Autorenarchiv

Kurzes Update

17. April 2022

Ja, Rau­scher fin­det immer noch, Sny­der sei sehr zu empfehlen.

Wobei, wie der His­to­ri­ker und Ukraine-Kenner Timo­thy Sny­der schreibt, für Putin “jeder Ukrai­ner ein Nazi ist, der nicht zuge­ben will, dass er eigent­lich ein Rus­se ist”.

Sny­der sagt aber auch, dass Putin in poli­ti­schen Begrif­fen denkt, “die für die meis­ten demo­kra­ti­schen Poli­ti­ker und über­haupt die aller­meis­ten im Wes­ten voll­kom­men unver­ständ­lich sind”. Eben­je­nem impe­ria­lis­ti­schen, mit großrussisch-orthodoxer Reli­gio­si­tät unter­leg­tem Faschis­mus. Ein “hei­li­ges” Russ­land mit einer ganz beson­de­ren Mis­si­on: den deka­den­ten Wes­ten zu besie­gen, zunächst in Russ­land und sei­nem unmit­tel­ba­ren Ein­fluss­be­reich, aber dann auch in ganz “Eura­si­en”. Von Lis­sa­bon bis Wladiwostok.

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Nur davon zu Spre­chen dass “Ent­na­zi­fi­zie­rung” der Mecha­nis­mus ist mit dem ein Feind im Sin­ne einer Out­group geschaf­fen wur­de, und dass das gefähr­lich ist, da es den Begriff rus­si­scher Will­kür unter­wirft und dadurch von sei­ner fak­ti­schen Inter­pre­ta­ti­on zu einer Begriff mit Pro­pa­gan­da Aus­le­gung macht, wäre ja zu wenig.

Die Argu­men­ta­ti­on ist aber im vor­he­ri­gen Sny­der Video ver­linkt. Dadurch dass sich Russ­land der Begriff­lich­keit bedient und auch mit dem Begriff eines Tri­bu­nals han­tiert, hieft es sich in eine Entscheider-Rolle die ihm nicht zusteht.

Dass das ein­ge­bet­tet in einen impe­ria­lis­ti­schen, mit großrussisch-orthodoxer Reli­gio­si­tät unter­leg­tem Faschis­mus pas­sie­re funk­tio­niert als Ana­ly­se - dass das das Den­ken Putins sei der ein “hei­li­ges” Russ­land von Lis­sa­bon bis Wla­di­wos­tok aus­deh­nen will, ist Interpretation.

Damit die nicht mehr greift, braucht es Regimechange.

Ich sehe schon Neham­mer so argu­men­tie­ren, dem Rau­scher Sny­der ja als Bera­ter nahe­legt.

Rau­scher:

Und Öster­reich? Karl Neham­mer muss sei­nen Diek­mann nach Hau­se schi­cken und sich mit ech­ten Kali­bern umge­ben. Ähn­li­ches gilt für die SPÖ-Chefin Pame­la Rendi-Wagner. Dass in TV-Diskussionen die SPÖ von der Appeasement-Politikerin Muna Duz­dar ver­tre­ten wird, ist eine Fahrlässigkeit.

Wir sind wirk­lich an einer Zei­ten­wen­de. Aber uns fehlt ein­fachs­tes geis­ti­ges, pro­fes­sio­nel­les Handwerkszeug.

edit: 18.04. Das Pro­fil kopiert dann mal das Argu­ment: Der Kanz­ler und sein Bera­ter: Weiß Neham­mer eigent­lich, was er tut?

edit 22.04. Auch die Pres­se ist auf Sny­der als emo­tio­nal bewe­gen­den Exper­ten der die “öster­reichs Selbst­bild zureckt­rü­cken könn­te” aufgesprungen.
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Gleich nach­dem das ZDF Aus­lands­jour­nal auf ihn auf­ge­sprun­gen ist. src: click

Sophists field day

16. April 2022

The sto­ry tel­ling for the “why we have to influ­ence euro­pean poli­ti­ci­ans now, to make them prime the public” (mir­ror in ger­man) part of the ECFR arti­cle sup­plied by Pro­ject Syn­di­ca­te is out now. 🙂 (At least its the best ver­si­on of the best pos­si­ble argu­ment you can make, for a pro­lon­ged war, I’ve heard so far. :)) 

Sur­pri­se, it is psy­cho­lo­gi­cal pro­filing of Putin again! Oh, and may­be on a more sen­si­ble level, ana­ly­sis of sta­te and mili­ta­ry orga­niz­a­tio­nal struc­tures. Oh, and down­play­ing (but at least men­tio­ning) the advan­ta­ge that real time battle­field ana­ly­sis provides.

Of cour­se it fails to ack­now­ledge the posi­ti­on of the non wes­tern world, and what hap­pens after rus­sia is bea­ten after a long war of attri­ti­on, but then - as long as you can topp­le tyrants… *insert Shake­speare quo­te at the end*

It actual­ly works. Con­cep­tual­ly. And as a moti­va­tio­nal speech.

It’s just that you have to get over the bump of “oh well, lets have a few more peop­le here die soo­ner, rather than later”, becau­se of this theo­re­tic logic we fol­low, about how the world should work, based on insti­tu­tio­nal con­cepts and myths rely­ing on a glo­bal nati­on pro­ne to excep­tio­na­lism… But hey, no one is here to hear the nay­say­er speak, so yes - it works.

Kurze Durchsage von Snyder

16. April 2022

Zelen­skyy made us think about values. If Zelen­skyy wouldnt have cho­sen to resist, we would all have been impo­ve­ris­hed, we would have lost this time, we would have never been given this time, as a gift - to speak about who we are and what kind of future we might have. If Zelen­skyy had fled, if the Ukrai­ni­ans had not fought, we would all be that much more cyni­cal, that much more nar­row, that much less capa­ble, of tal­king about how the world ought to be. So thats what I mean, I mean every second, that they resist is like a day for us and every day that they resist is like a year for us…”

Jebus.

and accord­ing to Zei­han, he has a hard time see­ing Ukrai­ne not being taken over by Rus­sia in the com­ing six months, …

https://www.youtube.com/watch?v=gbr3CiOhTO8

Might be too pes­si­mistic here. (But then it’s hard to find someo­ne wil­ling to make tho­se pre­dic­tions right now.)

Jetzt kur­zer Sprach­wech­sel - der Rau­scher emp­fiehlt Sny­der noch immer als wis­sen­schaft­li­chen Bera­ter für die öster­rei­chi­sche Regie­rung, oder?

Butscha - mehr Details

16. April 2022

Das Writ­e­up in der Wie­ner Zei­tung ist lesenswert.

Fol­gen­des Video ist im Arti­kel ein­ge­bet­tet - der Arti­kel is es aber auch sepa­rat davon wert gele­sen zu werden.

Im Arti­kel gibt es auch die Bestä­ti­gung, dass die Mas­sen­grä­ber (oder zumin­dest eines davon) von den Bewoh­nern ange­legt wor­den sind.

edit: 17.04. Nehammer: 

Putin sei in “bes­ter Ver­fas­sung” gewe­sen – und habe kei­ne Anzei­chen von psy­chi­schen Krank­hei­ten gezeigt, wie es der Bür­ger­meis­ter von Kiew, Vita­li Klitsch­ko, unterstellte.

src: click Der traut sich was…

Oh, ich bin vier Tage zu spät…

16. April 2022

zum ‘public lyn­ching’ des ehe­ma­li­gen mili­tär­po­li­ti­schen Bera­ters von Merkel.

Bri­ga­de­ge­ne­ral a.D. Erich Vad, hat sich gegen die Lie­fe­rung von schwe­ren Waf­fen an die Ukrai­ne aus­ge­spro­chen. Sol­che Lie­fe­run­gen sei­en poten­zi­ell ein „Weg in den Drit­ten Welt­krieg“, sag­te Vad der dpa. Der Mili­tär hält nach eige­nen Anga­ben eine „gesichts­wah­ren­de“ Lösung bei­der Sei­ten im Ukraine-Konflikt* für möglich.

Wir machen im Moment sehr viel Kriegs­rhe­to­rik - aus guter gesin­nungs­ethi­scher Absicht“, sag­te Vad. „Aber der Weg in die Höl­le ist bekannt­lich immer mit guten Vor­sät­zen gepflas­tert. Wir müs­sen den lau­fen­den Krieg zwi­schen Russ­land und der Ukrai­ne vom Ende her den­ken. Wenn wir den Drit­ten Welt­krieg nicht wol­len, müs­sen wir frü­her oder spä­ter aus die­ser mili­tä­ri­schen Eska­la­ti­ons­lo­gik raus und Ver­hand­lun­gen aufnehmen.“

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Wie die öffent­li­chen Reak­tio­nen aus­ge­fal­len sind muss ich ja wohl nicht erwäh­nen. “Sein Nach­na­me sagt schon alles.” - ist noch die harmloseste.

Dar­über hin­aus ist ges­tern auch die Wie­ner Zei­tung im Leit­ar­ti­kel ein­ge­knickt, und pos­tu­liert jetzt - “Gewin­nen müs­sen, weil Ver­lie­ren ver­bo­ten ist”, dh. ausformuliert -

Anders als man ver­mu­ten könn­te, steigt die­ses Mal mit der Dau­er des Kriegs nicht der Pro­test gegen, son­dern die Gewöh­nung an den­sel­ben. Statt Auf­ru­fen zu Friedens- und Oster­mär­schen, wie zu den Hoch­zei­ten des Kal­ten Kriegs, greift jetzt die Über­zeu­gung, dass die­ser Krieg von der und für die Ukrai­ne gewon­nen wer­den muss, Russ­land ihn jeden­falls nicht gewin­nen darf, wenn eine Frie­dens­lö­sung Chan­cen auf Bestand haben soll.

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Damit gibt es jetzt kein öster­rei­chi­sches Medi­um mehr das sich nicht dafür aus­spricht, dass die Ukrai­ne Russ­land zur Gän­ze von sei­nem Staats­ge­biet ver­trei­ben kön­nen muss (/können soll).

Die einen aus mora­li­schen Über­le­gun­gen. Die ande­ren, weil nur so gewähr­leis­tet wäre, dass es in den von Russ­land besetz­ten Gebie­ten nicht zu ideo­lo­gi­schen Säu­be­run­gen komme.

Wie­der mit dem Ver­weis dar­auf, dass damit Frie­dens­ver­hand­lun­gen von Beginn des Krie­ges an aus­ge­schlos­sen waren. Und es, bis zu einer voll­stän­di­gen Kapi­tu­la­ti­on Russ­lands, auch wei­ter­hin sind - falls die­se Posi­ti­on Bestand hat.

Die Drit­ten, da nur ein geschwäch­tes Russ­land (ohne Ein­ord­nung was das bedeu­tet) ein Garant dafür wäre, dass Putin nicht auch Nato­staa­ten über­fällt. Bele­ge dafür braucht es nicht, weil fak­tisch unmög­lich, der Glau­be muss reichen.

Wie­der mit dem Ver­weis dar­auf, dass das Atlan­tic Coun­cil die­se Posi­ti­on als ers­tes als unab­ding­bar pos­tu­liert hat.

Und wie­der mit dem Ver­weis dar­auf, wie man einen Mode­ra­tor on air davon über­zeugt, dass er sei­ne Mei­nung ändern soll­te.

Der Zer­mür­bungs­krieg bleibt ent­we­der hoch mora­lisch, oder alter­na­tiv­los, du kannst wählen.

edit: Leit­ar­ti­kel in der Pres­se: “Es gibt schlim­me­res als Krieg

Primer on sanctions

15. April 2022

Very use­ful.

edit: Also inte­res­ting (but unrelated).

Der Standard versteht gerade die Welt nicht mehr

15. April 2022

Ukrai­ne kri­ti­siert Papst für Plä­ne zur Kreuzweg-Prozession

Am Kar­frei­tag sol­len in Rom eine ukrai­ni­sche und eine rus­si­sche Fami­lie gemein­sam das Kreuz tra­gen. Für die ukrai­ni­sche Kir­che und den Bot­schaf­ter stellt das eine Pro­vo­ka­ti­on dar

Wir brin­gen dem Hei­li­gen Stuhl die gro­ße Ent­rüs­tung aller Ukrai­ne­rin­nen und Ukrai­ner in der gan­zen Welt zur Kennt­nis”, heißt es in einem unge­wöhn­lich direk­ten Schrei­ben, die der Kie­wer Erz­bi­schof Swja­to­slaw Schewt­schuk am Diens­tag an den Vati­kan geschickt hat. Anlass für den Pro­test ist das Pro­gramm der Kar­frei­tags­pro­zes­si­on im römi­schen Kolos­se­um. Auf einem Teil der Weg­stre­cke soll heu­er das schwe­re Holz­kreuz gemein­sam von einer ukrai­ni­schen und einer rus­si­schen Fami­lie getra­gen wer­den. Kri­ti­siert wird der Auf­tritt der bei­den Fami­li­en auch vom ukrai­ni­schen Bot­schaf­ter, Andrej Jurasch.

Der Vati­kan äußer­te sich vor­erst nicht dazu; dem Ver­neh­men nach will Papst Fran­zis­kus aber an sei­ner Idee fest­hal­ten. Es ist offen­sicht­lich, dass die Ges­te des Pon­ti­fex von der ukrai­ni­schen Sei­te falsch ver­stan­den wur­de: Es han­delt sich natür­lich nicht um eine Pro­vo­ka­ti­on, son­dern um den Ver­such, einen Bei­trag zu Dia­log und Ver­söh­nung zu leisten.

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Ja, schon blöd. Wenn man 50 Tage lang ver­schweigt, wer hier eine lang­jäh­ri­ge Eska­la­ti­on des Krie­ges möch­te, und einem dann die Reak­ti­on der ukrai­ni­schen Regie­rung gegen­über der katho­li­schen Kir­che auf die Füs­se fällt.

Da kann man sich dann nur mit “wird ein Míssverständnis gewe­sen sein” aus der Affai­re ziehen.

Aber kei­ne Angst, zum Aus­gleich schreibt er dann gleich noch die Ent­schei­dun­gen der ukrai­ni­schen Diplo­ma­tie schön. sie­he: click Stein­mei­er steht ja für Minsk 2 und damit für den Pro­zess bei dem sich die Ukrai­ne mit US Unter­stüt­zung zum ers­ten Mal gegen die Diplo­ma­tie Euro­pas gestellt hat (Kurz­fas­sung: click, und weil DW hier ver­klau­su­liert, es ging dabei dar­um wer zum Zeit­punkt der Abstim­mung die Regio­nen sichert. Die Beden­ken der Ukrai­ne waren, dass auf­grund rus­si­scher Trup­pen vor Ort freie Wah­len nicht gewähr­leis­tet sei­en. Über­spitzt, dass die da Bus­se mit “Wäh­lern” über die Gren­ze kar­ren, und Urnen ver­schwin­den las­sen. Der Zusatz “Eine dau­er­haf­te Rege­lung für die Sepa­ra­tis­ten­ge­bie­te soll die ukrai­ni­sche Regie­rung aber erst gewäh­ren, wenn die inter­na­tio­na­le Wahl­be­ob­ach­tungs­mis­si­on ODIHR bekannt­gibt, ob die Abstim­mung frei und fair ver­lau­fen ist.” war aber drin­nen. Dann halt lie­ber Krieg. (Argu­men­ta­ti­on Russ­lands (Wir sind “Opfer” Rhe­to­rik.))), soje­man­den kann man im Land ja nicht gebrau­chen. Der erin­nert die Leu­te ja noch an etwas das Russ­land als Begrün­dung für den Krieg heranzieht.

Der Rauscher sagt nochmal auf welche Experten man hören soll

14. April 2022

also als Bundeskanzler.

Statt “Spin­meis­ter” wie Diek­mann zu enga­gie­ren, könn­te sich Neham­mer an renom­mier­te Putin- und Ukraine-Experten wen­den. Leu­te wie Timo­thy Sny­der (Yale), Ivan Kras­t­ev (Insti­tut für die Wis­sen­schaf­ten vom Men­schen, Wien) oder auch der fran­zö­si­sche Phi­lo­soph mit rus­si­schen Wur­zeln Michel Elt­cha­nin­off haben Putins rus­si­sche Groß­rei­chi­deo­lo­gie über­aus luzid ana­ly­siert. Elt­cha­nin­off (In Putins Kopf) sag­te in einem Spiegel-Interview sogar vor­aus, dass sich Putin auf­grund sei­ner Prä­gung “nicht vor­stel­len kann, den Krieg zu ver­lie­ren”. Man müs­se sich auf einen Krieg ein­stel­len, “der lei­der sehr weit gehen kann”.

Oder man könn­te Fio­na Hill ein­flie­gen, Russland-Expertin unter drei US-Präsidenten, die schon 2008 – ver­geb­lich – vor Putin gewarnt hat. Oder ein­fach nur das lesen, was die­se wirk­li­chen Exper­ten veröffentlichen.

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Also Timo­thy Sny­der hat­ten wir ja schon ein paar­mal.
Vor allem aber hat ihn das IWM­Vi­en­na ein­ge­la­den, das ja auch den Rau­scher ein­ge­la­den hat. Da wur­de der dann vom Panel aus gen­a­me­drop­ped, da war der dann sehr begeis­tert. So begeis­tert, dass er als zwei­ten Exper­ten gleich Ivan Kras­t­ev vom IWM­Vi­en­na empfiehlt -

Hier vor einem Monat zu sehen -

wie er den Krieg aus Putins Psy­che her­aus herleitet.

und hier 2015 in ner Debat­te mit Dugin

Also mal abge­se­hen davon, dass er gebucht wird um mit Eso­te­ri­kern (aber von rus­si­schem Welt­rang! 😉 ) Phi­lo­so­phie zu debat­tie­ren, scheint der ja noch ver­gleichs­wei­se brauchbar. 😉

Die nächs­te Emp­feh­lung fällt erneut kom­plett aus dem Rah­men - Elt­cha­nin­off hat sich unlängst auf SRF Kul­tur um Kopf und Kra­gen gere­det, indem er tat­säch­lich ne Mischung aus Pro­filing für Arme, warm rea­ding, und Men­ta­lis­mus zum Bes­ten gege­ben hat:

Gegen Fio­na Hill habe ich auch nicht wirk­lich etwas ein­zu­wen­den, abge­se­hen davon, dass sie im Fall Putins aus uner­find­li­chen Grün­den eben­falls der “was denkt er, was fühlt er” Argu­men­ta­ti­on von wir inter­pre­tie­ren Welt­po­li­tik - per­sön­lich, anhängt. Sie hat ihn ja ein­mal getrof­fen, und spä­ter ein Buch über ihn geschrieben.

Das wesent­li­che Cha­rak­te­ris­ti­kum ist aber, dass Sny­der so mehr der US-Populist unter den ver­füg­ba­ren Exper­ten ist, nicht sehr schlau, dafür immer mit dem kom­plett emo­tio­na­li­sier­ten Argu­ment zur Hand, was ihn aktu­ell prä­de­sti­niert den Euro­pä­ern Putin zu erklä­ren, Kras­t­ev im inter­na­tio­na­len Cir­cuit bis­her eher nicht sehr prä­sent war, dafür aber eben­falls auf die “man kann mit Putin nicht mehr ver­han­deln” Schie­ne ein­ge­schwenkt ist, Elt­cha­nin­off irgend­was zwi­schen Phi­lo­soph und Zau­be­rer ist, der dir sagt, was der Mensch neben dir denkt, mit bis ins gro­tes­ke über­zeich­ne­ten und trotz­dem aus­ge­spro­che­nen Kontemplationen.

Und dann ist da noch Hill, die Neham­mers Anru­fe nicht ent­ge­gen­neh­men wird. Oder sagen wir mal als Exper­tin auf Dau­er ausscheidet.

Natür­lich haben auch alle ten­den­zi­ell die sel­be Mei­nung die nahe an der Posi­ti­on der US Regie­rung ange­sie­delt ist. Kras­t­ev viel­leicht noch am ehes­ten nicht, aber auch nur, da er ger­ne breit argu­men­ta­tiv aus­holt (mean­dert).

Aber Haupt­sa­che der Rau­scher hat wie­der was gesagt.

Den kannst du ja zu kei­ner Podi­ums­dis­kus­si­on mehr ein­la­den, ohne dass der dem Bun­des­kanz­ler danach gleich zwei Freun­de des Insti­tuts das gela­den hat als Exper­ten vor­schlägt. Und dann noch mit Namen auf­füllt, die er sonst noch kennt. Gut, bes­ser als Diek­mann. Aber dann auch nicht wirklich…

Oh, looky here, Stanford runs a training program for ukrainian leaders

13. April 2022

We have 300 alum­ni. Several of them are with Pre­si­dent Zelen­skyy in the bun­ker right now.” Gets drop­ped in this panel as a con­ces­si­on to “full disclosure”.

Timo­thy Sny­der (see click and click) is on the Panel as well of cour­se, and utters a thank you like a poli­te young scientist.

Panel dis­cus­sion is drop dead boring. They deve­lop the theo­ry, that every minor goal we attri­bu­t­ed to Putin poten­ti­al­ly having, is a fal­se inter­pre­ta­ti­on, ins­tead rus­sia would be on an “annex and ‘den­azi­fi­ca­ti­on’ ” mis­si­on, “just like Putin said in his ramb­ling hour long speech”. In fact tho­se would have been the only clear points he made in that speech (not even while sta­ting, that this would have been rus­si­as goal all along, they can refrain from adding the ‘Cra­zy Putin’ qua­li­fier on top). Now as they cant let that stand (essen­ti­al­ly, four experts say­ing, that Putin announ­ced his ‘mis­si­on’ in the first speech he made), Rus­si­as real goal now beco­mes - and doing that with the ent­i­re Ukrai­ne, which they never “admit­ted”. Which is not that likely, unless Rus­sia plans to aim for gene­ral mobi­liz­a­ti­on in the next two years or so.

The­re is a sec­tion in the “clean­sing” paper publis­hed by the for­mer rus­si­an elec­tion advi­ser whe­re he assu­mes that the assi­mi­la­ti­on pro­cess (not the clean­sing, which is kil­ling mili­ta­ry lea­ders) would take 25 years, or one ent­i­re generation.

So for rus­sia to fol­low that plan, just made up by that panel, they’d need about 4 mil­li­on peop­le in the Ukrai­ne for the ent­i­re­ty of 25 years, while the Ukrai­ni­ans would enga­ge in guer­ril­la war­fa­re? Becau­se the rus­si­ans would have “won”. (Occu­p­ied the ent­i­re­ty of Ukraine.)

Hey - we know that you would like not­hing more than a new viet­nam sce­n­a­rio rus­sia gets over­ex­ten­ded in, but I can not, under any cir­cum­s­tance belie­ve, that this would be THE sce­n­a­rio rus­sia is favo­ring over all others. Dear Stan­ford guys with ukrai­ni­an lea­ders­hip programs.

Just on the pro­cess level - tho­se guys now have made the fol­lowing jumps in regards to ope­ra­ti­ve logic.

1. Putin was ent­i­re­ly mad
to
2. Ever­ything “sen­si­ble” he had said in the ramb­ling speech, which wasnt much, is true after all
to
3. And he wants the one thing, that will defi­ni­te­ly ensu­re that rus­sia is locked in and over­ex­ten­ded for a 25 year period
to
4. Becau­se a RIA pro­pa­gan­da pie­ce told us the part again, we now belie­ve in (annex and ‘den­azi­fy’). [But that pie­ce inte­res­tin­g­ly also inclu­des a sec­tion, whe­re the­re would be an unoc­cu­p­ied wes­tern Ukrai­ne, that (in the rus­si­an PR for­ward messaging), would have to be neu­tral. Which is not what Putin wants. He wants, 25 years of occu­p­y­ing Ukrai­ne, with rough­ly four mil­li­on people.]

And becau­se of that, not­hing more than an endu­ring war of attri­ti­on can be accep­ted, becau­se we fear, that with a peace deal hono­ring the­se posi­ti­ons, Putin would be encou­ra­ged to try to annex the ent­i­re­ty of Ukrai­ne again, after a few years. So we send more peop­le to die soo­ner, to demo­ti­va­te them to poten­ti­al­ly lose more peop­le later.

This logic ist stel­lar. In the minds of all the peop­le con­struc­ting the wes­tern nar­ra­ti­ve here.

Just as we can not go into real peace nego­tia­ti­ons now, becau­se the peop­le in the occu­p­ied ter­ri­to­ries would suf­fer rus­si­an ‘ree­du­ca­ti­on’ and de-democratization stra­te­gies. That was the argu­ment used to get the media on track to sup­port a 2-5 year long war. (See click)

This logic also is stel­lar. Just with the slight flaw, that it was from the very begin­ning, and the rus­si­ans retrea­ting com­ple­te­ly is the first step you need befo­re you’d enga­ge peace nego­tia­ti­ons. So if that (de-democratization and ‘den­azi­fi­ca­ti­on’ (in the rus­si­an pro­pa­gan­da sen­se)) was the out­co­me you always had to pre­vent, why did you enga­ge in peace nego­tia­ti­ons at all?

And just at that point, when the ent­i­re public nar­ra­ti­ve, is so com­ple­te­ly idio­tic, that no one in their right mind, can even ten­ta­tively pon­der belie­ving it - you invi­te Anton Hofreiter. 🙂

Koh­le­strom und auto­freie Sonn­ta­ge! - Jetzt müs­sen wir Füh­rungs­stär­ke zeigen.”

You know what would be great right now? Mi-17 helicopters.

13. April 2022

Star­ting at 2:05 in.

edit: FP am 15.04.:

The West Final­ly Starts Rol­ling Out the Big Guns for Ukraine

Some Ukrai­ni­ans fear it could be too litt­le, too late.

The United Sta­tes and its NATO allies have ram­ped up the deli­very of tanks, heli­co­p­ters, and hea­vy wea­pons to Ukrai­ne as the country’s for­ces pre­pa­re for large-scale batt­les against Rus­si­an tro­ops in the Don­bas regi­on of eas­tern Ukraine.

The new arms deli­ve­ries repre­sent a stark shift from Wes­tern sup­port for Ukrai­ne in the ear­liest days of the war, when U.S. and Euro­pean offi­cials, unsu­re of how long Ukrai­ne could hold out against a mas­si­ve Rus­si­an inva­si­on, were wary of deli­vering hea­vy wea­pons that could in turn fall into Rus­si­an hands. The deli­ve­ries also reflect a shift away from defen­si­ve sys­tems like anti-tank rockets to more offen­si­ve wea­pons that Ukrai­ne needs at a cri­ti­cal sta­ge of the war.

The Czech Repu­blic ope­ned the floo­d­ga­tes ear­lier this mon­th by ship­ping tanks to Ukrai­ne, beco­m­ing the first NATO coun­try to do so sin­ce Rus­sia laun­ched its inva­si­on on Feb. 24. The Czech Repu­blic has also sent Ukrai­ne infan­try figh­t­ing vehi­cles and artil­le­ry systems.

Other NATO coun­tries have fol­lo­wed suit with their own ship­ments of high-end mili­ta­ry hard­ware across NATO bor­ders into Ukrai­ne. Slo­va­kia sent Ukrai­ne an advan­ced S-300 air defen­se sys­tem, and the United Sta­tes on Wed­nes­day announ­ced it would sup­ply Ukrai­ne with an addi­tio­nal $800 mil­li­on worth of mili­ta­ry hard­ware. That ship­ment inclu­des 11 MI-17 heli­co­p­ters, 200 M113 armo­red per­son­nel car­ri­ers, 100 Hum­ve­es, 300 Switch­b­la­de “kami­ka­ze” dro­nes, hea­vy howitzers, thousands of shells, and other munitions.

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