen­skyj davor selbst­re­dend noch die kom­plet­te Krim zurück­ha­ben will.

Cri­mea has always had its auto­no­my, it has its par­lia­ment, but on the insi­de of Ukrai­ne,” Zelen­skyy said, in excerp­ts of the inter­view that RAI released ear­lier on Thursday.

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Dass Selen­skyj zu Fol­ge, die “Auto­no­mie der Krim” eben­falls nur eine auf Zeit sein soll (30 Jah­re für De-Ideologisierungs Pro­gram­me) die­se Inter­views gabs bereits.

Auf CNN - nicht irgend­wo bei nem klei­nen unbe­deu­ten­den klei­nen Out­let, wo man das über­se­hen hät­te können.

Und “unab­hän­gig, aber als Teil der Ukrai­ne” bedeu­tet kei­ne rus­si­sche Mili­tär­prä­senz mehr in der Ukrai­ne, anstatt des­sen dann ukrai­ni­sche, oder Nato Frie­dens­trup­pen auf der Krim. Der Ver­lust von Sewas­to­pol für Russ­land, … und dann nach 30 Jah­ren die ers­te ver­such­te ver­trag­li­che Wie­der­ein­glie­de­rung in die Ukrai­ne nach öffent­li­chen Abstimmungen.

Ich mein, berich­tet ihr noch irgend­wann mal was, oder… Jour­na­lis­mus, ja?

Komisch, ich hab das mal stu­diert. “Ver­arscht die Öffent­lich­keit” kam da im Stu­di­um nicht vor. Seit dem ver­damm­ten 18. 03. die sel­be Scheis­se. Man hät­te bereits zwei Mona­te lang die Hin­ter­grün­de recher­chie­ren können.

Und nichts ist passiert.

Die­se Pra­xis, immer nur den ers­ten Satz­teil zu brin­gen, in dem Selen­skyj Frie­dens­ver­hand­lun­gen for­dert, pas­siert jetzt bereits seit dem 19.03.. Und seit­her hat sich an die­ser Pra­xis nichts geän­dert. Damals der Stan­dard, heu­te die ARD.

Ohne den Kon­text zu ken­nen (Bereit für ein Tref­fen, nach effek­ti­ver Kapi­tu­la­ti­on der rus­si­schen Sei­te.) - Ist das ne ver­damm­te Falschdarstellung.

edit:

Habe noch­mal den O-Ton vom 20.03. raus­ge­sucht. Zwei Mona­te, und noch immer die sel­be Schei­ße, und die sel­ben kon­text­frei­en “Selen­skyj will ver­han­deln!” Zita­te. Dies­mal im Hauptabendfernsehen.

Man kann nicht ein­fach von der Ukrai­ne erwar­ten irgend­wel­che Ter­ri­to­ri­en als unab­hän­gi­ge Repu­bli­ken anzu­er­ken­nen. Die­se Kom­pro­mis­se sind ein­fach FALSCH! Ich kann das nicht aner­ken­nen, ers­tens als Pre­si­dent, und zwei­tens als Bür­ger die­ses Lan­des, und drit­tens kann man Leu­te nicht zwin­gen alles zu lob­by­ie­ren, das ist unmög­lich. Was man aber machen kann, ist eine Pau­se [einen Waf­fen­still­stand] zu ver­ein­ba­ren, und zu ent­schei­den wie wir uns spä­ter ver­hal­ten wer­den. Was muss getan wer­den um ein Ende des Krie­ges zu bewir­ken, um wei­te­re Krie­ge zu ver­hin­dern? Und wie wir ein wei­te­res Vor­ge­hen bei den Gebie­ten fin­den wol­len, die tem­po­rär besetzt sind. Das ist eine sehr schwie­ri­ge Ange­le­gen­heit, da eini­ge die­ser Ter­ri­to­ri­en vor 8 Jah­ren besetzt wur­den und wäh­rend die­ser gesam­ten Peri­ode von acht Jah­ren, wur­den die Leu­te dort und die Kin­der gehirn­ge­wa­schen, und die sind gehirn­ge­wa­schen, die erzäh­len ihnen, dass sie ihr Leben gerettet/bewahrt haben, sie erzäh­len ihnen dass die Ukrai­ner ihre Unter­drü­cker sind, sie haben ihre Köp­fe mit Lügen gefüllt - für vie­le Jah­re, und daher ist es sehr schwie­rig ein gemein­sa­mes Ver­ständ­nis zu fin­den, sie ver­ste­hen mich, was das bedeu­tet - daher müs­sen wir zu einem Modell fin­den, bei dem die Ukrai­ne ihre Unab­hän­gig­keit nicht ver­liert, auch nicht ihre ter­ri­to­ria­le Inte­gri­tät, wir kön­nen nichts davon gewäh­ren - den­noch, wir müs­sen ein Model des gegen­stän­di­gen Ver­ständ­nis­ses fin­den um wei­te­re Aus­schrei­tun­gen zu ver­hin­dern, zwi­schen den Ter­ri­to­ri­en die wir kon­trol­lie­ren, und den tem­po­rär beset­zen Gebie­ten -- also den­ke ich, dass - egal wel­che Dis­kus­sio­nen wir in unse­ren Dele­ga­tio­nen haben wer­den -- ich den­ke, dass nur wir bei­de, ich und Putin eine dies­be­züg­li­che Ver­ein­ba­rung tref­fen kön­nen. Und dann darf es auch kei­ne Ulti­ma­ten geben, die von ande­ren Län­dern da rein­dif­fun­die­ren, ich mei­ne gene­rell und auch im Spe­zi­el­len, bei den Rus­si­schen Ulti­ma­ten der Ukrai­ne gegen­über. [Ver­klau­su­liert, soet­was wie den 15 Punk­te Plan der Tür­kei (wobei Russ­land da mit­ge­schrie­ben haben könn­te) darf es auch nicht geben.].

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Ich kotz ein­fach nur noch durch. Die­se Gesell­schaft ist das Letzte.

edit: For con­text - hier hier ers­ten 5 goog­le Such­re­sul­ta­te für ukrai­ne ulti­ma­tum zelen­sky, Hin­ter­grund, ich habe noch ein­mal nach­re­cher­chiert, ob Selen­skyj “Ulti­ma­tum” als Bezeich­nung für die Rus­si­schen For­de­run­gen im Ver­hand­lungs­pro­zess, in irgend einem ande­ren Kon­text ver­wen­det, außer als “Blo­cker” gegen den Ver­lust jeg­li­cher Ter­ri­to­ri­en. (Dh. auch gegen den Ver­lust der Krim, den er nicht akt­zep­tie­ren kann). Nach ner hal­ben Stun­de Recher­che war die Ant­wort immer noch nein. “Ulti­ma­tum” wird nur in die­sem Kon­text ver­wen­det (jeg­li­cher ter­ri­to­ria­ler Ver­lust ist ein Ulti­ma­tum, und kann nicht akzep­tiert wer­den, jeg­li­cher Ver­such auf Neu­tra­li­tät von Ter­ri­to­ri­en abzu­stel­len “müs­se vom Volk über ein Refe­ren­dum bestä­tigt wer­den”, dh. setzt zuerst den voll­stän­di­gen Abzug rus­si­scher Trup­pen aus allen Ter­ri­to­ri­en voraus).

Weil mir das dann immer noch nicht genug war, hab ich dann ein­fach begon­nen wahl­los nach die­sen Begrif­fen zu goog­len. Und selbst hier -- kei­ne ein­zi­ge Erwäh­nung von “Ulti­ma­tum” die von Selen­skyj nicht als Blo­cker für Ver­hand­lun­gen her­an­ge­zo­gen wird.

Das sel­be Mus­ter (nahe bei einem over­spe­ci­fic non deni­al, deni­al) fin­den wir dann auch in der stän­di­gen Erwäh­nung, dass Zelen­skyj mit Putin ver­han­deln wür­de. Wesent­li­cher wären lau­fen­de Ver­hand­lun­gen auf der Stabs­ebe­ne. Will sagen, der rus­si­sche Ansatz, dass vor einem Tref­fen der Staats­ober­häup­ter ein Über­ein­kom­men aus­ge­ar­bei­tet sein muss ist eher kor­rekt, als Selen­sky­js prä­fe­rier­te Lösung “die Fra­ge über den Sta­tus der seit acht Jah­ren tem­po­rär beset­zen Gebie­te in einem zwei Augen Gespräch klä­ren zu wol­len.” Wenn das dann mit “wir kön­nen auch kei­nen Abtritt von Ter­ri­to­ri­en akzep­tie­ren” (da “Ulti­ma­ten”) endet, dann liegt die Ver­hand­lungs­lö­sung als Opti­on brach --

wäh­rend die ARD Teges­the­men brav wei­ter berich­ten, dass Selen­skyj bereit wäre mit Putin zu ver­han­deln, aber den Punkt, dass er die Krim nicht abtre­ten “kann” (bis­he­ri­ges Nar­ra­tiv, “da die Ukrai­ner Agen­cy gezeigt haben (so tap­fer und hero­isch gekämpft haben”, also gene­rell)) dann ein­fach als zwei­ten Satz­teil weglassen.

Wobei es wich­tig ist zu dif­fe­ren­zie­ren, ob das nur eine Ver­hand­lungs­po­si­ti­on ist (legi­tim), oder um sie genützt wird um Ver­hand­lun­gen zu dele­gi­ti­mie­ren (kön­nen Ulti­ma­ten nicht akzeptieren).

Also goog­le Ergeb­nis­se für:

ukrai­ne ulti­ma­tum zelensky

(Die Ergeb­nis­se aus­ge­nom­men die sich auf das Ulti­ma­tum des Azov­s­tal Stahl­werks beziehen -)

[13.05.2022] Ukraine’s Zelen­skyy says he’s rea­dy to talk with Putin with no ultimatum
(Das ist die Mel­dung von vor zwei Tagen die die ARD mis­re­pre­sen­tiert hat.)

[22.03.2022] After rejec­ting ulti­ma­tum, Zelen­sky insists mee­ting with Putin is nee­ded to end war
Das ist der Schwach­sinn von wegen “zuerst brau­chen wir die Tota­le kapi­tu­la­ti­on”, und dann müs­sen wir noch mit Ver­tre­tern Russ­lands (Selen­skyj O-Ton: Putin) Reden wie wir die seit 8 Jah­ren anek­tier­ten gebie­te über 30 Jah­re wie­der kom­plett in die Ukrai­ne ein­glie­dern. Dan­ke, Times of Israel.
Unter­über­schrift des Artikels:

Ukraine’s pre­si­dent says his coun­try would be ‘des­troy­ed’ befo­re it sur­ren­ders its cities to inva­ding Rus­si­an for­ces, seeks secu­ri­ty gua­ran­tees befo­re any agreement

[17.04.2022] Zelen­sky says Ukrai­ne won’t give up ter­ri­to­ry in the east to end war with rus­sia -CNN
Hier muss CNN eine Hilfs­kon­struk­ti­on fin­den, die so sinn­los ist, dass mir wie­der der Magen­in­halt hoch­kommt - nur weil man nicht aus­spre­chen kann, wie das Kal­kül hier läuft --

Zelen­sky said that he’s pre­pa­red to enga­ge with Rus­sia diplo­ma­ti­cal­ly to try to end the war but that Russia’s attacks on Ukrai­ni­ans make it har­der to do.

As I said befo­re, what’s the pri­ce of all this? It’s peop­le. The many peop­le who have been kil­led. And who ends up paying for all of this? It’s Ukrai­ne. Just us,” Zelen­sky said. “So for us, this is a real­ly gre­at cost. If the­re is an oppor­tu­ni­ty to speak, we’ll speak. But to speak only under a Rus­si­an ulti­ma­tum? It’s then a ques­ti­on about atti­tu­de towards us, not about whe­ther the dia­lo­gue is ‘good’ or ‘bad.’ It’s impossible.”

But attacks on Ukrai­ni­ans make it har­der to do.” O real­ly?! Thats the ratio­na­li­sa­ti­on, for why no one wants to enga­ge in fur­ther nego­tia­ti­ons right now? (Except for gema­ny who has sta­ted (see this video) that it will pick up talks with rus­sia again, as well (in addi­ti­on to pro­vi­ding hea­vy wea­pons to the ukraine).)

Ach komm, nach drei ists gera­de erst lus­tig gewor­den, machen wir doch noch weiter…

[21.03.2022] Ukrai­ne can­not ful­fill Russia’s ulti­ma­tum – Zelensky

Ukrai­ne can­not ful­fill Russia’s ulti­ma­tum. It is necessa­ry to des­troy us all, then their ulti­ma­tum will be ful­fil­led. For examp­le, give Khar­kiv, Mariu­pol or Kyiv. Neit­her Khar­kiv, nor Mariu­pol, nor Kyiv, nor I, the pre­si­dent, we can do it. The peop­le them­sel­ves pro­tect our sta­te,” Zelen­sky said.

Erneut, der ver­weis auf die Städ­te die laut Rus­si­scher Ver­hand­lungs­po­si­ti­on auf­ge­ge­ben wer­den hät­ten sol­len. Da bricht Selen­skyj die Ver­hand­lun­gen lie­ber ab. Ist aber bereits mit Putin zu ver­han­deln, sobald der sich aus der kom­plet­ten Ukrai­ne zurück­zieht… (Rück­zug auf den Stand 24.02. als Bedin­gung für dau­er­haf­te Waf­fen­still­stands­ver­hand­lun­gen, aber nicht für Friedensverhandlungen.)

[16.04.2022] Five deve­lo­p­ments as Volo­dym­yr Zelen­sky issu­es peace talks

The eli­mi­na­ti­on of the last Ukrai­ni­an tro­ops trap­ped in the besie­ged port of Mariu­pol would put an end to talks with Moscow, Mr Zelen­sky said on Satur­day, in an inter­view with the Ukrain­s­ka Prav­da news website.

Ahso ja, die Frie­dens­ver­hand­lun­gen an denen man sowie­so nicht inter­es­siert ist, als Druck­mit­tel ver­wen­det um noch das Leben von 100-200 Kämp­fern zu ret­ten. Klar wie­so nicht. Kommt in west­li­chen Medi­en ja auch nie­man­dem komisch vor. Der Selen­skyj sorgt sich eben sehr um jedes Soldatenleben.

Ist jetzt irgend­wie ungut beim spe­ku­la­tivs­ten Ele­ment zu enden (war­um setzt Selen­skyj Frie­dens­ver­hand­lun­gen (die Russ­land ja eh nicht will), hier als Druck­mit­tel ein -- wir wis­sen es schlicht nicht), aber hey, die­se Gesell­schaft ist so und so das Letz­te, also, war­um nicht.

edit: Ah! ARD - SELENSKYJ WÄRE JETZT BEREIT MIT PUTIN ZU VERHANDELN. Pro­blem solved.

The BBC has not verified this claim

14. Mai 2022

War likely to be over by end of year - Ukrai­ni­an general

The head of Ukraine’s mili­ta­ry intel­li­gence has said the war with Rus­sia will reach a turning-point in mid-August and is likely to be over by the end of the year.

In an inter­view with Sky News, Major Gene­ral Kyry­lo Buda­nov said that “the brea­king point will be in the second part of August” and “most of the acti­ve com­bat actions will have finis­hed by the end of this year.”

As a result, we will renew Ukrai­ni­an power in all our ter­ri­to­ries that we have lost inclu­ding Don­bas and the Crimea.”

He added that Rus­sia losing the war will lead to a coup against Rus­si­an Pre­si­dent Vla­di­mir Putin, which he clai­med was alrea­dy under­way. The BBC has not veri­fied this claim.

Sky News halt. Die auch nicht. 🙂

src: click

In other news: Die Ukrai­ni­sche Armee hat einen Rück­zug Rus­si­scher Trup­pen aus Khar­kiv erreicht.

edit: Times Radio on “a coup is alrea­dy under­way”.

Bad US - no F-16, no MLRS

14. Mai 2022

Only self-propelled howitzers - see:

we can’t win this war with Soviet equip­ment becau­se A. Rus­sia has much more Soviet equip­ment, B. we don’t have any­whe­re to get ammu­ni­ti­on for this, and C. Rus­sia sim­ply has more peop­le and more troops.”

Need F-16 and MLRS for win­ning, you see?

Usti­no­va and Kale­ni­uk, who were in Washing­ton this week for mee­tings, said that they belie­ve the­re is a lack of “poli­ti­cal will that is nee­ded” for the admi­nis­tra­ti­on to deci­de to send such kinds of hea­vy wea­pon­ry – and quick­ly — and the fee­ling that the­re is still fear about pro­vo­king Moscow.

They decried the fact that it took so long for the US to deci­de to send the hea­vy wea­pon­ry it is sen­ding now, with Usti­no­va say­ing, “if we had Howitzers two mon­ths ago, Mariu­pol would not hap­pen becau­se they would­n’t be able to sur­round like they did, to sur­round the city and liter­al­ly des­troy it.”

They decried the fact that it took so long for the US to deci­de to send the hea­vy wea­pon­ry it is sen­ding now, with Usti­no­va say­ing, “if we had Howitzers two mon­ths ago, Mariu­pol would not hap­pen becau­se they would­n’t be able to sur­round like they did, to sur­round the city and liter­al­ly des­troy it.”

Bad US, bad US.….….

(No instant logistics, no instant deli­very through an acti­ve war­zo­ne… No instant rub­ber­stam­ping in the House Armed Ser­vices Committee…)

Full arti­cle on CNN.

Die Deutsche Regierung ist sich einig

13. Mai 2022

und das mit der Oppo­si­ti­on von CDU/CSU, es hand­le sich hier um einen rus­si­schen Revan­chis­mus. Woge­gen denn? Gegen den Lager­kol­ler Putins, oder sei­ne Prä­gung damals in Ost­deutsch­land, als nie­mand mehr ans Tele­fon ging? Ne wür­de mich wirk­lich bren­nend inter­es­sie­ren. Syn­der als Autor des popu­lä­ren geschichts­theo­re­ti­schen Haupt­nar­ra­tivs emp­fin­det Kolo­nia­lis­mus, ein Spre­cher der CDU/CSU zusam­men mit der deut­schen Regie­rung Revan­chis­mus. Gegen das Ende der Sov­jet­uni­on. Mit dem Maxi­mal­ziel, Wie­der­her­stel­lung der Ein­fluss­sphä­re der Sov­jet­uni­on, da sei­en sich SPÖ und CDU/CSU einig. (Zur Ein­ord­nung: Drei Mona­te nach­dem das mit dem Blitz­krieg nicht geklappt hat.)

Jetzt gehen Russ­land aber bereits bei einer voll­stän­di­gen Beset­zung der Ukrai­ne die Sol­da­ten aus. Da das mit dem Blitz­krieg eben nicht geklappt hat. Und das nach einer Gene­ral­mo­bil­ma­chung. Denn nach aktu­el­len Schät­zun­gen brau­che es hier 4 Mil­lio­nen Ein­hei­ten über 20 Jahre.

Und die Nato erwei­tert sich, was die Risi­ko­ab­wä­gung im Bal­ti­kum noch ein­mal deut­lich ver­än­dert, da die Wahr­schein­lich­keit einen Nato­staat in den Krieg zu zie­hen (und sei es auch nur ver­se­hent­lich), in die­sem Sze­na­rio gera­de deut­lich erhöht wird. Finn­land müs­se sich aber kei­ne Sor­gen machen jetzt Nato Bei­trags­kan­di­dat zu wer­den, denn Russ­land sei bereits over­ex­ten­ded (“zu überdehnt”).

Dann schreibt der Stan­dard heu­te noch, dass es Putin mit dem Krieg in der Ukrai­ne nicht eilig hat. (Kom­men­tar Mili­tär­ex­per­te.)

Ich fas­se also zusam­men, das mit dem Neo­ko­lo­nia­lis­mus (Sny­der) war Blöd­sinn, wir haben es mit einem Revan­chis­ten zu tun, der essen­ti­el­le Tei­le der rus­si­schen Füh­rung auf sei­ner Sei­te hat, der den Ein­fluss­be­reich der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on wie­der­be­le­ben möch­te, der es aber nicht eilig hat. Wäh­rend sich in Euro­pa die Nato erwei­tert. Der nicht ver­han­deln will und dar­über hin­aus auch kei­ne Ver­ein­ba­run­gen ein­hal­ten wür­de. Der besiegt wer­den kann, wäh­rend Russ­land selbst aber nicht besiegt wird, da Atom­macht - son­dern ihm nur eine ver­hee­ren­de Nie­der­la­ge zuge­fügt wer­den soll.

Und danach ist es vom Revan­chis­mus Gedan­ken geläu­tert. Und man käme zu einer Ver­ein­ba­rung. Die es dann ein­hal­ten würde.

Wäh­rend wir aber auch nicht mehr mit ihm ver­han­deln, es sei denn es käme zu einem Füh­rungs­wech­sel. (Letz­ter Teil ist die offi­zi­ell ver­laut­bar­te Posi­ti­on Groß­bri­tan­ni­ens.)

Jetzt haben wirs, oder?

Unsauberheiten im Detail

13. Mai 2022

Das Medien-Narrativ ist aktu­ell eben eher “sub­op­ti­mal”, also was willst du tun, Ver­ein­fa­chun­gen müs­sen unter die Leu­te, daher brauchst du dei­ne Pun­dit Gesprä­che und die müs­sen wie­der Inter­pre­ta­ti­ons­vor­la­gen lie­fern an die die Bevöl­ke­rung dann glau­ben darf.

Aktu­ell ganz heiß im Ren­nen, was willst du tun, Putin hält sich an kei­ne Ver­ein­ba­run­gen, also, selbst wenn du ver­han­deln woll­test, und er ver­han­deln woll­te, was eh nicht der Fall ist, da Russ­land nicht ver­han­deln will, wür­de sich Russ­land nicht an das hal­ten was ver­han­delt wur­de. Daher müs­sen wir auf Regime­wech­sel setz­ten (oder zumin­dest auf eine Ver­än­de­rung im Den­ken der rus­si­schen Füh­rung (impli­ziert: ohne Putin)), was nur mit einem Pos­tu­lat der Stär­ke (Ich hät­te ja schon fast Dik­tat­frie­den geschrie­ben, aber was dann hier abge­gan­gen wäre, …) möglich.

Das sei auch das Pro­blem der Grup­pie­rung die jetzt ver­han­deln wol­le, sie sehe nicht ein, dass Abkom­men nicht ein­ge­hal­ten wer­den würden.

Eine Eska­la­ti­ons­spi­ra­le die bis zu einer ato­ma­ren Reak­ti­on reicht sol­le man dabei aber nicht mit­den­ken (bin ich dafür).

Die­se Dar­stel­lung hat nur eini­ge Probleme.

Ers­tens, die Dar­stel­lung Russ­land hät­te sich vor dem Kon­flikt jeg­li­cher Off­ramp ver­wei­gert macht wenig Sinn, wenn die Off­ramps zumin­dest zuletzt Anlei­tun­gen zur voll­stän­di­gen Kapi­tu­la­ti­on waren.

Zwei­tens, damit geht auch ein­her dass wir die Gewalt­spi­ra­le auf einem nie­der­schwel­li­ge­ren Level aus­blen­den sol­len. Das ist dann bereits das Tot­schlaga­gu­ment gegen Schwar­zer und Co, also ver­klau­su­lie­ren wirs besser.

Drit­tens, wir schie­ben den Moment der Re-Evalutation unse­rer Posi­ti­on in die Rich­tung von Aspek­ten die wir nicht kon­trol­lie­ren oder direkt beein­flus­sen kön­nen (Regi­me­chan­ge, oder voll­um­fäng­li­cher ukrai­ni­scher Sieg).

Vier­tens, wir brau­chen zur Kon­struk­ti­on unse­res Argu­ments wie­der den Wahn­sin­ni­gen Putin mit dem man nicht ver­han­deln kann, aber bit­te nicht wahn­sin­nig genug, dass er zu sehr eskaliert.

Fünf­tens, es wird impli­ziert, dass eine Ver­hand­lungs­lö­sung auf Sei­te Russ­lands weni­ger Sinn macht als pro­lon­gier­tes Risi­ko unter “den stärks­ten Sank­tio­nen dies jemals gab”, und so funk­tio­niert weder Spiel­theo­rie, noch irgend­ein Kal­kul auf Basis von Anrei­z­ef­fek­ten, die inner­halb eines Men­schen­le­bens abruf­bar wären. (Will sagen, der pro­lon­gier­te Krieg ren­tiert sich für die Kriegs­teil­neh­mer nicht. Nicht in einem Jahr, nicht in zehn, nicht in drei­ßig.) Dh. es wird mit rela­ti­ver Sicher­heit zu einer Ver­hand­lungs­lö­sung kommen --

nur was man jetzt noch nicht aus­spre­chen will, ist dass es gera­de dar­um geht die Kos­ten für den erfolg­ten Angriffs­krieg zu erhöhen.

Aber das kannst du ja nicht offen sagen. Genau­so­we­nig, wie du Regi­me­chan­ge als Ziel for­dern kannst. Also brauchst du jetzt eine Hilfs­kon­struk­ti­on, die so nahe wie mög­lich an “eigent­lich sind die ja alle ver­rückt und han­deln nicht mehr ratio­nal” liegt aber gera­de nicht an “die Eska­la­ti­on könn­te bis zum Ein­satz von Atom­waf­fen” ran­ra­gen soll.

Und dann legst du den Medi­en das als Posi­ti­on hin, und dann sol­len sie mal schön Kom­men­ta­re schrei­ben. Zum Glück hat man noch genü­gend Pun­dits, die das nicht im Kon­text betrach­ten kön­nen, und ein­fach bei “unser Ziel muss Regi­me­chan­ge in Russ­land sein” ideo­lo­gisch abbie­gen kön­nen, denen du dann aber sagst, dass sie das nicht ver­ba­li­sie­ren dür­fen. Und dann kommt eine Dis­kus­si­on wie hier bei Phoe­nix raus.

Die­se Gesell­schaft ist das Letzte.

Putin hat es nicht eilig

13. Mai 2022

Das ist ein Bei­trag, spe­zi­ell für die letz­te Per­son die mir gera­ten hat, ich sol­le einen Leser­brief schreiben.

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Der Clou dabei ist, dass du mit Haus­recht nicht ange­ben musst war­um Mei­nun­gen die du nicht zulässt “Foren­re­geln” verletzen.

Dar­auf basiert im Wesent­li­chen die Platformökonomie.

Die­se Gesell­schaft ist das Letzte.