in direkter Folge, weil sie wieder nur Twitter liest. Keiner in der Redaktion hat es vorher geprüft, Journalismus brauchts ja eh nicht mehr.
Das 50:50 Zitat wird sinnentstellt verwendet. Der Interviewer im Original fragt Bennett wie hoch er denn die Chance seiner Initiative eingeschätzt hat - und ist von 50:50 unangenehm berührt, da er das für doch eine sehr signifikante Größe hält. Also nichts was nur so nebenbei lief, sondern echte Chancen gehabt hätte.
Bei Lanz wird das selbe Gesprächssnippet ins Gegenteil verkehrt - es werden “nur 50:50, also eigentlich eh nur wie Zufall” draus. Weil es dem Moderator der das “auf Twitter gesehen hat” (Maximalausschnitt 2 Minuten 20 Sekunden (Maximum video length is 2 minutes and 20 seconds.)), besser in die Ideologie und ins Sendugsschema passt.
Dann kommt Lanz mit einem Zitat an, dass Bennett “gestern gesagt hätte”, dass “er sich heute nicht mehr sicher ist, ob ein Waffenstillstand damals gut gewesen wäre”. Zwei Fehler in der Aussage, der Satz war im Original kontextualisiert mit “für Israel”, und ging weiter mit “das wird der weitere Kriegsverlauf noch zeigen müssen”.
Meint -- vielleicht ist es aus außenpolitischen Betrachtungen doch besser, wenn Russland geschlagen wird.
Er, Bennett, möchte das nicht beurteilen.
Bei Lanz wird aus dem selben Kommentar, ein moralisches Argument, bei dem Bennett am Ende des Gesprächs doch noch einmal Reue (christliche?) gezeigt habe und die Aussage “die UK und die UK haben Waffenstillstandsverhandlungen beendet” - ja gar nicht angriffig gemeint war.
Korrekt, war sie nicht - der Subton an der Stelle war deutlich nuancierter. Es war mit hoher Wahrscheinlichkeit ein außenpolitisches Gambit eines israelischen Politikers, der an der Stelle nicht seine politische Karriere beenden wollte.
Der zweite Fehler der Redaktion besteht darin Lanz gesagt zu haben, dass diese Aussage zur Relativierung “am nächsten Tag gefallen wäre”.
Nein stimmt nicht, die Lanz Redaktion hat nur erst am nächsten Tag Twitter gelesen, die Aussage war Teil des Originalinterviews.
Die gesamte Offenlegung, dass die US und Großbritannien nach Eindruck des damaligen Verhandlungsführers Bennett keinen positiven Ausgang der Verhandlungen wollten, wurde so kontextualisiert. Nicht am nächsten Tag, wie bei einer b’soffenen Gschicht. Als Teil des Originalinterviews.
Von dem Lanz drei Minuten gesehen hat. (Auf Twitter.)
Könnte man als Redaktion des angeblich wichtigsten politischen Sendeformats Deutschlands auch wissen.
Meine Wenigkeit sieht grundsätzlich immer alles von dem was ich als Primärquelle verlinke komplett, den Luxus, einfach auf Twitter zu verweisen, kann ich mir bei kontroversen Themen nicht leisten.
Ich verwende Social Media darüber hinaus grundsätzlich nicht als Primärquelle, es sei denn ich möchte die Socialmedia Nutzung zu einem Thema thematisieren. Die Lanz Redaktion in der Sendungsvorbereitung schon.
Das sind Fehler, die du dir im heutigen Journalismus als ausgebildeter Werbewirt (Lanz), einfach mal leisten kannst.
Prüft eh keiner nach.
Der Öffentlichkeit musst dus ja nicht vermitteln. Ist ja nur Journalismus. Ist ja nicht so als ob dich jemand für deine Minderleistung zur Rechenschaft ziehen würde.
Wie kann man diese Gesellschaft eigentlich noch verarschen?
edit: Immerhin, dass Lanz hier sinnentstellend zitiert, fällt auch einem der bestbewertetsten Youtube Kommentare unter dem Lanz Clip auf. Nicht dass ich viel darauf gebe, aber es ist ein Anfang.
Wir haben es von Chomsky der die Chronologie beschreibt und es daraus folgert was beim anschließenden US Besuch an Medienstatements über die Ticker ging. Dass die US und die UK die Verhandlungen gestoppt haben. Er selbst hat keine neuen Quellen.
Was beim US Besuch danach über die Ticker ging war das ERSTMALIGE -
transformed into a grinding war of attrition with no meaningful peace deal in sight, the US and its allies have begun to convey a new, longer-term goal for the war: to defeat Russia so decisively on the battlefield [in Ukraine] that it will be deterred from launching such an attack ever again.
Wir haben die Indizien was passiert ist, als die Ukraine im März/April über zwei Wochen mit der Neutralität geliebäugelt hat. Die Washington Post und CNN (die Washington Post ist für ihre Nähe zum militärindustriellen Sektor bekannt) haben am 20. März Artikel veröffentlicht, in denen sie Statements von US Militärkreisen abgedruckt haben, nach denen diese nicht mehr wüssten was die Position der Ukraine sei.
Am selben Tag, dem 20. März musste der ehemalige ukrainische Verteidigungsminister Zagorodnyuk (siehe auch click), jetzt Atlantic Council Mitglied, bei Times Radio vorsprechen und die ukrainische Position erläutern:
Das Interview lässt sich mit “cant trust Putin, cant trust Putin” zusammenfassen. Das war in der Zeit in der die Öffentlichkeit noch an Friedensverhandlungen glauben sollte.
Beim ersten Interview mit Dmytro Kuleba zu Butscha auf Times Radio (Thats Butcher, not Bucca, or Bucha, hochgeladen am 03. April), gibt es eine Passage in der er wiederholt erwähnt, dass zu dem Teil der Personen im Führungsstab gehört hat die “bis zum Ende kämpfen wollen”, und dass er das immer schon wollte “nicht erst seit Butscha”. Was wie eine Positionierung gegenüber den US gewirkt hat.
Dann kam Butscha. Das angeblich der Auslöser für den Positionswechsel war.
--
Jetzt zu Rauscher persönlich. Rauscher wurde als Kommentar Journalist ohne außenpolitischen Background am 06. April zum IWMVienna geladen, dort von der Bühne aus genamedropt (wer denn nicht alles toller im Publikum sitzt) -
und hat darauf hin begonnen drei Wochen am Stück im Standard zu schreiben, dass die österreichische Regierung und die österreichische Opposition (SPÖ) die falschen Ukraine-Berater habe, und sie sich doch an drei Personen orientieren solle.
Ivan Krastev (nichts gegen Krastev),
Timothy Snyder (Erfinder der “Russland führe einen kolonialen Vernichtungskrieg” These, und frisch gebackener Yale Professor, seit dem er nach einem Bewerbungsvideo, ins Businessfrühstück der Victor Pinchuk Foundation geladen wurde, wo Freunde der Ukraine im Vorjahr in Davos eine direkte Videoschalte mit Selenskyj bekommen haben, und Klitchko in der ersten Reihe zu “pre-rehearsed” Statements klatschen sehen durften, während CNN Moderatoren, young entrepreneurs featuren, dank denen die Ukraine von Elon Musk “spontan” mit Skylink Terminals beliefert werde und das als “positive motivierende Geschichte” anteasern -- wobei für Snyder auch gerne mal ehemalige US Botschafter in Russlands bei den Munk Debates Buchwerbung machen. Siehe: “The last time Selenskyy said neutrality is on the table”
sowie
Fiona Hill, ihrerseits Erfinderin der “vier Steinstatuen-These” wie Putin wirklich denkt - und seit dem eine Hot comodity im US Talking Circuit mit über über 50 (!) Einladungen zu Paneldiskusionen innerhalb der folgenden 6 Monate.
Krastev und Snyder waren bei dem IWMVienna Event der Rauscher so sehr beeindruckt hat, dass er für drei Wochen der Politik UND der österreichischen Opposition (SPÖ) die (im Gegensatz zu ihren) EINZIGRICHTIGEN Ukraine Experten empfohlen hat, persönlich anwesend.
Rauscher beeindruckt danach wie erwähnt drei Wochen in Folge mit Veröffentlichungen: (1|2|3)
Fiona Hill, Erfinderin der “wie Putin wirklich denkt - nämlich wie ein Zar, denn sie hat vier Steinstatuen in seinem Büro gesehen” These (1|2), war leider nicht bei dem Event persönlich vor Ort -- aber das macht ja nichts, eine Vertreterin der Brookings Institution legt man dem Rauscher JEDEN Tag einfach und gerne als perfekte Expertin für die Österreichische Regierung vor.
Hier erklärt Fiona Hill, dass die Brookings Institution eine von mehreren Institutionen ist, die während und nach dem ersten Weltkrieg von den US zur Wahrung ihrer außenpolitischen Interessen weltweit, eingesetzt worden sind.
We realized then that destruction of war had huge ramifications for global politics and our economic prosperity and that we needed to take drastic action to recover from that and of course we embarked at that period that 70 odd years ago on a whole remaking of global institutions, the creation of the United Nations, the World Bank, the IMF so many of the institutions we kind of take for granted today came out of that recognition of a massive destruction that we would have to turn around. We also thought about how we were going to rebuild Europe and of course there was the uh the Marshall Plan which The Brookings institution took part in back in the day and there was a lot of rethinking about how we nit the European continent back together again and how we forge new transatlantic relationships.
Hier Code Pink, das vor der Brookings Institution gegen den Ukraine Krieg protestiert.
Und nochmal, ohne Fiona Hill keine “verrückter Zar Putin” im öffentlichen Narrativ (sie war es die die Kriegsrede Putin erstmalig in dieser Richtung kontextualisiert hat) und ohne Snyder kein “neoimperialistisch agierender Putin der durch den Angriff der Ukraine ein Imperium bauen will” (er hat dieses geschichtestheoretische Narrativ erfunden) im öffentlichen Narrativ. Wer eine Bestätigung braucht, der bekommt sie gerne vom ehemaligen Botschafter der US in Russland, direkt bei den Munk Debates (Michael McFaul bei 1:19:00 in) zum Ukraine Konflikt.
Für die die es nicht wissen die Position des deutschen auswärtigen Amtes und der deutschen Verteidigungsausschusses hat sich über die Monate des Kriegsverlaufes von “Revanchismus” zu “Neokolonialismus und Revanchismus” zu “Imperialismus” verschoben.
Also der HERRRAUSCHER, der Kommentarjournalist, der wußte, dass die Geschichtsphilosophen die der Ukraine am Nähesten stehen (Victor Pinchuk foundation) oder die, die bereits bei der Brookings Institution verortet sind und “wissen wie Putin wirklich denkt” also, wirklich denkt - die EINZIGRICHTIGENBERATERFÜRUNSEREREGIERUNG und UNSEREOPPOSITION sind.
Der weiß heute (edit: gestern):
Diese Version [Waffenstillstandsgespräche durch eine Intervention der UK und US beendet] wurde – unter Berufung auf Bennett – auch in der ORF-Doku von Christian Wehrschütz und Alfred Schwarz aufgetischt, allerdings mit der Bemerkung: Ein “Beweis für diese These fehlt”.
“Aufgetischt” - bedeutet nehme ich an erwähnt, denn das sind nicht die Quellen.
Die Quellen sind: Naftali Bennet (Rauscher: “Hat der vielleicht seine Rolle krass übertrieben?”). Sowie unabhängig davon Sachs der mit dem ukrainischen Verhandlungsteam gesprochen hat.
Jetzt kam aber noch Naftali Bennett dazu, Verhandlungsleiter und Chefvermittler Israel, der Sachs in allen Punkten tendenziell bestätigt hat (nicht explizit, da frühere Verhandlungsrunde, Sachs hat das selbe Schema in einer späteren beschrieben) und ZUSÄTZLICH noch ausgeführt hat - er glaube die Verhandlungen seien aufgrund von Druck gescheitert der von Großbritannien und den US ausgeübt wurde.
UNDUPS - Plötzlich muss Armin Wolf schlucken, und sich noch einmal durch eine Nachfrage bei Mangott versichern, ob er eh der Gute ist - und UPS, Mangott hält die Aussagen von Bennet für glaubhaft.
Noch öfter kann man “ich möchte hier nicht mehr sagen, als ich sagen darf” in einem Interview nicht unterbringen.)
Mehr als ein Schlucken wird aber nicht draus.
Und zwei Tage später kommt bereits wieder Rauscher aus seinem Loch gekrochen, und weiß genau, warum Naftali Bennett formuliert hat “er möchte nicht mehr sagen, als es sagen soll” -- denn Naftali Bennett “Hat der vielleicht seine Rolle krass übertrieben?”
Ja Rauscher, du Kommentarjournalist, du außenpolitisches Nackerpatzl - du hasts raus.
Diese Version wurde – unter Berufung auf Bennett – auch in der ORF-Doku von Christian Wehrschütz und Alfred Schwarz aufgetischt, allerdings mit der Bemerkung: Ein “Beweis für diese These fehlt”
Super recherchiert du VOLLTROTTEL. Aber toll dass du gleich wieder mit dem Denunzieren begonnen hast.
Wir haben eh nur, den direkten Verhandlungsführer, Aussagen des Verhandlungsteams der Türkei die mit Sachs gesprochen haben und gleichlautend waren, und ein Pressestatement von Austin beim ersten Besuch der Ukraine danach, in dem der zu Protokoll gibt, jetzt wird aber erst mal ordentlich aufgerüstet, für einen schön langen war of attrition.
UNDDIEHBUREVONPSYCHOTHERAPEUTIN, DIEMICHDAMALSRAUSGETRETENHAT, als ich ihr das eröffnet habe, bevor Bennet das Statement rausgetreten hat SOLLABKRATZEN, das verfickte Schwein.
Und wer wird im Journalismus befördert und hofiert, die Leute die andere verhetzen, diskreditieren, runterschreiben, und selbst keine Ahnung haben.
Diese Gesellschaft ist und bleibt, das abgrundtief Allerletzte.
Jetzt wird aber noch erst noch einmal ordentlich weiter gestorben.
Will sagen, als Journalist musst du heute die Position die die US jedes mal dezidiert als “nicht der Fall”, “nicht das was man wolle”, und “nicht als Zielperspektive” verlautbart haben, der Öffentlichkeit als Zielperspektive verkaufen, an die du als Journalist glaubst, und die die Öffentlichkeit einnehmen soll.
Eine Zielperspektive, die aus historischer Vergleichsperspektive, noch mindestens 600.000 Tote fordert, bevor du das geschlagene Russland hast, das du eigentlich möchtest (Zeihan: Russsland hat noch nie einen Krieg an der Grenze ihres Territoriums aufgegeben, bevor sie nicht mindestens 750.000 tote Soldaten zu beklagen hatten.) -
Jetzt produzieren wir erst noch schön 600.000 weitere Tote im BESTEN perspektivischen Szenario für einen baldigen Kriegsausgang -- und konsumieren das täglich wie Fussballergebnisse zu Feierabend.
Und was hat sich der Rauscher vom Standard auch für die Wahrheit eingesetzt. Der hat die Richtigen US nahen Experten ja quasi “am Gefühl erspürt” nach dem man ihn zu einer Veranstaltungsreihe mit ihnen eingeladen und von der Bühne aus genamedropt hat. Und dann war er so engagiert dabei das der österreichischen Regierung UND Opposition zu vermitteln, was man ihm bei der Veranstaltung gesagt hat.
Und um all das zu überspielen gibt es ein ganz, ganz praktisches Wort, das das im Alleingang schafft.
Russenpropaganda. Vom ehemaligen israelischen Premierminister, von UN Sonderbeauftragten für die Millenium Goals, der mit der türkischen Verhandlungsdelegation gesprochen hat. Und vom MIT Professor Chomsky.
Nur leider, was wollen wir machen, den Beweis den wir brauchen haben wir nicht. Eine Aussage von Boris Johnson der bestätigt, ja - ich habe Selenskyj geraten den Krieg nicht zu früh zu beenden, und damit aktuell 100.000 Menschen das Leben gekostet. Das würden wir als Rauscher vom österreichischen Standard als Beweis akzeptieren.
Diese Gesellschaft ist das absolut grotesk Allerletzte.
Und dabei haben wir noch garnicht definiert, wie Selenskyj daran zerbrochen ist. Hier und hier (Friedensformel) - und dass sich Aspekte dieser “Friendesformel” komischerweise aktuell in Teilen “selbst erfüllen”.
Also was die primäre Forderung der Friedensformel, die unabdingbare internationale Ächtung von Russland BISZUEINEMREGIERUNGSWECHSEL anbelangt, sind wir bereits sehr weit fortgeschritten.
Den Teil, wo man im Journalismus begonnen hat Friedensgesprächsanfragen von Russland einfach nicht mehr zu veröffentlichen, habe ich auch weggelassen. Nicht irgendwelche, sondern Putin bittet Erdogan das bei einem Gipfel vorzubringen, der macht das - die Presse ignorierts. Der Kommentator im Tages Meinungsradio bei Times Radio, ist dann noch nicht auf Linie und erwähnts noch, die Ablehnung des Angebots seitens der Ukraine wird in DW noch irgendwo im Halbsatz eines eines kleinen Beitrags später am Nachmittag verwurschtet (nicht vom Titel beeinflussen lassen, im 15 Minuten Beitrag geht es nicht darum, dass Russland noch einmal eine Verhandlungsinitiative anstoßen wollte, auch wenns der Titel suggerieren könnte, die Story des Tages war der UN Generalsekretär, der Russland aufgefordert hat seine Truppen rund um das Atomkraftwerk in Saporischschja zurückzuziehen - den Beitrag anschauen).
“The Black Sea is a pivotal geopolitical region for European security, particularly amid Russia’s brutal war in Ukraine. Vladimir Putin is already working to spread his malign influence in the area and we know his hegemonic aspirations go beyond taking Ukraine. It is critical that the U.S. actively engage with our Black Sea partners and establish a more robust policy toward the region. That is precisely what I’m looking to discuss over the next several days,” said Shaheen.
Ja aber also, niemand greift Russland an! Nur Russlands Truppen in dem Teil der Ukraine in dem Russland seit 250 Jahren ihren einzig ganzjährig eisfreien Marinestützpunkt haben. Durch dessen Wegfall sie die Vorherrschaft in der Schwarzmeerregion und ihren Einflussbereich entlang der Nord/Süd Achse verlieren, nicht nur militärisch, auch im Außenhandel.
Worauf sie aufhören als Regionalmacht zu existieren. Worauf das russische Wirtschaftssystem zusammenbricht.
Jetzt haben wir aber bereits die Experten die seit Beginn darauf hingewisen haben, erfolgreich aus ihren Publikationen verbannt, bei denen sie zuvor die meistpublizierten Autoren waren:
Und jetzt eröffnen wir Russland als Lösungsperspektive, dass sie sich doch aus der kompletten Region zurückziehen könnten, oder eben einen langen Aufreibungskrieg mitmachen, der WANN erstmalig als Zielperspektive genannt wurde?
Achja von Austin im April 2022:
As Russia’s invasion of Ukraine has transformed into a grinding war of attrition with no meaningful peace deal in sight, the US and its allies have begun to convey a new, longer-term goal for the war: to defeat Russia so decisively on the battlefield [in Ukraine] that it will be deterred from launching such an attack ever again.
Niemand hat hier vor einen Stellvertreterkrieg zu führen, es geht nur um die Befreiung der Ukraine in den Grenzen von 2013, wegen *papierraschel* Freiheit und Völkerrecht. Und Werte. An die laut Allensbach niemand glaubt.
Wie bringt man jetzt dem durchschnittlichen Journalisten, oder der Mehrheit der Österreicher die sich für Verhandlungen aussprechen, auch wenn die Ukraine die Krim noch nicht zurückerobert hat bei, dass “niemand greift Russland an”, als US Dementi so formuliert ist um, … naja um zu informieren wohl eher nicht.
Die glaubt ja noch an Angriffspanzer zur territorialen Verteidigung, weil die Ukraine sie nur für Gegenangriffe nutzen wird, in den Zonen in denen Russland Durchbrüche erzielt (das österreichische Militär hat berichtet (Nicht Reisner, keine Angst)). Die dann in Polen und Tschechien gewartet werden sollen (damit Deutschland kein Aktiver Kriegsteilnehmer wird) nachdem sie mit Schwertransportern und Lastenkränen, in 5km Nähe zur Frontlinie abtransportiert werden.
Weil wir angeblich eine öffentliche Diskussion zum Thema hatten, die ich verpasst haben muss, die uns das allen verdeutlicht hat.
Das macht aber wieder alles nichts, denn wir sind wieder so stark,
Biden in Warschau: Nato “stärker als sie jemals war”
US-Präsident Joe Biden hat bei seinem Besuch in Polen die Stärke der Nato betont. “Es ist das bedeutsamste Bündnis, ich würde sagen, vielleicht das bedeutsamste Bündnis der Geschichte, und zwar nicht nur der modernen Geschichte, sondern der gesamten Geschichte”, sagte Biden bei einem Treffen mit Polens Staatsoberhaupt Andrzej Duda am Dienstag in Warschau. Ein Jahr nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sei die Nato “stärker als je zuvor”.
Nun ja, aber heute auch Putin! Da kann meine ehemalige Psychotherapeutin wieder jubeln, der Putin wars! Retroaktiv - nur 11 Monate später.
Wenn ich mir heute denke, dass ich nur dem Vorschlag der Hurenwichsersau von Psychotherapeutin folgen hätte müssen und heute als Auslandskorrespondent für eine Media Agentur tätig sein könnte -
mir geht das westlich links liberale Herz vor lauter Bomberjacken und Zwiebeltürmen auf. Moment, die haben ein Kreuz drauf, also sind die ok.
Christliche Zwiebeltürme quasi.
Dazu schnell noch eine Vorlesung vom frischgebackenen Yaleprofessor Timothy Snyder, der mir erklärt, was für eine kulturelle Eigenleistung basierend auf Jahrhunderte alter religiöser Tradition das ist, und dann haben wirs eigentlich. Kudos an den AFP Photographen - und den Standard der das so treffend untertitelt.
“Bilder sagen mehr als Worte”. Wenn man den Standard liest, schon.
edit: Nur zur Klarstellung: Selenskyj ist kein Faschist. Könnte man hier ja reinlesen.
Kurze Durchsage von der Presse. Qualitätszeitung, versteht sich. Nicht zu Propagandazwecken emotionalisiert.
Das ist das analog zum Freibrief des Kommentars im Standard bei der ein Alpbachalumnus mit Merkatoprjugend dazu herangezogen wurde zu signalisieren, dass jetzt öffentlich gegen Realisten (außenpolitischer Begriff) und Pazifisten gehetzt werden darf.
Die Breitenmedien sind heute wieder in Top Form!
Beide Meinungen sind ok! Sagen sie im Gespräch einfach zum Kotzen dazu, und gewinnen sich danach indem sies abbbrechen!
Das “pseudopazifistisch” dahinter ist übrigens die Propaganda für westliche Medien aus der Paulskirche im Oktober.
Das muss man immer dazusagen, sonst funktioniert das Deplattforming nicht so gut.
denn laut einem Recherchekollektiv der Süddeutschen, des WDR und des NDR ist ein 17 seitiges Strategiepapier aufgetaucht, laut Fachleuten authentisch, das folgendes für Belarus belegt -
Das strategische Ziel Moskaus ist dem Papier zufolge unter anderem “die Sicherstellung des vorherrschenden Einflusses der Russischen Föderation in den Bereichen Gesellschaftspolitik, Handel, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Kultur”. Die im Februar vergangenen Jahres in Belarus beschlossene Verfassungsreform solle nach russischen Bedingungen vollendet, Gesetze mit denen der russischen Föderation “harmonisiert” werden, heißt es weiter, berichtet die Zeitung. Gleichzeitig wolle der Kreml den westlichen Einfluss zurückdrängen und ein Bollwerk gegen die NATO schaffen.
Was, die wollten Softpower in Weißrussland etablieren? Um den Einfluß des Westens zurückzudrängen? Und ein Bollwerk gegen die Nato schaffen?
Bonus: Was wollte nochmal die Rand Corporation? Also nicht aktuell, davor… (1|2) Aber das sind ja nur unabhängige Thinktanks. Also Vorschläge aus der Privatwirtschaft quasi. PS: Russland hat die mal falsch kontextualisiert in seiner PR verbraten, die Links gehen zu den Qriginalquellen.
Was ist das Kreml Dokument? Also laut Standard?
Russische Pläne zur Übernahme von Belarus bis 2030
Laut Medienberichten sollen russische Strategen Belarus politisch, wirtschaftlich und militärisch unterwandern. Ziel sei ein Unionsstaat unter russischer Führung
Und wie war das nochmal mit dem Bollwerk gegen die Nato Teil?
Das ist der ganz gefinkelte interne Vorwand des durchtriebenen Russen in seiner internen Planung an den er selbst nicht glaubt…
Dieser verschlagene Putin schon wieder, macht uns glauben es ginge um die Nato, und dann gehts Russland laut internen Strategiepapieren um die Nato. Und politischen, wirtschaftlichen und militärischenen Einfluss im ökonomisch stark erfolgreichen Riesen Weißrussland, mit Hauptexportgut “Mineralprodukte (keine Angaben)” “Milch” und “Vogelleiern”. Das weiß doch jeder, dass Weißrussland eine Entwicklung als blühende Demokratie vor sich gehabt hätte vor der Putin Angst hatte und …
Ich würde ja gerne im Original nachlesen, was die neu aufgedeckten Bestrebungen zur Unterwanderung von Belarus tatsächlich ausgemacht hat, aber leider Paywall, und das so effektiv, dass sie selbst Archivplattformen bisher erfolgreich ausgesperrt hat.
Was lässt sich unter einer solchen Meldung am selben Tag begraben?
Achso, ja .…
Selenskyj spricht mit IWF-Direktorin
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach mit der Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, über eine weitere Unterstützung seines Landes. „Die Unterstützung des IWF ist eine Chance für die Ukraine, stark zu bleiben“, teilte Selenskyj nach dem Treffen in Kiew mit. „Sie ist auch eine Waffe – eine wirtschaftliche Waffe, die es uns, unserer Gesellschaft und unseren Unternehmen ermöglicht, sich zu entwickeln.“ Der IWF gebe durch seine Aktivitäten „immer die richtigen Signale“.
Ne, also nicht dass das heute Hauptgesprächsthema wird. Lieber mal so auf Seite drei der tagesaktuellen Meldungen bei der FAZ deponieren. Die angekündigten ersten Gespräche der Ukraine mit dem IWF sind ja auch viel besser dort aufgehoben.
Neu: Ziele 2025: Start der Produktion von wichtigen Militärgütern in Russland, die bislang nur in Belarus produziert wurden, Integration von Energie-, Transport- und Kommunikationssystemen; Ziele 2030: Schaffung eines gemeinsamen Führungssystems über die Streitkräfte, Kontrolle über den Informationsraum von Belarus, Gemeinsamer Ansatz zur Interpretation der historischen Vergangenheit, Dominierende Stellung der russischen Sprache gegenüber Belarussisch als Staatssprache, Einführung eines einheitlichen Währungssystems - und dazwischen noch gespnsorte Kulturzentren. Ja, Hammer du. Gleich bei den Goethe Zentren anrufen und sagen dass sies nicht zu weit treiben sollen. Wozu man für den 3000 Zeichen Artikel ein Recherchekollektiv braucht? Na um bei den Experten anzurufen, die einem sagen, sie glauben das Papier ist echt.
Russische Fake-Anrufer versuchten Angela Merkel offenbar zu provokanten Aussagen zu verleiten. Doch die deutsche Ex-Kanzlerin blieb souverän.
Wie souverän sagt man dann am Besten nicht mehr dazu. So souverän nämlich, dass sich herausstellt, dass die russische Auslegung von Merkels Kommentaren zu Minsk 2 tendenziell eher korrekt war als die deutsche.
Hintergrund (siehe Link): Merkel hatte in einem Zeit Interview folgendes angemerkt:
Merkel: Das setzt aber voraus, auch zu sagen, was genau die Alternativen damals waren. Die 2008 diskutierte Einleitung eines Nato-Beitritts der Ukraine und Georgiens hielt ich für falsch. Weder brachten die Länder die nötigen Voraussetzungen dafür mit, noch war zu Ende gedacht, welche Folgen ein solcher Beschluss gehabt hätte, sowohl mit Blick auf Russlands Handeln gegen Georgien und die Ukraine als auch auf die Nato und ihre Beistandsregeln. Und das Minsker Abkommen 2014 war der Versuch, der Ukraine Zeit zu geben.
Anm. d. Red.: Unter dem Minsker Abkommen versteht man eine Reihe von Vereinbarungen für die selbst ernannten Republiken Donezk und Luhansk, die sich unter russischem Einfluss von der Ukraine losgesagt hatten. Ziel war, über einen Waffenstillstand Zeit zu gewinnen, um später zu einem Frieden zwischen Russland und der Ukraine zu kommen.
Sie hat diese Zeit hat auch genutzt, um stärker zu werden, wie man heute sieht. Die Ukraine von 2014/15 ist nicht die Ukraine von heute. Wie man am Kampf um Debalzewe (Eisenbahnerstadt im Donbass, Oblast Donezk, d. Red.) Anfang 2015 gesehen hat, hätte Putin sie damals leicht überrennen können. Und ich bezweifle sehr, dass die Nato-Staaten damals so viel hätten tun können wie heute, um der Ukraine zu helfen.
Es blieb strittig, ob es sich dabei um eine retroaktive Betrachtung gehandelt hat, oder ob das “Hinhalten von Russland, um die Ukraine durch militärische Aufrüstung in einen Status zu versetzten in dem diese anders reagieren konnte”, príma facie das Ziel bei den Verhandlungen 2014 war.
Das stellt sich nach der heutigen Veröffentlichung - leicht anders da. So souverän Merkel beim Fake Anruf auch war.
Und das war sie. Aber darum gehts in der Hauptsache nicht.
Also berichtet man als Breitenmedium natürlich ausschließlich und alleinig über die Souveränität von Angela “Teflon” Merkel.
Was auffällt, die Schnitte sind häufig (Übersetzter rausgeschnitten?) und in zwei Fällen möglicherweise sinnentstellend gesetzt.
Diesmal auf Deutsch übersetzt da die Hälfte des Gespräch auf Deutsch geführt wurde.
M: Hallo, Hallo. Guten Tag. Guten Tag.
C: Guten Tag. Angela?
M: Ist dort Petro Poroschenko?
C: Ja, das bin ich. Ja.
M: Petro, bist du da?
C: Ja.
M: Petro, bist du da?
C: Ja. Ja, das bin ich. Ich freue mich von ihnen zu hören, ich bin gerade bei unseren Truppen.
[SCHNITT]
M: Und Petro natürlich freu ich mich, dass du gesagt hast du möchtest mich gerne anrufen.
Ich bin ja natürlich nicht mehr im aktiven Dienst, sondern die frühere Bundeskanzlerin die natürlich alles sehr, sehr aufmerksam beobachtet und was sind die Botschaften die du mir sagen möchtest, oder was erwartest du, oder möchtest du dass ich etwas tue?
C: Erstens, sind wir natürlich nicht mehr Staatsmänner oder die Führer unserer Länder, aber unsere Herzen schlagen für unsere Heimat, also möchte ich, dass wir aufrichtig zueinander sind.
Ich befinde mich in einer Art Opposition zu Präsident Selenskyj, wie Sie wissen betrachtet er mich als seinen Rivalen.
[SCHNITT]
M: Petro, vielleicht zuerst noch mal zum Charakter unseres Gesprächs. Also mir wäre es Recht, wenn das ein Gespräch zwischen uns beiden bleibt, und wir da keine große Pressearbeit machen, denn ich möchte nicht, dass eine zweite öffentliche Front aufgebaut wird, die offiziellen Kontakte gehen zwischen unseren Regierungen.
[SCHNITT]
C: Ich würde gerne mit Ihnen über die Möglichkeit eines Friedensschlusses mit Russland sprechen.
Es ist bekannt, dass die Vereinigten Staaten dagegen sind. Scholz plädiert weiterhin dafür, dass es einen Dialog geben sollte. Wozu?
M: Die Dinge sind schon schwierig genug, und es ist jetzt wichtig, dass wir keine so in der Art Oppositionslinie aufmachen, sondern dass es ein persönliches Gespräch unter uns beiden ist, ohne Presse. -- Ja, also ich sag mal so, ich denke dass man das -- im Augenblick, das allerwichtigste ist, dass der Westen einfach geschlossen bleibt, das heißt dass die Europäer, Frankreich, Deutschland sehr intensiv mit den Vereinigten Staaten von Amerika sprechen und dass diese Front auch ganz einig ist mit der ukrainischen Front, dass ist das was Russland beeindruckt.
Persönliche Anmerkung: Da trifft es sich hervorragend, dass DW (Deutsche Welle) bis heute nur die Position vertritt, dass eine Einigkeit gegeben sei, der Westen so einig ist wie noch nie, und keine Konfliktlinien bestehen und auch nie bestanden hätten. Jetzt muss man aber wissen, das ist keine Propaganda, das ist einfach Information für die eigene Bevölkerung.
C: Haben wir eine Chance Russland militärisch zu besiegen, um die Grundlage für Friendensverhandlungen zu schaffen?
M: Petro, das kann ich noch schlechter sagen als du , ich wollte von dir ja die Einschätzung haben, wie du -- du bist in der Ukraine, du weißt, du bist bei den Soldaten - wir sind befreundet, wir wollen euch helfen.
[SCHNITT]
Was Deutschland, so wie ich die Regierung verstehe wichtig ist ist dass es eine abgestimmte Politik gibt der - zwischen den Verbündeten, und so wie ich das verstehe gibt es da ja auch sehr sehr intensive Gespräche, und deshalb glaube ich ist das jetzt auch in ganz guten Händen bei unserer Regierung.
C: Ja, aber was halten Sie von der französischen EU-Politik? Leider waren sie nicht so aktiv bei der Verteidigung der Ukraine wie Großbritannien oder die USA. Stimmen sie zu, dass die beste Diplomatie der Ukraine im Moment ihre bewaffneten Streitkräfte sind?
M: Ja, also ich habe den Eindruck, von meiner Betrachtungsweise aus, dass Frankreich, Deutschland, dass die gesamte Europäische Union eigentlich eine sehr gemeinsame Politik fährt. Sicherlich gibt es bestimmte Unterschiede, gerade Polen ist sehr aktiv, aber ansonsten gibt es eine große Abstimmung, und Emanuel Macron war ja gerade in den Vereinigten Staaten von Amerika zum Staatsbesuch, ich hatte dort den Eindruck einer großen Einheit zwischen Präsident Biden und Präsident Macron, genauso wie ich auch den Eindruck habe, dass Olaf Scholz, unser Bundeskanzler sehr gemeinsam auch mit Emanuel Macron vorgeht.
Oder wie unsere Qualitätspresse es formulieren würde: Macron hat eingesehen, dass man mit Putin nicht verhandeln kann! Einseinself.
C: Aber Sie erinnern sich an 2014. Wir haben damals gemerkt, dass der Krieg unvermeidlich war -- ich habe es nicht geglaubt.
M: Ja. [Mit einem minimal fragenden Ton.]
C: Aber Präsident Hollande hat mich überzeugt[/angefleht], die Abkommen zu unterzeichnen.
M: Naja, es hat jetzt glaub ich keinen Sinn im Jahre 2014 herumzustochern, damals haben alle - um noch Schlimmeres zu verhindern, dieses Abkommen unterschrieben.
[An der Stelle ein versteckter Schnitt, mit einem Fade in danach.]
Ich glaube einfach, dass durch das Minsker Abkommen die Ukraine noch einmal Zeit hatte, zwischen 2014 und 2021 sich weiter zu entwickeln, das war ein Teil deine Präsidentschaft, das war ein Teil die Präsidentschaft von Präsident Selenskyj, alle haben daran einen Anteil, und das hat die Ukraine in die Lage versetzt heute auch anders auf diese Agression Putins reagieren zu können, als das 2014 der Fall war. Wenn man sich mal an die Situation in Debalzewe erinnert, dann ist einfach dieser Zeitgewinn sehr gut gewesen für die Ukraine und hat trotzdem diesen Krieg jetzt nicht verhindert. Und jetzt kann die Ukraine darauf antworten, und bekommt auch die notwendige Unterstützung.
Beide Qualifikatoren in dieser Aussage “damals haben alle - um noch Schlimmeres zu verhindern, dieses Abkommen unterschrieben” und “Ich glaube einfach, dass durch das Minsker Abkommen die Ukraine noch einmal Zeit hatte, zwischen 2014 und 2021 sich weiter zu entwickeln, das war ein Teil deine Präsidentschaft, das war ein Teil die Präsidentschaft von Präsident Selenskyj, alle haben daran einen Anteil, und das hat die Ukraine in die Lage versetzt heute auch anders auf diese Agression Putins reagieren zu können, als das 2014 der Fall war.” legen stark nahe, dass das keine reine retrospektive Situationsbetrachtung war, die “die Ukraine auch genutzt” habe um “stärker zu werden”, sondern dass das primäre Motiv des Westens bei der Unterzeichnung der Verträge es war der Ukraine Zeit zu verschaffen um sich “weiter zu entwickeln”.
Das ist deckungsgleich mit der Lesart Putins des Zeit Interviews, und widerspricht nicht diametral, aber signifikant der Auslegung der Zeit:
Anm. d. Red.: Unter dem Minsker Abkommen versteht man eine Reihe von Vereinbarungen für die selbst ernannten Republiken Donezk und Luhansk, die sich unter russischem Einfluss von der Ukraine losgesagt hatten. Ziel war, über einen Waffenstillstand Zeit zu gewinnen, um später zu einem Frieden zwischen Russland und der Ukraine zu kommen.
Nochmal stärker, da der direkte Bezug den Merkel nach “entwickeln” fährt, der Verweis auf Debalzewe ist. Will sagen, im Kontext des Gesprächs bedeutet “entwickeln” aufrüsten.
Merkel bestätigt auch an dieser Stelle nicht, ob - oder dass es eine retroaktive Situationsbetrachtung war, aber die Formulierungen sind so gesetzt, dass es sich dabei nicht um Schwelgen in Gedanken an die Vergangenheit handeln kann.
Zweimal exakt in dieser wenig definitiven Form bedeutet unzweifelhaft Regierungslinie, für die Geschichtsschreibung - und keine zufällig im Zeit Interview gefundene Formulierung.
C: Ja, das ist wahr, wir haben den Beginn des Krieges aufschoben und sind stärker geworden. Richtig?
M: Ja, so zumindest das.
[Versteckter Schnitt]
Ich bin - ich halte die Einigkeit des Westens für unabdingbar, gemeinsam mit der Ukraine und ich glaube dass Menschen wie ich die jetzt nicht in der Regierung sind, weiter auch nichts beitragen können, sondern dass man einfach die Arbeit dieser Regierung unterstützt. Und ob der Krieg hätte verhindert werden können oder nicht, das ist jetzt nicht mehr die Frage.
[Harter Schnitt]
Also anstatt die Frage aus ihrer Sicht zu beantworten, stellt sich diese Frage nicht mehr. Eigentlich praktisch. Die Sprache ist sehr bewusst gewählt. Es ist keine spontane Rückerinnerung Merkels an die vergangenen Tage.
C: Ich würde gerne wissen, wie Sie die Position Lukaschenkos sehen - ob er Putin tatsächlich helfen kann die Ukraine von der weißrussischen Seite aus anzugreifen. Es ist bedauerlich, dass es Tikanowskaja nicht gelungen ist, in Weißrussland an die Macht zu kommen.
M: Ja, die Situation in Weißrussland ist sicherlich sehr schwierig, gerade für die Opposition, das ist ein großes Drama, im Zweifelsfalle ist er, war er bisher immer auf der Seite Putins, und hat sich nicht gescheut sein eigenes Volk sehr zu unterdrücken. Er hat sein Volk unterdrückt, als das Volk demonstriert hat, und das hat sehr viel über ihn ausgesagt.
C: Übrigens, Polen verlangt von Deutschland ernsthaft Reparationen für den zweiten Weltkrieg. Zuerst dachte ich, es wäre ein Witz, aber es ist ein Projekt, das Duda und Kaczynski ernsthaft betreiben. Warum sollten sie diesen speziellen Punkt anstreben?
M: Ich kann nur sagen, dass wir unterschiedliche Auffassungen haben, die deutsche Regierung, das war schon zu meiner Zeit der Fall, wir haben das nicht nur mit Polen, wir haben solche Forderungen zum Teil auch von Griechenland, wir haben solche Forderungen immer wieder auch aus - in Italien gibt es soetwas, wir haben eine Rechtsauffassung dass im Zusammenhang mit der deutschen Einheit und dem 2+4 Vertrag damals diese Fragen abschließend geregelt sind und diese Dinge vertreten wir - und ansonsten ist es sozusagen kein Unikat von Polen, sondern das gibt es auch mit anderen Ländern.
Aber noch einmal zurück Petro du bist bei Krematorsk jetzt - bist du angehöriger der Armee und kämpfst du dort richtig mit?
C: Ja, ich unterstütze mein Battallon.
[SCHNITT]
C: Übrigens Angela, weißt du dass Putin mich beschuldigt hat die russische Sprache in der Ukraine zu verbieten?
[SCHNITT]
Und deshalb würde ich vorschlagen jetzt auf russisch zu wechseln um Putin zu ärgern.
A: Ne, das machen wir ganz sicherlich nicht, mein Russisch ist noch schlechter geworden als 2014 - ich glaube Petro, wir sollten jetzt das Gespräch bald beenden, ich wünsche dir von Herzen wirklich alles Gute, auch für eure militärische Tätigkeit und ansonsten ist mein Plädoyer wirklich, dass wir unseren Regierungen vertrauen und nur sie machen die Politik, das ist so in der Demokratie, wenn man gewählt ist, dann hat man Verantwortung. Und wenn man nicht gewählt ist, dann muss man sich in solchen schwierigen Zeiten möglichst zurück halten.
C: Übrigens, ich habe gehört, dass sie eine Pension von 15000 Euro erhalten.
M: Ok, alles gut. Ich wünsche dir alles Gute, ja?
Die Initiative “Unsere Sicherheit” hat sich wieder zu Wort gemeldet, und fordert das Selbe wie beim erstem Mal!
Es handelt sich um den zweiten Brief, denn schon im Mai war die Gruppe mit einem solchen an die Öffentlichkeit getreten. Das mediale Echo war groß, jenes aus der Politik hingegen enden wollend. Veit Dengler bezeichnet es gegenüber der “Wiener Zeitung” als “erstaunlich”, dass von den großen Parteien ÖVP und SPÖ gar keine Reaktion gekommen sei.
Politisch sehr breiter Unterstützerkreis
Man entschloss sich daher, einen erneuten Brief zu formulieren. Neben Dengler wurde dieser von der ehemaligen Richterin und Neos-Abgeordneten Irmgard Griss, dem Bevölkerungswissenschaftler Rainer Münz sowie Leopold Schmertzing vom Forum Alpbach verfasst. Die Unterstützerschaft ist jedoch sehr breit. Sie reicht politisch von (ehemaligen) Freiheitlichen wie Herbert Scheibner und Friedhelm Frischenschlager über aktive ÖVP-Politiker wie Othmar Karas bis zu linken Intellektuellen wie den Publizisten Robert Misik und Robert Menasse. Auch einige namhafte Botschafterinnen und Botschafter wie Eva Nowotny, Paul Leifer und Emil Brix unterschrieben den Aufruf.
Als Grund für die drastisch gewählten Worte nennt Veit Dengler die veraltete Sicherheitsstrategie der Republik.
Wenn die Öffentlichkeit nicht mehr hinschaut, dann drückt ihrs durch.
Aber zum Glück gabs schon die Tanner die unlängst mit dem Vorschlag vorgepresst ist, man könne in Österreich doch Langstreckenraketen stationieren. Dann wäre Österreich auch Teil vom Verteidigungsschirm!
Der als Verteidigungsschirm laut Chomsky Krauss Debatte nie, also nie, also wirklich nie, ich wiederhole, NIE gegen eine atomare Bedrohung, also auch nur konzeptuell funktioniert hat. Sagen nicht die beiden, sondern das gesamte Bulletin of the Atomic Scientists von dem beide es im Studium vermittelt bekommen haben.
Stellt sich nur die Frage wie ernst das die politische Leitung dieses wunderbar neutralen Landes tatsächlich gemeint hat.
edit: Der Standard hat einen Tag später mit der Denunzierungskampagne begonnen:
Europaministerin Karoline Edtstadler in der “ZiB 2”: Neutralität als heilige Kuh
Inzwischen währt das Blutbad in der Ukraine schon ein Jahr – doch nach wie vor verweigert Edtstadler einen offenen Diskurs
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